Title:
Heizvorrichtung für eine Kameralinse
Document Type and Number:
Kind Code:
A1

Abstract:

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Heizvorrichtung (1, 1’) für eine Linse (6, 6’) einer Kamera (5, 5’), wobei die Heizvorrichtung (1, 1’) dazu angepasst ist, an einem Gehäuse der Kamera (5, 5’) abnehmbar angeordnet zu sein, die Heizvorrichtung (1, 1’) umfassend mindestens einen Körper (2, 2’) umfassend Kunststoffmaterial und leitfähiges Material, wobei das leitfähige Material in dem Kunststoffmaterial so verteilt ist, eine leitfähige Masse zu bilden; und mindestens zwei elektrische Kontakte (3a, 3b, 3a’, 3b’), die mit der leitfähigen Masse in Kontakt stehen, um eine elektrische Spannung an die leitfähige Masse anzulegen. Die Erfindung betrifft auch ein System, das eine solche Heizvorrichtung (1, 1’) und eine Kamera (5, 5’) umfasst, eine Rückblickanzeigevorrichtung für ein Fahrzeug, die eine solche Heizvorrichtung (1, 1’) und/oder ein solches System umfasst, und ein Fahrzeug, das eine solche Rückblickanzeigevorrichtung umfasst.





Inventors:
Erfinder wird später genannt werden
Application Number:
DE102016107545A
Publication Date:
10/26/2017
Filing Date:
04/22/2016
Assignee:
SMR Patents S.à.r.l. (Luxembourg, LU)
International Classes:
G03B17/55; B60R1/00; B60R1/02
Domestic Patent References:
DE102014205505A1N/A2015-10-01
DE102013205161A1N/A2014-10-09
DE102011003069A1N/A2011-07-28
DE10340900A1N/A2005-03-24
DE10033472A1N/A2002-01-24
DE7146943UN/A
Foreign References:
80758142011-12-13
201201701192012-07-05
201403689102014-12-18
59048701999-05-18
WO2016164173A12016-10-13
201501605362015-06-11
Attorney, Agent or Firm:
Weber-Bruls, Dorothee, Dipl.-Phys. Dr.phil.nat., 60313, Frankfurt, DE
Claims:
1. Heizvorrichtung (1, 1’) für eine Linse (6, 6’) einer Kamera (5, 5’), wobei die Heizvorrichtung (1, 1’) dazu angepasst ist, an einem Gehäuse der Kamera (5, 5’) abnehmbar angeordnet zu sein, die Heizvorrichtung (1, 1’) umfassend:
mindestens einen Körper (2, 2’) umfassend Kunststoffmaterial und leitfähiges Material, wobei das leitfähige Material in dem Kunststoffmaterial so verteilt ist, eine leitfähige Masse gebildet zu bilden; und
mindestens zwei elektrische Kontakte (3a, 3b, 3a’, 3b’), die mit der leitfähigen Masse in Kontakt stehen, um eine elektrische Spannung an die leitfähige Masse anzulegen.

2. Heizvorrichtung (1, 1’) nach Anspruch 1, wobei der Körper (2, 2’) eine im Wesentlichen ringförmige Öffnung (4, 4’) zum abnehmbaren Anordnen des Körpers (2, 2’) rund um das Gehäuse der Kamera (5, 5’) umfasst, vorzugsweise hat der Körper (2, 2’) die Form einer Befestigungsmutter.

3. Heizvorrichtung (1, 1’) nach Anspruch 2, wobei die ringförmige Öffnung (4, 4’) Verbindungsmittel zum Verbinden des Körpers (2, 2’) mit dem Gehäuse der Kamera (5, 5’) umfasst.

4. Heizvorrichtung (1, 1’) nach Anspruch 3, wobei die Verbindungsmittel ein Gewinde in der ringförmigen Öffnung (4, 4’) umfassen, das zum Zusammenwirken mit einem entsprechenden Gewinde auf dem Gehäuse der Kamera (5, 5’) angepasst ist, und/oder mindestens eine Erhebung oder Nut umfassen, die zum Zusammenwirken mit einer entsprechenden Nut oder Erhebung auf dem Gehäuse der Kamera (5, 5’) angepasst ist.

5. Heizvorrichtung (1, 1’) nach Anspruch 4, wobei das Gewinde in der ringförmigen Öffnung (4, 4’) zumindest teilweise nichtleitfähiges Material zur Realisierung der zwei elektrischen Kontakte umfasst, oder wobei die ringförmige Öffnung (4, 4’) zwei Erhebungen oder Nuten zur Realisierung der zwei elektrischen Kontakte umfasst.

