Title:
Vorrichtung zum Aufbringen eines aus wenigstens zwei Komponenten bestehenden, reaktiven Gemisches auf ein Trägermaterial
Kind Code:
A1


Abstract:

Erfindungsgemäß ist eine Vorrichtung zum Aufbringen eines aus wenigstens zwei Komponenten bestehenden, reaktiven Gemisches auf ein Trägermaterial vorgeschlagen, die eine Sprüheinrichtung aufweist, die zur Erzeugung eines flachen, fächerartigen Sprühstrahls und eines im Wesentlichen runden Sprühstrahls in der Lage ist.




Inventors:
Renkl, Josef (85229, Markt-Indersdorf, DE)
Scheidt, Ernst (85221, Dachau, DE)
Application Number:
DE102016111439
Publication Date:
12/28/2017
Filing Date:
06/22/2016
Assignee:
KraussMaffei Technologies GmbH, 80997 (DE)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE102012006048A1N/A2013-10-02
DE102009007703A1N/A2009-10-08



Foreign References:
GB2002262A1979-02-21
Claims:
1. Vorrichtung zum Aufbringen eines aus wenigstens zwei Komponenten bestehenden, reaktiven Gemisches auf ein Trägermaterial (41), mit einer Sprüheinrichtung (10), die zur Erzeugung eines flachen, fächerartigen Sprühstrahls (18) und eines im Wesentlichen runden Sprühstrahls (17) in der Lage ist, und einem Mittel zum Durchführen einer Relativbewegung zwischen der Sprüheinrichtung (10) und dem Trägermaterial (41) in wenigstens zwei Durchgängen über das Trägermaterial (41), wobei die Sprüheinrichtung (10) eine Flachstrahldüse (14) zur Erzeugung des flachen, fächerartigen Sprühstrahls (18) für einen ersten Materialauftrag (42) mit reaktivem Gemisch auf das Trägermaterial (41) und eine Rundstrahldüse (15) zur Erzeugung des runden Sprühstrahls (17) für einen zweiten Materialauftrag (43a, 43b, 43c) mit reaktivem Gemisch auf das Trägermaterial (41) aufweist, wobei die Rundstrahldüse (15) derart ausgebildet ist, dass der zweite Materialauftrag (43a, 43b, 43c) mit reaktivem Gemisch auf zumindest einen Teil des bei dem ersten Materialauftrag (42) auf das Trägermaterial (41) aufgebrachten Materials (42) realisierbar ist.

2. Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei die Sprüheinrichtung (10) einen mit der Flachstrahldüse (14) und der Rundstrahldüse (15) versehenen Mischkopf (44) aufweist.

3. Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei die Sprüheinrichtung (10) einen mit einer Flachstrahldüse (14) versehenen ersten Mischkopf (12) zur Erzeugung des flachen, fächerartigen Sprühstrahls und einen mit einer Rundstrahldüse (15) versehenen zweiten Mischkopf (11) zur Erzeugung des runden Sprühstrahls (17) aufweist.

4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, wobei der Mischkopf (44) oder der zweite Mischkopf (11) mit einer koaxialen Faserzudosierung versehen ist.

5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Vorrichtung ferner eine an der Sprüheinrichtung (10) angebrachte Faserschneidanlage (13) aufweist.

6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Mittel zum Bewegen der Sprüheinrichtung (10) ein Roboter (20) ist.

7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, ferner mit einer Aufnahmeeinrichtung zum Aufnehmen des Trägermaterials (41), wobei die Aufnahmeeinrichtung derart ausgebildet ist, dass eine Lageänderung, insbesondere ein Wenden des Trägermaterials (41) möglich ist, so dass ein beidseitiger Materialauftrag auf das Trägermaterial (41) möglich ist.

Description:

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Aufbringen eines aus wenigstens zwei Komponenten bestehenden, reaktiven Gemisches auf ein Trägermaterial.

