Title:
Schlagpositioniereinheit, Verdrilleinrichtung und Verfahren zum Betreiben einer Verdrilleinrichtung
Kind Code:
B3
Abstract:

Es wird eine Schlagpositioniereinheit (4, 4a) für eine Verdrilleinrichtung (1) bereitgestellt, wobei die Schlagpositioniereinheit (4, 4a; 4, 4b) mehrere Beabstandungseinheiten (5) mit senkrecht zu einer Verfahrrichtung (V) ausfahrbaren Stiften (6) aufweist, die Beabstandungseinheiten (5) in einer Umfangsrichtung (A) zu der Verfahrrichtung (V) winkelversetzt sind und sich die Stifte (6) der Beabstandungseinheiten (5) in einem ausgefahrenen Zustand berühren und zwischen den Stiften (6) Sektoren (I–IV) für je eine Einzelleitung (L1–L4) gebildet werden. Eine Verdrilleinrichtung (1) weist eine zwischen einer Verdrilleinheit (2) und einer Entdrilleinheit (3) verfahrbare Schlagpositioniereinheit (4, 4a) auf. Ein Verfahren dient zum Betreiben einer Verdrilleinrichtung (1) bei dem die Schlagpositioniereinheit (4, 4a) mit eingefahrenen Beabstandungseinheiten (5) an einen nicht verdrillten Abschnitt eines Kabels (K) mit mindestens zwei Einzelleitungen (L1–L4) herangebracht wird und dann die Stifte (6) der Beabstandungseinheiten (5) so zwischen die Einzelleitungen (L1–L4) ausgefahren werden, dass jede der Einzelleitungen (L1–L4) von den anderen Einzelleitungen (L1–L4) getrennt ist.



Inventors:
Schwarzer, Roland (94428, Eichendorf, DE)
Herzig, Jürgen (84155, Bodenkirchen, DE)
Application Number:
DE102016109152A
Publication Date:
09/07/2017
Filing Date:
05/18/2016
Assignee:
Lisa Dräxlmaier GmbH, 84137 (DE)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE10107670B4N/A2005-11-10
DE2939508A1N/A1980-04-10
DE2731382A1N/A1979-01-25
DE1914133A1N/A1970-10-01
Foreign References:
200400504462004-03-18
EP08894862004-08-18
EP09177462000-12-13
EP25990932014-12-24
EP27770532015-12-30
Claims:
1. Schlagpositioniereinheit (4, 4a; 4, 4b) für eine Verdrilleinrichtung (1), wobei
– die Schlagpositioniereinheit (4, 4a; 4, 4b) mehrere Beabstandungseinheiten (5) mit senkrecht zu einer Verfahrrichtung (V) ausfahrbaren Stiften (6) aufweist,
– die Beabstandungseinheiten (5) in einer Umfangsrichtung (A) zu der Verfahrrichtung (V) winkelversetzt sind und
– sich die Stifte (6) der Beabstandungseinheiten (5) in einem ausgefahrenen Zustand berühren und zwischen den Stiften (6) Sektoren (I–IV) für je eine Einzelleitung (L1–L4) gebildet werden.

2. Schlagpositioniereinheit (4, 4a; 4, 4b) nach Anspruch 1, wobei zumindest ein Stift (6) in eine Vertiefung eines anderen Stifts (6) einfahrbar ist.

3. Schlagpositioniereinheit (4, 4a; 4, 4b) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Beabstandungseinheiten (5) an ihren Kontaktflächen (8; 10) flächig passend ausgebildet sind.

4. Schlagpositioniereinheit (4, 4a; 4, 4b) nach den Ansprüchen 2 und 3, wobei ein Stift (6) einer ersten Beabstandungseinheit (5) mit seiner Stirnfläche (8; 10) einen Stift (6) einer zweiten Beabstandungseinheit (5) an dessen Mantelfläche (9) kontaktiert und die Stirnfläche (8; 10) eine der Mantelfläche (9) im Kontaktbereich entsprechende Form aufweist.

5. Schlagpositioniereinheit (4, 4a; 4, 4b) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Schlagpositioniereinheit (4, 4a; 4, 4b) mindestens drei Beabstandungseinheiten (5) aufweist.

6. Schlagpositioniereinheit (4, 4a) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei benachbart angeordnete Beabstandungseinheiten (5) um 90° zueinander winkelversetzt sind.

