Title:
Dichtung von Leitungsverbindern
Kind Code:
A1


Abstract:

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Ausbilden eines längswasserdichten Abschnittes (10) in einem vorbestimmten Bereich (11) eines eine Mehrzahl von Einzelleitungen (21) aufweisenden Leitungsbündels (20), wie eines Kabelbaums, deren Leiter an einem Leitungskonten (22) miteinander verbunden sind, unter Verwendung eines Zusatzschmelzklebstoffes (30). embedded image




Inventors:
Hessler, Uwe (71229, Leonberg, DE)
Application Number:
DE102016121909A
Publication Date:
05/17/2018
Filing Date:
11/15/2016
Assignee:
Kromberg & Schubert GmbH, 42283 (DE)
Domestic Patent References:
DE4340235C2N/A1995-09-21



Foreign References:
201402840992014-09-25
52397491993-08-31
EP09381591999-08-25
JP2008204644A2008-09-04
JP2009230998A2009-10-08
Attorney, Agent or Firm:
Patentanwälte Staeger & Sperling Partnerschaftsgesellschaft mbB, 80331, München, DE
Claims:
Verfahren zum Ausbilden eines längswasserdichten Abschnittes (10) in einem vorbestimmten Bereich (11) eines eine Mehrzahl von Einzelleitungen (21) aufweisenden Leitungsbündels (20), wie eines Kabelbaums, deren Leiter an einem Leitungskonten (25) miteinander verbunden sind, mit den folgenden Schritten:
a. die zwischen den Einzelleitungen (21) vorhandenen Zwischenräume (22) werden in dem abzudichtenden Bereich (11) mittels einer Applikationsvorrichtung (130) mit einem Schmelzklebstoff (30) verfüllt,
b. nach dem Applizieren des Schmelzklebestoffes (30) wird ein Wärmeschrumpfschlauch (40) im Bereich des abzudichtenden Abschnittes aufgebracht,
c. beim Aufschrumpfen des Wärmeschrumpfschlauchs (40) wird sowohl der eingebrachte Schmelzklebestoff (30) als auch der Kleber des Wärmeschrumpfschlauch (40) so aufgeschmolzen, dass der Schmelzklebestoff (30) eine Verbindung zu dem jeweiligen Außenmantel aller Einzelleitungen als auch zum Innenmantel (40i) des Schrumpfschlauches (40) herstellt und der Zwischenraum zwischen den Einzelleitungen (21) als auch der Zwischenraum zum Schrumpfschlauch (40) vollständig mit Schmelzklebestoff verfüllt ist.

Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im Schritt a) eine vorbestimmte Menge eines Schmelzklebestoffes (30) nach einem vorbestimmten Applikationsmuster, vorzugsweise mittels einer gesteuerten Dosieranlage (140) appliziert wird.

Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der verwendete Schmelzklebestoff (30) in Schritt a) in der geschmolzenen Phase appliziert wird.

Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine oder mehrere Düsen (131) in Umfangsrichtung um das Leitungsbündel (20) in dem abzudichtenden Bereich (11) angeordnet sind, mittels derer der Schmelzklebestoff (30) appliziert wird.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Einzelleitungen (21) vor dem Schritt a) über Manipulatoren (120) separiert und vorzugsweise in eine vorbestimmte Position im abzudichtenden Bereich (11) gebracht werden.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Schritt a) oder nach dem Schritt c) in Anspruch 1 der die Einzelleitungen aufnehmende Schmelzklebestoff (30) zur Ausbildung einer Dichtstelle druckbeaufschlagt wird, vorzugsweise mittels einer mechanische Komprimierung über spezifisch geformte Kompressionsbacken.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere endseitig abisolierte Einzelleitungen (21) von wenigstens zwei Leitungsbündeln (20) mittels eines Verbindungsverfahrens, vorzugsweise mittels Ultraschallschweißen oder Crimpen miteinander zu einem Verbindungsknoten (25) verbunden werden und der Wärmeschrumpfschlauch in Schritt c) den Verbindungsknoten (25) umgibt.

Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung wenigstens eine Anlage (110) zum elektrischen Verbinden der Einzelleitungen (21) an einem Verbindungskoten (25) aufweist, einem Manipulator (120) zum Positionieren und/oder Separieren der Einzelleitungen (21) sowie eine Applikationsvorrichtung (130) mit vorzugsweise mehreren in der Lage verstellbare Düsen (131) zum Applizieren eines Schmelzklebestoffes (30).

