Title:
Verfahren zur Selektion der Frequenzkanäle eines Kommunikationssystems
Kind Code:
A1


Abstract:

Verfahren zur Selektion von Frequenzkanälen (K1–Kn) eines ein Frequenzsprungverfahren verwendenden Kommunikationssystems mit Funkübertragung, mit einem ersten Kommunikationsmodul (10), wobei das erste Kommunikationsmodul (10) vorzugsweise einem Datensammler (1) zugeordnet ist, zwei oder mehrere zweite Kommunikationsmodule (20), wobei das zweite Kommunikationsmodul (20) vorzugsweise jeweils einem Verbrauchsmessgerät (2) zugeordnet ist, wobei Datenpakete (4) in einem Frequenz/Zeit-Block vom ersten Kommunikationsmodul (10) zum zweiten Kommunikationsmodul (20) und/oder vom zweiten Kommunikationsmodul (20) zum ersten Kommunikationsmodul (10) übertragen werden, die Übertragung der Datenpakete (4) über wahlweise mehrere, unterschiedliche Frequenzkanäle (K1–Kn) erfolgt, wobei die Übertragungsqualität der Frequenzkanäle (K1–Kn) bewertet wird und anhand der Bewertung der Übertragungsqualität der Frequenzkanäle (K1–Kn) eine Entscheidung für eine Auswahl desjenigen Frequenzkanals (K1–Kn) getroffen wird, über den das jeweilige Datenpaket (4) vom sendenden Kommunikationsmodul (10 bzw. 20) an das empfangende Kommunikationsmodul (20 bzw. 10) übertragen wird, wobei die Signalleistung SL1 in einem Frequenz/Zeit-Block (5a, 5b) außerhalb des jeweiligen Datenpakets (4) ermittelt wird und bei der Bewertung der Übertragungsqualität des Frequenzkanals (K1–Kn) mit einbezogen wird.




Inventors:
Petkov, Hristo (90425, Nürnberg, DE)
Kauppert, Thomas, Dipl.-Ing. (90455, Nürnberg, DE)
Application Number:
DE102016010432A
Publication Date:
03/01/2018
Filing Date:
08/27/2016
Assignee:
Diehl Metering Systems GmbH, 90451 (DE)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE10320176B3N/A2004-12-09



Foreign References:
200201362682002-09-26
200600131722006-01-19
200601335432006-06-22
Claims:
1. Verfahren zur Selektion von Frequenzkanälen (K1–Kn) eines ein Frequenzsprungverfahren verwendenden Kommunikationssystems mit Funkübertragung, mit
einem ersten Kommunikationsmodul (10), wobei das erste Kommunikationsmodul (10) vorzugsweise einem Datensammler (1) zugeordnet ist,
zwei oder mehrere zweite Kommunikationsmodule (20), wobei das zweite Kommunikationsmodul (20) vorzugsweise jeweils einem Verbrauchsmessgerät (2) zugeordnet ist, wobei
Datenpakete (4) in einem Frequenz/Zeit-Block vom ersten Kommunikationsmodul (10) zum zweiten Kommunikationsmodul (20) und/oder vom zweiten Kommunikationsmodul (20) zum ersten Kommunikationsmodul (10) übertragen werden,
die Übertragung der Datenpakete (4) über wahlweise mehrere, unterschiedliche Frequenzkanäle (K1–Kn) erfolgt, wobei
die Übertragungsqualität der Frequenzkanäle (K1–Kn) bewertet wird und anhand der Bewertung der Übertragungsqualität der Frequenzkanäle (K1–Kn) eine Entscheidung für eine Auswahl desjenigen Frequenzkanals (K1–Kn) getroffen wird, über den das jeweilige Datenpaket (4) vom sendenden Kommunikationsmodul (10 bzw. 20) an das empfangende Kommunikationsmodul (20 bzw. 10) übertragen wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Signalleistung SL1 in einem Frequenz/Zeit-Block (5a, 5b, 5c) außerhalb des jeweiligen Datenpakets (4) ermittelt wird und
bei der Bewertung der Übertragungsqualität des Frequenzkanals (K1–Kn) mit einbezogen wird.

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Signalleistung SL1 in einem Frequenz/Zeit-Block (5a, 5b, 5c) außerhalb des jeweiligen Datenpakets (4) durch ein Fremdsignal (Störsignal) und/oder durch Fading und/oder durch Rauschen begründet ist.

3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich die Signalleistung SL2 in einem Frequenz/Zeit-Block innerhalb des jeweiligen Datenpakets (4) in dem betreffenden Frequenzkanal (K1–Kn) ermittelt wird.

4. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Signalleistungen SL1 und SL2 zueinander in Relation gesetzt werden.

5. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Mehrzahl von Frequenzkanalmustern (8, 8a8d), die eine jeweils festgelegte Abfolge der Belegung der Frequenzkanäle (K1–Kn) umfassen, vorgesehen ist.

6. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass anhand der gemessenen Signalleistungen SL1 bzw. SL2 ein Wahrscheinlichkeitsquotient WQ, insbesondere für das betreffende Datenpaket (4), festgelegt wird.

7. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Basis der gemessenen Signalleistungen SL1 bzw. SL2 für die Frequenzkanäle (K1–Kn) ein für die Frequenzkanäle (K1–Kn) gemeinsamer Qualitätsindikator QI ermittelt wird und ein bestimmter Grenzwert des Qualitätsindikators QI festgelegt wird, anhand dessen eine Änderung des aktuellen Frequenzkanalmusters (8) in ein anderes Frequenzkanalmuster (8a8d) vorgenommen wird.

8. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass von einem Kommunikationsmodul (z. B. 10) ein Änderungssignal (6) erzeugt wird, welches von einem Kommunikationsmodul (z. B. 20) mittels eines Bestätigungssignals (7) an das Kommunikationsmodul (z. B. 10) bestätigt werden muss, um eine Änderung der Frequenzkanäle (K1–Kn) oder des Frequenzkanalmusters (8a, 8b) zu ermöglichen.

9. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Abtastung der Frequenzkanäle (K1–Kn) erfolgt, indem ein erster Teil der Datenpakete (4) über bestimmte Frequenzkanäle (K1–Kn) ohne Frequenzkanaländerung übermittelt wird und ein zweiter Teil der Datenpakete (4) auf andere Frequenzkanäle (K1–Kn) verschoben wird, um die Übertragungsqualität dieser Frequenzkanäle (K1–Kn) zu ermitteln.

10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass alle Frequenzkanäle (K1–Kn) eines Frequenzbandes abgetastet werden.

11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass im Downlink die Abtastung der Frequenzkanäle (K1–Kn) jeweils zwischen dem ersten Kommunikationsmodul (10) des Datensammlers (1) und einem zweiten Kommunikationsmodul (20) erfolgt.

12. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass im Uplink die Abtastung der Frequenzkanäle (K1–Kn) jeweils zwischen dem ersten Kommunikationsmodul (10) des Datensammlers (1) und einer Mehrzahl der zweiten Kommunikationsmodule (20) erfolgt und jedes zweite Kommunikationsmodul (20) zu festgelegten, für jedes zweite Kommunikationsmodul (20) unterschiedlichen Zeiten Datenpakete (4) in einem geänderten Frequenzkanal (K1–Kn) sendet, um die Übertragungsqualität dieses Frequenzkanals (K1–Kn) zu testen.

13. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass ein Grenzwert GW für die benötigte Anzahl ungestörter Datenpakete (4) festgelegt wird und dass anhand der Anzahl an empfangenen ungestörten Datenpaketen (4) und des Grenzwertes GW entschieden wird, ob ein Frequenzkanalwechsel erfolgt.

14. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass der Wahrscheinlichkeitsquotient WQ der Datenpakete (4) als Metrik für die Bewertung der Übertragungsqualität der Frequenzkanäle (K1–Kn) dient.

15. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass ein Frequenzkanalmuster (8a8d) überprüft wird bevor es ausgewählt wird.

Description:

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Selektion von Frequenzkanälen eines ein Frequenzsprungverfahren verwendenden Kommunikationssystems, insbesondere eines Datenübertragungssystems zur Verbrauchserfassung von Verbrauchsmessgeräten, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Technologischer Hintergrund

Intelligente Verbrauchsmessgeräte, auch Smart Meter genannt, sind in einem Versorgungsnetz befindliche Verbrauchsmessgeräte, z. B. für Energie, Strom, Gas, Wasser, die dem jeweiligen Anschlussbenutzer den tatsächlichen Verbrauch anzeigen und in ein Kommunikationsnetz eingebunden sind. Intelligente Verbrauchsmessgeräte haben den Vorteil, dass manuelle Ablesungen der Zählerstände entfallen und seitens des Versorgers kurzfristigere Rechnungstellungen gemäß dem tatsächlichen Verbrauch vorgenommen werden können. Durch kurzfristigere Ableseintervalle ist wiederum eine genauere Kopplung der Endkundentarife an die Entwicklung der Börsenstrompreise möglich. Auch können Versorgungsnetze wesentlich besser ausgelastet werden.