6. Heizvorrichtung (1, 1’) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das leitfähige Material Graphit, Nanopartikel und/oder Kohlenstofffasern umfasst, die in dem Kunststoffmaterial verteilt sind, vorzugsweise bilden das Kunststoffmaterial und das leitfähige Material eine im Wesentlichen homogene leitfähige Masse.

7. Heizvorrichtung (1, 1’) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die mindestens zwei elektrischen Kontakte (3a, 3b, 3a’, 3b’) auf den Körper (2, 2’) spritzgegossen, auf den Körper (2, 2’) geschraubt und/oder in den Körper (2, 2’) eingespritzt sind, vorzugsweise sind die mindestens zwei elektrischen Kontakte (3a, 3b, 3a’, 3b’) auf dem Körper (2, 2’) einander im Wesentlichen gegenüberliegend angeordnet.

8. Heizvorrichtung (1, 1’) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das leitfähige Material im Wesentlichen gleichmäßig innerhalb des Körpers (2, 2’) verteilt ist, oder wobei mehr leitfähiges Material in der Nähe der Bereiche verteilt ist, in denen die zwei elektrischen Kontakte (3a, 3b, 3a’, 3b’) angeordnet sind, verglichen mit dem im übrigen Körper (2, 2’) verteilten leitfähigen Material.

9. Heizvorrichtung (1, 1’) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, umfassend mindestens eine elektrische Isolierschicht, die auf einer Oberfläche des Körpers (2, 2’) angeordnet ist, vorzugsweise einer Oberfläche des Körpers (2, 2’), mit der der Körper (2, 2’) das Gehäuse berührt, vorzugsweise umfasst die Heizvorrichtung ferner ein wärmeleitfähiges Material, vorzugsweise eine Wärmeleitpaste, wobei das wärmeleitfähige Material zwischen der Isolierschicht und dem Gehäuse angeordnet ist.

10. Heizvorrichtung (1, 1’) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Körper (2, 2’) ein Zwei-Komponenten-Kunststoffmaterial umfasst, umfassend eine elektrisch leitende Schicht, die das Kunststoffmaterial und das leitfähige Material umfasst, und eine wärmeleitende Schicht, wobei vorzugsweise die wärmeleitende Schicht in Kontakt mit zumindest einem Teil des Gehäuses der Kamera (5, 5’) und/oder mit zumindest einem Teil eines die Linse (6, 6’) haltenden Linsenhalters (7, 7’) steht.

11. System, welches umfasst:
eine Heizvorrichtung (1, 1’) nach einem der Ansprüche 1 bis 10 und eine Kamera (5, 5’), die eine Linse (6, 6’) aufweist.

12. System nach Anspruch 11, umfassend:
mindestens eine Stromquelle, vorzugsweise eine Gleichspannungsquelle, die dazu angepasst ist, eine Spannung an die zwei elektrischen Kontakte (3a, 3b, 3a’, 3b’) zu liefern, vorzugsweise ist die Stromquelle durch ein pulsweitenmoduliertes (PWM) Signal steuerbar.

13. System nach Anspruch 11 oder 12, wobei die Heizvorrichtung (1, 1’) dazu angepasst ist, die Linse der Kamera (5, 5’) zu halten.

14. Rückblickanzeigevorrichtung für ein Fahrzeug, vorzugsweise für ein Kraftfahrzeug, umfassend mindestens eine Heizvorrichtung (1, 1’) nach Anspruch 1 bis 10 und/oder mindestens ein System nach Anspruch 11 bis 13.

15. Fahrzeug, umfassend mindestens eine Rückblickanzeigevorrichtung nach Anspruch 14.

Description:
GEBIET DER ERFINDUNG

Die Erfindung betrifft eine Heizvorrichtung für eine Linse einer Kamera, wobei die Heizvorrichtung dazu angepasst ist, an einem Gehäuse der Kamera abnehmbar angeordnet zu sein, die Heizvorrichtung umfassend mindestens einen Körper umfassend Kunststoffmaterial und leitfähiges Material, wobei das leitfähige Material in dem Kunststoffmaterial so verteilt ist, eine leitfähige Masse zu bilden; und mindestens zwei elektrische Kontakte, die mit der leitfähigen Masse in Kontakt stehen, um eine elektrische Spannung an die leitfähige Masse anzulegen. Die Erfindung betrifft auch ein System, das eine solche Heizvorrichtung und eine Kamera umfasst, und ferner eine Rückblickanzeigevorrichtung für ein Fahrzeug, die eine solche Heizvorrichtung und/oder ein solches System umfasst, und ein Fahrzeug, das eine solche Rückblickanzeigevorrichtung umfasst.

