Title:
Schutzvorrichtung für eine Leitung
Kind Code:
A1


Abstract:

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Schutzvorrichtung für eine Leitung, wie z.B. Stromversorgungs- und Signalkabel, aber auch Fluid- bzw. Medienleitungen.
Um eine verbesserte Schutzvorrichtung für mindestens eine Leitung zu schaffen, wird vorgeschlagen, dass die Schutzvorrichtung (5) einen länglichen Schlauch (6) aus textilem Material (7) mit einer Metallbeschichtung (8) umfasst, wobei das textile Material (7) streifenförmig ausgebildet ist und an im Wesentlichen parallel zueinander verlaufenden Längskanten (9) durch eine Naht (10) verbunden ist, wobei die an einer Außenseite des textilen Materials (7) angeordnet Metallschicht (8) als Metallfolie ausgebildet ist, die an dem textilen Material (7) fixiert ist.




Inventors:
Lindner, Michael (Berneck, CH)
Application Number:
DE102016110608A
Publication Date:
12/14/2017
Filing Date:
06/08/2016
Assignee:
Lindner, Michael (Berneck, CH)
International Classes:



Foreign References:
200201707282002-11-21
200400653352004-04-08
WO2015168535A12015-11-05
Attorney, Agent or Firm:
nospat Patent- und Rechtsanwälte, 80331, München, DE
Claims:
1. Schutzvorrichtung für eine Leitung, wie z.B. Stromversorgungs- und Signalkabel, aber auch Fluid- bzw. Medienleitungen,
die als länglicher Schlauch (6) aus einem textilen Material (7) ausgebildet ist,
wobei das textile Material (7) streifenförmig ausgebildet ist und an im Wesentlichen parallel zueinander verlaufenden Längskanten (9) durch eine Naht (10) verbunden sind, und das textile Material (7) an einer Außenseite mit einer Metallschicht (8) versehen ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die an einer Außenseite des textilen Materials (7) angeordnet Metallschicht (8) als Metallfolie ausgebildet ist, die an bzw. auf dem textilen Material (7) fixiert ist.

2. Schutzvorrichtung nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Metallfolie (8) eine Dicke von ca. 10 µm bis etwa 30 µm, vorzugsweise aber ca. 20 µm aufweist und aus Aluminium besteht.

3. Schutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das textile Material (7) ein Gewebe ist, insbesondere ein multifilamentes Gewebe, und aus Glasseide, Polyester, Polyamid oder einer Mischung daraus besteht.

4. Schutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das textile Material (7) ein Flächengewicht von ca. 170 g/m2 bis etwa 240 g/m2, vorzugsweise aber ungefähr 200 g/m2 aufweist.

5. Schutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an einer der Metallschicht (8) entgegengesetzten Seite des textilen Materials (7) eine Vlies-Schicht (19) fixiert ist.

6. Schutzvorrichtung nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Vlies-Schicht (19) aus Polyester, PET und/oder PAM besteht und ein Flächengewicht von etwa 70 g/m2 bis ca. 150 g/m2 aufweist, vorzugweise aber ungefähr 100 g/m2.

7. Schutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Metallfolie (8) und das textile Material (7) und/oder das textile Material (7) und das Vlies (19) durch einen Kleber (20, 21) auf einer Acryl- oder Polyamid-Basis aneinander fixiert sind.

8. Schutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein erster Endbereich (11) dieses Schlauchkörpers (6) über eine Befestigungsschelle (12) fixiert ist,
ein entgegengesetzt liegender zweiter Endbereich (13) des Schlauchkörpers (6) einen Clip (14) aufweist,
der Clip (14) über dem Endbereich (15) der Naht (10) das textile Material (7) durchdringt und die Naht (10) umklammert.

9. Verfahren zur Herstellung einer Schutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in einem ersten Schritt das textile Material (7) und die Metallfolie (8) über einen Kleber (20) durch Kalandrieren mit weichen Walzen miteinander verbunden werden und in einem zweiten Schritt die insbesondere beidseitig kalandrierte Vlies-Schicht (19) über einen Kleber (21) in einem weiteren Kalandrierschritt fixiert wird.

10. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Naht (10) eine zweifädige Überwurf-Kett-Stich- oder 2-fädige Overlock-Naht unter Einsatz einer Nähmaschine mit zusätzlich gewölbten Kettelzungen verwendet wird, wobei für die Naht (10) Garne aus gegen Hitze und Flammen resistente Fasern (17) verwendet werden, insbesondere Garne aus Aramid.

Description:

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Schutzvorrichtung für eine Leitung, wie z.B. Stromversorgungs- und Signalkabel, aber auch Fluid- bzw. Medienleitungen und ein dementsprechend ausgebildetes Herstellungsverfahren.

Aus dem Stand der Technik sind diverse Arten von Schutzvorrichtungen bekannt, die darin geführte langgestreckte Gegenstände und insbesondere Leitungen gegen Beschädigungen, Umwelteinflüsse und Verschmutzung sowie auch gegen zu hohe thermische Beanspruchungen schützen sollen. Derartige langgestreckte Gegenstände oder Leitungen können Treibstoff-Zuleitungen oder sonstige Fluid-führende Leitungen sein, die im Bereich einer Brennkraftmaschine oder einer Bremse angeordnet sind. Es kann sich bei diesen Leitungen aber auch um elektrische Leitungen bzw. Kabel handeln, wie sie zur Versorgung mit elektrischer Energie oder als Transportmittel für Sensorsignale eingesetzt werden. Auch können Leiter für optische Signale einzeln oder als Bündel von einer Schutzvorrichtung der genannten Art schützend umschlossen sein.

Weiter ist bekannt, dass diverse Formen von Leitungen gerade in Bereichen nahe von Verbrennungskraftmaschinen eines zusätzlichen Schutzes bedürfen. Dieser Schutz richtet sich gegen starke mechanische wie auch thermische Einflüsse, denen insbesondere bekannte Schutzschläuche aus Silikon in bestimmten Bereichen und Anwendungsfällen auf Dauer nicht gewachsen sind.

Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine verbesserte Schutzvorrichtung für mindestens eine Leitung sowie ein entsprechendes Herstellungsverfahren zu schaffen.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale von Anspruch 1 dadurch gelöst, dass die Schutzvorrichtung als länglicher Schlauch aus einem textilen Material ausgebildet ist, wobei das textile Material streifenförmig ausgebildet ist und an im Wesentlichen parallel zueinander verlaufenden Längskanten vernäht ist, und das textile Material an einer Außenseite mit einer Metallschicht versehen ist, und die Vorrichtung dadurch gekennzeichnet ist, dass die an einer Außenseite angeordnet Metallschicht als Metallfolie ausgebildet und an bzw. auf dem textilen Material fixiert ist.

Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche. Demnach weist die Metallfolie eine Dicke von ca. 10 µm bis etwa 30 µm, vorzugsweise aber ca. 20 µm auf und besteht aus Aluminium. Eine thermische Dämmung einer erfindungsgemäßen Schutzvorrichtung baut also im Gegensatz zu bekannten Schutzvorrichtungen nicht nur auf einer Reflexion von thermischer Strahlung auf, wozu nur sehr dünne reflektierende metallische Beschichtungen erforderlich sind, sondern die thermische Dämmung einer erfindungsgemäßen Schutzvorrichtung beruht im Wesentlichen auf einer Ableitung von i.d.R. nur punktuell eingebrachter thermischer Energie. Aluminium ist weitgehend korrosionsbeständig, kostengünstig, einfach zu verarbeiten und weist ein sehr geringes Eigengewicht auf. Aufgrund seines hohen Reflexionsgrades wirkt eine hochglänzende Außenseite einer Schicht aus Aluminium vor allem gegen thermische Strahlung. Erfindungsgemäß wird dieses Reflexionsvermögen noch durch die sehr gute thermische Leitfähigkeit von Aluminium zur Ableitung großer Wärmemengen durch eine entsprechend dimensionierte Metallschicht ergänzt und damit die Wärmeisolation der Schutzvorrichtung insgesamt noch deutlich verbessert. So wird vorteilhafterweise erreicht, dass in einer erfindungsgemäß aufgebauten Schutzvorrichtung eine Innentemperatur nicht über 200°C hinaus ansteigt. Nur ergänzend zur Wärmeleistungseigenschaft wird eine hochglänzende Seite der Metallfolie als freie äußere Oberfläche gewählt. Durch die deutlich erhöhte Mächtigkeit der Metallschicht aus Aluminium wird zudem erreicht, dass eine erfindungsgemäße Vorrichtung als runder Schlauch eine auch beim Einführen von Kabeln oder Leitungen ausreichende Stabilität aufweist.

