Title:
Verdrillanlage, Tandem-Verdrillanlage und Verfahren zum Bestücken eines Verdrillkopfs
Kind Code:
B3


Abstract:

Eine Verdrillanlage (1a, 1b) weist einen drehbaren Verdrillkopf (4, 4b) mit mehreren Aufnahmen (12) für Einzelleitungen (L) eines zu verdrillenden Kabels und eine Bestückeinrichtung (7) zur sequentiellen Bestückung der Aufnahmen (12) mit den Einzelleitungen (L) auf, wobei die Bestückeinrichtung (7) dazu eingerichtet ist, zur Bestückung des Verdrillkopfs (4, 4b) zu einer für alle Einzelleitungen (L) gleichen Übergabeposition verfahren zu werden und der Verdrillkopf (4, 4b) dazu eingerichtet ist, eine freie Aufnahme (12) des Verdrillkopfs (4, 4b) zu ihrer Bestückung mit einer Einzelleitung (L) zu einer passenden Übernahmeposition zu drehen. Ein Verfahren dient zum Bestücken eines Verdrillkopfs (4, 4b) mit Einzelleitungen (L). Die Erfindung ist insbesondere anwendbar auf eine Erzeugung von Kabeln für Fahrzeuge, insbesondere mittels einer Tandem-Verdrillanlage (T2).




Inventors:
Schwarzer, Roland (94428, Eichendorf, DE)
Gruber, Konrad (83543, Rott, DE)
Herzig, Jürgen (84155, Bodenkirchen, DE)
Kasper, Ralf (85567, Grafing, DE)
Application Number:
DE102016109155A
Publication Date:
08/03/2017
Filing Date:
05/18/2016
Assignee:
Lisa Dräxlmaier GmbH, 84137 (DE)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE202011051942U1N/A2012-11-15
DE202010001324U1N/A2010-09-16
DE202009004913U1N/A2010-07-22
DE202009004914U1N/A2010-07-22
DE10107670B4N/A2005-11-10
DE29821664U1N/A2000-01-05



Foreign References:
EP08894862004-08-18
EP09177462000-12-13
EP10320952013-05-22
EP27770532015-12-30
EP28019842014-11-12
EP30128412016-04-27
WO2015126323A12015-08-27
Claims:
1. Verdrillanlage (1a, 1b), aufweisend
– einen drehbaren Verdrillkopf (4, 4a; 4, 4b) mit mehreren Aufnahmen (12) für Einzelleitungen (L1, L2; L) eines zu verdrillenden Kabels und
– eine Bestückeinrichtung (7; 17) zur sequentiellen Bestückung der Aufnahmen (12) mit den Einzelleitungen (L1, L2; L),
wobei
– die Bestückeinrichtung (7; 17) dazu eingerichtet ist, zur Bestückung des Verdrillkopfs (4, 4a; 4, 4b) zu einer für alle Einzelleitungen (L1, L2; L) gleichen Übergabeposition verfahren zu werden und
– der Verdrillkopf (4, 4a; 4, 4b) dazu eingerichtet ist, eine freie Aufnahme (12) des Verdrillkopfs (4, 4a; 4, 4b) zu ihrer Bestückung mit einer Einzelleitung (L1, L2; L) zu einer passenden Übernahmeposition zu drehen.

2. Verdrillanlage (1a, 1b) nach Anspruch 1, wobei die Verdrillanlage (1a, 1b) zusätzlich
– einen drehbaren Entdrillkopf (19) mit mehreren Aufnahmen für Einzelleitungen (L) eines zu verdrillenden Kabels aufweist,
– die Bestückeinrichtung (17) dazu eingerichtet ist, zur Bestückung des Entdrillkopfs (19) zu einer für alle Einzelleitungen (L) gleichen weiteren Übergabeposition (15) verfahren zu werden und
– der Entdrillkopf (19) dazu eingerichtet ist, eine freie Aufnahme des Entdrillkopfs (19) zur Bestückung mit einer Einzelleitung (L) zu einer passenden Übernahmeposition zu drehen.

3. Verdrillanlage (1a, 1b) nach den Ansprüchen 1 und 2, bei der die Bestückeinrichtung (17) dazu eingerichtet ist, abgelängte Einzelleitungen (L) beidseitig handzuhaben und deren beide Enden gleichzeitig zu dem Verdrillkopf (4) und/oder zu dem Entdrillkopf (19) zu verfahren.

4. Verdrillanlage (1a, 1b) nach Anspruch 1, bei der die Bestückeinrichtung (7) dazu eingerichtet ist, Einzelleitungen (L1, L2) einseitig handzuhaben und das zugehörige Ende zu dem Verdrillkopf (4) zu verfahren.

5. Verdrillanlage (1a, 1b) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Einzelleitungen (L1, L2; L) mittels der Bestückeinrichtung (7; 17) verschieden tief in die Aufnahmen (12) einbringbar sind.

6. Verdrillanlage (1a, 1b) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Bestückeinrichtung (7; 17) einen Kreuztisch (9, 19; 9a, 9b, 29) zum Verfahren mindestens eines Greifers (8; 8a, 8b) aufweist.

7. Verdrillanlage (1a, 1b) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Verdrillkopf (4) mindestens zwei relativ zu einem Widerlager (13; 16) bewegbare Greiferbacken (14) aufweist, die eine jeweilige Aufnahme (12) zwischen sich bilden, wobei die Greiferbacken (14) zum Festklemmen einer zugehörigen Einzelleitung unabhängig voneinander an das Widerlager (13; 16) andrückbar sind.

8. Tandem-Verdrillanlage (T2; T3), aufweisend zwei nebeneinander angeordnete Verdrillanlagen (1a, 1b) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei zwischen den Verdrillanlagen (1a, 1b) eine gemeinsame Bestückeinrichtung (7; 17) angeordnet ist.

