Title:
Gehäuseanordnung für eine Kamera, Kamera, Fahrerassistenzsystem, Kraftfahrzeug sowie Verfahren zum Herstellen einer Kamera
Document Type and Number:
Kind Code:
A1

Abstract:

Die Erfindung betrifft eine Gehäuseanordnung (8) für eine Kamera (4) eines Kraftfahrzeugs (1), wobei die Gehäuseanordnung (8) zumindest eine Gehäusekomponente (8a, 8b) mit einem Innenraum (12a, 12b) zum Aufnehmen zumindest einer Funktionskomponente (13a, 13b) der Kamera (4) aufweist, wobei die zumindest eine Gehäusekomponente (8a, 8b) zumindest ein Ventil (25, 26) zum Evakuieren des Innenraums (12a, 12b) und zum Einfüllen eines Inertgases in den Innenraum (12a, 12b) aufweist, wobei die zumindest eine Gehäusekomponente (8a, 8b) in einem geschlossenen Zustand des zumindest einen Ventils (25, 26) hermetisch abgedichtet ist. Die Erfindung betrifft außerdem eine Kamera (4), ein Fahrerassistenzsystem (2), ein Kraftfahrzeug (1) sowie ein Verfahren.





Inventors:
Durkan, Darren (County Galway, Tuam, IE)
Application Number:
DE102016110921A
Publication Date:
12/21/2017
Filing Date:
06/15/2016
Assignee:
Connaught Electronics Ltd., County Galway (Tuam, IE)
International Classes:
B60R11/04; B60R1/00; B60R1/10; G02B7/02; G03B17/02
Domestic Patent References:
DE102014113992A1N/A
Foreign References:
20020140848
20110187915
EP0992773
EP2353940
Attorney, Agent or Firm:
Jauregui Urbahn, Kristian, Dr. rer. nat., 74321, Bietigheim-Bissingen, DE
Claims:
1. Gehäuseanordnung (8) für eine Kamera (4) eines Kraftfahrzeugs (1), wobei die Gehäuseanordnung (8) zumindest eine Gehäusekomponente (8a, 8b) mit einem Innenraum (12a, 12b) zum Aufnehmen zumindest einer Funktionskomponente (13a, 13b) der Kamera (4) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Gehäusekomponente (8a, 8b) zumindest ein Ventil (25, 26) zum Evakuieren des Innenraums (12a, 12b) und zum Einfüllen eines Inertgases in den Innenraum (12a, 12b) aufweist, wobei die zumindest eine Gehäusekomponente (8a, 8b) in einem geschlossenen Zustand des zumindest einen Ventils (25, 26) hermetisch abgedichtet ist.

2. Gehäuseanordnung (8) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Gehäusekomponente (8a, 8b) ein erstes Ventil (25) zum Evakuieren des Innenraums (12a, 12b) und ein zweites Ventil (26) zum Einfüllen des Inertgases in den Innenraum (12a, 12b) aufweist.

3. Gehäuseanordnung (8) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das zumindest eine Ventil (25, 26) als ein Rückschlagventil ausgebildet ist.

4. Gehäuseanordnung (8) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Rückschlagventil als Kugelventil (27) ausgebildet ist.

5. Gehäuseanordnung (8) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Gehäusekomponente (8a, 8b) zur hermetischen Abdichtung der zumindest einen Gehäusekomponente (8a, 8b) zumindest ein Dichtungselement (20) aufweist.

6. Gehäuseanordnung (8) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gehäuseanordnung (8) als die zumindest eine Gehäusekomponente (8, 8b) ein Objektivgehäuse (9) zum Aufnehmen zumindest einer Elektronikkomponente (14) der Kamera (4) als die zumindest eine Funktionskomponente (13a, 13b) aufweist, wobei das Objektivgehäuse (9) eine um eine Längsachse (L) der Kamera (4) umlaufende Seitenwand (16), ein Rückgehäuse (17) zum rückseitigen Abdecken des Objektivgehäuses (9) sowie ein Frontgehäuse (18) zum frontseitigen Abdecken des Objektivgehäuses (9) und zum Halten eines Objektivs (11) der Kamera (4) aufweist.

7. Gehäuseanordnung (8) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das zumindest eine Ventil (25, 26) in der Seitenwand (16) des Objektivgehäuses (9) angeordnet ist.

8. Gehäuseanordnung (8) nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Gehäuseanordnung (8) ein Steckergehäuse (21) aufweist, wobei das Steckergehäuse (21) mit der Seitenwand (21) des Objektivgehäuses (9) mechanisch verbunden ist, und wobei das Rückgehäuse (17) entlang der Längsachse (L) zwischen dem Steckergehäuse (21) und der Seitenwand (16) angeordnet ist und über das Steckergehäuse (21) mit der Seitenwand (21) mechanisch verbunden ist.

9. Gehäuseanordnung (8) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gehäuseanordnung (8) als die zumindest eine Gehäusekomponente (8a, 8b) einen Objektivtubus (10) zum Halten von zumindest einer Linse (15) eines Objektivs (11) der Kamera (4) als die zumindest eine Funktionskomponente (13a, 13b) der Kamera (4) aufweist.

10. Gehäuseanordnung (8) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Objektivtubus (10) zum Aufnehmen von zumindest zwei, entlang einer Längsachse (L) übereinander angeordneten und den Innenraum (12b) des Objektivtubus (10) in zumindest zwei Teilbereiche (12c, 12d) unterteilende Linsen (15) ausgelegt ist und der Objektivtubus (10) für jeden Teilbereich (12c, 12d) jeweils zumindest ein Ventil (25, 26) zum Evakuieren des jeweiligen Teilbereiches (12c, 12d) und zum Einfüllen eines Inertgases in den jeweiligen Teilbereich (12c, 12d) aufweist.

11. Kamera (4) für ein Kraftfahrzeug (1) mit zumindest einer Funktionskomponente (13a, 13b) und mit einer Gehäuseanordnung (8) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die zumindest einen Funktionskomponente (13a, 13b) der Kamera (4) in dem Innenraum (12a, 12b) der zumindest einen Gehäusekomponente (8a, 8b) angeordnet ist und der Innenraum (12a, 12b) mit dem Inertgas gefüllt ist.