Intelligente Verbrauchsmessgeräte sind üblicherweise jeweils Wohneinheiten oder Wohnhäusern zugeordnet. Die dort anfallenden Messdaten können auf unterschiedlichste Weise ausgelesen werden. Messdaten können z. B. über das Stromnetz (Power Line) ausgelesen werden. Die Einbindung der Verbrauchsmessgeräte in ein überörtliches Netzwerk ist hierbei allerdings nicht möglich. Ferner können Messdaten per Mobilfunktechnologie in Form von Datenpaketen oder Telegrammen, die auch aus mehreren Datenpaketen bzw. Hops bestehen können, übertragen werden. Dies ist allerdings teuer, setzt die Installation von Mobilfunkmodulen an den Verbrauchsmessgeräten voraus und hat Nachteile bezüglich des hohen Stromverbrauchs an den einzelnen Verbrauchsmessgeräten. Ferner können Messdaten in Form von Datenpaketen oder Telegrammen auch per Funk, beispielsweise im ISM(Industrial, Scientific, Medical)-Band-Frequenzbereich, übertragen werden. Diese Frequenzbereiche haben den Vorteil, dass von den Betreibern lediglich eine allgemeine Zulassung der Frequenzverwaltung notwendig ist. Allerdings besteht das Problem, dass es aufgrund der Häufigkeit der Verwendung derartiger Frequenzbereiche für unterschiedlichste technische Einrichtungen, wie etwa Garagentorsteuerungen, Babyphones, Alarmanlagen, WLAN, Bluetooth, Rauchwarnmelder usw., oftmals zu Störungen kommen kann. Das Sammeln der Messdaten per Funk erfolgt entweder durch ortsfeste oder mobile Empfänger bzw. Datensammler (Kollektoren), an die die in den Sendern der Verbrauchsmessgeräte bereitgestellten Messdaten übertragen werden.

Zweckmäßigerweise erfolgt die Übertragung der Datenpakete auf mehreren Frequenzkanälen innerhalb eines Frequenzbandes (Frequenzsprungverfahren oder Frequency Hopping), um die Übertragungsqualität der Datenpakete zu verbessern. Hierbei besteht die Möglichkeit, gezielt Frequenzkanäle zu selektieren, d. h. gestörte Frequenzkanäle auszublenden und über ungestörte bzw. weniger gestörte Frequenzkanäle zu übertragen. Ein Frequenzwechsel erfolgt gemäß dem Frequenzsprungverfahren, wenn die Datenübertragung auf einer Frequenz gestört ist. Vorzugsweise erfolgt ein Wechsel auf andere Frequenzkanäle automatisch mit dem sogenannten adaptiven Frequenzsprungverfahren. Durch das adaptive Frequenzsprungverfahren kann schnell auf gestörte Frequenzkanäle reagiert werden. Ferner wird bei einem Frequenzkanalwechsel von einem gestörten Frequenzanal auf einen neuen ungestörten Frequenzkanal der neue Frequenzkanal durch Pseudozufallszahlen bestimmt. Aufgrund dieser zufälligen Auswahl des neuen Frequenzkanals kann es passieren, dass ein Frequenzkanal ausgewählt wird, der ebenfalls gestört ist oder dessen Übertragungsqualität schlechter ist, als die des ursprünglichen Frequenzkanals.

Nächstliegender Stand der Technik

Ein Verfahren zur Selektion der Frequenzkanäle eines Datenübertragungssystems gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 ist aus der DE 103 20 176 B3 bekannt. Bei dem Verfahren wird bei der Übertragung eines Datenpakets zwischen einem Sender und einem Empfänger die Übertragungsqualität der Frequenzkanäle ermittelt, indem die Datenpaket-Fehlerrate und/oder die Bit-Fehlerrate sowie die Feldstärke des Empfangssignals gemessen werden. Für die Selektionsentscheidung der Frequenzkanäle wird die ermittelte Feldstärke mit einer definierbaren Schwellenwertfeldstärke verglichen. Die Messung der Datenpaket-Fehlerrate und/oder die Bit-Fehlerrate sowie die Feldstärke des Empfangssignals erfolgt hierbei innerhalb definierter Sende-Zeitschlitze der messenden Einheit (Sender oder Empfänger), bei der nur jeweils ein Sender Datenpakete überträgt. Dadurch, dass die Sende-Zeitschlitze für alle Sender und Empfänger koordiniert werden müssen, ist das Verfahren aufwendig und störanfällig.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung liegt darin, ein Verfahren zur Datenübertragung, insbesondere zur Verbrauchserfassung von Verbrauchsmessgeräten zu schaffen, mit dem eine verbesserte Übertragungsqualität und Übertragungssicherheit ermöglicht wird.

Lösung der Aufgabe

Die vorstehende Aufgabe wird durch die gesamte Lehre des Anspruchs 1 gelöst. Zweckmäßige Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen beansprucht.

Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird die Signalleistung SL1 in einem Frequenz/Zeit-Block außerhalb der Übertragung des jeweiligen Datenpakets, d. h. das Signalrauschen außerhalb der Übertragung des Datenpakets, in dem betreffenden Frequenzkanal ermittelt und bei der Bewertung der Übertragungsqualität des Frequenzkanals mit einbezogen. Die Signalleistung SL1, die in einem Frequenz/Zeit-Block außerhalb der Übertragung des jeweiligen Datenpakets ermittelt wird, kann insbesondere durch ein Fremdsignal (Störsignal) und/oder durch Fading und/oder durch das Hintergrundrauschen begründet sein.