7. Schlagpositioniereinheit (4, 4b) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei benachbart angeordnete Beabstandungseinheiten (5) um weniger als 90° zueinander winkelversetzt sind.

8. Verdrilleinrichtung (1), aufweisend eine zwischen einer Verdrilleinheit (2) und einer Entdrilleinheit (3) verfahrbare Schlagpositioniereinheit (4, 4a; 4, 4b) nach einem der vorhergehenden Ansprüche.

9. Verfahren zum Betreiben einer Verdrilleinrichtung (1) nach Anspruch 8, bei dem
– die Schlagpositioniereinheit (4, 4a; 4, 4b) mit eingefahrenen Stiften (6) von Beabstandungseinheiten (5) an einen nicht verdrillten Abschnitt eines Kabels (K) mit mindestens zwei Einzelleitungen (L1–L4) herangebracht wird und dann
– die Stifte (6) der Beabstandungseinheiten (5) so zwischen die Einzelleitungen (L1–L4) ausgefahren werden, dass zwischen den Stiften (6) Sektoren (I–IV) für je eine Einzelleitung (L1–L4) gebildet werden und damit jede der Einzelleitungen (L1–L4) mittels der Stifte (6) der Beabstandungseinheiten (5) von den anderen Einzelleitungen (L1–L4) getrennt ist.

10. Verfahren nach Anspruch 9, bei dem die Beabstandungseinheiten (5) vor einem Verdrillen der Einzelleitungen (L1–L4) ausgefahren werden.

11. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 10, bei dem die Beabstandungseinheiten (5) vor einem fertigen Verdrillen der Einzelleitungen (L1–L4) eingefahren werden.

12. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 10, bei dem die Beabstandungseinheiten (5) nach einem fertigen Verdrillen der Einzelleitungen (L1–L4) und vor einem Auswerfen der Einzelleitungen (L1–L4) eingefahren werden.

Description:

Die Erfindung betrifft eine Schlagpositioniereinheit für eine Verdrilleinrichtung, wobei die Schlagpositioniereinheit eine senkrecht zu einer Verfahrrichtung ausfahrbare Beabstandungseinheit aufweist. Die Erfindung betrifft auch eine Verdrilleinrichtung, aufweisend eine zwischen einer Verdrilleinheit und einer Entdrilleinheit verfahrbare Schlagpositioniereinheit. Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Betreiben einer Verdrilleinrichtung. Die Erfindung ist besonders vorteilhaft zum Verdrillen von mehr als zwei Einzelleitungen.

EP 2 777 053 B1 offenbart eine Verdrillvorrichtung zum Verdrillen von elektrischen oder optischen Leitungen wie Drähten, Kabeln, Leitungsbündel, Lichtleitfasern usw., insbesondere eine Kabelverdrillvorrichtung, mit einer Basis und einem ersten, relativ zur Basis drehbaren Verdrillkopf, der ausgebildet ist, die zu verdrillenden Leitungen an ihren ersten Enden zu greifen, wobei die Verdrillvorrichtung einen zweiten, relativ zur Basis drehbaren Verdrillkopf aufweist, der dem ersten Verdrillkopf gegenüberliegend angeordnet ist und ausgebildet ist, um die zu verdrillenden Leitungen an ihren zweiten, den ersten Enden gegenüberliegenden Enden zu greifen, und dass der zweite Verdrillkopf in gegenläufigem Sinn zum ersten Verdrillkopf drehbar ist.

EP 0 889 486 B1 offenbart eine Produktionseinheit für ein verdrilltes Kabel bzw. für verdrillte Drähte, beinhaltend parallele Anordnungen einer Vielzahl von Paaren von gegenüberliegenden bzw. entgegengesetzten Kabelklemmen, die Klemmen an einer Seite für ein Klemmen eines Endes eines Paars von Kabeln festgelegter Länge und die Klemmen an der anderen Seite für ein Klemmen des anderen Endes des Paars von Kabeln bereitstellt, wobei sich jedes Kabelpaar in einer im Wesentlichen Längsrichtung zwischen einem entsprechenden Paar von Kabelklemmen erstreckt, wobei eine Kabelklemme jedes Paars zu einer Drehbewegung durch eine Antriebseinheit angetrieben ist und die andere Kabelklemme jedes Paars fixiert bzw. festgelegt ist, wodurch eine relativ verdrillende Rotationsbewegung an beide Kabeln verliehen wird, ferner umfassend: einen Vorwärtsbewegungsmechanismus, welcher für ein intermittierendes Vorwärtsbewegen von jedem entsprechenden Paar von Kabelklemmen in einer Richtung quer zu der im Wesentlichen Längsrichtung vorgesehen ist.

