Title:
Beschlaganordnung
Kind Code:
A1
Abstract:

Die Erfindung betrifft eine Beschlaganordnung für Schiebetüren, Schiebefenster oder dergleichen mit einer zur Befestigung an einer ortsfesten Wand ausgebildeten, langgestreckten Führungsschiene und einer in der Führungsschiene geführte Anlageeinheit. An der Führungsschiene sind zwei zueinander entgegengesetzt ausgerichtete Führungsflächen und an der Anlageeinheit zwei zueinander entgegengesetzt ausgerichtete Anlageelemente vorgesehen. Eines der Anlageelemente ist zur geführten Anlage an einer der Führungsflächen ausgebildet und das andere Anlageelement ist zur geführten Anlage an der anderen Führungsfläche ausgebildet, um die Anlageeinheit in der Führungsschiene zu führen. Ferner ist eine Vorspanneinrichtung, beispielsweise in Form einer Feder, vorgesehen, mittels der die Anlageelemente jeweils quer zur Längserstreckung der Führungsschiene gegen die dem jeweiligen Anlageelement zugeordnete Führungsfläche vorspannbar sind.



Inventors:
Felber, Wolfgang (Mattighofen, AT)
Schörghofer, Andreas (Hallein, AT)
Application Number:
DE102016101869A
Publication Date:
08/03/2017
Filing Date:
02/03/2016
Assignee:
MACO Technologie GmbH (Salzburg, AT)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE2136079B2N/A1976-08-19
Foreign References:
EP06752521995-10-04
EP22489772010-11-10
Attorney, Agent or Firm:
Manitz Finsterwald Patentanwälte PartmbB, 80336, München, DE
Claims:
1. Beschlaganordnung (10) für Schiebetüren, Schiebefenster oder dergleichen umfassend
eine zur Befestigung an einer ortsfesten Wand (51) ausgebildete, langgestreckte Führungsschiene (12) und
eine in der Führungsschiene (12) geführte Anlageeinheit (16),
wobei an der Führungsschiene (12) zwei zueinander entgegengesetzt ausgerichtete Führungsflächen (26, 28) vorgesehen sind und die Anlageeinheit (16) zwei zueinander entgegengesetzt ausgerichtete Anlageelemente (22, 24) umfasst,
wobei eines der Anlageelemente (22) zur geführten Anlage an einer der Führungsflächen (26) ausgebildet ist und das andere Anlageelement (24) zur geführten Anlage an der anderen Führungsfläche (28) ausgebildet ist, um die Anlageeinheit (16) in der Führungsschiene (12) zu führen,
und wobei eine Vorspanneinrichtung (30) vorgesehen ist, mittels der die Anlageelemente (22, 24) jeweils quer zur Längserstreckung der Führungsschiene (12) gegen die dem jeweiligen Anlageelement (22, 24) zugeordnete Führungsfläche (26, 28) vorspannbar sind.

2. Beschlaganordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorspanneinrichtung (30) an der Anlageeinheit (16) und insbesondere zwischen den Anlageelementen (22, 24) angeordnet ist.

3. Beschlaganordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Anlageeinheit (16) eine Führung (38) umfasst, mittels derer zumindest eines der beiden Anlageelemente (22, 24), insbesondere genau eines der beiden Anlageelemente (24), in einer Richtung quer zu einer Hauptschieberichtung (36) der Anlageeinheit (16) führbar ist.

4. Beschlaganordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das zumindest eine der beiden Anlageelemente (22, 24), insbesondere das genau eine der beiden Anlageelemente (24), senkrecht zur Hauptschieberichtung (36) der Anlageeinheit und senkrecht zu den Führungsflächen (26, 28) geführt gelagert ist.

5. Beschlaganordnung nach zumindest einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das eines der Anlageelemente (22) ortsfest an der Anlageeinheit (16) angeordnet ist.

6. Beschlaganordnung nach zumindest einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eines der Anlageelemente (22, 24), insbesondere jedes der Anlageelemente (22, 24), drehbar mit der Anlageeinheit (16) gekoppelt ist oder sind.

