Title:
Vorrichtung und Verfahren zur multifunktionalen Folienprägung
Kind Code:
A1


Abstract:

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung sowie ein Verfahren zur multifunktionalen Folienprägung. Insbesondere betrifft die vorliegende Erfindung eine Vorrichtung sowie ein Verfahren zur multifunktionalen Prägung von Versiegelungsfolien für Verpackungen. embedded image




Inventors:
SCHRÖPFER LARS (AT)
BURESCH ANTON (AT)
Application Number:
DE102016121496A
Publication Date:
05/17/2018
Filing Date:
11/10/2016
Assignee:
GERHARD RAUCH GES M B H (Trasdorf, AT)
Domestic Patent References:
DE102010036011A1N/A2012-03-01
DE102006006708B4N/A2008-02-14
DE60317099T2N/A2008-02-07
DE202006002563U1N/A2006-04-20
DE3519502A1N/A1986-12-04



Foreign References:
200700727582007-03-29
EP09600242006-06-28
EP17904702007-05-30
JP200450691A
JP2004050691A2004-02-19
Attorney, Agent or Firm:
Michalski Hüttermann & Partner Patentanwälte mbB (Düsseldorf, 40221, DE)
Claims:
Vorrichtung (100) zur multifunktionalen Prägung von Folien (900), aufweisend ein Grundprägeelement (110), eine Aufnahmebereich (111), sowie ein innerhalb des Aufnahmebereichs (111) lösbar angeordnetes Wechselprägeelement (120), dadurch gekennzeichnet, dass das lösbar angeordneten Wechselprägeelemente (120) ein eine haptisch wahrnehmbare Information vermittelndes Prägebild (130) aufweist.

Vorrichtung gemäß Anspruch 1, wobei die Vorrichtung (100) Fixiermittel zur lösbaren Festlegung des Wechselprägeelementes (120) aufweist.

Vorrichtung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Aufnahmebereich (111) zur Aufnahme eine Mehrzahl von Wechselprägeelementen (120, 121, 122, 123) ausgelegt ist.

Vorrichtung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Wechselprägeelement (120) als haptisch wahrnehmbares Prägebild (130) eine Braille-Markierung und/oder eine Piktogramm erzeugt.

Vorrichtung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Grundprägeelement (110) und das Wechselprägeelement (120) als Matrize ausgebildet sind und die Vorrichtung eine hinsichtlich des Prägebildes des Grundprägeelementes (110) invertierte Grundpatrize (210) aufweist, welche einen Aufnahmebereich (211) sowie ein innerhalb eines Aufnahmebereichs (211) lösbar angeordnetes Wechselpatrizenelement (220) aufweist, wobei das Wechselpatrzienelement (220) hinsichtlich des Prägebildes des Wechselprägeelementes (120) invertiert ist, wobei das Grundprägeelement (110) und die Grundpatrize (210) zueinander ausrichtbar angeordnet sind.

Vorrichtung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei diese eine Prägeplatte (101) aufweist, welche eine Mehrzahl von Grundprägeelementen (110) umfasst und/oder eine Patrizenplatte (201) aufweist, welche eine Mehrzahl von Grundpatrizen (210) umfasst.

Vorrichtung gemäß Anspruch 6, wobei die Wechselprägeelemente (120) und Wechselpatrizenelemente (220) derart ausgebildet und/oder derart in dem Grundprägeelement/Grundpatrizenelement angeordnet sind, dass das mit einem ersten Grundprägeelement/Grundpatrizenelement (110, 210) erhaltene Prägebild zu dem mit einem weiteren Grundprägeelement/ Grundpatrizenelement erhaltenem Prägebild nicht identisch ist.

Vorrichtung gemäß einer der vorgehenden Ansprüche, wobei diese in einem System (150) angeordnet ist, welches eine Materialzuführung (151), eine Prägeeinrichtung (152), sowie eine Stanzeinrichtung (153) umfasst, wobei diese derart zueinander angeordnet sind, dass von der Materialzuführung (151) zugeführtes Folienmaterial zunächst mittels der Prägeeinrichtung (152) geprägt und anschließend mittels der Stanzeinrichtung (153) gestanzt wird.