9. Verfahren zum Bestücken eines Verdrillkopfs (4, 4a; 4, 4b) mit Einzelleitungen (L1, L2; L), bei dem
a) eine Bestückeinrichtung (7; 17) eine Einzelleitung (L1, L2; L) zu einer Übergabeposition (15) bringt und diese Einzelleitung (L1, L2; L) dort in eine an einer Übernahmeposition befindliche freie Aufnahme (12) eines Verdrillkopfs (4, 4a; 4, 4b) eingebracht wird,
b) der Verdrillkopf (4, 4a; 4, 4b) so weit gedreht wird, dass eine weitere freie Aufnahme (12) an die Übernahmeposition gebracht wird und
c) die Bestückeinrichtung (7; 17) eine weitere Einzelleitung (L1, L2; L) mittels der Bestückeinrichtung (7; 17) zu derselben Übergabeposition (15) gebracht wird und diese weitere Einzelleitung (L1, L2; L) dort in die weitere freie Aufnahme (12) des Verdrillkopfs (4, 4a; 4, 4b) eingebracht wird.

Description:

Die Erfindung betrifft eine Verdrillanlage, aufweisend einen drehbaren Verdrillkopf mit mehreren Aufnahmen für Einzelleitungen eines zu verdrillenden Kabels und eine Bestückeinrichtung zur sequentiellen Bestückung der Aufnahmen mit den Einzelleitungen. Die Erfindung betrifft auch eine Tandem-Verdrillanlage mit zwei nebeneinander angeordneten einzelnen Verdrillanlagen. Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Bestücken eines Verdrillkopfs mit Einzelleitungen. Die Erfindung ist insbesondere anwendbar auf eine Erzeugung von Kabeln für Fahrzeuge.

DE 298 21 664 U1 offenbart eine Vorrichtung zum Verdrillen von Leitungen, die ein Gestell umfasst, an dem jeweils endseitig eine Halterung zur klemmenden Aufnahme der Leitungsenden angeordnet ist, so dass sich zwischen den Halterungen eine Verdrillstrecke bildet, und wobei eine der Halterungen durch einen Antrieb rotierend antreibbar ist und die gegenüberliegende zweite Halterung auf einem Schlitten angeordnet ist, wobei die Halterungen zur manuellen Einspannung der Leitungen einen Klemmhebel aufweisen, der die Leitungen gegen einen Anschlag presst.

EP 2 777 053 B1 offenbart eine Verdrillvorrichtung zum Verdrillen von elektrischen oder optischen Leitungen wie Drähten, Kabeln, Leitungsbündeln, Lichtleitfasern usw., insbesondere eine Kabelverdrillvorrichtung, mit einer Basis und einem ersten, relativ zur Basis drehbaren Verdrillkopf, der ausgebildet ist, die zu verdrillenden Leitungen an ihren ersten Enden zu greifen, wobei die Verdrillvorrichtung einen zweiten, relativ zur Basis drehbaren Verdrillkopf aufweist, der dem ersten Verdrillkopf gegenüberliegend angeordnet ist und ausgebildet ist, um die zu verdrillenden Leitungen an ihren zweiten, den ersten Enden gegenüberliegenden Enden zu greifen, und dass der zweite Verdrillkopf in gegenläufigem Sinn zum ersten Verdrillkopf drehbar ist.

EP 0 889 486 B1 offenbart eine Produktionseinheit für ein verdrilltes Kabel bzw. für verdrillte Drähte, beinhaltend parallele Anordnungen einer Vielzahl von Paaren von gegenüberliegenden bzw. entgegengesetzten Kabelklemmen, die Klemmen an einer Seite für ein Klemmen eines Endes eines Paars von Kabeln festgelegter Länge und die Klemmen an der anderen Seite für ein Klemmen des anderen Endes des Paars von Kabeln bereitstellt, wobei sich jedes Kabelpaar in einer im Wesentlichen Längsrichtung zwischen einem entsprechenden Paar von Kabelklemmen erstreckt, wobei eine Kabelklemme jedes Paars zu einer Drehbewegung durch eine Antriebseinheit angetrieben ist und die andere Kabelklemme jedes Paars fixiert bzw. festgelegt ist, wodurch eine relativ verdrillende Rotationsbewegung an beide Kabel verliehen wird, ferner umfassend: einen Vorwärtsbewegungsmechanismus, welcher für ein intermittierendes Vorwärtsbewegen von jedem entsprechenden Paar von Kabelklemmen in einer Richtung quer zu der im Wesentlichen Längsrichtung vorgesehen ist.

EP 0 917 746 B1 offenbart Verfahren zum Verdrillen von mindestens zwei Einzelleitungen mit den folgenden Schritten: Einspannen der einen Leitungsenden von auf eine bestimmte Länge abgelängten Einzelleitungen in jeweils eine separate, im Wesentlichen parallel zu einer Verdrillachse drehbaren Entdrillspannaufnahme; Einspannen der anderen Leitungsenden der Einzelleitungen in jeweils separate Verdrillspannaufnahmen, die gemeinsam um die Verdrillachse drehbar angeordnet sind; Anordnen eines Drillschiffs zwischen den im Wesentlichen gespannten Leitungen; und Drehen der Verdrillspannaufnahmen gemeinsam um die Verdrillachse und gleichläufiges Drehen der Entdrillspannaufnahmen jeweils um die Leitungsachse der jeweiligen Einzelleitungen.

DE 20 2009 004 913 U1 offenbart eine Vorrichtung zum Verdrillen von Leitungen, die ein Gestell mit gegenüberliegenden Halterungen zur klemmenden Aufnahme der zu verdrillenden Leitungen umfasst, so dass sich zwischen den Halterungen eine Verdrillstrecke bildet, wobei die eine Halterung an dem Gestell durch einen Antrieb rotierend antreibbar ist und wobei die zweite gegenüberliegende Halterung an dem Gestell an einem Schlitten verfahrbar angeordnet ist, wobei die freien Enden der zu verdrillenden Leitungen auf einem Kreis oder Teilkreis verteilt an den Halterungen angeordnet sind, wobei eine der Halterungen auf Zugspannung gehalten ist, so dass sich eine zumindest nahezu gleiche Lage der Leitungen bzgl. der Rotationsachse ergibt.

