Title:
Vorrichtung zum Aufbewahren und dosierten Abgeben eines sterilen Fluids
Document Type and Number:
Kind Code:
A1

Abstract:

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Aufbewahren und zum mehrmaligen dosierten Abgeben eines sterilen Fluids, insbesondere Augentropfen, umfassend einen Vorratsbehälter zum Aufbewahren des sterilen Fluids und eine Abgabeeinrichtung, wobei eine Teilmenge des sterilen Fluids innerhalb eines Abgabezyklus abgebbar ist, welcher zumindest einen Ruhezustand und einen Abgabezustand umfasst. Die Vorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, dass im Ruhezustand eine erste fluidische Verbindung zwischen dem Vorratsbehälter und einer Dosierungseinrichtung besteht und in der Dosierungseinrichtung eine Fluidtransfereinrichtung angeordnet ist, wobei durch eine erste Verlagerung der Dosierungseinrichtung relativ zu der Fluidtransfereinrichtung die erste fluidische Verbindung mittels der Fluidtransfereinrichtung verschließbar ist und wobei durch eine weitere Verlagerung der Dosierungseinrichtung relativ zu der Fluidtransfereinrichtung eine zweite fluidische Verbindung zwischen der Dosierungseinrichtung und der Abgabeeinrichtung mittels der Fluidtransfereinrichtung öffenbar ist.





Inventors:
Smartt, Nicholas (48159, Münster, DE)
Kämereit, Markus (48301, Nottuln, DE)
Application Number:
DE102016108873A
Publication Date:
11/16/2017
Filing Date:
05/13/2016
Assignee:
Gerresheimer Regensburg GmbH, 93047 (DE)
International Classes:
A61J1/05; B05B11/00; B65D83/00
Domestic Patent References:
DE69213248T2N/A
Foreign References:
20050224516
20130140225
Attorney, Agent or Firm:
Hannke Bittner & Partner, Patent- und Rechtsanwälte mbB, 93049, Regensburg, DE
Claims:
1. Vorrichtung (1) zum Aufbewahren und zum mehrmaligen dosierten Abgeben eines sterilen Fluids (2), insbesondere Augentropfen, umfassend einen Vorratsbehälter (3) zum Aufbewahren des sterilen Fluids (2) und eine Abgabeeinrichtung (4), wobei eine Teilmenge des sterilen Fluids (2) innerhalb eines Abgabezyklus abgebbar ist, welcher zumindest einen Ruhezustand (5) und einen Abgabezustand (6) umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass im Ruhezustand (5) eine erste fluidische Verbindung (7) zwischen dem Vorratsbehälter (3) und einer Dosierungseinrichtung (8) besteht und in der Dosierungseinrichtung (8) eine Fluidtransfereinrichtung (9) angeordnet ist, wobei durch eine erste Verlagerung der Dosierungseinrichtung (8) relativ zu der Fluidtransfereinrichtung (9) die erste fluidische Verbindung (7) mittels der Fluidtransfereinrichtung (9) verschließbar ist und wobei durch eine weitere Verlagerung der Dosierungseinrichtung (8) relativ zu der Fluidtransfereinrichtung (9) eine zweite fluidische Verbindung (10) zwischen der Dosierungseinrichtung (8) und der Abgabeeinrichtung (4) mittels der Fluidtransfereinrichtung (9) öffenbar ist.

2. Vorrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass durch die fluidischen Verbindungen (7, 10) sowohl zwischen dem Vorratsbehälter (3) und der Dosierungseinrichtung (8) als auch zwischen der Dosierungseinrichtung (8) und der Abgabeeinrichtung (4) ein Fluidtransfer erfolgt, wobei der Fluidtransfer lediglich aufgrund eines Antriebs durch die Gewichtskraft des sterilen Fluids (2) erfolgt.

3. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorratsbehälter (3) und die Dosierungseinrichtung (8) kraft- und/oder formschlüssig miteinander verbunden sind und als Einheit verlagerbar sind, wobei die Dosierungseinrichtung (8) einen ersten hohlzylindrischen Abschnitt (13) umfasst, welcher abschnittsweise in den Vorratsbehälter (3) hineinragt, wobei die kraft- und/oder formschlüssige Verbindung zwischen einem Bereich der Außenwandung (13a) des ersten Abschnitts (13) und einer Innenwandung (3a) des Vorratsbehälters (3) besteht.

4. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dosierungseinrichtung (8) einen als Dosierungskammer ausgebildeten zweiten Abschnitt (16), welcher ein Aufnahmevolumen aufweist, das im Wesentlichen dem in einem Abgabezyklus abgebbaren Volumen an sterilem Fluid (2) entspricht und einen dritten Abschnitt (17), in welchem die Abgabeeinrichtung (4) abschnittsweise angeordnet ist, umfasst, wobei der dritte Abschnitt (17) einen kleineren Durchmesser als der zweite Abschnitt (16) aufweist.

5. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fluidtransfereinrichtung (9) einen Grundkörper (11) und ein kolbenartiges Verschlusselement (12) umfasst, wobei der Grundkörper (11) einstückig mit der Abgabeeinrichtung (4) ausgebildet ist, wobei der Grundkörper (11) im Wesentlichen hohlzylindrisch ausgebildet ist und das kolbenartige Verschlusselement (12) zumindest abschnittsweise innerhalb des Grundkörpers (11) angeordnet ist.

6. Vorrichtung (1) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass an einem proximalen Ende (12a) des kolbenartigen Verschlusselements (12) eine erste Dichteinrichtung (19) angeordnet ist, welche abschnittsweise über einen Kragenabschnitt (21) des Grundkörpers (11) hinausragt und durch welche eine Durchgangsöffnung (20) zwischen dem Vorratsbehälter (3) und der Dosierungseinrichtung (8) verschließbar ist.

7. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper (11) einen länglichen Abschnitt (22) aufweist, welcher eine Wandung mit zumindest einem schlitzartigen Durchbruch (22a) umfasst, wobei das kolbenartige Verschlusselement (12) zumindest einen sich radial nach außen erstreckenden Führungsvorsprung (18) aufweist, welcher in dem schlitzartigen Durchbruch (22a) geführt ist, wobei das kolbenartige Verschlusselement (12) zumindest eine Rippe (23) aufweist, welche eine Zwischenaufnahme (30) für das sterile Fluid in der Fluidtransfereinrichtung (9) räumlich definiert.

8. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Fluidtransfereinrichtung (9) einen mit einer zweiten Dichteinrichtung (25) versehenen Vorsprung (24) aufweist, welcher innerhalb des zweiten Abschnitts (16) der Dosierungseinrichtung (8) angeordnet ist und welcher einen kleineren Durchmesser als der zweiten Abschnitt (16) der Dosierungseinrichtung (8) aufweist, wobei der Vorsprung (25) einen größeren Durchmesser als der dritte Abschnitt (17) der Dosierungseinrichtung (8) aufweist, wodurch im Ruhezustand (5) eine fluidische Verbindung zwischen dem zweiten (17) und dem dritten Abschnitt (17) der Dosierungseinrichtung (8) verschließbar ist.

9. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass eine dritte Dichteinrichtung (26) an der Abgabeeinrichtung (4) angeordnet ist, welche an einer Innenwand (17a) des dritten Abschnitts (17) der Dosierungseinrichtung (8) dichtend anliegt, wodurch in einem Zwischenzustand (27) zwischen dem Ruhezustand (5) und dem Abgabezustand (6) eine fluidische Verbindung zwischen der Dosierungseinrichtung (8) und einer Austrittsöffnung (4a) der Abgabeeinrichtung (4) unterbunden ist.

10. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (1) eine Belüftungsvorrichtung (28) umfasst, welche im Ruhezustand verschlossen ist und welche durch die Relativbewegung der Dosierungseinrichtung (8) zu der Fluidtransfereinrichtung (9) öffenbar ist, wobei die Belüftungsvorrichtung (28) mit einen antibakteriellen Luftfilter ausgestattet ist.

11. Vorrichtung (1) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Belüftungsvorrichtung (28) an der Dosierungseinrichtung (8) angeordnet ist und durch einen kraftschlüssigen Kontakt mit dem Vorsprung (24) der Abgabeeinrichtung (4) öffenbar ist und durch eine Kraftbeaufschlagung eines Federelements schließbar ist.

12. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorratsbehälter (3), die Dosierungseinrichtung (8) und die Abgabeeinrichtung (4) in einem Gehäuse (14) angeordnet sind, welches ein geschlossenes distales Ende (14a) und ein offenes proximales Ende (14b) aufweist, wobei in dem geschlossenen distalen Ende (14a) eine Austrittsöffnung (14c) ausgespart ist, wobei das mit einer Austrittsöffnung (4a) versehene distale Ende (4b) der Abgabeeinrichtung (4) an der Austrittsöffnung (14c) des Gehäuses (14) angeordnet ist, wobei der Vorratsbehälter (3) zumindest im Ruhezustand (5) aus dem offenen proximalen Ende (14b) des Gehäuses (14) abschnittsweise hinausragt.

13. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Abgabeeinrichtung (4) durch eine kraft- und/oder formschlüssige Verbindung stationär mit dem Gehäuse (14) verbunden ist, wobei die Dosierungseinrichtung (8) relativ zu dem Gehäuse (14), der Fluidtransfereinrichtung (9) und der Abgabeeinrichtung (4) verlagerbar ist, wobei ein Übergang aus dem Ruhezustand (5) in den Abgabezustand (6) durch eine Verlagerung in distaler Richtung (X1) der Dosierungseinrichtung (8) realisiert ist und wobei durch diese Verlagerung der Dosierungseinrichtung (8) ein zwischen dem Gehäuse (14) und der Dosierungseinrichtung (8) angeordnetes Federelement (15) komprimierbar ist.

14. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 12 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass an dem distalen Ende (14a) des Gehäuses (14) ein hohlzylinderartiges Ansatzelement (29) angeordnet ist, welches über dem Auge positionierbar ist.

15. Vorrichtung (1) nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass eine äußere Oberfläche des distalen Endes (14a) des Gehäuses (14), eine innere Oberfläche (29a) des Ansatzelements (29) und eine Stirnfläche (29b) am distalen Ende (29c) des Ansatzelements (29) mit einer superhydrophoben und / oder einer antibakteriellen Beschichtung versehen sind.

Description:

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Aufbewahren und zum mehrmaligen dosiertem Abgeben eines sterilen Fluids, insbesondere Augentropfen, umfassend einen Vorratsbehälter zum Aufbewahren des sterilen Fluids und eine mit einer Austrittsöffnung versehene Abgabeeinrichtung, wobei ein Teilmenge des sterilen Fluids innerhalb eines Abgabezyklus abgebbar ist, welcher zumindest einen Ruhezustand und einen Abgabezustand umfasst.

Diese sterilen Fluide sind insbesondere Augentropfen. In der Regel sind Augentropfen (Oculoguttae) wässrige oder ölige Lösungen beziehungsweise Suspensionen. Diese werden in den Bindehautsack oder auf die Hornhaut getropft. Da das Auge eines der empfindlichsten Organe des Menschen ist, werden an Augenarzneien sehr hohe Qualitätsanforderungen gestellt. Insbesondere müssen, nach Vorschrift des Europäischen Arzneibuchs, Augentropfen steril sein. Eine Kontamination der Augentropfen bzw. des sterilen Fluids mit Mikroorganismen durch Kontakt mit der Umgebung bzw. dem Nutzer, beispielsweise dem Auge, sollte demnach vermieden werden. Solche Erregerkeime können schwerwiegende Augeninfektionen verursachen.

Um die Sterilität von Augentropfen zu gewährleisten, werden Augentropfen beispielsweise in Einzeldosen angeboten. Da eine Einzeldosis eine relativ geringe Fluidmenge darstellt, erfordert eine derartige Aufbewahrungsform einen übermäßigen Verpackungsaufwand. Ferner ist eine solche Aufbewahrungsform für den Nutzer unhandlich. Alternativ werden Mehrdosenbehältnisse angeboten. Allerdings werden den Augentropfen hier in der Regel Konservierungsmittel zugesetzt, um eine mikrobielle Verunreinigung nach Anbruch zu unterdrücken. Der Zusatz von Konservierungsmittel hat jedoch den Nachteil, dass diese Konservierungsmittel unerwünschte Nebenwirkungen verursachen können.

Im Stand der Technik sind bereits Mehrdosenbehälter bzw. Applikatoren bekannt, welche zur Verwendung mit konservierungsmittelfreien Augentropfen geeignet sind. Um eine unerwünschte Kontamination zu verhindern, werden beispielsweise Einwegventile verwendet, welche einen Austritt des Fluids erlauben, jedoch einen Eintritt von Flüssigkeit in den Behälter verhindern. Ferner weisen die Behälter Luftfilter oder einen kollabierbaren Behälter auf, um zu verhindern, dass kontaminierte Luft mit dem sterilen Fluid in Kontakt kommt. Bei solchen Behältern können die äußeren Oberflächen im Bereich um die Applikationsspitze kontaminiert werden, beispielsweise durch Kontakt mit dem Auge, und es kann ein bakterielles Wachstum auf diesen Oberflächen stattfinden. Durch baulich bedingte Lücken im Gehäuse, beispielsweise am Ausgabeventil, können Bakterien beziehungsweise Verunreinigungen in das Behältnis gelangen und das sterile Fluid kontaminieren.

Aus dem Stand der Technik sind weiterhin Mehrdosenbehälter bzw. Applikatoren bekannt, welche im Inneren eine antibakteriell wirkende Beschichtung aufweisen. In der Regel werden oligodynamisch wirkende Substanzen aufgebracht. Solche oligodynamisch wirkende Substanzen enthalten Metallionen, beispielsweise Silber oder Kupfer. Bei diesen Geräten muss allerdings sichergestellt sein, dass ein ausreichender Kontakt des sterilen Fluids bzw. der Augentropfen mit den oligodynamisch wirkenden Substanzen gewährleistet ist. Dies erfordert eine aufwendige Konstruktion. Demnach verursachen solche Mehrdosenbehälter bzw. Applikatoren hohe Herstellungskosten.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es demnach, eine Vorrichtung zum Aufbewahren und zum mehrmaligen dosierten Abgeben eines sterilen Fluids bereitzustellen, bei welchen eine Kontamination des sterilen Fluids verhindert wird und welche einfach und kostengünstig herzustellen sind.

Diese Aufgabe wird gelöst von einer Vorrichtung zum Aufbewahren und zum mehrmaligen dosierten Abgeben eines sterilen Fluids, insbesondere Augentropfen, umfassend einen Vorratsbehälter zum Aufbewahren des sterilen Fluids und eine Abgabeeinrichtung, wobei eine Teilmenge des sterilen Fluids innerhalb eines Abgabezyklus abgebbar ist, welcher zumindest einen Ruhezustand und einen Abgabezustand umfasst. Die Vorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, dass im Ruhezustand eine erste fluidische Verbindung zwischen dem Vorratsbehälter und einer Dosierungseinrichtung besteht und in der Dosierungseinrichtung eine Fluidtransfereinrichtung angeordnet ist, wobei durch eine erste Verlagerung der Dosierungseinrichtung relativ zu der Fluidtransfereinrichtung die erste fluidische Verbindung mittels der Fluidtransfereinrichtung verschließbar ist und wobei durch eine weitere Verlagerung der Dosierungseinrichtung relativ zu der Fluidtransfereinrichtung eine zweite fluidische Verbindung zwischen der Dosierungseinrichtung und der Abgabeeinrichtung mittels der Fluidtransfereinrichtung öffenbar ist.

