Title:
Verfahren zur Erkundung von Rohstofflagerstätten
Kind Code:
A1


Abstract:

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erkundung von Rohstofflagerstätten mit einem mehrstufigen Erkundungsprozess umfassend eine erste Stufe mit Erstellung eines geologisch-mineralogischen und/oder geophysikalischen Anfangsbefundes mit Probeentnahme und Ermittlung der Korrelation r0 zwischen dem Erzgehalt und den Begleitmineralien der entnommenen Proben sowie eines Volumens V1 eines Raumkörpers, und wobei für nachfolgende Stufen i (i = 1, 2, ...) der Erkundung zunächst ein Volumen V0i von Erkundungszonen gemäß folgender Formel ermittelt wird, wobei
Vi: das Raumvolumen des in der i-ten Stufe zu untersuchenden Raumkörpers,
P0i(t): die Aussagesicherheit für die Erkundungsergebnisse der i-ten Stufe,
ni(t): die Anzahl der Stichproben je Aufwandseinheit in der i-ten Stufe,
a: die technische Reichweite von eingesetzten technischen Erkundungsmethoden,
ri-1: die Korrelation zwischen dem Erzgehalt und den Begleitmineralien der in der (i – 1)-ten Stufe entnommenen Proben, und
ti: den für die i-te Stufe vorgesehenen Aufwand
bezeichnen, und aus dem Volumen V0i Abstände di für einen Einsatz der technischen Erkundungsmethoden ermittelt werden, und wobei durch den Einsatz der technischen Erkundungsmethoden Proben gezogen werden und für diese Proben eine Korrelation ri zwischen dem Erzgehalt und den Begleitmineralien bestimmt wird.




Inventors:
Lempke, Roman (12107, Berlin, DE)
Dreiucker, Wolfgang (15366, Hoppegarten, DE)
Magdeburg, Frank (15366, Hoppegarten, DE)
Application Number:
DE102016117090A
Publication Date:
03/15/2018
Filing Date:
09/12/2016
Assignee:
Dreiucker, Wolfgang, Dipl.-Ing., 15366 (DE)
Lempke, Roman, Dipl.-Ing., 12107 (DE)
Magdeburg, Frank, 15366 (DE)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE102010030453A1N/A2011-01-20



Other References:
Artikel „A Method for Determining Effective Sweep Width for Land Searches“ der Potomac Management Group, Inc., Alexandria, VA (US) 2002
Attorney, Agent or Firm:
Gulde & Partner Patent- und Rechtsanwaltskanzlei mbB, 10179, Berlin, DE
Claims:
1. Verfahren zur Erkundung von Rohstofflagerstätten mit einem mehrstufigen Erkundungsprozess umfassend
eine erste Stufe der Erkundung mit Erstellung eines geologisch-mineralogischen und/oder geophysikalischen Anfangsbefundes, wobei die erste Stufe eine Entnahme von Proben und eine Ermittlung der Korrelation r0 zwischen dem Erzgehalt und den Begleitmineralien der entnommenen Proben sowie eines Volumens V1 eines zu erkundenden Raumkörpers umfasst, und wobei
für nachfolgende Stufen i (i = 1, 2, ...) der Erkundung zunächst ein Volumen V0i von Erkundungszonen gemäß folgender Formel ermittelt wird, wobei
Vi: das Raumvolumen des in der i-ten Stufe der Erkundung zu untersuchenden Raumkörpers,
P0i(t): die Aussagesicherheit für die Erkundungsergebnisse der i-ten Stufe der Erkundung,
ni(t): die Anzahl der Stichproben je Aufwandseinheit in der i-ten Stufe der Erkundung,
a: die technische Reichweite von eingesetzten technischen Erkundungsmethoden,
ri-1: die Korrelation zwischen dem Erzgehalt und den Begleitmineralien der in der (i – 1)-ten Stufe der Erkundung entnommenen Proben, und
ti: den für die i-te Stufe der Erkundung vorgesehenen Aufwand
bezeichnen, und aus dem Volumen V0i der Erkundungszonen Abstände di für einen Einsatz der technischen Erkundungsmethoden ermittelt werden, und wobei durch den Einsatz der technischen Erkundungsmethoden Proben gezogen werden und für diese Proben eine Korrelation ri zwischen dem Erzgehalt und den Begleitmineralien bestimmt wird.

2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei für die zweite und darauffolgende Stufen der Erkundung eine Optimierung des Erkundungsprozesses nach dem Raumvolumen erfolgt derart, dass für die Stufe i (i = 2, 3, ...) das Raumvolumen Vi wie folgt ermittelt wird: mit vorgebbarer Wahrscheinlichkeit P~0i(t).

3. Verfahren zur Erkundung von Rohstofflagerstätten mit einem mehrstufigen Erkundungsprozess umfassend
eine erste Stufe der Erkundung mit Erstellung eines geologisch-mineralogischen und/oder geophysikalischen Anfangsbefundes, wobei die erste Stufe eine Entnahme von Proben und eine Ermittlung der Korrelation r0 zwischen dem Erzgehalt und den Begleitmineralien der entnommenen Proben sowie eines Volumens V1 eines zu erkundenden Raumkörpers umfasst, und wobei
für nachfolgende Stufen i (i = 1, 2, ...) der Erkundung zunächst ein Volumen V0i von Erkundungszonen gemäß folgender Formel ermittelt wird, wobei
Vi: das Raumvolumen des in der i-ten Stufe der Erkundung zu untersuchenden Raumkörpers,
P0i(t): die Aussagesicherheit für die Erkundungsergebnisse der i-ten Stufe der Erkundung,
ni(t): die Anzahl der Stichproben je Aufwandseinheit in der i-ten Stufe der Erkundung,
a: die technische Reichweite von eingesetzten technischen Erkundungsmethoden,
ri-1: die Korrelation zwischen dem Erzgehalt und den Begleitmineralien der in der (i – 1)-ten Stufe der Erkundung entnommenen Proben, und
ti: den für die i-te Stufe der Erkundung vorgesehenen Aufwand
bezeichnen, und aus dem Volumen V0i der Erkundungszonen Abstände di für einen Einsatz der technischen Erkundungsmethoden ermittelt werden, und wobei durch den Einsatz der technischen Erkundungsmethoden Proben gezogen werden und für diese Proben eine Korrelation ri zwischen dem Erzgehalt und den Begleitmineralien bestimmt wird.

