Title:
Zusammensetzung für ein Isolierband
Kind Code:
A1


Abstract:

Die Erfindung bezieht sich auf eine Zusammensetzung zur Herstellung eines Isolierbandes, wobei die Zusammensetzung zum Fixieren eines nichtleitenden Materials auf einer Verstärkungsschicht dient.
Um ein Isolierband bereitzustellen, das insbesondere bei der Herstellung der Isolation von Mittel- und Hochspannungsvorrichtungen im VPI-Verfahren eingesetzt, den Einsatz üblicher Härter, insbesondere Carbonsäureanhydride, vermeidet, wird eine Zusammensetzung vorgeschlagen, die
einen Novolak, hergestellt durch Kondensation eines substituierten oder unsubstituierten Phenols mit einem Aldehyd, wobei der Novolak ein Molekulargewicht von 250 bis 1000 g/mol aufweist sowie
einen Katalysator ausgewählt aus der Gruppe der Bor(III)halogenide und/oder deren Aminkomplexen, Imidazole, Acetylacetonate, Zinn(IV)chlorid und/oder tertiären Amine und/oder Tetramethylguanidin sowie
ggf. weitere Zusatzstoffe enthält.




Inventors:
Scheuer, Christoph (46539, Dinslaken, DE)
Kuhlmann, Gunda, Dr. (59077, Hamm, DE)
Saltapidas, Panagiotis (45711, Datteln, DE)
Dreßen, Thomas (46049, Oberhausen, DE)
Application Number:
DE102016014267A
Publication Date:
05/30/2018
Filing Date:
11/30/2016
Assignee:
Hexion GmbH, 58642 (DE)
International Classes:



Foreign References:
WO1998014959A11998-04-09
56188911997-04-08
51588261992-10-27
46560901987-04-07
36476111972-03-07
WO2015062660A12015-05-07
Other References:
DIN 55672-1
Claims:
Zusammensetzung zur Herstellung eines Isolierbandes, wobei die Zusammensetzung zum Fixieren eines nichtleitenden Materials auf einer Verstärkungsschicht dient, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusammensetzung
a) einen Novolak, hergestellt durch Kondensation eines substituierten oder unsubstituierten Phenols mit einem Aldehyd, wobei der Novolak ein Molekulargewicht von 250 bis 1000 g/mol aufweist sowie
b) einen Katalysator ausgewählt aus der Gruppe der Bor(III)halogenide und/oder deren Aminkomplexen, Imidazole, Acetylacetonate, Zinn(IV)chlorid und/oder tertiären Amine und/oder Tetramethylguanidin sowie
c) ggf. weitere Zusatzstoffe enthält.

Zusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusammensetzung 50 - 90 Gew.% Novolak, 1 - 30 Gew.% Katalysator und 0-49 Gew.% weitere Zusatzstoffe bezogen auf die gesamte Masse aller Komponenten der Zusammensetzung, enthält.

Zusammensetzung nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusammensetzung 5 bis 30 Gew.% Katalysator, bezogen auf das Gewicht des Novolakes, enthält.

Zusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Novolak hergestellt ist durch Kondensation von Phenol und/oder Kresol mit Formaldehyd.

Zusammensetzung nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Novolak ein Molekulargewicht von 250 bis 500 g/mol aufweist.

Zusammensetzung nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Katalysator Imidazol, bevorzugt 2-Phenylimidazol, verwendet wird.

Zusammensetzung nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nichtleitende Material Glimmer ist.

Zusammensetzung nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstärkungsschicht aus einem Gewebe, Gewirk, Vlies oder Folie aus Glas und/oder Steinwolle und/oder Polyimide und/oder Polyester gebildet ist.

Verwendung einer Zusammensetzung nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche zur Herstellung von Glimmerbändern.

Verwendung einer Zusammensetzung zur Herstellung einer Isolation eines zu isolierenden Leiters für ein Verfahren folgende Schritte enthaltend:
(I) Bereitstellen eines Isolierbandes welches ein nichtleitendes Material und eine Verstärkungsschicht umfasst, die mittels einer Zusammensetzung miteinander verklebt sind, wobei die Zusammensetzung
a) einen Novolak, hergestellt durch Kondensation eines substituierten oder unsubstituierten Phenols mit einem Aldehyd ist, wobei der Novolak ein Molekulargewicht von 250 bis 1000 g/mol aufweist sowie
b) einen Katalysator ausgewählt aus der Gruppe der Bor(III)halogenide und/oder deren Aminkomplexen, Imidazole, Acetylacetonate, Zinn(IV)chlorid und/oder tertiären Amine und/oder Tetramethylguanidin sowie
c) ggf. weitere Zusatzstoffe enthält,
(II) Umwickeln des elektrischen Leiters mit dem Isolierband und
(III) Imprägnieren des um den Leiter gewickelten Isolierbandes mit einem Harz auf Epoxidharzbasis.

