Title:
Verfahren zum Ausrichten eines Kanalspiegels in einem Kanalrohr und Kanalspiegel
Kind Code:
A1


Abstract:

Verfahren zum Ausrichten eines Kanalspiegels in einem Kanalrohr, wobei der Kanalspiegel eine an einem Stab angeordnete Kamera aufweist, gekennzeichnet durch die Schritte: a. Einbringen des Kanalspiegels in ein Kanalrohr; b. Ermitteln des Mittelpunkts des Kanalrohrs anhand des für eine vorgegebene Brennweite von der Kamera aufgenommenen Bilds; und c. Drehen der Kamera um die Längsachse des Stabs und/oder Verschwenken der Kamera quer zur Längsachse des Stabs und/oder Verschieben der Kamera entlang der Längsachse des Stabs bis der ermittelte Mittelpunkt des Kanalrohrs im Mittelpunkt des von der Kamera aufgenommenen Bildes liegt.




Inventors:
Ermoneit, Klaus (24248, Mönkeberg, DE)
Richter, Andreas (24256, Fargau-Pratjau, DE)
Application Number:
DE102016121286A
Publication Date:
05/09/2018
Filing Date:
11/08/2016
Assignee:
IBAK Helmut Hunger GmbH & Co KG, 24148 (DE)
International Classes:



Foreign References:
200401606002004-08-19
WO2007056855A12007-05-24
Other References:
(1) Übersicht Kanalprüftechnik /Kanalinspektionstechnik; URL: https://web-beta.archive.org/web/20140922212236/http://www.messen-nord.de/produkte/kanaltechnik-kanalprueftechnik-kanalinspektionstechnik.html?L=0#c71Archiviert in http://www.archive.org am 22.09.2014 [abgerufen am 14.06.2017]
(2) Gullyver_7237_Prospekt_Ganymet_low.pdf (Erstellungsdatum; 18.03.2013); URL: http://www.gullyver.de/sites/default/files/upload/Gullyver/Ganymet/Gullyver_7237_Prospekt_Ganymet_low.pdf [Abgerufen am 09.06.2017]
(3) Infoseite: FastPicture (Stand Februar 2016); URL: http://www.jt-elektronik.de/de/produkte/tv-inspektion/elektronischer-kanalspiegel/infoseite-fastpicture-akt-feb-2016.pdf/download [Abgerufen am 9.6.2017]
(6) Youtube-Screenshots: Zoom-Inspektion einer Bachverrohrung mit unserem Elektronischen Full-HD-Kanalspiegel STV-4 (Veröffentlicht am 28.10.2016); URL: https://youtu.be/CmFW8sxFczI [Abgerufen am 4.7.2017]
Attorney, Agent or Firm:
BOEHMERT & BOEHMERT Anwaltspartnerschaft mbB - Patentanwälte Rechtsanwälte, 24105, Kiel, DE
Claims:
Verfahren zum Ausrichten eines Kanalspiegels in einem Kanalrohr, wobei der Kanalspiegel eine an einem Stab angeordnete Kamera aufweist,
gekennzeichnet durch die Schritte:
a. Einbringen des Kanalspiegels in ein Kanalrohr;
b. Ermitteln des Mittelpunkts des Kanalrohrs anhand des für eine vorgegebene Brennweite von der Kamera aufgenommenen Bilds; und
c. Drehen der Kamera um die Längsachse des Stabs und/oder Verschwenken der Kamera quer zur Längsachse des Stabs und/oder Verschieben der Kamera entlang der Längsachse des Stabs bis der ermittelte Mittelpunkt des Kanalrohrs im Mittelpunkt des von der Kamera aufgenommenen Bildes liegt.

Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch wenigstens einen Aktor zum Drehen der Kamera um die Längsachse des Stabs und/oder Schwenken der Kamera quer zur Längsachse des Stabs und/oder Verschieben der Kamera entlang der Längsachse des Stabs.

Verfahren nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch eine den Mittelpunkt des Kanalrohrs aus dem von der Kamera aufgenommenen Bild ermittelnde Auswerteeinheit und einer mit der Auswerteeinheit und mit dem wenigstens einen Aktor auf den Aktor wirkenden Steuereinheit.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kamera ein Objektiv mit variabler Brennweite aufweist.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kamera einen digitalen Zoom aufweist.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch den weiteren Schritt
d. Verändern der Brennweite der Kamera; und
e. Wiederholen der Schritt b und c.

