Title:
Drehstromdrosselspule
Document Type and Number:
Kind Code:
A1

Abstract:

Die Erfindung betrifft eine elektromagnetische Drehstromdrosselspule (300) zur Verwendung in einem Stromsystem mit drei Phasen (U, V, W), umfassend einen ferromagnetischen Drosselkern (310), wobei der ferromagnetische Drosselkern drei Kernschenkel (322, 324, 326) jeweils zum Aufnehmen einer von drei Primärwicklungen (L1, L2, L3) einer der Phasen (U, V, W) und zwei Rückflussschenkel (320, 328) zum Führen einer unsymmetrischen Magnetkomponente aufweist, wobei die zwei Rückflussschenkel (320, 328) bewickelt sind.





Inventors:
Wilhelm, Juri (26605, Aurich, DE)
Schrobsdorff, Simon (26556, Eversmeer, DE)
Application Number:
DE102016107295A
Publication Date:
10/26/2017
Filing Date:
04/20/2016
Assignee:
Wobben Properties GmbH, 26607 (DE)
International Classes:
H01F37/00; H01F27/24; H01F30/12; H01F41/02; H02M1/12
Domestic Patent References:
DE2842121A1N/A1980-04-10
Foreign References:
201501234792015-05-07
22125431940-08-27
EP20886032009-08-12
Attorney, Agent or Firm:
Eisenführ Speiser Patentanwälte Rechtsanwälte PartGmbB, 28217, Bremen, DE
Claims:
1. Elektromagnetische Drehstromdrosselspule (300) zur Verwendung in einem Stromsystem mit drei Phasen (U, V, W), umfassend einen ferromagnetischen Drosselkern (310), wobei der ferromagnetische Drosselkern
– drei Kernschenkel (322, 324, 326) jeweils zum Aufnehmen einer von drei Primärwicklungen (L1, L2, L3) einer der Phasen (U, V, W) und
– zwei Rückflussschenkel (320, 328) zum Führen einer unsymmetrischen Magnetkomponente aufweist,
wobei die zwei Rückflussschenkel (320, 328) bewickelt sind.

2. Elektromagnetische Drehstromdrosselspule nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die drei Kernschenkel 322, 324, 326) jeweils eine Primärwicklung (L1, L2, L3) zum Aufnehmen jeweils einer der Phasen (U, V, W) aufweisen und die zwei Rückflussschenkel (320, 328) jeweils mit einer Symmetrierungswicklung (S1, S2) passiv bewickelt sind.

3. Elektromagnetische Drehstromdrosselspule nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zwei Rückflussschenkel (320, 328) mit einander gleichsinnig bewickelt und/oder die Symmetrierungswicklungen (S1, S2) gleichsinnig verschaltet sind, insbesondere so, dass
– die zwei Symmetrierungswicklungen (S1, S2) der beiden Rückflussschenkel (320, 328) so gewickelt und miteinander in einer Reihenschaltung verschaltet sind, dass
– ein erster sich ändernder magnetischer Fluss (Φ1) in einem ersten der beiden Rückflussschenkel mit einer bezogen auf den magnetischen Kreis ersten Richtung oder Umlaufrichtung über die miteinander verschalteten Symmetrierungswicklungen in dem zweiten der beiden Rückflussschenkel einen zweiten magentischen Fluss (Φ2) mit einer bezogen auf den magnetischen Kreis zweiten Richtung bzw. Umlaufrichtung induziert, die der ersten Richtung bzw. Umlaufrichtung entgegengesetzt ist.

4. Elektromagnetische Drehstromdrosselspule nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der ferromagnetische Drosselkern (310) geblecht und/oder als Pulverkern ausgeführt ist.

5. Elektromagnetische Drehstromdrosselspule nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der ferromagnetische Drosselkern (310) einen geschlossenen magnetischen Kreis bildet und/oder dass die Rückflussschenkel (320, 328) äußere Schenkel des ferromagnetischen Drosselkerns (310) bilden und die Kernschenkel (322, 324, 326) geometrisch zwischen den beiden Rückflussschenkeln (320, 328) angeordnet sind.

6. Elektromagnetische Drehstromdrosselspule nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch kennzeichnet, dass die elektromagnetische Drehstromdrosselspule als Leistungsdrossel (300) ausgebildet ist und/oder dass die elektromagnetische Drehstromdrossel als Netzdrossel (502) am Ausgang eines Leistungswechselrichters (501) einer Windenergieanlage (100) vorgesehen ist und/oder für einen Drehstrom mit einem Strom je Phase (U, V, W) von wenigstens 50A ausgebildet ist.

7. Elektrische Erzeugereinheit umfassend
– wenigstens einen Wechselrichter (501) mit einem Wechselrichtereingang (UDC) zum Aufnehmen einer Eingangsgleichspannung von 0,2 bis 2kV, insbesondere 0,4 bis 1,2 kV und
– eine mit wenigstens einem Wechselrichterausgang verschaltete elektromagnetische Drehstromdrosselspule (300) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6.

8. Elektrische Erzeugereinheit nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Wechselrichter (501) einen Gleichspannungszwischenkreis aufweist und die elektromagnetische Drehstromdrosselspule (502) mittels einer Rückführung (520) mit dem Gleichspannungszwischenkreis gekoppelt ist.

9. Elektrische Erzeugereinheit nach Anspruch 7 oder 8 ferner umfassend
– einen am Wechselrichterausgang verschalteten elektromagnetischen Filter (530), wobei wenigstens eine Wicklung der elektromagnetischen Drehstromdrosselspule (502) mit dem elektromagnetischen Filter (530) verschaltet ist.

10. Elektrische Erzeugereinheit nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Elektrische Erzeugereinheit mehrere Wechselrichter aufweist, die miteinander parallel verschaltet sind, und die mehreren Wechselrichter einen gemeinsamen Wechselrichterausgang ausbilden, wobei die Elektrische Erzeugereinheit eine mit diesem Wechselrichteraugang verschalte elektromagnetische Drehstromdrosselspule (300) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6 umfasst.

11. Elektrische Erzeugereinheit gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Elektrische Erzeugereinheit eine Nenn-Leistung von wenigstens 10 kW, vorzugsweise wenigstens 100 kW, insbesondere etwa 300 kW, aufweist.

12. Windenergieanlage (100) umfassend
– wenigstens eine elektromagnetische Drehstromdrosselspule (300) nach einem der Ansprüche 1 bis 6 und/oder
– eine elektrische Erzeugereinheit (500) nach einem der Ansprüche 7 bis 11.