Verwendung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Isolation des zu isolierenden Leiters im Vakuum-Druck-Imprägnierungsverfahren erfolgt.

Verwendung einer Zusammensetzung nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche zur Isolation von Mittel- und Hochspannungsvorrichtungen, insbesondere Generatoren und Motoren.

Description:

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Zusammensetzung zur Herstellung eines Isolierbandes, wobei die Zusammensetzung zum Fixieren eines nichtleitenden Materials auf einer Verstärkungsschicht dient, sowie deren Verwendung.

Das Isoliersystem in Hochspannungsvorrichtungen, wie z.B. Motoren oder Generatoren, hat die Aufgabe, elektrisch leitende Bestandteile wie Drähte, Spulen oder Stäbe dauerhaft gegeneinander und gegen das Ständerblechpaket oder die Umgebung elektrisch zu isolieren. Generell besteht bei den Isoliersystemen das Problem, dass Teilentladungen aufgrund von lawinenartigen Ladungswanderungen auftreten, die letztendlich zum elektrischen Durchschlag des Isolators führen können. Um diesen Problem entgegenzuwirken, werden die zu isolierenden Teile mit Glimmerbändern umwickelt, die im Brandfall die Funktion des Leiters aufrechterhalten sollen. Bei einem Glimmerband wird ein Glimmerpapier, das häufig aus einer Glimmerpulpe (enthaltend Muskovit und Phlogopit) mittels eines Bindemittels hergestellt worden ist, mit einem festen Trägerband, wie z.B. Gewebe, Vlies oder Folie aus z.B. Glas, Steinwolle, Polyester oder Polyimid mittels eines Klebers verklebt. Das Glimmerpapier kann einseitig oder beidseitig mit dem Trägerband versehen sein, wobei die Seiten auch aus verschiedenen Trägermaterialien bestehen können. Die Verklebung erfolgt in der Art, dass der Kleber zum Durchdringen des Glimmerpapiers und des Trägermaterials benutzt wird und somit ein Prepreg gebildet wird.

Als Kleber werden Harzzusammensetzungen verwendet, die bei Raumtemperatur eine hohe Festigkeit aufweisen, um die Verbindung von Glimmer und Träger sicher zu stellen und bei erhöhten Temperaturen (60 °C-150 °C) in einen flüssigen Zustand übergehen. Dies gewährleistet dessen Aufbringung als flüssigen Klebstoff bei erhöhter Temperatur oder im Gemisch mit einem leichtflüchtigen Lösungsmittel. Nach Abkühlung oder Abzug des Lösungsmittels liegt der Kleber in fester aber dennoch flexibler Form vor und ermöglicht so eine sichere Umwicklung des leitenden Teils mit dem Glimmerband bei Raumtemperatur, wobei die Klebeigenschaften des Klebers verhindern, dass es zur Delamination des Glimmerpapiers vom Trägermaterial kommt. Als Harzkomponente des Klebers sind aus dem Stand der Technik (WO 1998/014959 A1) u.a. Silikonharze, Polyalkylene, Polyvinylester, Polyvinylalkohole bekannt. Besonders eignen sich aufgrund ihrer Leitfähigkeitskenndaten aber hierzu Epoxidharze. So beschreiben die US 5,618,891; US 5,158,826; US 4,656,090; US 3,647,611 oder auch die WO 2015/062660 A1 spezielle Epoxidharzzusammensetzungen für Glimmerbänder. In der Regel enthält der Kleber außer der Epoxidharzkomponente weiterhin eine Beschleunigerkomponente, die geeignet ist, den Aushärtungsprozess des anschließend applizierten Imprägnierharzes auf Epoxidharzbasis in Gang zu setzen (z.B. Anhydridhärtung), wobei nur gezielt ausgewählte Beschleuniger hierfür geeignet waren, da eine vorzeitige Aushärtung auf dem Glimmerband z.B. während der Lagerung des Glimmerbandes oder während des Imprägnierprozesses vermieden werden musste.