Durch eine solche erfindungsgemäße Vorrichtung wird eine Kontamination des sterilen Fluids effektiv unterdrückt. Im Ruhezustand ist lediglich zwischen dem Vorratsbehälter und der Dosierungseinrichtung die erste fluidische Verbindung offen. Die Dosierungseinrichtung ist dabei vorteilhaft zwischen dem Vorratsbehälter und der Abgabeeinrichtung angeordnet. Durch die relative Verlagerung der Dosierungseinrichtung zu der Fluidtransfereinrichtung wird die Vorrichtung von dem Ruhezustand in einen Zwischenzustand versetzt, in welchem die erste fluidische Verbindung mittels der Fluidtransfereinrichtung verschlossen ist. Da die zweite fluidische zwischen der Dosierungseinrichtung und der Abgabeeinrichtung in diesem Zwischenzustand ebenso mittels der Fluidtransfereinrichtung verschlossen ist, ist die Dosierungseinrichtung fluidisch isoliert von dem Vorratsbehälter und der Abgabeeinrichtung. Durch eine weitere relative Verlagerung der Dosierungseinrichtung zu der Fluidtransfereinrichtung ist die zweite fluidische Verbindung zwischen der Dosierungseinrichtung und der Abgabeeinrichtung mittels der Fluidtransfereinrichtung öffenbar. Durch diese weitere Verlagerung wird also der Abgabezustand eingenommen, in dem eine Teilmenge des sterilen Fluids abgebbar ist. Mit anderen Worten wird durch die Vorrichtung eine Art Schleuse realisiert, wobei eine Teilmenge des sterilen Fluids durch die Vorrichtung zur Ausgabe geschleust wird. Das Reservoir an steriler Flüssigkeit in dem Vorratsbehälter ist demnach von beispielsweise durch die Austrittsöffnung eintretenden Verunreinigungen geschützt, da zu keiner Zeit eine direkte Verbindung zwischen dem Vorratsbehälter und der Außenwelt besteht.

Im Folgenden werden die Begriffe „distal“ und „proximal“ verwendet. Das distale Ende eines Bauteils ist das Ende, welches näher an dem Applikationsort beziehungsweise dem Austritt des sterilen Fluids liegt. Das proximale Ende ist demnach weiter weg von dem Applikationsort. Analog sind die Begriffe „distale und proximale Richtung“ zu verstehen.

Vorteilhafterweise erfolgt durch die fluidischen Verbindungen sowohl zwischen dem Vorratsbehälter und der Dosierungseinrichtung als auch zwischen der Dosierungseinrichtung und der Abgabeeinrichtung ein Fluidtransfer. Vorzugsweise erfolgt dieser Fluidtransfer lediglich aufgrund eines Antriebs durch die Gewichtskraft des sterilen Fluids. Demnach muss das sterile Fluid zu keiner Zeit unter Druck gesetzt werden. Es ist demnach nicht notwendig, aufwendig herzustellende Pumpeinrichtungen bereitzustellen. Die Vorrichtung ist somit einfacher zu gestalten und kostengünstiger herzustellen. Die Vorrichtung muss lediglich über dem Applikationsort, beispielsweise dem Auge bei Augentropfen, positioniert werden, um danach die entsprechenden Verlagerungen durchzuführen und die Teilmenge des sterilen Fluids zu applizieren.

Vorzugsweise sind der Vorratsbehälter und die Dosierungseinrichtung kraft- und/oder formschlüssig miteinander verbunden und als Einheit verlagerbar. Bevorzugt umfasst die Dosierungseinrichtung einen ersten hohlzylindrischen Abschnitt, welcher abschnittsweise in den Vorratsbehälter hineinragt. Vorteilhafterweise besteht die kraft- und/oder formschlüssige Verbindung zwischen einem Bereich der Außenwandung des ersten Abschnitts und einer Innenwandung des Vorratsbehälters. Eine solche Verbindung könnte beispielsweise eine Schnappverbindung, ein Eingriff einer oder mehrerer Laschen ineinander oder ein Reibschluss zwischen der Innenwandung des Vorratsbehälters und einem Bereich der Außenwandung des ersten Abschnitts sein. Vorzugsweise ist die Verbindung zwischen dem Vorratsbehälter und der Dosierungseinrichtung fluidisch dicht. Demnach kann nur über die erste fluidische Verbindung Fluid vom Vorratsbehälter in die Dosierungseinrichtung eintreten. Ferner ist es vorteilhaft, wenn die Verbindung luftdicht ist, so dass keine kontaminierte Umgebungsluft in den Vorratsbehälter eintreten kann.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die Dosierungseinrichtung einen als Dosierungskammer ausgebildeten zweiten Abschnitt. Verteilhafterweise weist diese Dosierungskammer ein Aufnahmevolumen auf, das im Wesentlichen dem in einem Abgabezyklus abgebbaren Volumen an sterilem Fluid entspricht. Nach Abgabe des sterilen Fluids ist also die Dosierungskammer im Wesentlichen frei von Fluid. Bevorzugt liegt das Volumen einer Einzeldosis zwischen 30 und 50 μl. Ferner umfasst die Dosierungseinrichtung bevorzugt einen dritten Abschnitt, in welchem die Abgabeeinrichtung abschnittsweise angeordnet ist. Vorteilhafterweise weist der dritte Abschnitt einen kleineren Durchmesser als der zweite Abschnitt auf.

Nach einer vorteilhaften Ausführungsform beträgt das Aufnahmevolumen des Vorratsbehälters 10 ml. Dies entspricht dem durch das europäische Arzneibuch vorgeschriebenen Aufnahmevolumen für Behältnisse von Augentropfen.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die Fluidtransfereinrichtung einen Grundkörper und ein kolbenartiges Verschlusselement. Vorzugsweise ist der Grundkörper einstückig mit der Abgabeeinrichtung ausgebildet. Dabei ist vorteilhafterweise der Grundkörper im Wesentlichen hohlzylindrisch ausgebildet. Insbesondere ist ein Hohlzylinder mit einer kreisförmigen Grundfläche bevorzugt. Ferner ist vorzugsweise das kolbenartige Verschlusselement zumindest abschnittsweise innerhalb des Grundkörpers angeordnet.

Vorzugsweise ist an einem proximalen Ende des kolbenartigen Verschlusselements eine erste Dichteinrichtung angeordnet, welche vorteilhaft abschnittsweise über einen Kragenabschnitt des Grundkörpers hinausragt. Durch diese erste Dichteinrichtung ist vorzugsweise eine Durchgangsöffnung zwischen dem Vorratsbehälter und der Dosierungseinrichtung verschließbar. Durch diese vorteilhafte Anordnung kann die erste fluidische Verbindung zwischen dem Vorratsbehälter und der Dosierungseinrichtung durch das Verschlusselement der Fluidtransfereinrichtung verschlossen werden. Dabei ist die erste Dichteinrichtung vorteilhaft als konischer Stopfen ausgebildet. Ferner wäre denkbar, dass die Dichteinrichtung aus einem elastischen Material, beispielsweise einem Elastomer besteht.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist der Grundkörper einen länglichen Abschnitt auf. Bevorzugt umfasst der längliche Abschnitt zumindest einen schlitzartigen Durchbruch. Vorzugsweise weist das kolbenartige Verschlusselement zumindest einen sich radial nach außen erstreckenden Führungsvorsprung auf, welcher in dem schlitzartigen Durchbruch geführt ist. Darüber hinaus ist es vorteilhaft, dass das kolbenartige Verschlusselement zumindest eine Rippe aufweist. Vorzugsweise definiert die zumindest eine Rippe eine Zwischenaufnahme beziehungsweise einen Freiraum zur zwischenzeitlichen Aufnahme für das sterile Fluid in der Fluidtransfereinrichtung.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform umfasst der längliche Abschnitt vier schlitzartige Durchbrüche. Vorzugsweise weist das kolbenartige Verschlusselement vier sich radial nach außen erstreckende Führungsvorsprünge auf, welche in den schlitzartigen Durchbrüchen geführt sind. Darüber hinaus ist es vorteilhaft, dass das kolbenartige Verschlusselement vier Rippen aufweist. Vorzugsweise sind die vier Rippen abschnittsweise jeweils einem schlitzartigen Durchbruch genüberliegend. Die schlitzartigen Durchbrüche, die sich radial nach außen erstreckenden Führungsvorsprünge und die Rippen sind vorzugsweise kreuzartig angeordnet. Demnach liegen sich jeweils zwei Durchbrüche, Führungsvorsprünge beziehungsweise Rippen diametral gegenüber, wobei eine Verbindungslinie zwischen den jeweiligen zwei diametral gegenüberliegenden Elementen senkrecht zu einer weiteren Verbindunglinie zwischen den jeweiligen beiden anderen Elementen verläuft. Vorzugsweise definieren je zwei Rippen eine Zwischenaufnahme beziehungsweise einen Freiraum zur zwischenzeitlichen Aufnahme für das sterile Fluid in der Fluidtransfereinrichtung.