12. Kamera (4) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Inertgas Argon und/oder Stickstoff ist.

13. Fahrerassistenzsystem (2) für ein Kraftfahrzeug (1) mit zumindest einer Kamera (4) nach Anspruch 11 oder 12.

14. Kraftfahrzeug (1) mit einem Fahrerassistenzsystem (2) nach Anspruch 13.

15. Verfahren zum Herstellen einer Kamera (4), bei welchem eine Gehäuseanordnung (8) mit zumindest einer Gehäusekomponente (8a, 8b) bereitgestellt wird und zumindest eine Funktionskomponente (13a, 13b) in einem Innenraum (12a, 12b) der zumindest einen Gehäusekomponente (8a, 8b) angeordnet wird, dadurch gekennzeichnet, dass der Innenraum (12a, 12b) der zumindest einen Gehäusekomponente (8a, 8b) zuerst über zumindest ein Ventil (25, 26) der zumindest einen Gehäusekomponente (8a, 8b) evakuiert und dann mit einem Inertgas befüllt.

Description:

Die Erfindung betrifft eine Gehäuseanordnung für eine Kamera eines Kraftfahrzeugs, wobei die Gehäuseanordnung zumindest eine Gehäusekomponente mit einem Innenraum zum Aufnehmen zumindest einer Funktionskomponente der Kamera aufweist. Die Erfindung betrifft außerdem eine Kamera mit einer Gehäuseanordnung, ein Fahrerassistenzsystem mit einer Kamera, ein Kraftfahrzeug mit einem Fahrerassistenzsystem sowie ein Verfahren zum Herstellen einer Kamera.

Vorliegend richtet sich das Interesse auf Kameras für Kraftfahrzeuge, insbesondere Außenkameras, welche einen Umgebungsbereich des Kraftfahrzeugs in Bildern erfassen können. Die Kameras weisen Funktionskomponenten auf. Solche Funktionskomponenten können Elektronikkomponenten der Kamera, beispielsweise ein Bildsensor sowie eine Bildverarbeitungseinrichtung, oder optische Komponenten der Kamera, beispielsweise Linsen, sein. Um diese Funktionskomponenten vor Beschädigungen, beispielweise vor witterungsbedingten Beschädigungen beziehungsweise Umwelteinflüssen, zu schützen, sind diese in der Regeln in einem Innenraum eines Gehäuses der Kamera angeordnet. Das Gehäuse ist dabei in der Regel derart abgedichtet, dass kein Wasser sowie keine Schmutzpartikel in den Innenraum des Gehäuses eindringen können.

Um zu vermeiden, dass Temperaturschwankungen zu einem starken Überdruck oder Unterdruck in dem Innenraum des Gehäuses führen oder dass sich aufgrund von Umgebungsbedingungen des Kraftfahrzeugs Kondenswasser in dem Innenraum des Gehäuses bildet, durch welche eine Qualität der erfassten Bilder verschlechtert werden kann, sind aus dem Stand der Technik Belüftungselemente bekannt. Diese Belüftungselemente sind in der Regel in eine den Innenraum umgebende Gehäusewand integriert und sorgen für einen Druckausgleich zwischen dem Innenraum des Gehäuses und dem Umgebungsbereich des Kraftfahrzeugs. Solche Belüftungselemente sind in der Regel als selektiv permeable, atmungsaktive Membranen ausgebildet, beispielsweise als sogenannte „Automotive Vents“ der Firma Gore®. Durch die Membranen kann die Entstehung von Feuchtigkeit beziehungsweise von Kondenswasser in dem Innenraum vermieden werden beziehungsweise Feuchtigkeit aus dem Innenraum nach außen transportiert werden. Zusätzlich können die Belüftungselemente verhindern, dass Wasser und Schmutzpartikel in den Innenraum eindringen. Da diese Belüftungselemente in die Gehäusewand integriert sind, sind sie üblicherweise ebenfalls den Umgebungsbedingungen und der Witterung ausgesetzt. Dabei kann es vorkommen, dass die Belüftungselemente beispielsweise beschädigt werden und sich von der Gehäusewand ablösen. Dadurch können wiederum Feuchtigkeit und Schmutzpartikel in den Innenraum des Gehäuses eindringen, wodurch die darin angeordneten Funktionskomponenten zerstört beziehungsweise beschädigt werden können.

Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Lösung bereitzustellen, wie Funktionskomponenten einer Kamera eines Kraftfahrzeugs besonders gut und zuverlässig gegen Beschädigungen und Umwelteinflüsse geschützt werden können.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Gehäuseanordnung, eine Kamera, ein Fahrerassistenzsystem, ein Kraftfahrzeug sowie ein Verfahren mit den Merkmalen gemäß den jeweiligen unabhängigen Patentansprüchen gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Patentansprüche, der Beschreibung und der Figuren.

Eine erfindungsgemäße Gehäuseanordnung für eine Kamera eines Kraftfahrzeugs umfasst zumindest eine Gehäusekomponente mit einem Innenraum zum Aufnehmen zumindest einer Funktionskomponente der Kamera. Die zumindest eine Gehäusekomponente weist zumindest ein Ventil zum Evakuieren des Innenraums und zum Einfüllen eines Inertgases in den Innenraum auf, wobei die zumindest eine Gehäusekomponente in einem geschlossenen Zustand des zumindest einen Ventils hermetisch abgedichtet ist.

Die Gehäuseanordnung ist Teil einer Kamera eines Kraftfahrzeugs, insbesondere einer Außenkamera des Kraftfahrzeugs, welche zum Erfassen eines Umgebungsbereiches des Kraftfahrzeugs in Bildern ausgelegt ist. Die Gehäuseanordnung umfasst die zumindest eine Gehäusekomponente. Die Gehäusekomponente weist eine Gehäusewand auf, durch welche der Innenraum der Gehäusekomponente gegenüber einem Außenraum, also dem Umgebungsbereich des Kraftfahrzeugs, abgegrenzt beziehungsweise separiert ist. Die Gehäusekomponente, insbesondere die Gehäusewand der Gehäusekomponente, kann beispielsweise mehrteilig ausgebildet sein. Innerhalb der Gehäusekomponente, also in dem Innenraum der Gehäusekomponente, kann die zumindest eine Funktionskomponente der Kamera zumindest bereichsweise angeordnet werden. Die zumindest eine Funktionskomponente ist also zumindest bereichsweise von der Gehäusewand der Gehäusekomponente umgeben.