7. Beschlaganordnung nach zumindest einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eines der Anlageelemente (22, 24), insbesondere alle Anlageelemente (22, 24), eine nach außen gekrümmte Anlagefläche (68, 70) aufweist oder aufweisen.

8. Beschlaganordnung nach zumindest einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eines der Anlageelemente (22, 24), insbesondere alle Anlageelemente (22, 24), als Rolle ausgebildet ist oder sind.

9. Beschlaganordnung nach zumindest einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorspanneinrichtung (30) ein Federelement umfasst.

10. Beschlaganordnung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement als Druckfeder ausgebildet und zwischen den Anlageelementen (22, 24) angeordnet ist.

11. Beschlaganordnung nach zumindest einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der Führungsschiene (12) ein Freiraum (66) ausgeformt ist, in den die Anlageeinheit (16) entlang der Führungsflächen (26, 28) quer zur Hauptschieberichtung (36) der Anlageeinheit (16) verschiebbar ist.

12. Beschlaganordnung nach zumindest einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der Anlageeinheit (16) Schrägflächen (44, 46) ausgebildet sind, die in einer abgesenkten Position der Anlageeinheit (16) mit einer insbesondere Dichtelemente (48, 50) aufweisende Auflageeinheit (72) der Führungsschiene (12) vorzugsweise abdichtend in Kontakt stehen.

Description:

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Beschlaganordnung für Schiebetüren, Schiebefenster oder dergleichen. Unter "dergleichen" sind alle Elemente zu verstehen, die zum Verschließen oder Abdecken einer Öffnung eines Gebäudes oder eines Transportmittels dienen, beispielsweise auch einer Luke.

Bekannte Beschlaganordnungen für Schiebetüren weisen oftmals eine zur Befestigung an einer ortsfesten Wand oberhalb der Tür ausgebildete Führungsschiene und eine daran geführte flügelfeste Einheit – meist eine Art Schlitten – auf. Diese flügelfeste Einheit muss in einem engen Toleranzbereich passend zur Führungsschiene gefertigt sein, um eine spielfreie, qualitativ hochwertig anmutende Führung der flügelfesten Einheit an der Führungsschiene zu garantieren.

Ausgehend vom bekannten Stand der Technik ist es eine Aufgabe der Erfindung eine Beschlaganordnung bereitzustellen, welche größere Toleranzen bei der Fertigung der führungsrelevanten Teile erlaubt, wobei jedoch die Qualität der Führung durch die größeren Toleranzen nicht negativ beeinträchtigt wird.

Die Aufgabe wird gelöst durch eine Beschlaganordnung gemäß Anspruch 1 und insbesondere dadurch, dass an der Führungsschiene zwei zueinander entgegengesetzt ausgerichtete Führungsflächen vorgesehen sind und die Anlageeinheit zwei zueinander entgegengesetzt ausgerichtete Anlageelemente umfasst, dass eines der Anlageelemente zur geführten Anlage an einer der Führungsflächen ausgebildet ist und das andere Anlageelement zur geführten Anlage an der anderen Führungsfläche ausgebildet ist, um die Anlageeinheit in der Führungsschiene zu führen, und dass eine Vorspanneinrichtung vorgesehen ist, mittels der die Anlageelemente jeweils quer zur Längserstreckung der Führungsschiene gegen die dem jeweiligen Anlageelement zugeordnete Führungsfläche vorspannbar sind. In einem montierten Zustand wird somit eines der Anlageelemente gegen eine erste Führungsfläche und das andere Anlageelement gegen eine zweite Führungsfläche gedrückt.

Hierdurch werden die Anlageelemente und die Führungsflächen so gegeneinander gedrückt, dass ein ständiger Führungskontakt zwischen beiden Anlageelementen und den jeweiligen Führungsflächen besteht. Beispielsweise können so Fertigungstoleranzen im Abstand der Führungsflächen oder eine abnutzungsbedingte Änderung des Abstands der Führungsflächen durch die Vorspanneinrichtung ausgeglichen werden. Die Reibkraft zwischen den Anlageelementen und der Führungsschiene bleibt trotz höherer Toleranzen im Wesentlichen konstant und die Führung wirkt weiterhin qualitativ hochwertig.