In einer wesentlichen Weiterbildung der Erfindung ist das textile Material ein Gewebe. Insbesondere ist das textile Material als multifilamentes Gewebe ausgeführt, das gegenüber einem monofilamenten Gewebe den Vorteil einer vergleichsweise geringeren Starrheit und Steifigkeit aufweist. Das Gewebe besteht vorzugsweise aus Glasseide, Fasern aus Polyester oder Polyamid oder einer Mischung daraus.

In einer Ausführungsform der Erfindung weist das textile Material ein Flächengewicht von ca. 170 g/m2 bis etwa 240 g/m2 auf, vorzugsweise aber ungefähr 200 g/m2. Zur unteren und zur oberen Grenze des vorstehend angegebenen Flächengewichts des textilen Materials hat sich im Rahmen eines nachfolgend noch im Detail beschriebenen Herstellungsverfahrens jeweils gezeigt, dass sich eine zu glatte Oberfläche der Metallschicht ausbildet oder Fransenbildungen an der Längskante der Naht auftreten. Beide Effekte sind im Rahmen der vorliegenden Erfindung nicht erwünscht.

In einer wesentlichen Weiterbildung einer Schutzvorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung ist an einer der Metallschicht entgegengesetzten Seite des textilen Materials eine Vlies-Schicht fixiert. Damit wird mit Abschluss der Fertigung im Innern der Schutzvorrichtung eine flauschige Oberfläche geschaffen.

Es wird bevorzugt, dass die Vlies-Schicht aus Polyester, PET und/oder PAM bzw. Modacryl-Fasern besteht. Insbesondere beträgt ein Flächengewicht der Vlies-Schicht etwa 70 g/m2 bis ca. 150 g/m2, vorzugweise aber ungefähr 100 g/m2. Wieder treten zur unteren wie zur oberen Grenze des vorstehend angegebenen Flächengewichts der Vlies-Schicht im Rahmen eines nachfolgend noch im Detail beschriebenen Herstellungsverfahrens Effekte auf, die unerwünscht sind: Bei zu geringem Flächengewicht der Vlies-Schicht schließt die außenliegende Metallschicht einen durch die Naht überdeckten Spalt nur unzureichend ab. Bei zu hohem Flächengewicht der Vlies-Schicht bildet sich hingegen kein runder Querschnitt der Schutzvorrichtung mehr aus, der Querschnitt erinnert mehr an einen Polygon-Zug. Das kann ein Einführen von Kabeln oder Leitungen in unerwünschter Weise erschweren.

Besonders vorteilhaft ist, dass einerseits die Metallfolie und das textile Material und/oder das textile Material und das Vlies andererseits durch einen Kleber auf einer Acryl- oder Polyamid-Basis aneinander fixiert sind. Diese Kleber sind dem Fachmann gut bekannt und in hoher Qualität bei ansprechendem Preis am Markt jederzeit verfügbar sowie ohne Probleme einsetzbar. Wieder ist es die hohe thermische Dämmung einer erfindungsgemäßen Schutzvorrichtung, die ein Überschreiten von Temperaturbereichen verhindert, die für die vorstehend genannten Stoffe gefährlich sind oder in denen sie sich thermisch zersetzen würden.

In einer besonders bevorzugten Ausführungsform und insbesondere bei einer Verwendung an Leitungen an Abgassensoren, wie z.B. Lambda-Sonden, ist eine erfindungsgemäße Schutzvorrichtung dadurch gekennzeichnet, dass ein erster Endbereich dieses Schlauchkörpers über eine Befestigungsschelle fixiert ist, insbesondere auf einem Gehäuse eines betreffenden Sensors. Ein entgegengesetzt liegender zweiter Endbereich des Schlauchkörpers weist einen Clip auf, wobei der Clip über diesem Endbereich der Naht das textile Material durchdringt und die Naht umklammert. Damit ist die Schutzvorrichtung einerseits in ihrer Lage relativ zu dem Sensor an dessen Leitungen gesichert, andererseits ist ein Auftrennen der Naht an einem freien Ende der Schutzvorrichtung sicher und dauerhaft unterbunden.