Da die Kamera insbesondere zur Anordnung an einer Außenseite beziehungsweise einem Außenverkleidungsteil des Kraftfahrzeugs vorgesehen ist und dabei Umwelteinflüssen und der Witterung ausgesetzt ist, soll die zumindest eine Funktionskomponente vor Beschädigungen durch die Umwelteinflüsse und die Witterung geschützt werden. Gleichzeitig sollen durch die Kamera aber besonders zuverlässig qualitativ hochwertige und aussagekräftige Bilder des Umgebungsbereiches erfasst werden. Dazu weist die Gehäusekomponente das zumindest eine Ventil auf, welches insbesondere in die Gehäusewand integriert ist beziehungsweise in der Gehäusewand angeordnet ist. Über das zumindest eine Ventil kann der Innenraum der Gehäusekomponente zuerst evakuiert werden, indem beispielsweise die sich in dem Innenraum befindliche Luft beziehungsweise Sauerstoff über das zumindest eine Ventil abgesaugt wird. Danach kann der evakuierte Innenraum über das zumindest eine Ventil mit dem Inertgas, bevorzugt mit Argon oder Stickstoff, befüllt werden. Das Inertgas ist dabei insbesondere nicht entflammbar. In dem geschlossenen Zustand des zumindest einen Ventils ist die Gehäusekomponente hermetisch abgedichtet. Das Ventil wirkt also in dem geschlossenen Zustand als hermetischer Verschluss. Somit kann insbesondere nach der Evakuierung des Innenraums und der Befüllung des Innenraums mit dem Inertgas kein Stoffaustausch zwischen dem Innenraum der Gehäusekomponente und dem Außenraum der Gehäusekomponente stattfinden. Dies bedeutet, dass das Inertgas nicht aus dem Innenraum der Gehäusekomponente gelangen beziehungsweise entfliehen kann, sondern in dem Innenraum der Gehäusekomponente gehalten wird. Auch kann kein Stoff, beispielweise Schmutzpartikel, Wasser oder Luft, von dem Außenraum in den Innenraum eindringen.

Die Gehäuseanordnung ist dabei insbesondere belüftungselementlos ausgebildet. Dies bedeutet, dass die Gehäusekomponente beziehungsweise die Gehäusewand kein Belüftungselement, beispielsweise in Form von einem „Automotive Vent“, aufweist. Mit anderen Worten bedeutet dies, dass die Gehäuseanordnung anstelle des Belüftungselementes das zumindest eine Ventil aufweist.

Durch die hermetische Abdichtung der Gehäusekomponenten kann somit besonders zuverlässig verhindert werden, dass Wasser und Schmutzpartikel in den Innenraum der Gehäuseanordnung eindringen und dabei die sich in dem Innenraum befindliche Funktionskomponente der Kamera zerstört beziehungsweise beschädigt wird. Durch das zumindest eine Ventil kann im Gegensatz zu einem Belüftungselement eine hermetisch dichte und stabile Gehäuseanordnung bereitgestellt werden. Durch das Befüllen des evakuierten Innenraums mit dem Inertgas kann in vorteilhafter Weise ein positiver Druck in dem Innenraum bereitgestellt werden, welcher beispielsweise in etwa einem Umgebungsdruck des Außenraums entsprechen kann. Somit kann verhindert werden, dass aufgrund des durch die Evakuierung des Innenraums erzeugten Unterdrucks in dem Innenraum die zumindest eine Funktionskomponente, beispielsweise durch Öffnen der Gehäusekomponente, beschädigt wird. Außerdem kann durch das Inertgas verhindert werden, dass sich Kondenswasser in der Kamera bildet, sodass bei einer Kamera mit der erfindungsgemäßen Gehäuseanordnung eine besonders hohe Bildqualität der erfassten Bilder erreicht werden kann. Die von der Kamera erfassten Bilder werden also nicht durch eintretende Feuchtigkeit und sich bildendes Kondenswasser vernebelt. Damit kann verhindert werden, dass ein Nutzer der Kamera aufgrund von schlechter Bildqualität Garantieansprüche geltend macht. Mittels der Gehäuseanordnung kann somit eine wasserdichte und langlebige Kamera bereitgestellt werden, welche von dem Innenraum der zumindest einen Gehäusekomponente aus abgedichtet ist.

Besonders bevorzugt weist die zumindest eine Gehäusekomponente ein erstes Ventil zum Evakuieren des Innenraums und ein zweites Ventil zum Einfüllen des Inertgases in den Innenraum auf. Über das erste Ventil wird also Luft beziehungsweise Sauerstoff aus dem Innenraum der Gehäusekomponente abgesaugt, wobei das erste Ventil einen Rückstrom der Luft von dem Außenraum in den Innenraum verhindert. Der Innenraum kann über das erste Ventil beispielsweise mittels einer Vakuumpumpe evakuiert werden. Über das zweite Ventil wird der Innenraum mit dem Inertgas befüllt, wobei das zweite Ventil den Rückstrom des Inertgases von dem Innenraum in den Außenraum verhindert. Es wird also für jede Durchflussrichtung, also von dem Innenraum in den Außenraum und von dem Außenraum in den Innenraum, ein separates Ventil bereitgestellt. Dadurch können die Ventile besonders kostengünstig ausgebildet werden.

Vorzugsweise ist das zumindest eine Ventil als Rückschlagventil, insbesondere als ein Kugelventil, ausgebildet. Insbesondere sind das erste und das zweite Ventil als Rückschlagventile, insbesondere als Kugelventile, ausgebildet. Rückschlagventile umfassen in der Regel ein Schließelement, welches eine Öffnung des Ventils abschließen kann. Das Schließelement kann die Öffnung dabei in Durchflussrichtung des Mediums freigeben, sodass das Medium entlang dieser Durchflussrichtung durch die Öffnung fließen kann. Kugelventile beziehungsweise Kugelrückschlagventile umfassen als das Schließelement eine bewegliche Kugel, durch welche die Öffnung, welche beispielsweise in der Gehäusewand angeordnet sein kann, verschlossen und freigegeben werden kann. Bei dem ersten Ventil wird in dem geöffneten Zustand des ersten Ventils ein Luftstrom von dem Innenraum in den Außenraum zum Evakuieren des Innenraums ermöglicht. Im geschlossenen Zustand des ersten Ventils wird der Austausch von Luft zwischen Innenraum und Außenraum verhindert. Bei dem zweiten Ventil wird in dem geöffneten Zustand des zweiten Ventils ein Inertgasstrom von dem Außenraum in den Innenraum ermöglicht. In dem geschlossenen Zustand des zweiten Ventils wird der Austausch von Inertgas zwischen dem Innenraum und dem Außenraum verhindert. Die Kugeln bilden dabei in dem geschlossenen Zustand der Ventile den hermetischen Verschluss. Kugelventile können besonders einfach konstruiert werden und damit kostengünstig und in hoher Stückzahl hergestellt werden.