EP 0 917 746 B1 offenbart Verfahren zum Verdrillen von mindestens zwei Einzelleitungen mit den folgenden Schritten: Einspannen der einen Leitungsenden von auf eine bestimmte Länge abgelängten Einzelleitungen in jeweils eine separate, im Wesentlichen parallel zu einer Verdrillachse drehbaren Entdrillspannaufnahme; Einspannen der anderen Leitungsenden der Einzelleitungen in jeweils separate Verdrillspannaufnahmen, die gemeinsam um die Verdrillachse drehbar angeordnet sind; Anordnen eines Drillschiffs zwischen den im Wesentlichen gespannten Leitungen; und Drehen der Verdrillspannaufnahmen gemeinsam um die Verdrillachse und gleichläufiges Drehen der Entdrillspannaufnahmen jeweils um die Leitungsachse der jeweiligen Einzelleitungen.

DE 101 07 670 B4 offenbart Verfahren zum Verdrillen von mindestens zwei Einzelleitungen zu einem verdrillten Kabelstrang, mit folgenden Schritten: a) Hindurchführen der einen Leitungsenden von Einzelleitungen durch zugehörige Spannklemmen in einem Kabelhaltekopf, b) Festklemmen der durch die Spannklemmen hindurchgeführten Leitungsenden in jeweiligen Spannbacken in einem Verdrillkopf, c) Beaufschlagen der Spannklemmen im Kabelhaltekopf mit einem Haltedruck, der ein Durchziehen der Einzelleitungen durch die Spannklemmen unter Reibung erlaubt, so dass die Einzelleitungen ständig straff gezogen sind, d) Verfahren des Verdrillkopfes unter Beibehaltung des Haltedrucks so weit, bis die Einzelleitungen auf die gewünschte Länge gespannt sind, e) Verdrehen des Verdrillkopfes während des Verfahrensschrittes d) um eine vorbestimmte Anzahl an Umdrehungen, f) Beaufschlagen der Spannklemmen im Kabelhaltekopf mit einem Festklemmdruck, der höher ist als der Haltedruck, so dass ein sicheres Klemmen der Einzelleitungen beim nachfolgenden Verdrillen gewährleistet ist, g) Verdrillen der nunmehr beidseitig festgeklemmten Einzelleitungen zu einem verdrillten Kabelstrang.

Aus der DE 19 14 133 A und DE 29 39 508 A1 sind Verfahren zur Herstellung von Kabeln aus mehreren Einzeldrähten bekannt, wobei die Einzeldrähte über bewegliche Nippel oder Bohrungen geführt werden. Eine Führungsbuchse zum Verdrillen ist aus DE 27 31 382 A bekannt. Die EP 2 599 093 B1 zeigt eine Schlagpositioniereinrichtung mit einem einzelnen, drehbaren Stift, so dass zwei Adern miteinander verdrillt werden können. Aus der US 2004 / 0 050 446 A1 ist eine kammförmige Einzelleitungsführung zum Verdrillen bekannt.

Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Nachteile des Standes der Technik zumindest teilweise zu überwinden und insbesondere eine verbesserte Möglichkeit zum Erzeugen eines verdrillten Kabels mit zwei oder insbesondere auch mehr als zwei Einzelleitungen bereitzustellen.

Diese Aufgabe wird gemäß den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen sind insbesondere den abhängigen Ansprüchen entnehmbar.

Die Aufgabe wird gelöst durch eine Einheit (im Folgenden ohne Beschränkung der Allgemeinheit als "Schlagpositioniereinheit" bezeichnet) für eine Verdrilleinrichtung, wobei die Schlagpositioniereinheit mehrere Beabstandungseinheiten mit senkrecht zu einer Verfahrrichtung ausfahrbaren Stift aufweist, die Beabstandungseinheiten in einer Umfangsrichtung zu der Verfahrrichtung winkelversetzt sind und sich die Stifte der Beabstandungseinheiten in einem ausgefahrenen (d.h., elongierten) Zustand berühren und zwischen den Stiften Sektoren für je eine Einzelleitung gebildet werden.