Verfahren zur Herstellung einer mit einer multifunktionalen Prägung ausgerüsteten Versiegelungsfolie, aufweisend die Verfahrensschritte:
a) Bereitstellen eines bedruckten oder unbedruckten Folienmaterials;
b) Zuführen des Folienmaterials zu einer Prägeeinrichtung (151) und einbringen einer multifunktionalen Prägung in das Folienmaterial;
c) Zuführen des geprägten Folienmaterials zu einer Stanzeinrichtung (152) und ausstanzen der Versiegelungsfolie;
d) Abstapeln der ausgestanzten Versiegelungsfolie, dadurch gekennzeichnet, dass die Prägevorrichtung (151) eine Prägeplatte (101) aufweist, welche eine Mehrzahl von Grundprägeelementen (110) umfasst, wobei das Grundprägeelement (110) eine Aufnahmebereich (111) sowie ein innerhalb des Aufnahmebereichs (111) lösbar angeordnetes Wechselprägeelement (120) aufweist das ein eine haptisch wahrnehmbare Information vermittelndes Prägebild (130) aufweist, wobei die Prägeplatte (101) eine Mehrzahl von Grundprägeelementen (110) umfasst, und die Wechselprägeelemente (120) derart ausgebildet und/oder derart in dem Grundprägeelement angeordnet sind, dass das mit einem ersten Grundprägeelement (110) erhaltene Prägebild zu dem mit einem weiteren Grundprägeelement erhaltenem Prägebild nicht identisch ist und die Abstapelung in Schritt d) mit der Maßgabe erfolgt, dass jeweils Versiegelungsfolien mit unterschiedlichem Prägebild aufeinander zu liegen kommen.

Verfahren gemäß Anspruch 9, wobei mittels der Wechselprägeelemente (120) als haptisch wahrnehmbares Prägebild (130) eine Braille-Markierung und/oder eine Piktogramm erzeugt wird.

Description:

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung sowie ein Verfahren zur multifunktionalen Folienprägung. Insbesondere betrifft die vorliegende Erfindung eine Vorrichtung sowie ein Verfahren zur multifunktionalen Prägung von Versiegelungsfolien für Verpackungen.

Versiegelungsfolien werden in der Verpackungsindustrie für eine Vielzahl unterschiedlicher Produkte verwendet, beispielsweise als Verschluss für entsprechende Verpackungsbehälter wie Becher oder Boxen. Dabei werden die Versiegelungsfolien oftmals durch Ausstanzen entsprechender Formen aus einem bandförmigen Material erhalten. Bei dem dabei verwendeten Material kann es sich beispielsweise um Aluminiumfolie, Kunststofffolie, oder Verbundmaterialien aus Kunststoff und Aluminium handeln. Oftmals ist das Material dabei zumindest einseitig oder beidseitig bedruckt. Zum Verschluss von Verpackungsbehältern werden die Versiegelungsfolien auf die Behälter aufgeklebt oder aufgeschweißt. Hierzu können die Folien auf der dem Verpackungsbehälter zugewandten Seite beispielsweise eine Heißsiegellackschicht aufweisen.

Nach dem Ausstanzen einer der zu verschließenden Öffnung des Verpackungsbehälter entsprechenden Form aus dem Bandmaterial werden die erhaltenen Formstücke in der Regel gestapelt. Zum Verschießen der Verpackungsbehälter werden die z.B. als Deckel vorgesehenen Formstücke dem Stapel mit geeigneten Greifsystemen, wie beispielsweise Vakuumgreifern, entnommen und auf der zu verschließenden Öffnung des Verpackungsbehälters angeordnet. In Abhängigkeit des benutzten Klebesystems, wie z.B. Heißsiegellack, werden die als Deckel vorgesehenen Formstücke dann unter Einwirkung von Druck und/oder Wärme mit dem Verpackungsbehälter verbunden.

Zur Vermeidung, dass beim Abheben der Formstücke vom Stapel mehrere Formstücke aneinanderhaften ist es aus dem Stand der Technik bekannt, die Formstücke im Randbereich mit einer Prägung zu versehen, durch welche ein Aneinanderhaften der einzelnen Formstücke vermieden wird. Weitere Zwecke erfüllt eine solche Prägung nicht.

Vorrichtungen und Verfahren zur Prägung von Versiegelungsfolien sind aus dem Stand der Technik bekannt. So offenbart beispielsweise die EP 0 960 024 B2 ein Verfahren zur Herstellung von teilweise geprägten Deckelelementen für den Verschluss von Behältern, insbesondere Nahrungsmittelbehältern sowie eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens.

Ebenso offenbart die EP 1 790 470 B1ein Verfahren zur Herstellung von partiell mit Prägungen versehenen und zusätzlich bedruckten aufsiegelbaren Verpackungsdeckeln oder Etiketten.

Ein Nachteil der aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren und Vorrichtungen ist es, dass eine zur Trennung der Formstücke (Deckel) eingesetzte Prägung sich bei Verkleben und/oder Verschweißen gegebenenfalls nachteilig auf die Haftung zwischen Verpackungsbehälter und Formstück auswirkt.