Es erweist sich als vorteilhaft, wenn die zumindest eine Gehäusekomponente zur hermetischen Abdichtung der zumindest einen Gehäusekomponente zumindest ein Dichtungselement aufweist. Ein solches Dichtungselement kann beispielsweise eine Gummidichtung, insbesondere ein O-Ring, sein. Durch das Dichtungselement kann die insbesondere mehrteilig ausgebildete Gehäusekomponente abgedichtet werden, insbesondere nachdem die zumindest eine Funktionskomponente innerhalb der Gehäusekomponente angeordnet wurde. Die Gehäusekomponente kann mittels des zumindest einen Dichtungselementes bis zu einem vorbestimmten Druck, beispielsweise 1,2 bar, abgedichtet werden. Durch das zumindest eine Dichtungselement kann verhindert werden, dass bei insbesondere mehrteiligen Gehäusekomponenten Wasser und Schmutzpartikel in den Innenraum eindringen und das Inertgas aus dem Innenraum entflieht. Durch das zumindest eine Dichtungselement kann somit in geschlossenem Zustand der Ventile die zumindest eine Gehäusekomponente besonders sicher und zuverlässig hermetisch abgedichtet werden.

Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung weist die Gehäuseanordnung als die zumindest eine Gehäusekomponente ein Objektivgehäuse zum Aufnehmen zumindest einer Elektronikkomponente der Kamera als die zumindest eine Funktionskomponente auf, wobei das Objektivgehäuse eine um eine Längsache der Kamera umlaufende Seitenwand, ein Rückgehäuse zum rückseitigen Abdecken des Objektivgehäuses und ein Frontgehäuse zum frontseitigen Abdecken des Objektivgehäuses und zum Halten eines Objektivs der Kamera aufweist. Insbesondere weist die Gehäuseanordnung darüber hinaus ein Steckergehäuse auf, wobei das Steckergehäuse mit der Seitenwand des Objektivgehäuses mechanisch verbunden ist und wobei das Rückgehäuse entlang der Längsachse zwischen dem Steckergehäuse und der Seitenwand angeordnet ist und über das Steckergehäuse mit der Seitenwand mechanisch verbunden ist. Das Objektivgehäuse beziehungsweise Linsengehäuse ist insbesondere als ein quaderförmiges, mehrteiliges Gehäuse ausgebildet. In dem Innenraum des Objektivgehäuses ist die zumindest eine Elektronikkomponente der Kamera angeordnet. Die zumindest eine Elektronikkomponente kann beispielsweise zumindest eine Leiterplatte beziehungsweise ein PCB (printed circuit board) aufweisen. Insbesondere können in dem Innenraum entlang der Längsachse der Kamera zumindest zwei Leiterplatten übereinander gestapelt werden. Auf der zumindest einen Leiterplatte beziehungsweise Platine können beispielsweise ein Bildsensor der Kamera, eine Bildverarbeitungseinrichtung der Kamera und Bauteile zur Energieversorgung der Kamera angeordnet sein.

Die Seitenwand ist dabei um die Längsachse umlaufend angeordnet. Das Rückgehäuse und das Frontgehäuse bilden dabei Gehäusedeckel, welche insbesondere senkrecht zur Längsachse angeordnet sind und durch welche der Innenraum des Objektivgehäuses frontseitig und rückseitig abgedeckt wird. Zwischen dem Rückgehäuse und der Seitenwand und/oder zwischen dem Frontgehäuse und der Seitenwand kann beispielsweise jeweils ein Dichtungselement angeordnet sein, durch welches das quaderförmige Objektivgehäuse, beispielsweise nach Anordnen der zumindest Elektronikkomponente innerhalb des Innenraums, hermetisch abgedichtet werden kann. Durch das Rückgehäuse hindurch kann beispielsweise ein elektrisches Verbindungselement zum Verbinden der zumindest einen Elektronikkomponente mit dem Kraftfahrzeug nach außen geführt werden. An einer dem Außenraum zugewandten Seite des Rückgehäuses kann außerdem das Steckergehäuse angeordnet werden, welches beispielsweise eine Ummantelung zum Ummanteln des elektrischen Verbindungselements umfassen kann. Das elektrische Verbindungselement dient insbesondere zum Energie- und/oder Datenaustausch zwischen dem Kraftfahrzeug und der Kamera. Das Steckergehäuse kann dabei mit dem Rückgehäuse mechanisch verbunden, beispielsweise verschraubt, sein. Das Steckergehäuse dient insbesondere zum Fixieren des Rückgehäuses an der Seitenwand, indem das Steckergehäuse beispielsweise mittels Schrauben an dem Rückgehäuse und an der Seitenwand befestigt ist. Das Rückgehäuse ist also zwischen der Seitenwand und dem Steckergehäuse angeordnet und wird insbesondere von dem Steckergehäuse, welches insbesondere mit dem Rückgehäuse und der Seitenwand verschraubt ist, an die Seitenwand angepresst. Durch das Steckergehäuse und die sich zwischen der Seitenwand und dem Rückgehäuse befindlichen Rückgehäusedichtung kann ein hermetisch abgedichtetes Objektivgehäuse bereitgestellt werden, in dessen Innenraum das Inertgas sicher und zuverlässig gehalten werden kann.

Das Frontgehäuse weist insbesondere ein Halteelement zum Halten des Kameraobjektivs auf. An dem Frontgehäuse kann also das Kameraobjektiv angebracht werden, sodass es entlang der Längsachse der Kamera zwischen dem Umgebungsbereich und dem Bildsensor angeordnet ist. Das Kameraobjektiv kann beispielsweise mittels Klebstoff an dem Frontgehäuse befestigt werden. Außerdem weist das Objektivgehäuse das zumindest eine Ventil, insbesondere das erste und das zweite Ventil, auf. Über das erste Ventil kann der Innenraum des Objektivgehäuses evakuiert werden und über das zweite Ventil mit dem Inertgas befüllt werden. Das Inertgas umgibt dabei die Elektronikkomponente, beispielsweise die Leiterplatten, und verhindert somit, dass sich Kondenswasser oder Nebel innerhalb des Innenraums bilden und damit der Bildsensor beim Erfassen der Bilder des Umgebungsbereiches behindert wird.

Vorzugsweise ist das zumindest eine Ventil in der Seitenwand des Objektivgehäuses angeordnet. Insbesondere sind bei einem quaderförmigen Objektivgehäuse, bei welchem die Seitenwand vier aneinandergrenzende Wandelemente aufweist, das erste und das zweite Ventil gemeinsam und zueinander benachbart in einem der Wandelemente angeordnet. Das zumindest eine Ventil kann dabei insbesondere an derjenigen Stelle angeordnet werden, an welcher bei Kameras gemäß dem Stand der Technik das Belüftungselement angeordnet ist. Somit können, bis auf das Belüftungselement, die Komponenten von Kameras gemäß dem Stand der Technik beibehalten werden, ohne dass die Kameras aufwändig und kostenintensiv umgestaltet beziehungsweise umkonstruiert werden müssen.