Eine Einzelleitung wird so räumlich von jeweils zwei benachbarten Beabstandungseinheiten begrenzt. Die Einzelleitungen sind dadurch mittels zumindest einer Beabstandungseinheit voneinander getrennt. Jeder Einzelleitung ist also – bei Betrachtung in der Verfahrrichtung – ein jeweiliger Raumbereich oder Sektor alleine zugewiesen. Durch das Berühren der Beabstandungseinheiten wird verhindert, dass Einzelleitungen durch Spalte zwischen den Beabstandungseinheiten in andere Sektoren gelangen können. Die Einzelleitungen bleiben somit voneinander getrennt. Die Annäherung der Beabstandungseinheiten ist also zumindest derart, dass zwischen ihnen keine Einzelleitung hindurchrutschen kann. Die Zahl der voneinander getrennt gehaltenen Einzelleitungen ist grundsätzlich nicht beschränkt. Durch die Schlagpositioniereinheit können folglich Leitungsüberschläge beim Verdrillen von mehreren Einzelleitungen erfolgreich verhindert werden, insbesondere auch von drei oder mehr Einzelleitungen. Die Schlagpositioniereinheit ist vorteilhaft einsetzbar, falls die Einzelleitungen als solche individuell rückgedreht werden.

Die Einzelleitungen können elektrische und/oder optische Leitungen sein. Die Einzelleitungen können eine Ader oder mehrere voneinander getrennte Adern aufweisen.

Die Verdrilleinrichtung ist dazu vorgesehen, mehrere Einzelleitungen zu einem Kabel zu verdrillen. Dazu werden die noch unverdrillten Einzelleitungen zwischen zwei Endeinheiten gehalten, von denen eine (die sog. "Verdrilleinheit") die Einzelleitungen miteinander verdrillt. Die andere Endeinheit kann die Einzelleitungen entweder fest halten oder (als sog. "Entdrilleinheit") individuell in die andere Richtung drehen, um eine Verdrehung der Einzelleitungen als solche zu verhindern. Die Verfahrrichtung verläuft in Richtung zwischen den beiden Endeinheiten. Auch die Einzelleitungen bzw. der verdrillte Abschnitt des Kabels verlaufen entlang der Verfahrrichtung, so dass sich die Verdrilleinrichtung auch entlang der verdrillten oder unverdrillten Einzelleitungen bewegen kann.

Durch n Beabstandungseinheiten können maximal n + 1 Einzelleitungen voneinander getrennt werden. Es ist eine Weiterbildung, dass die Beabstandungseinheiten individuell ausfahrbar (und wieder einfahrbar bzw. kontrahierbar) sind, weil sich so eine besonders einfache räumliche Trennung auch von weniger als den n + 1 möglichen Einzelleitungen erreichen lässt. Auch kann so das Einbringen der Einzelleitungen in die Schlagpositioniereinheit erleichtert werden, beispielsweise dadurch, dass die Beabstandungseinheiten nacheinander betätigt werden, um die Einzelleitungen nacheinander in ihren jeweiligen Sektoren einzuschließen.

Dass die Beabstandungseinheiten senkrecht zu der Verfahrrichtung ausfahrbar sind, kann umfassen, dass sie sich beim Ausfahren mit einer Bewegungskomponente senkrecht zu der Verfahrrichtung aufeinander zubewegen, bis sie sich berühren (d.h., bis die Beabstandungseinheiten jeweils mindestens eine andere Beabstandungseinheit berühren). Dabei bewegen sie sich insbesondere von außen in einen Bereich hinein, in dem sich die unverdrillten Einzelleitungen befinden.

Es ist eine Weiterbildung, dass sich die Beabstandungseinheiten bei ihrem Ausfahren sternförmig aufeinander zubewegen. Dabei können sie sich insbesondere in einem gemeinsamen zentralen Bereich treffen. Die einzelnen Sektoren oder Abteilungen können dann bei Betrachtung in Verfahrrichtung tortenstückartig geformt sein. Bei einer Betrachtung in einem zylindrischen Koordinatensystem kann dies auch so beschrieben werden, dass sich die Schlagpositioniereinheit entlang einer z-Achse oder Längsachse bewegen lässt, die Beabstandungseinheiten in azimutaler Richtung oder φ-Richtung zueinander winkelversetzt angeordnet sind und sich gegen die radiale Richtung oder r-Achse ausfahren lassen.