Sobald das Fluid durch die Durchgangsöffnung in die Dosierungseinrichtung eintritt, wird es mittels der Fluidtransfereinrichtung in die Dosierungskammer bzw. den zweiten Abschnitt der Dosierungseinrichtung transferiert. Das Fluid tritt zunächst in den Kragenabschnitt und dann entlang des kolbenartigen Verschlusselements in den länglichen Abschnitt des Grundkörpers der Fluidtransfereinrichtung. Hier befindet sich das Fluid nun in den Zwischenaufnahmen zwischen den Rippen beziehungsweise in dem Freiraum, welcher nicht durch die eine Rippe ausgefüllt ist. Dann kann das Fluid durch den beziehungsweise die schlitzartigen Durchbruch / Durchbrüche, welche(r) vorteilhaft an den Zwischenräumen beziehungsweise dem Freiraum angrenzend angeordnet ist /sind, in die Dosierungskammer eintreten bis diese gefüllt ist.

Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform weist die Fluidtransfereinrichtung einen mit einer zweiten Dichteinrichtung versehenen Vorsprung auf, welcher innerhalb des zweiten Abschnitts der Dosierungseinrichtung beziehungsweise der Dosierkammer angeordnet ist und welcher einen kleineren Durchmesser als der zweite Abschnitt der Dosierungseinrichtung aufweist. Bevorzugt ist die zweite Dichteinrichtung ringförmig ausgebildet. Ferner weist der Vorsprung bevorzugt einen größeren Durchmesser als der dritte Abschnitt der Dosierungseinrichtung auf, wodurch im Ruhezustand eine fluidische Verbindung zwischen dem zweiten und dem dritten Abschnitt der Dosierungseinrichtung verschließbar ist. Im Ruhezustand ist also vorteilhafterweise auch eine fluidische Verbindung zwischen der Dosierkammer und der Abgabeeinrichtung, welche in dem dritten Abschnitt der Dosierungseinrichtung angeordnet ist, unterbunden.

Ferner ist vorzugsweise eine dritte Dichteinrichtung an der Abgabeeinrichtung angeordnet. Vorzugsweise ist diese dritte Dichteinrichtung ringförmig ausgestaltet. Bevorzugt liegt diese dritte Dichteinrichtung an einer Innenwand des dritten Abschnitts der Dosierungseinrichtung dichtend an, wodurch in einem Zwischenzustand zwischen dem Ruhezustand und dem Abgabezustand eine fluidische Verbindung zwischen der Dosierungseinrichtung und einer Austrittsöffnung der Abgabeeinrichtung unterbunden ist.

Vorzugsweise ist die dritte Dichteinrichtung in einer distalen Richtung (X1)unterhalb der zweiten Dichteinrichtung angeordnet. Die Abgabeeinrichtung ist vorzugsweise zylindrisch ausgestaltet und weist bevorzugt eine Kammer, welche die Austrittsöffnung an deren distalen Ende aufweist, sowie eine Eintrittsöffnung zu der Kammer auf. Die Eintrittsöffnung ist vorzugsweise an einer Seitenwand der zylindrischen Abgabeeinrichtung angeordnet. Vorteilhafterweise ist diese Eintrittsöffnung in distaler Richtung unterhalb der dritten Dichteinrichtung angeordnet. Ferner ist bevorzugt in distaler Richtung unterhalb der Eintrittsöffnung eine vierte Dichteinrichtung angeordnet, welche an der Innenwand des dritten Abschnitts der Dosierungseinrichtung dichtend anliegt.

Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform umfasst die Vorrichtung eine Belüftungsvorrichtung, welche im Ruhezustand verschlossen ist und welche durch die Relativbewegung der Dosierungseinrichtung zu der Fluidtransfereinrichtung öffenbar ist. Vorteilhafterweise ist die Belüftungsvorrichtung mit einem antibakteriellen Luftfilter ausgestattet. Die angesaugte Luft wird demnach durch einen Filter mit einem antibakteriellem Mittel geführt, so dass lediglich reine Luft mit dem sterilen Fluid in Kontakt tritt.

Vorzugsweise ist die Belüftungsvorrichtung an der Dosierungseinrichtung angeordnet. Bevorzugt ist die Belüftungsvorrichtung am zweiten Abschnitt der Dosierungseinrichtung angeordnet. Vorzugsweise ist die Belüftungsvorrichtung durch einen kraftschlüssigen Kontakt mit dem Vorsprung der Abgabeeinrichtung öffenbar und durch eine Kraftbeaufschlagung eines Federelements schließbar.

Wird die Dosierungseinrichtung aus dem Ruhezustand relativ zu der Fluidtransfereinrichtung in distaler Richtung verlagert, wird zunächst die erste fluidische Verbindung zwischen dem Vorratsbehälter und der Dosierungseinrichtung verschlossen. Ebenso werden der zweite und der dritte Abschnitt der Dosierungseinrichtung relativ zu dem mit der zweiten Dichteinrichtung versehenen Vorsprung der Fluidtransfereinrichtung relativ in distaler Richtung verlagert, wodurch der dritte Abschnitt nicht mehr durch die zweite Dichteinrichtung abgetrennt wird. Dadurch erfährt die Belüftungsvorrichtung einen kraftschlüssigen Kontakt und wird aktiviert.

Gleichzeitig gleitet die dritte Dichteinrichtung an der Abgabeeinrichtung entlang der Innenwand des dritten Abschnitts, da dieser sich in distaler Richtung verlagert. Bei einer weiteren relativen Verlagerung gleitet die zweite Dichteinrichtung über den dritten Abschnitt in den zweiten Abschnitt der Dosierungseinrichtung. Somit wird eine fluidische Verbindung zwischen der Dosierungskammer und der Eintrittsöffnung der Abgabeeinrichtung geöffnet. Durch die vierte Dichteinrichtung, welche in distaler Richtung unterhalb der Eintrittsöffnung liegt, wird sichergestellt, dass das sterile Fluid lediglich in die Eintrittsöffnung eintreten kann. Gleichzeitig wird durch die Belüftungseinrichtung reine Luft nachgesaugt, wodurch ein schneller Transfer des sterilen Fluids in die Kammer der Abgabeeinrichtung gewährleistet wird.

Nach der Abgabe des sterilen Fluids ist die Dosierungseinrichtung in proximaler Richtung verlagerbar. Somit wird zunächst die fluidische Verbindung zwischen Dosierungskammer und der Eintrittsöffnung der Abgabeeinrichtung durch die dritte Dichteinrichtung geschlossen. Bei einer weiteren relativen Verlagerung verschließt die zweite Dichteinrichtung den dritten Abschnitt gegenüber dem zweiten Abschnitt der Dosierungseinrichtung. Ferner wird durch die Relativverlagerung die erste fluidische Verbindung wieder geöffnet. Die Belüftungseinrichtung wird durch die Kraftbeaufschlagung eines Federelements geschlossen.

Nach einer bevorzugten Ausführungsform weist die Austrittsöffnung der Abgabeeinrichtung eine Geometrie auf, welche die Formation eines Tropfens begünstigt, so dass die abgegebene Menge an sterilem Fluid durch einen einzigen Tropfen abgegeben wird. Das Volumen eins Tropfens ist üblicherweise abhängig von der Dichte und der Viskosität des Fluids und der Form, bzw. der Dimension des Tropfens. Die Form und die Dimension sind wiederum abhängig von der Geometrie der Austrittsöffnung.

Vorteilhafterweise sind der Vorratsbehälter, die Dosierungseinrichtung und die Abgabeeinrichtung in einem Gehäuse angeordnet. Bevorzugt weist dieses Gehäuse ein geschlossenes distales Ende und ein offenes proximales Ende auf. Ferner ist vorzugsweise in dem geschlossenen distalen Ende eine Austrittsöffnung ausgespart, wobei das mit einer Austrittsöffnung versehene distale Ende der Abgabeeinrichtung in der Austrittsöffnung des Gehäuses angeordnet ist. Vorteilhafterweise ragt der Vorratsbehälter zumindest im Ruhezustand aus dem offenen proximalen Ende des Gehäuses abschnittsweise hinaus.