Vorteilhafte Ausführungsformen sind den Unteransprüchen, der Beschreibung sowie den Zeichnungen zu entnehmen.

Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform ist die Vorspanneinrichtung an der Anlageeinheit angeordnet. Die Vorspanneinrichtung kann aber auch an der Führungsschiene angeordnet sein und beispielsweise Führungsflächen aufweisende Teile gegen die Anlageelemente drücken. In diesem Fall ist es nicht nötig, zwei zueinander bewegliche Anlageelemente vorzusehen, sondern es können die Anlageelemente einstückig oder fest miteinander verbunden ausgebildet sein. Die Vorspanneinrichtung kann auch teils an der Anlageeinheit und teils an der Führungsschiene angeordnet sein.

Bevorzugt kann die Vorspanneinrichtung zwischen den Anlageelementen angeordnet sein. Sind die Anlageelemente innen und die Führungsflächen außen angeordnet, kann die zwischen den Anlageelementen angeordnete Vorspanneinrichtung die Anlageelemente nach außen gegen die Führungsflächen drücken. Gemäß dieser Ausführungsform kann die Vorspanneinrichtung auf besonders einfache Art und Weise ausgebildet sein und beispielsweise eine Druckfeder umfassen.

Die Anlageeinheit kann eine Führung umfassen, mittels derer zumindest eines der beiden Anlageelemente in einer Richtung quer zu einer Hauptschieberichtung der Anlageeinheit führbar ist. Hauptschieberichtung bedeutet in diesem Zusammenhang die Richtung, in der die Anlageeinheit und ein im montierten Zustand mit der Anlageeinheit verbundener Flügel zum Öffnen und Schließen des Flügels zusammen verschiebbar sind.

Gemäß einer Ausführungsform ist genau eines der beiden Anlageelemente in einer Richtung quer zu der Hauptschieberichtung translatorisch bewegbar und das andere der beiden Anlageelemente nicht translatorisch bewegbar, d.h. ortsfest, an der Anlageeinheit angeordnet. In anderen Worten kann das zweite Anlageelement so an der Anlageeinheit befestigt sein, dass das Anlageelement keine relative translatorische Bewegung gegenüber der restlichen Anlageeinheit vollziehen kann. Dies erleichtert die Herstellung und Montage der Beschlaganordnung.

Die Führung an der Anlageeinheit für das zumindest eine Anlageelement kann als Linearführung ausgebildet sein. Das bedeutet, dass die geführte translatorische Bewegung entlang einer Geraden verläuft. Die Führung kann beispielsweise in Form einer Führungsnut in der Anlageeinheit ausgebildet sein. Die Führung kann aber auch durch die Vorspanneinrichtung, beispielsweise durch ein druckelastisches aber biegesteifes Federelement, gebildet sein.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform sind die zueinander entgegengesetzt ausgerichteten Führungsflächen im montierten Zustand im Wesentlichen senkrecht, d.h. parallel zur Flügelebene, angeordnet. Die Führungsflächen können aber auch, vor allem für reine Schiebeelementen ohne Hebefunktion, in einem von Null Grad verschiedenen Winkel zueinander und somit nicht jeweils senkrecht angeordnet sein. Ferner ist denkbar, dass die Führungsflächen parallel zueinander, aber nicht parallel zur Flügelebene angeordnet sind.

Das in einer Richtung quer zu der Hauptschieberichtung der Anlageeinheit verschiebbare Anlageelement der Anlageeinheit kann speziell in einer Richtung, welche senkrecht zur Hauptschieberichtung der Anlageeinheit und/oder senkrecht zu den Führungsflächen ausgerichtet ist, geführt gelagert sein. Wird das Anlageelement senkrecht an die Führungsfläche angedrückt, so kann die gesamte Kraft zur Kontaktbildung zwischen Führungsfläche und Anlageeinheit genutzt werden.