Vorrichtung gemäß Anspruch 8, wobei diese ferner eine Steuerung (150) zum Parametrisieren der Anlage (110) und der Applikationsvorrichtung (130) aufweist und/oder eine Detektionsvorrichtung zum Detektieren der Lage und/oder Ausrichtung des Verbindungsknotens (25).

Vorrichtung gemäß Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass ferner eine Einrichtung (160) zum Komprimieren des Leitungsbündels (20) vorgesehen ist, welche über zwei zueinander bewegbare Kompressionsbacken (161) mit einer austauschbaren Backengeometrie (162) verfügt.

Description:

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Abdichten von Leitungsverbindungen sowie eine Abdichtungsanordnung für elektrische Leitungen, die an einer Leitungsverbindung verbunden werden.

Im Stand der Technik ist es bekannt, dass elektrische Verbindungen mittels elektrischer Leitungen hergestellt werden, wobei die abisolierten Enden der zu verbindenden Leitungen durch eine geeignete Verbindungstechnik, wie zum Beispiel durch Ultraschallschweißen, Crimpen oder Löten miteinander verbunden werden und in einem nachfolgenden Schritt die Verbindung abgedichtet werden muss.

Es ist bekannt, dass ein unerwünschter Wasser- oder Flüssigkeitstransport in Längsrichtung entlang der Leitung hin zu der Verbindungsstelle erfolgen kann, wo es dann zu unerwünschter Korrosion und in der Folge zu Funktionsausfällen kommt. Die Anzahl der in einem Leitungssatz oder Leitungsbündel befindlichen Leitungen ist generell unterschiedlich und abhängig von der Anwendung. Bei Verwendung von Leitungen bei denen Feuchtigkeit, Wasser und Flüssigkeiten in Kontakt mit den Leitungen und Leitungsverbindungen kommen, wie z. B. bei Kraftfahrzeugen, sind die Leitungen und insbesondere die Leitungsverbindungen vor solchen Umwelteinflüssen zu schützen.

Im Stand der Technik sind unterschiedliche Lösungen hierzu vorgesehen, zwei oder mehrere freigelegte d. h. abisolierte Leitungsenden miteinander zu verbinden (zum Beispiel mittels des genannten Ultraschallschweißens) und diese Verbindungsstelle durch einen auf diese Verbindungsstelle aufgezogenen und aufgeschrumpften Schrumpfschlauch elektrisch zu isolieren und gegen Umwelteinflüsse abzudichten.

Bekannte Schrumpfschläuche sind dabei derart ausgelegt und z. B. auf den Leitungsenden positioniert, dass dieser die freigelegten Leitungsenden als auch einen an diesen freigelegten Leitungsendbereich angrenzenden isolierten Leitungsabschnitt großräumig und auch endseitig mit Überstand umschließt. Das Dichtkonzept mit einem Schrumpfschlauch wird auch bei Längsverbindungen verwendet.

Es ist ferner bekannt, dass die Schrumpfschläuche sogenannte Schmelzklebstoffe aufweisen, um eine verbesserte Isolierung und Abdichtung der Verbindungsstelle zu erreichen. Diese Schmelzklebstoffe sollen alle Lücken und Bereiche zwischen den Leitungen vollständig ausfüllen und abdichten, um den Feuchteeintritt ausreichend zu verhindern. Hierzu muss der beim Schmelzprozess durch Erwärmung in den flüssigen Zustand gebrachte Kleber in die besagten Lücken und Zwischenräume zwischen den Leitungen fließen bzw. eindringen und dort bis zum Erkalten verbleiben. Ein grundsätzliches Problem bei solchen Lösungen besteht in dem Umstand, dass zwischen z. B. drei oder auch mehreren Leitungen abgeschottete Zwischenräume gebildet werden, so dass durch die Anlage bzw. Berührung der Leitungen aneinander kein Schmelzklebestoff in diesen Zwischenraum fließen kann.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass die vom Schrumpfschlauch bereitgestellte Schmelzklebstoffmenge nur ungenügend auf den jeweiligen Anwendungsfall angepasst ist oder angepasst werden kann und häufig die notwendige Dichtfunktion nicht oder nur unvollständig erfüllt wird. Teilweise ist die Menge deutlich zu niedrig und es bleiben Lücken und Kanäle zurück, die nicht mit Dichtstoff gefüllt und abgedichtet wurden.