Es ist eine Weiterbildung, dass sich zumindest zwei benachbart angeordnete Beabstandungseinheiten im ausgefahrenen Zustand berühren. So lassen sich die Beabstandungseinheiten besonders einfach kontaktieren.

Es ist eine Ausgestaltung, dass die Beabstandungseinheiten ausfahrbare Stifte aufweisen. Dadurch können die Beabstandungseinheiten besonders einfach aufgebaut sein.

Es ist eine Weiterbildung, dass zumindest einer der Stifte demontierbar oder auswechselbar ausgeführt ist, da die Schlagpositioniereinheit so besonders vielgestaltig an Produktanforderungen angepasst werden kann.

Es ist noch eine Ausgestaltung, dass die Beabstandungseinheiten an ihren Kontaktflächen flächig passend ausgebildet sind. So lässt sich ein Durchgleiten von Einzelleitungen besonders zuverlässig verhindern. Unter flächig passenden Kontaktflächen werden insbesondere Kontaktflächen verstanden, die so geformt sind, dass sie einen Flächenkontakt bilden und nicht z.B. nur einen oder mehrere Punktkontakte. Passende Kontaktflächen weisen insbesondere die gleiche Form auf, z.B. jeweils eine plane Form.

Es ist außerdem eine Ausgestaltung, dass ein Stift einer ersten Beabstandungseinheit mit seiner Stirnfläche einen Stift einer zweiten Beabstandungseinheit an dessen Mantelfläche kontaktiert. So lässt sich eine flächige Kontaktierung besonders einfach herstellen. Insbesondere können Stifte mehrerer erster Beabstandungseinheiten mit ihren Stirnflächen den gleichen Stift der zweiten Beabstandungseinheit an dessen Mantelfläche kontaktieren. Der Stift der zweiten Beabstandungseinheit kann insbesondere vertikal hochstehen, während der Stift der mindestens einen ersten Beabstandungseinheit horizontal ausgerichtet ist.

Es kann insbesondere die Stirnfläche des Stifts der ersten Beabstandungseinheit im Kontaktbereich eine zu der Mantelfläche des Stifts der zweiten Beabstandungseinheit entsprechende Form aufweisen. So kann die Mantelfläche kreiszylindrisch sein und die Form der Stirnfläche einer Schnittfläche eines kreiszylindrischen Stifts mit der Mantelfläche entsprechen.

Es ist eine Weiterbildung, dass zumindest ein Stift (z.B. einer ersten Beabstandungseinheit) mit seinem freien Ende bzw. mit seiner Spitze in eine Vertiefung eines anderen Stifts (z.B. einer zweiten, insbesondere vertikal hochstehenden Beabstandungseinheit) einfahrbar ist, falls sich die zugehörige(n) Beabstandungseinheit(en) in einem ausgefahrenen Zustand befinden.

Es ist weiterhin eine Ausgestaltung, dass die Schlagpositioniereinheit mindestens zwei Beabstandungseinheiten aufweist. So lassen sich zwei oder drei Einzelleitungen räumlich voneinander getrennt halten. Es ist besonders vorteilhaft, dass die Schlagpositioniereinheit mindestens drei Beabstandungseinheiten aufweist. So lassen sich zwei, drei oder vier Einzelleitungen räumlich voneinander getrennt halten.

Es ist ferner eine Ausgestaltung, dass benachbart angeordnete Beabstandungseinheiten um 90° zueinander winkelversetzt sind. Dieser Winkelversatz ermöglicht eine besonders einfach umsetzbare und robuste Schlagpositioniereinheit, insbesondere für maximal vier voneinander getrennt zu haltende Einzelleitungen.

Es ist auch eine Ausgestaltung, dass benachbart angeordnete Beabstandungseinheiten um weniger als 90° zueinander winkelversetzt sind. Dadurch lässt sich eine besonders kompakte Schlagpositioniereinheit bereitstellen, insbesondere auch für mehr als vier voneinander getrennt zu haltende Einzelleitungen.