Dadurch, dass die Signalleistung SL1 außerhalb der Übertragung des Datenpakets ermittelt wird, kann bestimmt werden, ob sich ein Störer, d. h. eine fremde Signalübertragung, auf dem betreffenden Frequenzkanal befindet oder nicht. Auch ein hohes Signalrauschen auf dem Frequenzkanal lässt hierbei auf einen gestörten Frequenzkanal schließen. Ein niedriges Signalrauschen auf dem Frequenzkanal zeigt einen ungestörten Frequenzkanal an. Daraus resultiert der Vorteil, dass das Kommunikationsmodul durch die Detektion der Signalleistung SL1 auf einem Frequenzkanal die Möglichkeit hat, zu prüfen, ob die Übertragung der Datenpakete auf diesem Frequenzkanal vorzunehmen ist oder nicht. Beispielsweise kann das erste Kommunikationsmodul des Datensammlers eine Störung der Frequenzkanäle feststellen und anschließend zum zweiten Kommunikationsmodul des Verbrauchsmessgerätes die Information übertragen, ob der betreffende Frequenzkanal gestört ist und/oder ob ein Frequenzkanalwechsel erfolgen soll.

Zweckmäßigerweise kann auch die Signalleistung SL2 des sendenden Kommunikationsmoduls in einem Frequenz/Zeit-Block innerhalb der Übertragung des jeweiligen Datenpakets in dem betreffenden Frequenzkanal ermittelt werden. Hierzu werden die Signalleistung SL1 außerhalb des Datenpakets und die Signalleistung SL2 während der Übertragung des Datenpakets in Relation zueinander gesetzt, um ein Signal-zu-Rausch-Verhältnis (signal-to-noise-ratio) zu bestimmen. Anhand dieses Signal-zu-Rausch-Verhältnisses wird der störende Einfluss des Signalrauschens auf die Übertragung des Datenpakets ermittelt und somit die Übertragungsqualität auf dem betreffenden Frequenzkanal bestimmt. Ferner kann dadurch ermittelt werden, ob der Frequenzkanal ein niedriges Signalrauschen aufgrund von Übertragungsproblemen oder Fading besitzt oder ob es sich um auftretende Störsignale handelt.

Vorzugsweise ist eine Mehrzahl von Frequenzkanalmustern, die eine jeweils festgelegte Abfolge der Belegung der Frequenzkanäle umfassen, vorgesehen. Ein Frequenzkanalmuster kann sich hierbei entweder über alle Frequenzkanäle erstrecken, d. h. dass jeder Frequenzkanal für die Übertragung der Datenpakete genutzt wird (volle Diversität), oder es kann vorgesehen sein, bestimmte Frequenzkanäle auszublenden. Beispielsweise kann ein mittenbetontes Frequenzkanalmuster alle randseitigen Frequenzkanäle (hohe und niedrige Frequenzbereiche) für die Übertragung der Datenpakete ausblenden. Alternativ können in einem Frequenzkanalmuster auch alle randseitigen Frequenzkanäle zum Übertragen der Datenpakete genutzt werden. Ferner können auch nur die Frequenzbereiche einer Seite, d. h. entweder die hohen oder die niedrigen Frequenzbereiche, zur Übertragung der Datenpakete genutzt werden. Zur Übertragung eines aus mehreren Datenpaketen bestehenden Telegramms können die Datenpakete immer in einer bestimmten Frequenzkanalabfolge übertragen werden, z. B. Datenpaket 1 über Frequenzkanal 1, Datenpaket 2 über Frequenzkanal 2, Datenpaket 3 über Frequenzkanal 4, Datenpaket 4 über Frequenzkanal 3, Datenpaket 5 über Frequenzkanal 1, und so weiter. Das Frequenzkanalmuster kann hierbei beliebig oft wiederholt werden.

Ferner kann anhand der gemessenen Signalleistungen SL1 bzw. SL2 ein Wahrscheinlichkeitsquotient WQ (Log likelihood ratio) für das betreffende Datenpaket bzw. den gesamten Frequenzkanal festgelegt werden. Der Wahrscheinlichkeitsquotient WQ wird mit dem Signal-zu-Rausch-Verhältnis derart skaliert, das beispielsweise ein gestörtes Datenpaket, welches keine Information liefert, abgewertet wird, z. B. mit 50% Bit 1/50% Bit 0. Ein ungestörtes Datenpaket, welches Informationen liefert, wird hingegen gewertet, z. B. mit 99% Bit 1/1% Bit 0.

In bevorzugter Weise wird auf der Basis der gemessenen Signalleistungen für die Frequenzkanäle ein vorzugsweise für die Frequenzkanäle gemeinsamer Qualitätsindikator QI ermittelt. Zudem kann ein bestimmter Grenzwert des Qualitätsindikators QI festgelegt werden, anhand dessen eine Änderung des aktuellen Frequenzkanals bzw. Frequenzkanalmusters in einen anderen Frequenzkanal bzw. ein anderes Frequenzkanalmusters vorgenommen wird. Der neue Frequenzkanal bzw. das neue Frequenzkanalmuster wird ausgewählt, wenn der ermittelte Qualitätsindikator QI unterhalb des Grenzwertes des Qualitätsindikators QI liegt. In einfacher Weise kann dadurch ein Frequenzkanal- bzw. ein Frequenzkanalmusterwechsel bewerkstelligt und somit die Wahrscheinlichkeit einer guten Übertragung gesteigert werden.