Der mit Glimmerband umwickelte Leiter wird in der Regel vorzugsweise in einem Vakuum-Druck-Imprägnierungs-Prozess (VPI-Prozess) mit Kunstharz imprägniert.

Beim Vakuum-Druck-Imprägnierungsverfahren wird in einem ersten Schritt mittels Vakuum die Restfeuchte aus den in dem Imprägnierbehälter befindlichen zu durchtränkenden mit Glimmerband umwickelten Leiter verdampft und in einem sich anschließenden zweiten Schritt werden diese Wicklungen zunächst bei Unterdruck und anschließend unter Druck mit einem Imprägnierharz aus einem Vorratsbehälter durchflutet. Ein vollständiges Durchdringen der Isolationssysteme kann so erreicht werden. Mittels Kapazitätsmessung kann die Harzaufnahme des Isolationssystems verfolgt werden. Der Prozess ist beendet, wenn die Kapazitätsänderung ein Minimum erreicht hat. Mittels des vorhandenen Druckes im Behälter lässt sich das Imprägnierharz in die Vorratsbehälter zurückdrücken. Nach dem Abtropfen erfolgt die Übergabe in den Trockenofen, wo die Aushärtung erfolgt.

Als Imprägnierharz werden vorrangig Harze auf Epoxidharzbasis verwendet, da bei diesen auf zusätzliche Lösungsmittel verzichtet werden kann. Außerdem besitzen diese eine gute Vakuumfestigkeit, geringe Volumenschwindung und eine hohe Haftfestigkeit zum Glimmerband. Damit das Epoxidharz eine dem Prozess angepasste Viskosität aufweist, wird es im Imprägnierbehälter bei Temperaturen von 60 °C bis 70 °C gehalten. Das erfordert allerdings einen Härter- der sich in Mischung mit der Epoxidharzkomponente im Imprägnierbehälter befindet - der bei diesen Temperaturen noch nicht reaktiv ist, sondern erst bei deutlich höheren Temperaturen des Aushärtungsprozesses (> 120 °C). Des Weiteren muss der Härter auch einen kurzen Imprägnierzyklus und einen geringen Abtropfverlust nach dem Imprägniervorgang gewährleisten. Von daher eignen sich als Härter für das Imprägnierharz auf Epoxiddharzbasis Carbonsäureanhydride, wie z.B. Hexahydrophthalsäureanhydrid (HHPA) oder Methylhexahydrophthalsäureanhydrid (MHHPA), die aber wiederum in Verdacht stehen, gesundheitsschädigend zu sein, so dass diese aus dem Produktionsprozess zu verbannen sind.

Es ist daher Aufgabe der hier vorliegenden Erfindung, ein Isolierband - bevorzugt Glimmerband - bereitzustellen, das insbesondere bei der Herstellung der Isolation von Mittel- und Hochspannungsvorrichtungen im VPI-Verfahren eingesetzt, den Einsatz üblicher Härter, insbesondere Carbonsäureanhydride, vermeidet.

Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß durch eine Zusammensetzung zur Herstellung eines Isolierbandes, wobei die Zusammensetzung zum Fixieren eines nichtleitenden Materials auf einer Verstärkungsschicht dient, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusammensetzung

  1. a) einen Novolak, hergestellt durch Kondensation eines substituierten oder unsubstituierten Phenols mit einem Aldehyd, wobei der Novolak ein Molekulargewicht von 250 bis 1000 g/mol aufweist sowie
  2. b) einen Katalysator ausgewählt aus der Gruppe der Bor(III)halogenide und/oder deren Aminkomplexen, Imidazole, Acetylacetonate, Zinn(IV)chlorid und/oder tertiären Amine und/oder Tetramethylguanidin sowie
  3. c) ggf. weitere Zusatzstoffe enthält.

Die erfindungsgemäße Zusammensetzung wird als Kleber zwischen dem nichtleitenden Material, bevorzugt Glimmer, auf die Verstärkungsschicht, also das Trägerband, was vorzugsweise gebildet aus einem Gewebe, Gewirk, Vlies oder Folie aus Glas und/oder Steinwolle und/oder Polyimide und/oder Polyester und/oder Quarz in herkömmlicher Art und Weise mittels Spritzen, Streichen oder Rakeln aufgebracht. Es entsteht ein flächenmäßig mit der erfindungsgemäßen Zusammensetzung durchtränkter Verbund aus ein- oder mehrseitig mit Verstärkungslagen beschichtetem Glimmerpapier. Vorzugsweise enthält das Isolierband 5 bis 20 Gew.% des erfindungsgemäßen Klebers bezogen auf die Gesamtmasse (Trägerband, nichtleitendes Material, Kleber).