DE 20 2009 004 914 U1 offenbart eine Vorrichtung zum Verdrillen von Leitungen, die ein Gestell mit gegenüberliegenden Halterungen zur klemmenden Aufnahme der zu verdrillenden Leitungen umfasst, so dass sich zwischen den Halterungen eine Verdrillstrecke bildet, wobei die eine Halterung an dem Gestell durch einen Antrieb rotierend antreibbar ist und wobei die zweite gegenüberliegende Halterung an dem Gestell an einem Schlitten verfahrbar angeordnet ist, wobei die Vorrichtung zur manuellen Handhabung von wenigstens zwei Leitungen bestimmt ist, die mit ihren freien Enden jeweils unter Zugspannung an den Halterungen angeordnet sind, und eine der Halterungen auf Zugspannung zur Ausrichtung der Leitungen zueinander gehalten ist, wobei die Vorrichtung zur exakten Ermittlung der Verdrillstrecke ein Weglängen-Messsystem aufweist, das das Messergebnis in einer Form bereitstellt, die von einer Steuerung ausgewertet werden kann.

DE 20 2010 001 324 U1 offenbart eine Vorrichtung zum Verdrillen von Leitungen, die ein Gestell mit gegenüberliegenden Spannvorrichtungen zur klemmenden Aufnahme der zu verdrillenden Leitungen umfasst, so dass sich zwischen den Spannvorrichtungen eine Verdrillstrecke bildet, wobei mindestens eine Spannvorrichtung an dem Gestell durch einen Antrieb rotierend antreibbar ist und wobei die zweite gegenüberliegende Spannvorrichtung an dem Gestell an einem Schlitten verfahrbar angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens einer der für den Verdrillvorgang vorgesehenen Spannvorrichtungen eine mit einer Zuführeinrichtung verbundene Haltevorrichtung zugeordnet ist, in die die zu verdrillenden Leitungen noch während des laufenden Verdrillvorgangs vom Bediener eingespannt werden können und die die eingespannten Leitungen nach erfolgtem Verdrillvorgang automatisch an die Spannvorrichtung übergibt.

DE 20 2011 051 942 U1 offenbart eine Vorrichtung zum Verdrillen von Leitungen, die ein Gestell mit gegenüberliegenden Spannvorrichtungen zur klemmenden Aufnahme der zu verdrillenden Leitungen umfasst, so dass sich zwischen den Spannvorrichtungen eine Verdrillstrecke bildet, wobei mindestens eine Spannvorrichtung an dem Gestell durch einen Antrieb rotierend antreibbar ist und wobei die dem Antrieb gegenüberliegende Spannvorrichtung an einem Schlitten längs der Verdrillstrecke verfahrbar angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens einer der für den Verdrillvorgang vorgesehenen Spannvorrichtungen wenigstens eine weitere Spannvorrichtung zugeordnet ist, zur Bereitstellung von wenigstens zwei Betriebspositionen, welche durch eine Wechselvorrichtung tauschbar sind, so dass durch den Bediener noch während des Verdrillbetriebs der Spannvorrichtungen neue zu verdrillende Leitungen in die weitere zweite Spannvorrichtung einspannbar sind.

DE 101 07 670 B4 offenbart ein Verfahren zum Verdrillen von mindestens zwei Einzelleitungen zu einem verdrillten Kabelstrang, mit folgenden Schritten: a) Hindurchführen der einen Leitungsenden von Einzelleitungen durch zugehörige Spannklemmen in einem Kabelhaltekopf, b) Festklemmen der durch die Spannklemmen hindurchgeführten Leitungsenden in jeweiligen Spannbacken in einem Verdrillkopf, c) Beaufschlagen der Spannklemmen im Kabelhaltekopf mit einem Haltedruck, der ein Durchziehen der Einzelleitungen durch die Spannklemmen unter Reibung erlaubt, so dass die Einzelleitungen ständig straff gezogen sind, d) Verfahren des Verdrillkopfs unter Beibehaltung des Haltedrucks so weit, bis die Einzelleitungen auf die gewünschte Länge gespannt sind, e) Verdrehen des Verdrillkopfs während des Verfahrensschrittes d) um eine vorbestimmte Anzahl an Umdrehungen, f) Beaufschlagen der Spannklemmen im Kabelhaltekopf mit einem Festklemmdruck, der höher ist als der Haltedruck, so dass ein sicheres Klemmen der Einzelleitungen beim nachfolgenden Verdrillen gewährleistet ist, g) Verdrillen der nunmehr beidseitig festgeklemmten Einzelleitungen zu einem verdrillten Kabelstrang.

EP 1 032 095 B1 offenbart ein Verfahren zur Bearbeitung zweier Leiter und zur Verdrillung der beiden Leiter zu einem Leiterpaar in einer Einrichtung, wobei die beiden Leiter ausgezogen, beidendig eingespannt und von einem Ende der beiden Leiter zu dem Leiterpaar verdrillt werden, wobei mehrere Leiterpaare in der Einrichtung gleichzeitig bearbeitbar sind, wobei jedes Leiterpaar den folgenden, durch die Einrichtung nacheinander ausgeführten, Arbeitsschritten unterzogen wird: Leiterenden-Bearbeitung eines vorauseilendes Endes eines ersten Leiterpaares in einer Vorrichtung zur Bearbeitung und Bestückung vorauseilender Leiterenden; Leiterenden-Bearbeitung eines nacheilendes Endes des ersten Leiterpaares, in einer Vorrichtung zur Bearbeitung und Bestückung nacheilender Leiterenden; und Verdrillen der beiden Leiter des ersten Leiterpaares in einer Verdrilleinrichtung, dadurch gekennzeichnet, dass: die vorauseilenden Leiterenden einem verfahrbaren Übernehmermodul abgegeben und an die Verdrilleinrichtung überführt werden; die nacheilenden Leiterenden einem Transfermodul abgegeben und an ein Haltemodul überführt werden, wobei während der Bestückung der nacheilenden Leiterenden der Leiter des ersten Leiterpaars die vorauseilenden Leiterenden der beiden Leiter eines zweiten Leiterpaares in derselben Einrichtung bearbeitet werden.