Alternativ oder zusätzlich kann die Gehäuseanordnung als die zumindest eine Gehäusekomponente einen Objektivtubus zum Halten von zumindest einer Linse eines Objektivs der Kamera als die zumindest eine Funktionskomponente der Kamera aufweisen. Der Objektivtubus ist insbesondere zylinderförmig ausgebildet und weist eine entlang der Längsachse der Kamera umlaufende Seitenwand auf, welche frontseitig und rückseitig durch einen sogenannten Objektivdeckel abgedeckt ist. In die Objektivdeckel können beispielsweise die Linsen der Kamera integriert werden. Zum Abdichten des Objektivtubus können dabei insbesondere O-Ringe zwischen der Seitenwand und den Objektivdeckeln und/oder zwischen den Linsen und den Objektivdeckeln angeordnet werden. Um nun zu verhindern, dass sich in dem Innenraum des Objektivtubus, beispielsweise zwischen den Linsen, Kondenswasser bildet, durch welches die Linsen beschlagen, wird der Innenraum des Objektivtubus ebenfalls über das zumindest eine Ventil evakuiert und schließlich mit dem Inertgas befüllt. Durch die Dichtungselemente kann außerdem verhindert werden, dass Wasser und Schmutzpartikel in den Innenraum des Objektivtubus eindringen und beispielsweise die Linse bedecken. Somit ist auch der Objektivtubus im geschlossenen Zustand des zumindest einen Ventils und insbesondere nach der Evakuierung des Innenraums und der Befüllung des Innenraums mit dem Inertgas hermetisch abgedichtet.

In einer Weiterbildung der Erfindung ist der Objektivtubus zum Aufnehmen von zumindest zwei, entlang einer Längsachse übereinander angeordneten und den Innenraum des Objektivtubus in zumindest zwei Teilbereiche unterteilende Linsen ausgelegt, wobei der Objektivtubus für jeden Teilbereich jeweils zumindest ein Ventil zum Evakuieren des jeweiligen Teilbereiches und zum Einfüllen eines Inertgases in den jeweiligen Teilbereich aufweist. Anders ausgedrückt bedeutet dies, dass zwischen den Objektivdeckeln in dem Innenraum des Objektivtubus zumindest eine weitere Linse angeordnet ist, durch welche der Innenraum entlang der Längsachse in die zumindest zwei Teilbereiche unterteilt wird. Um nun jeden der Teilbereiche des Innenraums evakuieren und mit dem Inertgas befüllen zu können, ist für jeden Teilbereich das zumindest eine Ventil, insbesondere zwei Ventile, vorgesehen. Das zumindest eine Ventil kann dabei in einem jeweiligen, den Teilbereich umgebenden Bereich der umlaufenden Seitenwand des Objektivtubus angeordnet sein. Bei jeweils zwei Ventilen pro Teilbereich können die ersten und zweiten Ventile pro Teilbereich einander gegenüberliegend angeordnet sein, wobei pro Teilbereich jeweils das erste Ventil zum Evakuieren des jeweiligen Teilbereichs und das zweite Ventil zum Befüllen des Teilbereiches mit dem Inertgas vorgesehen ist. Die ersten Ventile der zumindest zwei Teilbereiche und die zweiten Ventile der zumindest zwei Teilbereiche können dabei entlang der Längsachse übereinander angeordnet sein, sodass die Teilbereiche einfach und schnell evakuiert und dann mit dem Inertgas befüllt werden können.

Insbesondere ist das Inertgas, insbesondere Argon und/oder Stickstoff, in den Innenraum der zumindest einen Gehäusekomponente der Gehäuseanordnung der Kamera eingebracht beziehungsweise vorhanden.

Die Erfindung betrifft außerdem eine Kamera für ein Kraftfahrzeug mit zumindest einer Funktionskomponente und mit einer erfindungsgemäßen Gehäuseanordnung. Dabei ist die zumindest eine Funktionskomponente der Kamera in dem Innenraum der zumindest eine Gehäusekomponente angeordnet und der Innenraum ist mit dem Inertgas gefüllt.

Die Kamera ist dabei insbesondere eine Außenkamera des Kraftfahrzeugs und weist ein Halteelement auf, welches mit einem korrespondierenden Halteelement des Kraftfahrzeugs mechanisch koppelbar ist. Die Gehäuseanordnung kann dabei ein Objektivgehäuse als eine erste Gehäusekomponente mit zumindest einer Elektronikkomponente als eine erste Funktionskomponente und/oder einen Objektivtubus als eine zweite Gehäusekomponente mit zumindest einer Linse als eine zweite Funktionskomponente aufweisen. Der Objektivtubus ist insbesondere mittels Klebstoff an einem Frontgehäuse des Objektivgehäuses befestigt. Das Inertgas, mittels welchem der Innenraum der zumindest einen Gehäusekomponente befüllt ist, ist bevorzugt Argon und/oder Stickstoff. Durch die hermetisch abgedichteten Gehäusekomponenten wird in vorteilhafter Weise eine wasserdichte, kondenswasserfreie Kamera gebildet, mittels welcher besonders zuverlässig qualitativ hochwertige und aussagekräftige Bilder des Umgebungsbereiches des Kraftfahrzeugs aufgenommen werden können. Die Kamera ist insbesondere als eine sogenannte Satellitenkamera ausgebildet. Dies bedeutet, dass die Kamera unabhängig von ihrem Anbringungsort am Kraftfahrzeug ausgebildet ist.

Ein erfindungsgemäßes Fahrerassistenzsystem für ein Kraftfahrzeug umfasst zumindest eine erfindungsgemäße Kamera. Das Fahrerassistenzsystem kann ein Kamerasystem mit einen oder mehreren, insbesondere baugleichen, Kameras umfassen. Mittels des Fahrerassistenzsystems kann der Umgebungsbereich des Kraftfahrzeugs überwacht werden. Die von der zumindest einen Kamera erfassten Bilder können für einen Fahrer des Kraftfahrzeugs beispielsweise auf einer Anzeigeeinrichtung des Fahrerassistenzsystems in dem Innenraum des Kraftfahrzeugs angezeigt werden. Das Fahrerassistenzsystem kann beispielsweise als ein Rückfahrassistent ausgebildet sein.

Ein erfindungsgemäßes Kraftfahrzeug umfasst ein erfindungsgemäßes Fahrerassistenzsystem. Das Kraftfahrzeug ist insbesondere als ein Personenkraftwagen ausgebildet. Die zumindest eine Kamera ist dabei insbesondere an einem Außenverkleidungsteil des Kraftfahrzeugs angeordnet, wobei das Kraftfahrzeug ein Halteelement zum Halten der Kamera aufweist, sodass die Kamera zum Erfassen des Umgebungsbereiches des Kraftfahrzeugs an dem Außenverkleidungsteil des Kraftfahrzeugs angeordnet ist und dort gehalten ist.