Als Lösung der vorstehend genannten Aufgabe ist ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Herstellung einer Schutzvorrichtung dadurch gekennzeichnet, dass in einem ersten Schritt das textile Material und die Metallfolie über einen Kleber durch Kalandrieren mit weichen Walzen miteinander verbunden werden. In einem zweiten Schritt wird die insbesondere beidseitig kalandrierte Vlies-Schicht über einen Kleber in einem weiteren Kalandrierschritt fixiert.

Vorzugsweise wird als Naht eine zweifädige Überwurf-Kett-Stich-Naht verwendet. Eine derartige Naht ist einerseits locker und damit in ausreichender Weise flexibel und in Grenzen dehnbar. Damit trägt die Naht selber nicht zu einer Aufsteifung des Schlauchkörpers bei und dient zugleich einer sauberen bzw. Ausfransung verhindernde Einfassung der Kantenbereiche. So ist eine einfache Handhabung in der Montage sichergestellt. Zudem zeichnet sich die vorstehend genannte Art der Naht andererseits dadurch aus, dass sie von sich aus selbstklemmend ist. Das bedeutet, dass sich eine aufgetrennte oder auch durch mechanische Einwirkungen verletzte Naht nicht vollständig selber auflöst, da sich die in der Naht gebildeten Knoten zwischen den beiden Fäden bei entsprechender Belastung selbstständig schließen bzw. festziehen und so einem Auftrennen der Naht wirkungsvoll entgegenstellen. Zur Erhöhung des Dehnungsvermögens ist in einer Ausführungsform der Erfindung zudem vorgesehen, dass zum Nähen eine Nähmaschine mit einer zusätzlich gewölbten Kettelzunge verwendet wird. Damit wird eine Verlängerung des Fadens bei vorbestimmter Knotenbildung erreicht, was zu einer sicheren Naht mit definiert erweiterter Dehnbarkeit führt. Für die Naht werden vorteilhafterweise zudem gegen Hitze und Flammen resistente Fasern verwendet, insbesondere Aramide.

Damit ist vorstehend eine einfach herzustellende und gegen thermische sowie mechanische Umwelteinflüsse wirksame Schutzvorrichtung für mindestsens eine Leitung wie z.B. einer elektrischen Zuleitung beschrieben worden. Hinsichtlich einer jeweiligen Weite des Schlauchkörpers kann aufgrund des einfachen Aufbaus zur Ausbildung des Schlauchkörpers aus einem länglichen Textilstreifen durch eine einzige Naht jeder Durchmesser und insbesondere auch variable Durchmesserverläufe flexibel angepasst und eingestellt werden. Die Naht wird vorteilhafter Weise einerseits durch die Schelle an einem zugänglichen starren Teil insbesondere eines Sensorkörpers und durch den Clip am gegenüberliegenden bzw. entgegengesetzten Ende insbesondere gegen ein Auftrennen zusätzlich gesichert.

Aufgrund der verbesserten thermischen Eigenschaften ist in einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung das textile Material ein Gewebe aus Polyester, das in einer Einbausituation nach innen bzw. zu der mindestens einen Leitung hin nachfolgend ein Polyestervlies überdeckt. Es ergibt sich damit ein insgesamt drei Bestandteile umfassendes, im Wesentlichen textiles Material. Dieser Aufbau ist einerseits gegen mechanische Einwirkungen ausreichend widerstandsfähig und reißfest, wobei eine auf einem Gewebe aufgebrachte Metallbeschichtung rissfester und deutlich besser vernähbar ist als eine reine Metallfolie. Dabei schafft die äußere Anordnung einer Metallisierung insbesondere durch eine Aluminiumschicht eine soweit ausreichende thermische Isolation, dass nachfolgend auch weniger temperaturstabile Substanzen in Form von Polyestern für Gewebe und/oder Vliese eingesetzt werden können. Auf den sonst verbreitet anzutreffenden Einsatz extrem teurer Aramid-Geflechte kann damit verzichtet werden.