13. Verfahren zur Auslegung einer elektromagnetische Drehstromdrosselspule (300) zur Verwendung in einem Stromsystem mit drei Phasen (U, V, W), wobei die Drehstromdrosselspule einen ferromagnetischen Drosselkern (310) umfasst, wobei der ferromagnetische Drosselkern
– drei Kernschenkel (322, 324, 326) jeweils zum Aufnehmen einer von drei Primärwicklungen (L1, L2, L3) einer der Phasen (U, V, W) und
– zwei Rückflussschenkel (320, 328) zum Führen einer unsymmetrischen Magnetkomponente aufweist, umfassend die Schritte
– Dimensionieren des ferromagnetischen Drosselkerns (310) und der drei Primärwicklungen (L1, L2, L3) auf eine maximal zu übertragende Leistung, insbesondere abhängig von Strom, Spannung und Frequenz der maximal zu übertragenden Leistung.

14. Verfahren gemäß Anspruch 13, ferner umfassend den Schritt:
– Bewickeln der Rückflussschenkel (320, 328) mit jeweils wenigstens einer ersten Symmetrierungswicklung, so dass ein erster sich ändernder magnetischer Fluss (Φ1) in einem ersten der beiden Rückflussschenkel mit einer bezogen auf den magnetischen Kreis ersten Richtung oder Umlaufrichtung über die Symmetrierungswicklungen in dem zweiten der beiden Rückflussschenkel einen zweiten magentischen Fluss (Φ2) mit einer bezogen auf den magnetischen Kreis zweiten Richtung bzw. Umlaufrichtung induziert, die der ersten Richtung bzw. Umlaufrichtung entgegengesetzt ist.

15. Verfahren gemäß Anspruch 14, ferner umfassend die Schritte:
– Gegenseitiges, insbesondere gleichsinniges, Verschalten der ersten Symmetrierungswicklungen,
– Betreiben, insbesondere Bestromen, der Primärwicklungen (U, V, W) mit einem dreiphasigen Teststromsystem,
– Messen einer Temperatur an wenigstens einem Rückflussschenkel und/oder wenigstens einer Stromstärke einer Symmetrierungswicklung eines Rückflussschenkels und
– Berechnen der zweiten Symmetrierungswicklungen in Abhängigkeit der gemessenen Temperatur und/oder des gemessenen Stroms.

16. Verfahren gemäß der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Verfahrensschritte der Ansprüche 14 und 15 der Reihe nach iterativ wiederholt werden, insbesondere bis die gemessene Temperatur und/oder die gemessene Stromstärke unterhalb eines Maximalwertes und/oder oberhalb eines Minimalwertes liegen.

17. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, dass das Betreiben der Primärwicklungen durch eine elektrische Erzeugereinheit erfolgt, die mehrere Wechselrichter aufweist, die einen gemeinsamen Wechselrichterausgang ausbilden mit der die Drehstromdrosselspule verschaltet wird oder dass das Betreiben der Primärwicklungen durch eine elektrische Erzeugereinheit nach einem der Ansprüche 7 bis 11 erfolgt, wobei die Drosselspule die elektromagnetische Drosselspule ausbildet.

18. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 14 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten Symmetrierungswicklungen abhängig einer Fertigungstoleranz des Magnetkerns der Drehstromdrosselspule und/oder einer durch den Verwendungszweck der Drehstromdrosselspule vorgegebenen Induktivität berechnet werden.

19. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 13 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass der Magnetkern an wenigstens einem Rückflussschenkel einen Luftspalt aufweist, der im Wesentlichen einer Fertigungstoleranz des Magnetkerns entspricht.

Description:

Die vorliegende Erfindung betrifft eine elektromagnetische Drehstromdrosselspule zur Verwendung in einem Stromsystem mit drei Phasen. Weiterhin betrifft die vorliegende Erfindung eine elektrische Erzeugereinheit umfassend wenigstens einen Wechselrichter und eine mit dem Wechselrichter verschaltete elektromagnetische Drehstromdrosselspule sowie eine Windenergieanlage umfassend wenigstens eine erfindungsgemäße elektromagnetische Drehstromdrosselspule. Ferner betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Auslegung einer solchen Drehstromdrossel.

Elektromagnetische Drehstromdrosselspulen, die auch vereinfacht nur als Drosseln bezeichnet werden und zur Begrenzung von Strömen in elektrischen Leitungen, zur Zwischenspeicherung von Energie, zur Impedanzanpassung und/oder zur Filterung verwendet werden, sind allgemein bekannt.

Üblicherweise werden Drehstromdrosselspulen, im Gegensatz zu Transformatoren oder Schwingkreisinduktivitäten, zu anderen elektromagnetischen Bauteilen und/oder Verbrauchern in Serie verschaltet und weisen zumeist einen dreischenkligen magnetischen Kern auf, der auch vereinfacht als Kern oder Magnetkern bezeichnet wird.

Aufgrund der zunehmenden Leistungsgröße von elektrischen Bauteilen im Bereich der Leistungselektronik können schon kleinste bauliche Unsymmetrien, insbesondere im Bereich der Drehstromdrosselspulen, zu einer unzulässigen oder zumindest unerwünschten Erwärmung derselben führen.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, wenigstens eines der vorgenannten Probleme zu adressieren. Insbesondere soll eine Lösung vorgeschlagen werden, die eine möglichst gleichmäßige Erwärmung des Drosselkerns bzw. der Drehstromdrosselspule ermöglicht. Zumindest soll gegenüber dem bisher Bekannten eine alternative Lösung vorgeschlagen werden.

Erfindungsgemäß wird eine elektromagnetische Drehstromdrosselspule zur Verwendung in einem Stromsystem mit drei Phasen nach Anspruch 1 vorgeschlagen.

Es wird somit eine elektromagnetische Drehstromdrosselspule zur Verwendung in einem Stromsystem mit drei Phasen vorgeschlagen, wobei die elektromagnetische Drehstromdrosselspule einen ferromagnetischen Drosselkern umfasst, der drei Kernschenkel jeweils zum Aufnehmen einer Wicklung einer der Phasen und zwei Rückflussschenkel zum Führen einer unsymmetrischen Magnetkomponente aufweist, wobei die zwei Rückflussschenkel bewickelt sind.