Ein weiterer Nachteil der aus dem Stand der Technik bekannten Systeme ist es, dass es zum Wechsel des Prägemusters notwendig ist, dass gesamte Prägewerkzeug, bei dem es sich üblicher Weise um eine Prägematrize ggf. in Kombination mit einer Prägepatrize handelt, ausgetauscht werden muss, was einerseits mit einem erhöhten Zeitaufwand, andererseits mit einem erhöhten Kostenaufwand einhergeht.

Vor diesem Hintergrund ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine Vorrichtung sowie ein Verfahren anzugeben, mit welchen in einfacher Weise eine multifunktionale Folienprägung ermöglicht wird.

Gelöst wird diese Aufgabe durch eine Vorrichtung gemäß Anspruch 1 sowie ein Verfahren gemäß unabhängigen Anspruch 8.

Mit der Erfindung wird Vorrichtung zur multifunktionalen Prägung von Folien vorgeschlagen, welche ein Grundprägeelement, eine Aufnahmebereich, sowie ein innerhalb des Aufnahmebereichs lösbar angeordnetes Wechselprägeelement aufweist, wobei das lösbar angeordneten Wechselprägeelemente ein eine haptisch wahrnehmbare Information vermittelndes Prägebild aufweist.

Durch das vorsehen eines Prägebildes mit einer haptisch wahrnehmbaren Information wird die so erzeugte Prägung in vorteilhafter Weise multifunktionalisiert, so dass die erzeugte Prägung zum einer zur Informationswahrnehmung zum anderen zur Vereinzelung bei der Abstapelung von gestanzten Versiegelungsfolien dient. Hierdurch kann beispielsweise auf das vorsehen eines Prägemusters im Bereich des Versiegelungsrandes des Versiegelungsfolie verzichtet werden, um so eine optimierte Versiegelung beim aufbringen des Versiegelungsfolie auf die Verpackung sicherzustellen.

Insbesondere kann durch die so vorgesehene multifunktionalisierte Prägung eine Versiegelungsfolie für Verpackungen bereitgestellt werden, welche es sehbeeinträchtigten Personen ermöglicht, in vereinfachter Weise Informationen über den Inhalt des in der Verpackung befindlichen Produktes zu erhalten. Solche Informationen wurden bisher nur auf Umverpackungskartonagen, wie beispielsweise Arzneimittelumverpackungen bereitgestellt.

Der Verlust der Umverpackung führt dabei jedoch auch zum Verlust der haptisch wahrnehmbaren Informationen.

Gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung weist die Vorrichtung Fixiermittel zur lösbaren Festlegung des Wechselprägeelementes aufweist. Hierdurch ist ein einfacher Wechsel des Wechselprägeelementes und somit ein einfacher Austausch der mit dem Wechselprägeelement bereitgestellten haptisch Wahrnehmbaren Information möglich. Als Fixiermittel sind dabei insbesondere solche Elemente geeignet, welche eine kraftschlüssige und/oder formschlüssige Festlegung des Wechselprägeelementes am Grundprägeelement ermöglichen, wie beispielsweise Schraubklemmelemente oder Verschraubungen.

Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung weist die Vorrichtung einen Aufnahmebereich auf, welcher zur Aufnahme eine Mehrzahl von Wechselprägeelementen ausgelegt ist. Hierdurch können beispielsweise mehrere Braille-Zeichen oder Piktogramme in Wahrnehmungsrichtung hintereinander angeordnet werden, wodurch der vermittelte Informationsgehalt erhöht werden kann.

Ergänzend sowie alternativ kann es vorgesehen sein, dass das Grundprägeelement mehrere Aufnahmebereiche für Wechselprägeelemente aufweist.

Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung sind das Grundprägeelement und das Wechselprägeelement als Matrize ausgebildet und die Vorrichtung weist eine hinsichtlich des Prägebildes des Grundprägeelementes invertierte Grundpatrize auf, welche einen Aufnahmebereich sowie ein innerhalb eines Aufnahmebereichs lösbar angeordnetes Wechselpatrizenelement aufweist. Das Wechselpatrzienelement weist dabei ein hinsichtlich des Prägebildes des Wechselprägeelementes invertiertes Prägebild auf. Bevorzugt sind dabei Grundprägeelement und die Grundpatrize zueinander ausrichtbar angeordnet.

Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung weist diese eine Prägeplatte auf, welche eine Mehrzahl von Grundprägeelementen umfasst. Sofern eine Patrize vorgesehen ist weist die Vorrichtung dem entsprechend eine Patrizenplatte auf, welche eine Mehrzahl von Grundpatrizen (210) umfasst. Hierdurch ist es möglich, in einem Prägezug eine Mehrzahl Deckelfolie zu prägen.

Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung kann es vorgesehen sein, dass die Wechselprägeelemente und/oder Wechselpatrizenelemente derart ausgebildet und/oder derart in dem Grundprägeelement/Grundpatrizenelement angeordnet sind, dass das mit einem ersten Grundprägeelement/Grundpatrizenelement erhaltene Prägebild zu dem mit einem weiteren Grundprägeelement/Grundpatrizenelement erhaltenem Prägebild nicht identisch ist. Hierdurch wird in vorteilhafter Weise eine weitere Funktionalität der Prägung bzw. des Prägebildes erreicht, wobei im Fall der Abstapelung aufeinanderzuliegen kommende Folien mit unterschiedlichem Prägebild durch die Unterschiede im Prägebild einen hinreichenden Abstand zu einander haben, um beim Aufnehmen eine Vereinzelung der Folien zu erreichen. Nicht identische Prägebilder im Sinne dieser Erfindung sind dabei beispielsweise Prägebilder die sich in ihrer jeweiligen Relativausrichtung zum Druckbild oder im Prägemuster voneinander unterscheiden. Hinsichtlich der Relativausrichtung kann dabei im Sinne der Erfindung bereits ein Unterschied von ≥0,1 mm, vorzugsweise ≥0,2 mm, insbesondere ≥0,3 mm ausreichend sein.

Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung kann es vorgesehen sein, dass Vorrichtung in einem System angeordnet ist, welches eine Materialzuführung, eine Prägeeinrichtung, sowie eine Stanzeinrichtung umfasst, wobei diese derart zueinander angeordnet sind, dass von der Materialzuführung zugeführtes Folienmaterial zunächst mittels der Prägeeinrichtung geprägt und anschließend mittels der Stanzeinrichtung gestanzt wird. Hierdurch ist in einem integrierten System die Bereitstellung von geprägten Folienelementen, wie z.B. Foliendeckel für Verpackungszwecke möglich.

Die Erfindung betrifft darüber hinaus ein Verfahren zur Herstellung einer mit einer multifunktionalen Prägung ausgerüsteten Versiegelungsfolie, aufweisend die Verfahrensschritte:

  1. a) Bereitstellen eines bedruckten oder unbedruckten Folienmaterials;
  2. b) Zuführen des Folienmaterials zu einer Prägeeinrichtung und einbringen einer multifunktionalen Prägung in das Folienmaterial;
  3. c) Zuführen des geprägten Folienmaterials zu einer Stanzeinrichtung und ausstanzen der Versiegelungsfolie;
  4. d) Abstapeln der ausgestanzten Versiegelungsfolie,
dadurch gekennzeichnet, dass die Prägevorrichtung eine Prägeplatte aufweist, welche eine Mehrzahl von Grundprägeelementen umfasst, wobei das Grundprägeelement eine Aufnahmebereich sowie ein innerhalb des Aufnahmebereichs lösbar angeordnetes Wechselprägeelement aufweist das ein eine haptisch wahrnehmbare Information vermittelndes Prägebild aufweist, wobei die Prägeplatte eine Mehrzahl von Grundprägeelementen umfasst, und die Wechselprägeelemente derart ausgebildet und/oder derart in dem Grundprägeelement angeordnet sind, dass das mit einem ersten Grundprägeelement erhaltene Prägebild zu dem mit einem weiteren Grundprägeelement erhaltenem Prägebild nicht identisch ist und die Abstapelung in Schritt d) mit der Maßgabe erfolgt, dass jeweils Versiegelungsfolien mit unterschiedlichem Prägebild aufeinander zu liegen kommen.

Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren wir es in vorteilhafter Weise ermöglicht Versiegelungsfolien, wie z.B. Deckel für Verpackungen beispielsweise für Lebensmittel, mit einer multifunktionalen Prägung zu versehen, welche neben der Funktion der Sicherstellung einer hinreichenden Vereinzelbarkeit der Folien bei der Aufnahme von einem Stapel die weitere Funktion eine haptisch wahrnehmbaren Information auf dem Foliendeckel, wie beispielsweise ein Piktogramm oder eine Braille-Markierung bereitzustellen. Hierdurch können beispielsweise hinsichtlich ihrer optischen Wahrnehmung eingeschränkte Personen Informationen über das in der Verpackung befindliche Produkt erhalten. Ebenso ist es möglich, Bildelemente eines auf der Folie aufgebrachten Aufdrucks dreidimensional zu unterstützen.