Nachfolgend werden weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung unter Bezugnahme auf ein Ausführungsbeispiel anhand der Zeichnung näher erläutert. Darin zeigen in schematischer Darstellung:

1: eine perspektivische Draufsicht auf ein Bündel von Leitungen einer bekannten Lambda-Sonde mit einer Schutzvorrichtung;

2: eine vergrößerte Darstellung eines Schnitts in der Ebene II-II von 1 und

3: eine perspektivische Draufsicht auf ein Bündel von Leitungen der aus dem Stand der Technik bekannten Lambda-Sonde von 1 ohne die Schutzvorrichtung.

Über die verschiedenen Abbildungen der Zeichnung hinweg werden für gleiche Elemente stets die gleichen Bezugszeichen verwendet.

Ohne Beschränkung des Einsatzbereichs einer Schutzvorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung wird nachfolgend nur auf deren Einsatz zum Schutz von Leitungen an einem heute insbesondere in Kraftfahrzeugen weit verbreiteten Sensor eingegangen. Als derartige Sensoren werden Lambda-Sonden zur Abgasregelegung mit dem Ziel einer deutlichen Minimierung der Abgabe von Schadstoffen wie Stickoxiden, Kohlenwasserstoffen und Ruß in Verbrennungskraftanlagen eingesetzt. Hier sind Lambda-Sonden in der Regel in einem Abgaskrümmer oder kurz dahinter in einem Sammelrohr nahe der eigentlichen Verbrennungskraftmaschine eingesetzt. Da die Lambda-Sonde den Hauptsensor in einem Regelkreis zur katalytischen Abgasreinigung darstellt und je nach verwendetem Sensor- bzw. Sondentyp erst ab Betriebstemperaturen ab 300°C oder erst ab ca. 650°C Betriebstemperatur arbeitsfähig ist, werden auch zugehörige elektrische Leitungen bzw. die mit dem Sensor verbundenen Signalleitungen und deren als Schutz, Halterung und/oder Bündelung vorgesehene Umhüllungen nicht nur durch Schwingungen mechanisch, sondern in einer sehr hoch temperierten Zone auch thermisch sehr stark belastet.

Eine aus dem Stand der Technik bekannte Lambda-Sonde 1 weist an einen Sonden-Außenkörper 2 anschließend eine schlauchförmige Umhüllung 3 aus Silikon auf. In dieser Umhüllung 3 werden im vorliegenden Beispielfall vier Leitungen 4 gebündelt geführt. Damit werden sie in gewisser Weise auch vor mechanischen Einflüssen sowie thermischer Strahlung geschützt. Es hat sich nun aber gezeigt, dass die Umhüllung 3 in einem Bereich B den thermischen und/oder mechanischen Beanspruchungen nicht auf Dauer standhält. Die Umhüllung 3 gibt damit in diesem Bereich B die in ihr geführten Leitungen 4 fortschreitend frei. Damit verlieren die Leitungen 4 einerseits Führung und Bündelung, andererseits auch Schutz vor mechanischem und thermischem Einfluss. Auch wenn die Ummantelungen dieser Leitungen 4 hier aus einer PFA-Isolierung bestehen, so wachsen hier Risiken hinsichtlich einer dauerhaften Zuverlässigkeit der Lambda-Sonde 1 aufgrund einer Schädigung der Leitungen 4 bzw. insbesondere der elektrischen Isolierung der Leitungen 4 mit der möglichen Folge z.B. von Kurzschlüssen oder Kabelbrüchen.

Als Möglichkeit zur Abhilfe zeigt 1 eine perspektivische Draufsicht auf die bekannte Lambda-Sonde 1 von 3, bei der das Bündel von Leitungen 4 sowie die Umhüllung 3 über den Bereich B hinaus mit einer Schutzvorrichtung 5 versehen ist. Die Schutzvorrichtung 5 ist als länglicher Schlauch 6 aus textilem Material 7 mit einer Metallbeschichtung 8 ausgebildet. Das textile Material 7 ist streifenförmig ausgebildet und an im Wesentlichen parallel zueinander verlaufenden Längskanten 9 durch eine Naht 10 verbunden. Der Schlauch 6 weist bei einem Durchmesser von ca. 8 mm eine Länge von ca. 100 mm auf. Damit sind die Leitungen 4 sowie die Umhüllung 3 in diesem Anwendungsbeispiel bereits ausreichend weit geschützt. Ein erster Endbereich 11 dieses Schlauchkörpers 6 ist über eine Befestigungsschelle 12 an dem Außenkörper 2 der Lambda-Sonde 1 fixiert. Damit ist die Schutzvorrichtung in ihrer Lage bereits dauerhaft mindestens in dem Bereich B gesichert. Ein entgegengesetzt liegender zweiter Endbereich 13 des Schlauchkörpers 6 weist einen Clip 14 auf. Der Clip 14 stellt eine zusätzliche Sicherheit gegen ein Auftrennen der Naht 10 dar. Hier ist der zweite Endbereich 13 des Schlauchkörpers 6 also nicht weiter festgelegt oder fixiert.