Bei der Herstellung von Verbundbauteilen, beispielsweise von faserverstärkten Produkten, ist es bekannt, Fasermatten auf ein Werkstück auf- oder in eine Form einzulegen und anschließend mit einem Kunststoffmaterial zu beschichten. Derartige Verfahren sind in letzter Zeit beispielsweise unter dem Namen „Baypreg-Technologie“ bekannt geworden. Diesbezüglich wird beispielsweise auf die DE 10 2009 007 703 A1 verwiesen.

Zum Auftragen des Kunststoffmaterials, welches beispielsweise ein Polyurethan-Material sein kann, kommen üblicherweise Sprühköpfe zum Einsatz, die einen runden Sprühstrahl erzeugen. Zusätzlich kann die Möglichkeit geschaffen sein, dem Kunststoffmaterial Fasern beizumischen, um eine Verstärkungswirkung zu erzielen. Je nachdem, ob also ein reiner Kunststoffmaterialauftrag oder ein mit Fasern versetzter Kunststoffauftrag für eine partielle Verstärkung des zu beschichtenden Bauteils gewünscht ist, können dann während des Sprühens zusätzlich Fasern beigeben werden. Das Einbringen der Fasern geschieht dabei üblicherweise durch seitliches Einbringen in den Sprühstrahl. Genauer gesagt ist ein separater Faserstrahl vorgesehen, der auf den Kunststoffsprühstrahl gerichtet ist. Die zur Erzeugung des Sprühstrahls üblicherweise verwendeten Rundstrahldüsen haben den Nachteil, dass sie nur einen relativ kleinen Sprühwinkel haben und das Besprühen von großflächigen Teilen zu sehr langen Zykluszeiten führt. Zwar lässt sich durch eine entsprechende Luftzufuhr Einfluss auf den Sprühwinkel nehmen, dies hat allerdings zur Folge, dass ein erhöhter Sprühnebel entsteht. Durch die Erzeugung eines erhöhten bzw. feineren Sprühnebels kommt es jedoch zu einem stärkeren Materialverlust und zu einer stärkeren Verschmutzung der Umgebung. Dies resultiert insgesamt in erhöhten Kosten und einem erhöhten Wartungsaufwand.

Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Aufbringen eines aus wenigstens zwei Komponenten bestehenden, reaktiven Gemisches auf ein Trägermaterial zu schaffen, die bzw. das die oben genannten Nachteile vermeidet.

Diese Aufgabe wird vorrichtungsgemäß durch die im Anspruch 1 angegebenen Merkmale und verfahrensmäßig durch die im Anspruch 7 angegebenen Merkmale gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.

Erfindungsgemäß ist die Vorrichtung zum Aufbringen des aus wenigstens zwei Komponenten bestehenden, reaktiven Gemisches mit einer Sprüheinrichtung versehen, die zur Erzeugung eines flachen, fächerartigen Sprühstrahls und eines im Wesentlichen runden Sprühstrahls in der Lage ist.

Die Vorrichtung kann dabei derart ausgebildet und angepasst sein, dass die Sprüheinrichtung in wenigstens zwei Durchgängen über das Trägermaterial bewegt wird, wobei zum Beispiel in dem ersten Durchgang mit dem flachen, fächerartigen Sprühstrahl ein erster Materialauftrag mit reaktivem Gemisch auf das Trägermaterial erfolgt und anschließend in einem zweiten Durchgang mit dem runden Sprühstrahl ein weiterer Materialauftrag mit reaktivem Gemisch auf zumindest einem Teil des bei dem ersten Materialauftrag auf das Trägermaterial aufgebrachten Materials erfolgt. Dazu hat die Vorrichtung ein Mittel, welches eine Relativbewegung zwischen dem Trägermaterial und der Sprüheinrichtung bewirken kann. Ein solches Mittel kann beispielsweise ein Roboter sein, an dem die Sprüheinrichtung angebracht ist. Der Roboter bewegt dann beispielsweise die Sprüheinrichtung in mehreren Durchgängen über das Trägermaterial. Denkbar wäre jedoch auch eine Anordnung, bei der das Trägermaterial beweglich, beispielsweise an einem Roboter, angeordnet und die Sprüheinrichtung ortsfest angeordnet ist. Auch ist eine Kombination denkbar, bei der sowohl Trägermaterial als auch Sprüheinrichtung beweglich angeordnet sind. Das Bewegen der Sprüheinrichtung über das Trägermaterial ist also nicht nur als reines Bewegen der Sprüheinrichtung selbst zu verstehen, sondern soll sämtliche Ausgestaltungen umfassen, bei denen eine Verlagerung des Auftragsbereichs von reaktivem Gemisch auf dem Trägermaterial erfolgt.