Ferner ist es bevorzugt, dass die Abgabeeinrichtung durch eine kraft- und/oder formschlüssige Verbindung stationär mit dem Gehäuse verbunden ist. Die Abgabeeinrichtung ist also relativ zu dem Gehäuse nicht verlagerbar. Bevorzugt ist die Abgabeeinrichtung durch eine kraft- und / oder formschlüssige Verbindung in der Austrittsöffnung des Gehäuses befestigt. Ferner ist es vorteilhaft, wenn die Dosierungseinrichtung und vorzugsweise der Vorratsbehälter relativ zu dem Gehäuse, der Fluidtransfereinrichtung und der Abgabeeinrichtung verlagerbar ist/ sind. Ein Übergang aus dem Ruhezustand in den Abgabezustand ist bevorzugt durch eine Verlagerung in distaler Richtung (X1) der Dosierungseinrichtung realisiert. Demnach kann ein Nutzer der Vorrichtung den Vorratsbehälter relativ zu dem Gehäuse bewegen, um die Abgabe des sterilen Fluids auszulösen. Der Vorratsbehälter ist demnach auch als Betätigungseinrichtung anzusehen. Bei dieser Ausführungsform ist somit ein zusätzliches Betätigungselement nicht notwendig. Vorzugsweise ist durch die Verlagerung der Dosierungseinrichtung ein zwischen dem Gehäuse und der Dosierungseinrichtung angeordnetes Federelement komprimierbar. Durch die Kraftbeaufschlagung dieses Federelements wird demnach die Verlagerung in proximaler Richtung nach der Abgabe des sterilen Fluids verursacht. Das Federelement kann dabei als Spiralfederelement oder als ein Elastomerfederelement ausgebildet sein. Die Erfindung ist jedoch nicht auf derartige Ausgestaltungen beschränkt.

Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das kolbenartige Verschlusselement an seinem distalen Ende mit einem Federelement versehen. Bevorzugt ist dieses Federelement ein Elastomerfederelement. Es sind jedoch auch weitere Formen von Federelementen denkbar, beispielsweise ein Spiralfederelement. Das Federelement kontaktiert eine innere Wandung am distalen Ende des Grundkörpers der Fluidtransfereinrichtung. Eine Verlagerung der Dosierungseinrichtung relativ zu der Fluidtransfereinrichtung führt vorteilhaft zu einem Verschluss der Durchgangsöffnung zwischen dem Vorratsbehälter und der Dosierungseinrichtung durch die erste Dichteinrichtung. Demnach erfolgt ein kraftschlüssiger Kontakt des kolbenartigen Verschlusselements mit der Dosierungseinrichtung. Bei einer weiteren relativen Verlagerung der Dosierungseinrichtung wird das Federelement des kolbenartigen Verschlusselements komprimiert. Dadurch wird ein harter Anschlag vermieden und eine angenehmere Benutzung der Vorrichtung gewährleistet.

Nach einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist an dem distalen Ende des Gehäuses ein hohlzylinderartiges Ansatzelement angeordnet, welches über dem Auge positionierbar ist. Durch dieses wird ein bestimmter Abstand zwischen dem distalen Ende des Gehäuses beziehungsweise der Austrittsöffnung der Abgabeeinrichtung gewährleistet. Somit wird effektiv eine Kontamination dieser Elemente verhindert. Weitere Vorteile sind, dass durch das Ansatzelement das Augenlid gehalten wird. Der Nutzer braucht somit nicht mehr selbst das Lid offenhalten. Durch das Ansatzelement wird weiterhin die Austrittsöffnung exakt über dem Auge platziert, wodurch eine positionsgenaue Applikation ermöglicht wird.

Vorzugsweise sind das Gehäuse und das Abstandselement einstückig ausgebildet. Es wäre jedoch auch denkbar, dass das Abstandselement ein individuelles, wiederverwendbares Element ist, welches an dem Gehäuse anordenbar ist.

Vorzugsweise sind eine äußere Oberfläche des distalen Endes des Gehäuses, eine innere Oberfläche des Ansatzelements und eine Stirnfläche am distalen Ende des Ansatzelements mit einer superhydrophoben und / oder einer antibakteriellen Beschichtung versehen. Superhydrophobe Oberflächen weisen eine Mikro- oder Nanostruktur auf, welche eine Benetzung durch einen Wassertropfen verhindert. Wassertropfen haben aufgrund ihrer hohen Oberflächenspannung die Tendenz zur Minimierung ihrer Oberfläche, wodurch diese eine Kugelform aufweisen. Eine Benetzung einer Oberfläche erfolgt durch entsprechende Adhäsionskräfte. Die Mikro- oder Nanostrukturen sind derart ausgebildet, dass nur geringe Anteile des Wassertropfens in Kontakt mit der Oberfläche stehen und somit keine entsprechenden Adhäsionskräfte wirken. Die Wassertropfen perlen somit von der Oberfläche ab. Solche superhydrophobe Oberflächen können bereits antibakteriell wirken. Zum einen benötigen viele Bakterien Wasser zum Wachstum. Da Wasser von der Oberfläche abperlt, trocknen Bakterien an der Oberfläche aus. Ferner können die Bakterien an den kleinen Mikro- oder Nanostrukturen schlecht haften und werden von den abperlenden Wassertropfen mitgenommen.

Die Oberflächen, welche am wahrscheinlichsten kontaminiert werden, da sie in Kontakt mit dem Nutzer stehen, sind durch die superhydrophobe beziehungsweise antibakterielle Beschichtung kontaminationsfrei. Demnach ist eine Kontamination des Inneren der Vorrichtung ausgehend von diesen Oberflächen nicht möglich.

Die einzelnen Elemente der Vorrichtung also der Vorratsbehälter, die Abgabeeinrichtung, die Dosierungseinrichtung, die Fluidtransfereinrichtung sowie das Gehäuse sind bevorzugt aus einem oder mehreren Kunststoff(en) hergestellt. Vorzugsweise sind die Elemente durch ein Ein- oder Mehrkomponenten-Spritzgussverfahren hergestellt.

Weitere Vorteile, Ziele und Eigenschaften der vorliegenden Erfindung werden anhand nachfolgender Beschreibung der anliegenden Figuren erläutert. Gleichartige Komponenten können in den verschiedenen Ausführungsformen gleiche Bezugszeichen aufweisen.

In den Figuren zeigen:

1 eine Explosivdarstellung einer Vorrichtung zum Aufbewahren und zum mehrmaligen dosierten Abgeben eines sterilen Fluids;

2 eine Schnittdarstellung einer Vorrichtung zum Aufbewahren und zum mehrmaligen dosierten Abgeben eines sterilen Fluids im Ruhezustand;

3 eine Schnittdarstellung einer Vorrichtung zum Aufbewahren und zum mehrmaligen dosierten Abgeben eines sterilen Fluids in einem Zwischenzustand;

4 eine Schnittdarstellung einer Vorrichtung zum Aufbewahren und zum mehrmaligen dosierten Abgeben eines sterilen Fluids im Abgabezustand;

5 eine Außendarstellung einer Vorrichtung zum Aufbewahren und zum mehrmaligen dosierten Abgeben eines sterilen Fluids;

1 zeigt eine Explosivdarstellung einer Vorrichtung (1) zum Aufbewahren und zum mehrmaligen dosiertem Abgeben eines sterilen Fluids (2), insbesondere Augentropfen. Die 2, 3 und 4 zeigen jeweils eine Schnittdarstellung der Vorrichtung in verschiedenen Zuständen. 2 zeigt die Vorrichtung (1) im Ruhezustand (5), 4 zeigt die Vorrichtung (1) im Abgabezustand (6) und 3 zeigt die Vorrichtung (1) in einem Zwischenzustand (27).