HINTERGRUND DER ERFINDUNG

In modernen Fahrzeugen werden kamerabasierte Systeme zunehmend eingesetzt. Diese Fahrzeuge verwenden häufig Bildverarbeitungssysteme, bei denen, statt der Verwendung herkömmlicher Spiegel oder ergänzend zu diesen, dem Fahrer Bilder angezeigt werden, die von Kameras an der linken Seite, der rechten Seite, der Vorderseite und der Rückseite des Fahrzeugs geliefert werden. Die entsprechenden Kameras befinden sich üblicherweise in Schutzgehäusen, die an der Außenseite des Fahrzeugs angeordnet sind, und/oder in Gehäusen außen montierter Komponenten, beispielsweise den Gehäusen der Rückspiegel. Die Kameras sind demzufolge äußerst unterschiedlichen Witterungseinflüssen ausgesetzt. Bei niedrigen Außentemperaturen oder Luftfeuchtigkeitsänderungen kann sich auf der Kameralinse Kondenswasser bilden, wodurch die Funktionsfähigkeit der Kamera negativ beeinflusst wird. In extremen Fällen kann sich auf der Kameralinse eine Schicht aus Eiskristallen bilden, die schließlich zur Zerstörung der Kameralinse führt, wenn sie nicht rechtzeitig entfernt wird.

Daher werden die Kameras und/oder die Linsen der Kameras üblicherweise mittels angemessener Heizelemente beheizt, um Fehlfunktionen aufgrund widriger Witterungseinflüsse zu vermeiden. Beispielsweise beschreibt DE 103 40 900 A1 ein Kamerasystem, das ein Heizelement aufweist, das in eine Abdeckscheibe der Kameralinse integriert ist. Im Dokument US 2015/0160536 A1 wird eine Kamera beschrieben, die ein Heizelement aufweist, das innerhalb des Kameragehäuses installiert ist. Diese Lösungen haben insbesondere den Nachteil, dass sie aufgrund der geringen Größen der üblicherweise in Fahrzeugbildverarbeitungssystemen verwendeten Kameralinsen schwer umzusetzen sind. Diese Linsen sind sehr komplex und demzufolge sehr teuer. Zudem sind diese Heizelemente dauerhaft in das Kameragehäuse oder in zur Kamera gehörende Teile integriert, unabhängig davon, ob sie für die thermischen Betriebsbedingungen der Kamera erforderlich sind oder nicht.

Ein anderer Ansatz ist in DE 100 33 472 A1 beschrieben, in dem eine Mehrzahl von Heizelementen in einem elastischen Trägerelement angeordnet sind, das rund um das Gehäuse einer Kamera geklemmt werden kann. Allerdings hat diese spezielle Lösung den Nachteil, dass sich der elastische Träger lösen kann, wenn die Kamera Schwingungen ausgesetzt ist, beispielsweise Schwingungen, die auftreten können, wenn ein die Kamera umfassendes Fahrzeug fährt. Zudem wird das Heizsystem durch die Verwendung vieler durch Kabel verbundener Heizelemente relativ komplex und störanfällig. Ein weiterer Nachteil ist die ungleichmäßige Beheizung des Kameragehäuses aufgrund der Anordnung der einzelnen Heizelemente in dem elastischen Träger. Außerdem leitet der elastische Träger einen Teil der Wärme ab, wodurch sich wiederum der Wirkungsgrad des Systems verringert. Die Wärmeableitung führt auch zu frühzeitigem Verschleiß des in dem elastischen Träger verwendeten elastischen Materials.

Dementsprechend ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine verbesserte und stabile Heizvorrichtung bereitzustellen, die die oben erwähnten Nachteile überwindet. Insbesondere ist es die Aufgabe der Erfindung, eine Lösung bereitzustellen, die weniger Einzelteile erfordert, und die universell mit unterschiedlichen Kameras einsetzbar ist und gleichzeitig einen hohen Wirkungsgrad aufweist.

ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG

Die Erfindung stellt eine Heizvorrichtung für eine Linse einer Kamera bereit, wobei die Heizvorrichtung dazu angepasst ist, an einem Gehäuse der Kamera abnehmbar angeordnet zu sein, die Heizvorrichtung umfasst mindestens einen Körper umfassend Kunststoffmaterial und leitfähiges Material, wobei das leitfähige Material in dem Kunststoffmaterial so verteilt ist, eine leitfähige Masse zu bilden; und mindestens zwei elektrische Kontakte, die mit der leitfähigen Masse in Kontakt stehen, um eine elektrische Spannung an die leitfähige Masse anzulegen.

Unter dem Begriff „an einem Gehäuse“ kann hier eine Montageposition der Heizvorrichtung verstanden werden, in der die Heizvorrichtung die Linse effektiv beheizen kann. Der Begriff „an“ wird auch für Montagepositionen auf dem Kameragehäuse oder rund um das Kameragehäuse verwendet. Der Begriff „leitfähige Masse“ kann in Bezug auf eine Masse verwendet werden, welche einen Innenwiderstand aufweist, der hoch genug ist, um den Körper bei Anlegen einer Spannung über die zwei elektrischen Kontakte aufzuheizen. Der Begriff „abnehmbar“ kann in Bezug auf eine Verbindung zwischen zwei oder mehreren Gegenständen verwendet werden, die gelöst werden kann, ohne dabei einen oder beide der Gegenstände zu zerstören.

In einer Ausführungsform umfasst der Körper eine im Wesentlichen ringförmige Öffnung zum abnehmbaren Anordnen des Körpers rund um das Gehäuse der Kamera, vorzugsweise hat der Körper die Form einer Befestigungsmutter.

In einer weiteren Ausführungsform umfasst die ringförmige Öffnung Verbindungsmittel zum Verbinden des Körpers mit dem Gehäuse der Kamera.

In einer weiteren Ausführungsform umfassen die Verbindungsmittel ein Gewinde in der ringförmigen Öffnung, das zum Zusammenwirken mit einem entsprechenden Gewinde auf dem Gehäuse der Kamera angepasst ist, und/oder mindestens eine Erhebung oder Nut, die zum Zusammenwirken mit einer entsprechenden Nut oder Erhebung auf dem Gehäuse der Kamera angepasst ist.

In einer Ausführungsform umfasst das Gewinde in der ringförmigen Öffnung zumindest teilweise nichtleitfähiges Material zur Realisierung der zwei elektrischen Kontakte, oder wobei die ringförmige Öffnung zwei Erhebungen oder Nuten zur Realisierung der zwei elektrischen Kontakte umfasst.

In einer Ausführungsform umfasst das leitfähige Material Graphit, Nanopartikel und/oder Kohlenstofffasern, die in dem Kunststoffmaterial verteilt sind, vorzugsweise bilden das Kunststoffmaterial und das leitfähige Material eine im Wesentlichen homogene leitfähige Masse.

In noch einer weiteren Ausführungsform sind die mindestens zwei elektrischen Kontakte auf den Körper spritzgegossen, auf den Körper geschraubt und/oder in den Körper eingespritzt, vorzugsweise sind die mindestens zwei elektrischen Kontakte auf dem Körper einander im Wesentlichen gegenüberliegend angeordnet.

Der Begriff „einspritzen“ wird hier in Bezug auf einen Prozess verwendet, bei dem die elektrischen Kontakte mittels mechanischer Kraft in den Körper eingeführt werden. Beispielsweise könnten die elektrischen Kontakte mittels Druckluft „eingespritzt“ werden. Wenn die elektrischen Kontakte in den Körper eingespritzt werden, können die elektrischen Kontakte mindestens einen Widerhaken umfassen, um die elektrischen Kontakte in der leitfähigen Masse zu fixieren.

In einer Ausführungsform ist das leitfähige Material im Wesentlichen gleichmäßig innerhalb des Körpers verteilt ist, oder wobei mehr leitfähiges Material in der Nähe der Bereiche verteilt ist, in denen die zwei elektrischen Kontakte angeordnet sind, verglichen mit dem im übrigen Körper verteilten leitfähigen Material.