Dieser Aufbau der Vorrichtung hat mehrere Vorteile. Durch die Verwendung des flachen, fächerartigen Sprühstrahls ist es möglich, einen großflächigen Auftrag mit einer hohen Menge vorzunehmen. Dabei können je nach Düsentyp große Sprühbreiten, beispielsweise bis zu 800 mm, erreicht werden. Des Weiteren ermöglicht die Verwendung eines flachen, fächerartigen Sprühstrahls ein sehr genaues Besprühen des Trägermaterials, wodurch es kaum zu einem ungewünschten Hinaussprühen über den zu beschichtenden Bereich kommt. Außerdem kann eine große Fläche des Trägermaterials in sehr kurzer Zeit besprüht werden. Für die meisten Bauteile wird im ersten Durchgang sogar ein einmaliges Überfahren des Trägermaterials ausreichen, um die zu beschichtende Fläche vollständig mit Material zu besprühen. Um gezielte Materialanhäufungen auf dem Trägermaterial zu erzeugen, wird in dem zweiten Durchgang ein runder Sprühstrahl verwendet. Dadurch ist es möglich, in genau definierten Bereichen des Bauteils mehr Material für eine partielle Verstärkung vorzusehen. Insgesamt kann somit durch die Bereitstellung unterschiedlicher Sprühstrahlarten in einer Sprüheinrichtung eine Verkürzung der Zykluszeit erreicht werden.

Um die vorstehenden Sprühstrahlarten zu erzeugen, kann die Sprüheinrichtung eine Flachstrahldüse zur Erzeugung des flachen, fächerartigen Sprühstrahls und eine Rundstrahldüse zur Erzeugung des runden Sprühstrahls aufweisen. Die Sprüheinrichtung kann in einer bevorzugten Ausführungsform einen mit einer Flachstrahldüse versehenen ersten Mischkopf zur Erzeugung des flachen, fächerartigen Sprühstrahls und einen mit einer Rundstrahldüse versehenen zweiten Mischkopf zur Erzeugung des runden Sprühstrahls aufweisen. Diese Anordnung hat den Vorteil, dass die Leistung eines jeden Mischkopfes optimal an den zu erzeugenden Sprühstrahl angepasst sein kann. Alternativ kann die Sprüheinrichtung einen, vorzugsweise einen einzigen, Mischkopf mit einer Flachstrahldüse zur Erzeugung des flachen, fächerartigen Sprühstrahls und einer Rundstrahldüse zur Erzeugung des runden Sprühstrahls aufweisen. Der Mischkopf kann daher sowohl die Flachstrahldüse als auch die Rundstrahldüse aufweisen. Die Sprüheinrichtung gestattet somit einen Wechsel zwischen einem flachen und einem runden Sprühstrahl, wobei die Vorteile beider Sprühstrahlarten optimal ausgenutzt werden können.

Des Weiteren kann der den runden Sprühstrahl erzeugende zweite Mischkopf mit einer Faserzudosierung, vorteilhafterweise einer zur Sprührichtung koaxialen Faserzudosierung versehen sein. Dadurch ist es möglich, dem runden Sprühstrahl wahlweise Fasern zuzugeben, wodurch es wiederum ermöglicht wird, auf dem Trägermaterial lokale, mit Fasern verstärkte Bereiche zu erzeugen.

Es ist vorteilhaft, wenn die Vorrichtung ferner eine an der Sprüheinrichtung angebrachte Faserschneidanlage aufweist. Durch eine derartige Anordnung ist es möglich, den Fasertransportweg zwischen der Faserschneidanlage und dem zweiten Mischkopf so kurz wie möglich zu halten.