4. Verfahren nach Anspruch 3, wobei für die zweite und darauffolgende Stufen der Erkundung eine Optimierung des Erkundungsprozesses nach dem Raumvolumen erfolgt derart, dass für die Stufe i (i = 2, 3, ...) das Raumvolumen Vi wie folgt ermittelt wird: mit vorgebbarer Wahrscheinlichkeit P~0i(t).

5. Verfahren zur Erkundung von Rohstofflagerstätten mit einem mehrstufigen Erkundungsprozess umfassend
eine erste Stufe der Erkundung mit Erstellung eines geologisch-mineralogischen und/oder geophysikalischen Anfangsbefundes, wobei die erste Stufe eine Entnahme von Proben und eine Ermittlung der Korrelation r0 zwischen dem Erzgehalt und den Begleitmineralien der entnommenen Proben sowie eines Volumens V1 eines zu erkundenden Raumkörpers umfasst, und wobei
für nachfolgende Stufen i (i = 1, 2, ...) der Erkundung zunächst ein Volumen V0i von Erkundungszonen gemäß folgender Formel ermittelt wird, wobei
Vi: das Raumvolumen des in der i-ten Stufe der Erkundung zu untersuchenden Raumkörpers,
P0i(t): die Aussagesicherheit für die Erkundungsergebnisse der i-ten Stufe der Erkundung,
ni(t): die Anzahl der Stichproben je Aufwandseinheit in der i-ten Stufe der Erkundung,
a: die technische Reichweite von eingesetzten technischen Erkundungsmethoden,
ri-1: die Korrelation zwischen dem Erzgehalt und den Begleitmineralien der in der (i – 1)-ten Stufe der Erkundung entnommenen Proben, und
ti: den für die i-te Stufe der Erkundung vorgesehenen Aufwand
bezeichnen, und aus dem Volumen V0i der Erkundungszonen Abstände di für einen Einsatz der technischen Erkundungsmethoden ermittelt werden, und wobei durch den Einsatz der technischen Erkundungsmethoden Proben gezogen werden und für diese Proben eine Korrelation ri zwischen dem Erzgehalt und den Begleitmineralien bestimmt wird.

6. Verfahren nach Anspruch 5, wobei für die zweite und darauffolgende Stufen der Erkundung eine Optimierung des Erkundungsprozesses nach dem Raumvolumen erfolgt derart, dass für die Stufe i (i = 2, 3, ...) das Raumvolumen Vi wie folgt ermittelt wird: mit vorgebbarer Wahrscheinlichkeit P~P0i(t).

7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei die Wahrscheinlichkeit P0(i+1)(t) größer als die Wahrscheinlichkeit P0i(t) ist (i = 1, 2, 3, ...).

8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei
– eine erste Erkundungsstufe als geologische Studie mit einer Wahrscheinlichkeit von P01(t) = 30%,
– eine zweite Erkundungsstufe als Vorerkundung mit einer Wahrscheinlichkeit von P02(t) = 50%,
– eine dritte Erkundungsstufe als Übersichtserkundung mit einer Wahrscheinlichkeit von P03(t) = 75%, und
– eine vierte Erkundungsstufe als Detailerkundung mit einer Wahrscheinlichkeit von P04(t) = 90%
durchgeführt werden.

9. Verfahren nach einem der Ansprüche 2, 4 oder 6, wobei die Wahrscheinlichkeiten P~02(t) = 90%, P~03(t) = 75% und/oder P~04(t) = 50%, vorgegeben werden.

10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei die technische Reichweite a für die geophysikalische Ausleuchtung als Produkt aus dem halben Elektrodenabstand, der Eindringtiefe ET und der Wobbelbreite w definiert ist und die Wobbelbreite w gemäß bestimmt wird, wobei AB einen Elektrodenabstand und
λ eine vorgebbare statistische Sicherheit
beschreiben.

Description:

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erkundung von Rohstofflagerstätten und ist insbesondere einsetzbar für eine objektive, reproduzierbare Berechnung einer Erkundungsdichte für die technischen Erkundungsmethoden in einer lagerstättenkundlich sicheren geologischen Erkundung von sedimentären, insbesondere von allochtonen, residualen und sekundären Rohstofflagerstätten.

Ein Verfahren zur geologischen Erkundung von Rohstofflagerstätten ist bereits aus der Veröffentlichung DE 10 2010 030 453 A1 bekannt. Gemäß dieser Lösung wird die Erkundungsdichte für den Einsatz der Erkundungsmethoden mit Hilfe der Erkundungsintensität der Erkundungsmethoden und einer vorgebbaren Wahrscheinlichkeit für die Aussagesicherheit für die Erkundungsergebnisse berechnet. Die Erkundungsintensität ist dabei als Verhältnis zwischen der technischen Reichweite der Erkundungsmethoden, dem Stichprobenumfang, dem Korrelationskoeffizienten für die Stärke des Zusammenhangs der signifikanten Merkmale der Lagerstätte und dem Raumvolumen des Gesteinskörpers unter der Erkundungsfläche definiert.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, diese Lösung weiterzuentwickeln.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale in den Ansprüchen 1, 3 und 5 gelöst. Zweckmäßige Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen enthalten.