EP 2 801 984 A1 offenbart einen Greifer für elektrische oder optische Leitungen, wie Drähten, Kabeln, Leitungsbündeln, Lichtleitfasern, weist zwei relativ zu einem Widerlager mittels einer Antriebsanordnung sowie relativ zueinander bewegbare Greiferbacken auf. Ausgerüstet mit derartigen Greifern sind typischerweise Verdrillköpfe für die genannten Leitungen. Der Greifer und damit auch der Verdrillkopf und die Verdrillvorrichtung sind mit einer Antriebsanordnung versehen, die zumindest einen Antrieb mit einstellbarer Kraft umfasst, der über eine Gelenkkette auf die oder jede Greiferbacke einwirkt.

EP 3 012 841 A1 zeigt eine Einrichtung zum Zuführen von Leitungsenden an eine Verdrillvorrichtung mit einem drehbaren Verdrillkopf und mehreren Aufnahmen zum parallelen Bestücken von Einzelleitungen eines zu verdrillenden Kabels. Die WO 2015/126 323 A1 offenbart einen Verdrillautomaten mit zwei drehbaren Verdrillköpfen, die gegenläufig rotieren können.

Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Nachteile des Standes der Technik zumindest teilweise zu überwinden und insbesondere eine verbesserte Möglichkeit zum Verdrillen von Einzelleitungen zu einem Kabel bereitzustellen. Es ist insbesondere die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine besonders einfach umsetzbare Möglichkeit zur flexiblen Bestückung eines Verdrillkopfs mit Einzelleitungen bereitzustellen.

Diese Aufgabe wird gemäß den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen sind insbesondere den abhängigen Ansprüchen entnehmbar.

Die Aufgabe wird gelöst durch eine Verdrillanlage, aufweisend einen drehbaren Verdrillkopf mit mehreren Aufnahmen für Einzelleitungen eines zu verdrillenden Kabels und eine Bestückeinrichtung zur sequentiellen Bestückung der Aufnahmen mit den Einzelleitungen, wobei die Bestückeinrichtung dazu eingerichtet ist, zur Bestückung des Verdrillkopfs zu einer für alle Einzelleitungen gleichen Übergabeposition verfahren zu werden und der Verdrillkopf dazu eingerichtet ist, eine freie Aufnahme des Verdrillkopfs zu ihrer Bestückung mit einer Einzelleitung zu einer passenden Übernahmeposition zu drehen.

Diese Verdrillanlage weist den Vorteil auf, dass die Bestückeinrichtung besonders einfach und robust ausgebildet werden kann, da sie zur Bestückung immer an die gleiche Übergabeposition verfahren wird. Auch können aufgrund der sequentiellen Bestückung des Verdrillkopfs Bestückparameter wie eine Länge des in den Verdrillkopf eingebrachten Endabschnitts der Einzelleitung usw. individuell eingestellt werden, was eine besonders flexible Bestückung ermöglicht.

Unter einer Übergabeposition der Bestückeinrichtung wird insbesondere diejenige Position der Bestückeinrichtung verstanden, die eingenommen werden kann, um eine freie Aufnahme des Verdrillkopfs mit der Einzelleitung zu bestücken. Unter einer Übernahmeposition einer Aufnahme kann diejenige Position der Aufnahme verstanden werden, an der ihre Bestückung mit der Einzelleitung mittels der sich in der Übergabeposition befindlichen Bestückeinrichtung möglich ist bzw. durchführbar ist.

Dass die Bestückeinrichtung dazu eingerichtet ist, zu der für alle Einzelleitungen gleichen Übergabeposition verfahren zu werden, umfasst insbesondere, dass die Bestückeinrichtung entsprechend verfahrbar ist und dass die Bestückeinrichtung zum Bestücken eine solche Verfahrbewegung durchführt, z.B. indem sie bzw. eine entsprechende Steuereinrichtung entsprechend programmiert ist.

Dass der Verdrillkopf dazu eingerichtet ist, die freie Aufnahme des Verdrillkopfs zu einer passenden Übernahmeposition zu drehen, kann analog umfassen, dass die freie Aufnahme des Verdrillkopfs zu der Übernahmeposition drehbar ist und dass der Verdrillkopf zur Aufnahme bzw. zu seiner Bestückung eine solche Drehbewegung durchführt z.B. indem er oder sein Antrieb bzw. eine Steuereinrichtung entsprechend programmiert ist.

Insbesondere kann die Verdrilleinheit zur Bestückung ihres Verdrillkopfs zu einer für alle Einzelleitungen gleichen Übernahmeposition verfahren werden. Die zur Bestückung passende Übernahmeposition der Aufnahme setzt sich dann aus der passenden Position der Verdrilleinheit und der passenden Winkel- oder Drehstellung des Verdrillkopfs zusammen.

Es ist eine Weiterbildung, dass der Verdrillkopf mehr als zwei Aufnahmen aufweist. Er kann insbesondere eine gerade Zahl von Aufnahmen aufweisen, nämlich z.B. vier, sechs usw. Aufnahmen. Jedoch kann er grundsätzlich auch eine ungerade Zahl von Aufnahmen aufweisen, z.B. drei fünf usw. Aufnahmen. Die Aufnahmen sind insbesondere rotationssymmetrisch um eine Drehachse des Verdrillkopfs angeordnet. Es ist noch eine Weiterbildung, dass der Verdrillkopf zur Bestückung mit den Einzelleitungen nach Art eines Revolverkopfs drehbar ist.

Die Funktionseinheiten der Verdrillanlage (Verdrilleinheit, Enddrilleinheit, Einzugseinheit, Einspanneinheit, Schlagpositioniereinheit usw.) können für eine besonders einfache Austauschbarkeit und damit Umrüstung als Module vorliegen oder ausgebildet sein.

Es ist eine Ausgestaltung, dass die Verdrillanlage zusätzlich einen drehbaren Entdrillkopf mit mehreren Aufnahmen für Einzelleitungen eines zu verdrillenden Kabels aufweist, die Bestückeinrichtung dazu eingerichtet ist, zur Bestückung des Entdrillkopfs zu einer für alle Einzelleitungen gleichen weiteren Übergabeposition verfahren zu werden und der Entdrillkopf dazu eingerichtet ist, eine freie Aufnahme des Entdrillkopfs zur Bestückung mit einer Einzelleitung zu einer passenden Übernahmeposition zu drehen. So lässt sich analog eine einfach umsetzbare und flexible Bestückung eines Entdrillkopfs erreichen. Der Entdrillkopf kann insbesondere analog zu dem Verdrillkopf ausgebildet sein, z.B. mit mehr als zwei Aufnahmen, mit einer revolverkopfartigen Drehung zur individuellen Aufnahme der Einzelleitungen, usw.

