Title:
Fahrzeug mit Rangiersystem
Document Type and Number:
Kind Code:
A1

Abstract:

Bei einem Fahrzeug (1) mit einem Rangiersystem zum Rangieren eines vorbestimmten Teils des Fahrzeugs (7) in eine von einem Zielobjekt (2) gegebene Zielposition, wobei das Rangiersystem eine erste am Fahrzeug angeordnete Sensoreinrichtung (3) zum Erfassen des Zielobjekts und eine Berechnungseinrichtung zur Berechnung einer Bahn des vorbestimmten Teils (7) des Fahrzeugs in die Zielposition mit Hilfe eines von der ersten Sensoreinrichtung (3) erfassten Bildes des Zielobjekts aufweist, soll ein schnelles und sicheres Rangieren durch eine verbesserte Überwachung des Rangierprozesses und eine verbesserte Bahnberechnung des vorbestimmten Teils (7) des Fahrzeugs (1) in die Zielposition ermöglicht werden, wodurch Unfälle und Schäden an Menschen, Fahrzeugen und Waren vermieden werden. Dies wird dadurch erreicht, dass das Rangiersystem eine zweite Sensoreinrichtung (4) aufweist, die relativ zur ersten Sensoreinrichtung (3) in Längsrichtung des Fahrzeugs (1) versetzt am Fahrzeug (1) angeordnet ist.





Inventors:
Sommer, Martin (52062, Aachen, DE)
Augspurger, Tobias (52066, Aachen, DE)
Kraft, Oskar (52222, Stolberg, DE)
Bellof, Marco (52070, Aachen, DE)
Application Number:
DE102016111618
Publication Date:
12/28/2017
Filing Date:
06/24/2016
Assignee:
Deutsche Post AG, 53113 (DE)
International Classes:
B60W30/06; B60P1/64; B60R1/00; B60W40/02; B60W40/10; G01S17/88; G06K9/62
Domestic Patent References:
DE102006057610A1N/A
DE19526702A1N/A
Attorney, Agent or Firm:
Michalski Hüttermann & Partner Patentanwälte mbB, 40221, Düsseldorf, DE
Claims:
1. Fahrzeug (1) mit einem Rangiersystem zum Rangieren eines vorbestimmten Teils (7) des Fahrzeugs in eine von einem Zielobjekt (2) gegebene Zielposition, wobei das Rangiersystem eine erste am Fahrzeug (1) angeordnete Sensoreinrichtung (3) zum Erfassen des Zielobjekts (2) und eine Berechnungseinrichtung zum Berechnen einer Bahn des vorbestimmten Teils des Fahrzeugs (7) in die Zielposition mit Hilfe eines von der ersten Sensoreinrichtung (3) erfassten Bildes des Zielobjekts (2) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass das Rangiersystem eine zweite Sensoreinrichtung (4) aufweist, die relativ zur ersten Sensoreinrichtung (3) in Längsrichtung des Fahrzeugs versetzt am Fahrzeug (1) angeordnet ist.

2. Fahrzeug mit einem Rangiersystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei den Sensoreinrichtungen (3, 4) um Kameras und/oder LIDAR-Sensoren und/oder Time-of-Flight-Kameras handelt.

3. Fahrzeug mit einem Rangiersystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoreinrichtungen (3, 4) längs der Hochachse des Fahrzeugs (1) versetzt am Fahrzeug (1) angebracht sind.

4. Fahrzeug mit einem Rangiersystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe wenigstens einer der Sensoreinrichtungen (3, 4), vorzugsweise die Höhen beider Sensoreinrichtungen (3, 4), verstellbar ist bzw. sind.

5. Fahrzeug mit einem Rangiersystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Sensoreinrichtung (3) an dem vorbestimmten Teil (7) des Fahrzeugs angebracht ist und die zweite Sensoreinrichtungen (4) an einer derartigen Stelle am Fahrzeug (1) angebracht ist, aus welcher die zweite Sensoreinrichtung (4) das für das Rangieren relevante Bild des Zielobjekts (2) aus einer zur Position der ersten Sensoreinrichtung (3) erhöhten Position erfassen kann.

