Title:
Elektrische Flachleiteranordnung und Herstellungsverfahren für eine solche
Kind Code:
A1


Abstract:

Die Erfindung betrifft eine elektrische Flachleiteranordnung (1) für ein Fahrzeug, mit wenigstens einer im Wesentlichen formstabilen Flachleiterschiene (2, 2', 2''), die zumindest abschnittsweise mit einem Kunststoffmantel (7, 7', 7'') ummantelt ist. Erfindungsgemäß ist in dem Kunststoffmantel (7, 7', 7'') benachbart zu der Flachleiterschiene (2, 2', 2'') wenigstens ein im Wesentlichen biegeschlaffer Leiter (12) mit aufgenommen, der zumindest abschnittsweise parallel zu der Flachleiterschiene (2, 2', 2'') geführt ist. Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung einer solchen Flachleiteranordnung.




Inventors:
Specht, Klaus, Dr. (84144, Geisenhausen, DE)
Application Number:
DE102016114945A
Publication Date:
02/15/2018
Filing Date:
08/11/2016
Assignee:
Lisa Dräxlmaier GmbH, 84137 (DE)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE102015220115A1N/A2017-04-20
DE102014004431B4N/A2016-02-11
DE102014109141A1N/A2015-12-31
DE102011056950A1N/A2013-06-27
DE202005015155U1N/A2006-02-16
DE19612343A1N/A1997-10-02
DE19623800A1N/A1997-07-24
DE2443854A1N/A1976-03-25



Foreign References:
200801281532008-06-05
201500967822015-04-09
Claims:
1. Elektrische Flachleiteranordnung (1) für ein Fahrzeug, mit wenigstens einer im Wesentlichen formstabilen Flachleiterschiene (2, 2', 2''), die zumindest abschnittsweise mit einem Kunststoffmantel (7, 7', 7'') ummantelt ist, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Kunststoffmantel (7, 7', 7'') benachbart zu der Flachleiterschiene (2, 2', 2'') wenigstens ein im Wesentlichen biegeschlaffer Leiter (12) mit aufgenommen ist, der zumindest abschnittsweise parallel zu der Flachleiterschiene (2, 2', 2'') geführt ist.

2. Flachleiteranordnung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Leiter (12) in einem Mantelfortsatz des Kunststoffmantels (7, 7', 7'') aufgenommen ist.

3. Flachleiteranordnung (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Kunststoffmantel (7, 7', 7'') zumindest abschnittsweise eine Schneidnut (13) zum abschnittsweisen Abtrennen eines den Leiter (12) aufnehmenden Teils von einem die Flachleiterschiene (2, 2', 2'') aufnehmenden Teils aufweist.

4. Flachleiteranordnung (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Kunststoffmantel (7, 7', 7'') zumindest abschnittsweise eine Sollbruchstelle zwischen einem die Flachleiterschiene (2, 2', 2'') aufnehmenden Teil und einem den Leiter (12) aufnehmenden Teil aufweist.

5. Flachleiteranordnung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kunststoffmantel (7, 7', 7'') aus einer ersten Kunststoffkomponente gefertigt ist und die Flachleiterschiene (2, 2', 2'') zusätzlich mit einer zu der ersten Kunststoffkomponente unterschiedlichen, zweiten Kunststoffkomponente (15, 15', 15'') ummantelt ist.

6. Flachleiteranordnung (1) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Kunststoffkomponente (15, 15', 15'') zwischen der Flachleiterschiene (2, 2', 2'') und der ersten Kunststoffkomponente angeordnet ist.

7. Flachleiteranordnung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Flachleiterschiene (2, 2', 2'') über eine Rasteinrichtung an dem Kunststoffmantel (7, 7', 7'') gehalten ist.

8. Flachleiteranordnung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kunststoffmantel (7, 7', 7'') U-förmig ausgebildet ist und im eingebauten Zustand zumindest zwei Schmalseiten (3, 4; 3', 4'; 3'', 4'') der Flachleiterschiene (2, 2', 2'') umgreift.