Um die Reibung der Anlageelemente an den Führungsflächen zu vermindern, kann zumindest eines der Anlageelemente, bevorzugt jedes der Anlageelemente, drehbar mit der Anlageeinheit gekoppelt sein. So kann die Reibung zwischen den Anlageelementen und den Führungsflächen auf eine Rollreibung reduziert werden.

Zumindest eines der Anlageelemente kann um eine Drehachse mit der Anlageeinheit drehbar gelagert sein, welche parallel zu zumindest einer der Führungsflächen angeordnet ist. Das Anlageelement kann eine mit der Führungsfläche in Kontakt bringbare Anlagefläche aufweisen, welche als Umfangsfläche eines zylindrischen Körpers ausgebildet ist.

Speziell können alle Anlageelemente der Anlageeinheit um jeweils eine Drehachse mit der Anlageeinheit drehbar gelagert sein, welche parallel zu den Führungsflächen angeordnet sind. Jedes der Anlageelemente kann eine mit der jeweiligen Führungsfläche in Kontakt bringbare Anlagefläche aufweisen, welche als Umfangsfläche eines zylindrischen Körpers ausgebildet ist.

Generell kann zumindest eines der Anlageelemente eine nach außen gekrümmte Anlagefläche aufweisen. Sind die Anlageelemente nicht drehbar gelagert, kann so zumindest die Gleitreibung reduziert werden. Sind die Anlageelemente drehbar gelagert, so kann die nach außen gekrümmte Anlagefläche bevorzugt einen konstanten Radius aufweisen.

Die Merkmale, welche für zumindest eines der Anlageelemente beschrieben werden, können auch an allen oder einer Mehrzahl von Anlageelementen verwirklicht sein.

Gemäß einer speziellen Ausführungsform kann zumindest eines der Anlageelemente als Rolle ausgebildet sein. Eine Rolle hat zumindest abschnittsweise einen konstanten Durchmesser, ist mittig drehbar gelagert, und weist eine äußere Umfangsfläche auf, welche im vorliegenden Fall der Anlagefläche entspricht.

Um auf eine einfache Art und Weise eine Vorspannung zu erzeugen, kann die Vorspanneinrichtung ein Federelement umfassen. Beispielsweise kann das Federelement die folgenden Elemente umfassen: eine oder mehrere Schraubenfedern, Blattfedern, Torsionsfedern, Elastomerfedern, Gasdruckfedern, etc. Gemäß einer besonders kostengünstigen Lösung kann die Vorspanneinrichtung eine Schraubendruckfeder umfassen. Alternativ zu dem zuvor genannten Federelement kann die Vorspanneinrichtung beispielsweise einen Keil umfassen, welcher sich durch Gewichtskraft zwischen die Anlageelemente drückt.

Das Federelement kann direkt oder indirekt mit der Achse des translatorisch bewegbaren Anlageelements gekoppelt sein. Zusätzlich kann das Federelement direkt oder indirekt mit der Achse des translatorisch festen Anlageelements gekoppelt sein. Hierdurch kann auf einfache Weise eine Vorspannung zwischen den beiden Anlageelementen erzeugt werden.

Gemäß einer kostengünstigen und zuverlässigen Ausführungsform kann das Federelement als Druckfeder ausgebildet sein, welche zwischen den Anlageelementen angeordnet ist und die Anlageelemente jeweils gegen die Führungsflächen drückt. Durch diese Ausführungsform kann auch der Bauraum besonders kompakt gehalten werden.

Bevorzugt ist die Beschlaganordnung Teil einer Hebe-Schiebe-Einheit. Die Hebe-Schiebe-Einheit, beispielsweise eine Hebe-Schiebe-Tür oder ein Hebe-Schiebe-Fenster, ist von einer abgesenkten Position in eine angehobene Position und zurück verstellbar. Dabei kann die Hebe-Schiebe-Einheit in der angehobenen Position in der Hauptverschieberichtung verschiebbar sein. In der abgesenkten Position kann die Hebe-Schiebe-Einheit hingegen unverschiebbar sein.

