Title:
Seil mit Elektrolumineszenz-Kabel
Kind Code:
A1


Abstract:

Ein Seil mit mindestens einem wenigstens über einen Teilabschnitt des Seils (2) in oder an dem Seil (2) entlang geführten Elektrolumineszenz-Kabel (1).




Inventors:
gleich Anmelder
Application Number:
DE102016121545A
Publication Date:
04/12/2018
Filing Date:
11/10/2016
Assignee:
Renz, Fritz, 72461 (DE)
International Classes:



Attorney, Agent or Firm:
Kohler Schmid Möbus Patentanwälte Partnerschaftsgesellschaft mbB, 72764, Reutlingen, DE
Claims:
1. Seil mit mindestens einem wenigstens über einen Teilabschnitt des Seils (2, 17) in oder an dem Seil (2, 17) entlang geführten Elektrolumineszenz-Kabel (1, 16).

2. Seil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es mindestens einen sich wenigstens über einen Teilabschnitt des Seils (2, 17) längs des Seils (2, 17) erstreckenden Hohlraum (10) aufweist, in dem mindestens ein Elektrolumineszenz-Kabel (1, 16) angeordnet ist.

3. Seil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Elektrolumineszenz-Kabel (16) mindestens bereichsweise einen schrauben- oder wellenförmigen Verlauf aufweist, der eine Längendehnung des Kabels (16) bei einer Zugbelastung des Seils (17) erlaubt und die Leuchtkraft des Seils (17) verstärkt.

4. Seil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Enden des Elektrolumineszenz-Kabels (2, 16) aus den Stirnflächen und/oder an beliebigen Umfangsstellen (6) aus dem Seil (1, 17) herausgeführt sind.

5. Seil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Elektrolumineszenz-Kabel (1, 16) mittels einer von Solarzellen (5) gespeisten Batterie (4, 8) mit Strom versorgbar ist.

6. Seil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Tageslichtsensor mit dem Elektrolumineszenz-Kabel (1, 16) verbunden ist, der abhängig von der Lichtstärke in der Umgebung des Seils (2, 17) die Stromversorgung des Elektrolumineszenz-Kabels (1, 16) ein- und ausschaltet.

7. Seil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es ein Flechtseil, insbesondere ein Hohlgeflechtseil (2, 17) ist.

8. Seil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es aus einem lichtdurchlässigen und/oder lichtleitenden Material gefertigt ist.

9. Seil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es mindestens eine Befestigungsschlaufe (7) aufweist und das Elektrolumineszenz-Kabel (1, 16) durch die Schlaufe geführt ist.

Description:

Seile sind insbesondere in der Schifffahrt unerlässliche Hilfsmittel zur Befestigung und Führung aller Arten von Gegenständen. Bei Nacht sind Seile jedoch nur schwer sichtbar und stellen somit Gefahrenquellen für den Menschen dar. Außerdem ist ihre Handhabung bei Nacht durch die schlechte Sichtbarkeit ohne externe Lichtquellen deutlich erschwert.

Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein auch bei Dunkelheit besser sichtbares Seil zur Verfügung zu stellen.

Die Aufgabe wird gelöst durch ein Seil mit mindestens einem wenigstens über einen Teilabschnitt des Seils in oder an dem Seil entlang geführten Elektrolumineszenz-Kabel.

Durch das Elektrolumineszenz-Kabel ist das Seil auch bei Nacht jederzeit gut sichtbar. Das Kabel verbraucht nur wenig Strom und verliert im Gegensatz zu Seilen aus fluoreszierenden Materialien seine Leuchtstärke nicht, sodass seine Beleuchtung über die gesamte Nacht sichergestellt werden kann.

Neben einer erhöhten Sicherheit bieten die erfindungsgemäßen Seile auch dekorative Eigenschaften. So können erfindungsgemäße Seile beispielsweise auf Yachten lediglich zu dekorativen Zwecken oder auch zu Beleuchtungszwecken eingesetzt werden.

Besondere Vorteile ergeben sich, wenn das Seil mindestens einen sich wenigstens über einen Teilabschnitt des Seils längs des Seils erstreckenden Hohlraum aufweist, in dem mindestens ein Elektrolumineszenz-Kabel angeordnet ist.