Ein besonderer Vorteil der vorliegenden Erfindung besteht darin, dass durch die Berechnung eines Erkundungsrasters die Effizienz bei der Lagerstättenerkundung erhöht wird. Dies wird dadurch erreicht, dass in einem ersten Schritt eine Voruntersuchung zu der vermuteten Lagerstätte mit Erstellung eines geologisch-mineralogischen und/oder geophysikalischen Anfangsbefundes durchgeführt wird (Lagerstättenhypothese). Hierfür kommen herkömmliche Vorgehensweisen zur Anwendung, wie beispielsweise eine Oberflächenkartierung mit geophysikalischen Feldtests in kalibrierten geophysikalischen Modellen. Als Erkundungsmethoden kommen vorzugsweise Geophysik, Bohrungen, Schürfe und/oder Analytik zum Einsatz. Erfindungsgemäß umfasst die Vorerkundung Probenentnahmen von geologischem Untergrund, beispielsweise durch Bohrungen und/oder Schürfe, und die Ermittlung der Korrelation r0 zwischen dem Erzgehalt und den Begleitmineralien der gezogenen Proben. Die Korrelation r0 wird für die Berechnung der Abstände d1 für den Einsatz der Erkundungsmethoden in der nachfolgenden Stufe der Erkundung genutzt. Erkundungsmethoden umfassen beispielsweise zumindest Bohrungen und/oder Schürfe. Proben werden synonym auch als Stichproben bezeichnet. Der geologisch-mineralogische Anfangsbefund zeigt auf, ob und unter welcher Fläche bauwürdige Rohstoffe vermutet werden. Als Kriterium für bauwürdige Rohstoffe können beispielsweise eine erhöhte CLARKE-Zahl, d.i. der mittlere Massenanteil eines chemischen Elementes an der Zusammensetzung der Lithosphäre, und ein vorgebbarer Wert für die Korrelation r0 zwischen dem Erzgehalt und den Begleitmineralien dienen. Die Fläche über einer erhöhten Rohstoffkonzentration wird als Erkundungsfläche G1 bezeichnet. Aus der Erkundungsfläche G1 wird mit Hilfe der vorläufig ermittelten Grenzteufe GT das Raumvolumen V1 = G1·GT für die nachfolgenden Stufe des erfindungsgemäßen Verfahrens bestimmt. Das Raumvolumen bezeichnet den in der nachfolgenden Stufe zu untersuchenden Raumkörper. Die nächste Stufe des erfindungsgemäßen Verfahrens umfasst die erwähnte Berechnung der Abstände d1 für den Einsatz der Erkundungsmethoden. Hierfür wird die Korrelation r0 zwischen dem Erzgehalt und den Begleitmineralien wie z.B. Gold, Quarz, Hämatit, Rutil, das Raumvolumen V1, eine vorgebbare Wahrscheinlichkeit P01(t) für die Aussagesicherheit der Erkundungsergebnisse in dieser Stufe, die technische Reichweite a der eingesetzten technischen Erkundungsmethoden, eine vorgebbare statistische Sicherheit λ1 für die in dieser Stufe gezogenen Stichproben, der vorgesehene Aufwand t1 und die Suchintensität n1(t1), d.h. die Anzahl von Stichproben n1 je Aufwandseinheit, ausgewertet. Erfindungsgemäß wird zunächst das Volumen V01 von Erkundungszonen berechnet gemäß der Formel

Mit Hilfe der Grenzteufe GT ermittelt man aus dem Volumen V01 der Erkundungszonen eine Erkundungsfläche G01 gemäß G01 = V01/GT, und aus der Erkundungsfläche G01 die gesuchten Abstände d1 für den Einsatz der Erkundungsmethoden gemäß Diese Abstände d1 stellen das sogenannte Erkundungsraster dar, d.h. die Abstände zwischen den Punkten, an denen Erkundungsmethoden zur Probenentnahme durchgeführt werden. An den Punkten des Erkundungsrasters wird nun die Anzahl n1 an Proben gezogen. Um das Erkundungsraster, d.h. die Abstände d2 für den Einsatz der Erkundungsmethoden, für die nachfolgende Stufe der Erkundung zu bestimmen, werden die Stichproben ausgewertet, insbesondere analysiert, vorzugsweise indem die Korrelation r1 zwischen dem Erzgehalt und den Begleitmineralien ermittelt wird. Die Korrelation r1, die den Zusammenhang zwischen dem Erzgehalt und den Begleitmineralien der in der aktuellen Stufe der Erkundung gezogenen Proben beschreibt, dient als Ausgangspunkt für die Berechnung der Abstände d2 für den Einsatz der Erkundungsmethoden. Weiter wird eine statistische Sicherheit λ2 für die Stichproben der nachfolgenden Erkundungsstufe und ein Aufwand t2, mit dem die nachfolgende Erkundungsstufe durchgeführt werden soll, vorgegeben. Aus der statistischen Sicherheit λ2 wird die Anzahl n2 ermittelt, mit der die statistische Sicherheit λ2 realisiert werden kann. Erfindungsgemäß wird weiter eine Wahrscheinlichkeit P02(t) für die Aussagesicherheit der Erkundungsergebnisse in dieser nachfolgenden Stufe vorgegeben. Vorzugsweise wird für jede höhere Stufe i (i = 1, 2, 3, ...) eine höhere Wahrscheinlichkeit P0i(t) vorgegeben. Mit Hilfe der Formel

wird nun das Volumen V02 der Erkundungszonen der nachfolgenden Stufe der Erkundung berechnet. Dabei beschreiben V2 das Raumvolumen der nachfolgenden Stufe und a die technische Reichweite der eingesetzten technischen Erkundungsmethoden. Das Raumvolumen V2 der nachfolgenden Stufe kann prinzipiell frei vorgegeben werden. In einer ersten beispielhaften Ausführungsform ist V2 = V1. In einer bevorzugten Ausführungsform wird das Raumvolumen V2 optimiert und neu berechnet.

Aus dem Volumen V02 und der Kenntnis der Grenzteufe GT werden nun, wie oben beschrieben, die Abstände d2 für den Einsatz der Erkundungsmethoden bestimmt. In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist vorgesehen, das Raumvolumen für die nachfolgende Stufe der Erkundung zu optimieren gemäß der Formel: wobei die Wahrscheinlichkeit P~01(t) in Formel (3) frei vorgegeben werden kann. Damit ergeben sich die optimierten Abstände d2 für den Einsatz der Erkundungsmethoden wie folgt:

Durch den Einsatz der Erkundungsmethoden werden an den Punkten des Erkundungsrasters neue Proben gezogen, die anschließend ausgewertet werden, wobei die Auswertung vorzugsweise die Ermittlung des Erzgehalts und der Korrelation r2 zwischen dem Erzgehalt und den Begleitmineralien dieser Stufe der Erkundung umfasst. Diese Korrelation r2 wird bei der Bestimmung des Erkundungsrasters der nächsten Stufe der Erkundung genutzt. Allgemein lässt sich das erfindungsgemäße Verfahren somit wie folgt beschreiben:
In einer ersten Stufe des Erkundungsverfahrens wird ein Raumvolumen V1 und eine Korrelation r0 zwischen dem Erzgehalt und den Begleitmineralien der in der ersten Stufe gezogenen Proben bestimmt. Für nachfolgende Stufen i (i = 1, 2, 3, ...) der Erkundung werden jeweils Volumina V0i von Erkundungszonen berechnet gemäß: wobei

Vi:
das Raumvolumen des in der i-ten Stufe der Erkundung zu untersuchenden Körpers,
P0i(t):
die Aussagesicherheit für die Erkundungsergebnisse der i-ten Stufe der Erkundung,
ni(ti):
die Anzahl der Stichproben je Aufwandseinheit in der i-ten Stufe der Erkundung,
a:
die technische Reichweite von eingesetzten technischen Erkundungsmethoden,
ri-1:
die Korrelation zwischen dem Erzgehalt und den Begleitmineralien der in der (i – 1)-ten Stufe der Erkundung entnommenen Proben, und
ti:
den für die i-te Stufe der Erkundung vorgesehenen Aufwand
bezeichnen.