Es ist aus dem Stand der Technik auch bekannt, längswasserdichte Abschnitte in Verdrahtungssysteme, wie Kabelbäumen, herzustellen durch Ausgießen der Zwischenräume (Zwickel) mit Hilfe schmelzflüssiger Gießharze, durch Umspritzen der Adern mit Hilfe des Spritzgußverfahrens, durch Einkneten von Dichtmassen, durch Einbetten in Gel oder durch Schäumen.

Diesen im Stand der Technik bekannten Verfahrensweisen sind als Nachteile u.a. folgende bekannt: eine schwierige Reproduzierbarkeit und/oder ein kompliziertes Handling, die Gefahr thermischer Beschädigungen der elektrischen Adern oder anderer elektrischer/elektronischer Komponenten, Notwendigkeit individuelle Werkzeuge, unsichere Prozesse, hohe Gesamtkosten sowie eine zum Teil wesentliche Vergrößerung der Abdichtstelle. Beim PUR-Schäumen werden ferner durch die geringe Viskosität das Abdichten der Werkzeuge erschwert.

Es wird darauf hingewiesen, dass insbesondere im Bereich der Automobile abhängig von der konkreten Konfiguration, zwei oder mehrere bzw. eine Vielzahl von Einzelleitungen bzw. Litzenleitern (ohne einen gemeinsamen die Vielzahl von Litzenleitern umgebenden Kabelmantel) miteinander verbunden werden, so dass eine hohe Varianz an Kombinationen existiert. Unter einem Leitungsstrang oder Kabel- bzw. Leitungsbündel im Sinne der vorliegenden Erfindung ist eine Anordnung von mehreren mit einem Isoliermantel versehenen Einzelleitungen (z. B. Litzenleitungen) zu verstehen, die unverbunden nebeneinander angeordnet sind. Diese Leitungen können teilweise abisoliert sein, um die Leitung zum Beispiel durch Ultraschallschweißen elektrisch an einem Verbindungsknoten zu verbinden.

Eine weitere im Stand der Technik bekannte Lösung zur Abdichtung des Leitungsbündels aus isolierten Einzelleitungen besteht in dem Einbringen von sogenannten Hotmelt-Dichtkämmen oder Einlegern, die allerdings eine aufwändige Verarbeitung mit sich bringen.

Ein weiteres grundsätzliches Problem besteht in der hinreichenden Vorpositionierung der Leitungen für den Schweißprozess oder den Verbindungsprozess. Die Leitungen liegen mehr oder weniger ungeordnet vor der Person oder Maschine, welche den Schweiß- oder Verbindungsprozess durchführen soll. Speziell für das Ultraschallschweißen ist eine exakte Lage und Positionierung jedoch erforderlich, die ebenfalls mit dem aus der Stand der Technik bekannten Lösungen nicht hinreichend gegeben ist.

Eine weitere Problematik liegt darin, dass ein Aufschälschutz gegen das Aufschälen notwendig ist und auch eine Vorschädigung der Schweißstelle verhindert werden soll.

Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, vorbesagte Nachteile zu überwinden und eine Dichtungslösung bereitzustellen, mit der eine Leitungsverbindung bzw. eine Verbindung von Leitungsbündel aus mehreren Einzelleitungen zuverlässig und kostengünstig hergestellt und auch abgedichtet werden kann. Zudem soll die Erfindung auch die sichere Abdichtung in anderen Anwendungsgebieten der Längswasserabdichtung mittels Schrumpfschlauch oder Schrumpfkappe ermöglichen.

Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Erfindungsgemäß wird demnach ein Verfahren zum Ausbilden eines längswasserdichten Abschnittes in einem vorbestimmten Bereich eines eine Mehrzahl von Einzelleitungen aufweisenden Leitungsbündels, wie eines Kabelbaums, deren Leiter an einem Leitungskonten miteinander verbunden sind, mit den folgenden Schritten vorgeschlagen:

  1. a. die zwischen den Einzelleitungen vorhandenen Zwischenräume (bzw. auch um die Leitungen herum) werden in dem abzudichtenden Bereich mittels einer Applikationsvorrichtung mit einem Schmelzklebstoff verfüllt,
  2. b. nach dem Applizieren des Schmelzklebestoffes wird ein Wärmeschrumpfschlauch im Bereich des abzudichtenden Abschnittes aufgebracht,
  3. c. beim Aufschrumpfen des Wärmeschrumpfschlauchs wird sowohl der eingebrachte Schmelzklebestoff als auch der Kleber des Wärmeschrumpfschlauch so aufgeschmolzen, dass der Schmelzklebestoff eine Verbindung zu dem jeweiligen Außenmantel aller Einzelleitungen als auch zum Innenmantel des Schrumpfschlauches herstellt und der Zwischenraum zwischen den Einzelleitungen als auch der Zwischenraum zum Schrumpfschlauch vollständig mit dem Schmelzklebestoff verfüllt ist.

Die Auswahl des Schmelzklebestoffes erfolgt dabei im Rahmen der funktionalen Verträglichkeit mit dem Schmelzklebestoff des Schrumpfschlauches und vorzugsweise des Isolationsmaterials der Einzelleitungen. Besonders vorteilhaft ist es, wenn sich eine besonders gute Vernetzung zwischen dem jeweiligen Leitungsmantel und dem Schmelzkleber erzielen lässt. Geeignete Materialien sind z. B. PA-Klebstoffe, Polyolefine und dergleichen.

Da der Schmelzprozess des Schmelzklebestoffes zusammen mit dem Schrumpfen des Schrumpfschlauches durchgeführt wird, wird eine materialschlüssige Verbindung auch zwischen dem Schrumpfschlauch und der Abdichtungsanordnung realisiert.

Weiter vorteilhaft ist es, wenn im Schritt a) eine vorbestimmte Menge eines Schmelzklebestoffes nach einem vorbestimmten Applikationsmuster, vorzugsweise mittels einer von einer Steuerung gesteuerten Dosieranlage appliziert wird. Hierdurch können reproduzierbare Abdichtungsergebnisse erzielt werden.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens ist vorgesehen, dass der verwendete Schmelzklebestoff im oben genannten Schritt a) in der geschmolzenen Phase appliziert wird.

Ebenfalls von Vorteil ist eine Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens bei dem mehrere in der Lage einstellbaren Düsen, vorzugsweise in Umfangsrichtung um das Leitungsbündel in dem abzudichtenden Bereich angeordnet sind, mittels derer der Schmelzklebestoff appliziert wird. Hierdurch kann je nach Leitungssatzkonfiguration eine besonders effiziente Verteilung des Schmelzklebestoffes erzielt werden. Weiter vorteilhaft ist es, wenn die Düsenausgänge an einem spitz oder schlank zulaufenden Applikationsende angeordnet sind, so dass die Düsen zwischen die vorzugsweise separierten oder aufgespreizten Leitungen eingeführt werden können. Auf diese Weise kann eine bestimmungsgemäß gewünschte Schmelzklebstoffverteilung erzielt werden.

Mit Vorteil können daher ein oder mehrere Manipulatoren vorgesehen sein, so dass die Einzelleitungen vor dem Schritt a) über die Manipulatoren zunächst separiert und vorzugsweise in eine vorbestimmte Position im abzudichtenden Bereich gebracht werden. In dieser Applikationsstellung kann dann der Schmelzklebestoff besonders gut appliziert werden.

In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass vor oder nach dem o. g. Schritt c) der die Einzeleitungen aufnehmende Schmelzklebestoff zur Ausbildung einer Dichtstelle druckbeaufschlagt wird, vorzugsweise mittels einer mechanische Komprimierung, die über spezifisch geformte Kompressionsbacken erfolgt.

Besonders vorteilhaft ist die Erfindung bei einer Verbindungsanordnung mehrere Einzelleitungen anzuwenden, wenn nämlich mehrere endseitig abisolierte Einzelleitungen von z. B. zwei Leitungsbündeln mittels eines Verbindungsverfahrens, vorzugsweise mittels Ultraschallschweißen miteinander zu bzw. an einem Verbindungsknoten verbunden werden und der Wärmeschrumpfschlauch im oben genannten Schritt c) den Verbindungsknoten umgibt und auf diese Weise der Verbindungsknoten auch längswasserdicht entlang der Leitungsbündel gegen Eintritt vor Feuchtigkeit geschützt ist. Alternativ kann das Konzept auch auf eine Inline-Verbindung angewendet werden.