Gemäß einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens umfasst das mittels der Wechselprägeelemente als haptisch wahrnehmbares Prägebild eine Braille-Markierung und/oder eine Piktogramm.

Ausführungsformen der Erfindung sind anhand der nachfolgenden Figuren weiter erläutert.

  • 1 zeigt einen mit einer Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung (100) geprägte Folie (900);
  • 2 zeigt eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung (100);
  • 3 zeigt eine Prägeplatte (101), welche eine Mehrzahl von Grundprägeelementen (110) aufweist; und
  • 4 zeigt ein System (150) mit einer Prägeeinrichtung (152), welche eine erfindungsgemäße Vorrichtung aufweist.

1 zeigt eine Folie (900), welche ein haptisch wahrnehmbares Prägebild (130) aufweist. Die dargestellte Folie (900) kann dabei beispielsweise als Versiegelungsfolie zur Verschließung einer Lebensmittelverpackung, wie beispielsweise ein Joghurtbecher oder dergleichen, dienen. Bei dem haptisch wahrnehmbaren Prägebild (130) kann es sich wie in der gezeigten Ausführungsform gezeigt beispielsweise um Braille-Markierungen handeln, mit deren Hilfe in ihrer optischen Wahrnehmungsfähigkeit eingeschränkten Personen Informationen über den Inhalt der Lebensmittelverpackung vermittelt werden. In der dargestellten Ausführung wird beispielsweise als haptische wahrnehmbare Informationen der Name des Herstellers und die Geschmacksrichtung (Erdbeere) angegeben.

2 zeigt eine Ausgestaltung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung (100) zur multifunktionalen Prägung von Folien. Die Vorrichtung weist dabei ein Grundprägeelement (110) mit einem Aufnahmebereich (111), sowie ein innerhalb des Aufnahmebereichs (111) lösbar angeordnete Wechselprägeelemente (120, 121, 122, 123) auf. Die lösbar angeordneten Wechselprägeelemente (120, 121, 122, 123) sind dazu geeignet, beim Prägen der Folie ein eine haptisch wahrnehmbare Information vermittelndes Prägebild zu erzeugen. In der gezeigten Ausführungsform erzeugen beispielsweise die Wechselprägeelement 120, 122 und 123 ein Prägebild der Braille-Markierung für den Buchstaben „e“ und das Wechselprägeelement 121 ein Prägebild der Braille-Markierung für den Buchstaben „r“.

3 zeigt eine Prägeplatte (101), welche eine Mehrzahl von Grundprägeelementen (110) aufweist. Jedes der Grundprägeelemente (110) weist dabei wiederum ein einem Aufnahmebereich eine Mehrzahl von Wechselprägeelementen auf. Dabei sind vorzugsweise die Wechselprägeelemente derart ausgebildet und/oder derart in dem Grundprägeelement angeordnet, dass das mit einem ersten Grundprägeelement (110) erhaltene Prägebild zu dem mit einem weiteren Grundprägeelement erhaltenem Prägebild nicht identisch ist. Hierdurch wird erreicht, dass bei der Abstapelung von geprägten Folien ein Verhaken der Folien ineinander vermieden werden kann und eine Vereinzelung der Folien bei einer Wiederaufnahme erreicht wird.

4 zeigt ein System (150), mit welchem aus einem bahnförmigen Folienmaterial, wie beispielsweise einer Aluminiumfolie oder einer Aluminium/Kunststoff-Kompositfolie geprägte Versiegelungsdeckel und ausgestanzt werden können. Das System (150) weist dazu eine Materialzuführung (151) auf, welche ein bahnförmigen Folienmaterial (900) zunächst einer Prägeeinrichtung (152) zuführt. Die Prägeeinrichtung (150) weist dabei eine Prägeplatte mit einer Mehrzahl von Grundprägeelementen auf, welche wiederum jeweils eine Mehrzahl von Wechselprägeelementen aufweisen. Die mittels der Prägeeinrichtung (150) geprägte Folienbahn wird einer Stanzeinrichtung (153) zugeführt, mittels welcher geprägte Folienelemente ausgestanzt werden. Die geprägten und ausgestanzten Folienelemente werden in einem Stapel (154) abgestapelt. Durch das Vorsehen von Grundprägeelementen bzw. Wechselprägeelementen die nicht identische Prägebilder erzeugen wird eine Vereinzelung der in dem Stapel (154) abgestapelten Folienelemente bei eine späteren Wiederaufnahme vereinfacht.

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

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Zitierte Patentliteratur

  • EP 0960024 B2 [0005]
  • EP 1790470 [0006]