Title:
Wickelvorrichtung
Document Type and Number:
Kind Code:
A1

Abstract:

Es wird eine Wickelvorrichtung (1) zum Umschnüren mindestens einer Leitung (2) vorgestellt, die ein spiralförmig vorgeformtes Schlauchelement (3) aufweist, sowie eine die Leitung (2) translatorisch bewegbar lagernde Transporteinrichtung (4), eine das Schlauchelement (3) bereitstellende Vorratseinheit (5) und eine die Leitung (2) mit dem Schlauchelement (3) umwickelnde, in Umfangsrichtung der Leitung (2) rotierende Laufkatze (6).
Die erfindungsgemäße Weiterbildung ist darin zu sehen, dass die Laufkatze (6) eine Führungseinheit (7) des Schlauchelementes (3) aufweist, wobei das Schlauchelement (3) zwischen der Leitung (2) und der an der Außenoberfläche des Schlauchelementes (3) anliegenden, eine zentripetale Vorspannkraft auf das Schlauchelement (3) aufbringenden Führungseinheit (7) geführt ist.





Inventors:
Kaiser, Christian (49536, Lienen, DE)
Application Number:
DE102016110467A
Publication Date:
12/07/2017
Filing Date:
06/07/2016
Assignee:
Amazonen-Werke H. Dreyer GmbH & Co. KG, 49205 (DE)
International Classes:
B65H81/06; H01B13/08
Foreign References:
30001671961-09-19
WO2010048658A12010-05-06
Claims:
1. Wickelvorrichtung (1) zum Umschnüren mindestens einer Leitung (2) mit einem spiralförmig vorgeformten Schlauchelement (3), umfassend eine die Leitung (2) translatorisch bewegbar lagernde Transporteinrichtung (4), eine das Schlauchelement (3) bereitstellende Vorratseinheit (5) und eine die Leitung (2) mit dem Schlauchelement (3) umwickelnde, in Umfangsrichtung der Leitung (2) rotierende Laufkatze (6), dadurch gekennzeichnet, dass die Laufkatze (6) zumindest eine Führungseinheit (7) des Schlauchelementes (3) aufweist, wobei das Schlauchelement (3) zwischen der Leitung (2) und der an der Außenoberfläche des Schlauchelementes (3) anliegenden, eine zentripetale Vorspannkraft auf das Schlauchelement (3) aufbringenden Führungseinheit (7) geführt ist.

2. Wickelvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungseinheit (7) wenigstens einen Gleit-, Roll- oder Wälzkörper (17) aufweist.

3. Wickelvorrichtung nach einem der vorstehend genannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wickelvorrichtung eine den Beginn des Schlauchelementes (3) erfassende Erfassungseinrichtung aufweist.

4. Wickelvorrichtung nach einem der vorstehend genannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Transporteinrichtung (4) mehrere, in Längsrichtung der Leitung (2) rotierend gelagerte Führungselemente (8) aufweist.

5. Wickelvorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Leitung (2) in der Transporteinrichtung (4) zentriert eingespannt ist und die Führungselemente (8) Bestandteile eines Spannmechanismus sind.

6. Wickelvorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Spannmechanismus mindestens ein die Führungselemente (8) zentripetal vorspannendes Spann- oder Federelement aufweist oder aus diesem besteht.

7. Wickelvorrichtung nach einem der vorstehend genannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Transporteinrichtung (4) mittels wenigstens eines Handhebels (9) einstellbar und/oder fixierbar ausgeführt ist.

8. Wickelvorrichtung nach einem der vorstehend genannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Transporteinrichtung (4) als Lamellenverschluss ausgeführt ist.

9. Wickelvorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Lamellenverschluss aus einer Mehrzahl einzelner, schwenkbar gelagerter Lamellen (10) besteht, die jeweils auf ihrer an der Oberfläche der Leitung (2) anliegenden Seite als Führungselement (8) mindestens einen drehbar gelagerten Gleit-, Roll- oder Wälzkörper aufweisen.

10. Wickelvorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungselemente (8) in einer die Leitung (2) fördernden Weise angetrieben sind.