6. Fahrzeug mit einem Rangiersystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Blickwinkel der ersten Sensoreinrichtung (3) vom Blickwinkel einer der zweiten Sensoreinrichtung (4) verschieden ist.

7. Fahrzeug mit einem Rangiersystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Sensoreinrichtung (3, 4), vorzugweise beide Sensoreinrichtungen (3, 4), drehbar und/oder schwenkbar ist bzw. sind und somit die Blickwinkel wenigstens einer der Sensoreinrichtungen (3, 4), vorzugsweise der Blickwinkel beider Sensoreinrichtungen (3, 4), verstellbar ist bzw. sind.

8. Fahrzeug mit einem Rangiersystem nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoreinrichtungen (3, 4) derart ausgestaltet sind, dass sie unabhängig voneinander, zusammen mit der Berechnungseinrichtung, die Berechnung einer Bahn des vorbestimmten Teils (7) des Fahrzeugs (1) in die Zielposition erlauben.

9. Fahrzeug mit einem Rangiersystem nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine der Sensoreinrichtungen (3, 4), vorzugsweise beide Sensoreinrichtungen (3, 4), entlang der Längsrichtung des Fahrzeugs (1) verschiebbar ist bzw. sind.

10. Fahrzeug mit einem Rangiersystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine der Sensoreinrichtungen (3, 4), vorzugsweise beide Sensoreinrichtungen (3, 4), längs der Querachse des Fahrzeugs (1) verschiebbar ist bzw. sind.

Description:

Die Erfindung betrifft ein Fahrzeug mit einem Rangiersystem zum Rangieren eines vorbestimmten Teils des Fahrzeugs in eine von einem Zielobjekt gegebene Zielposition, wobei das Rangiersystem eine erste am Fahrzeug angeordnete Sensoreinrichtung zum Erfassen des Zielobjekts und eine Berechnungseinrichtung zum Berechnen einer Bahn des vorbestimmten Teils des Fahrzeugs in die Zielposition mit Hilfe eines von der ersten Sensoreinrichtung erfassten Bildes des Zielobjekts aufweist.

Im Bereich des Transportwesens und der Logistik ist ein schnelles und sicheres Umschlagen von Waren von großer Bedeutung. Häufig werden Waren für den Transport in Frachtbehältern, wie z.B. Containern, Rollcontainern oder Wechselbrücken verstaut, die mittels Nutzfahrzeugen oder Unterfahrschleppern unterfahren und für den Weitertransport aufgenommen werden. Die Fahrzeuge zum Aufnehmen der Waren müssen dabei unter den aufzunehmenden Frachtbehälter rangiert werden. Maßgeblich hierfür ist ein schnelles und sicheres Rangieren. Heutzutage geschieht das Rangieren häufig mit Hilfe von Sensoreinrichtungen, die am Fahrzeug angebracht sind und ein Zielobjekt erfassen und mittels einer Berechnungseinrichtung eine Bahn des Fahrzeugs in die von dem Zielobjekt gegebene Zielposition berechnen können.

Im Stand der Technik sind verschiedene Verfahren und Vorrichtungen zum sensorgestützten Rangieren und Unterfahren eines Objektes bekannt. So wird in der DE 195 26 702 A1 ein System zum Rückwärtsrangieren und zum Umschlagen von Wechselbehältern beschrieben, bei dem eine auf die Zone der rückwärtigen Fahrtrichtung ausgerichtete Kamera am Straßenfahrzeug oder Anhänger befestigt ist, dessen Lenkung beim Rückwärtsrangieren in eine vorgegebene Zielposition für das Umschlagen von Behältern mit einer Regeleinrichtung selbsttätig geregelt wird.

In der DE 10 2006 035 929 A1 wird ein Verfahren zum sensorgestützten Unterfahren eines Objekts, insbesondere einer Wechselbrücke, mit einem Nutzfahrzeug beschrieben, wobei Umgebungsinformationen von wenigstens einem am Heck des Nutzfahrzeugs angeordneten Sensors erfasst werden und anhand der erfassten Umgebungsinformationen die Relativposition zwischen dem Objekt und dem Nutzfahrzeug bestimmt wird.