Es ist noch eine Ausgestaltung, dass die Bestückeinrichtung dazu eingerichtet ist, auf eine vorgegebene Länge abgelängte Einzelleitungen beidseitig handzuhaben und deren beide Enden gleichzeitig zu dem Verdrillkopf bzw. zu dem Entdrillkopf zu verfahren. So lassen sich beide Enden flexibel in jeweilige Aufnahmen einbringen. Die abgelängten oder vorkonfektionierten Einzelleitungen können direkt von einer oder mehreren vorgeschalteten Konfektioniervorrichtungen oder von einem oder mehreren vorgeschalteten Magazinen mit vorkonfektionierten Leitungen bereitgestellt werden.

Es ist eine weitere Ausgestaltung, dass die Bestückeinrichtung dazu eingerichtet ist, Einzelleitungen einseitig handzuhaben und das zugehörige Ende zu dem Verdrillkopf zu verfahren. Diese Ausgestaltung ist besonders vorteilhaft anwendbar, falls die Einzelleitungen an ihrem dem Verdrillkopf gegenüberliegen Ende in einer nicht-drehbaren Einspanneinheit eingespannt sind. Dabei kann der Verdrillkopf insbesondere zunächst mit Einzelleitungen bestückt werden, dann die Einzelleitungen durch die Einspanneinheit hindurchziehen (z.B. indem der Verdrillkopf von der Einspanneinheit weg verfahren wird) und dann durch Drehung den Verdrillvorgang durchführen. In dieser Ausgestaltung brauchen die Einzelleitungen also nur einseitig bestückt zu werden.

Es ist noch eine weitere Ausgestaltung, dass die Einzelleitungen verschieden tief in die Aufnahmen einbringbar sind. Dies ergibt den Vorteil, dass verschieden lange Einzelleitungen in die Aufnahmen einbringbar sind. So lassen sich z.B. Leitungsenden des verdrillten Kabels gezielt längenversetzt zueinander anordnen, was deren Kontaktierung erleichtert. Ferner lassen sich so auch unterschiedliche unverdrillte Längen realisieren.

Es ist ferner eine Ausgestaltung, dass die Bestückeinrichtung einen Kreuztisch zum Verfahren mindestens eines Greifers aufweist. Kreuztische sind robust und erlauben eine sehr präzise Positionierung in einer, typischerweise horizontalen, (x, y)-Ebene. Der Kreuztisch kann mindestens eine sich in einer x-Richtung (z.B. parallel zu einer Verdrill- oder Rotationsachse des Kabels) erstreckende Laufschiene ("Längsschiene") und mindestens eine sich dazu senkrecht in einer y-Richtung erstreckende Laufschiene ("Querschiene") aufweisen. Beispielsweise kann die mindestens eine Längsschiene stationär sein, während die mindestens eine Querschiene daran (in x-Richtung) verfahren kann. Der Greifer kann selbst wieder entlang z.B. der Querschiene verfahren werden. Der Greifer kann eine Einzelleitung greifen und wieder loslassen. Dies kann vollautomatisch oder manuell unterstützt geschehen.

Es ist noch eine Ausgestaltung, dass zumindest der Verdrillkopf (und ggf., falls vorhanden, auch der Entdrillkopf) mindestens zwei relativ zu einem Widerlager bewegbare Greiferbacken aufweist, die eine jeweilige Aufnahme zwischen sich bilden, wobei die Greiferbacken zum Festklemmen einer zugehörigen Einzelleitung unabhängig voneinander an das Widerlager andrückbar sind. So können zumindest dem Verdrillkopf auf einfache Weise individuell Einzelleitungen zugeführt werden und darin gehalten werden. Ein Freigeben der Einzelleitungen nach dem Verdrillen ist durch Entfernen der Greiferbacken von dem Widerlager einfach automatisch durchführbar. Jedoch können der Verdrillkopf und/oder der Entdrillkopf auch andere Mechanismen aufweisen, um die in die Aufnahmen eingebrachten Einzelleitungen festzuhalten, insbesondere festzuklemmen. Beispielsweise können sich bei einem Herausschieben öffnende und bei einem Zurückziehen schließende Klemmbacken verwendet werden.

Die Aufgabe wird auch gelöst durch eine Tandem-Verdrillanlage, die zwei nebeneinander angeordnete einzelne Verdrillanlagen wie oben beschrieben aufweist, wobei zwischen den Verdrillanlagen eine für beide gemeinsame Bestückeinrichtung angeordnet ist. Die Tandem-Verdrillanlage weist insbesondere zwei unabhängig voneinander bedien-, überwach- und ansteuerbare Verdrillanlagen mit einer mittig sitzenden Bestückeinrichtung auf, die abwechselnd zumindest die Verdrillköpfe der jeweiligen Verdrillanlagen mit Einzelleitungen bestücken kann. Die Bestückeinrichtung kann insbesondere durch ein Verfahren nach links oder rechts mit der linken bzw. mit der rechten Verdrillanlage verwendet werden. Dies ermöglicht besonders vorteilhafte Fertigungsvarianten zur zeitgleichen Fertigung gleicher oder unterschiedlicher Verdrillgüter (insbesondere Kabel) auf einer Tandem-Verdrillanlage. So kann in einem ersten Beispiel ein Auftrag auf beiden Verdrillanlagen abgearbeitet werden. Die Auftragsmenge wird dabei auf beide Verdrillanlagen aufgeteilt. In einem zweiten Beispiel werden, um die Tandem-Verdrillanlage besser auszulasten, zeitgleich ein erster Auftrag an einer der Verdrillanlagen und ein anderer Auftrag an der anderen Verdrillanlage abgearbeitet. Dabei können gleiche oder unterschiedliche Funktionseinheiten verwendet werden, z.B. unterschiedliche Varianten von Verdrillköpfen: so kann an einer der Verdrillanlage ein Auftrag mit einem 4-fach-Verdrillkopf und einer Leitungsklemmeinheit (z.B. einer Spannklemmeinheit mit mindestens vier Spannklemmen, die auch als eine Einzugseinheit dienen kann) abgearbeitet werden, während an der anderen Verdrillanlage ein anderer Auftrag mit einem 2-fach-Verdrillkopf mit einer Schlagpositioniereinheit und einer Entdrilleinheit abgearbeitet wird. Die Tandem-Verdrillanlage erlaubt somit die Abarbeitung eines Auftrages (gleiches Produkt) auf einer Verdrilleinheit; die gleichzeitige Abarbeitung eines Auftrages (gleiches Produkt) auf beiden Verdrilleinheiten oder die gleichzeitige Abarbeitung unterschiedlicher Aufträge (unterschiedliche Produkte), auf der Tandem-Verdrillanlage mit wahlweiser Belegung der Verdrillanlagen mit dem entsprechenden Auftrag.