Um die Beschlaganordnung auch für Hebe-Schiebe-Elemente verwenden zu können, kann in der Führungsschiene ein Freiraum ausgeformt sein, in den die Anlageeinheit entlang der Führungsflächen quer zur Hauptschieberichtung von der abgesenkten Position in die angehobene Position, d.h. nach oben, bewegbar ist. Die Führungsflächen sind bevorzugt entlang eines zu bewältigenden Hubwegs eben und parallel zueinander ausgebildet, um beim Anheben des Türflügels ein Entlanggleiten der Anlageelemente ohne Verkanten zu unterstützen.

Um beim Absenken des Türflügels eine Selbstzentrierung der Anlageeinheit relativ zu den Führungsflächen zu gewährleisten, können an der Anlageeinheit zwei spiegelsymmetrische Schrägflächen ausgebildet sein, die in der abgesenkten Position der Anlageeinheit mit einer Auflageeinheit der Führungsschiene in Kontakt stehen. Beim Absenken der Anlageeinheit von einem Zustand, in dem die Anlageeinheit verschiebbar ist, in einen Zustand, bei dem die Anlageeinheit an der Anlageeinheit anliegt und nicht mehr verschiebbar ist, wird die Anlageeinheit somit durch die Schrägflächen zentriert und an jeder Schrägfläche ein Flächenkontakt zwischen der Anlageeinheit und der Auflageeinheit gebildet.

Vorzugsweise besteht die Auflageeinheit oder zumindest deren Auflagefläche aus Dichtungsmaterial, sodass die Anlageeinheit in abgesenkter Position einen Innenraum der Führungsschiene verschließt und abdichtet.

Um bei einer Installation am Einbauort die Anlageeinheit und den mit der Anlageeinheit verbundenen Türflügel auf einfache Weise in die Führungsschiene einführen zu können, kann die Führungsschiene eine demontierbare Einbauleiste umfassen, welche sich entlang der Hauptschieberichtung der Anlageeinheit erstreckt und in demontiertem Zustand eine Freifläche zum Einbau der Anlageeinheit quer zur Hauptschieberichtung bereitstellt. Die Einbauleiste kann einen Teil der Auflageeinheit umfassen, wobei die Einbauleiste und die Auflageeinheit bevorzugt zwei miteinander verbundene separate Teile sind.

Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer rein beispielhaften Ausführungsform unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben. Es zeigen:

1 eine Schnittdarstellung einer erfindungsgemäßen Beschlaganordnung in montiertem Zustand;

2 eine Draufsicht auf die Anlageeinheit der Beschlaganordnung aus 1.

1 zeigt eine Beschlaganordnung 10 einer Schiebetür mit einer Führungsschiene 12 und einer an einem verschiebbaren Flügel 14 angeordneten Anlageeinheit 16, die mit einem Rahmen 40 des verschiebbaren Flügels 14 verbunden ist. Weiterhin ist ein parallel zu dem verschiebbaren Flübel 14 angeordneter, feststehender Flügel 18 mit einem Rahmen 20 dargestellt. Der verschiebbare Flügel 14 ist durch einen üblichen, nicht näher erläuterten Anhebemechanismus von einer abgesenkten Position (1) in eine angehobene Position versetzbar und in der angehobenen Position in einer Hauptschieberichtung 36 verschiebbar.