Die Aufgabe wird auch gelöst durch eine Verdrilleinrichtung, aufweisend eine zwischen zwei Endeinheiten, insbesondere zwischen einer Verdrilleinheit und einer Entdrilleinheit, verfahrbare Schlagpositioniereinheit wie oben beschrieben. Die Verdrilleinrichtung kann analog zu der Schlagpositioniereinheit ausgebildet werden und ergibt die gleichen Vorteile.

Es ist eine Weiterbildung, dass die Schlagpositioniereinheit wahlweise aus einem Bereich zwischen den beiden Endeinheiten entfernbar und dort hinein einbringbar ist. Dadurch kann die Schlagpositioniereinheit beispielsweise zum erleichterten Einspannen der unverdrillten Einzelleitungen entfernt werden.

Die Aufgabe wird außerdem gelöst durch ein Verfahren zum Betreiben einer Verdrilleinrichtung wie oben beschrieben, bei dem die Schlagpositioniereinheit mit eingefahrenen Stiften der Beabstandungseinheiten an einen nicht verdrillten Abschnitt eines Kabels mit mindestens zwei Einzelleitungen herangebracht wird und dann die Stifte der Beabstandungseinheiten so zwischen die Einzelleitungen ausgefahren werden, dass zwischen den Stiften Sektoren für je eine Einzelleitung gebildet werden und damit jede der Einzelleitungen mittels der Stifte der Beabstandungseinheiten von den anderen Einzelleitungen getrennt ist. Das Verfahren kann analog zu der Verdrilleinrichtung und der Schlagpositioniereinheit ausgebildet werden und ergibt die gleichen Vorteile. Insbesondere kann so erreicht werden, dass die Schlagpositioniereinheit beim Leitungsbestücken nicht stört.

Das Heranbringen der Schlagpositioniereinheit an den nicht verdrillten Abschnitt des Kabels kann ein Bewegen der Schlagpositioniereinheit in Richtung des Kabels bzw. der Einzelleitungen und/oder ein Bewegen des Kabels bzw. der Einzelleitungen in Richtung der Schlagpositioniereinheit (z.B. ein manuelles Einlegen in die Schlagpositioniereinheit) umfassen.

Es ist eine Ausgestaltung, dass die Beabstandungseinheiten vor einem Verdrillen der Einzelleitungen ausgefahren werden. Auch so kann unterstützt werden, dass die Schlagpositioniereinheit beim Leitungsbestücken nicht stört.

Es ist noch eine Ausgestaltung, dass die Beabstandungseinheiten vor einem fertigen Verdrillen der Einzelleitungen eingefahren werden. Dadurch wird der Vorteil erreicht, dass während eines Verdrillvorgangs eine unverdrillte Länge des Kabels reduziert werden kann, so dass sich die Schlagpositioniereinheit am Ende des Verdrillvorgangs nicht mehr zwischen dem Kabel oder Verdrillgut und der Endeinheit befindet.

Es ist noch eine weitere Ausgestaltung, dass die Beabstandungseinheiten nach einem fertigen Verdrillen der Einzelleitungen und vor einem Auswerfen der Einzelleitungen eingefahren werden. Dies ergibt den Vorteil, dass das verdrillte Kabel frei ist und besser ausgeworfen werden kann.

Die oben beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile dieser Erfindung sowie die Art und Weise, wie diese erreicht werden, werden klarer und deutlicher verständlich im Zusammenhang mit der folgenden schematischen Beschreibung eines Ausführungsbeispiels, das im Zusammenhang mit den Zeichnungen näher erläutert wird.

1 zeigt in Draufsicht eine Verdrilleinrichtung mit einer Schlagpositioniereinheit;

2 zeigt eine Schlagpositioniereinheit gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel in einer Schrägansicht mit eingefahrenen Beabstandungseinheiten;

3 zeigt die Schlagpositioniereinheit gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel mit den eingefahrenen Beabstandungseinheiten in einer Sicht in eine Verfahrrichtung;

4 zeigt die Schlagpositioniereinheit gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel in einer Schrägansicht mit einer ausgefahrenen Beabstandungseinheit und einem Kabel mit zwei Einzelleitungen;

5 zeigt die Schlagpositioniereinheit gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel in einer Schrägansicht mit ausgefahrenen Beabstandungseinheiten und einem Kabel mit vier Einzelleitungen;

6 zeigt in einer zu 3 analogen Ansicht eine Schlagpositioniereinheit gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel; und

7 zeigt die Schlagpositioniereinheit gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel in einer zu 5 analogen Ansicht.