Die Erfindung betrifft außerdem ein Verfahren zum Herstellen einer Kamera, bei welchem eine Gehäuseanordnung mit zumindest einer Gehäusekomponente bereitgestellt wird und zumindest eine Funktionskomponente in einem Innenraum der zumindest einen Gehäusekomponente angeordnet wird. Dabei wird der Innenraum der zumindest einen Gehäusekomponente zuerst über zumindest ein Ventil der zumindest einen Gehäusekomponente evakuiert und dann mit einem Inertgas befüllt. Darüber hinaus kann zu einem späteren Zeitpunkt überprüft werden, ob die zumindest eine Gehäusekomponente hermetisch dicht ist und sich das Inertgas mit einem vorbestimmten Druck, beispielsweise 1,2 bar, noch in dem Innenraum der zumindest einen Gehäusekomponente befindet.

Die mit Bezug auf die erfindungsgemäße Gehäuseanordnung vorgestellten bevorzugten Ausführungsformen und deren Vorteile gelten entsprechend für die erfindungsgemäße Kamera, das erfindungsgemäße Fahrerassistenzsystem, das erfindungsgemäße Kraftfahrzeug sowie das erfindungsgemäße Verfahren.

Mit Angaben „Längsachse (L)“, „Innenraum“, „Außenraum“ „innen“, „außen“, „über“, „unter“, „vor“, „hinter“, etc. sind bei bestimmungsgemäßer Anordnung der Funktionskomponente innerhalb der Gehäuseanordnung gegebene Positionen und Orientierungen angegeben.

Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen, den Figuren und der Figurenbeschreibung. Die vorstehend in der Beschreibung genannten Merkmale und Merkmalskombinationen, sowie die nachfolgend in der Figurenbeschreibung genannten und/oder in den Figuren alleine gezeigten Merkmale und Merkmalskombinationen sind nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen. Es sind somit auch Ausführungen von der Erfindung als umfasst und offenbart anzusehen, die in den Figuren nicht explizit gezeigt und erläutert sind, jedoch durch separierte Merkmalskombinationen aus den erläuterten Ausführungen hervorgehen und erzeugbar sind. Es sind auch Ausführungen und Merkmalskombinationen als offenbart anzusehen, die somit nicht alle Merkmale eines ursprünglich formulierten unabhängigen Anspruchs aufweisen. Es sind darüber hinaus Ausführungen und Merkmalskombinationen, insbesondere durch die oben dargelegten Ausführungen, als offenbart anzusehen, die über die in den Rückbezügen der Ansprüche dargelegten Merkmalskombinationen hinausgehen oder abweichen.

Die Erfindung wird nun anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen sowie unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen näher erläutert.

Dabei zeigen:

1 eine schematische Darstellung einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Kraftfahrzeugs;

2 eine Darstellung einer Kamera gemäß dem Stand der Technik;

3 eine schematische Darstellung einer Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Kamera in Explosivdarstellung;

4 die Kamera gemäß 3 in zusammengesetztem Zustand in einer ersten Perspektivansicht;

5 die Kamera gemäß 3 in zusammengesetztem Zustand in einer zweiten Perspektivansicht;

6a eine Schnittansicht der Kamera gemäß 3 in einer geschlossenen Stellung eines Ventils;

6b eine Schnittansicht der Kamera gemäß 3 in einer geöffneten Stellung des Ventils; und

7 eine schematische Darstellung einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Objektivtubus.

In den Figuren sind gleiche sowie funktionsgleiche Elemente mit den gleichen Bezugszeichen versehen.

1 zeigt ein Kraftfahrzeug 1 gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung in einer Draufsicht. Das Kraftfahrzeug 1 ist im vorliegenden Fall als ein Personenkraftwagen ausgebildet. Das Kraftfahrzeug 1 umfasst ein Fahrerassistenzsystem 2, welches dazu dient, einen Fahrer des Kraftfahrzeugs 1 beim Führen des Kraftfahrzeugs 1 zu unterstützen. Das Fahrerassistenzsystem 2 kann beispielsweise eine Steuereinrichtung 3 umfassen, welche beispielsweise durch ein fahrzeugseitiges Steuergerät ausgebildet sein kann. Darüber hinaus umfasst das Fahrerassistenzsystem 2 zumindest eine Kamera 4, welche einen Umgebungsbereich 7 des Kraftfahrzeugs 1 in Bildern erfassen kann. Die Kamera 4 kann beispielsweise an einem Frontbereich 5 des Kraftfahrzeugs 1 angeordnet sein und den Umgebungsbereich 7 des Kraftfahrzeugs 1 vor dem Kraftfahrzeug 1 in Bildern erfassen. Im vorliegenden Fall umfasst das Fahrerassistenzsystem vier Kameras 4, nämlich die erste Kamera 4 am Frontbereich 5 des Kraftfahrzeugs 1, eine zweite Kamera 4, welche an einem Heckbereich 6 des Kraftfahrzeugs 1 angeordnet ist und den Umgebungsbereich 7 des Kraftfahrzeugs 1 hinter dem Kraftfahrzeug 1 in Bildern erfassen kann, eine dritte Kamera 4, welche an einem linken Seitenbereich des Kraftfahrzeugs 1 angeordnet ist und den Umgebungsbereich 7 links neben dem Kraftfahrzeug 1 in Bildern erfassen kann, und eine vierte Kamera 4, welche an einem rechten Seitenbereich des Kraftfahrzeugs 1 angeordnet ist und den Umgebungsbereich 7 rechts neben dem Kraftfahrzeug 1 in Bildern erfassen kann. Das Fahrerassistenzsystem 2 kann auch fünf Kameras 4 aufweisen, wobei in diesem Fall zwei Kameras 4 am Heckbereich 6, eine am Frontbereich 5 und zwei an den Seitenbereichen des Kraftfahrzeugs 1 angeordnet sein können. Im Fall von einem Fahrerassistenzsystem 2 mit sechs Kameras 4 können zwei Kameras 4 am Heckbereich 6, zwei am Frontbereich 5 und zwei an den Seitenbereichen des Kraftfahrzeugs 1 angeordnet sein. Auch können sieben Kameras 4 vorgesehen sein, zwei Kameras 4 am Heckbereich 6, drei am Frontbereich 5 und zwei an den Seitenbereichen des Kraftfahrzeugs 1. Die Kameras 4 sind dabei Außenkameras und damit außen an dem Kraftfahrzeug 1 angeordnet. Die dritte und die vierte Kamera 4 können an oder anstelle von Seitenspiegeln des Kraftfahrzeugs 1 angeordnet sein. Zum Anbringen der Kameras 4 außen am Kraftfahrzeug 1 weist das Kraftfahrzeug 1 insbesondere ein Halteelement zum Halten der Kamera 4 an einem Außenverkleidungsteil des Kraftfahrzeugs 1 auf. Somit sind die Kameras 4 Umwelteinflüssen und der Witterung, beispielsweise Regen und Schnee, ausgesetzt. Die Kameras 4 sind dabei insbesondere sogenannte Satellitenkameras und sind unabhängig von ihrem Anbringungsort ausgebildet. Dies bedeutet beispielsweise, dass die erste Kamera 4 am Frontbereich 5 baugleich ausgebildet ist mit der dritten Kamera 4 am linken Seitenbereich.