9. Flachleiteranordnung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Kunststoffmantel (7, 7', 7'') wenigstens zwei Flachleiterschienen (2, 2', 2'') zueinander lagig angeordnet sind.

10. Flachleiteranordnung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Leiter (12) ein Rundleiter oder ein Litzenleiter ist.

11. Flachleiteranordnung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Leiter (12) ein Lichtwellenleiter ist.

12. Flachleiteranordnung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kunststoffmantel (7) mindestens zwei Flachleiterschienen (2, 2', 2'') einstückig gemeinsam verbindet.

13. Verfahren zum Herstellen einer elektrischen Flachleiteranordnung (1), mit den Schritten:
– Bereitstellen von wenigstens einer Flachleiterschiene (2, 2', 2''), und
– Extrudieren eines Kunststoffmantels (7, 7', 7'') um die Flachleiterschiene (2, 2', 2'') oder Bereitstellen des separat dazu extrudierten Kunststoffmantels (7, 7', 7''),
gekennzeichnet durch
– Ummanteln von wenigstens einem Leiter (12) mit dem Kunststoffmantel (7, 7', 7'') derart, dass der Leiter zumindest abschnittsweise parallel zu der Flachleiterschiene (2, 2', 2'') geführt wird.

14. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Kunststoffmantel (7, 7', 7'') aus einer ersten Kunststoffkomponente und einer zweiten Kunststoffkomponente (15, 15', 15'') co-extrudiert wird.

Description:
Technisches Gebiet

Die vorliegende Erfindung betrifft eine elektrische Flachleiteranordnung, insbesondere mit einem schienenförmigen Flachleiter, für ein elektrisches Bordnetz eines Fahrzeugs. Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung einer Flachleiteranordnung für ein elektrisches Bordnetz eines Fahrzeugs.

Stand der Technik

Flachleiteranordnungen, die wenigstens eine Flachleiterschiene aufweisen, sind bereits aus dem Stand der Technik bekannt.

So offenbart beispielsweise die DE 10 2014 004 431 B4 eine Flachleiteranordnung mit einer Flachleiterschiene, die zur elektrischen Isolation mit einem Kunststoffmantel ummantelt ist. Dabei kann die Flachleiterschiene aus einem Aluminiumwerkstoff extrudiert sein. Auch der Kunststoffmantel kann durch Extrudieren auf die Flachleiterschiene aufgebracht sein. Des Weiteren ist beschrieben, dass auf die Flachleiterschiene zwei zueinander unterschiedliche Kunststoffkomponenten aufgebracht werden, wobei sich eine Kunststoffkomponente einfacher von der Flachleiterschiene entfernen lässt als die andere. Hierfür haftet die eine Kunststoffkomponente besser an der Flachleiterschiene als die andere, was zum Beispiel dadurch bewerkstelligt wird, dass die eine Kunststoffkomponente einen an die Flachleiterschiene selbsthaftenden Kunststoff aufweist.

Des Weiteren ist aus der DE 10 2014 109 141 A1 eine Flachleiteranordnung bekannt, bei der wenigstens zwei Flachleiterschienen eine Leitergruppe ausbilden und mit einem Wickelband umwickelt werden, das sich mit sich selbst verbinden kann, aber nicht mit den Flachleiterschienen, und diese so zusammengehalten werden. Die so gebildete Leitergruppe kann zum Beispiel über ein Klettband, das mit dem Wickelband verbindbar ist, an einem Gegenelement befestigt werden. Nachteilig daran ist, dass nur Flachleiterschienen aneinander befestigt werden können.

Die nachveröffentlichte deutsche Patentanmeldung mit der Anmeldenummer 102015220115.5 schlägt eine Flachleiteranordnung vor, bei der ein Flachleiter einen Verlegeweg für als Rundleiter ausgebildete elektrische Leiter vorgibt. Die elektrischen Leiter sind mit geringem Abstand parallel zu dem Flachleiter verlegt und können auch auf diesem aufliegen, um eine gute elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) zu gewährleisten. Nachteilig daran ist, dass die Führung der Leiter relativ zu dem Flachleiter einen hohen Montageaufwand bedeutet, da separate Halteteile, Kabelbinder, Wickelbänder oder ähnliches vorgesehen werden müssen.