1 zeigt eine Verdrilleinrichtung 1, aufweisend eine zwischen einer Verdrilleinheit 2 und einer Entdrilleinheit 3 in einer Verfahrrichtung V verfahrbare Schlagpositioniereinheit 4. In die Verdrilleinrichtung 1 sind Einzelleitungen L1, L2 einzeln eingespannt und können durch Drehung der Verdrilleinheit 2, wie durch den zugehörigen Pfeil angedeutet, um eine gemeinsame Achse zu einem Kabel K verdrillt werden. Die Verdrillung erstreckt sich bis zu der Schlagpositioniereinheit 4, welche eine weitergehende Verdrillung darüber hinaus verhindert. Zwischen der Schlagpositioniereinheit 4 und der Entdrilleinheit 3 sind die Einzelleitungen L1, L2 einzeln längs geführt. Durch ein Längsverschieben der Schlagpositioniereinheit 4 von der Verdrilleinheit 2 in Richtung der Entdrilleinheit 3 bei sich drehender Verdrilleinheit 2 können die Einzelleitungen L1, L2 mit gezielt eingestelltem, ggf. auch während des Verdrillens veränderbaren, Schlagwinkel usw. verdrillt werden. Die Entdrilleinheit 3 dreht die Einzelleitungen L1, L2 als solche in der Gegenrichtung, um deren Verdrehung um die eigene Längsachse zu verhindern, wie durch die zugehörigen beiden Pfeile angedeutet. Die Verdrilleinheit 2 und/oder die Entdrilleinheit 3 können in Verfahrrichtung V verfahren werden, um die Einzelleitungen L1, L2 zu spannen oder zu entspannen.

2 zeigt eine mögliche Ausgestaltung der Schlagpositioniereinheit 4 gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel 4a. 3 zeigt die Schlagpositioniereinheit 4a in einer Sicht entlang der Verfahrrichtung V.

Die Schlagpositioniereinheit 4a weist drei Beabstandungseinheiten 5 auf. Die Beabstandungseinheiten 5 weisen einen jeweiligen stiftartigen Stößel 6 auf, der mittels eines Antriebs 7 wahlweise ausfahrbar und einziehbar ist, wie durch die Doppelpfeile angedeutet. Der Antrieb kann eine Spule umfassen, welche den Stößel 6 mittels Magnetkraft bewegt. Der Stößel 6 kann dann insbesondere nur eine eingezogene Endstellung oder eine ausgefahrene Endstellung einnehmen. Alternativ kann der Antrieb 7 ein Elektromotor sein, so dass der Stößel 6 dann z.B. stufenlos oder schrittweise verschiebbar ist. Die Beabstandungseinheiten 5 bzw. deren Stößel 6 können individuell und/oder gruppenweise ausgefahren und eingezogen werden.

Die Beabstandungseinheiten 5 sind senkrecht zu der Verfahrrichtung V ausfahrbar (z.B. in 3 in der Bildebene) und in einer Umfangsrichtung A um die Erstreckung der Verfahrrichtung V herum winkelversetzt angeordnet. Der Winkelversatz zwischen benachbarten Beabstandungseinheiten 5 beträgt hier 90°. Die Stößel 6 können dadurch sternförmig aufeinander zulaufend bewegt werden und sich in einem zentralen Bereich berühren, wie weiter unten in 5 gezeigt.

4 zeigt die Schlagpositioniereinheit 4a in einer Schrägansicht, wobei nun der Stößel 6 der mittleren Beabstandungseinheit 5 vertikal nach oben ausgefahren ist, und zwar zwischen die zwei Einzelleitungen L1 und L2 des Kabels K. Die Stößel 6 der beiden seitlichen, horizontal ausgerichteten Beabstandungseinheiten 5 sind eingezogen. Somit dient nur der Stößel 6 der mittleren Beabstandungseinheit 5 der Trennung der beiden Einzelleitungen L1 und L2. Und zwar wird so die Einzelleitung L1 in einem halbraumförmigen Sektor I gehalten, und die andere Einzelleitung L2 in einem halbraumförmigen Sektor II.