Der ferromagnetische Drosselkern der elektromagnetischen Drehstromdrosselspule besteht hierbei im Wesentlichen aus einem magnetisch-leitfähigen Material, wie beispielsweise Eisen oder Mangan-Zink-Ferrit, und ist fünfschenklig ausgebildet. Die Kernschenkel bilden also zusammen mit den Rückflussschenkeln einen gemeinsamen magnetischen Kreis aus.

Ferner weisen die zwei Rückflussschenkel des ferromagnetischen Drosselkerns wenigstens eine Wicklung auf, die die Rückflussschenkel jeweils bewickeln. Die Wicklungen werden dabei so auf den Rückflussschenkel angeordnet, dass die zwei Rückflussschenkel dazu vorbereitet sind, die unsymmetrischen Magnetkomponenten so zu führen, dass es innerhalb des Drosselkerns zu einer gleichmäßigeren Erwärmung kommt.

Erfindungsgemäß wurde nämlich in einem ersten Schritt versucht, bekannten unzulässigen Erwärmungen mit einer baulichen Veränderung des magnetischen Kerns entgegenzuwirken, insbesondere wurde der magnetische Kern der Drehstromdrossel fünfschenklig symmetrisch ausgeführt.

Bei diesen Prototypen der Fünfschenkeldrossel kam es aber weiterhin zu unzulässigen Erwärmungen, insbesondere stellte sich Temperaturunterschiede von mehr als 20 Kelvin zwischen dem ersten und dem fünften Schenkel ein.

Erfindungsgemäß wurde erkannt, dass der magnetische Fluss im magnetischen Kern der fünfschenkligen Drehstromdrosselspule sich nicht gleichmäßig auf den ersten und fünften Schenkel des Drosselkerns verteilt, sondern infolge von Fertigungstoleranzen sich zunächst den Weg des geringsten Widerstandes sucht und demnach die Schenkel unterschiedlich erwärmt.

Dadurch, dass die zwei Rückflussschenkel des ferromagnetischen Drosselkerns wenigstens eine Wicklung aufweisen, konnte diesem Problem besser begegnet werden. Diese zusätzliche Bewicklung kann einer ungleichen Verteilung der Magnetflüsse entgegen wirken.

Gemäß einer Ausführungsform weisen die drei Kernschenkel jeweils eine Primärwicklung zum Aufnehmen jeweils einer der Phasen des Stromsystems auf und die zwei Rückflussschenkel sind jeweils mit einer Symmetrierungswicklung passiv bewickelt.

Die drei Primärwicklungen der Kernschenkel, also die drei mittleren Schenkel, führen jeweils eine Phase des dreiphasigen Stromsystems. Eine Verschaltung der drei Primärwicklungen, die auch als Drehstromwicklungen bezeichnet werden, mit den drei Phasen des dreiphasigen Stromsystems kann beispielsweise mittels Klemmen oder Schienen realisiert werden. Hierbei führt jede Drehstromwicklung genau eine Phase des dreiphasigen Stromsystems.

Die zwei Rückflussschenkel, also die äußeren Schenkel des ferromagnetischen Drosselkerns, weisen jeweils eine Symmetrierungswicklung auf, welche passiv ausgeführt ist. Die Symmetrierungswicklungen werden also nicht aktiv bestromt, wie beispielsweise die Drehstromwicklungen. Zudem sind die Symmetrierungswicklungen dazu vorbereitet, die in den Rückflussschenkeln auftretenden magnetischen Flüsse zu symmetrieren, insbesondere den magnetischen Fluss des ferromagnetischen Drosselkerns zu symmetrieren.

Im Bereich der Leistungselektronik ist eine solche passive Ausführung der Symmetrierungswicklungen besonders vorteilhaft, da eine passive Bewicklung gegenüber einer aktiven Bestromung der Symmetrierungswicklungen einen besseren Wirkungsgrad der elektromagnetischen Drehstromdrosselspule bedeuten kann.

Vorzugsweise sind die zwei Rückflussschenkel miteinander gleichsinnig bewickelt und/oder die Symmetrierungswicklungen der zwei Rückflussschenkel gleichsinnig verschaltet, insbesondere so, dass die zwei Rückflussschenkel einen Teil eines magnetischen Kreises bilden und die zwei Symmetrierungswicklungen der beiden Rückflussschenkel so gewickelt und miteinander in einer Reihenschaltung verschaltet sind, dass ein erster sich ändernder magnetischer Fluss in einem ersten der beiden Rückflussschenkel mit einer bezogen auf den magnetischen Kreis ersten Richtung oder Umlaufrichtung über die miteinander verschalteten Symmetrierungswicklungen in dem zweiten der beiden Rückflussschenkel einen zweiten magentischen Fluss mit einer bezogen auf den magnetischen Kreis zweiten Richtung bzw. Umlaufrichtung induziert, die der ersten Richtung bzw. Umlaufrichtung entgegengesetzt ist.

Die zwei Rückflussschenkel bilden somit einen Teil des magnetischen Kreises, also des ferromagnetischen Drosselkerns, wobei die zwei Symmetrierungswicklungen der beiden Rückflussschenkel so gewickelt und miteinander, insbesondere in einer Reihenschaltung, verschaltet sind, dass ein erster sich ändernder magnetischer Fluss in einem der beiden Rückflussschenkel einen zweiten magnetischen Fluss in dem anderen Rückflusschenkel so induziert, dass der zweite magnetische Fluss dem sich ändernden magnetischen Fluss entgegengesetzt ist.

Die beiden Symmetrierungswicklungen sind also so verschaltet, dass sie gleichsinnig vom Strom durchflossen werden, der durch das dreiphasige Stromsystem in den beiden Symmetrierungswicklungen induziert wird.

Vorzugsweise ist der ferromagnetische Drosselkern der elektromagnetischen Drehstromdrosselspule geblecht und/oder als Pulverkern ausgeführt.

Der ferromagnetische Drosselkern wird somit entsprechend der Leistungsklasse der elektromagnetischen Drehstromdrosselspule auf eine einfache und zweckmäßige Art und Weise entweder geblecht oder als Pulverkern ausgeführt.

Der Drosselkern besteht dann zum Beispiel aus mehreren längs zum magnetischen Feld liegenden voneinander isolierten Blechen oder aus einem ferromagnetischen Pulver, wie beispielsweise einem Ferrit-Pulver wie Mangan-Zink.