Dieser Verbund ist aufgrund der gekonnten Auswahl der Komponenten und der daraus resultierenden Reaktivität der erfindungsgemäßen Zusammensetzung bei Raumtemperatur lagerstabil, kann gegebenenfalls in gewünschter Bandbreite zugeschnitten und als Rollenware gelagert werden. Im Vergleich zu den oben beschriebenen Glimmerbändern auf Epoxidharzbasis mit einer die nachfolgende Anhydridhärtung-initiierenden Katalysatorkomponente können nunmehr Glimmerbänder mit verbesserter Lagerstabilität bereitgestellt werden.

Durch das Glimmerband, was die erfindungsgemäße Zusammensetzung aufweist, können insbesondere Isolationen für Mittel- und Hochspannungsvorrichtungen bereitgestellt werden, die als Imprägnierharz Epoxidharze aufweisen und vorteilhafterweise im VPI-Prozess hergestellt werden. Während des Imprägniervorganges, durchtränkt das erwärmte (ca. 40-80 °C) Imprägnierharz auf Epoxidharzbasis mittels Vakuum den mit dem Glimmerband umwickelten Leiter, wobei das Glimmerband die erfindungsgemäße Zusammensetzung aufweist. Der Novolak der erfindungsgemäßen Zusammensetzung wird über das Glimmerband in das Epoxidharz des Imprägnierharzes eingebracht und wirkt als Co-Härter für dieses. Um die Homopolymerisation des Imprägnierharzes zu starten und den Härtungsvorgang aller durchtränkten Schichten zu beschleunigen, dient der im Glimmerband befindliche Katalysator, wodurch die Aushärtungszeit optimiert werden konnte.

Durch die erfindungsgemäße Zusammensetzung des Glimmerbandes konnte der Verlustfaktor tan(δ) der Isolationsschicht, der den Verlust der elektrischen Energie, der durch Umwandlung in Wärme entsteht, wiedergibt, auf entsprechendem Niveau gehalten werden, so dass ausreichende Isolationseigenschaften erzielt werden konnte. Durch die Verwendung der erfindungsgemäßen Zusammensetzung im Glimmerband konnte im Epoxid-Imprägnierharz auf den Einsatz von bisher üblichen Anhydridhärtern verzichtet werden, was aus Gesundheits- und Umweltaspekten wünschenswert ist.

Die für die erfindungsgemäße Isolierband-Zusammensetzung verwendeten Novolake sind aus dem Stand der Technik bekannt. Sie werden hergestellt durch Kondensation eines substituierten oder unsubstituierten Phenol mit einem Aldehyd, wobei der erhaltene Novolak ein Molekulargewicht von 250 bis 1000 g/mol (gemessen entsprechend DIN 55672-1) aufweist. So werden bevorzugt einkernige substituierte oder unsubstituierten Phenole (z.B. Phenol, Kresole und/oder p-tert. Butylphenol) mit Aldehyden (bevorzugt Formaldehyd) im Sauren umgesetzt. Diese Verbindungen sind einfach verfügbar. Die am häufigsten verwendeten Katalysatoren für die saure Kondensation sind Oxalsäure, Salzsäure, p-Toluolsulfonsäure, Phosphorsäure und Schwefelsäure. Typische Molverhältnisse im Reaktionsansatz liegen hier bei 0,75 - 0,85 mol Formaldehyd zu 1 mol Phenol (F/P = 0,75 - 0,85). Die Kondensation wird abgebrochen, wenn ein Molekulargewicht von 250 bis 1000 g/mol, bevorzugt 250 bis 500 g/mol, erreicht wurde, da dadurch die Viskosität der Zusammensetzung die zur Aufbringung auf das Trägerband eine wichtige Rolle spielt, optimal eingestellt werden kann.

Kommerziell erhältlich sind die erfindungsgemäß verwendeten Novolake z.B. unter dem Namen Bakelite®PH 8505 (Produkt der Hexion GmbH).