Beschreibung der Erfindung

Eine Aufgabe der Erfindung ist es daher, unter Einsatz konstruktiv möglichst einfacher Mittel eine einfach zu montierende Möglichkeit zu schaffen, mit der sich ein vorzugsweise biegeschlaffer Leiter entlang eines Flachleiters führen lässt.

Die Aufgabe wird durch die Gegenstände der unabhängigen Ansprüche gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen, der Beschreibung und den begleitenden Figuren angegeben.

Eine erfindungsgemäße elektrische Flachleiteranordnung, die insbesondere für die Verwendung als Batterieleitung oder zentrales Stromversorgungssystem (sog. Energie-Backbone) in einem Fahrzeug eingerichtet ist, weist wenigstens eine im Wesentlichen formstabile, das heißt im Gegensatz zu einer biegeschlaffen Leitung massiv ausgebildete, Flachleiterschiene auf, die zumindest abschnittsweise mit einem Kunststoffmantel ummantelt ist. Der Kunststoffmantel kann entweder zur elektrischen Isolation, zum mechanischen Schutz oder zu beiden Zwecken vorgesehen sein.

Die Flachleiteranordnung kann auch zwei oder mehr einzelne Flachleiterschienen aufweisen, die vorzugsweise mit einander zugewandten Flachseiten in Dickenrichtung zueinander lagig angeordnet sind. Die Flachleiterschiene kann zum Beispiel aus einem Aluminiumwerkstoff, wie etwa Al 99,5 oder noch reinerem Aluminium, oder einer Aluminiumlegierung, extrudiert oder gewalzt sein. Je nach Anwendung kann die Flachleiterschiene auch aus Kupfer bzw. einer Kupferlegierung bestehen. Die Flachleiterschiene kann in Dickenrichtung eine Stärke von etwa 0,5 mm bis 5,0 mm, vorzugsweise von 1,0 mm bis 3,0 mm und in Querrichtung eine Breite von 5 mm bis 60 mm, vorzugsweise von 15 mm bis 60 mm, aufweisen. Für den Kunststoffmantel eignen sich zum Beispiel Thermoplaste oder thermoplastische Elastomere, insbesondere jedoch Polyolefine, wie etwa PP-Copolymere, PE etc., Polyamide, wie etwa PA12 etc, PVC, TPE oder vernetzendes PE. Beispielsweise weist eine Flachleiterschiene mit einem im Wesentlichen rechteckigen Querschnitt von 60 × 1 mm und einem 0,3 mm starken Kunststoffmantel aus PP eine Durchschlagfestigkeit von 16 kV DC auf, so dass eine solche Flachleiteranordnung sowohl in einem 12V-Bordnetz, einem 48V-Bordnetz als auch im Hochvoltbereich verwendet werden kann.

Erfindungsgemäß ist in dem Kunststoffmantel benachbart zu der Flachleiterschiene wenigstens ein im Wesentlichen biegeschlaffer Leiter mit aufgenommen, der zumindest abschnittsweise parallel zu der Flachleiterschiene geführt ist. In anderen Worten erfüllt der ohnehin zur elektrischen Isolation und/oder zum mechanischen Schutz vorhandene Kunststoffmantel eine Doppelfunktion, indem er gleichzeitig auch einen biegeschlaffen Leiter mit aufnimmt. Der Leiter kann so angeordnet sein, dass er sich in Dickenrichtung und/oder in Querrichtung der Flachleiteranordnung mit der Flachleiterschiene überlagert.

Bei dem Leiter kann es sich auch um ein Kabel, einem massiven Rundleiter oder einen Litzenleiter handeln, die zum Beispiel als Versorgungs-, Signal- oder Datenleitungen, beispielsweise auch als Beilauf- oder Diagnoseleitungen, verwendet werden. Der biegeschlaffe Leiter weist vorzugsweise einen runden Querschnitt auf. Der Leiter kann auch blank, das heißt ohne eine eigene Isolation, von dem Kunststoffmantel ummantelt werden. Wenn der Kunststoffmantel in einem Extrusionsverfahren oder Co-Extrusionsverfahren extrudiert oder co-extrudiert wird, kann der Leiter dabei gleich mit ummantelt werden, so dass auch das Mitaufnehmen durch Extrudieren bzw. Co-Extrudieren erfolgen kann.