Kanalspiegel mit einer an einem Stab angeordneten Kamera, gekennzeichnet durch
- wenigstens einen Aktor zum Drehen der Kamera um die Längsachse des Stabs und/oder Schwenken der Kamera quer zur Längsachse des Stabs und/oder Verschieben der Kamera entlang der Längsachse des Stabs,
- eine den Mittelpunkt des Kanalrohrs aus dem von der Kamera aufgenommenen Bild ermittelnde Auswerteeinheit und
- einer mit der Auswerteeinheit und mit dem wenigstens einen Aktor auf den Aktor wirkenden Steuereinheit zum Ausrichten der Kamera bis der ermittelte Mittelpunkt des Kanalrohrs im Mittelpunkt des von der Kamera aufgenommenen Bildes liegt.

Kanalspiegel nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Kamera einen optischen und/oder digitalen Zoom aufweist.

Kanalspiegel nach einem der Ansprüche 7 und 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Stab als Teleskopstab ausgebildet ist.

Description:

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Ausrichten eines Kanalspiegels in einem Kanalrohr und einen zur Durchführung des Verfahrens geeigneten Kanalspiegel. Die Erfindung betrifft insbesondere einen elektronischen Kanalspiegel, also eine an einem Stab angeordnete Kamera.

Kanalspiegel werden seit langem zur Zustandskontrolle von Kanalrohren verwendet, ohne dass ein Einstieg in das Kanalrohr nötig wäre. Moderne Kanalspiegel verwenden dabei anstelle eines Spiegels aus Glas oder Edelstahl eine bevorzugt hochauflösende Kamera mit optischem und/oder digitalem Zoom.

Hierzu wird die Kamera zunächst in Abhängigkeit vom Durchmesser des zu inspizierenden Kanalrohrs an einer vorgegebenen Position des auf dem Grund des zu inspizierenden (horizontalen) Rohrs abzusetzenden Stabs fixiert, sodass die optische Achse der Kamera im Wesentlichen im Rohrmittelpunkt angeordnet wird.

Zusätzlich kann eine Kippfunktion vorgesehen sein, die die Kamera um eine Achse quer zur Längsachse des Stabs verschwenkt, um beispielsweise auch im (vertikalen) Schacht angeordnete Steigeisen von unten inspizieren zu können.

Mit zunehmender Auflösung und zunehmender Lichtempfindlichkeit der bei elektronischen Kanalspiegeln verwendeten Digitalkameras kann insbesondere die Auswertung vom Schacht weit entfernter Orte aufgrund von Bedienfehlern, z.B. aufgrund eines schräg in den Schacht eingebrachten Stabs, oder aufgrund ungenauer Justierung der Kamera, beeinträchtigt sein.

Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Verfahren zur Positionierung eines elektronischen Kanalspiegels und einen entsprechenden Kanalspiegel zu schaffen, die auch die Auswertung von vom Schacht weit entfernten Orten im Kanalrohr ermöglichen.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch das Verfahren mit den Merkmalen von Anspruch 1 gelöst. Die Aufgabe wird auch durch den elektronischen Kanalspiegel mit den Merkmalen von Anspruch 7 gelöst Die Unteransprüche geben jeweils vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung wieder.

Grundgedanke der Erfindung ist es, den Kanalspiegel, insbesondere die Kamera des Kanalspiegels, so auszurichten, dass der Mittelpunkt des Rohrs mit der optischen Achse der Kamera übereinstimmt. Stellungsfehler des Kanalspiegels und ungenaue Positionierungen der Kamera am Stab können so korrigiert und ausgeglichen werden.

Erfindungsgemäß ist also ein Verfahren zum Ausrichten eines Kanalspiegels in einem Kanalrohr vorgesehen, wobei der Kanalspiegel eine an einem Stab angeordnete Kamera aufweist, mit den Schritten: a. Einbringen des Kanalspiegels in ein Kanalrohr; b. Ermitteln des Mittelpunkts des Kanalrohrs anhand des für eine vorgegebene Brennweite von der Kamera aufgenommenen Bilds; und c. Drehen der Kamera um die Längsachse des Stabs und/oder Verschwenken der Kamera quer zur Längsachse des Stabs und/oder Verschieben der Kamera entlang der Längsachse des Stabs bis der ermittelte Mittelpunkt des Kanalrohrs im Mittelpunkt des von der Kamera aufgenommenen Bildes liegt.