Aus den Volumina V0i werden die Abstände di für einen Einsatz der technischen Erkundungsmethoden in der i-ten Stufe ermittelt. Durch den Einsatz der technischen Erkundungsmethoden in der i-ten Stufe der Erkundung werden neue Proben gezogen, und zwar im Umfang von ni, d.h. es wird eine Anzahl ni von Proben gezogen, die die vorgegebene statistische Sicherheit λi realisieren. Für diese Proben aus der i-ten Stufe der Erkundung wird die Korrelation ri zwischen dem Erzgehalt und den Begleitmineralien bestimmt, welche für die Berechnung der Volumina V0(i+1) von Erkundungszonen bzw. für die Berechnung der Abstände di+1 für einen Einsatz der technischen Erkundungsmethoden in der (i + 1)-ten Stufe verwendet wird. Vorzugsweise erhöht sich die Wahrscheinlichkeit P0(i+1)(t) für die Aussagesicherheit für die Erkundungsergebnisse der (i + 1)-ten Stufe der Erkundung gegenüber der Wahrscheinlichkeit P0i(t) für die Aussagesicherheit für die Erkundungsergebnisse der i-ten Stufe der Erkundung. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist weiter vorgesehen, dass eine Optimierung der Volumen Vi (i = 2, 3, ...) des zu erkundenden Raumkörpers erfolgt gemäß: mit vorgebbarer Wahrscheinlichkeit P~0i(t).

Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass für jede Erkundungsmaßnahme ein spezielles Erkundungsraster bestimmt wird. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist weiter vorgesehen, dass die Berechnung der Volumina vereinfacht wird, was die Durchführung des Erkundungsverfahrens beschleunigt und zu einer weiteren Effizienzsteigerung bei der Erkundung von Rohstofflagerstätten führt. Hierfür ist vorgesehen, das Volumen V0i von Erkundungszonen gemäß folgender Formel zu berechnen, wobei

Vi:
das Raumvolumen des in der i-ten Stufe der Erkundung zu untersuchenden Körpers,
P0i(t):
die Aussagesicherheit für die Erkundungsergebnisse der i-ten Stufe der Erkundung,
ni(ti):
die Anzahl der Stichproben je Aufwandseinheit in der i-ten Stufe der Erkundung,
a:
die technische Reichweite von eingesetzten technischen Erkundungsmethoden,
ri-1:
die Korrelation zwischen dem Erzgehalt und den Begleitmineralien der in der (i – 1)-ten Stufe der Erkundung entnommenen Proben, und
ti:
den für die i-te Stufe der Erkundung vorgesehenen Aufwand
beschreiben.

Die Optimierung der Volumina Vi der in den einzelnen Stufen i zu erkundenden Raumkörper erfolgt gemäß dieser bevorzugten Ausführungsform unter Verwendung der Formel: wobei die Wahrscheinlichkeit P~0i(t) frei wählbar ist.

Eine weitere bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens verbessert die Effizienz der Erkundung weiter, indem für die Berechnung des Volumens V0i von Erkundungszonen folgende Formel verwendet wird: wobei

Vi:
das Raumvolumen des in der i-ten Stufe der Erkundung zu untersuchenden Körpers,
P0i(t):
die Aussagesicherheit für die Erkundungsergebnisse der i-ten Stufe der Erkundung,
ni(ti):
die Anzahl der Stichproben je Aufwandseinheit in der i-ten Stufe der Erkundung,
a:
die technische Reichweite von eingesetzten technischen Erkundungsmethoden,
ri-1:
die Korrelation zwischen dem Erzgehalt und den Begleitmineralien der in der (i – 1)-ten Stufe der Erkundung entnommenen Proben, und
ti:
den für die i-te Stufe der Erkundung vorgesehenen Aufwand
bezeichnen.

Die Optimierung der Volumina Vi der in den einzelnen Stufen i zu erkundenden Raumkörper erfolgt gemäß dieser bevorzugten Ausführungsform unter Verwendung der Formel: mit frei vorgebbarer Wahrscheinlichkeit P~0i(t). Wie aus den Formeln (2) bis (4) ersichtlich, werden die optimierten Volumina V0i der Erkundungszonen berechnet, indem in den Formeln (5), (7) und (9) die Volumina Vi durch Vi,opt ersetzt werden.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die Wahrscheinlichkeit P~0i(t) für eine nachfolgende Stufe der Erkundung gegenüber der vorangehenden Stufe gesenkt. In den früheren Stufen der Erkundung wird somit eine höhere Aussagesicherheit P~0i(t) für die Erkundungsergebnisse vorgegeben, als in darauf folgenden, späteren Stufen der Erkundung.

Gemäß einer anderen bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird die technische Reichweite a der Erkundungsmethode geologische Ausleuchtung als Produkt aus dem halben Elektrodenabstand AB, der Eindringtiefe ET und der Wobbelbreite w gemäß der Formel bestimmt. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird für diese Berechnung eine Wobbelbreite w verwendet, die wie folgt definiert ist: wobei

AB
den Elektrodenabstand nach der geophysikalischen SCHLUMBERGER-Anordnung und
λ
eine vorgebbare statistische Sicherheit
beschreiben. Beispielsweise kann die statistische Sicherheit λ für die einzelnen Stufen der Erkundung wie folgt vorgegeben werden:
geologische Studie: λ = 30%,
Vorerkundung: λ = 50%,
Übersichtserkundung: λ = 75%,
Detailerkundung: λ = 90%.