Weiterhin enthält die erfindungsgemäße Zusammensetzung einen Katalysator, bevorzugt 1 bis 30 Gew.%, wiederum bevorzugt 5 - 30 Gew.%, bezogen auf die Masse des Novolaks, ausgewählt aus der Gruppe der Bor(III)halogenide und/oder deren Aminkomplexen, Imidazole, Acetylacetonate, Zinn(IV)chlorid und/oder tertiären Aminen und/oder Tetramethylguanidin. Bevorzugt sind Bortrifluorid- oder Bortrichloridkomplexe oder auch Aminborate, jedoch sind besonders bevorzugt Verbindungen aus der Gruppe der Imidazole, insbesondere 2-Phenylimidazol. Verfahrensbedingt ist es erforderlich, dass der im Glimmerband befindliche Katalysator einen entsprechenden Dampfdruck aufweist, der einerseits nach der Konfektionierung des Glimmerbandes nicht ausgast auf der anderen Seite während des VPI-Prozesses in die durchtränkten Schichten des Imprägnierharzes migriert, um die Härtung der durchtränkten Schichten durchgängig zu beschleunigen. Durch die gezielte Auswahl der Katalysatoren wird dies gewährleistet.

Als weiteren Bestandteil kann die erfindungsgemäße Zusammensetzung gegebenenfalls weitere Zusatzstoffe wie z.B. Verarbeitungshilfsmittel (z.B. Lösungsmittel z.B. Methylethylketon), Haftvermittler (z.B. Silane) oder auch Netzmittel aufweisen. Diese Zusatzstoffe wirken sich positiv auf die Herstellung und Eigenschaften des Isolierbandes aus.

So enthält die Zusammensetzung vorteilhafterweise beispielhaft 50 - 90 Gew.% Novolak, 1 - 30 Gew.% Katalysator und 0-49 Gew.% weitere Zusatzstoffe, bezogen auf die gesamte Masse aller Komponenten der Zusammensetzung.

Die Herstellung der Isolation eines zu isolierenden Leiters erfolgt durch ein Verfahren folgende Schritte enthaltend:

  1. (I) Bereitstellen eines Isolierbandes welches ein nichtleitendes Material und eine Verstärkungsschicht umfasst, die mittels einer Zusammensetzung miteinander verklebt sind, wobei die Zusammensetzung
    1. a) einen Novolak, hergestellt durch Kondensation eines substituierten oder unsubstituierten Phenols mit einem Aldehyd ist, wobei der Novolak ein Molekulargewicht von 250 bis 1000 g/mol aufweist sowie
    2. b) einen Katalysator ausgewählt aus der Gruppe der Bor(III)halogenide und/oder deren Aminkomplexen, Imidazole, Acetylacetonate, Zinn(IV)chlorid und/oder tertiären Amine und/oder Tetramethylguanidin sowie
    3. c) ggf. weitere Zusatzstoffe enthält,
  2. (II) Umwickeln des elektrischen Leiters mit dem Isolierband und
  3. (III) Imprägnieren des um den Leiter gewickelten Isolierbandes mit einem Harz auf Epoxidharzbasis.

Das Imprägnierharz auf Epoxidharzbasis ist aus dem Stand der Technik bekannt. So kann das Harz ausgewählt sein aus der Gruppe der Polyepoxide auf der Basis von Bisphenol A und/oder F und daraus hergestellte Advancementharze, auf der Basis von epoxidierten halogenierten Bisphenolen und/oder epoxidierten Novolaken und/oder Polyepoxidester auf der Basis von Phthalsäure, Hexahydrophthalsäure oder auf der Basis von Terephthalsäure, epoxidierte o- oder p-Aminophenole, epoxidierte Polyadditionsprodukte aus Dicyclopentadien und Phenol.

So werden als Harzkomponenten z.B. epoxidierte Phenolnovolake (Kondensationsprodukt aus Phenol und z. B. Formaldehyd und/oder Glyoxal), epoxidierte Kresolnovolake, Polyepoxide auf der Basis von Bisphenol-A (z. B. auch Produkt aus Bisphenol A und Tetraglycidylmethylendiamin), epoxidierte halogenierte Bisphenole (z. B. Polyepoxide auf der Basis von Tetrabrombisphenol-A) und/oder Polyepoxide auf der Basis von Bisphenol-F und/oder epoxidierter Novolak und/oder Epoxidharze auf der Basis von Triglycidylisocyanurate verwendet. Das mittlere Molekulargewicht all dieser Harze beträgt bevorzugt 200 bis 4000 g/mol und das Epoxidäquivalent vorzugsweise 100 bis 2000 g/Äquiv.