Die Erfindung bietet damit den Vorteil, dass mit konstruktiv einfachen Mitteln eine definierte, gemeinsame Führung, Positionierung und ggf. auch Fixierung für sowohl eine formstabile Flachleiterschiene als auch mindestens einen biegeschlaffen Leiter geschaffen wird. Auch die Fertigung und Montage gestalten sich einfach, da der Leiter ggf. einfach beim Extrudieren mit aufgenommen wird. Je nach Anordnung kann der biegeschlaffe Leiter mit geringem Abstand zu der Flachleiterschiene geführt werden, dass sich ebenfalls eine gute elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) ergibt.

Eine besonders vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass der Leiter in einem Mantelfortsatz des Kunststoffmantels aufgenommen wird. Das heißt, dass der Kunststoffmantel einfach über den als elektrische Isolation und/oder mechanischen Schutz dienenden Abschnitt hinaus verlängert wird und dieser Mantelfortsatz vorzugsweise durch eine entsprechende Ausformung zur Aufnahme des Leiters dient. Ein zusätzliches Anformen oder Verbinden einer Aufnahme für den Leiter mit dem Kunststoffmantel entfällt also, vielmehr ist die Aufnahme für den Leiter integraler Bestandteil des Kunststoffmantels.

Um den entlang der Flachleiterschiene geführten Leiter ungehindert mit einem elektrischen Kontaktelement kontaktieren zu können, kann der Kunststoffmantel zumindest abschnittsweise eine Schneidnut zum abschnittsweisen Abtrennen, Wegbiegen, Separieren etc. eines den Leiter aufnehmenden Teils von einem die Flachleiterschiene aufnehmenden Teils aufweisen. Die Schneidnut kann z.B. eine Materialverjüngung zwischen den beiden Teilen des Kunststoffmantels sein. Das Abtrennen des Teils erfolgt dann beispielsweise mithilfe eines Schneidwerkzeugs.

Alternativ oder zusätzlich kann der Kunststoffmantel auch zumindest abschnittsweise eine Sollbruchstelle zwischen dem die Flachleiterschiene aufnehmenden Teil und dem den Leiter aufnehmenden Teil aufweisen. In diesem Fall kann das Abtrennen des den Leiter aufnehmenden Teils auch ohne Schneidwerkzeug, z.B. durch Abknicken erfolgen.

Um je nach Funktionsanforderung entsprechend geeignete Werkstoffe einsetzen zu können, kann der Kunststoffmantel aus einer ersten Kunststoffkomponente gefertigt sein, wobei die Flachleiterschiene zusätzlich mit einer zu der ersten Kunststoffkomponente unterschiedlichen, zweiten Kunststoffkomponente ummantelt wird. So kann z.B. in einem ersten Extrusionsprozess die Flachleiterschiene mit einer elektrisch gut isolierenden Kunststoffkomponente ummantelt werden. Gleichzeitig oder in einem weiteren Extrusionsprozess kann die Flachleiterschiene dann mit der anderen Kunststoffkomponente ummantelt werden, die z.B. gute mechanische Eigenschaften aufweist.

Es hat sich für die Anordnung der Kunststoffkomponenten als vorteilhaft erwiesen, wenn die zweite Kunststoffkomponente zwischen der Flachleiterschiene und der ersten Kunststoffkomponente angeordnet ist. Vorzugsweise weist die zweite Kunststoffkomponente besonders gute elektrisch isolierende Eigenschaften auf.

Der Kunststoffmantel muss nicht zwingend auf bzw. um die Flachleiterschiene herum extrudiert werden. Stattdessen kann der Kunststoffmantel auch separat gefertigt und bereitgestellt werden, wobei die Flachleiterschiene dann über eine Rasteinrichtung an dem Kunststoffmantel eingeclipst und so gehalten wird.