Vorrichtung (1) zum Aufbewahren und zum mehrmaligen dosierten Abgeben eines sterilen Fluids (2), insbesondere Augentropfen, umfassend einen Vorratsbehälter (3) zum Aufbewahren des sterilen Fluids (2) und eine Abgabeeinrichtung (4), wobei eine Teilmenge des sterilen Fluids (2) innerhalb eines Abgabezyklus abgebbar ist, welcher zumindest einen Ruhezustand (5) und einen Abgabezustand (6) umfasst. Die Vorrichtung (1) zeichnet sich dadurch aus, dass im Ruhezustand (5) eine erste fluidische Verbindung (7) zwischen dem Vorratsbehälter (3) und einer Dosierungseinrichtung (8) besteht und in der Dosierungseinrichtung (8) eine Fluidtransfereinrichtung (9) angeordnet ist, wobei durch eine erste Verlagerung der Dosierungseinrichtung (8) relativ zu der Fluidtransfereinrichtung (9) die erste fluidische Verbindung (7) mittels der Fluidtransfereinrichtung (9) verschließbar ist und wobei durch eine weitere Verlagerung der Dosierungseinrichtung (8) relativ zu der Fluidtransfereinrichtung (9) eine zweite fluidische Verbindung (10) zwischen der Dosierungseinrichtung (8) und der Abgabeeinrichtung (4) mittels der Fluidtransfereinrichtung (9) öffenbar ist.

Durch die fluidischen Verbindungen (7, 10) erfolgt sowohl zwischen dem Vorratsbehälter (3) und der Dosierungseinrichtung (8) als auch zwischen der Dosierungseinrichtung (8) und der Abgabeeinrichtung (4) ein Fluidtransfer, wobei der Fluidtransfer lediglich aufgrund eines Antriebs durch die Gewichtskraft des sterilen Fluids (2) erfolgt.

Der Vorratsbehälter (3) ist als kreisförmiger Hohlzylinder ausgebildet, welcher einen ersten Abschnitt (3b) und einen zweiten Abschnitt (3c) aufweist. Der zweite Abschnitt (3c) weist dabei einen kleineren Durchmesser als der erste Abschnitt (3b) auf. Der Vorratsbehälter (3) und die Dosierungseinrichtung (8) sind kraft- und formschlüssig miteinander verbunden und sind als Einheit verlagerbar. Die Dosierungseinrichtung (8) umfasst einen ersten hohlzylindrischen Abschnitt (13), welcher abschnittsweise in den zweiten Abschnitt (3c) des Vorratsbehälters (3) hineinragt. Die kraft-/formschlüssige Verbindung besteht zwischen einem Bereich der Außenwandung (13a) des ersten Abschnitts (13) und einer Innenwandung (3a) des Vorratsbehälters (3). Diese Verbindung wird zum einen dadurch bewerkstelligt, dass ein Innendurchmesser des zweiten Abschnitt (3c) des Vorratsbehälter (3) sich in distaler Richtung (X1) verringert. Dadurch, dass der Außendurchmesser des ersten Abschnitts (13) der Dosierungseinrichtung (8) konstant ist, wird eine Presspassung beziehungsweise eine Klemmverbindung zwischen den Vorratsbehälter (3) und der Dosierungseinrichtung (8) realisiert. Weiterhin sind an einer äußeren Oberfläche des ersten Abschnitts (13) der Dosierungseinrichtung (8) je zwei Vorsprünge (31) ausgebildet, welche in entsprechende Ausnehmungen der Innenwandung (3a) des Vorratsbehälters (3) eingreifen. Vorzugsweise sind die Vorsprünge (31) ringartig ausgestaltet. Demnach ist eine fluidisch-/luftdichte Verbindung zwischen dem Vorratsbehälter (3) und der Dosierungseinrichtung (8) gegeben.

Die Dosierungseinrichtung (8) umfasst einen als Dosierungskammer ausgebildeten zweiten Abschnitt (16). Das Aufnahmevolumen der Dosierungskammer entspricht im Wesentlichen dem in einem Abgabezyklus abgebbaren Volumen an sterilem Fluid (2). Ferner umfasst die Dosierungseinrichtung (8) einen dritten Abschnitt (17), in welchem die Abgabeeinrichtung (4) abschnittsweise angeordnet ist. Der dritte Abschnitt (17) weist dabei einen kleineren Durchmesser als der zweite Abschnitt (16) auf.

Die einzelnen Abschnitte (13, 16, 17) der Dosierungskammer werden durch zwei Bauteile (32, 33) realisiert. Das erste Bauteil (32) umfasst einen proximalen Bereich (32a) und einen distalen Bereich (32b), wobei beide Bereiche (32a, 32b) als kreisförmige Hohlzylinder ausgebildet sind. Der proximale Bereich (32a) stellt im Wesentlichen den ersten Abschnitt (13) der Dosierungseinrichtung (8) dar. Ferner weist der distale Bereich (32b) des ersten Bauteils (32) sowohl einen größeren Innendurchmesser als auch einen größeren Außendurchmesser als der proximale Bereich (32a) auf.

Das zweite Bauteil (33) umfasst ebenso einen proximalen Bereich (33a) und einen distalen Bereich (33b), wobei beide Bereiche (33a, 33b) ebenso als kreisförmige Hohlzylinder ausgebildet sind. Der distale Bereich (33b) stellt im Wesentlichen den dritten Abschnitt (17) der Dosierungseinrichtung (8) dar. Ferner weist der proximale Bereich (33a) des zweiten Bauteils (33) sowohl einen größeren Innendurchmesser als auch einen größeren Außendurchmesser als der distale Bereich (33b) auf. Der Außendurchmesser des proximalen Bereichs (33a) des zweiten Bauteils (33) ist darüber hinaus kleiner als der Innendurchmesser des distalen Bereichs (32b) des ersten Bauteils (32).

Der zweite Abschnitt beziehungsweise die Dosierungskammer (16) sind dadurch ausgebildet, dass der proximale Bereich (33a) des zweiten Bauteils (33) in dem distalen Bereich (32b) des ersten Bauteils (32) angeordnet ist. Die Außenwand des proximalen Bereichs (33a) des zweiten Bauteils (33) liegt somit an einer Innenwand des distalen Bereichs (32b) des ersten Bauteils (32) an, wodurch eine kraftschlüssige Verbindung gegeben ist. Ferner ist an der Außenwand des proximalen Bereichs (33a) des zweiten Bauteils (33) ein vorzugsweise ringförmiger Vorsprung (34) angeordnet, welcher in eine entsprechende Ausnehmung an der Innenwand des distalen Bereichs (32b) des ersten Bauteils (32) eingreift, wodurch auch ein formschlüssige Verbindung zwischen dem ersten (32) und dem zweiten Bauteil (33) gegeben ist. Eine solche Ausgestaltung hat den Vorteil, dass die Fluidtransfereinrichtung (9) einfach innerhalb der Dosierungseinrichtung (8) anordenbar ist.

Die Fluidtransfereinrichtung (9) umfasst einen Grundkörper (11) und ein kolbenartiges Verschlusselement (12). Der Grundkörper (11) ist einstückig mit der Abgabeeinrichtung (4) ausgebildet. Darüber hinaus ist der Grundkörper (11) im Wesentlichen als kreisförmige Hohlzylinder ausgebildet und das kolbenartige Verschlusselement (12) ist zumindest abschnittsweise innerhalb des Grundkörpers (11) angeordnet.

Ferner ist an einem proximalen Ende (12a) des kolbenartigen Verschlusselements (12) eine erste Dichteinrichtung (19) angeordnet. Diese erste Dichteinrichtung (19) ist als konischer Stopfen ausgebildet, wobei der Außendurchmesser des Stopfens sich in proximaler Richtung (X2) verjüngt. Die erste Dichteinrichtung (19) ragt abschnittsweise über einen Kragenabschnitt (21) des Grundkörpers (11) hinaus. Ferner ist eine Durchgangsöffnung (20) zwischen dem Vorratsbehälter (3) und der Dosierungseinrichtung (8) durch die erste Dichteinrichtung (19) verschließbar.