Die Anlageeinheit 16 des verschiebbaren Flügels 14 weist zwei rollenförmige Anlageelemente 22, 24 auf, wobei das erste Anlageelement 22 mit einer ersten Führungsfläche 26 der Führungsschiene 12 und das zweite Anlageelement 24 mit einer zweiten Führungsfläche 28 der Führungsschiene 12 kraftschlüssig in Kontakt steht. Dies wird durch eine als vorgespannte Druckfeder ausgebildete Vorspanneinrichtung 30 bewirkt, die die Anlageelemente 22, 24 an die jeweiligen Führungsflächen 26, 28 drückt. Die Anlageelemente 22, 24 sind jeweils drehbar um Drehachsen 32, 34 gelagert, sodass die Anlageelemente 22, 24, wenn der verschiebbare Türflügel 14 mit der Anlageeinheit 16 in der Hauptschieberichtung 36 verschoben wird, an den Führungsflächen 26, 28 entlangrollen.

Die beiden Anlageelemente 22, 24 sind mit einem Führungselement 38 der Anlageeinheit 16 gekoppelt. Das erste Anlageelement 22 ist dabei translatorisch ortsfest und lediglich – wie bereits erwähnt – rotatorisch bewegbar, also drehbar, mit dem Führungselement 38 gekoppelt. Das zweite Anlageelement 24 ist translatorisch entlang der Längserstreckung des Führungselements 38, das heißt zwischen den Führungsflächen 26 und 28 senkrecht zur Hauptschieberichtung 36, und rotatorisch bewegbar gelagert. Verändert sich der Abstand zwischen der ersten Führungsfläche 26 und der zweiten Führungsfläche 28 entlang einer Länge der Führungsschiene – beispielsweise durch Maßtoleranzen oder Verschleiß – so gleicht die Vorspanneinrichtung 30 diese Abstandsunterschiede aus. Hierdurch liegen die Anlageelemente 22, 24 stets an den Führungsflächen 26, 28 an.

Die Anlageeinheit 16 umfasst ferner einen Rahmen 40, der eine im vorliegenden Fall dreifach verglasten Flügelfläche 42 umrahmt und dabei stirnseitig an allen Seiten U-förmig umgreift. Der Rahmen 40 weist zwei schräge Flächen 44, 46 auf, so dass die Breite des Rahmens 40 in Richtung zur verglasten Flügelfläche 42 hin kontinuierlich abnimmt. Beim Absenken des verschiebbaren Flügels 14 wird der Flügel 14 durch die schrägen Flächen 44, 46 relativ zu den Führungsflächen 26, 28 zentriert, indem die schrägen Flächen 44, 46 an einer zwei Dichtelemente 48, 50 umfassenden Auflageeinheit 72 zur Anlage kommen. In der abgesenkten Position des verschiebbaren Flügels 14 (1) stehen die schrägen Flächen 44, 46 mit den Dichtelementen 48, 50 flächig in Kontakt, wodurch ein Innenraum der Führungsschiene 12 abgedichtet wird.

Die Führungsschiene 12 ist langgestreckt profilförmig und symmetrisch zu ihrer Längsachse ausgebildet und weist einen ersten Bereich 49 auf, welcher in einer Wand 51 versenkt ist, und einen zweiten schmaleren Bereich 53, welcher aus der Wand 51 herausragt. Entlang der Hauptschieberichtung 36 sind an der Innen- und Außenseite der Führungsschiene 12 entfernbare Einbauleisten 52, 54 angeordnet, mittels derer der Einbau des feststehenden Türflügels 18 und des verschiebbaren Türflügels 14 erleichtert wird. Die Einbauleisten 52, 54 schließen bündig mit äußeren Stegen 55, 57 der Führungsschiene 12 ab, wobei die Kontaktfläche zwischen den äußeren Stegen 55, 57 und der Einbauleisten 52, 54 in einer Ebene mit einer Unterseite der Wand 51 liegt. Die Höhe der Einbauleisten 52, 54 entspricht somit der Höhe des schmaleren Bereichs 53 der Führungsschiene 12.

Pro Türflügel 14, 18 ist jeweils ein inneres Dichtelement 48, 48' und ein äußeres Dichtelement 50, 50' vorgesehen. Alle Dichtelemente 48, 48', 50, 50' weisen jeweils eine an die schrägen Flächen 44, 46 der Rahmen 40, 20 angepasste schräge Dichtungsfläche auf und sind auf der dieser Dichtungsfläche gegenüberliegenden Seite mittels eines elastisch ausgebildeten Halteabschnitts 60, 62 in an den Einbauleisten 52, 54 und beidseitig an einem mittleren Steg 64 ausgeformten Nuten 63, 65 fixiert.