Zweckmäßigerweise kann ein erstes, insbesondere das die Datenpakete empfangende, Kommunikationsmodul ein Änderungssignal erzeugen, um eine bevorstehende Änderung des Frequenzkanalmusters zu signalisieren. Das Änderungssignal wird von dem betreffenden Kommunikationsmodul an ein zweites, insbesondere das die Datenpakete sendende, Kommunikationsmodul übermittelt. Vorzugsweise wird anschließend ein Bestätigungssignal vom zweiten Kommunikationsmodul erzeugt und an das erste Kommunikationsmodul übermittelt, um eine Änderung des Frequenzkanalmusters zuzulassen. Die Kommunikation zwischen den Kommunikationsmodulen erfolgt hierbei bidirektional. Daraus resultiert der Vorteil, dass zwischen den Kommunikationsmodulen keine Änderung des Frequenzkanalmusters erfolgt, ohne dass das neue Frequenzkanalmuster von den jeweilig betroffenen Kommunikationsmodulen bestätigt worden ist. Dadurch wird für die Selektion des Frequenzkanalmusters die Übertragungssituation bzw. die Bewertung des Frequenzkanals aller beteiligten Kommunikationsmodule mit einbezogen. Die Übertragungssicherheit bei der Selektion der Frequenzkanäle wird dadurch in besonderem Maße erhöht.

In vorteilhafter Weise kann eine Abtastung der Frequenzkanäle erfolgen, indem ein erster Teil der Datenpakete über bestimmte Frequenzkanäle ohne Frequenzkanaländerung übermittelt wird. Ferner wird ein zweiter Teil der Datenpakete auf andere, zur Datenpaketübertragung nicht verwendete, Frequenzkanäle verschoben, um die Übertragungsqualität dieser zu ermitteln. Dadurch kann die Übertragungsqualität der Frequenzkanäle, auf denen der zweite Teil der Datenpakete übertragen wird, bewertet werden. Ferner können durch diese schrittweise Bewertung der Frequenzkanäle bzw. Frequenzkanalabtastung (Kalibrierfunktion) spektrale Lücken aufgespürt und so die Übertragungsqualität des gesamten Frequenzbandes erfasst werden. Die Bewertung dieser Frequenzkanäle kann bei der Selektion der Frequenzkanäle bzw. der Frequenzkanalmuster mit einbezogen werden. Daraus resultiert der Vorteil, dass eine große Bandbreite an Frequenzkanälen zur Frequenzkanalauswahl erfasst werden kann.

Bei der Abtastung der Frequenzkanäle werden bevorzugt alle Frequenzkanäle eines Frequenzbandes abgetastet, um die bestmögliche Übertragungsqualität innerhalb des Frequenzbandes zu ermitteln.

Vorzugsweise erfolgt die Kalibrierfunktion im Downlinkverfahren, d. h. dass das empfangende Kommunikationsmodul, insbesondere das Kommunikationsmodul des Datensammlers, die Datenpakete zur Bewertung von nicht verwendeten Frequenzkanälen an das sendende Kommunikationsmodul, vorzugsweise eines Verbrauchsmessgerätes, übermittelt. Die Sendefrequenz und die Empfangsfrequenz werden hierbei nur für die Übertragung zwischen diesen beiden Kommunikationsmodulen verwendet.

Alternativ kann die Kalibrierfunktion auch im Uplinkverfahren erfolgen, bei dem die jeweiligen Kommunikationsmodule der Verbrauchsmessgeräte Datenpakete an das Kommunikationsmodul des Datensammlers senden. Hierzu muss das Kommunikationsmodul des Datensammlers auf einem Frequenzkanal die Übertragung von allen Kommunikationsmodulen der Verbrauchsmessgeräte erfassen. Insbesondere für das Uplinkverfahren ist es demnach vorteilhaft, bestimmte Zeiten, sogenannte Zeitslots, zum Übertragen der Datenpakete von den Kommunikationsmodulen der Verbrauchsmessgeräte an das Kommunikationsmodul des Datensammlers auf bestimmten Frequenzkanälen festzulegen, um die Übertragung der Datenpakete zeitlich einzuteilen. Dadurch werden Störungen, die durch das gleichzeitige Senden mehrerer Kommunikationsmodule von Verbrauchsmessgeräten an das Kommunikationsmodul eines Datensammlers entstehen, vermieden.

Zweckmäßigerweise wird ein Grenzwert GW für die benötigte Anzahl zu empfangender ungestörter Datenpakete festgelegt, um anhand der Anzahl an empfangenen ungestörten Datenpaketen und des Grenzwertes GW zu entscheiden, ob ein Frequenzkanalwechsel erfolgen soll.