Die Erfindung umfasst somit die Aufstellung eines Suchmodells zum Aufsuchen und Bestimmen von energetischen, metallischen, chemischen und keramischen Rohstoffanreicherungen in Sedimentfolgen, bei dem im Spannungsfeld zwischen Aussagesicherheit P0 für die Erkundungsergebnisse, der statistischen Sicherheit λ der gezogenen Stichproben und dem für die Erkundung vorgesehenen Aufwand t (Kosten) die Abstände d zwischen den Bohr- bzw. Schürfpunkten zur Stichprobenentnahme berechnet werden.

Das Suchmodell geht dabei grundsätzlich von der Beziehung POD = 1 – e–c(11)aus, in der

POD
die Wahrscheinlichkeit für die Aussagesicherheit für die Erkundungsergebnisse und
C
das sogenannte Erkundungspotential

Beschreiben (siehe beispielsweise den Artikel „A Method for Determining Effective Sweep Width for Land Searches“ der Potomac Management Group, Inc., Alexandria, VA (US) 2002).

Hieraus lässt sich die Formel ableiten, welche die Wahrscheinlichkeit für die Aussagesicherheit für die Erkundungsergebnisse beschreibt, wenn ein Erkundungspotential toγ(t), das Erkundungsvolumen V und das Volumen V0 der Erkundungszonen zugrunde gelegt werden.

Als Erkundungspotential werden erfindungsgemäß die Formeln vorgeschlagen.

Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausführungsbeispiel in größerem Detail erläutert werden.

1. Identifikation eines geologisch-mineralogischen und/oder geophysikalischen Anfangsbefundes

Der erste Schritt des beispielhaften Verfahrens besteht in der Erstellung eines geologisch-mineralogischen und/oder geophysikalischen Anfangsbefundes. Hierbei kommen herkömmliche Erkundungsstrategien zum Einsatz wie beispielsweise eine Oberflächenkartierung mit geophysikalischen Feldtests in kalibrierten geophysikalischen Modellen. Insbesondere schließt die Erstellung des Anfangsbefundes die Durchführung von Probebohrungen und Probeschürfen sowie die Analyse der durch die Bohrungen und/oder Schürfe gewonnenen Proben ein. Als Erkundungsmethoden kommen, wie erwähnt, somit Geophysik, Bohrungen, Schürfe und/oder Analytik zum Einsatz. Die Analytik umfasst dabei vorzugsweise die Ermittlung des Erzgehaltes und einer Korrelation r0 zwischen dem Erzgehalt und den Begleitmineralien der gezogenen Proben. Hieraus wird in einer beispielhaften Ausführungsform die Erkundungsfläche G1 der nachfolgenden Stufe des erfindungsgemäßen Verfahrens bestimmt, etwa als Fläche mit erhöhter CLARKE-Zahl und einer vorgebbaren Korrelation r0 zwischen dem Erzgehalt und den Begleitmineralien. Aus der Erkundungsfläche G1 wird mit Hilfe der Grenzteufe GT das Raumvolumen V1 = G1·GT für die nachfolgenden Stufe des erfindungsgemäßen Verfahrens bestimmt.

2. Geologische Studie

In dem beispielhaften Verfahren wird die nachfolgende Stufe als geologische Studie durchgeführt und eine Wahrscheinlichkeit von P01(t) = 30% für die Aussagesicherheit für die Erkundungsergebnisse der geologischen Studie vorgegeben. Aus
dem Erkundungsvolumen V1,
der Wahrscheinlichkeit P01(t),
der technischen Reichweite a der eingesetzten Erkundungsmethoden (z.B. Geophysik, Bohrungen, Schürfe),
der Korrelation r0 zwischen dem Erzgehalt und den Begleitmineralien der in der vorhergehenden Stufe gezogenen Proben,
einer vorgebbaren statistischen Sicherheit λ1 und
der Anzahl n1 (t1) von Stichproben pro Aufwandseinheit (Kosteneinheit)
werden gemäß Formel (1) bzw. (5) zunächst die Volumina V01 der Erkundungszonen berechnet:

Dabei wird das Raumvolumen V1, das Volumen V01 der Erkundungszonen und die technische Reichweite a beispielsweise in m3, der Aufwand t1 beispielsweise in Kosteneinheiten wie z.B. USD, Euro, und der Wert n1(t) in Anzahl/Kosteneinheit angegeben. Die Wahrscheinlichkeit P01(t), die Korrelation r0, die statistische Sicherheit λ1 und die Anzahl n1 der Stichproben sind dimensionslos. Die technische Reichweite bei der Erkundungsmethode Bohrung ist durch das Volumen des Bohrkerns definiert, bei der Erkundungsmethode Schurf als Volumen des Aushubs oder bei der Erkundungsmethode geophysikalischen Ausleuchtung als das Volumen, das sich als Produkt aus dem halben Elektrodenabstand, der Eindringtiefe ET und der Wobbelbreite w, auch als Sweep Width bezeichnet (vgl. bspw. den o.g. Artikel „A Method for Determining Effective Sweep Width for Land Searches“ der Potomac Management Group, Inc., Alexandria, VA (US) 2002), ergibt. Die Eindringtiefe ET kann beispielsweise mit der LONDON-Gleichung bestimmt werden.

Damit ergibt sich die technische Reichweite a für die Erkundungsmethode geophysikalischen Ausleuchtung zu:

Gemäß einer beispielhaften Ausführungsform wird die Wobbelbreite aus dem Elektrodenabstand und einer vorgebbaren statistischen Sicherheit λ abgeleitet gemäß:

Aus der Kenntnis der Grenzteufe GT lassen sich die Flächen G01 = V01/GT der Erkundungszonen und schließlich die Abstände d1 zwischen den Bohr- bzw. Schürfpunkten zur Stichprobenentnahme ermitteln, etwa als Somit kann durch Vorgabe der Wahrscheinlichkeit von P01(t) für die Aussagesicherheit für die Erkundungsergebnisse, der statistischen Sicherheit λ1 und der vorgesehenen Kosten t1 die Erkundungsdichte, d.h. der Abstand der Erkundungsmethoden, berechnet und gesteuert werden. Darüber hinaus ergibt sich aus der vorgegebenen statistischen Sicherheit λ1 auch die Anzahl n1 der in der geologischen Studie zu ziehenden Stichproben, die anschließend ausgewertet, insbesondere analysiert, werden. Vorzugsweise umfasst die Auswertung die Berechnung der Korrelation r1 zwischen dem Erzgehalt und den Begleitmineralien.