11. Wickelvorrichtung nach einem der vorstehend genannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Transporteinrichtung (4) zur Ausrichtung der Leitung (2) geeignet ist.

12. Wickelvorrichtung nach einem der vorstehend genannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Laufkatze (6) manuell oder mittels einer Antriebseinrichtung (17) antreibbar ausgeführt ist.

13. Wickelvorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinrichtung (17) ein Elektromotor ist.

14. Wickelvorrichtung nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinrichtung (17) über ein Übersetzungsgetriebe mit der Laufkatze (6) gekoppelt ist.

15. Wickelvorrichtung nach einem der vorstehend genannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorratseinheit (5) als eine das Schlauchelement (3) aufnehmende Spirale oder Röhre oder als ein das Schlauchelement (3) aufnehmender Stab ausgeführt ist.

16. Wickelvorrichtung nach einem der vorstehend genannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Leitung (2) eine Hydraulikleitung, eine Elektroleitung oder ein Druckschlauch einer landwirtschaftlichen Maschine oder eines landwirtschaftlichen Fahrzeugs ist.

Description:

Die Erfindung betrifft eine Wickelvorrichtung nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.

Eine derartige Wickelvorrichtung ist beispielsweise aus der US 3,000,167 bekannt und wird zum Umschnüren mindestens einer Leitung mit einem Schlauchelement verwendet. Bei der in der genannten Druckschrift offenbarten Lösung kommt ein bandförmiges Schlauchelement zum Einsatz, das über ein System mehrerer Umlenkrollen geführt wird, die an einer Laufkatze angeordnet sind. Zur Bereitstellung des Schlauchelementes dient darüber hinaus eine Vorratseinheit in Form einer Vorratsspule, die neben den bereits erwähnten Umlenkrollen ebenfalls einen Bestandteil der Laufkatze bildet, wobei die Laufkatze in Umfangsrichtung der Leitung um die zu umwickelnde Leitung rotiert und dabei das Schlauchelement um die Leitung wickelt. Nachteilig ist hierbei, dass die Laufkatze durch die vorhandenen Umlenkrollen und die Vorratsspule verhältnismäßig komplex aufgebaut ist und folglich ein erhebliches Gewicht aufweist, das bei der Rotation der Laufkatze bewegt werden muss. Die zu umwickelnde Leitung ist nach dem Offenbarungsgehalt der US 3,000,167 mittels einer Transporteinrichtung translatorisch bewegbar gelagert. Als Transporteinrichtung kommt dabei ein Förderband zum Einsatz, auf dem die Leitung nach dem Umwickeln entlang geführt wird. Der für den Transport der Leitung erforderliche Druck wird mittels einer drehbar gelagerten Führungsrolle auf die Leitung übertragen.

Darüber hinaus beschreibt die WO2010/048658 A1 eine Wickelvorrichtung, bei der die zu umwickelnde Leitung in eine Rotationsbewegung versetzt wird, was hinsichtlich der Handhabung aufwändig ist. Zum Einsatz kommt bei dieser Lösung ein spiralförmig vorgeformtes Schlauchelement, das über eine Zuführeinrichtung in Form einer Hülse oder einer wannenförmigen Rinne bereitgestellt wird. Bei einer derartigen Ausführung einer Wickelvorrichtung lässt sich die Genauigkeit und die Festigkeit der Wicklung nicht exakt einstellen, so dass im Ergebnis eine ungleichmäßige Wicklung zu befürchten ist.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Wickelvorrichtung bereitzustellen, die eine möglichst genau definierte Festigkeit und eine hohe Präzision beim Umwickeln wenigstens einer Leitung ermöglicht und dabei einen vergleichsweise einfachen Aufbau aufweist.

Die Erfindung löst diese Aufgabenstellung mit den Merkmalen des Patentanspruches 1. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der sich anschließenden Unteransprüche.