Ferner kann der Wahrscheinlichkeitsquotient WQ der Datenpakete als Metrik, d. h. als numerisches Maß, für die Bewertung der Übertragungsqualität der Frequenzkanäle dienen. Dadurch kann eine Bewertung der Übertragungsqualität in einfacher Weise durchgeführt werden.

Vorzugsweise erfolgt eine Änderung des Frequenzkanalmusters erst wenn das neue Frequenzkanalmuster hinsichtlich der Übertragungsqualität überprüft worden ist. Die Überprüfung kann z. B. mittels einer Frequenzkanalabtastung bzw. der Kalibrierfunktion erfolgen. Daraus resultiert der Vorteil, dass keine Frequenzkanäle bzw. Frequenzkanalmuster ausgewählt werden, die eine schlechte Übertragungsqualität besitzen.

Beschreibung der Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen

Zweckmäßige Ausgestaltungen der vorliegenden Erfindung werden anhand von Zeichnungsfiguren nachstehend näher erläutert. Es zeigen:

1 eine stark vereinfachte schematische Darstellung mehrerer Verbrauchsmessgeräte, welche jeweils mittels eines Kommunikationsmoduls Datenpakete an einen Datensammler übermitteln;

2 eine vereinfachte Darstellung der zeitlichen Abfolge des Sendens eines Datenpaketes mit geringem Signalrauschen vor und nach dem Datenpaket;

3 eine vereinfachte Darstellung der zeitlichen Abfolge des Sendens eines Datenpaketes mit deutlichem Signalrauschen vor und nach dem Datenpaket;

4 eine vereinfachte Darstellung der zeitlichen Abfolge des Sendens eines Datenpaketes mit Störsignal im Signalrauschen vor dem Datenpaket;

5 eine stark vereinfachte schematische Darstellung eines Verbrauchsmessgerätes, welches mittels eines Kommunikationsmoduls Datenpakete an einen Datensammler übermittelt gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren;

6 eine vereinfachte Darstellung eines Beispiels eines Frequenzkanalmusters im Frequenzsprungverfahren;

7 eine vereinfachte Darstellung des Frequenzkanalmusters aus 6 im Frequenzsprungverfahren mit gestörten Frequenzkanälen;

8 eine vereinfachte Darstellung mehrerer möglicher Frequenzkanalmuster im Frequenzsprungverfahren;

9 eine vereinfachte Darstellung der Datenpaketfehlerraten-Kurve und der Wahrscheinlichkeitsquotienten-Kurve über die Frequenzkanäle des gestörten Frequenzkanalmusters aus 7;

10 eine schematische Darstellung eines ersten Ablaufplans zur Überprüfung der Übertragungsqualität eines Frequenzkanalmusters, sowie

11 eine schematische Darstellung eines zweiten Ablaufplans zur Änderung des Frequenzkanalmusters.

1 zeigt ein Kommunikationssystem bei welchem mehrere Verbrauchsmessgeräte 2 mit jeweils einem integrierten Kommunikationsmodul 20 mit einem Kommunikationsmodul 10 eines Datensammlers 1 über Funk kommunizieren. Das jeweilige Verbrauchsmessgerät 2 sendet hierbei Datenpakete 4 bzw. aus Datenpaketen 4 bestehende Telegramme über das Kommunikationsmodul 20 an das Kommunikationsmodul 10 des Datensammlers 1. Um einen ausreichenden Empfang der Datenpakete 4 zu gewährleisten, umfasst das Kommunikationsmodul 10 des Datensammlers 1 eine Antenne 3. Die Datenpakete 4 enthalten die Verbrauchsmessdaten des Verbrauchsmessgerätes 2, wie zum Beispiel Zählerstand, aktueller Verbrauch, Temperatur oder dergleichen. Die Datenübertragung der Datenpakete 4 zwischen den Kommunikationsmodulen 10 und 20 erfolgt hierbei über Funk im Frequenzsprungverfahren.

Erfindungsgemäß wird zur Selektion der Frequenzkanäle die Signalleistung SL1 in einem Frequenz/Zeit-Block 5a außerhalb des jeweiligen Datenpakets 4 in dem betreffenden Frequenzkanal K1–Kn ermittelt. In 2 ist die zeitliche Abfolge der Übertragung eines Datenpakets 4 sowie die Signalleistung SL1 bzw. das Signalrauschen vor und nach der Übertragung des Datenpakets 4 dargestellt. Zur Bestimmung der Signalleistung SL1 kann diese beispielsweise über den gesamten Frequenz/Zeit-Block 5a gemittelt werden oder über die maximale und minimale Signalleistung innerhalb des Frequenz/Zeit-Blocks 5a bestimmt werden. Die Signalleistung SL1 außerhalb der Übertragung des Datenpakets 4 ist hierbei wesentlich geringer als die Signalleistung SL2 während der Übertragung des Datenpakets 4.