Es ist eine für eine schnelle Umrüstung einer Verdrillanlage vorteilhafte Weiterbildung, dass verschiedene Funktionseinheiten (Verdrillköpfe, Entdrilleinheiten, Einzugseinheiten, Klemmeinheiten usw.) modular ausgebildet sind.

Die Aufgabe wird auch gelöst durch ein Verfahren zum Bestücken eines Verdrillkopfs mit Einzelleitungen, bei dem in einem Schritt a) eine Bestückeinrichtung eine Einzelleitung zu einer Übergabeposition bringt und diese Einzelleitung von dort in eine an einer passsenden Übernahmeposition befindlichen freie Aufnahme eines Verdrillkopfs eingebracht wird, in einem Schritt b) der Verdrillkopf so weit gedreht wird, dass eine weitere freie Aufnahme an die Übernahmeposition gebracht wird und in einem Schritt c) eine weitere Einzelleitung mittels der Bestückeinrichtung zu derselben Übergabeposition gebracht wird und diese weitere Einzelleitung dort bzw. von dort in die freie weitere Aufnahme des Verdrillkopfs eingebracht wird.

Das Verfahren ergibt die gleichen Vorteile wie die Verdrillanlage und kann analog ausgebildet werden.

Beispielsweise kann eine Entdrilleinheit analog bestückt werden.

Die Reihenfolge der Schritte ist nicht festgelegt. So können die Schritte b) und c) in beliebiger Reihenfolge oder gleichzeitig ausgeführt werden.

Dass sich die Aufnahme an der Übernahmeposition befindet, kann insbesondere umfassen, dass sich die Verdrilleinheit mit dem zugehörigen Verdrillkopf an einer entsprechenden Übernahmeposition befindet (z.B. an einer vorgegebenen x-y-Position) und sich zudem der Verdrillkopf in einer entsprechenden Übernahme-Winkelposition befindet.

Die oben beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile dieser Erfindung sowie die Art und Weise, wie diese erreicht werden, werden klarer und deutlicher verständlich im Zusammenhang mit der folgenden schematischen Beschreibung eines Ausführungsbeispiels, das im Zusammenhang mit den Zeichnungen näher erläutert wird.

1 zeigt in einer Ansicht von schräg oben eine Tandem-Verdrillanlage gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel noch ohne eine gemeinsame Bestückeinrichtung mit einem Bediener;

2 zeigt in einer Ansicht von schräg oben einen Ausschnitt aus der Tandem-Verdrillanlage aus 1 mit an einer der Verdrillanlagen entfernten Leitungszuführungen;

3 zeigt in einer Ansicht von schräg oben einen Ausschnitt aus einer Tandem-Verdrillanlage gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel mit zwei Verdrilleinheiten und einer mittig angeordneten gemeinsamen Bestückeinrichtung;

4 zeigt in einer Ansicht von schräg oben einen Ausschnitt aus der Tandem-Verdrillanlage gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel mit der Bestückeinrichtung an einer der Verdrillanlagen;

5 zeigt in einer Frontalansicht eine Verdrilleinheit mit einem ersten Verdrillkopf;

6 zeigt in einer Ansicht von schräg vorne eine Verdrilleinheit mit einem zweiten Verdrillkopf;

7 zeigt in einer Ansicht von schräg oben einen Ausschnitt aus einer Tandem-Verdrillanlage gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel mit einer gemeinsamen Bestückeinrichtung in einer ersten Stellung;

8 zeigt in einer Ansicht von schräg oben einen Ausschnitt aus der Tandem-Verdrillanlage gemäß dem dritten Ausführungsbeispiel mit der Bestückeinrichtung in einer zweiten Stellung; und

9 zeigt in einer Ansicht von schräg oben einen Ausschnitt aus der Tandem-Verdrillanlage gemäß dem dritten Ausführungsbeispiel mit der Bestückeinrichtung in einer dritten Stellung.

1 zeigt in einer Ansicht von schräg oben eine Tandem-Verdrillanlage T1 ohne gemeinsame Bestückeinrichtung mit einem Bediener B. Die Tandem-Verdrillanlage T1 weist zwei spiegelbildlich aufgebaute einzelne Verdrillanlagen 1a und 1b auf. Jede der beiden Verdrillanlagen 1a, 1b weist eine Leitungszuführung 2 mit mehreren (hier jeweils vier) Leitungsschächten auf, mittels der z.B. vorkonfektionierte oder abgelängte Einzelleitungen L1, L2 zu einer Spannklemmeinheit 3 mit jeweiligen Spannklemmen befördert werden können. Die Spannklemmeinheit 3 kann auch als eine Einzugseinheit dienen. Folgend werden die Einzelleitungen L1, L2 von dem Bediener B in die Spannklemmeinheit 3 eingelegt und weiter in einem Verdrillkopf 4 einer Verdrilleinheit 5 eingeklemmt. Die Verdrilleinheit 5 ist hier ohne Antrieb eingezeichnet.

2 zeigt die Tandem-Verdrillanlage T1 ausschnittweise mit fehlender Leitungszuführung 2 für die rechte Verdrillanlage 1b und somit mit Blick auf die rechte Verdrillanlage 1b.