2 zeigt eine Kamera 4’ gemäß dem Stand der Technik in einer Explosivdarstellung. Die Kamera 4’ weist dabei eine Gehäuseanordnung 8’ auf. Die Gehäuseanordnung 8’ gemäß dem Stand der Technik umfasst dabei zumindest eine Gehäusekomponente 8a’, 8b’. Im vorliegenden Fall umfasst die Kamera 4’ zwei Gehäusekomponenten 8a’, 8b’, wobei eine erste Gehäusekomponente 8a’ in Form von einem Objektivgehäuse 9’ und eine zweite Gehäusekomponente 8b’ in Form von einem Objektivtubus 10’ eines Kameraobjektivs 11’ der Kamera 4’ ausgebildet ist. Die Gehäusekomponenten 8a’, 8b’ weisen dabei jeweils einen Innenraum 12a, 12b auf, welcher zum Aufnehmen zumindest einer Funktionskomponente 13a, 13b der Kamera 4’ ausgebildet ist. Die Funktionskomponente 13a ist dabei als eine Elektronikkomponente 14 der Kamera 4’ ausgebildet und in dem Innenraum 12a des Objektivgehäuses 9’ angeordnet. Die Elektronikkomponente 14 weist im vorliegenden Fall eine Leiterplatte auf, welche beispielsweise einen Bildsensor und eine Bildverarbeitungseinrichtung der Kamera 4’ umfasst. Die Funktionskomponente 13b ist als eine optische Komponente der Kamera 4’, insbesondere eine Linse 15, ausgebildet und zumindest bereichsweise in einem in 2 nicht dargestellten Innenraum 12b des Objektivtubus 10’ angeordnet.

Das Objektivgehäuse 9’ umfasst dabei eine um eine Längsachse L der Kamera 4’ umlaufende Seitenwand 16’, ein Rückgehäuse 17 zum rückseitigen Abdecken des Innenraums 12a sowie ein Frontgehäuse 18 zum frontseitigen Abdecken des Innenraums 12a. Das Frontgehäuse 18 ist dazu ausgebildet, das Kameraobjektiv 11’ zu halten. Das Kameraobjektiv 11’ kann dabei über Klebstoff 19 an dem Frontgehäuse 18 befestigt werden. Zum Abdichten des Objektivgehäuses 9’ ist hier ein erstes Dichtungselement 32, eine sogenannte Rückgehäusedichtung, zwischen dem Rückgehäuse 17 und der Seitenwand 16’ angeordnet. Hier weist die Kamera 4’ außerdem ein Steckergehäuse 21 auf, welches über Befestigungselemente 22 in Form von Schrauben mit dem Objektivgehäuse 9’ mechanisch verbunden werden kann und insbesondere dazu dient, das Rückgehäuse 17 an der Seitenwand 16’ zu befestigen. Außerdem dient das Steckergehäuse 21 zum Ummanteln eines elektrischen Verbindungselementes 23, über welches die Elektronikkomponente 14 beispielsweise mit elektrischer Energie versorgt werden kann und/oder Daten zwischen der Kamera 4’ und dem Kraftfahrzeug 1 ausgetauscht werden können. Zwischen dem Rückgehäuse 17 und dem Steckergehäuse 21 kann ein zweites Dichtungselement 20, insbesondere ein O-Ring, angeordnet sein. Durch die Dichtungselemente 32, 20 kann verhindert werden, dass Feuchtigkeit und Schmutzpartikel in den Innenraum 12a eindringen.

Darüber hinaus weist die Kamera 4’ ein Belüftungselement 24 in Form von einer selektiv permeablen, atmungsaktiven Membran auf, welche eine Öffnung in der Seitenwand 16’ des Objektivgehäuses 9’ bedeckt. Über das Belüftungselement 24 kann Luft zwischen dem Innenraum 12a und dem Umgebungsbereich 7 ausgetauscht werden, um einen Unterdruck oder Überdruck in dem Innenraum 12a gegenüber dem Umgebungsbereich 7 zu verhindern. Andererseits soll durch die selektive Permeabilität des Belüftungselementes 24 das Eindringen von Wasser und Schmutzpartikeln in den Innenraum 12 a verhindert werden. Da dieses Belüftungselement 24 ebenfalls den Umgebungsbedingungen des Kraftfahrzeugs 1 und der Witterung ausgesetzt ist, kann sich dieses mit der Zeit von der Seitenwand 16’ lösen. Dadurch können Feuchtigkeit und Schmutz in den Innenraum 12a des Objektivgehäuses 9’ eindringen und die sich darin befindliche Elektronikkomponente 14 beschädigen.