Eine Wickelvorrichtung zum Umschnüren mindestens einer Leitung mit einem spiralförmig vorgeformten Schlauchelement, umfassend eine die Leitung translatorisch bewegbar lagernde Transporteinrichtung, eine das Schlauchelement bereitstellende Vorratseinheit und eine die Leitung mit dem Schlauchelement umwickelnde, in Umfangsrichtung der Leitung rotierende Laufkatze, wurde erfindungsgemäß dahingehend weitergebildet, dass die Laufkatze zumindest eine Führungseinheit des Schlauchelementes aufweist, wobei das Schlauchelement zwischen der Leitung und der an der Außenoberfläche des Schlauchelementes anliegenden, eine zentripetale Vorspannkraft auf das Schlauchelement aufbringenden Führungseinheit geführt ist.

Vorauszuschicken ist hierbei, dass nicht nur eine einzelne Leitung, sondern beispielsweise auch eine Vielzahl einzelner Leitungen, also ein Leitungsbündel, mit dem Schlauchelement umwickelt werden kann. Dabei werden die einzelnen Leitungen durch das Schlauchelement zusammengefasst und gegeneinander fixiert, was ihre weitere Verarbeitung in erheblichem Maße vereinfacht. Auf diese Weise können sogar Leitungsbäume hergestellt werden. Die Fixierung der einzelnen Leitungen gegeneinander verhindert ein Scheuern der Mantelflächen aneinander und beugt so Beschädigungen an der Mantelflächen vor. Die umwickelten Leitungsbündel sind durch das anliegende Schlauchelement vor Beschädigungen durch Scheuern an weiteren Objekten geschützt.

Über die erfindungsgemäße Führungseinheit wird dabei eine zentripetale Vorspannkraft auf das Schlauchelement ausgeübt, was in vorteilhafter Weise zur Folge hat, dass die Wicklung sehr gleichmäßig erfolgt und damit qualitativ hochwertig ist. Von besonderer Bedeutung ist darüber hinaus, dass hierbei eine translatorische Bewegung der Leitung und eine um die axiale Richtung der Leitung rotierende Laufkatze vorgesehen sind und die Leitung somit nicht durch eine aufwändige Mechanik in eine Rotationsbewegung versetzt werden muss. Die genannten Maßnahmen tragen insgesamt dazu bei, dass die erfindungsgemäße Wickelvorrichtung einen verhältnismäßig einfachen Aufbau aufweist und die Umwicklung der wenigstens einen Leitung mit hoher Präzision und Genauigkeit erfolgt.

Die erfindungsgemäße Führung und/oder Aufdenung des vorgeformten Schlauchelements bewirkt, dass die Windungen des Schlauchelements leicht um die zu umwickelnde Leitung gelegt werden können. Zudem bewirkt die Aufdehung des vorgeformten Schlauchelements eine Vorspannung der Windungen des Schlauchelements derart, dass sich die Windungen durch Zusammenziehen fest an die zu umwickelnde Leitung anlegen.

Eine erste Ausgestaltung der Erfindung besteht vorliegend darin, dass die Führungseinheit wenigstens einen Gleit-, Roll- oder Wälzkörper aufweist. Durch diese Maßnahme wird die Anlage des Schlauchelementes an der Leitung wesentlich verbessert, da die Gleit-, Roll- oder Wälzkörper eine geringe Reibung auf das Schlauchelement ausüben und die aufzubringende Vorspannkraft optimal übertragen. Zudem ist das bevorratete Schlauchelement aufgrund der geringen Reibun leicht nachführbar, wodurch eine konstante Wickelqualität gewährleistet und Beschädigungen des Schlauchelements vermieden werden.

Besonders schwierig gestaltet sich der Anfang, also die Fixierung des Schlauchelementes an der Leitung zu Beginn des Wickelvorganges. Natürlich ist es möglich, die erste Windung manuell, also von Hand um die Leitung zu wickeln. Will man allerdings die daraus resultierenden Verletzungsgefahren und den damit verbundenen Aufwand vermeiden, ist es von Vorteil, wenn die Wickelvorrichtung eine den Beginn des Schlauchelementes erfassende Erfassungseinrichtung aufweist. Als Erfassungseinrichtung kann dabei zum Beispiel ein zangenartiges Element dienen, welches zur Klemmung des Anfanges des Schlauchelementes genutzt wird.