3. Vorerkundung

Die Korrelation r1 geht nun in die Berechnungen für die nachfolgende Stufe ein, die in dieser beispielhaften Ausführungsform als Vorerkundung mit einer Wahrscheinlichkeit von P02(t) = 50% für die Aussagesicherheit für die Erkundungsergebnisse durchgeführt wird. Darüber hinaus erfolgt gemäß dieser beispielhaften Ausführungsform eine Optimierung des Raumvolumens für die Vorerkundung gemäß so dass sich für die Volumina V02 der Erkundungszonen für die Vorerkundung ergibt: mit vorgegebenen Kosten t2 und der einer vorgebbaren statistischen Sicherheit λ2 entsprechenden Anzahl n2 von Stichproben, woraus sich, wie für die geologische Studie beschrieben, die Abstände d2 zwischen den Bohr- bzw. Schürfpunkten zur Stichprobenentnahme ermitteln lassen. An den Bohr- bzw. Schürfpunkten wird die ermittelte Anzahl n2 von Stichproben gezogen und ausgewertet, vorzugsweise umfasst die Auswertung die Berechnung der Korrelation r2, die für die Durchführung der nachfolgenden Erkundungsstufe verwendet wird.

4. Übersichtserkundung

Die nächste Stufe der Erkundung wird als Übersichtserkundung mit einer Wahrscheinlichkeit von P03(t) = 75% für die Aussagesicherheit für die Erkundungsergebnisse durchgeführt. Die Optimierung des Raumvolumens für die Übersichtserkundung erfolgt gemäß so dass sich für die Volumina V03 der Erkundungszonen für die Übersichtserkundung ergibt: mit vorgegebenen Kosten t3 und der einer vorgebbaren statistischen Sicherheit λ3 entsprechenden Anzahl n3 von Stichproben. Aus V03 werden wie in den vorhergehenden Stufen der Erkundung die Abstände d3 zwischen den Bohr- bzw. Schürfpunkten zur Stichprobenentnahme ermittelt. An den Bohr- bzw. Schürfpunkten wird die ermittelte Anzahl n3 von Stichproben gezogen und ausgewertet, insbesondere analysiert, wobei die Auswertung die Berechnung der Korrelation r3, die für die Durchführung der nachfolgenden Erkundungsstufe verwendet wird, umfasst.

5. Detailerkundung

Die nächste Stufe der Erkundung wird als Detailerkundung mit einer Wahrscheinlichkeit von P04(t) = 90% für die Aussagesicherheit für die Erkundungsergebnisse durchgeführt. Die Optimierung des Raumvolumens für die Detailerkundung erfolgt gemäß so dass sich für die Volumina V04 der Erkundungszonen für die Detailerkundung ergibt: mit vorgegebenen Kosten t4 und der einer vorgebbaren statistischen Sicherheit λ4 entsprechenden Anzahl n4 von Stichproben. Aus V04 werden wie in den vorhergehenden Stufen der Erkundung die Abstände d4 zwischen den Bohr- bzw. Schürfpunkten zur Stichprobenentnahme ermittelt, an denen die Detailerkundung durchgeführt wird.

Nach der Detailerkundung wird ein sogenannter Abschlussbericht über die geologische Erkundung erstellt, der eine wichtige Entscheidungshilfe bei der nachfolgenden Bergbauplanung darstellt.

Anhand eines weiteren Ausführungsbeispiels sollen die Arbeitsschritte detaillierter beschrieben werden.

Am Anfang des beispielhaften Verfahrens steht eine geologische und hydrologische Oberflächenkartierung mit geophysikalischen Feldtests, Probebohrungen mit anschließender Analytik. Aus den Untersuchungsergebnissen werden beispielsweise eine Lagerstättenhypothese, eine Erkundungsfläche, eine Grenzteufe, die hydrologische Situation und/oder Gebiete mit erhöhter CLARKE-Zahl abgeleitet. In Abhängigkeit von diesen abgeleiteten Größen werden das mathematische Suchmodell und die einzusetzenden Suchmethoden ausgewählt, beispielsweise etwa ein Suchmodell gemäß Formel (12) mit einem der Erkundungspotentiale (i) bis (iii).

Weiter werden aus den Untersuchungsergebnissen die Daten zur Berechnung des Suchmodells für die geologische Studie bei einer vorgebbaren statistischen Sicherheit λ1, beispielsweise λ1 = 30% für die geologische Studie, ausgewählt, also beispielsweise die Reichweite a der technischen Erkundungsmethoden, die Anzahl n1 der Stichproben, die Korrelation r1 zwischen der CLARKE-Zahl und den Medianwerten der erztragenden Gesteine und Begleitmineralien (Quarz, Rutil, Hämatit) und das vorläufige Raumvolumen des Kubus unter der Erkundungsfläche.

Die Reichweite a der technischen Erkundungsmethoden wird dabei beispielsweise für

  • – die Erkundungsmethode Bohrung als das Volumen des Bohrkerns mit Einfallsbetrag ss,
  • – die Erkundungsmethode Schurf als Volumen des Aushubs oder
  • – die Erkundungsmethode geophysikalischen Ausleuchtung als das Volumen, das sich als Produkt aus dem halben Elektrodenabstand, der Eindringtiefe ET und der Wobbelbreite w ergibt (wobei die Wobbelbreite w von der statistischen Sicherheit λ1 abhängt),
definiert.

Die Anzahl der Stichproben wird beispielsweise gemäß der Formel bestimmt, wobei

λ1
die statistische Sicherheit,
s
die Standardabweichung der bei der Oberflächenkartierung gezogenen Stichproben,
e
s den mittleren Fehler des Stichprobenmittels und
N
die Grundgesamtheit.
beschreiben. In der geologischen Lagerstättenerkundung ist vorgeschrieben, dass eine Stichprobe ein Volumen von 70 l, d.h. von 0,07 m3, aufweisen muss. Die Grundgesamtheit N ergibt sich somit aus der Beziehung N = V/0,07 m3, wobei V Raumvolumen des zu untersuchenden Gesteinskörpers bezeichnet.