Wird das Elektrolumineszenz-Kabel in einem Hohlraum innerhalb des Seils angeordnet, ist es gegen mechanische Beschädigungen optimal geschützt. Außerdem ist die Handhabung und Haptik eines solchen Seils identisch mit einem herkömmlichen Seil. Dabei können sich auch mehrere kurze Hohlräume im Seil befinden, die jeweils mit einem Elektrolumineszenz-Kabel ausgestattet sind. Weiter ist es möglich, in dem mindestens einen Hohlraum mehrere, auch verschiedenfarbige Elektrolumineszenz-Kabel anzuordnen.

Weitere Vorteile ergeben sich, wenn das Elektrolumineszenz-Kabel mindestens bereichsweise einen schrauben- oder wellenförmigen Verlauf aufweist, der eine Längendehnung des Kabels bei einer Zugbelastung des Seils erlaubt. Es ist zwar auch möglich, das nicht längendehnbare Kabel lose in das Seil einzulegen, d. h. insbesondere die Kabelenden nicht am Seil zu fixieren, um die Längendehnung des Seils nicht zu behindern und ein Reißen des Kabels zu verhindern, doch ist es für die Gestaltung und Handhabung des Seils deutlich wirkungsvoller, durch den wellen- oder schraubenförmigen Verlauf des Kabels für eine Längenreserve des Kabels zu sorgen, sodass sich dieses gemeinsam mit dem Seil bei Zugbelastung dehnen kann. Außerdem führt ein wellen- oder schraubenförmiger Verlauf des Elektrolumineszenz-Kabels zu einer deutlichen Verstärkung der Leuchtkraft des Seils im Vergleich zu einem Seil mit einem eingelegten glatten Seil.

Je nach Beschaffenheit des Seils können die Enden des Elektrolumineszenz-Kabels aus den Stirnflächen und/oder an beliebigen Umfangsstellen aus dem Seil herausgeführt werden. Bei relativ lose geflochtenen Seilen lassen sich die Kabelenden an jeder Umfangsstelle nach außen führen. Dies erlaubt die Beleuchtung auch nur kurzer Abschnitte des Seils. Außerdem kann das Herausführen der Kabelenden der Anordnung der Stromversorgung des Kabels angepasst werden.

Dabei kann das Elektrolumineszenz-Kabel vorzugsweise mittels einer von Solarzellen gespeisten Batterie mit Strom versorgt werden. Tagsüber wird die Batterie durch das Tageslicht aufgeladen, sodass während der Nacht genügend Energie zur Beleuchtung des Seils zur Verfügung steht. Ein manuelles Aufladen oder Austauschen der Batterien kann dadurch entfallen. Es ist jedoch selbstverständlich auch möglich, das Elektrolumineszenz-Kabel über einen Transformator an das öffentliche Stromnetz oder bei Verwendung des Seils auf Schiffen oder Booten an das Bordnetz anzuschließen.

Weiter ist es vorteilhaft, wenn ein Tageslichtsensor mit dem Elektrolumineszenz-Kabel verbunden ist, der abhängig von der Lichtstärke in der Umgebung des Seils die Stromversorgung des Elektrolumineszenz-Kabels ein- und ausschaltet. Insbesondere zusammen mit einer durch Solarzellen aufladbaren Batterie ist dadurch ein vollautomatisches Beleuchten des Seils möglich. Selbstverständlich kann das Elektrolumineszenz-Kabel aber auch manuell ein- und ausschaltbar sein.

Das Seil kann vorzugsweise ein Flechtseil, insbesondere ein Hohlgeflechtseil sein. Bei Flechtseilen lässt sich das Elektrolumineszenz-Kabel bereits bei der Herstellung mit einbinden. Bei Hohlgeflechtseilen liegt das Elektrolumineszenz-Kabel in einem zentralen Hohlraum des Seils und ist von Litzen des Seils nach allen Seiten abgeschirmt. Auch bei Hohlgeflechtseilen ist es vorteilhaft, das Kabel, auch ein wellen- oder schraubenförmig verlaufendes Kabel gleich bei der Herstellung des Seils einzulegen.

Damit das Elektrolumineszenz-Kabel seine Wirkung im Seil optimal entfalten kann, ist es weiter von Vorteil, wenn das Seil aus einem lichtdurchlässigen und/oder lichtleitenden Material gefertigt ist.