Eine Verbesserung der translatorischen Führung der Leitung lässt sich gemäß einer Weiterbildung der Erfindung dadurch erreichen, dass die Transporteinrichtung mehrere, in Längsrichtung der Leitung rotierend gelagerte Führungselemente aufweist. Als Führungselemente können hierbei zum Beispiel ebenfalls Gleit-, Roll- oder Wälzkörper zum Einsatz kommen, die entlang der Längsrichtung der Außenmantelfläche der Leitung gleiten oder abrollen. Je mehr derartige Führungselemente entlang des Umfanges der Leitung angeordnet sind, umso exakter ist die Ausrichtung und translatorische Führung der Leitung innerhalb der Transporteinrichtung. Dabei können die einzelnen Führungselemente in Längsrichtung der Leitung betrachtet auch einen Versatz zueinander aufweisen.

Zur Verbesserung der Genauigkeit der Wicklung des Schlauchelementes um die Leitung geht ein weiterer, besonders vorteilhafter Vorschlag nach der Erfindung dahin, dass die mindestens eine Leitung zentriert in der Transporteinrichtung eingespannt ist und die Führungselemente Bestandteile eines Spannmechanismus sind. Mit anderen Worten üben die einzelnen Führungselemente nicht nur eine Führungsfunktion in axialer Richtung der Leitung aus, sondern sorgen darüber hinaus auch für eine Einspannung und/oder Fixierung der Leitung, was bedeutet, dass die Führungselemente unter einer Vorspannung an der Leitung anliegen. Auf diese Weise wird der erwähnte Spannmechanismus gebildet, der entsprechend einer Ausgestaltung dieser Lösung mindestens ein die Führungselemente zentripetal vorspannendes Spann- oder Federelement aufweist oder aus diesem besteht.

Um die Wickelvorrichtung nach der Erfindung möglichst vielfältig einsetzen und Leitungen sowie Schlauchelemente unterschiedlicher Stärken verarbeiten zu können, ist es darüber hinaus von Vorteil, wenn die Transporteinrichtung mittels wenigstens eines Handhebels einstellbar und/oder fixierbar ausgeführt ist. Der Handhebel dient folglich einer manuellen Einstellung der Transporteinrichtung und wird einer automatischen Anpassung deshalb vorgezogen, weil dadurch die Wickelvorrichtung insgesamt einfacher ausgeführt werden kann. Natürlich ist auch eine automatische Anpassung nicht ausgeschlossen und vom Erfindungsgedanken mit erfasst.

Wird die Transporteinrichtung darüber hinaus als Lamellenverschluss ausgeführt, so besteht der wesentliche Vorteil einer derartigen Lösung darin, dass, über den Umfang der Leitung betrachtet, eine Vielzahl einzelner Führungselemente zum Einsatz kommen kann und die einzelnen Lamellen des Lamellenverschlusses die Leitung sehr gleichmäßig umgeben und damit optimal führen. Darüber hinaus lässt sich mit einem Lamellenverschluss die Vorspannkraft auf die Leitung sehr genau definieren.

Der zum Einsatz kommende Lamellenverschluss besteht dabei gemäß einer Weiterbildung der Erfindung aus einer Mehrzahl einzelner, schwenkbar gelagerter Lamellen, die jeweils auf ihrer an der Oberfläche der Leitung anliegenden Seite als Führungselement mindestens einen drehbar gelagerten Gleit-, Wälz- oder Rollkörper aufweisen, um eine möglichst reibungsarme zentripetale Kraftübertragung und translatorische Führung der Leitung zu gewährleisten.

Werden bei einer derartigen Lösung die Führungselemente in einer die Leitung fördernden Weise angetrieben, so lässt sich dadurch eine aufwändige Fördermechanik der Leitung einsparen. Folglich bilden hierbei die Führungselemente die Transporteinrichtung und realisieren gleichzeitig den Vortrieb der Leitung innerhalb der Wickelvorrichtung.