Der Korrelationskoeffizient r1 wird beispielsweise mit Hilfe der Formel berechnet, wobei

x
i den Erzgehalt der bei der Oberflächenkartierung gezogenen Stichproben,
x
den Durchschnitt (Mittelwert) des Erzgehalts,
y
i den Gehalt an Begleitmineralien,
y
den Durchschnitt (Mittelwert) des Gehalts an Begleitmineralien,
σx
die Standardabweichung des Erzgehalts,
σy
die Standardabweichung des Gehalts an Begleitmineralien und
n
0 die Anzahl der bei der Oberflächenkartierung gezogenen Stichproben
beschreiben.

Des weiteren wird auf herkömmliche Weise aus den Untersuchungsergebnissen der geologischen und hydrologischen Oberflächenkartierung ein vorläufiges Volumen V1 des Kubus unter der Erkundungsfläche bestimmt.

Gemäß dieser beispielhaften Ausführungsform wird bei der Berechnung der Volumina V01 der Erkundungszonen der geologischen Studie eine Optimierung des vorläufigen Volumens V1 gemäß den Formeln (6), (8) bzw. (10) (mit i = 1) vorgenommen.

Damit lässt sich nun nach Vorgabe einer Wahrscheinlichkeit P01(t) für die Aussagesicherheit der Erkundungsergebnisse der geologischen Studie, von beispielsweise P01(t) = 30%, das Erkundungsmodell für die geologische Studie berechnen.

Insbesondere werden zunächst durch Auswertung der Formeln (5), (7) oder (9) (mit i = 1) die Volumina V01 der Erkundungszonen und anschließend, wie oben beschrieben, die Abstände d1 zwischen den Bohr- bzw. Schürfpunkten zur Stichprobenentnahme für die geologische Studie ermittelt. Die Formeln (5), (7) oder (9) werden genutzt, in Abhängigkeit davon, ob ein Erkundungspotential der technischen Erkundungsmethoden im Kubus unter der Erkundungsfläche nach Formel (i), (ii) oder (iii) zugrunde gelegt wird.

Die geologische Studie wird nun durchgeführt, indem Bohrungen, Schürfungen und/oder eine geologische Ausleuchtung in den berechneten Abständen d1 vorgenommen werden. Die dabei gewonnenen Untersuchungsergebnisse gestatten es (auf herkömmliche Weise) ein vorläufiges Lagerstättenmodell mit Ausweis einer erhöhten CLARKE-Zahl aufzustellen sowie die Daten für die Berechnung des Suchmodells für die Voruntersuchung auszuwählen. Für die Voruntersuchung wird beispielhaft eine statistische Sicherheit λ2 von 50% vorgegeben.

Die technische Reichweite a wird analog zu der geologischen Studie bestimmt, wobei die Wobbelbreite w von der statistischen Sicherheit λ2 abhängt.

Damit lässt sich die Anzahl der Stichproben beispielsweise gemäß der Formel bestimmen, wobei

λ2
die statistische Sicherheit,
s
die Standardabweichung der bei der geologischen Studie gezogenen Stichproben,
es
den mittleren Fehler des Stichprobenmittels und
N
die Grundgesamtheit
beschreiben.

Der Korrelationskoeffizient r2 wird beispielsweise mit Hilfe der Formel berechnet, wobei

xi
den Erzgehalt der bei der geologischen Studie gezogenen Stichproben,
x
den Durchschnitt (Mittelwert) des Erzgehalts,
yi
den Gehalt an Begleitmineralien,
y
den Durchschnitt (Mittelwert) des Gehalts an Begleitmineralien,
σx
die Standardabweichung des Erzgehalts,
σy
die Standardabweichung des Gehalts an Begleitmineralien und
n1
die Anzahl der bei der geologischen Studie gezogenen Stichproben
beschreiben.

Des weiteren wird auf herkömmliche Weise aus den Untersuchungsergebnissen der geologischen Studie ein optimales Volumen V2 des Kubus unter der Erkundungsfläche bestimmt.

Gemäß dieser beispielhaften Ausführungsform wird auch bei der Berechnung der Volumina V02 der Erkundungszonen der Vorerkundung eine Optimierung des optimalen Volumens V2 gemäß den Formeln (6), (8) bzw. (10) (mit i = 2) vorgenommen.

Eine beispielhafte Vorgabe für die Wahrscheinlichkeit P02(t) für die Aussagesicherheit der Erkundungsergebnisse der Vorerkundung ist P02(t) = 50%.

Des weiteren wird ein Suchmodell ausgewählt und berechnet, indem eine der Formeln (i) bis (iii) als Erkundungspotential zugrunde gelegt wird. Aus den entsprechenden Formeln (5), (7) bzw. (9) (mit i = 2) werden die Volumina V02 der Erkundungszonen und anschließend, wie oben beschrieben, die Abstände d2 zwischen den Bohr- bzw. Schürfpunkten zur Stichprobenentnahme für die Vorerkundung ermittelt.

Die geologische Vorerkundung wird nun durchgeführt und liefert Erkundungsergebnisse mit einer Aussagesicherheit P02(t) von 50%. Hieraus werden gemäß einer beispielshaften Ausführungsform Isocon- und Isopachkarten vorzugsweise mit einem Maßstab von 1:10000 erstellt.

Die dabei gewonnenen Untersuchungsergebnisse gestatten es (auf herkömmliche Weise) ein vorläufiges Lagerstättenmodell mit Größe, Form und Lage sowie Inhalt mit horizontaler und vertikaler Erzverteilung aufzustellen sowie die Daten für die Berechnung des Suchmodells für die Übersichtserkundung auszuwählen. Für die Übersichtserkundung wird beispielhaft eine statistische Sicherheit λ3 von 75% vorgegeben.

Die technische Reichweite a wird analog zu der geologischen Studie bzw. Vorerkundung bestimmt, wobei die Wobbelbreite w von der statistischen Sicherheit λ3 abhängt.

Die Anzahl der Stichproben lässt sich beispielsweise gemäß der Formel bestimmen, wobei

λ3
die statistische Sicherheit,
s
die Standardabweichung der bei der Vorerkundung gezogenen Stichproben,
es
den mittleren Fehler des Stichprobenmittels und
N
die Grundgesamtheit
beschreiben.