Für eine einfache Montage der Flachleiterschiene in den Kunststoffmantel kann der Kunststoffmantel U-förmig ausgebildet sein, wobei dieser im eingebauten Zustand zumindest zwei Schmalseiten der Flachleiterschiene umgreift. Zur Montage muss die Flachleiterschiene lediglich in die U-förmige Aufnahme hineingedrückt werden, wodurch die Schmalseiten und ggf. eine Rasteinrichtung, wie etwa ein am Kunststoffmantel ausgebildeter Rasthaken oder ähnliches, die Flachleiterschiene halten.

Um die Flachleiteranordnung als zentrales Stromversorgungssystem zu verwenden, können in dem Kunststoffmantel wenigstens zwei, also zwei, drei oder mehr, Flachleiterschienen zueinander lagig angeordnet sein. Dabei können z.B. eine Flachleiterschiene als Versorgungsleitung und die andere als Masseleitung vorgesehen sein. Es sind aber auch Kombinationen denkbar, bei denen die Flachleiterschienen als Masseleitung vorgesehen sind und der oder die Leiter als Versorgungsleitung.

Bei der Flachleiteranordnung ist es möglich, dass der Leiter ein massiver Rundleiter oder ein Litzenleiter ist. Der Leiter kann eine eigene Isolation aufweisen oder ausschließlich durch seine Integration in den Kunststoffmantel mit isoliert sein.

Alternativ dazu kann der Leiter auch ein Lichtwellenleiter sein. Vorteilhafterweise wird der Lichtwellenleiter durch die gemeinsame Anordnung mit der im Wesentlichen starren, also formstabilen Flachleiterschiene in dem Kunststoffmantel mechanisch stabilisiert, so dass ein unerwünschtes Knicken des Lichtwellenleiters vermieden wird.

Die Erfindung bezieht sich auch auf ein Verfahren zum Herstellen einer elektrischen Flachleiteranordnung. Das Verfahren sieht die folgenden Schritte vor:

  • – Bereitstellen von wenigstens einer formstabilen bzw. starren Flachleiterschiene. Es können auch zwei oder mehr Flachleiterschienen bereitgestellt werden, wobei diese vorzugsweise lagig, also mit einander zugewandten Flachseiten angeordnet werden.
  • – Extrudieren eines Kunststoffmantels auf oder um die Flachleiterschiene herum. Alternativ dazu, kann der Kunststoffmantel auch für sich alleine (vor)extrudiert und dann als zur Flachleiterschiene separates Bauelement bereitgestellt werden.
  • – Ummanteln von wenigstens einem zur Flachleiterschiene unterschiedlichen Leiter mit dem Kunststoffmantel derart, dass der Leiter zumindest abschnittsweise parallel zu der Flachleiterschiene geführt wird. Das Ummanteln des Leiters findet vorzugsweise mit dem Extrudieren des Kunststoffmantels statt.

Um dem Kunststoffmantel individuelle Eigenschaften z.B. für die elektrische Isolation oder die mechanische Beanspruchbarkeit zu verleihen, kann der Kunststoffmantel aus einer ersten Kunststoffkomponente und einer dazu unterschiedlichen, zweiten Kunststoffkomponente co-extrudiert werden.

Kurze Figurenbeschreibung

Nachfolgend wird ein vorteilhaftes Ausführungsbeispiel der Erfindung unter Bezugnahme auf die begleitenden Figuren erläutert. Es zeigen:

1 eine Flachleiteranordnung mit einer Flachleiterschiene und einem biegeschlaffen, nicht isolierten Leiter, die mit einem gemeinsamen Kunststoffmantel ummantelt sind,

2 eine Flachleiteranordnung mit einer Flachleiterschiene und einem biegeschlaffen Leiter, die mit einem gemeinsamen Kunststoffmantel ummantelt sind,

3 eine Flachleiteranordnung mit einer Flachleiterschiene und mehreren biegeschlaffen Leitern, die mit einem gemeinsamen Kunststoffmantel ummantelt sind,

4 eine Flachleiteranordnung mit mehreren lagig angeordneten Flachleiterschienen und mehreren biegeschlaffen Leitern, die mit einem gemeinsamen Kunststoffmantel ummantelt sind,

5 eine Flachleiteranordnung mit einer Flachleiterschiene und mehreren, dazu lagig angeordneten, biegeschlaffen Leitern, die mit einem gemeinsamen Kunststoffmantel ummantelt sind, und

6 eine Flachleiteranordnung mit einem Kunststoffmantel, in dem mehrere Flachleiterschienen verrastet und mehrere biegeschlaffe Leiter mit ummantelt sind.