Dort ist die Verdrilleinheit 5 von den Spannklemmeinheit 3 entlang einer x-Richtung weg verfahren worden, wie durch den Doppelpfeil x angedeutet. Die x-Richtung entspricht bzw. liegt parallel zu einer Rotationsachse des Verdrillkopfs 4. Die Verdrilleinheit 5 ist dazu (z.B. über Rollen) in einer Laufschiene 6 verfahrbar. In der gezeigten Verdrillposition des Verdrillkopfs 4 sind die (hier nur zwei) Einzelleitungen L1 und L2 gespannt und können durch eine Drehung des Verdrillkopfs 4 miteinander verdrillt werden. Danach wird das fertig verdrillte Kabel von dem Bediener aus dem Verdrillkopf 4 und aus der Spannklemmeinheit 3 gelöst, ggf. nach einem Abbinden o.ä., und kann in eine Auffangschale 21 fallen.

3 zeigt in einer Ansicht von schräg oben einen Ausschnitt aus einer Tandem-Verdrillanlage T2, die ähnlich zu der Tandem-Verdrillanlage T1 aufgebaut ist, aber zusätzlich eine mittig zwischen den beiden Verdrillanlagen 1a und 1b angeordnete Bestückeinrichtung 7 aufweist. Die Leitungszuführungen 2 sind nicht gezeigt, können aber vorhanden sein. Auch können weitere Funktionseinheiten wie ein Leitungsmagazin, eine Leitungsschneidemaschine usw. vorhanden sein, sind aber nicht gezeigt.

Die Bestückeinrichtung 7 weist einen Greifer 8 auf, der die Enden der bereitgestellten Einzelleitungen L1, L2 greifen kann. Der Greifer 8 ist in einer Querschiene 9 in einer y-Richtung (wie durch den Doppelpfeil y angedeutet) verfahrbar. Die Querschiene 9 ist endseitig in zwei Längsschienen 10 eingebracht und entlang dieser Längsschienen 10 in der x-Richtung verfahrbar. Die Querschiene 9 und die Längsschienen 10 bilden funktional einen Kreuztisch 9, 10 für den Greifer 8. Die Längsschienen 10 sind seitlich außerhalb der Verdrilleinheiten 5 angeordnet, so dass der Greifer 8 in y-Richtung vor die Verdrillköpfe 4 verfahrbar ist. Die Längsschienen 10 sind so lang, dass die Greifer 8 in der x-Richtung nahe an die in ihrer Übernahmeposition angeordneten Verdrillköpfe 4 (wie an der Verdrillanlage 1a gezeigt) herangebracht werden können und sie ggf. sogar berühren können.

Der Greifer 8 kann eine einzelne Einzelleitung L1, L2 handhaben, indem er sie im Bereich eines Endes aus einem zugehörigen Zuführschacht 11 (welche an einen Schacht der Leitungszuführung 2 anschließen können) greift und mittels des Kreuztischs 9, 10 zu einer Übergabeposition verfährt. Dort befindet sich der Verdrillkopf 4 in seiner ebenen Übernahmeposition (d.h., an einer Position mit vorgegebenen (x, y)-Koordinaten). Eine freie Aufnahme des Verdrillkopfs 4 ist zuvor in eine Übernahmewinkelposition gedreht worden. Der Greifer 8 steckt an seiner Übergabeposition ein Ende der Einzelleitung L1, L2 in die freie Aufnahme des Verdrillkopfs 4, wie genauer in 4 gezeigt. Der Verdrillkopf 4 klemmt die Einzelleitung L1, L2 dann zur Verdrillung in der Aufnahme 12 ein. Ggf. wird der Verdrillkopf 4 von der Übernahmeposition in eine Verdrillposition verfahren, oder die Übernahmeposition entspricht bereits der Verdrillposition.

Soll noch eine weitere Einzelleitung L1, L2 verdrillt werden, fährt der Greifer 8 zu einer folgend zu übergebenden Einzelleitung L1, L2 zurück (die sich dazu in einem anderen der Zuführschächte 11 befindet) und greift diese. Der Greifer 8 wird wie zuvor zu der gleichen Übergabeposition verfahren und steckt dort oder von dort ein Ende dieser weiteren Einzelleitung L1, L2 in eine weitere freie Aufnahme des Verdrillkopfs 4.

Um die weitere freie Aufnahme an derselben Übernahmeposition wie die zuvor bestückte Aufnahme bereitzustellen, ist der Verdrillkopf 4 entsprechend weitergedreht worden. Der Verdrillkopf 4 ist also revolverartig drehbar. Dadurch ergibt sich der Vorteil, dass der Greifer 8 zu Bestückung oder Übergabe mehrerer Einzelleitungen L1, L2 immer nur an die gleiche Übergabeposition zu fahren braucht. Dies kann wiederholt werden, bis alle zur Verdrillung verwendeten Einzelleitungen (hier z.B. alle zwei, drei oder vier Einzelleitungen) in den Verdrillkopf 4 eingebracht worden sind.

5 zeigt in einer Frontalansicht detaillierter die Verdrilleinheit 5 mit einem möglichen Verdrillkopf 4, 4a. Der Verdrillkopf 4a weist vier Aufnahmen 12 zur Aufnahme von maximal vier Einzelleitungen auf. Jede der Aufnahmen 12 wird durch einen v-förmigen Bereich eines zentralen Widerlagers 13 gebildet, auf den jeweilige Klemmbacken 14 individuell aufsetzbar sind und dann eine jeweilige Einzelleitung auf das Widerlager 13 pressen und so einklemmen. Die untere und die linke Klemmbacke 14 sind hier in ihrer Klemmstellung gezeigt, während die obere und die rechte Klemmbacke 14 in einer geöffneten, zur Bestückung bereiten Stellung gezeigt sind.

Das zentrale Widerlager 13 ist in Frontalansicht in Form eines Schrägkreuzes ausgebildet. Die (durch das Radkreuz angedeutete) Übergabeposition 15 des Greifers 8 befindet sich an derselben (x, z)-Position wie die sich in ihrer Aufnahmeposition befindliche obere Aufnahme 12. An der hier angedeuteten Übergabeposition 15 befindet sich genauer gesagt die durch den Greifer 8 gehaltene Einzelleitung (o. Abb.). Zur Bestückung ist die zugehörige obere Klemmbacke 14 geöffnet und schließt sich mit eingebrachter Einzelleitung.