Auch die DE 10 2006 057 610 A1 beschreibt ein Verfahren und eine Vorrichtung zum bildgestützten Andocken an ein Zielobjekt mit einem Fahrzeug. Dabei werden Entfernungsinformationen aus der Umgebung des Fahrzeugs mittels eines am Heck des Fahrzeugs angebrachten Bildsensors erfasst. Anhand der Entfernungsinformationen werden der Abstand zwischen dem Fahrzeug und dem Zielobjekt bestimmt sowie eine Fahrzeughöhenregelung zum Andocken an das Zielobjekt durchgeführt.

Problematisch bei diesen Verfahren und Vorrichtungen ist häufig die Platzierung der Sensoreinrichtungen am Fahrzeug. Gerade der sensible Vorgang während des Unterfahrens des Zielobjekts kann z.B. bei tiefstehender Sonne, die auf eine Sensoreinrichtung scheint, unter Umständen nicht vollständig überwacht oder überhaupt nicht durchgeführt werden. Für eine funktionierende Relativpositionierung muss mindestens auch das Zielobjekt wahrgenommen werden können. Ist dies nicht der Fall, z.B. aufgrund von Blendung, ist der Vorgang generell nicht durchführbar. Unfälle und Beschädigungen an Fahrzeugen, Frachtbehältern und Waren können die Folge sein.

Ausgehend davon liegt der Erfindung somit die Aufgabe zugrunde, eine Möglichkeit bereitzustellen, um ein schnelles, sicheres und robustes Rangieren durch eine verbesserte Überwachung des Rangierprozesses und eine verbesserte Bahnberechnung des vorbestimmten Teils des Fahrzeugs in die Zielposition zu ermöglichen. Unfälle und Schäden an Frachtbehältern, Fahrzeugen und Waren sollen dadurch vermieden werden, und unabhängig von Witterungseinflüssen soll in der Praxis eine hohe Verfügbarkeitsquote erzielt werden.

Die Lösung der Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß durch den Gegenstand des Anspruchs 1. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.

Erfindungsgemäß vorgesehen ist damit ein Fahrzeug mit einem Rangiersystem zum Rangieren eines vorbestimmten Teils des Fahrzeugs in eine von einem Zielobjekt gegebene Zielposition, wobei das Rangiersystem eine erste am Fahrzeug angeordnete Sensoreinrichtung zum Erfassen des Zielobjekts und eine Berechnungseinrichtung zum Berechnen einer Bahn des vorbestimmten Teils des Fahrzeugs in die Zielposition mit Hilfe eines von der ersten Sensoreinrichtung erfassten Bildes des Zielobjekts aufweist, wobei das Rangiersystem eine zweite Sensoreinrichtung aufweist, die relativ zur ersten Sensoreinrichtung in Längsrichtung des Fahrzeugs versetzt am Fahrzeug angeordnet ist. Durch die versetzt angeordnete zweite Sensoreinrichtung wird eine verbesserte Überwachung des Rangierprozesses und eine verbesserte Bahnberechnung des vorbestimmten Teils des Fahrzeugs in die Zielposition ermöglicht.

In vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung handelt es sich bei den Sensoreinrichtungen um Kameras und/oder LiDAR-Sensoren und/oder Time-of-Flight-Kameras. Mit dem Begriff „Bild“ ist insofern vorliegend all das gemeint, was mit derartigen optischen Sensoren erfasst werden kann. Grundsätzlich ist eine beliebige Kombination dieser Arten von Sensoreinrichtungen möglich. Die zuvor genannten Sensoreinrichtungen und Kameras sind in dem Bereich der 3D-Kameras angesiedelt, die die bildliche Darstellung von Entfernungen einer ganzen Szene erlauben. Der Begriff LiDAR steht für englisch: „Light detection and ranging“ und bezeichnet ein Verfahren zur optischen Abstands- und Geschwindigkeitsmessung. Dieses Verfahren wird bevorzugt bei fahrerlosen Transportfahrzeugen zur Hinderniserkennung und zur Vermeidung von Unfällen mit Personen, die die automatischen Fahrwege kreuzen könnten, verwendet.