Die Figuren sind lediglich schematische Darstellungen und dienen nur der Erläuterung der Erfindung. Gleiche oder gleichwirkende Elemente sind durchgängig mit den gleichen Bezugszeichen versehen. Die Merkmale der nachstehenden Ausführungsbeispiele können miteinander kombiniert werden, sofern dies nicht ausdrücklich ausgeschlossen bzw. widerspruchsfrei möglich ist.

Die Flachleiteranordnung 1 weist hier exemplarisch genau eine formstabile Flachleiterschiene 2 mit zwei sich gegenüberliegenden Schmalseiten 3 und 4 sowie mit zwei sich gegenüberliegenden Flachseiten 5 und 6 auf. Die Flachleiterschiene 2 ist aus einem Aluminiumwerkstoff gefertigt, bei dem es sich hier um Al 99,5 handelt, und weist exemplarisch eine Stärke von 1,5 mm in Dickenrichtung bei einer Breite von 40 mm in Querrichtung auf. Die Schmalseiten 3, 4 und die Flachseiten 5, 6 der Flachleiterschiene 2 sind hier vollständig von einem Kunststoffmantel 7 aus einer ersten Kunststoffkomponente umgeben, der direkt an der Flachleiterschiene 2 anliegt. Die erste Kunststoffkomponente ist hier exemplarisch ein Polyolefin. Hier dient der Kunststoffmantel 7 primär der elektrischen Isolation der Flachleiterschiene 2. Auch der Kunststoffmantel 7 weist zwei sich gegenüberliegende Schmalseiten 8 und 9 sowie zwei sich gegenüberliegende Flachseiten 10 und 11 auf.

Aus 1 geht auch hervor, dass von dem Kunststoffmantel 7 auch ein biegeschlaffer Leiter 12 mit ummantelt ist, so dass in dem einstückig ausgebildeten Kunststoffmantel 7 die Flachleiterschiene 2 und der Leiter 12 gemeinsam aufgenommen sind. Der Leiter 12 ist in einem Mantelfortsatz des Kunststoffmantels 7 aufgenommen, wobei der Mantelfortsatz ein abschnittsweiser Materialüberstand des Kunststoffmantels 7 ist, der über den übrigen Außenumriss des Kunststoffmantels 7 übersteht. Hier steht der Mantelfortsatz an der Schmalseite 8 in Querrichtung der Flachleiterschiene 2 bzw. der Flachleiteranordnung 1 über, so dass der Leiter 12 parallel und benachbart zu der Schmalseite 8 geführt ist. Bei dem Leiter 12 handelt es sich exemplarisch um einen elektrischen Leiter, der keine separate elektrische Isolation aufweist, sondern dieselbe gemeinsame Isolation wie die Flachleiterschiene aufweist.

Der Mantelfortsatz des Kunststoffmantels 7 weist eine Schneidnut 13 auf, die hier als Materialdickenreduktion in Dickenrichtung der Flachleiteranordnung 1 ausgeführt ist. Die Schneidnut 13 erstreckt sich also von jeder der Flachseiten 10, 11 jeweils in Dickenrichtung der Flachleiteranordnung 1. Damit ist die Schneidnut 13 zwischen einem die Flachleiterschiene 2 aufnehmenden Teil des Kunststoffmantels 7 und einem den Leiter 12 aufnehmenden Teil des Mantelfortsatzes des Kunststoffmantels 7 ausgebildet. Durch die Schneidnut 13 lässt sich der den Leiter 12 aufnehmende Teil des Kunststoffmantels 7 z.B. zum Kontaktieren eines (nicht gezeigten) Gegenelements von dem die Flachleiterschiene 2 aufnehmenden Teil des Kunststoffmantels 7 abschnittsweise abtrennen.