In einer besonders bevorzugten Ausführungsform bildet der ferromagnetische Drosselkern einen geschlossenen magnetischen Kreis und/oder die Rückflussschenkel bilden die äußeren Schenkel des ferromagnetischen Drosselkerns und die Kernschenkel sind geometrisch zwischen den beiden Rückflussschenkeln angeordnet.

Der ferromagnetische Kern weist somit fünf bewickelte Schenkel auf, die magnetisch parallel zueinander angeordnet und über zwei ebenfalls magnetische parallele Joche, insbesondere Querjoche, mechanisch miteinander verbunden sind.

Der ferromagnetische Drosselkern ist dabei ferner symmetrisch so ausgeführt, dass die fünf Schenkel und die zwei Joche gemeinsam in einer Ebene liegen. Eine solche Anordnung bzw. ein so ausgeführter ferromagnetischer Drosselkern wird auch als „flach“ bezeichnet.

Besonders vorteilhaft bei einer solchen Ausführung des ferromagnetischen Drosselkerns ist die einfache Art der Herstellung. So können beispielsweise bei einer geblechten Ausführung des ferromagnetischen Drosselkerns, die einzelnen Bleche, die auch als Dynamobleche bezeichnet werden, einfach aus ausgewalztem ferromagnetischem Material ausgestanzt, lackiert und zu einem Kern zusammengeführt werden. Die Lackierung der Bleche dient hierbei in erster Linie der Isolierung der Bleche gegeneinander – also zur Unterdrückung von Wirbelströmen. Ferner kann aber auch die oder eine weitere Lackierung zur Vorbeugung gegen Korrosion auf die Bleche aufgetragen werden.

Vorzugsweise ist die elektromagnetische Drehstromdrosselspule als Leistungsdrossel ausgebildet und/oder als Netzdrossel am Ausgang eines Leistungswechselrichters einer Windenergieanlage vorgesehen und/oder für einen Drehstrom mit einem Strom je Phase von wenigstens 50 Ampere ausgebildet.

Die elektromagnetische Drehstromdrosselspule ist somit für besonders hohe Leistungsklassen vorbereitet und entsprechend so ausgeführt. Mit Ihr kann somit die Einspeisung mittels einer Windenergieanlage verbessert werden.

Erfindungsgemäß wurde nämlich erkannt, dass besonders in diesen Leistungsklassen die zwei Symmetrierungswicklungen der zwei Rückflussschenkel einen besonders hohen Wirkungsgrad der Drehstromdrosselspule erreichen können, insbesondere gegenüber einer aktiven Bestromung der Symmetrierungswicklungen.

Erfindungsgemäß wird ferner auch eine elektrische Erzeugereinheit vorgeschlagen, wobei die elektrische Erzeugereinheit wenigstens einen Wechselrichter mit einem Wechselrichtereingang zum Aufnehmen einer Eingangsgleichspannung von 0,2 bis 2 KV, insbesondere 0,4 bis 1,2 KV und eine mit dem Wechselrichterausgang verschaltete erfindungsgemäße elektromagnetische Drehstromdrosselspule umfasst.

Die elektrische Erzeugereinheit ist somit dazu vorbereitet, mittels eines Wechselrichters, insbesondere eines Leistungswechselrichters, der als Spannungswechselrichter ausgebildet ist, und einer erfindungsgemäßen elektromagnetischen Drehstromdrosselspule in ein elektrisches Netz einzuspeisen, insbesondere in die Mittelspannungsebene eines Versorgungsnetzes.

Vorzugsweise weist der Wechselrichter einen Gleichspannungszwischenkreis auf und die elektromagnetische Drehstromdrosselspule ist mittels einer Rückführung mit dem Gleichspannungszwischenkreis gekoppelt.

Vorzugsweise umfasst die elektrische Erzeugereinheit ferner einen am Wechselrichterausgang verschaltetes elektromagnetisches Filter, wobei wenigstens eine Wicklung der elektromagnetischen Drehstromdrosselspule mit dem elektromagnetischen Filter verschaltet ist. Damit kann eine unsymmetrische Komponente, die an einem Sternpunkt des Filters auftritt, über die Drehstromdrosselspule zum Gleichspannungszwischenkreis geführt werden, um dadurch die Filterwirkung zu verbessern.

Erfindungsgemäß wird ferner eine Windenergieanlage mit wenigstens einer elektromagnetischen Drehstromdrosselspule gemäß wenigstens einer der vorstehend genannten Ausführungsformen und/oder mit wenigstens einer elektrischen Erzeugereinheit gemäß wenigstens einer vorstehend genannten Ausführungsformen vorgeschlagen.

Die Windenergieanlage weist somit eine elektromagnetische Drehstromdrosselspule zum Einspeisen eines elektrischen Stromes in ein Versorgungsnetz auf.

Besonders vorteilhaft hierbei ist, dass die hohen Anforderungen des Versorgungsnetzbetreibers bezüglich der Stromqualität auf eine einfache und zweckmäßige Weise erfüllt werden können.

Üblicherweise weisen Windenergieanlagen auf Grund ihrer hohen Nennleistung eine Vielzahl von parallel geschalteten Wechselrichtern auf, die eine Induktivität benötigen, welche im Nullsystem des dreiphasigen Drehstromsystems wirkt, diese wird auch als Nullinduktivität bezeichnet. Die bisher bekannten Drosselspulen, die beispielsweise vierschenklig ausgeführt sind, lösen diese Aufgabe nur unzureichend, insbesondere weisen sie eine zu ungleichmäßige Erwärmung auf.

Erfindungsgemäß wird ferner ein Verfahren zur Auslegung einer elektromagnetische Drehstromdrosselspule zur Verwendung in einem Stromsystem mit drei Phasen vorgeschlagen, wobei die Drehstromdrosselspule einen ferromagnetischen Drosselkern umfasst und der ferromagnetische Drosselkern drei Kernschenkel jeweils zum Aufnehmen einer von drei Primärwicklungen einer der Phasen und zwei Rückflussschenkel zum Führen einer unsymmetrischen Magnetkomponente aufweist, wobei das Verfahren die Schritte umfasst: Dimensionieren des ferromagnetischen Drosselkerns und der drei Primärwicklungen auf eine maximal zu übertragende Leistung, insbesondere abhängig von Strom, Spannung und Frequenz der maximal zu übertragenden Leistung.