Die Rahmen 40, 20 und die Dichtelemente 48, 48', 50, 50' sind für den verschiebbaren Flügel 14 und den feststehenden Flügel 18 baugleich ausgebildet, sodass aufgrund der Verwendung von Gleichteilen Kosten eingespart werden können.

Durch den achssymmetrischen Aufbau der Führungsschiene 12 kann ferner frei gewählt werden, ob der verschiebbare Flügel 14 außen oder innen, d.h. in 1 rechts oder links, angeordnet werden soll.

Die Führungsschiene 12 definiert in ihrem Inneren einen Freiraum 66. Dieser Freiraum 66 innerhalb der Führungsschiene 12 oberhalb der abgesenkten Anlageeinheit 16 ist bewusst so gewählt, dass ein Anheben des verschiebbaren Flügels 14 möglich ist, ohne dass das Führungselement 38 oder ein anderes Teil der Anlageeinheit 16 mit der Führungsschiene 12 kollidiert. Die Führungsflächen 26, 28 sind parallel zueinander ausgerichtet und in ihrer Höhe so gewählt, dass die Anlageelemente 22, 24 beim Anheben des verschiebbaren Flügels 14 an den Führungsflächen 26, 28 entlang nach oben gleiten können und beim Absenken des verschiebbaren Flügels 14 an den Führungsflächen 26, 28 entlang wieder nach unten gleiten können. In der angehobenen Stellung steht der Rahmen 40 nicht in Kontakt mit den Dichtungen 48, 50 und der gesamte Flügel 14 ist entlang der Hauptverschieberichtung 36 mit geringem Kraftaufwand verschiebbar.

2 zeigt eine Detailansicht der Anlageeinheit 16 in einer Draufsicht. Wie dort zu erkennen ist, stehen die als Rollen ausgebildeten Anlageelemente 22, 24 über das Führungselement 38 und den Rahmen 40 seitlich hinaus, sodass einzig die Anlageelemente 22, 24 an ihren Umfangsflächen 68, 70, d.h. ihren Anlageflächen, mit den an der Führungsschiene 12 (1) ausgebildeten Führungsflächen 26, 28 in Kontakt stehen. Der Abstand der Drehachsen 32, 34 der Anlageelemente 22, 24 ist durch ein Stauchen oder Entspannen der Vorspanneinrichtung 30 variabel einstellbar, wobei sich der Abstand der Drehachsen 32, 34 automatisch an den Abstand der Führungsflächen 26, 28 (1) anpasst. Hierzu ist die Vorspanneinrichtung 30 direkt oder indirekt mit beiden Drehachsen 32, 34 verbunden, um die Anpresskraft der Vorspanneinrichtung 30 auf die Anlageelemente 22, 24 zu übertragen.

Entlang der Hauptschieberichtung 36 können mehrere gleichartige Anlageeinheiten 16 angeordnet sein, um den verschiebbaren Flügel 14 in der Führungsschiene 12 definiert zu führen.

Bezugszeichenliste

10
Beschlaganordnung
12
Führungsschiene
14
verschiebbarer Flügel
16
Anlageeinheit
18
feststehender Flügel
20
Rahmen
22, 24
Anlageelemente
26, 28
Führungsfläche
30
Vorspanneinrichtung
32, 34
Drehachsen
36
Hauptverschieberichtung
38
Führungselement
40
Rahmen
42
Flügelfläche
44, 46
schräge Flächen
48, 50
Dichtelemente
49, 53
Bereich
51
Wand
52, 54
Einbauleisten
55, 57
äußerer Steg
60, 62
Halteabschnitt
63, 65
Nuten
64
mittlerer Steg
66
Freiraum
68, 70
Umfangsflächen
72
Auflageeinheit