Die vorstehend beschriebene Vorrichtung kann eine spezielle Aufnahmeeinrichtung zum Aufnehmen des Trägermaterials aufweisen, mit der eine Lageänderung, insbesondere ein Wenden, des Trägermaterials möglich ist. Bei der Aufnahmeeinrichtung kann es sich beispielsweise um einen Rahmen handeln, in den das Trägermaterial eingespannt ist. Dieser Rahmen kann dann um eine Achse drehbar gehalten sein, wodurch ein Wenden des Trägermaterials und damit ein beidseitiges Besprühen des Trägermaterials möglich ist. Denkbar ist jedoch auch die Anbringung eines derartigen Rahmens an einem Roboter, der den Rahmen dann frei Bewegen und ebenfalls wenden kann. Es ist jedoch auch möglich, das Material einseitig zu besprühen, während es zunächst auf einer Auflage liegt. Zum Besprühen der anderen Seite kann dann beispielsweise ein Roboter mit Nadelgreifer das Trägermaterial aufnehmen und entsprechend positionieren.

Das erfindungsgemäße Verfahren zum Aufbringen des reaktiven Gemisches hat einen ersten Schritt, bei dem mit einer Sprüheinrichtung mit einem flachen, fächerartigen Sprühstrahl ein erster Materialauftrag mit reaktivem Gemisch auf das Trägermaterial erfolgt. Anschließend erfolgt mit der Sprüheinrichtung in einem weiteren Schritt ein weiterer Gemischauftrag mit reaktivem Gemisch mit einem im Wesentlichen runden Sprühstrahl auf zumindest einem Teil des bei dem ersten Gemischauftrag auf das Trägermaterial aufgebrachten Materials. Die Sprüheinrichtung gestattet somit einen Wechsel zwischen einem flachen und einem runden Sprühstrahl, wobei die Vorteile beider Sprühstrahlarten optimal ausgenutzt werden können.

Die Reihenfolge, in welcher die Sprüheinrichtung im Fertigungsprozess den flachen, fächerartigen Sprühstrahl und den im Wesentlichen runden Sprühstrahl erzeugt, ist abhängig von der Art des zu fertigenden Bauteils und kann beliebig variiert werden.

In dem zweiten Schritt können dem Gemisch bzw. dem Sprühstrahl Fasern zudosiert werden. Die Zudosierung kann dabei während des Sprühens durchgehend oder aber auch nur zeitweise vorgenommen werden.

Vorzugsweise wird die Sprüheinrichtung über das Trägermaterial bewegt. So ist es beispielsweise möglich, bei einem Überfahren des Trägermaterials in einer Richtung einen großflächigen Materialauftrag unter Verwendung des flachen Sprühstrahls vorzunehmen und anschließend bei einem Überfahren des Trägermaterials in entgegengesetzter Richtung unter Verwendung des runden Sprühstrahls einen gezielten, zusätzlichen ggf. mit Fasern versehenen Materialauftrag vorzunehmen.

Des Weiteren ist es wünschenswert, dass der zweite Schritt unmittelbar nachfolgend an den ersten Schritt erfolgt, so dass das im ersten Schritt aufgebrachte Material noch nicht auszuhärten beginnt.

Das vorstehend beschriebene Verfahren kann vorteilhafterweise zur Herstellung eines Verbundbauteils verwendet werden. Bei einem solchen Verfahren wird zunächst ein Trägermaterial bereitgestellt. Anschließend wird das reaktive Gemisch mit dem vorstehend beschriebenen Verfahren auf einer Seite des Trägermaterials aufgebracht. Anschließend kann dann das Trägermaterial in eine Form umgesetzt werden, in der dann das aufgebrachte Material aushärtet. Es ist jedoch auch möglich, das Trägermaterial bereits in einer Form bereitzustellen und das reaktive Gemisch auf das in der Form befindliche Trägermaterial aufzubringen.

Überdies ist es bei dem Verfahren zum Herstellen des Verbundbauteils auch möglich, das Trägermaterial im Anschluss an das Aufbringen des Gemisches auf einer Seite des Trägermaterials zu wenden. Dann kann auf der anderen Seite des Trägermaterials mit dem vorstehend beschriebenen Verfahren ebenfalls ein Materialauftrag erfolgen.