In einer anderen Ausführungsform umfasst die Heizvorrichtung mindestens eine elektrische Isolierschicht, die auf einer Oberfläche des Körpers angeordnet ist, vorzugsweise einer Oberfläche des Körpers, mit der der Körper das Gehäuse berührt, vorzugsweise umfasst die Heizvorrichtung ferner ein wärmeleitfähiges Material, vorzugsweise eine Wärmeleitpaste, wobei das wärmeleitfähige Material zwischen der Isolierschicht und dem Gehäuse angeordnet ist.

In noch einer weiteren Ausführungsform umfasst der Körper ein Zwei-Komponenten-Kunststoffmaterial, umfassend eine elektrisch leitende Schicht, die das Kunststoffmaterial und das leitfähige Material umfasst, und eine wärmeleitende Schicht, wobei vorzugsweise die wärmeleitende Schicht in Kontakt mit zumindest einem Teil des Gehäuses der Kamera und/oder mit zumindest einem Teil eines die Linse haltenden Linsenhalters steht.

Die Erfindung betrifft auch ein System, umfassend eine erfindungsgemäße Heizvorrichtung und eine Kamera, die eine Linse aufweist.

In einer Ausführungsform umfasst das System mindestens eine Stromquelle, vorzugsweise eine Gleichspannungsquelle, die dazu angepasst ist, eine Spannung an die zwei elektrischen Kontakte zu liefern, vorzugsweise ist die Stromquelle durch ein pulsweitenmoduliertes (PWM) Signal steuerbar.

In einer anderen Ausführungsform des Systems ist die Heizvorrichtung dazu angepasst, die Linse der Kamera zu halten. Der Begriff „angepasst, die Linse zu halten“ kann hier als Defintion verstanden werden, dass die Heizvorrichtung die Rolle des Linsenhalters der Kamera annehmen kann. Um die Linse zu halten, kann die Heizvorrichtung im Wesentlichen die Form eines herkömmlichen Linsenhalters aufweisen.

Die Erfindung betrifft auch eine Rückblickanzeigevorrichtung für ein Fahrzeug, vorzugsweise für ein Kraftfahrzeug, umfassend mindestens eine erfindungsgemäße Heizvorrichtung und/oder mindestens ein erfindungsgemäßes System.

Außerdem betrifft die Erfindung ein Fahrzeug, das mindestens eine erfindungsgemäße Rückblickanzeigevorrichtung umfasst.

Als Vorteil hat sich herausgestellt, dass die erfindungsgemäße Heizvorrichtung mit vielen unterschiedlichen Kameratypen universell einsetzbar ist. Zudem ist es möglich, die Heizvorrichtung schnell und sicher mit einem Kameragehäuse zu verbinden, da die Heizvorrichtung wie eine Befestigungsmutter auf das Außengewinde des Kameragehäuses geschraubt wird. Tatsächlich kann jede Kamera, die ein Außengewinde oder andere geeignete Verbindungsmittel aufweist, modular mit einer erfindungsgemäßen Heizvorrichtung ausgerüstet werden.

Da der Körper der Heizvorrichtung ein Verbundmaterial umfasst, in welchem leitfähiges Material innerhalb des Kunststoffmaterials verteilt ist, kann die Kameralinse gleichmäßiger beheizt werden, wodurch wiederum Verschleiß durch thermische Beanspruchung verringert wird. Indem die Position der Heizvorrichtung auf dem Gehäuse der Kamera relativ zur Kameralinse verändert wird, kann die beste Position zum Beheizen der Kameralinse leicht ermittelt werden.

Indem der Körper der Heizvorrichtung aus einem Zwei-Komponenten-Kunststoffmaterial hergestellt wird, kann das für die Beheizung verantwortliche leitfähige Material vom Kameragehäuse elektrisch isoliert werden, wodurch Fehlfunktionen oder ein Kurzschluss effektiv vermieden werden.

Außerdem ist es durch Aufteilen des Gewindes in der Öffnung des Körpers mittels Einbringung von zumindest teilweise nichtleitfähigem Material zur Realisierung der zwei elektrischen Kontakte möglich, die Heizvorrichtung direkt mit einer Stromleitung im Inneren des Kameragehäuses zu verbinden.

Wenn die Heizvorrichtung als Linsenhalter der Kamera verwendet wird, kann die Heizvorrichtung in direktem Kontakt mit der Linse stehen, wodurch sich die Wärmeübertragung zur Linse verbessert. Außerdem wird dadurch die Verwendung herkömmlicher Linsenhalter überflüssig. Demzufolge kann die Heizvorrichtung eine doppelte Funktion erfüllen, d. h. die Linse zu beheizen und gleichzeitig die Linse zu halten.

KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN

Die folgenden schematischen Zeichnungen zeigen Aspekte der Erfindung, um das Verständnis der Erfindung zu verbessern, in Verbindung mit einigen beispielhaften Illustrationen. Dabei zeigen

1a, 1b eine schematische Vorderansicht und eine schematische seitliche Schnittansicht einer Heizvorrichtung nach einer ersten Ausführungsform der Erfindung;

1c, 1d eine schematische Schnittansicht und eine isometrische Ansicht einer auf einer Kamera installierten Heizvorrichtung nach der ersten Ausführungsform der Erfindung;

2a, 2b eine schematische Vorderansicht und eine schematische seitliche Schnittansicht einer Heizvorrichtung nach einer zweiten Ausführungsform der Erfindung; und

2c, 2d eine schematische Schnittansicht und eine isometrische Ansicht einer auf einer Kamera installierten Heizvorrichtung nach der zweiten Ausführungsform der Erfindung.

AUSFÜHRLICHE BESCHREIBUNG

1a und 1b zeigen eine schematische Vorderansicht und eine schematische seitliche Schnittansicht einer Heizvorrichtung 1 nach einer ersten Ausführungsform der Erfindung. Wie in den 1a und 1b dargestellt, umfasst die Heizvorrichtung 1 im Wesentlichen einen Körper 2, der leitfähiges Material umfasst. In der dargestellten Ausführungsform hat der Körper 2 die Form einer Befestigungsmutter und umfasst eine ringförmige Öffnung 4. Wie in den 1a und 1b dargestellt, können zwei Abschnitte an zwei gegenüberliegenden Enden des im Wesentlichen runden Körpers 2 abgeflacht sein, damit am Außendurchmesser des Körpers ein Schraubenschlüssel eingesetzt werden kann. Dem Fachmann wäre allerdings bekannt, dass der Körper 2 an seiner äußeren Peripherie ebenso alle möglichen Formen umfassen könnte, beispielsweise könnte der Körper 2 eine im Wesentlichen runde, rechteckige und/oder dreieckige Form umfassen. Der Körper 2 könnte als eine Kunststoffkomponente, die leitfähiges Material umfasst, in einem einzigen Stück spritzgegossen sein. Dem Fachmann wäre bekannt, dass dies erreicht werden könnte, indem der Kunststoffmischung vor dem Gießen des Kunststoffs Graphit oder Nanopartikel zugesetzt werden.

Der Körper 2 könnte einen Innenwiderstand aufweisen, der hoch genug ist, um den Körper 2 bei Anlegen einer Spannung über die zwei elektrischen Kontakte 3a, 3b, die mit der leitfähigen Masse des Körpers 2 in Kontakt stehen, aufzuheizen. Dem Fachmann wäre bekannt, dass für eine üblicherweise in Kraftfahrzeugen verwendete Spannung von 12 V Werte im Bereich von 50 bis 500 Ω angemessen sind. Dem Fachmann wäre ebenfalls bekannt, dass die Spannung an die zwei elektrischen Kontakte 3a, 3b mittels einer Spannungsquelle (in der Figur nicht dargestellt) angelegt werden könnte, die zur Steuerung der entstehenden Wärme pulsweitenmoduliert ist, so dass die Kameralinse nicht durch Überhitzung negativ beeinträchtigt wird. Beispielsweise könnte das PWM-Signal ein Tastverhältnis von 1:x aufweisen, wodurch die elektrische Eingangsleistung um den Faktor 'x' verringert werden kann.

Die zwei elektrischen Kontakte 3a, 3b sind in den Figuren als einander im Wesentlichen gegenüberliegend dargestellt. In der in den 1a und 1b dargestellten Ausführungsform hätte der Körper 2 zwei zueinander parallel liegende Widerstandspfade, die im Wesentlichen die Hälfte des Gesamtwiderstands des Körpers 2 aufweisen. Die elektrische Eingangsleistung wäre daher P = 2V2·R, wobei V die angelegte Spannung und R der Gesamtwiderstand des Körpers 2 ist.

Um überhitzte Stellen an den zwei elektrischen Kontakten 3a, 3b zu verringern/vermeiden, könnten die elektrischen Kontakte 3a, 3b tief innerhalb des Körpers 2 angeordnet sein und/oder könnte zusätzliches leitfähiges Material rund um die elektrischen Kontakte 3a, 3b verteilt sein, um die Leitfähigkeit des rund um die elektrischen Kontakte 3a, 3b angeordneten leitfähigen Materials zu erhöhen.