2 ist eine vergrößerte Darstellung eines Schnitts in der Ebene II-II von 1 im zweiten Endbereich 13 des Schlauchkörpers 6. An dieser Schnittdarstellung wird ein grundsätzlich dreischichtiger Aufbau erkennbar: Das textile Material 7 des Schlauchkörpers 6 weist an einer in einem Einsatzfall außenliegenden Oberfläche eine Beschichtung 8 aus einer hier ca. 20 µm dicken Aluminium-Folie auf. Das eigentliche textile Material 7 ist ein hier nur aus Glasfasern gebildetes multifilamentes Gewebe 18 und weist ein Flächengewicht von ca. 200 g/m2 auf. In einer Einbausituation überdeckt das Gewebe 18 nach Innen bzw. zu der mindestens einen Leitung 4 hin nachfolgend ein Vlies 19, wie in 2 angedeutet. Das Vlies 19 besteht hier aus einem Polyester und weist ein Flächengewicht von ca. 100 g/m2 auf. Die genannten Schichten sind dabei jeweils durch einen Acrylkleber miteinander verbunden.

Ein Verfahren zur Herstellung eines dreischichtigen Aufbaus der vorstehend beschriebenen Schutzvorrichtung ist durch die nachstehend angegebene Abfolge von Schritten gekennzeichnet: In einem ersten Schritt werden das textile Material 7 und die Metallfolie 8 über einen Kleber 20 verbunden. Dazu ist ein Kalandrier-Schritt vorgesehen, wobei der Kalander mit weichen Walzen versehen ist, um die Metallfolie 8 in eine oberflächliche Textur des textilen Materials 7 einzudrücken. Damit ist die Metallfolie an bzw. auf dem textilen Material 7 fixiert. Es hat sich herausgestellt, dass in dem Fall, dass sich die Metallfolie 8 möglichst gut in eine Struktur des textilen Materials 7 gelegt hat, ein Transporteur der Nähmaschine die Metallfolie 8 beim Vernähen so gut wie nicht verletzt.

Die Vlies-Schicht 19 wird nachfolgend als zuvor beidseitig kalandriertes Material in einem zweiten Kalandrierschritt über einen weiteren Kleber 21 an dem textilen Material 7 fixiert. Damit sind nun beide Oberflächen textilen Materials 7 flächig durch andere Schichten überdeckt. Die Kleber 20 und 21 sind in diesem Ausführungsbeispiel beide Acrylkleber.

Die Naht 10 ist als zweifädige Überwurf-Kett-Stich- oder 2-fädige Overlock-Naht ausgeführt. Dieser Typ von Naht ist von sich aus bereits vergleichsweise locker und damit in ausreichender Weise flexibel sowie in Grenzen dehnbar. Zum Nähen wird hier aber zudem eine Nähmaschine mit einer zusätzlich gewölbten Kettelzunge verwendet. Damit wird eine Verlängerung des Fadens bei vorbestimmter Knotenbildung im Bereich von Kettelzungen eines Stichblechs sowie eines Presserfußes der so ausgerüsteten Nähmaschine erreicht, was zu einer sicher gebildeten Naht zu zugleich definiert erweiterter Dehnbarkeit führt. Damit trägt die Naht selber nicht zu einer Aufsteifung des Schlauchkörpers bei, liefert aber eine sehr saubere und zudem gegen Ausfransen eingefasste Kante. So ist eine einfache Handhabung in der Montage sichergestellt. Zudem zeichnet sich die vorstehend genannte Art der Naht andererseits dadurch aus, dass sie von sich aus selbstklemmend ist. In Anpassung auf höher oder gar hoch temperierte Einsatzumgebungen wird die Naht 10 die durch gegen Hitze und Flammen resistente Fasern 17 gebildet. Hier kommen als Fasern 17 insbesondere Aramide zum Einsatz.