Wünschenswerterweise wird als das Trägermaterial eine Verstärkungsstruktur verwendet. Dies kann beispielsweise eine faserige Verstärkungsstruktur wie eine Fasermatte oder dergleichen sein.

Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels sowie anhand der Zeichnungen. Dabei zeigen:

1 eine Draufsicht eines mit dem erfindungsgemäßen Verfahren besprühten Trägermaterials und

2 einen schematischen ersten Aufbau einer Vorrichtung zum Aufbringen eines reaktiven Gemisches auf das Trägermaterial, wobei der Aufbau in Seitenansicht gezeigt ist und das besprühte Trägermaterial in Schnittansicht entlang der Linie A-A in 1 gezeigt ist.

3 einen schematischen zweiten Aufbau einer Vorrichtung zum Aufbringen eines reaktiven Gemisches auf das Trägermaterial, wobei der Aufbau in Seitenansicht gezeigt ist und das besprühte Trägermaterial in Schnittansicht entlang der Linie A-A in 1 gezeigt ist.

Das in 1 gezeigte Trägermaterial 41 ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel eine rechteckige Fasermatte. Auf dieser Fasermatte 41 ist eine im Wesentlichen rechteckige Fläche mit einem Polyurethan-Material 42 besprüht. Das aufgesprühte Polyurethan-Material 42 dringt in die Fasermatte ein. Auf der mit dem Polyurethan-Material 42 besprühten Fläche sind weitere Materialaufträge in Form eines ersten kreisförmigen Materialauftrags 43a, eines zweiten kreisförmigen Materialauftrags 43b sowie ein im Wesentlichen L-förmiger Materialauftrag 43c vorgesehen. Bei diesen weiteren Materialaufträgen handelt es sich ebenfalls um ein Polyurethan-Material, wobei dieses im vorliegenden Fall mit Fasern vermengt ist. Die derart besprühte Fasermatte kann anschließend zum Aushärten in eine Form eingebracht werden. Vor oder nach dem Aushärten des Materials wird der über den Bereich 42 hinausgehende Teil der Fasermatte 41 abgetrennt, so dass im Ergebnis das gewünschte Verbundbauteil erhalten wird.

In 2 und 3 ist jeweils eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Aufbringen von reaktivem Gemisch auf das in 1 gezeigte Trägermaterial gezeigt. Die Vorrichtung besteht im Wesentlichen aus einem Roboter 20, an dem eine Sprüheinrichtung 10 zum Aufbringen des reaktiven Gemisches befestigt ist, einer Komponentenzufuhr 30, die die Einzelkomponenten des zu erzeugenden reaktiven Gemisches bevorratet und der Sprüheinrichtung 10 zuführt, und einer nicht gezeigten Aufnahmeeinrichtung, die das Trägermaterial aufnehmen kann. Die Sprüheinrichtung 10 weist eine Flachstrahldüse 14, die einen flachen, fächerartigen Sprühstrahl 18 erzeugt, und eine Rundstrahldüse 15 zum Erzeugen eines runden Sprühstrahls 17 auf. In der in 2 gezeigten Ausführungsform hat die Sprüheinrichtung 10 einen ersten Mischkopf 11 und einen zweiten Mischkopf 12. Der erste Mischkopf 11 ist mit der Flachstrahldüse 14 versehen, die einen flachen, fächerartigen Sprühstrahl 18 erzeugen kann. Der zweite Mischkopf 12 ist mit der Rundstrahldüse 15 zum Erzeugen eines runden Sprühstrahls 17 versehen. Alternativ kann die Sprüheinrichtung 10, wie in 3 gezeigt, einen einzigen Mischkopf 44 mit der Flachstrahldüse und der Rundstrahldüse aufweisen. Der Mischkopf 44 weist eine Umschaltvorrichtung auf, welche ein Umschalten des Materialaustrags zwischen der Flachstrahldüse und der Rundstrahldüse ermöglicht.

Alle anderen Komponenten und Merkmale der in 3 gezeigten, alternativen Ausführungsform sind im Wesentlichen gleich zu der Ausgestaltung gemäß 2 und können beliebig kombiniert werden.