Der Grundkörper (11) weist einen länglichen Abschnitt (22) auf, welcher eine Wandung mit vier schlitzartigen Durchbrüchen (22a) umfasst. Weiterhin weist das kolbenartige Verschlusselement (12) vier sich radial nach außen erstreckende Führungsvorsprünge (18) auf, welche in den schlitzartigen Durchbrüchen (22a) geführt sind. Das kolbenartige Verschlusselement (12) ist also in distaler (X1) und in proximaler Richtung (X2) relativ zu dem Grundkörper (11) Verlagerbar, wobei diese Verlagerung durch die schlitzartigen Durchbrüche (22a) geführt ist. Darüber hinaus weist das kolbenartige Verschlusselement (12) vier Rippen (23) auf, welche mit den Führungsvorsprüngen (18) fluchten.

Die schlitzartigen Durchbrüche (22a), die sich radial nach außen erstreckenden Führungsvorsprünge (18) und die Rippen (23) sind vorzugsweise kreuzartig angeordnet. Demnach liegen sich jeweils zwei Durchbrüche (22a), Führungsvorsprünge (18) beziehungsweise Rippen (23) diametral gegenüber, wobei eine Verbindungslinie zwischen den jeweiligen zwei diametral gegenüberliegenden Elementen senkrecht zu einer weiteren Verbindunglinie zwischen den jeweiligen beiden anderen Elementen verläuft. Je zwei Rippen (23) definieren eine Zwischenaufnahme (30) zur zwischenzeitlichen Aufnahme des sterilen Fluids (2) in der Fluidtransfereinrichtung (9).

Das kolbenartige Verschlusselement (12) ist an seinem distalen Ende (12b) mit einem Elastomerfederelement (35) versehen. Das Elastomerfederelement (35) kontaktiert eine innere Wandung (36) am distalen Ende des Grundkörpers (11). Bei einer Verlagerung der Dosierungseinrichtung (8) relativ zu der Fluidtransfereinrichtung (9) wird zunächst die Durchgangsöffnung (20) zwischen dem Vorratsbehälter (3) und der Dosierungseinrichtung (8) durch die erste Dichteinrichtung (19) verschlossen. Demnach erfolgt ein kraftschlüssiger Kontakt des kolbenartigen Verschlusselements (12) mit der Dosierungseinrichtung (8). Bei einer weiteren relativen Verlagerung der Dosierungseinrichtung (8) ist das Elastomerfederelement (35) des kolbenartigen Verschlusselements (12) komprimierbar.

Die Fluidtransfereinrichtung (9) weist einen mit einer ringförmigen zweiten Dichteinrichtung (25) versehenen Vorsprung (24) auf. Dieser ist innerhalb des zweiten Abschnitts (16) der Dosierungseinrichtung (8) angeordnet und weist einen kleineren Durchmesser als der zweite Abschnitt (16) der Dosierungseinrichtung (8) auf. Der Vorsprung (24) weist jedoch einen größeren Durchmesser als der dritte Abschnitt (17) der Dosierungseinrichtung (8) auf, wodurch im Ruhezustand (5) eine fluidische Verbindung zwischen dem zweiten (16) und dem dritten Abschnitt (17) der Dosierungseinrichtung (8) verschließbar ist.

Ferner ist eine ringförmige dritte Dichteinrichtung (26) an der Abgabeeinrichtung (4) angeordnet, welche an einer Innenwand (17a) des dritten Abschnitts (17) der Dosierungseinrichtung (8) dichtend anliegt, wodurch in einem Zwischenzustand (27) zwischen dem Ruhezustand (5) und dem Abgabezustand (6) eine fluidische Verbindung zwischen der Dosierungseinrichtung (8) und einer Austrittsöffnung (4a) der Abgabeeinrichtung (4) unterbunden ist. Die dritte Dichteinrichtung (26) ist in distaler Richtung (X1)unterhalb der zweiten Dichteinrichtung (25) angeordnet.

Die Abgabeeinrichtung (4) ist einstückig mit der Fluidtransfereinrichtung (9) ausgestaltet. Ferner ist die Abgabeeinrichtung (4) zylindrisch ausgestaltet und weist eine Kammer (37) auf, welche eine Austrittsöffnung (4a) an deren distalen Ende (4b) aufweist. Die Abgabeeinrichtung (4) weist weiterhin eine Eintrittsöffnung (38) auf, welche an einer Seitenwand der Abgabeeinrichtung angeordnet ist. Die Eintrittsöffnung (38) ist in distaler Richtung (X1) unterhalb der dritten Dichteinrichtung (26) angeordnet. Ferner ist in distaler Richtung (X1) unterhalb der Eintrittsöffnung eine ringförmige vierte Dichteinrichtung (39) angeordnet, welche an der Innenwand des dritten Abschnitts (17a) der Dosierungseinrichtung (8) dichtend anliegt. Durch die vierte Dichteinrichtung (39) wird gewährleistet, dass im Abgabezustand (6) das sterile Fluid (2) lediglich durch die Eintrittsöffnung (38) der Abgabeeinrichtung (4) tritt.

Am zweiten Abschnitt (16) der Dosierungseinrichtung (8) beziehungsweise am ersten Bauteil (32) ist eine Belüftungsvorrichtung (28) angeordnet. Diese Belüftungsvorrichtung (28) kann bei einer Relativverlagerung der Dosierungseinrichtung (8) zu der Fluidtransfereinrichtung (9) durch einen kraftschlüssigen Kontakt mit dem Vorsprung (24) der Abgabeeinrichtung (4) geöffnet werden.

Der Vorratsbehälter (3), die Dosierungseinrichtung (8) und die Abgabeeinrichtung (4) sind in einem Gehäuse (14) angeordnet, welches ein geschlossenes distales Ende (14a) und ein offenes proximales Ende (14b) aufweist. In dem geschlossenen distalen Ende (14a) ist eine Austrittsöffnung (14c) ausgespart. Das mit einer Austrittsöffnung (4a) versehene distale Ende (4b) der Abgabeeinrichtung (4) ist an der Austrittsöffnung (14c) des Gehäuses (14) angeordnet. Eine Mittelachse (M) der Austrittsöffnung (4a) der Abgabeeinrichtung (4) entspricht der Mittelachse (M) der Austrittsöffnung (14c) des Gehäuses beziehungsweise einer Mittelachse (M) des Gehäuses selbst. Der Vorratsbehälter (3) ragt zumindest im Ruhezustand (5) aus dem offenen proximalen Ende (14b) des Gehäuses (14) abschnittsweise hinaus.

Die Abgabeeinrichtung (4) ist durch eine kraft- und/oder formschlüssige Verbindung mittels einer Haltevorrichtung (40) stationär zu dem Gehäuse (14) verbunden. Die Dosierungseinrichtung (8) und der Vorratsbehälter (3) sind als Einheit relativ zu dem Gehäuse (14), der Fluidtransfereinrichtung (9) und der Abgabeeinrichtung (4) verlagerbar. Ein Übergang aus dem Ruhezustand (5) (2) in den Abgabezustand (6) (4) ist durch eine Verlagerung dieser Elemente in distaler Richtung (X1) realisiert. Durch diese Verlagerung wird ein zwischen dem Gehäuse (14) und der Dosierungseinrichtung (8) angeordnetes Federelement (15) komprimiert.

In 5 ist eine Außendarstellung einer Vorrichtung (1) gezeigt. Der Vorratsbehälter (3) ragt abschnittsweise über das Gehäuse (14) hinaus und dient neben seiner Funktion zur Aufbewahrung des sterilen Fluids (2) weiterhin als Betätigungselement für die Abgabe einer Dosis an sterilem Fluid (2). An dem Gehäuse (14) ist weiterhin ein hohlzylinderartiges Ansatzelement (29) angeordnet. Das Gehäuse (14) und das Ansatzelement (29) sind dabei einstückig ausgebildet. Das Ansatzelement (29) weist an seinem distalen Ende (29c) eine Stirnfläche (29b) auf, welche an der Haut des Nutzers anliegt. Bei Nutzung wird dabei dieses Ansatzelement (29) über dem Auge positioniert. Die äußere Oberfläche des distalen Endes (14a) des Gehäuses (14), eine innere Oberfläche (29a) des Ansatzelements (29) und eine Stirnfläche (29b) am distalen Ende (29c) des Ansatzelements (29) können dabei mit einer superhydrophoben und / oder einer antibakteriellen Beschichtung versehen sein.