Die vorstehend angegebene Auswahl von Materialien, ihr schichtweiser Aufbau sowie die Dimensionierung der einzelnen Schichten zeigt im Einsatz noch weitere Vorteile: Nach dem Vernähen und Ablängen des Schlauchkörpers 6 wird z.B. durch Einführen eines endseitig kegel- oder kegelstumpf-förmig angespitzten Stabes ein Rohr gebildet. Damit kann die mindestens eine Leitung 4 nachfolgend leicht hindurchgeführt werden. Bei dieser rohrförmigen Aufweitung kippen unter der Naht 10 an den Längskanten 9 verlaufende Kanten der Aluminiumfolie 8 zueinander. Damit decken sie einen sonst durch das Gewebe 7 und das innen liegende Vlies 19 gebildeten dünnen Spalt zusätzlich unter sehr guter thermischer Dämmung ab.

Der Clip 14 ist über einem Endbereich 15 der Naht 10 so angeordnet, das er das textile Material 7 durchdringt und die Naht 10 umklammert. Die beispielsweise von Reißverschlüssen her bekannten Clip 14 weisen beim Einbau leicht nach innen hin orientierte Beinchen auf, regelmäßig zwei paarweise gegenüberliegend angeordnet. Durch einfaches Niederdrücken des Clip 14 auf einer nicht weiter zeichnerisch dargestellten Auflage wird ein Clip 14 in der in 2 dargestellten Weise die Naht 10 umgreifend geschlossen. Dabei wird ein durch die Naht 10 an den parallel zueinander verlaufenden Längskanten 9 gebildeter flacher Steg 16 zusätzlich gestaucht, wie in 2 in vergrößerter Darstellung angedeutet.

In einem alternativen und nicht weiter zeichnerisch dargestellten Ausführungsbeispiel wird die Naht nahe einer Schnittkante durch Verriegeln mit einer Nähmaschine gegen ein Auftrennen gesichert. Hierzu ist eine Länge einer Verriegelungsnaht von ca. 2 mm schon ausreichend. Dazu können über diese Länge zwischen ca. 10 bis etwa 20 Stiche vorgesehen sein. Vorteilhaft ist es, wenn für die Verriegelungs-Naht ein Garn einer gegenüber den sonstigen Elementen auffällig aufweichenden Farbe gewählt wird. Damit ist dann das eine freie Ende bzw. der zweiter Endbereich 13 der Schutzvorrichtung 5 von dem unter der Befestigungsschelle 12 gesichert liegenden ersten Endbereich 11 auch in einer Montage des Sensors bzw. der Lambda-Sonde 1 klar unterscheidbar. Es ist damit auch dauerhaft gekennzeichnet, dass die Schutzvorrichtung 5 an dem zweiten Endbereich 13 nicht durch Abschneiden in ihrer Länge angepasst werden darf, da sich sonst von dort her die Naht 10 auftrennen könnte. So können unter Einsparung des Clips 14 Gewicht, Maschinen- und Materialkosten eingespart werden.

Damit ist vorstehend eine zuverlässige und gegen mechanische und thermische Einflüsse dauerhaft sichere Schutzvorrichtung 5 beschrieben worden, bei der die Verklebung der beschriebenen Materialien aufgrund der hohen thermischen Isolation der äußeren Folie 8 aus Aluminium auch im Dauereinsatz unkritisch ist.

Bezugszeichenliste

1
Lambda-Sonde
2
Sonden-Außenkörper
3
schlauchförmige Umhüllung aus Silikon
4
Leitung
5
Schutzvorrichtung
6
länglicher Schlauch / Schlauchkörper
7
textiles Material
8
Metallbeschichtung / Metallfolie
9
parallel zueinander verlaufende Längskanten
10
Naht
11
erster Endbereich
12
Befestigungsschelle
13
zweiter Endbereich
14
Clip
15
Endbereich der Naht 10
16
flacher Steg
17
Fasern der Naht 10
18
Gewebe
19
Vlies aus Polyester
20
Kleber
21
Kleber
B
Bereich