Neben dem Mischkopf 12 ist eine Faserschneidanlage 13 angeordnet. Die Faserschneidanlage 13 ist über ein Rohr 16 mit dem zweiten Mischkopf 12 verbunden. Die Komponentenzufuhr 30 hat mehrere Behälter 32 zum Bevorraten der einzelnen Komponenten des zu erzeugenden reaktiven Gemisches und eine Pumpe 33, die die einzelnen Komponenten aus den jeweiligen Behältern entnehmen und Druckbeaufschlagen kann. Die Pumpe 33 ist über Leitungen 31 mit dem ersten Mischkopf 11 und dem zweiten Mischkopf 12 verbunden und führt dem jeweiligen Mischkopf je nach Bedarf entsprechende Komponentenmengen zu.

In 2 ist die besprühte Fasermatte 41, wie bereits vorstehend erwähnt, im Schnitt entlang der Linie A-A von 1 gezeigt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass diese Figur lediglich der schematischen Veranschaulichung des Auftrags bzw. Aufsprühens der Kunststoffmaterialien dienen soll. Insbesondere der Materialauftrag 42 wird bei Verwendung einer Fasermatte in diese zumindest teilweise eindringen. Dies ist jedoch hier nicht dargestellt.

Das Aufbringen der einzelnen Materialschichten gestaltet sich wie folgt. Zunächst erfolgt in einem ersten Durchgang der Auftrag des Materials 42 auf die Fasermatte 41. Dazu wird die Sprüheinrichtung 10 durch den Roboter 20 an das in 1 unten gezeigte Ende der Fasermatte 41 bewegt. Die Komponentenzufuhr 30 führt dann dem Mischkopf 11 die gewünschten Komponenten in vorbestimmter Menge zu und in dem Mischkopf 11 findet eine Vermischung der Komponenten statt. Aus dem Mischkopf 11 erfolgt dann ein Materialaustrag durch die Flachstrahldüse 14, wobei die Vorrichtung dabei gleichmäßig über die Fasermatte 41 bewegt wird. Durch Verwendung der Flachstrahldüse 14 kann somit durch einfaches Überfahren der Fasermatte 41 ein großer Teil von dieser mit Material besprüht werden. Dann wird der erste Materialauftrag beendet, indem die Komponentenzufuhr zu dem ersten Mischkopf 11 gestoppt bzw. der Mischkopf 11 in einen Komponentenzirkulationszustand gebracht wird. Unmittelbar im Anschluss an diesen Materialauftrag erfolgt ein weiterer Materialauftrag mit dem mit der Rundstrahldüse 15 versehenen zweiten Mischkopf 12. In einem zweiten Durchgang wird nun auf das im vorherigen Durchgang aufgebrachte Material 42 teilweise ein weiterer Materialauftrag vorgenommen. Wie dies aus 1 ersichtlich ist, erfolgt ein Teil des zweiten Materialauftrags 43c L-förmig und erfolgen weitere Materialaufträge 43a, 43b in Kreisform. Das in diesem zweiten Durchgang verwendete Material kann ein reines Polyurethangemisch oder zusätzlich ein mit Fasern versetztes Polyurethan-Material sein. Durch diesen gezielten zweiten Materialauftrag können Verstärkungsstellen an dem Bauteil vorgesehen werden.

Bezugszeichenliste

10
Sprüheinrichtung
11
Erster Mischkopf
12
Zweiter Mischkopf
13
Faserschneidanlage
14
Flachstrahldüse
15
Rundstrahldüse
16
Rohr
17
Runder Sprühstrahl
18
Flacher, fächerartiger Sprühstrahl
20
Roboter
30
Komponentenzufuhr
31
Leitungen
32
Behälter
33
Pumpe
40
Beschichtetes Trägermaterial
41
Trägermaterial
42
Erster Materialauftrag
43a
Weiterer Materialauftrag
43b
Weiterer Materialauftrag
43c
Weiterer Materialauftrag
44
Mischkopf

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

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Zitierte Patentliteratur

  • DE 102009007703 A1 [0002]