TOF-Kameras (englisch: time of flight, TOF, auch ToF) sind 3D-Kamerasysteme, die mit einem Laufzeitverfahren Distanzen messen. Dazu wird eine zu vermessende Szene mittels eines Lichtpulses ausgeleuchtet und die Kamera misst für jeden Bildpunkt die Zeit, die das Licht bis zum Objekt und wieder zurück braucht. Die benötigte Zeit ist direkt proportional zur Distanz. Die zuvor genannten Sensoreinrichtungen sind besonders vorteilhaft, da sie für jeden Bildpunkt die Entfernung des darauf abgebildeten Objektes erfassen können. Objekte können dadurch mittels einer Bildanalyse der aufgenommenen Bilder erkannt werden und die optimale Bahn des vorbestimmten Teils des Fahrzeugs in die Zielposition mittels der Berechnungseinrichtung berechnet werden.

Grundsätzlich können die Sensoreinrichtungen auf der selben Höhe angeordnet sein. Vorteilhaft sind die Sensoreinrichtungen jedoch längs der Hochachse des Fahrzeugs versetzt am Fahrzeug angebracht. Als Hochachse wird die z-Achse des Koordinatensystems bezeichnet. Durch eine versetzte Anordnung der Sensoreinrichtungen entlang der Hochachse des Fahrzeugs können unterschiedliche Bereiche besser überwacht werden, so dass der Rangierprozesses besser überwacht und die Bahn genauer berechnet werden kann. Zusätzlich oder alternativ dazu ist gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung vorgesehen, dass die beiden Sensoreinrichtungen unterschiedliche Nickwinkel aufweisen, also längs der Querachse des Fahrzeugs unterschiedlich rotiert sind.

Die Sensoreinrichtungen können grundsätzlich fest bzw. starr installiert sein. Vorzugsweise ist jedoch vorgesehen, dass die Höhe wenigstens einer der Sensoreinrichtungen, vorzugsweise die Höhen beider Sensoreinrichtungen, verstellbar ist bzw. sind. Die Höhenverstellung ist vorteilhaft, um die Sensoreinrichtungen an verschiedene Situationen anzupassen und so für jede Sensoreinrichtung die beste Sicht auf das zu erfassende Zielobjekt zu ermöglichen. Des Weiteren kann eine Höhenverstellung bei einer Änderung des vorbestimmten Teils des Fahrzeugs sinnvoll sein. Beispielsweise kann dadurch der vorbestimmte Teil des Fahrzeugs gewechselt und das Fahrzeug mit der anderen Seite in eine von einem Zielobjekt gegebene Zielposition rangiert werden. Dies kann insbesondere bei autonomen Transsportfahrzeugen sinnvoll sein, die dafür ausgelegt sind, die Frachtbehälter mit beiden Enden ihrer Längsrichtung zu unterfahren und aufzunehmen. Ein umständliches Umrangieren des Fahrzeugs kann daher durch die einfache Höhenverstellung der Sensoreinrichtungen vermieden werden.

Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung kann es vorgesehen sein, dass die erste Sensoreinrichtung an dem vorbestimmten Teil des Fahrzeugs angebracht ist und die zweite Sensoreinrichtungen an einer derartigen Stelle am Fahrzeug angebracht ist, aus welcher die zweite Sensoreinrichtung das für das Rangieren relevante Bild des Zielobjekts aus einer zur Position der ersten Sensoreinrichtung erhöhten Position erfassen kann. Durch solch eine Anordnung der Sensoreinrichtungen wird sichergestellt, dass beide Sensoreinrichtungen das Zielobjekt optimal erfassen können. Transportfahrzeuge zum Transport von Waren besitzen häufig eine flache, parallel zur Fahrbahn verlaufende Ladefläche, die für die Aufnahme von Frachtbehältern konzipiert ist.