3 zeigt eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Kamera 4 in einer Explosivdarstellung. In 4 ist die Kamera 4 in einem zusammengesetzten Zustand in einer ersten Perspektivansicht gezeigt. In 5 ist die Kamera 4 in dem zusammengesetzten Zustand in einer zweiten Perspektivansicht gezeigt. Die Ausführungsform der erfindungsgemäßen Kamera 4 unterscheidet sich dabei von der in 2 gezeigten Kamera 4’ gemäß dem Stand der Technik insbesondere in der Ausgestaltung der Gehäusekomponenten 8a, 8b der Gehäuseanordnung 8. Dabei weist die Gehäuseanordnung 8 der Kamera 4 kein Belüftungselement 24 auf. Im Gegensatz zu der Kamera 4’ gemäß dem Stand der Technik weist das Objektivgehäuse 9 der Gehäuseanordnung 8 der Kamera 4 hier zwei Ventile 25, 26 auf, welche anstelle des Belüftungselementes 24 in der Seitenwand 16 des quaderförmigen Objektivgehäuses 9 angeordnet sind. Die beiden Ventile 25, 26 sind hier gemeinsam in einem Wandelement der um die Längsachse L der Kamera 4 umlaufenden Seitenwand 16 angeordnet. Über das erste Ventil 25 kann der Innenraum 12a des Objektivgehäuses 9 evakuiert werden. Anders ausgedrückt kann in zusammengesetzten Zustand des Objektivgehäuses 9 Luft aus dem Innenraum 12a abgesaugt werden. Über das zweite Ventil 26 kann der evakuierte Innenraum 12a mit einem Inertgas, vorzugsweise Argon und/oder Stickstoff, befüllt werden. Im zusammengesetzten Zustand des Objektivgehäuses 9, also wenn das Rückgehäuse 17 an der Seitenwand 16 befestigt ist, ist das Objektivgehäuse 9 durch die Dichtungselemente 20 sowie durch die geschlossenen Ventile 25, 26 hermetisch abgedichtet. Das in den Innenraum 12a eingefüllte Inertgas wird dabei in dem Innenraum 12a gehalten und kann nicht aus dem Innenraum 12a in den Umgebungsbereich 7 entfliehen. Durch die hermetische Abdichtung kann also in vorteilhafter Weise eine wasserdichte Kamera 4 ausgebildet werden. Durch das Befüllen des Innenraums 12a mit dem Intergas kann die Kamera 4 von innen abgedichtet werden und eine Bildung von Nebel oder Kondenswasser in dem Innenraum 12a verhindert werden. Das Objektivgehäuse 9 wird dabei insbesondere durch Befestigen des Rückgehäuses 17 an der Seitenwand 16 mittels des Steckergehäuses 21 abgedichtet. Das Rückgehäuse 17 wird nämlich durch die Befestigungselementes 22, welche von dem Steckergehäuse 21 durch korrespondierende Öffnungen 33 in dem Rückgehäuse 17 zu der Seitenwand 16 führen, an der Seitenwand 16 befestigt und damit durch das Steckergehäuse 21 an die Seitenwand 16 gepresst. Dadurch und mittels der Rückgehäusedichtung 32 kann ein hermetisch abgedichtetes Objektivgehäuse 9 erreicht werden, in dessen Innenraum 12a das Inertgas sicher und zuverlässig gehalten werden kann.

6a und 6b zeigen die Kamera 4 gemäß den 3, 4 und 5 jeweils in einer Seitenschnittansicht. Hier ist aufgrund des Schnittes durch die Kamera 4 lediglich eines der Ventile 25, 26, beispielhaft das zweite Ventil 26, dargestellt. Die Ventile 25, 26 sind insbesondere als Rückschlagventile, bevorzugt als Kugelventile 27, ausgebildet. Dazu weist die Seitenwand 16 des Objektivgehäuses 9 eine Öffnung 28 auf, in welcher eine bewegliche Kugel 29 angeordnet ist. In 5a ist die Kugel 29 innerhalb der Öffnung 28 angeordnet und schließt die Öffnung somit nach außen und nach innen ab. Die Kugel 29 verhindert also einen Stoffaustausch zwischen dem Innenraum 12a und dem Umgebungsbereich 7 über die Öffnung 28. Das Ventil 26 ist also geschlossen, wodurch das Objektivgehäuse 9 hermetisch abgedichtet ist. In 5b ist die Kugel 29 außerhalb der Öffnung 28 angeordnet. Zum Öffnen des Ventils 26 kann beispielsweise mittels einer Pumpe Inertgas in den Innenraum 12a eingefüllt werden, wodurch die Kugel 29 sich in der Durchflussrichtung des Inertgases von dem Außenraum in den Innenraum 12a aus der Öffnung 28 bewegt. Das Ventil 26 ist also geöffnet. Nach der Befüllung verschließt die Kugel 29 die Öffnung 28 wieder, wodurch das Ventil 26 in den geschlossenen Zustand zurückkehrt und das Objektivgehäuse 9 wieder hermetisch abdichtet. Die Kugel 29 bildet also einen hermetischen Verschluss aus.

In 7 ist das Kameraobjektiv 11 einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Kamera 4 in einer Seitenschnittansicht gezeigt. Das Kameraobjektiv 11 weist als die Funktionskomponente 13b hier mehrere Linsen 15 auf, welche entlang der Längsachse L beabstandet zueinander und zumindest bereichsweise in dem Innenraum 12b des Objektivtubus 10 angeordnet sind. Hier ist eine Linse 15 in dem Innenraum 12b angeordnet, sodass der Innenraum 12b durch die Linse 15 in zwei Teilbereiche 12c, 12b unterteilt wird. In einer um die Längsachse L umlaufenden Wand 30 des Objektivtubus 10 sind hier zwei erste Ventile 25 und zwei zweite Ventile 26, insbesondere Kugelventile 27, zum Evakuieren des Innenraums 12b und zum Befüllen des Innenraums 12b mit dem Inertgas angeordnet. Die ersten und zweiten Ventile 25, 26 sind hier paarweise gegenüberliegend in der umlaufenden Wand 30 angeordnet. Ein erstes Paar an ersten und zweiten Ventilen 25, 26 dient zum Evakuieren des ersten Teilbereiches 12c und zum Befüllen des ersten Teilbereiches 12c mit dem Inertgas. Ein zweites Paar an ersten und zweiten Ventilen 25, 26 dient zum Evakuieren des zweiten Teilbereiches 12d und zum Befüllen des zweiten Teilbereiches 12d mit dem Inertgas. Der Innenraum 12b wird dabei frontseitig und rückseitig durch jeweils einen Objektivdeckel 31 abgedeckt, in welchen hier jeweils eine Linse 15 integriert ist. Zur hermetischen Abdichtung des Objektivtubus 11 im geschlossenen Zustand der Ventile 25, 26 sind außerdem weitere Dichtungselemente 20 vorgesehen. Durch das Evakuieren des Innenraums 12b und das Befüllen des Innenraums 12b mit dem Inertgas kann verhindert werden, dass die Linsen 15 beschlagen oder dass sich Schmutzpartikel auf den Linsen 15 ablagert.

Es können also das Objektivgehäuse 9 und der Objektivtubus 11 jeweils mit den zwei Ventilen 25, 26 versehen werden, sodass der Innenraum 12a des Objektivgehäuses 9 und der Innenraum 12b des Objektivtubus 10 evakuiert und mit einem Inertgas befüllt werden können. Sowohl das Objektivgehäuse 9 als auch der Objektivtubus 10 sind insbesondere hermetisch abgedichtet, sodass die Kamera 4 besonders langlebig und wasserdicht ausgebildet ist und zuverlässig Bilder des Umgebungsbereiches 7 des Kraftfahrzeugs 1 erfassen kann.