5 zeigt die Schlagpositioniereinheit 4a mit allen drei Beabstandungseinheiten 5 bzw. deren Stößeln 6 ausgefahren. Dadurch werden vier Einzelleitungen L1, L2, L3 und L4 (von denen die erste Einzelleitung L1 durch eine dritte Einzelleitung L3 verdeckt gezeigt ist) räumlich voneinander getrennt, und zwar ebenfalls in vier 90°-Sektoren oder Viertelsektoren I, II, III bzw. IV.

Die Stößel 6 berühren sich in ihrem ausgefahrenen Zustand, und zwar so, dass die Stößel 6 der beiden seitlichen Beabstandungseinheiten 5 symmetrisch seitlich den Stößel 6 der mittleren Beabstandungseinheit 5 kontaktieren. Der Stößel 6 der mittleren Beabstandungseinheit 5 ragt über die seitlichen Stößel 6 nach oben vor, so dass durch die Stößel 6 ein Kreuz gebildet wird.

Die Stößel 6 der beiden seitlichen Beabstandungseinheiten 5 kontaktieren also mit ihren Stirnflächen 8 die Mantelfläche 9 des Stößels 6 der mittleren Beabstandungseinheit 5 (siehe dazu auch 2 und 3). Die Stirnflächen 8 weisen eine zylinderförmige Oberfläche auf, die der Form der Mantelfläche 9 entspricht, so dass der Kontakt durch die gesamte Stirnfläche 8 gebildet werden kann.

Das Aufteilen der vier Einzelleitungen L1, L2, L3 und L4 auf die jeweiligen Sektoren I bis IV kann beispielsweise so erfolgen, dass zunächst der Stößel 6 der mittleren Beabstandungseinheit 5 vertikal zwischen die Einzelleitungen L1 und L4 einerseits und die Einzelleitungen L2 und L3 andererseits ausgefahren wird. Folgend werden die Stößel 6 der beiden seitlichen Beabstandungseinheiten 5 horizontal zwischen die Einzelleitungen L2 und L3 ausgefahren.

Dieses Ausfahren der Stößel 6, um die Einzelleitungen L1 bis L4 getrennt zu halten, kann insbesondere nach einem Einspannen der noch vor Einzelleitungen L1 bis L4, aber vor dem Beginn des Verdrillens durchgeführt werden. Dazu kann die Schlagpositioniereinheit 4 motorisch oder manuell an die Einzelleitungen L1 bis L4 herangefahren werden.

Ein Zurück- oder Einziehen der Stößel 6, um die Einzelleitungen L1 bis L4 wieder zusammenzubringen, kann z.B. während des Verdrillens oder nach dem Verdrillen durchgeführt werden.

6 zeigt in einer zu 3 analogen Ansicht eine Schlagpositioniereinheit 4 gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel 4b. 7 zeigt die Schlagpositioniereinheit 4, 4b in einer zu 5 analogen Ansicht.

Bei der Schlagpositioniereinheit 4, 4b sind die benachbart angeordneten Beabstandungseinheiten 5 nun um weniger als 90° um eine Umfangsrichtung A zueinander winkelversetzt. Entsprechend sind die Sektoren I und II kleiner als die Sektoren III und IV. Auch sind die Stirnflächen 10 der Stößel 6 der beiden äußeren oder seitlichen Beabstandungseinheiten 5 entsprechend gegen die Längserstreckung der Stößel 6 angeschrägt.

Selbstverständlich ist die vorliegende Erfindung nicht auf das gezeigte Ausführungsbeispiel beschränkt.

So können auch mehr als drei Beabstandungseinheiten 5 vorhanden sein, insbesondere wenn sie um weniger als 90° um eine Umfangsrichtung A zueinander winkelversetzt sind.

Bezugszeichenliste

1
Verdrilleinrichtung
2
Verdrilleinheit
3
Entdrilleinheit
4
Schlagpositioniereinheit
4a
Schlagpositioniereinheit
4b
Schlagpositioniereinheit
5
Beabstandungseinheiten
6
Stößel
7
Antrieb
8
Stirnfläche
9
Mantelfläche
10
Stirnfläche
I–IV
Sektoren
A
Umfangsrichtung
K
Kabel
L1–L4
Einzelleitungen
V
Verfahrrichtung