Die Führungselemente der Transporteinrichtung werden vorzugsweise derart angeordnet, dass die Transporteinrichtung zur Ausrichtung der Leitung geeignet ist. Dies kann beispielsweise durch den zuvor bereits erwähnten Versatz der Führungselemente, in axialer Richtung der Leitung betrachtet, erreicht werden. Grundsätzlich gilt hierbei, je höher die Dichte der Anordnung der Führungselemente entlang des Umfanges der Leitung vorgesehen wird, umso besser ist auch die Führung der Leitung durch die Führungselemente gewährleistet.

Die Bewegung der Laufkatze kann entsprechend einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung manuell oder mittels einer Antriebseinrichtung erfolgen. Während ein manueller Antrieb der Laufkatze eine baulich sehr einfach ausgeführte Wickelvorrichtung mit sich bringt, ist die Genauigkeit der Wicklung natürlich mit einer Antriebseinrichtung verbessert. Dies führt zu der Erkenntnis, dass bevorzugt eine Antriebseinrichtung zum Einsatz kommen sollte.

Bei der erwähnten Antriebseinrichtung kann es sich beispielsweise um einen Elektromotor handeln, der gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung auch über ein Übersetzungsgetriebe mit der Laufkatze gekoppelt werden kann. Auf diese Weise lässt sich die Drehzahl eines Elektromotors auf die für das Umwickeln der Leitung erforderliche Geschwindigkeit einstellen.

Zur Bereitstellung des Schlauchelementes wird weiterhin vorgeschlagen, dass die Vorratseinheit als eine das Schlauchelement aufnehmende Spirale oder Röhre oder als ein das Schlauchelement aufnehmender Stab ausgeführt ist. Hierbei ist es maßgeblich zu erkennen, dass das Schlauchelement nicht innerhalb einer Wanne geführt werden muss, sondern dieses auf die Spirale oder den Stab aufgeschoben ist und beim Umwickeln der Leitung bedarfsgerecht von dieser Spirale oder dem Stab beziehungsweise aus der Röhre entnommen wird. Eine derartige Aufbewahrung des Schlauchelementes hat den Vorteil, dass dieses sich nicht, wie dies bei einer Führung in einer offenen Wanne theoretisch möglich ist, verwinden kann, so dass das Schlauchelement stets mit gleich bleibender Qualität zur Verfügung steht. Zudem besteht gegenüber beispielsweise der losen Bevorratung in einer offenen Wanne bei der erfindungsgemäßen Bevorratung der Vorteil, dass das Schlauchelement im Zusammenwirken mit der Führungseinheit eine Vorspannung erfährt, ohne dass diese druch aus der Bevorratung nachkommendes Schlauelement aufgehoben wird.

Die erfindungsgemäße Wickelvorrichtung wird in bevorzugter Weise für Leitungen verwendet, bei denen es sich beispielsweise um Hydraulikleitungen, Elektroleitungen oder Druckschläuche einer landwirtschaftlichen Maschine oder eines landwirtschaftlichen Fahrzeugs handelt.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Die gezeigten Ausführungsbeispiele stellen dabei keine Einschränkung auf die dargestellten Varianten dar, sondern dienen lediglich der Erläuterung eines Prinzips der Erfindung.

Gleiche oder gleichartige Bauteile werden stets mit denselben Bezugsziffern bezeichnet. Um die erfindungsgemäße Funktionsweise veranschaulichen zu können, sind in den Figuren nur stark vereinfachte Prinzipdarstellungen gezeigt, bei denen auf die für die Erfindung nicht wesentlichen Bauteile verzichtet wurde. Dies bedeutet jedoch nicht, dass derartige Bauteile bei einer erfindungsgemäßen Lösung nicht vorhanden sind.

Es zeigt:

1: eine erste Ausführungsvariante einer Wickelvorrichtung, von der Seite ihrer Vorratseinheit her betrachtet,

2: eine Seitenansicht der Wickelvorrichtung aus 1,

3: eine perspektivische Ansicht der in den 1 und 2 gezeigten Wickelvorrichtung von der Seite ihres Handrades her betrachtet,

4: eine weitere Ausführungsvariante einer Wickelvorrichtung in einer perspektivischen Ansicht und

5: die Wickelvorrichtung aus 4 in einer Ansicht von der Seite der Vorratseinheit her betrachtet.