Durch die erhöhte Position der zweiten Sensoreinrichtung kann nicht nur eine optimale Erfassung des Zielobjekts, sondern auch eine Überwachung der Ladefläche sichergestellt werden. Auf der Ladefläche befindliche Hindernisse, die bei der Aufnahme der Frachtbehälter hinderlich sein könnten, können somit frühzeitig erkannt und Unfälle können verhindert werden. Des Weiteren wird sichergestellt, dass mittels der zweiten Sensoreinrichtung das Zielobjekt erfasst werden kann, falls mittels der ersten Sensoreinrichtung das Erfassen des Zielobjekts nicht möglich ist. Alternativ oder zusätzlich dazu kann es vorgesehen sein, dass der Blickwinkel der ersten Sensoreinrichtung vom Blickwinkel der zweiten Sensoreinrichtung verschieden ist. Verschiedene Blickwinkel können für das Erfassen des Zielobjekts von Vorteil sein.

Alternativ oder zusätzlich dazu kann außerdem vorgesehen sein, dass wenigstens eine Sensoreinrichtung, vorzugweise beide Sensoreinrichtungen, drehbar und/oder schwenkbar ist bzw. sind und somit der Blickwinkel wenigstens einer der Sensoreinrichtungen, vorzugsweise die Blickwinkel beider Sensoreinrichtungen, verstellbar ist bzw. sind. Durch drehbar und/oder schwenkbar angeordnete Sensoreinrichtungen kann immer ein möglichst guter Blickwinkel auf das zu erfassende Zielobjekt erzielt werden. Des Weiteren kann das Drehen und/oder Schwenken von Vorteil sein, da sich dadurch die Anzahl der Sensoren verringern lässt. Wird beispielsweise bei einem Fahrzeug beabsichtigt, das andere Ende seiner Längsrichtung zur Aufnahme der Frachtbehälter zu verwenden, können die Sensoreinrichtungen durch einfaches Schwenken und/oder Drehen auf das Zielobjekt neu ausgerichtet werden.

In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung sind die Sensoreinrichtungen derart ausgestaltet, dass sie unabhängig voneinander, aber natürlich zusammen mit der Berechnungseinrichtung, die Berechnung einer Bahn des vorbestimmten Teils des Fahrzeugs in die Zielposition erlauben. Eine unabhängige Berechnung der Bahn kann insbesondere dann von Vorteil sein, falls eine der Sensoreinrichtungen nicht mehr für die Berechnung der Bahn genutzt werden kann. Dies kann beispielsweise bei einem Ausfall der Sensoreinrichtungen der Fall sein oder dann, wenn eine Sensoreinrichtung durch das zu unterfahrende Objekt verdeckt wird oder bei schlechten Sichtbedingungen. Ferner kann die nicht für die Berechnung der Bahn verwendete Sensoreinrichtung für weitere Aufgaben, z.B. als Kollisionswarnsystem, eingesetzt werden.

Insbesondere kann es vorgesehen sein, dass wenigstens eine der Sensoreinrichtungen, vorzugsweise beide Sensoreinrichtungen, entlang der Längsrichtung des Fahrzeugs verschiebbar ist bzw. sind. Alternativ oder zusätzlich dazu kann es vorgesehen sein, dass wenigstens eine der Sensoreinrichtungen, vorzugsweise beide Sensoreinrichtungen, längs der Querachse des Fahrzeugs verschiebbar ist bzw. sind. Als Querachse wird die y-Achse des Koordinatensystems bezeichnet, die senkrecht zur Fahrtrichtung und zur Längsachse angeordnet ist. Sind die aufzunehmenden Frachtbehälter nicht genormt oder variiert ihre Größe, kann eine Verschiebung der Sensoreinrichtungen entlang der Längsrichtung oder der Querachse des Fahrzeugs von Vorteil sein. Das Rangiersystem lässt sich damit auf einfache Weise auf verschiedene Frachtbehälter einstellen. Beispielsweise kann bei längeren Fahrzeugen und kleineren Containern ein Verschieben der Sensoreinrichtungen Sinn machen, um einen möglichst guten Blickwinkel auf das Zielobjekt zu erreichen. Ein Verschieben der Sensoreinrichtungen kann dabei auch während des Rangierprozesses erfolgen, um somit eine bestmögliche Erfassung des Zielobjekts zu erreichen.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnung weiter erläutert.