Die Auslegung der elektromagnetischen Drehstromdrosselspule erfolgt unter Verwendung einer erfindungsgemäßen Drehstromdrosselspule ohne Symmetrierungswicklungen, wobei in einem ersten Schritt die maximal zu übertragende Leistung bestimmt und die Drossel entsprechend dieser bestimmten Leistung ausgebildet wird. Bevorzugt erfolgt die Dimensionierung des ferromagnetischen Drosselkerns und der drei Primärwicklungen in Abhängigkeit von Strom, Spannung und Frequenz der maximal zu übertragenden Leistung.

Vorzugsweise erfolgt das Bewickeln der Rückflussschenkel mit jeweils wenigstens einer ersten Symmetrierungswicklung, so dass ein erster sich ändernder magnetischer Fluss in einem ersten der beiden Rückflussschenkel mit einer bezogen auf den magnetischen Kreis ersten Richtung oder Umlaufrichtung über die Symmetrierungswicklungen in dem zweiten der beiden Rückflussschenkel einen zweiten magentischen Fluss mit einer bezogen auf den magnetischen Kreis zweiten Richtung bzw. Umlaufrichtung induziert, die der ersten Richtung bzw. Umlaufrichtung entgegengesetzt ist.

Die zwei Rückflussschenkel werden bevorzugt mit jeweils einer ersten Symmetrierungswicklung bewickelt, die auch als Testwicklung bezeichnet werden können. Die Bewicklung erfolgt dabei insbesondere unter Berücksichtigung einer ersten Abschätzung so, dass die ersten Symmetrierungswicklungen überdimensioniert, insbesondere großzügig, ausgeführt sind. Hierzu kann beispielsweise eine Simulation verwendet werden. Anschließend kann die Drehstromdrosselspule in den Probetrieb genommen werden, um zu ermitteln ob die Drehstromdrosselspule und/oder die Symmetrierungswicklungen einem Dauerbetrieb stand halten, insbesondere erfolgt dies unter Berücksichtigung der Temperatur und/oder des Stromes an den Rückflussschenkel und/oder der Symmetrierungswicklungen.

Vorzugsweise erfolgt hierzu ein gegenseitiges, insbesondere gleichsinniges, Verschalten der ersten Symmetrierungswicklungen, ein Betreiben, insbesondere Bestromen, der Primärwicklungen mit einem dreiphasigen Teststromsystem, ein Messen einer Temperatur an wenigstens einem Rückflussschenkel und/oder wenigstens einer Stromstärke einer Symmetrierungswicklung eines Rückflussschenkels und ein Berechnen der zweiten Symmetrierungswicklungen in Abhängigkeit der gemessenen Temperatur und/oder der gemessenen Stroms.

Im Probebetrieb werden die Temperatur und/oder der Strom, also die Stromstärke, wenigstens eines Rückflussschenkels überwacht. Sofern zulässige Grenzwerte für die Temperatur oder den Strom überschritten werden, sind die ersten Symmetrierungswicklungen der Rückflussschenkel zu klein ausgefallen. Aus den Messwerten werden dann die zweiten, insbesondere neuen, Symmetrierungswicklungen berechnet.

Vorzugsweise werden die zuvor beschriebenen Verfahrensschritte der Reihe nach iterativ wiederholt, insbesondere bis die gemessene Temperatur und/oder die gemessene Stromstärke unterhalb eines Maximalwertes und/oder oberhalb eines Minimalwertes liegen.

Die zweiten Symmetrierungswicklungen werden also ebenfalls in Testbetrieb genommen, bestromt und überwacht. Bevorzug wird der Vorgang umfassend den Testbetrieb so lange wiederholt, bis die gemessenen Temperaturen und die gemessenen Stromstärken einen zulässigen Maximalwert nicht überschreiten, aber zugleich nicht wahllos überdimensioniert sind.

Besonders vorteilhaft bei einem solchen Vorgehen ist, dass die einzelnen Fertigungstoleranzen der Drehstromdrosselspule für jede Drehstromdrosselspule einzeln berücksichtigt werden können. Dies schafft sowohl eine hohe Materialeinsparung als auch eine hohe Genauigkeit der Drehstromdrosselspule, insbesondere gegenüber einer Bewicklung, die aus einer Simulation hervorgegangen ist.

Vorzugsweise erfolgt das Betreiben bzw. Bestromen der Primärwicklungen durch eine elektrische Erzeugereinheit, die mehrere Wechselnrichter aufweist, die einen gemeinsamen Wechselrichterausgang ausbilden mit der die Drehstromdrosselspule verschaltet wird, oder dass das Bestromen der Primärwicklungen durch eine elektrische Erzeugereinheit gemäß einer vorstehend beschriebenen Ausführungsform erfolgt.

Das Bestromen erfolgt demnach unter hohen Leistungen bzw. mit hohen Strömen, insbesondere durch die elektrische Erzeugereinheit, in der die Drehstromdrosselspule verbaut werden soll.

Besonders vorteilhaft hierbei ist die individuelle Anpassung der Drehstromdrosselspule an die elektrische Erzeugereinheit.

Vorzugweise sind die ersten Symmetrierungswicklungen abhängig einer Fertigungstoleranz des Magnetkerns der Drehstromdrosselspule und/oder einer durch den Verwendungszweck der Drehstromdrosselspule vorgegebenen Induktivität berechnet werden.

Es wurde erkannt, dass sich insbesondere die Fertigungstoleranzen die beispielsweise von einer Qualitätskontrolle protokolliert werden dazu eignen, die Randbedingungen für die zeitlich erste Bewicklung festzulegen.

Unter Fertigungstoleranzen sind im Wesentlichen die Fehlertoleranzen der einzelnen Vorrichtungsteile zu verstehen, wie beispielsweise die Fertigungstoleranz der Dynamobleche des Magnetkerns der Drehstromdrosselspule.

Alternativ, sofern die Fertigungstoleranzen nicht protokolliert werden, kann diese großzügig abgeschätzt und so aufgerundet werden, dass eine maximal zu erwartende Fertigungstoleranz abgeschätzt wird. Die bevorzugte Fertigungstoleranz für ein erfindungsgemäßes Verfahren ist kleiner 1 mm, insbesondere kleiner 0,5 mm.

Ferner kann alternativ auch eine Induktivität vorgegeben werden. Beispielsweise eine, die aus einer Filtereigenschaft bestimmt wird. Es wurde erkannt, dass sofern die Drehstromdrosselspule beispielsweise auf einen Netzfilter aufgeschaltet wird, aus Rückführung zwischen Drehstromdrosselspule und Netzfilter eine Induktivität abgeleitet werden kann, die als Vorgabe für die Auslegung verwendbar ist.