Das in 2 dargestellte Ausführungsbeispiel weicht dahingehend von dem vorstehenden ab, dass der Leiter 12 hier zusätzlich eine eigene elektrische Isolation 14 aufweist, die zwischen dem Leiter 12 und dem Kunststoffmantel 7 angeordnet ist.

Bei dem in 3 dargestellten Ausführungsbeispiel sind mehrere Leiter 12 parallel zu der Flachleiterschiene 2 geführt, wobei die Leiter 12 hier exemplarisch auf einer gemeinsamen Seite, nämlich der Schmalseite 8 des Kunststoffmantels 7 angeordnet und parallel zur Flachleiterschiene 2 geführt sind. Zwischen der Flachleiterschiene 2 und dem einen Leiter 12 sowie zwischen dem einen Leiter 12 und dem weiteren Leiter 12 ist jeweils eine Schneidnut 13 eingebracht, um die die Leiter 12 aufnehmenden Teile des Mantelfortsatzes des Kunststoffmantels 7 ggf. abschnittsweise abtrennen zu können, wie dies in 3 anschaulich angedeutet ist.

In 4 weist die Flachleiteranordnung 1 mehrere, hier exemplarisch genau drei, Flachleiterschienen 2, 2', 2'' auf, die zueinander lagig angeordnet sind. Jede der Flachleiterschienen 2, 2', 2'' ist mit einem Kunststoffmantel 7, 7', 7'' aus der ersten Kunststoffkomponente ummantelt. Es ist erkennbar, dass jede Flachleiterschiene 2, 2', 2'' zusätzlich mit einer zu der ersten Kunststoffkomponente unterschiedlichen, zweiten Kunststoffkomponenten 15, 15', 15'' ummantelt ist. Die zweite Kunststoffkomponenten 15, 15', 15'' sind zwischen der jeweiligen Flachleiterschiene 2, 2', 2'' und dem jeweiligen Kunststoffmantel 7, 7', 7'' angeordnet und dienen demnach primär der elektrischen Isolation. Die darüber angeordneten Kunststoffmäntel 7, 7', 7'' dienen damit primär dem mechanischen Schutz der Flachleiterschienen 2, 2', 2'' und zusätzlich auch zur Aufnahme sowie der Führung mehrerer Leiter 12.

Es ist in 4 auch erkennbar, dass an den Kunststoffmänteln 7, 7'' jeweils beidseitig Leiter 12 mit ummantelt sind. Diese sind benachbart und parallel zu den jeweiligen Schmalseiten 8, 8'' sowie 9, 9'' angeordnet und jeweils in einem Mantelfortsatz der Kunststoffmäntel 7, 7'' aufgenommen. Die Mantelfortsätze erstrecken sich unter einem (in 4 spitzen) Winkel von den Schmalseiten 8, 8'', 9, 9'' weg, so dass die (in 4 mittlere) Flachleiterschiene 2' mitsamt Kunststoffmantel 7' durch die Mantelfortsätze der Kunststoffmäntel 7, 7'' in Position gehalten bzw. geführt wird.

Bei dem in 5 gezeigten Ausführungsbeispiel sind mehrere Leiter 12 nebeneinander gereiht, wobei die Reihe der Leiter 12 lagig zu der Flachleiterschiene 2 angeordnet ist. Damit überlagern sich die Leiter 12 und die Flachleiterschiene 2 in Dickenrichtung der Flachleiteranordnung 1. Hier sind die Leiter 12 demnach benachbart zu der Flachseite 10 des Kunststoffmantels 7 angeordnet und parallel zu dieser geführt. Dabei sind die Leiter 12 wiederum in einem Mantelfortsatz des Kunststoffmantels 7 mit aufgenommen. Diese lagige Anordnung wirkt sich besonders vorteilhaft auf die elektromagnetische Verträglichkeit der Flachleiteranordnung 1 aus.