In 3 ist, wie in 2, die zeitliche Abfolge der Übertragung eines Datenpakets 4 dargestellt. Jedoch zeigt die Signalleistung SL1 außerhalb der Übertragung des Datenpakets 4 bzw. innerhalb des Frequenz/Zeit-Blocks 5b einen deutlichen Ausschlag, der sich nicht mehr wesentlich von der Signalleistung SL2 während der Übertragung des Datenpakets 4 unterscheidet. Die Signalleistung SL1 bzw. das Signalrauschen im Frequenz/Zeit-Block 5b ist somit wesentlich höher als die Signalleistung SL1 innerhalb des Frequenz/Zeit-Blocks 5a in 2.

Die Signalleistung SL1 im Frequenz/Zeit-Block 5a lässt darauf schließen, dass zu dieser Zeit t nur wenige bis gar keine Störungen bzw. Fremd-Übertragungen auf dem entsprechenden Frequenzkanal K1–Kn stattgefunden haben. Folglich scheint der Frequenzkanal K1–Kn wenig- oder ungestört zu sein. Im Gegensatz dazu zeigt der Frequenz/Zeit-Block 5b eine deutlich größere Signalleistung SL1 und lässt dadurch auf einen hohen Störeranteil und/oder eine geringe Übertragungsqualität schließen. Ebenso können, gemäß 4, auch zeitlich begrenzt und/oder vereinzelt auftretende Störer erfasst werden, indem diese in einem Frequenz/Zeit-Block 5c außerhalb der Übertragung des jeweiligen Datenpakets 4 erfasst werden. In 4 ist ein vereinzelt auftretender Störer anhand des Störsignals SL1 dargestellt.

Erfindungsgemäß können diese Rückschlüsse bei der Bewertung der Übertragungsqualität der Frequenzkanäle K1–Kn miteinbezogen werden. Demnach kann beispielsweise ein Schwellenwert SW für die Signalleistung SL1 in einem Frequenz/Zeit-Block 5a, 5b, 5c außerhalb des jeweiligen Datenpakets 4 des betreffenden Frequenzkanals K1–Kn festgelegt werden. Ferner wird die aktuell ermittelte Signalleistung SL1 innerhalb eines Frequenz/Zeit-Blocks 5a, 5b, 5c außerhalb des jeweiligen Datenpakets 4 stetig mit diesem vorgegebenen Schwellenwert SW verglichen. Im Falle einer Überschreitung des Schwellenwertes SW wird das jeweilige Datenpaket 4 und/oder der jeweilige Frequenzkanal K1–Kn als gestört bewertet. Berücksichtigt werden hierbei sowohl einheitlich erhöhte Signalleistungen SL1 außerhalb der Übertragung des Datenpakets 4 (z. B. ein erhöhtes Signalrauschen gemäß Signalleistung SL1 in 3) als auch vereinzelt auftretende Störsignale (z. B. ein Störer gemäß Signalleistung SL1 in 4), um gezielt unterschiedliche Arten von Störern zu detektieren.

Alternativ oder zusätzlich kann auch die Signalleistung SL2 während der Übertragung der Datenpakete 4 ständig mit der Signalleistung SL1 außerhalb der Übertragung der Datenpakete 4 in Relation zueinander gesetzt werden. Das dadurch ermittelte Signal-zu-Rausch-Verhältnis gibt Rückschlüsse auf die Übertragungsqualität der Datenpakete 4 auf dem jeweiligen Frequenzkanal K1–Kn. Hierbei ist nicht entscheidend wie groß bzw. wie klein das Signalrauschen SL1 außerhalb der Übertragung der Datenpakete 4 ist, sondern um wieviel größer die Signalleistung SL2 während der Übertragung der Datenpakete 4 im Vergleich zur Signalleistung SL1 außerhalb der Übertragung der Datenpakete 4 ist. Dadurch können auch unterschiedliche Einflüsse auf die Übertragungsqualität, wie z. B. Fading bedingt durch schlechte Übertragungsbedingungen am Standort (z. B. durch Abschattung bedingt), ermittelt und unterschieden werden. Die Bewertung der Frequenzkanäle K1–Kn erfolgt dadurch noch sicherer.