Die 13 zeigen eine erste Ausführungsvariante einer Wickelvorrichtung 1, in verschiedenen Ansichten. Eine derartige Wickelvorrichtung 1 weist ein Gestell oder einen Rahmen 11 zur Aufstellung der Wickelvorrichtung 1 und Aufnahme der einzelnen Bestandteile auf und dient vorliegend dazu, mindestens eine zentrisch in der Wickelvorrichtung 1 eingespannte Leitung 2 mit einem spiralförmig vorgeformten Schlauchelement 3 zu umwickeln. Bei dem Beispiel in den 15 sind insgesamt drei einzelne Leitungen vorhanden, die durch das Schlauchelement 3 zu einem Leitungsbündel beziehungsweise im Wortsinn der Erfindung zu einer „Leitung 2“ zusammengefasst werden. Diese Leitung 2 ist dabei innerhalb einer Transporteinrichtung 4 translatorisch, also geradlinig und in axialer Richtung der Leitung 2, bewegbar aufgenommen und geführt. Die Bewegungsrichtung der Leitung 2 ist in der Darstellung in 2 durch den Pfeil B veranschaulicht.

Bei der ersten Ausführungsvariante, die in den 13 gezeigt ist, besteht die Transporteinrichtung 4, entlang des Umfanges der Leitung 2 betrachtet, aus mehreren Lamellen 10, die auf der der Leitung 2 zugewandten Seite jeweils Führungselemente 8 aufweisen, die unmittelbar an der Oberfläche der Leitung 2 anliegen. Als Führungselemente 8 dienen im vorliegenden Fall drehbar gelagerte Rollen. Durch die Transporteinrichtung 4 ist somit die Leitung 2 zentrisch in der Wickelvorrichtung 1 eingespannt und gleichzeitig reibungsarm und translatorisch, also geradlinig und in axialer Richtung, bewegbar. Bei der Vorratseinheit 5 handelt es sich im vorliegenden Fall um einen spiralförmig gewundenen Metallstab, auf den das zur Verarbeitung vorgesehene Schlauchelement 3 lose aufgeschoben ist. Ein Endabschnitt des Schlauchelementes 3 wird dabei zu Beginn des Wickelvorganges in eine Führungseinheit 7 eingesetzt, so dass die erste Windung des vorgeformten Schlauchelements 3 die zu umwickelnde Leitung 2 bereits umgreift. Die Führungseinheit 7 bildet hierbei einen Bestandteil einer Laufkatze 6, die um die zentral eingespannte Leitung 2 rotiert und dabei das Schlauchelement 3 von der Vorratseinheit 5 entnimmt, um dieses leichtgängig zu führen und während der Rotationsbewegung um die Leitung 2 herumzuwickeln. Dabei übt die Führungseinheit 7 eine zentripetale Vorspannkraft auf das Schlauchelement 3 aus, so dass die Leitung 2 gleichmäßig und straff umwickelt wird. Zudem wird durch Zusammenwirken der erfindungsgemäßen Bevorratung des Schlauchelements auf der Vorratseinheit 5 und der Führungseinheit 7 durch Aufdehnung der Windungen eine Vorspannung des Schlauchelements 3 bewirkt. Durch diese Vorspannung ziehen sich die die Leitung 2 umwickelnden Windungen des Schlauchelements 3 fest an die Mantelfläche der zu umwickelnden Leitung 2 heran.