In 6 ist der Kunststoffmantel 7 der Flachleiteranordnung 1 derart ausgebildet, dass (hier exemplarisch) zwei lagig angeordnete Flachleiterschienen 2, 2' eingeclipst werden können. Selbstverständlich können auch nur eine Flachleiterschiene 2 oder auch mehrere Flachleiterschienen 2, 2', 2'' usw. vorgesehen sein. Hierzu ist der Kunststoffmantel 7 U-förmig ausgebildet, also ohne die Flachseite 10. Der Mantelfortsatz des Kunststoffmantels 7 weist an beiden Schmalseiten 8, 9 jeweils eine daran angeformte Rasteinrichtung 16 in Form von Rasthaken auf. Es ist erkennbar, dass die Flachleiterschienen 2, 2' an ihren Schmalseiten 3, 4 bzw. 3', 4' und zusätzlich die (in 6 obere) Flachleiterschiene 2' auch an deren Flachseite 5' umgriffen werden.

Ein Verfahren zur Herstellung der Flachleiteranordnung 1 kann wie nachfolgend exemplarisch anhand der 1 beschrieben ablaufen.

Zunächst wird die Flachleiterschiene 2 bereitgestellt, was zum Beispiel durch Extrusion oder durch Walzen des Aluminiumwerkstoffs erfolgt. Danach wird der Kunststoffmantel 7 aus der ersten Kunststoffkomponente um die Flachleiterschiene 2 herum extrudiert. Wie in 6 dargestellt, ist es alternativ dazu auch möglich, den Kunststoffmantel 7 separat zu extrudieren und diesen dann bereitzustellen, um die Flachleiterschiene 2 darin anzuordnen und zum Beispiel daran über die Rasteinrichtung 16 zu verrasten. Gleichzeitig mit dem Extrudieren des Kunststoffmantels erfolgt ein Ummanteln der Leiter 12, die somit in demselben Kunststoffmantel 7 wie die Flachleiterschiene 2 aufgenommen ist.

Für einige der vorstehenden Ausführungsbeispiele ist es aber auch möglich, den Kunststoffmantel 7 zu co-extrudieren, um den Kunststoffmantel 7 aus der ersten Kunststoffkomponente auszuformen und zusätzlich die zweite Kunststoffkomponente 15, 15', 15'' auf die Flachleiterschiene 2 aufzubringen. Das Co-Extrudieren erfolgt entweder im gleichen oder in einem weiteren Extrusionswerkzeug wie das Extrudieren des Kunststoffmantels.

Ausgehend von den dargestellten Ausführungsbeispielen können die Flachleiteranordnung 1 oder das Herstellungsverfahren dafür in vielerlei Hinsicht abgewandelt werden. So ist es beispielsweise möglich, dass an dem Kunststoffmantel ein Abrasionsschutz mit ausgeformt wird, wofür die erste Kunststoffkomponente eine vergleichsweise höhere Härte aufweisen sollte.

Bezugszeichenliste

1
Elektrische Flachleiteranordnung
2, 2', 2''
Flachleiterschiene
3, 3', 3''
(erste) Schmalseite der Flachleiterschiene
4, 4', 4''
(zweite) Schmalseite der Flachleiterschiene
5, 5', 5''
(erste) Flachseite der Flachleiterschiene
6, 6', 6''
(zweite) Flachseite der Flachleiterschiene
7, 7', 7''
Kunststoffmantel (z.B. erste Kunststoffkomponente)
8, 8', 8''
(erste) Schmalseite der ersten Kunststoffkomponente
9, 9', 9''
(zweite) Schmalseite der ersten Kunststoffkomponente
10, 10', 10''
(erste) Flachseite der ersten Kunststoffkomponente
11, 11', 11''
(zweite) Flachseite der ersten Kunststoffkomponente
12
elektrische(r) Leiter
13
Schneidnut(en), Trenn-Nut(en) oder Sollbruchstelle(n)
14
elektrische Isolation
15, 15', 15''
(zweite) Kunststoffkomponente
16
Rasteinrichtung

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

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Zitierte Patentliteratur

  • DE 102014004431 B4 [0003]
  • DE 102014109141 A1 [0004]
  • DE 102015220115 [0005]