Auch kann die Drehstromdrosselspule für die Bestromung zur Auslegung an eine Vielzahl von Wechselrichtern angeschlossen werden, die beispielsweise parallel betrieben werden.

Vorzugsweise weist der Magnetkern am wenigstens einem Rückflusschenkel einen Luftspalt auf, der im Wesentlichen einer Fertigungstoleranz des Magnetkerns entspricht.

Zur Optimierung des Verfahrens wird vorgeschlagen, die Drossel, also den Prototypen der Drehstromdrosselspule, mit einem Luftspalt zu versehen, der im Wesentlichen einer zu erwartenden Fertigungstoleranz entspricht.

Besonders vorteilhaft hierbei ist, dass die Symmetrierungswicklungen dann auch für den Fall ausgelegt wurden, dass der Magnetkern auf Grund von Fertigungstoleranzen Fehlstellen aufweist, die nicht gewollt sind. Hierdurch wird eine hohe Betriebssicherheit der Drehstromdrossel gewährleistet.

Bevorzug umfasst das Aufbringen der Symmetrierungswicklungen ferner ein Wickeln der Symmetrierungswicklungen und/oder die Wicklungsanzahl und der Leitungsquerschnitt der Symmetrierungswicklung, insbesondere der Symmetrierungswicklungen, werden in Abhängigkeit der gemessenen Stromstärke in der Symmetrierungswicklung bestimmt.

Das Aufbringen der Symmetrierungswicklungen erfolgt dann durch manuelles oder maschinelles Wickeln, wobei die Bemessungsgrößen der Symmetrierungswicklungen, insbesondere die Wicklungsanzahl und/oder der Wicklungsquerschnitt bzw. Leiterquerschnitt der Symmetrierungswicklungen, unter Berücksichtigung der gemessenen Stromstärke bestimmt werden.

Die vorliegende Erfindung wird nun nachfolgend exemplarisch anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die begleitenden Figuren näher erläutert:

1 zeigt eine perspektivische Ansicht einer Windenergieanlage;

2 zeigt schematisch einen ferromagnetischen Kern;

3 zeigt schematisch eine erfindungsgemäße elektromagnetische Drehstromdrosselspule gemäß einer Ausführungsform;

4 zeigt eine schematische Darstellung einer Verschaltung einer elektromagnetischen Drehstromdrosselspule gemäß einer Ausführungsform;

5 zeigt schematisch eine elektrische Erzeugereinheit gemäß einer Ausführungsform;

6 zeigt den technischen Effekt einer erfindungsgemäßen elektromagnetischen Drehstromdrosselspule

1 zeigt eine Windenergieanlage 100 mit einem Turm 102 und einer Gondel 104. An der Gondel 104 ist ein Rotor 106 mit drei Rotorblättern 108 und ein Spinner 110 angeordnet. Der Rotor 106 wird im Betrieb durch den Wind in eine Drehbewegung versetzt und treibt dadurch einen Generator in der Gondel 104 an.

Der durch den Wind in eine Drehbewegung versetzte Generator erzeugt einen elektrischen Strom, der mittels wenigstens eines Leistungswechselrichters und/oder wenigstens einer elektromagnetischen Drehstromdrosselspule in ein elektrisches Netz einspeist wird, insbesondere in ein elektrisches Versorgungsnetz eingespeist wird. Insbesondere weisen solche Windenergieanlagen 100 mehrere Leistungswechselrichter auf, die parallel zu einander geschaltet sind.

2 zeigt schematisch und vereinfachend einen ferromagnetischen Kern 200, insbesondere einen Drosselkern einer erfindungsgemäßen elektromagnetischen Drehstromdrosselspule. Der ferromagnetische Kern weist fünf Schenkel 220, 222, 224, 226, 228 auf, die über zwei Joche 240, 242 verbunden sind, die im Wesentlichen orthogonal zu den Schenkel 220, 222, 224, 226, 228 angeordnet sind.

Der Kern weist ferner eine Mittelachse M1 auf. Die fünf Schenkel 220, 222, 224, 226, 228 des ferromagnetischen Kerns 200 sind dabei im Wesentlichen in einer Ebene achsensymmetrisch zu der Mittelachse M1 angeordnet. Zudem weisen die fünf Schenkel 220, 222, 224, 226, 228 des ferromagnetischen Kerns 200 jeweils Mittenachsen auf, die in einer Ebene parallel zueinander verlaufen.

Der ferromagnetische Kern bildet ferner einen im Wesentlichen einteiligen magnetischen Kreis längs der magnetischen Durchflutung aus und ist beispielsweise als Pulverkern aus Mangan-Zink-Ferrit oder einfach geblecht ausgeführt, beispielsweise aus Dynamoblechen. Ein geblechter Aufbau eines ferromagnetischen Kerns 200 eignet sich besonders gut als ferromagnetischer Drosselkern einer elektromagnetischen Drehstromdrosselspule.

3 zeigt schematisch eine erfindungsgemäße elektromagnetische Drehstromdrosselspule 300, die einen ferromagnetischen Drosselkern 310 umfasst, der geblecht ausgeführt ist.

Der ferromagnetische Drosselkern 310 weist eine Vielzahl von Elektroblechen bzw. Dynamoblechen 312 auf, die zur magnetischen Durchflutung des ferromagnetischen Drosselkerns 310 längs angeordnet sind.

Ferner ist der ferromagnetische Drosselkern 310 fünfschenklig mit den fünf Schenkeln 320, 322, 324, 326, 328 ausgeführt, wobei die fünf Schenkel 320, 322, 324, 326, 328 mittels zweier Joche 340 und 342 so miteinander verbunden sind, dass der ferromagnetische Drosselkern 310 eine im Wesentlichen flache Bauform aufweist. Der ferromagnetische Drosselkern weist demnach als Kernschenkel drei mittlere Schenkel 322, 324 und 326 und als Rückflussschenkel zwei äußere Schenkel 320 und 328 auf.

Der mittlere Schenkel 324 der Kernschenkel 322, 324 bzw. 326, weist eine Mittelachse M2 auf, welche eine Symmetrieachse M2 für den Drosselkern 310 definiert, wobei die übrigen vier Schenkel 320, 322, 326, 328 im Wesentlichen spiegelsymmetrisch zu der Mittelachse M2 des mittleren Schenkels 324 angeordnet und ausgebildet sind.