1c und 1d zeigen eine schematische Schnittansicht und eine isometrische Ansicht einer auf einer Kamera 5 installierten Heizvorrichtung 1 nach der ersten Ausführungsform der Erfindung. Im dargestellten Beispiel besteht der Deckel des Linsenhalters 7 aus im Wesentlichen nichtleitfähigem Kunststoffmaterial, und der das leitfähige Material umfassende Körper 2 kann über den Deckel des Linsenhalters 7 Wärme zur Linse 6 der Kamera 5 übertragen. Dem Fachmann wäre allerdings bekannt, dass in dem Fall, dass der Deckel des Linsenhalters 7 leitfähiges Material, beispielsweise Metall, umfasst, auf der Oberfläche des Körpers 2, an der der Körper 2 das Gehäuse berührt, eine elektrische Isolierschicht (nicht dargestellt) angeordnet werden kann. Dies könnte beispielsweise durch das Anordnen einer dünnen Folie, die im Wesentlichen isolierendes Material umfasst, zwischen den beiden Komponenten ausgeführt werden. Optional könnte zusätzlich Wärmeleitpaste zwischen dem isolierenden Material und dem Kameragehäuse angeordnet werden, um die Wärmeübertragung zur Linse 6 zu verbessern. Alternativ könnte der Körper 2 auch ein Zwei-Komponenten-Kunststoffmaterial umfassen, umfassend eine elektrisch leitende Schicht, die das Kunststoffmaterial und das leitfähige Material umfasst, und eine wärmeleitende Schicht, die in Kontakt mit dem Gehäuse der Kamera 2 steht.

In der Ausführungsform, die in den 1c und 1d dargestellt ist, umfasst die ringförmige Öffnung 4 ein Gewinde, das zum Zusammenwirken mit einem entsprechenden Gewinde entlang dem Umfang des Gehäuses der Kamera 5 angepasst ist. Dem Fachmann wäre allerdings bekannt, dass die ringförmige Öffnung 4 alternativ auch mindestens eine Erhebung oder Nut umfassen könnte, die zum Zusammenwirken mit einer entsprechenden Nut oder Erhebung auf dem Gehäuse der Kamera 5 angepasst ist, um die Heizvorrichtung 1 mit der Kamera 5 zu verbinden. Außerdem kann die Heizvorrichtung 1 in einer weiteren Ausführungsform auch zum Halten der Linse 6 der Kamera 5 verwendet werden, wodurch der in den 1c und 1d dargestellte Linsenhalter 7 der Kamera 5 überflüssig wäre.

2a und 2b zeigen eine schematische Vorderansicht und eine schematische seitliche Schnittansicht einer Heizvorrichtung 1’ nach einer zweiten Ausführungsform der Erfindung. Die Merkmale der Heizvorrichtung 1’ könnten im Wesentlichen mit den Merkmalen der in den 1a–d dargestellten Heizvorrichtung 1 korrespondieren, allerdings unterscheidet sich die Heizvorrichtung 1’ der zweiten Ausführungsform dadurch, dass die elektrischen Kontakte 3a’, 3b’ so angeordnet sind, dass sie sich im Wesentlichen parallel zu dem Gehäuse der Kamera 5’ erstrecken. Vorteilhafterweise ermöglicht die in den 2a–d dargestellte Ausführungsform ein kompakteres Design, wie sich am besten in den 2c und 2d erkennen lässt, in denen die Heizvorrichtung 1’ auf einer Kamera 5’ installiert ist.

Die in den Ansprüchen, der Spezifikation und den Zeichnungen offenbarten Merkmale bilden die Grundlage für unterschiedliche Ausführungsformen der beanspruchten Erfindung, sowohl einzeln als auch in beliebigen Kombinationen miteinander.

Bezugszeichenliste

1, 1’
Heizvorrichtung
2, 2’
Körper
3a, 3b, 3a’, 3b’
elektrische Kontakte
4, 4’
ringförmige Öffnung
5, 5’
Kamera
6, 6’
Linse
7, 7’
Linsenhalter

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

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Zitierte Patentliteratur

  • DE 10340900 A1 [0003]
  • US 2015/0160536 A1 [0003]
  • DE 10033472 A1 [0004]