Unter anderem können folgende Harzkomponenten verwendet werden:
z.B. Polyepoxide auf Basis von Bisphenol A (z. B Epikote® 162 oder 828) und/oder Bisphenol F (z. B. Epikote® 158 oder 862) sowie Gemische daraus und Reaktivverdünner (wie z.B. Heloxy®Modifier AQ) enthaltende Mischungen, Cycloaliphatische Epoxidharze (z.B. Epikote ® 760 - Produkte erhältlich bei Hexion Inc.)

Auch das Imprägnierharz kann ggf. weitere Komponenten, wie z.B. Netzmittel, die zur Steuerung der Oberflächenspannung dienen, enthalten. Möglich wäre auch die Zugabe von weiteren härtend wirkenden Bestandteilen, wobei bevorzugt aber auf die Verwendung von Anhydriden im Imprägnierharz verzichtet werden soll.

Besonders bevorzugt ist, wenn die Imprägnierung im Schritt (III) unter Vakuum erfolgt (VPI-Verfahren), wodurch eine nahezu vollständige Durchtränkung des Verbundes aus dem mit Glimmerband umwickelten Leiter mit dem Imprägnierharz gewährleistet wird. Nach der Imprägnierung schließt sich in der Regel eine Aushärtung in einem Trockenofen in einem Temperaturbereich von 80 °C bis 180 °C, je nach verwendetem Imprägnierharz, an.

Anhand eines Ausführungsbeispiels soll die Erfindung näher erläutert werden:

Herstellung des Glimmerbandes

Zur Herstellung des Glimmerbandes wird zunächst die Kleberkomponente wie folgt formuliert:
1000 g des Novolaks (Bakelite®PH 8505) wird auf 60 °C aufgeheizt und mit 150 g 2-Phenylimidazol versetzt.

Das Gemisch wird innerhalb von einer Stunde bei 60 °C homogenisiert. Anschließend wird bei 60 °C eine 80 %-ige Lösung in Methylethylketon hergestellt und auf Raumtemperatur gekühlt. Der so hergestellte Kleber wird zur Fixierung einer Lage 100 µm dickem Glimmerpapier auf einem Glasvlies mit einem Lagengewicht von 23 g/m2 verwendet. Dazu werden 20 g/m2 des Klebers auf das Glasvlies aufgesprüht, mit dem Glimmerpapier verbunden und der Verbund bei 70 °C im Vakuum (10 mbar) getrocknet.

Das so hergestellte Glimmerband wird auf Raumtemperatur abgekühlt.

Herstellung der Imprägnierung im VPI-Prozess

Das wie oben beschrieben hergestellte Glimmerband wird zu Tafeln von 10 x 10 cm zugeschnitten. 10 Lagen des Glimmerbandes werden zu einer Schichtdicke von ca. 2 mm aufeinandergeschichtet und in einer zweiseitig offenen Metallform bei 40 °C und 5 mbar mit einem Imprägnierharz bestehend aus 250 g EPIKOTE™ Resin 162, 750 g EPIKOTE™ Resin 158 und 150 g Heloxy™ Modifier AQ innerhalb von 60 Minuten durchtränkt. Mittels eines Überdrucks von 6 bar wird die Imprägnierung für weitere 60 Minuten fortgesetzt.

Das überschüssige Imprägnierharz wird abgelassen und die Metallform in einen Härterofen überführt. Die Härtung erfolgt in zwei Stufen, zunächst 3 Stunden bei 90 °C gefolgt von 15 Stunden bei 140 °C.

Isolationseigenschaften

Der Verbund aus Imprägnierharz und Kleber führt nach dem Härten zu folgenden Verlustfaktoren (tan(δ)) in Abhängigkeit von der Temperatur:

Temp. in °Ctan(δ)250,005500,00715750,01041000,0171200,05221400,24251801,206

Diese sind auf vergleichbarem Niveau mit denen, die Anhydridhärter im Imprägnierharz enthalten, so dass auch die erfindungsgemäße Imprägnierung die gewünschten Isolationseigenschaften liefert.

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

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Zitierte Patentliteratur

  • WO 1998/014959 A1 [0003]
  • US 5618891 [0003]
  • US 5158826 [0003]
  • US 4656090 [0003]
  • US 3647611 [0003]
  • WO 2015/062660 A1 [0003]

Zitierte Nicht-Patentliteratur

  • DIN 55672-1 [0013]