Nach der Bestückung mit einer Einzelleitung wird der Verdrillkopf 4 um 90° weitergedreht, so dass eine weitere Einzelleitung in eine weitere Aufnahme 12 eingebracht werden kann.

Allgemein kann der Verdrillkopf, z.B. der gezeigte Verdrillkopf 4, 4a, auch in einer z-Richtung verfahren werden. Ebenso kann der Greifer, z.B. der Greifer 8, allgemein auch in einer z-Richtung verfahren werden.

6 zeigt in einer Ansicht von schräg vorne detaillierter die Verdrilleinheit 5 mit einem weiteren möglichen Verdrillkopf 4, 4b. Der Verdrillkopf 4b ist ähnlich zu dem Verdrillkopf 4a aufgebaut, weist aber nun ein zentrales Widerlager 16 in Form eines senkrechten Kreuzes auf. Alle Klemmbacken 14 sind in ihrer geöffneten Stellung gezeigt.

7 zeigt in einer Ansicht von schräg oben einen Ausschnitt aus einer Tandem-Verdrillanlage T3 mit einer Bestückeinrichtung 17 zwischen den beiden einzelnen Verdrillanlagen 1a und 1b.

Die beiden Verdrillanlagen 1a und 1b sind nun so umgebaut, dass anstelle der Spannklemmeinheiten 3 jeweils eine Entdrilleinheit 18 mit einem Entdrillkopf 19 vorhanden ist. Zumindest der Entdrillkopf 19 und die Spannklemmeinheit 3, ggf. auch der Verdrillkopf 4, können modular ausgestaltet sein und sich durch standardisierte Schnittstellen einfach an- und abbauen lassen.

Der Entdrillkopf 19 weist ebenfalls vier Aufnahmen (o. Abb.) auf, die mit jeweiligen Einzelleitungen (o. Abb.) zu bestücken sind. Diese Einzelleitungen sind nun abgelängt und müssen einerseits in eine Aufnahme 12 des Verdrillkopfs 4 und andererseits in eine Aufnahme des Entdrillkopfs 19 eingebracht werden.

Für eine solche beidseitige Bestückung weist die Bestückeinrichtung 17 zwei Greifer 8, 8a und 8, 8b auf, die auf jeweiligen Querschienen 9, 9a bzw. 9, 9b in y-Richtung verfahrbar sind. Beide Querschienen 9a und 9b sind an stationären Längsschienen 20 in x-Richtung verfahrbar. Die Längsschienen 20 erstrecken sich nun bis zu den Verdrilleinheiten 5 in deren Übernahmeposition. Die Verdrilleinheiten 5 verbleiben zum Verdrillen auch mehrerer Kabel in der gleichen Übernahmeposition.

In der gezeigten Ausgangsstellung der Greifer 8a und 8b kann zunächst ein erstes Ende einer Einzelleitung L (siehe 8 und 9) von einem dem Verdrillkopf 4 näheren Greifer 8a gegriffen werden und dann der Greifer 8a in x-Richtung zu dem Verdrillkopf 4 hin verfahren werden. Erreicht das zweite Ende der Einzelleitung L den zweiten Greifer 8b, greift der zweite Greifer 8b die Einzelleitung L im Bereich ihres zweiten Endes.

Wie in 8 gezeigt, verfahren die beiden Greifer 8a und 8b, die hier in x-Richtung hintereinander angeordnet sind, die Einzelleitung L in x-Richtung so weit, dass sie seitlich neben einer noch freien Strecke zwischen dem Verdrillkopf 4 und dem Entdrillkopf 19 angeordnet sind.

Wie 9 zeigt, werden die Greifer 8a und 8b folgend an den Querschienen 9a bzw. 9b seitlich bzw. in y-Richtung verfahren, so dass sie an ihre jeweilige Übernahmeposition vor dem Verdrillkopf 4 bzw. vor dem Entdrillkopf 19 gelangen und dort oder von dort in die zugehörigen Aufnahmen 12 des Verdrillkopfs 4 bzw. des Entdrillkopfs 19 eingebracht. Der Bestückvorgang kann wie für die Tandem-Verdrillanlage T2 beschrieben wiederholt werden, d.h., mit einer revolverartigen Drehung des Verdrillkopfs 4 und des Entdrillkopfs 19 bei gleichen Übergabepositionen der Greifer 8a bzw. 8b usw.

Selbstverständlich ist die vorliegende Erfindung nicht auf das gezeigte Ausführungsbeispiel beschränkt.

So können nach einer fertigen Bestückung des Verdrillkopfs 4 bzw. des Verdrillkopfs 4 und des Entdrillkopfs 19 und ggf. noch vor dem Beginn des Verdrillvorgangs als solchem weitere Funktionseinheiten dazwischen eingebracht werden, z.B. eine Schlaglängenpositioniereinheit oder "Verdrillschiff", eine Leitungsstabilisierungseinheit oder eine Leitungsunterstützungseinheit.

Bezugszeichenliste

1a
Verdrillanlage
1b
Verdrillanlage
2
Leitungszuführung
3
Spannklemmeinheit
4
Verdrillkopf
4a
Verdrillkopf
4b
Verdrillkopf
5
Verdrilleinheit
6
Laufschiene
7
Bestückeinrichtung
8
Greifer
8a
Greifer
8b
Greifer
9
Querschiene
9a
Querschiene
9b
Querschiene
10
Längsschiene
11
Zuführschacht
12
Aufnahme
13
Widerlager
14
Klemmbacke
15
Übergabeposition des Greifers
16
Widerlager
17
Bestückeinrichtung
18
Entdrilleinheit
19
Entdrillkopf
20
Längsschiene
21
Auffangschale
L E
inzelleitung
L1
Einzelleitung
L2
Einzelleitung
T1
Tandem-Verdrillanlage
T2
Tandem-Verdrillanlage
T3
Tandem-Verdrillanlage
x
x-Richtung
y
y-Richtung
z
z-Richtung