Die drei Kernschenkel bzw. mittleren Schenkel 322, 324 und 326 weisen jeweils eine Wicklung L1, L2 und L3 auf, wobei diese drei Wicklungen L1, L2 und L3 jeweils einer Phase eines dreiphasigen Stromsystems zugeordnet sind. Die drei mittleren Schenkel 322, 324, 326 bilden somit die Kernschenkel 322, 324, 326 des ferromagnetischen Drosselkerns aus.

Die zwei Rückflussschenkel bzw. äußeren Schenkel 320 und 328 zum Führen einer unsymmetrischen Magnetkomponente weisen jeweils eine Wicklung S1 und S2 auf. Diese zwei äußeren Schenkel 320 und 328 sind somit jeweils durch eine Wicklung S1 und S2 bewickelt. Die zwei äußeren Schenkel 320 und 328 bilden somit die Rückflussschenkel 320 und 328 des ferromagnetischen Drosselkerns aus und die Wicklungen S1 und S2 werden somit als Symmetrierungswicklungen S1 und S2 bezeichnet.

Die Rückflussschenkel 320 und 328 bilden also die äußeren Schenkel des ferromagnetischen Drosselkerns und die Kernschenkel 322, 324 und 326 sind zwischen den beiden Rückflussschenkeln 320 und 328 angeordnet.

Die Symmetrierungswicklungen S1 und S2 der Rückflussschenkel 320 und 328 sind zudem gleichsinnig miteinander verschaltet, insbesondere so, dass ein erster sich ändernder magnetischer Fluss Φ1 in einen ersten der beiden Rückflussschenkel 320 oder 328 mit einer bezogen auf den magnetischen Kreis ersten Richtung über die miteinander gleichsinnig verschalteten Symmetrierungswicklungen S1 und S2 in den zweiten der beiden Rückflussschenkel 328 bzw. 320 an den zweiten magnetischen Fluss Φ2 mit einer bezogen auf den magnetischen Kreis zweiten Richtung induziert, wobei die der ersten Richtung entgegengesetzt ist.

Beispielsweise kann der erste magnetische Fluss Φ1 in dem Rückflussschenkel 320 fließen und in der Symmetrierungswicklung S1 einen elektrischen, Strom erzeugen. Dieser so erzeugte elektrische Strom, fließt auch durch die zweite Symmetrierungswicklung S2, nämlich so, dass der zweite magnetische Fluss induziert wird, der, bezogen auf einen magnetischen Kreis, dem ersten Fluss Φ1 entgegengerichtet ist. In diesem Sinne ist die 3 dargestellt.

Hier weisen die Symmetrierungswicklungen S1 und S2 eine Windungszahl auf, die kleiner ist als die Windungszahl der Wicklungen L1, L2 und L3, die zum Aufnehmen einer der Phasen des dreiphasigen Stromsystems ausgebildet sind. Das wird generell als eine Ausführungsform vorgeschlagen.

Die drei Phasen eines Stromsystems, üblicherweise U, V und W, sind entsprechend an die Wicklungen L1, L2 und L3 der elektromagnetischen Drehstromdrosselspule 300 anzuschließen. Hierfür können beispielsweise Anschlussklemmen oder Schienen an den Enden der Wicklungen L1, L2 und L3 vorgesehen werden.

Besonders wird vorgeschlagen, die Symmetrierungswicklungen S1 und S2 so zu verschalten, wie das in 3 durch die schraffierten Linien 350 dargestellt ist. Hierbei sind die Symmetrierungswicklungen gleichsinnig und so miteinander verschaltet, dass sie die Rückflussschenkel 320 und 328 passiv bewickeln.

4 zeigt schematisch und vereinfachend eine bevorzugte Verschaltung der Wicklungen L1, L2, L3, S1, S2 einer erfindungsgemäßen elektromagnetischen Drehstromdrosselspule. Die Wicklungen L1, L2, L2 werden auch als Primärwicklungen oder Drehstromwicklungen L1, L2, L3 bezeichnet und die Wicklungen S1 und S2 als Symmetrierungswicklungen S1 und S2.

Der ferromagnetische Drosselkern 410 mit seinen fünf Schenkeln 420, 422, 424, 426, 428 und zwei Jochen 440, 442 ist gemäß 2 ausgebildet und aus Gründen der Übersicht nur stark vereinfacht bzw. symbolisch dargestellt.

Die drei mittleren Schenkel, nämlich die Kernschenkel 422, 424, 426 weisen jeweils eine Drehstromwicklung L1, L2, L3 auf, die jeweils eine der drei Phasen eines dreiphasigen Stromsystems führen.

Die beiden äußeren Schenkel, nämlich die Rückflussschenkel 420 und 428 weisen jeweils eine Symmetrierungswicklung S1 und S2 auf, wobei die Symmetrierungswicklung S1 und S2 gleichsinnig miteinander verschaltet sind.

Ferner sind die Symmetrierungswicklungen S1 und S2 miteinander in Reihe so verschaltet, dass sie die Rückflussschenkel jeweils passiv bewickeln. Die Symmetrierungswicklungen S1 und S2 sind also passiv ausgeführt und werden nicht aktiv bestromt, wie beispielsweise die Drehstromwicklungen L1, L2 und L3, durch das dreiphasige Stromsystem.

In einem weiteren Ausführungsbeispiel wird vorgeschlagen, die so ausgeführten Symmetrierungswicklungen S1 und S2 auf ein gemeinsames Potential zu ziehen, insbesondere mittels einer Schutzeinrichtung, um Überströme, die den ferromagnetischen Drosselkern beschädigen könnten, abzuleiten. Dadurch kann ein Schutz der Symmetrierungswicklungen erreicht werden.

5 zeigt schematisch eine bevorzugte Ausführungsform einer elektrischen Erzeugereinheit 500, wobei die elektrische Erzeugereinheit wenigstens einen Leistungswechselrichter 501 und eine erfindungsgemäße elektromagnetische Drehstromdrosselspule 502 umfasst.

Der Leistungswechselrichter 501 ist als Spannungswechselrichter ausgebildet und weist eine Eingangsgleichspannung UDC auf, die zwischen 0,2 bis 2 KV, insbesondere 0,4 bis 1,2 KV, liegt.

Die eingangsseitigen Kapazitäten C1 und C2 des Spannungswechselrichter, die auch als Zwischenkreiskondensatoren bezeichnet werden können, bilden einen Teil des Gleichspannungszwischenkreises des Wechselrichters (501) aus und sind dazu vorbereitet, die Eingangsgleichspannung zu glätten und/oder zu speichern, die beispielsweise von einem Gleichrichter erzeugt wird, der durch einen Synchrongenerator einer Windenergieanlage gespeist wird.