Ein weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Durchführen des zuvor beschriebenen Verfahrens, wobei die Vorrichtung wenigstens eine Anlage zum elektrischen Verbinden der Einzelleitungen an einem Verbindungskoten aufweist (z. B. eine Ultraschallschweißanlage), vorzugsweise (jedoch optional) einem Manipulator zum Positionieren und/oder Separieren der Einzelleitungen sowie eine Applikationsvorrichtung mit vorzugsweise mehreren in der Lage verstellbare Düsen zum Applizieren eines Schmelzklebestoffes.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Vorrichtung ist ferner eine Steuerung zum Parametrisieren der Anlage und der Applikationsvorrichtung vorgesehen und weiter vorzugsweise eine Detektionsvorrichtung zum Detektieren des Verbindungsknotens und vorzugsweise auch dessen Position.

Weiter vorteilhaft ist eine Ausführung bei der eine Vorrichtung zum Komprimieren des Leitungsbündels vorgesehen ist, welche über zwei zueinander bewegbare Kompressionsbacken mit einer austauschbaren Backengeometrie verfügt. Hierdurch lassen sich unterschiedliche Querschnitte, Anzahl von Einzelleitungen und Leitungskombinationen entsprechend der verwendeten Backenform komprimieren, so dass der Schmelzkleber in eine gewünschte Verteilung gebracht wird. Dabei können mit Vorteil als Form der Backen eine kreisförmige, ovale oder parabelförmige Form gewählt werden, um größere Wertebereiche abzudecken. Besonders wirksam ist eine Backenanordnung, bei der die Backen als aneinander geführte Verschiebebacken ausgebildet sind.

Andere vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet bzw. werden nachstehend zusammen mit der Beschreibung der bevorzugten Ausführung der Erfindung anhand der Figuren näher dargestellt.

Es zeigen:

  • 1 eine schematische Ansicht eines Verfahrensschrittes mit einer Vorrichtung zum Ausbilden eines längswasserdichten Abschnittes in einem vorbestimmten Bereich von drei Einzelleitungen;
  • 2 eine schematische Schnittansicht durch eine Leitungsanordnung ähnlich der in 1 gezeigten Anordnung, umgeben von einem Wärmeschrumpfschlauch;
  • 3 ein weiterer Verfahrensschritt bei der Ausbilden eines längswasserdichten Abschnittes in einem vorbestimmten Bereich von drei Einzelleitungen und
  • 4 eine schematische Ansicht einer gedichteten Anordnung bestehend aus einem Schrumpfschlauch und Leitungsanordnungen.

Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen mit Bezug auf die 1 bis 4 näher erläutert, wobei gleiche Bezugszeichen auf gleiche strukturelle und/oder funktionale Merkmale hinweisen.

In den 1 bis 3 sind Verfahrensschritte eines Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Verfahrens zusammen mit Komponenten der erfindungsgemäßen Vorrichtung gezeigt.

Schematisch ist ein Verfahren zum Ausbilden eines längswasserdichten Abschnittes 10 (wie in 4 gezeigt) in einem vorbestimmten Bereich 11 eines eine Mehrzahl von Einzelleitungen 21 aufweisenden Leitungsbündels 20, wie eines Kabelbaums, deren Leiter an einem Leitungskonten 25 (wie näher in einem Beispiel der 4 gezeigt) miteinander verbunden sind, mit u. a. den folgenden Schritten.

In der 1 wird zwischen in die Zwischenräume 22 zwischen den drei Einzelleitungen 21 in dem abzudichtenden Bereich 11 mittels einer Applikationsvorrichtung 130 ein Schmelzklebstoff 30 verfüllt. Hierzu wird eine vorbestimmte Menge eines Schmelzklebestoffes 30 nach einem vorbestimmten Applikationsmuster (z. B. Raupen, Punktuelle Auftragungen oder Kombinationen davon) mittels einer über eine Steuerung 150 gesteuerten Dosieranlage 140 appliziert. Der verwendete Schmelzklebestoff 30 wird dabei in der geschmolzenen Phase appliziert.