In der Zeichnung zeigt die einzige Figur eine Seitenansicht eines Fahrzeugs mit Rangiersystem gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung.

Die Figur zeigt eine Seitenansicht eines Fahrzeugs mit Rangiersystem gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung, wobei das Fahrzeug 1 mit einem zum Rangieren vorbestimmten Teil 7 des Fahrzeugs 1 in eine von einem Zielobjekt 2 gegebene Zielposition in Richtung des Zielobjekts 2 zeigt. Das Zielobjekt 2 ist hier als Wechselbrücke gezeigt.

Am vorbestimmten Teil 7 des Fahrzeugs 1 ist eine erste Sensoreinrichtung 3 zum Erfassen des Zielobjekts 2 angebracht. Die erste Sensoreinrichtung 3 ist drehbar und schwenkbar montiert. Dadurch kann sichergestellt werden, dass ihr Blickwinkel der Situation angepasst werden kann und immer eine möglichst gute Erfassung des Zielobjekts 2 gewährleistet ist. Wird beim Rangieren zur Aufnahme des Zielobjekts 2 die erste Sensoreinrichtung 3 durch das Zielobjekt verdeckt, z.B. beim Unterfahren der Wechselbrücke, kann der Blickwinkel der ersten Sensoreinrichtung 3 so verändert werden, dass er den Bereich unterhalb des Zielobjekts 2 überwachen kann. Menschen und Gegenstände können dadurch erkannt und Unfälle und Kollisionen vermieden werden.

Weiter ist vorgesehen, dass die Höhe der ersten Sensoreinrichtung 3 verstellbar ist. Um das Zielobjekt 2 optimal erfassen zu können, ist eine zweite Sensoreinrichtung 4 relativ zur ersten Sensoreinrichtung 3 in Längsrichtung des Fahrzeugs 1 versetzt am Fahrzeug 1 angeordnet. Die zweite Sensoreinrichtung 4 ist an einer derartigen Stelle am Fahrzeug 1 angebracht, aus welcher sie das für das Rangieren relevante Bild des Zielobjekts 2 aus einer zur Position der ersten Sensoreinrichtung 3 erhöhten Position erfassen kann. Damit wird sichergestellt, dass der gesamte Rangiervorgang überwacht werden kann. Im Übrigen kann damit bei tief stehender Sonne eine gewisse Abschattung der ersten Sensoreinrichtung 3 durch das Zielobjekt 2 erreicht werden, so dass auch in solchen Situationen ein Rangieren ermöglicht wird, in denen die zweite Sensoreinrichtung 4 durch die Sonne geblendet ist und kein verwertbares Bild aufnehmen kann.

Die zweite Sensoreinrichtung 4 ist höhenverstellbar im Bereich der Fahrerkabine 6 des Fahrzeugs 1 mittels einer höhenverstellbaren Befestigungseinrichtung 5 angebracht. Durch die Höhenverstellung beider Sensoreinrichtungen 3, 4 kann auch erreicht werden, z.B. bei autonom fahrenden Unterfahrschleppern, dass das Fahrzeug mit beiden Enden seiner Längsrichtung in eine von einem Zielobjekt 2 gegebene Zielposition rangiert wird.

Bezugszeichenliste

1
Fahrzeug
2
Zielobjekt
3
Erste Sensoreinrichtung
4
Zweite Sensoreinrichtung
5
Befestigungseinrichtung
6
Fahrerkabine
7
Vorbestimmter Teil des Fahrzeugs

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

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Zitierte Patentliteratur

  • DE 19526702 A1 [0003]
  • DE 102006035929 A1 [0004]
  • DE 102006057610 A1 [0005]