Ferner ist der Leistungswechselrichter 501 als Brückenwechselrichter mit sechs Leistungsschaltern, insbesondere Thyristor-Dioden-Schaltungen, T1 bis T6 ausgebildet, wobei jeweils zwei der Leistungsschalter eine erste, zweite bzw. dritte Halbbrücke ausbilden, die jeweils eine Wechselspannung einer ersten, zweiten bzw. dritten Phase U, V bzw. W erzeugt. Wobei die so erzeugten Wechselspannungen im Wesentlichen um 120° Grad zueinander phasenverschoben sind.

Der Leistungswechselrichter 501 weist also an seinem Ausgang eine erste, zweite und dritte Phase U, V und W eines dreiphasigen Stromsystems auf die besonders zum Filtern bzw. Glätten über die elektromagnetische Drehstromdrosselspule 502 geführt werden.

Die erfindungsgemäße elektromagnetische Drehstromdrosselspule 502 wird somit mit dem Wechselrichterausgang des Leistungswechselrichters 501 so verschaltet, dass jede Drehstromwicklung L1, L2 und L3 der erfindungsgemäßen elektromagnetischen Drossel 502 jeweils eine Phase U, V und W des durch den Leistungswechselrichter erzeugten dreiphasigen Stromsystems führt. Insbesondere wird die erfindungsgemäße elektromagnetische Drehstromdrosselspule 502 mit Leistungswechselrichter mittels Stromklemmen in Reihe verschaltet, insbesondere so, dass die Wicklung L1 die Phase U, die Wicklung L2 die Phase V und die Wicklung L3 die Phase W führt.

Die Symmetrierungswicklungen S1 und S2 der elektromagnetischen Drehstromdrosselspule 502 sind gleichsinnig miteinander verschaltet, insbesondere in Reihe miteinander verschaltet, und passiv ausgeführt. Die Symmetrierungswicklungen S1 und S2 sind somit nicht an den Wechselrichter oder andere Strom- oder Spannungsquellen angeschlossen sondern nur miteinander verbunden, um dadurch eine Symmetrierung der magnetischen Flüsse der beiden Rückflussschenkel zu erreichen.

Demnach sind die drei mittleren Kernschenkel der erfindungsgemäßen Drehstromdrosselspule aktiv mit einem dreiphasigen System, insbesondere eine Phase pro Schenkel, bestromt und die zwei äußeren Rückflussschenkel jeweils passiv mit einer Symmetrierungswicklung S1 und S2 bewickelt, wobei die Symmetrierungswicklungen S1 und S2 so ausgeführt sind, dass sie einer thermischen Erwärmung des ferromagnetischen Drosselkerns der erfindungsgemäßen elektromagnetischen Drehstromdrosselspule 502 entgegenwirken bzw. die Erwärmung über den gesamten Kern vergleichmäßigen.

Durch die passive bewickelten Symmetrierungsschenkel wird teilweise einem Magnetfluss entgegen gewirkt. Das führt zu einer Symmetrierung der Magnetischen Flüsse der beiden Symmetrierungsschenkel zueinander, kann aber auch erreichen, dass einem Streufeld der Kernspulen, dass ungewollt über die Symmetrierungsschenkel laufen könnte, entgegengewirkt wird.

Ferner weist die elektrische Erzeugereinheit 500 eine Rückführung 520 auf, über die die elektromagnetische Drehstromdrosselspule 502 über eine Kapazität CR mit dem Gleichspannungszwischenkreis des Wechselrichters 501 gekoppelt ist.

Dabei ist am Wechselrichterausgang ein elektromagnetisches Filter 530 angeordnet, das im Wesentlichen als RC-Glied ausgebildet ist. Das elektromagnetische Filter 530 ist dabei über die Symmetrierungswicklungen S1, S2 mit der elektromagnetischen Drehstromdrosselspule 502 so verschaltet, dass der Filter 530 über die Symmetrierungswicklungen S1, S2 auf den Gleichspannungszwischenkreis des Wechselrichters zurückgeführt wird, nämlich auf einen Mittelabgriff zwischen den beiden Zwischenkreiskondensatoren C1 und C2.

Eine solche elektrische Erzeugereinheit 500 ist insbesondere dazu geeignet, in bzw. mit einer Windenergieanlage verwendet zu werden, die in die Mittelspannungsebene eines Versorgungsnetzes einspeist. In einem solchen Fall umfasst eine Windenergieanlage eine Vielzahl solcher elektrischer Erzeuger.

Gemäß 5 ist die erfindungsgemäße elektromagnetische Drehstromdrosselspule als Leistungsdrossel ausgeführt.

6 zeigt den technischen Effekt einer erfindungsgemäßen elektromagnetischen Drehstromdrossel.

Das Diagramm 600 zeigt einen Abtrag der Spannung U über der Zeit t.

Die Kurven 650 und 652 zeigen das Verhalten der induzierten Spannung am ersten 650 und fünften Schenkel 650 einer erfindungsgemäßen Drosselspule ohne die Symmetrierungswicklungen, über einen Zeitraum t1 bis t2. Eine solche Ausführungsform einer elektromagnetischen Drehstromdrossel entspricht im Wesentlichen dem obengenannten Prototypen.

Die Kurven 660 und 662 zeigen das Verhalten der induzierten Spannung am ersten 660 und fünften Schenkel 662 einer erfindungsgemäßen Drosselspule gemäß Anspruch 1, also mit Symmetrierungswicklungen S1 und S2, über den Zeitraum t1 bis t2.

Die induzierten Spannungen 660 und 662 der erfindungsgemäßen elektromagnetischen Drehstromdrosselspule verlaufen deutlich glatter und gleichmäßiger als die induzierten Spannungen 650 und 652 einer fünfschenkligen Drossel ohne Symmetrierungswicklungen.

Die erfindungsgemäße Drehstromdrosselspule weist somit eine signifikante Verbesserung auf, insbesondere eine signifikante Glättung der induzierten Spannungen, demnach es im Vergleich zu einer fünfschenkligen Drehstromdrosselspule ohne Symmetrierungswicklungen, dem Prototypen, zu einer gleichmäßigeren Materialausnutzung bei verhältnismäßig hoher Nullinduktivität kommt.