Die hierzu verwendete Applikationsvorrichtung 140 weist drei Düsen 131 in Umfangsrichtung verteilt um das Leitungsbündel 20 herum in dem abzudichtenden Bereich 11 auf, mittels derer der Schmelzklebestoff 30 gezielt in die Zwischenräume 22 appliziert wird.

Hierzu wurden zuvor die drei Einzelleitungen mit Hilfe von schematisch gezeigten Manipulatoren 120 separiert und in eine vorbestimmte Position im abzudichtenden Bereich 11 gebracht. Beispielhaft sind zwei fingerartige Manipulatoren 120 gezeigt. Alternativ können auch andere geeignete Manipulatoren hierzu verwendet werden, um die Einzelleitungen in eine vorbestimmte Position zu separieren.

Die Auflage 130 kann gleichzeitig Teil einer Schweißanlage 110 sein, die in der 4 schematisch angedeutet ist, um die abisolierten Enden miteinander elektrisch leitend zu verbinden.

In 2 ist ein weiterer Schritt des Verfahrens gezeigt, bei dem nach dem Applizieren des Schmelzklebestoffes 30 ein Wärmeschrumpfschlauch 40 im Bereich des abzudichtenden Abschnittes 11 aufgebracht wurde. Der Wärmeschrumpfschlauch 40 kann dabei auch wie in 4 gezeigt die beiden abzudichtenden Abschnitte 11 der beiden Leitungsstränge 20 und den dazwischenliegenden Verbindungsknoten 25 umschließen.

Beim Aufschrumpfen des Wärmeschrumpfschlauchs 40 wird sowohl der eingebrachte Schmelzklebestoff 30 als auch der Kleber des Wärmeschrumpfschlauchs 40 so aufgeschmolzen, dass der Schmelzklebestoff 30 eine Verbindung zu dem jeweiligen Außenmantel 21m aller Einzelleitungen als auch zum Innenmantel 40i des Schrumpfschlauches 40 herstellt und der Zwischenraum 22 zwischen den Einzelleitungen 21 als auch der Zwischenraum zum Schrumpfschlauch 40 vollständig mit dem Schmelzklebestoff 30 und der schmelzenden Klebmasse des Wärmeschrumpfschlauchs 40 verfüllt ist.

In der 3 wird ein weiterer Verfahrensschritt bei der Ausbilden eines längswasserdichten Abschnittes in einem vorbestimmten Bereich 11 der drei Einzelleitungen 21 mittels Kompression dargestellt. Die drei Einzelleitungen 21 mit dem Schmelzklebestoff werden druckbeaufschlagt über spezifisch geformte Kompressionsbacken 161 komprimiert. Hierzu dient eine Einrichtung 160 zum Komprimieren des Leitungsbündels 20, welche über zwei zueinander bewegbare Kompressionsbacken 161 mit einer austauschbaren Backengeometrie 162 verfügt. Dieser Schritt wird bevorzugt nach dem zuvorgenannten Verfahrensschritt a) durchgeführt.

In der 4 ist eine schematische Ansicht einer gedichteten Anordnung bestehend aus einem Schrumpfschlauch 40 und zwei Leitungsanordnungen 20 gezeigt, deren endseitig abisolierte Einzelleitungen mittels eines Verbindungsverfahrens, vorzugsweise mittels Ultraschallschweißen oder Crimpen miteinander zu einem Verbindungsknoten 25 verbunden sind und der Wärmeschrumpfschlauch 40 sowohl die beiden Abschnitte 11 als auch den Verbindungsknoten 25 umgibt.

Mittels der in 1 gezeigten Steuerung 150 ist auch ein Parametrisieren der in 4 gezeigten Anlage 110 und der Applikationsvorrichtung 130 möglich.

Die Erfindung beschränkt sich in ihrer Ausführung allerdings nicht auf die vorstehend angegebenen bevorzugten Ausführungsbeispiele. Vielmehr ist eine Anzahl von weiteren Varianten denkbar, welche von der dargestellten Lösung auch bei grundsätzlich anders gearteten Ausführungen Gebrauch macht. Es können z. B. alternativ auch anders angeordnete Backen verwendet werden, die aneinander entlang gleiten und zur Kompression auseinander bewegt werden, wobei das zu komprimierende Leitungsbündel 20 in U- oder kreisförmige Ausnehmungen einer Backengeometrie 162 der jeweiligen korrespondierenden Backen eingelegt wird.