Das Ermitteln des Kanalrohrmittelpunkts erfolgt dabei bevorzugt softwarebasiert aufgrund der im aufgenommenen Bild erfassten Geometrien und/oder Helligkeitsverteilung, wobei der ermittelte Mittelpunkt im aufgenommenen Bild dargestellt wird und dem Benutzer so eine Hilfe zur Ausrichtung der Kamera bieten kann.

Zur Durchführung des Verfahrens ist bevorzugt wenigstens ein Aktor zum Drehen der Kamera um die Längsachse des Stabs und/oder Schwenken der Kamera quer zur Längsachse des Stabs und/oder Verschieben der Kamera entlang der Längsachse des Stabs vorgesehen. Durch diese Ausgestaltung muss der Kanalspiegel zur Justierung der Kamera nicht aus dem Rohr entnommen werden, sondern vielmehr kann die Justierung bei im Schacht bzw. Rohr angeordneter Kamera vorgenommen werden, die Fernbedienbarkeit des Aktors vorausgesetzt. Sind besonders bevorzugt mehrere Aktoren vorgesehen, so sind diese zur Ausübung von Bewegungen der Kamera entlang oder um die drei Raumachsen eingerichtet.

Besonders bevorzugt ist das Verfahren ausgestaltet, wenn eine den Mittelpunkt des Kanalrohrs aus dem von der Kamera aufgenommenen Bild ermittelnde Auswerteeinheit und einer mit der Auswerteeinheit und mit dem wenigstens einen Aktor auf den Aktor wirkende Steuereinheit vorgesehen ist.

Bei dieser besonders bevorzugten Ausgestaltung kann das Verfahren vollautomatisiert erfolgen, ohne dass der Benutzer sich um die Ausrichtung der Kamera überhaupt Gedanken machen oder Einstellungen vornehmen muss.

Die beim Verfahren nach der Erfindung verwendete Kamera weist bevorzugt ein Objektiv mit variabler Brennweite auf. Alternativ oder besonders bevorzugt zusätzlich verfügt die Kamera auch über einen digitalen Zoom.

Nach einer bevorzugten Ausgestaltung des Verfahrens sind die weiteren Schritte: d. Verändern der Brennweite der Kamera; und e. Wiederholen der Schritt b und c vorgesehen. Hierfür findet die Ermittlung des Rohrmittelpunkts und die Anpassung des aufgenommenen Bilds kontinuierlich statt, sodass der Benutzer das Rohr durch Verändern der Brennweite „abfahren“ kann, wobei die Kamera sich selbstjustierend auf den Rohrmittelpunkt ausrichtet.

Schließlich wird auch ein Kanalspiegel mit einer an einem Stab angeordneten Kamera beansprucht, der wenigstens einen Aktor zum Drehen der Kamera um die Längsachse des Stabs und/oder Schwenken der Kamera quer zur Längsachse des Stabs und/oder Verschieben der Kamera entlang der Längsachse des Stabs, eine den Mittelpunkt des Kanalrohrs aus dem von der Kamera aufgenommenen Bild ermittelnde Auswerteeinheit und eine mit der Auswerteeinheit und mit dem wenigstens einen Aktor auf den Aktor wirkende Steuereinheit zum Ausrichten der Kamera bis der ermittelte Mittelpunkt des Kanalrohrs im Mittelpunkt des von der Kamera aufgenommenen Bildes liegt aufweist.

Diese Kamera weist bevorzugt - wie oben bereits genannt - einen optischen und/oder einen digitalen Zoom auf.

Bevorzugt ist der Stab als Teleskopstab ausgebildet, wobei die Kamera am Stab besonders bevorzugt derart angeordnet ist, dass eine Längenänderung des Stabs zu einer Positionsänderung der Kamera im zu untersuchenden Rohr führt. Der längenveränderbare Abschnitt des Stabs befindet sich bei dieser besonders bevorzugten Ausgestaltung als am dem Benutzer gegenüberliegenden Ende des Stabs.