Der Korrelationskoeffizient r3 wird beispielsweise mit Hilfe der Formel berechnet, wobei

xi
den Erzgehalt der bei der Vorerkundung gezogenen Stichproben,
x
den Durchschnitt (Mittelwert) des Erzgehalts,
yi
den Gehalt an Begleitmineralien,
y
den Durchschnitt (Mittelwert) des Gehalts an Begleitmineralien,
σx
die Standardabweichung des Erzgehalts,
σy
die Standardabweichung des Gehalts an Begleitmineralien und
n2
die Anzahl der bei der Vorerkundung gezogenen Stichproben
beschreiben.

Des weiteren wird auf herkömmliche Weise aus den Untersuchungsergebnissen der Vorerkundung ein optimales Volumen V3 des Kubus unter der Erkundungsfläche bestimmt.

Gemäß dieser beispielhaften Ausführungsform wird auch bei der Berechnung der Volumina V03 der Erkundungszonen der Vorerkundung eine Optimierung des optimalen Volumens V3 gemäß den Formeln (6), (8) bzw. (10) (mit i = 3) vorgenommen.

Eine beispielhafte Vorgabe für die Wahrscheinlichkeit P03(t) für die Aussagesicherheit der Erkundungsergebnisse der Vorerkundung ist P03(t) = 75%.

Des weiteren wird ein Suchmodell ausgewählt und berechnet, indem eine der Formeln (i) bis (iii) als Erkundungspotential zugrunde gelegt wird. Aus den entsprechenden Formeln (5), (7) bzw. (9) (mit i = 3) werden die Volumina V03 der Erkundungszonen und anschließend, wie oben beschrieben, die Abstände d3 zwischen den Bohr- bzw. Schürfpunkten zur Stichprobenentnahme für die Übersichtserkundung ermittelt.

Die geologische Übersichtserkundung wird nun durchgeführt und liefert Erkundungsergebnisse mit einer Aussagesicherheit P03(t) von 75%. Hieraus werden gemäß einer beispielshaften Ausführungsform Isocon- und Isopachkarten vorzugsweise mit einem Maßstab von 1:5000 erstellt.

Die dabei gewonnenen Untersuchungsergebnisse gestatten es (auf herkömmliche Weise) ein vorläufiges Lagerstättenmodell mit Größe, Form und Lage sowie Inhalt mit vorbauwürdigen Reserven aufzustellen sowie die Daten für die Berechnung des Suchmodells für die Detailerkundung auszuwählen. Für die Detailerkundung wird beispielhaft eine statistische Sicherheit λ4 von 90% vorgegeben.

Die technische Reichweite a wird analog zu der geologischen Studie, Vor- bzw. Übersichtserkundung bestimmt, wobei die Wobbelbreite w von der statistischen Sicherheit λ4 abhängt.

Die Anzahl der Stichproben lässt sich beispielsweise gemäß der Formel bestimmen, wobei

λ4
die statistische Sicherheit,
s
die Standardabweichung der bei der Übersichtserkundung gezogenen Stichproben,
es
den mittleren Fehler des Stichprobenmittels und
N
die Grundgesamtheit
beschreiben.

Der Korrelationskoeffizient r4 wird beispielsweise mit Hilfe der Formel berechnet, wobei

xi
den Erzgehalt der bei der Übersichtserkundung gezogenen Stichproben,
x
den Durchschnitt (Mittelwert) des Erzgehalts,
yi
den Gehalt an Begleitmineralien,
y
den Durchschnitt (Mittelwert) des Gehalts an Begleitmineralien,
σx
die Standardabweichung des Erzgehalts,
σy
die Standardabweichung des Gehalts an Begleitmineralien und
n3
die Anzahl der bei der Übersichtserkundung gezogenen Stichproben
beschreiben.

Des weiteren wird auf herkömmliche Weise aus den Untersuchungsergebnissen der Übersichtserkundung ein optimales Volumen V4 des Kubus unter der Erkundungsfläche bestimmt.

Gemäß dieser beispielhaften Ausführungsform wird auch bei der Berechnung der Volumina V04 der Erkundungszonen der Vorerkundung eine Optimierung des optimalen Volumens V3 gemäß den Formeln (6), (8) bzw. (10) (mit i = 4) vorgenommen.

Eine beispielhafte Vorgabe für die Wahrscheinlichkeit P04(t) für die Aussagesicherheit der Erkundungsergebnisse der Vorerkundung ist P04(t) = 90%.

Des weiteren wird ein Suchmodell ausgewählt und berechnet, indem eine der Formeln (i) bis (iii) als Erkundungspotential zugrunde gelegt wird. Aus den entsprechenden Formeln (5), (7) bzw. (9) (mit i = 4) werden die Volumina V04 der Erkundungszonen und anschließend, wie oben beschrieben, die Abstände d4 zwischen den Bohr- bzw. Schürfpunkten zur Stichprobenentnahme für die Detailerkundung ermittelt.

Die geologische Detailerkundung wird nun durchgeführt und liefert Erkundungsergebnisse mit einer Aussagesicherheit P04(t) von 90%. Hieraus werden gemäß einer beispielshaften Ausführungsform Isocon- und Isopachkarten vorzugsweise mit einem Maßstab von 1:1000 erstellt.

Die dabei gewonnenen Untersuchungsergebnisse gestatten es (auf herkömmliche Weise) die bauwürdigen Reserven zu ermitteln sowie die Daten für eine Feasibility-Studie bereitzustellen. Damit ist die geologische Erkundung abgeschlossen.

Hieran können sich nun beispielsweise eine Bergbauplanung (Maßstab 1:30), ein Rahmenbetriebsplan mit Umweltverträglichkeitsprüfung anschließen – gefolgt von einer Investitionsentscheidung.

Die Erfindung beschränkt sich in ihrer Ausführungsform nicht auf das vorstehend angegebene bevorzugte Ausführungsbeispiel. Vielmehr ist eine Anzahl von Varianten denkbar, die von dem erfindungsgemäßen Verfahren auch bei grundsätzlich anders gearteten Ausführungen Gebrauch macht.

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

Zitierte Patentliteratur

  • DE 102010030453 A1 [0002]

Zitierte Nicht-Patentliteratur

  • Artikel „A Method for Determining Effective Sweep Width for Land Searches“ der Potomac Management Group, Inc., Alexandria, VA (US) 2002 [0019]
  • Artikel „A Method for Determining Effective Sweep Width for Land Searches“ der Potomac Management Group, Inc., Alexandria, VA (US) 2002 [0025]