Die Rotation der Laufkatze 6 wird bei der in den 13 dargestellten Ausführungsvariante einer Wickelvorrichtung 1 durch ein Handrad 12 erreicht, was bedeutet, dass die Rotationsbewegung der Laufkatze 6 in diesem Fall manuell erzeugt wird. Die Bewegungsrichtung des Handrades 12 ist dabei in der 1 durch den Pfeil A symbolisiert. Wie insbesondere aus der Darstellung in 1 ersichtlich ist, weist die Laufkatze 6 ein Langloch auf, in das ein Spannhebel 14 eingreift, der eine Verstellung der Position und/oder Lage Laufkatze in Relation zu der Leitung 2 bewirken kann. Dadurch ist die Wickelvorrichtung 1 für in radialer Richtung unterschiedlich dimensionierte Leitungen 2 verwendbar.

Ein weiterer Handhebel 9 dient darüber hinaus dazu, die Transporteinrichtung 4, welche im vorliegenden Beispiel als Lamellenverschluss ausgeführt ist, manuell einzustellen. Auf diese Weise wird folglich die Vorspannkraft zur Führung der Leitung 2 verändert.

Der Spannhebel 13 dient im vorliegenden Fall dazu, den Winkel einzustellen, unter dem das Ende des Schlauchelementes 3 mit der Oberfläche der Leitung 2 zusammengeführt wird. Auf diese Weise können die Qualität der Wicklung und die Spannung des Schlauchelementes 3 variiert werden.

In den 4 und 5 ist eine andere Ausführungsvariante einer Wickelvorrichtung 1 gezeigt, als in den 13. Die Wickelvorrichtung 1 der 4 und 5 ist mittels eines Rahmens 11 und einer Spannvorrichtung 15 an beliebiger Stelle einer festen Unterlage, beispielsweise eine Werkbank oder eines Arbeitstisches, fixierbar und damit ortsveränderlich ausgeführt. Folglich handelt es sich hierbei um eine mobile Variante einer derartigen Wickelvorrichtung 1.

Als eine Besonderheit ist es bei dieser Lösung anzusehen, dass die Laufkatze 6 aus einem halbkreisförmigen Segment besteht, dessen bogenförmige Innenoberfläche als Führungseinheit 7 eine Vielzahl einzelner Gleit-, Roll- oder Wälzkörper 17 aufweist, die entlang der bogenförmigen Oberfläche unmittelbar nebeneinander angeordnet sind und von denen mehrere, jedoch nicht sämtliche Gleit-, Roll- oder Wälzkörper 17 an der Mantelfläche der Leitung 2 anliegen. Die relative Lage zwischen Vorratseinheit 5 und Laufkatze 6 kann mittels der dargestellten Einstelleinrichtung 16 verstellt werden so dass dadurch die auf das Schlauchelement 3 ausgeübte Vorspannkraft verändert werden kann. Die Vorspannkraft hat damit einen maßgeblichen Einfluss auf die Festigkeit der Wicklung. Eine andere Besonderheit der in den 4 und 5 gezeigten Lösung einer Wickelvorrichtung 1 ist in der Antriebseinrichtung 18 zu sehen, die vorliegend zum Antrieb der rotierenden Laufkatze 6 zum Einsatz kommt. Folglich ersetzt die als Elektromotor ausgeführte Antriebseinrichtung 18 in diesem Fall ein Handrad, wie es bei der Ausführung in den 13 verwendet wurde. Aus den Darstellungen der 4 und 5 wird ersichtlich, dass diese Ausführung der Wickelvorrichtung 1 einen besonders einfachen Aufbau aufweist.

Bezugszeichenliste

1
Wickelvorrichtung
2
Leitung
3
Schlauchelement
4
Transporteinrichtung
5
Vorratseinheit
6
Laufkatze
7
Führungseinheit (Gleit-, Roll- oder Wälzkörper)
8
Führungselement
9
Handhebel
10
Lamelle
11
Rahmen
12
Handrad
13
Spannhebel (für den Winkel des Schlauchelementes)
14
Spannhebel (für die Einstellung der Laufkatze)
15
Spannvorrichtung
16
Einstelleinrichtung (Laufkatze)
17
Gleit-, Roll- oder Wälzkörper (der Führungseinheit)
18
Antriebseinrichtung (Elektromotor)

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

Zitierte Patentliteratur

  • US 3000167 [0002, 0002]
  • WO 2010/048658 A1 [0003]