Im Folgenden wird die Abgabe einer bestimmten Dosis durch die Vorrichtung (1) anhand der 2 bis 4 beschrieben.

Die Vorrichtung (1) wird in 2 im Ruhezustand (5) gezeigt. Im Ruhezustand besteht eine erste fluidische Verbindung (7) zwischen dem Vorratsbehälter (3) und der Dosierungseinrichtung (8). Es erfolgt somit ein Fluidtransfer von dem Vorratsbehälter (3) in die Dosierungseinrichtung (8) lediglich aufgrund der Gewichtkraft des sterilen Fluids (2). Das Fluid muss somit nicht durch eine Pumpanordnung unter Druck gesetzt werden. Das sterile Fluid (2) tritt durch die Durchgangsöffnung (20) in die Dosierungseinrichtung (8). Das sterile Fluid (2) wird mittels der Fluidtransfereinrichtung (9) zu der Dosierungskammer bzw. dem zweiten Abschnitt (16) der Dosierungseinrichtung (8) transferiert. Dazu tritt das sterile Fluid (2) von der Durchgangsöffnung (20) in den Kragenabschnitt (21) des Grundkörpers (11) und dann in die Zwischenaufnahme (30). Durch die schlitzartigen Durchbrüche (22a) gelangt das sterile Fluid (2) dann in die Dosierungskammer bzw. den zweiten Abschnitt (16) der Dosierungseinrichtung (8).

Ein Nutzer verlagert den Vorratsbehälter (3) und somit die Dosierungseinrichtung (8) in distaler Richtung (X1). Die beiden Elemente verlagern sich als Einheit relativ zu der Fluidtransfereinrichtung (9). Dadurch wird zunächst die erste fluidische Verbindung (7) zwischen dem Vorratsbehälter (3) und der Dosierungseinrichtung (8) verschlossen. Dies erfolgt dadurch, dass aufgrund der Relativverlagerung die Durchgangsöffnung (20) durch die erste Dichteinrichtung (19) verschlossen wird. Gleichzeitig wird auch der mit der zweiten Dichteinrichtung (25) versehene Vorsprung (24) der Fluidtransfereinrichtung (9) verlagert. Dieser Zwischenzustand (27) ist in 3 ersichtlich. Obwohl die zweite Dichteinrichtung (25) nun die fluidische Verbindung zwischen dem zweiten (16) und dem dritten Abschnitt (17) der Dosierungseinrichtung (8) nicht mehr unterbindet, besteht keine fluidische Verbindung zwischen dem zweiten Abschnitt (16) der Dosierungseinrichtung (8) und der Austrittsöffnung (4a) der Abgabeeinrichtung (4), da die dritte Dichtungseinrichtung (26) dichtend an der Innenwand (17a) des dritten Abschnitts (17) anliegt und somit einen Fluidtransfer zu der Eintrittsöffnung (38) der Abgabeeinrichtung (4) verhindert.

Bei einer weiteren relativen Verlagerung der Dosierungseinrichtung (8) zu der Fluidtransfereinrichtung (9) wird der Abgabezustand (6) erreicht. Dies ist in 4 dargestellt. Die dritte Dichtungseinrichtung (26) liegt nicht mehr dichtend an der Innenwand (17a) des dritten Abschnitts (17) an, wodurch ein Fluidtransfer zwischen dem zweiten Abschnitt (16) und der Kammer (37) der Abgabeeinrichtung (4) über die Eintrittsöffnung (38) erfolgt. Durch die Verlagerung wird durch einen kraftschlüssigen Kontakt des Vorsprungs (24) mit der Belüftungsvorrichtung (28) diese geöffnet. Die Belüftungsvorrichtung (28) ist dabei mit einem antibakteriellen Luftfilter ausgestattet. Es kann nun reine Luft in die Dosierungskammer (16) gelangen, wodurch ein vollständiger Transfer des Fluids (2) aus der Dosierungskammer (16) gewährleistet wird. Von der Kammer (37) der Abgabeeinrichtung (4) gelangt das sterile Fluid über die Austrittsöffnung (4a) der Abgabeeinrichtung (4) als auch der Austrittsöffnung (14c) des Gehäuses (14) als Tropfen zu dem Applikationsort.

Durch die oben genannte relative Verlagerung werden sowohl das Federelement (15) als auch das Elastomerfederelement (35) komprimiert. Nach der Abgabe gibt der Nutzer den Vorratsbehälter (3) frei, wodurch dieser angetrieben durch die Federkraft des Federelements (15) in proximaler Richtung (X2) verlagert wird. Demnach wird zunächst die fluidische Verbindung zwischen der Dosierungskammer (16) und der Eintrittsöffnung (38) der Abgabeeinrichtung (4) durch die dritte Dichteinrichtung (26) getrennt. Bei einer weiteren relativen Verlagerung siegelt die zweite Dichteinrichtung (25) den dritten Abschnitt (17) von dem zweiten Abschnitt (16) der Dosierungseinrichtung (8) ab. Schließlich wird die erste fluidische Verbindung geöffnet, da die erste Dichteinrichtung aus der Durchgangsöffnung (20) gelangt. Die Belüftungseinrichtung (28) wird durch die Kraftbeaufschlagung eines Federelements (nicht in den Figuren dargestellt) geschlossen. Nach einem weiteren Fluidtransfer -wie oben beschrieben- ist die Vorrichtung wieder betriebsbereit.

Sämtliche in den Anmeldungsunterlagen offenbarten Merkmale werden als erfindungswesentlich beansprucht, sofern sie einzeln oder in Kombination gegenüber dem Stand der Technik neu sind.

Bezugszeichenliste

1
Vorrichtung
2
steriles Fluid
3
Vorratsbehälter
3a
Innenwandung des Vorratsbehälters
3b
erster Abschnitt des Vorratsbehälters
3c
zweiter Abschnitt des Vorratsbehälters
4
Abgabeeinrichtung
4a
Austrittsöffnung der Abgabeeinrichtung
4b
distales Ende der Abgabeeinrichtung
5
Ruhestand
6
Abgabezustand
7
erste fluidische Verbindung
8
Dosierungseinrichtung
9
Fluidtransfereinrichtung
10
zweite fluidische Verbindung
11
Grundkörper
12
kolbenartiges Verschlusselement
12a
proximales Ende des kolbenartigen Verschlusselements
12b
distales Ende des kolbenartigen Verschlusselements
13
erster Abschnitt der Dosierungseinrichtung
13a
Außenwandung des ersten Abschnitts
14
Gehäuse
14a
distales Ende des Gehäuses
14b
proximales Ende des Gehäuses
14c
Austrittsöffnung des Gehäuses
15
Federelement
16
zweiter Abschnitt der Dosierungseinrichtung
17
dritter Abschnitt der Dosierungseinrichtung
17a
Innenwand des dritten Abschnitts
18
Führungsvorsprünge des kolbenartigen Verschlusselements
19
erste Dichteinrichtung
20
Durchgangsöffnung
21
Kragenabschnitt
22
länglicher Abschnitt des Grundkörpers
22a
schlitzartiger Durchbruch der Wandung des länglichen Abschnitts des Grundkörpers
23
Rippe(n)
24
Vorsprung
25
zweite Dichteinrichtung
26
dritte Dichteinrichtung
27
Zwischenzustand
28
Belüftungsvorrichtung
29
Ansatzelement
29a
innere Oberfläche des Ansatzelements
29b
Stirnfläche des Ansatzelements
29c
distales Ende des Ansatzelements
30
Zwischenaufnahme
31
Vorsprung
32
erstes Bauteil der Dosierungseinrichtung
32a
proximaler Bereich des ersten Bauteils
32b
distaler Bereich des ersten Bauteils
33
zweites Bauteil der Dosierungseinrichtung
33a
proximaler Bereich des zweiten Bauteils
33b
distaler Bereich des zweiten Bauteils
34
Vorsprung
35
Elastomerfederelement
36
Wandung des Grundkörpers
37
Kammer der Abgabeeinrichtung
38
Eintrittsöffnung
39
vierte Dichteinrichtung
40
Haltevorrichtung
M
Mittelachse
X1
distale Richtung
X2
proximale Richtung