Insbesondere bei Seilen für die Schifffahrt kann das Seil mindestens eine Befestigungsschlaufe aufweisen und das Elektrolumineszenz-Kabel auch durch die Schlaufe geführt sein. Es ist aber auch möglich, das Kabel vor der Schlaufe enden zu lassen und das Kabelende dabei nicht am Seil zu befestigen, sodass dieses bei einer Zugbelastung des Seils sich frei im Seil bewegen kann und die Zugbelastung allein vom Seil und nicht vom Kabel aufgenommen wird.

Im Folgenden werden zwei bevorzugte Ausführungsbeispiele eines erfindungsgemäßen Seils mit Bezug auf die Zeichnung näher beschrieben,

Es zeigen:

1a eine Teilansicht eines Endbereichs eines ersten Seils;

1b einen Querschnitt durch das Seil aus 1a;

2 eine Draufsicht auf das Seil aus 1a;

3 eine der 1a entsprechende Darstellung des Endbereichs eines zweiten Seils mit schraubenförmigem Elektrolumineszenz-Kabel.

In 1a ist der Endbereich eines Hohlgeflechtseils 2 dargestellt, in dessen Innerem ein Elektrolumineszenz-Kabel 1 angeordnet ist. Das Elektrolumineszenz-Kabel 1 ist mit einem Stromkabel 3 verbunden, das im dargestellten Beispiel mit einer Batterie 4 verbunden ist, die über Solarzellen 5 aufgeladen werden kann. Im Stromkabel 3 ist außerdem ein Schalter 9 zum Ein- und Ausschalten des Elektrolumineszenz-Kabels 1 vorgesehen.

Wie der Querschnitt durch das Seil 2 in 1b verdeutlicht, weist das Seil 2 einen zentralen Hohlraum 10 auf, in dem das Elektrolumineszenz-Kabel 1 geführt ist. Das Seil 2 kann vorzugsweise aus einer lichtleitenden Kunstfaser gefertigt sein.

Das Seil 2 kann dabei an einem Ende mit einer Befestigungsschlaufe 7 versehen sein, wie 2 zeigt. Es eignet sich damit beispielsweise als Festmacherleine für ein Boot. Das Elektrolumineszenz-Kabel 1 endet vor der Schlaufe 7, wobei das Ende 18 des Kabels 1 frei beweglich im Hohlraum 10 des Seils 2 ist. Dadurch wird eine Zugbelastung des Seils 2 zwischen der Schlaufe 7 und dem gegenüberliegenden Ende 7a des Seils 2 allein von diesem und nicht von dem nicht längendehnbaren Kabel 1 aufgenommen. In 2 ist außerdem gezeigt, dass das Anschlussende des Kabels 1 an einer Umfangsstelle 6 des Seils 2 und nicht durch die Stirnseite, wie in 1a gezeigt, aus dem Seil 2 nach außen geführt ist. Bei Hohlgeflechtseilen kann das Kabel 2 an jeder beliebigen Umfangsposition aus dem Seil herausgeführt werden, sodass auch nur kurze Seilabschnitte durch das Elektrolumineszenz-Kabel 1 beleuchtet werden können.

3 zeigt ein zweites Seil 17 in seinem Endbereich, das ebenfalls als Hohlgeflechtseil ausgebildet ist. Im Inneren des Seils 17 ist hier jedoch ein schraubenförmig verlaufendes Elektrolumineszenzkabel 16 eingelegt. Dieses lässt problemlos zusammen mit dem Seil 17 bei Zugbelastung längs dehnen, sodass die Enden des Elektrolumineszenz-Kabels 16 auch im Seil 17 fixiert werden können. Der schraubenförmige Verlauf des Kabels 16 sorgt außerdem für eine deutlich höhere Leuchtkraft des Seils 17 gegenüber dem Seil 2 aus 1a mit gerade verlaufendem Kabel 1.

Das Elektrolumineszenz-Kabel 16 ist über einen Stecker 15 mit einem Stromkabel 14 verbunden, in dem ein Konverter 11 angeordnet ist, sodass es über einen USB-Anschluss 12 mit einer mittels Solarzellen aufladbaren Batterieeinheit 8 verbunden werden kann. Die Batterieeinheit 8 kann dabei beispielsweise mit handelsüblichen und austauschbaren AA-Zellen bestückt sein.