5 zeigt das Kommunikationssystem aus 1 mit einem Verbrauchsmessgerät 2 und einer Störung 5 im Bereich des Verbrauchsmessgerätes 2. Im Falle einer auftretenden Störung 5 im Bereich eines Frequenzkanals K1–Kn, welcher für die Übertragung der Datenpakete 4 vom Kommunikationsmodul 20 des Verbrauchsmessgerätes 2 zum Kommunikationsmodul 10 des Datensammlers 1 genutzt wird, kann das Verbrauchsmessgerät 2 bzw. dessen Kommunikationsmodul 20 anhand der Störerdetektion feststellen, dass eine Störung 5 vorliegt. Um nun einen Frequenzkanalwechsel herbeizuführen, ist es gemäß einer zweckmäßigen Ausgestaltung vorteilhaft, wenn das Verbrauchsmessgerät 2 über das Kommunikationsmodul 20 ein Änderungssignal 6, welches durch das Kommunikationsmodul 20 erzeugt wird, an das Kommunikationsmodul 10 des Datensammlers 1 überträgt. Nachdem das Kommunikationsmodul 10 das Änderungssignal 6 des Kommunikationsmoduls 20 empfangen hat, überprüft das Kommunikationsmodul 10 den Änderungswunsch des Frequenzkanals K1–Kn des Kommunikationsmoduls 20. Um die Änderung des Frequenzkanals K1–Kn herbeizuführen, generiert das Kommunikationsmodul 10 des Datensammlers 1 ein Bestätigungssignal 7, welches das Kommunikationsmodul 10 an das Kommunikationsmodul 20 übermittelt. Im Anschluss daran kann der Frequenzkanal K1–Kn oder das gesamte Frequenzkanalmuster 8, 8a8d durch das Kommunikationsmodul 20 oder 10 geändert werden. Dadurch kann die Änderung der Frequenzkanalmuster 8, 8a8d derart gesteuert werden, dass ein neues Frequenzkanalmuster 8, 8a8d erst dann ausgewählt wird, wenn es hinsichtlich der Übertragungsqualität überprüft worden ist. Die Überprüfung der Übertragungsqualität kann z. B. mittels einer Frequenzkanalabtastung bzw. der Kalibrierfunktion erfolgen.

In 6 ist eine vereinfachte Darstellung eines Frequenzkanalmusters 8 im Frequenzsprungverfahren dargestellt. Die Datenpakete 4 werden hierbei zeitlich versetzt über die Frequenzkanäle K1–K6 zwischen den Kommunikationsmodulen 10, 20 übertragen. Innerhalb des Frequenzkanalmusters 8 werden für die Übertragung der Datenpakete 4 alle Frequenzkanäle K1–K6 genutzt (volle Diversität). Im Falle einer auftretenden Störung 5 der Frequenzkanäle K3 und K4, gemäß 7, können die Datenpakete 4, die über die Frequenzkanäle K3 und K4 übertragen werden, nicht mehr ungestört übermittelt werden. Ein Verlust oder Teilverlust dieser Datenpakete 4 wäre die Folge. Gemäß dem Verfahren der vorliegenden Erfindung können diese Störungen durch die eingangs beschriebene Störerdetektion rechtzeitig detektiert werden. Aufgrund einer Änderung der zu übertragenden Frequenzkanäle K1–K6 bzw. des gesamten Frequenzkanalmusters 8 wird gewährleistet, dass auch die gestörten Datenpakete 4, wenn diese über die anderen Frequenzkanäle K1, K2, K5 und K6 übertragen werden, ebenfalls ungestört übertragen werden können.

Beispielsweise kann das Frequenzkanalmuster 8, gemäß 6 und 7, in das in 8 dargestellte Frequenzkanalmuster 8a abgeändert werden. Das Frequenzkanalmuster 8a zeigt eine randseitige Betonung der Frequenzkanäle K1–K6. Die Frequenzkanäle K3 und K4 sind hierbei ausgeblendet. Demgemäß kann das Frequenzkanalmuster 8a Anwendung finden, wenn die mittleren Frequenzbereiche K3 und K4 gestört sind. Alternativ kann im Falle einer randseitigen Störung zum Beispiel der Frequenzkanäle K1, K2, K5, K6 das Frequenzkanalmuster 8b angewendet werden, bei welchem eine mittenbetonte Vermessung der Frequenzbereiche bzw. des Frequenzbandes über die Frequenzkanäle K3 und K4 erfolgt. Im Falle einer einseitigen randseitigen Störung, d. h. einer Störung entweder im oberen oder im unteren Frequenzbereich, wird der jeweils gestörte Frequenzbereich ausgeblendet. Demnach ist gemäß des Frequenzkanalmusters 8c der untere Frequenzbereich, innerhalb dem die Frequenzkanäle K1–K3 liegen, ausgeblendet. Die Übertragung der Datenpakete 4 erfolgt hierbei lediglich über die Frequenzkanäle K4–K6 des oberen Frequenzbereichs. Ferner zeigt das Frequenzkanalmuster 8d eine Übertragung der Datenpakete 4 im unteren Frequenzbereich über die Frequenzkanäle K1–K3, wobei die Frequenzkanäle K4–K6, die innerhalb des oberen Frequenzbereichs liegen, für die Übertragung der Datenpakete 4 ausgeblendet sind.

Zweckmäßigerweise kann anhand der Störerdetektion und/oder der gemessenen Signalleistung SL1 außerhalb der Übertragung der Datenpakete 4 ein Wahrscheinlichkeitsquotient WQ für den jeweiligen Frequenzkanal K1–K6 ermittelt werden. Der Wahrscheinlichkeitsquotient WQ errechnet sich anhand des Wahrscheinlichkeits-Quotienten-Tests (likelihood-ratio-test), der mit den Signal-zu-Rausch-Verhältnissen der jeweiligen Datenpakete 4 skaliert werden kann. Hierbei entspricht einer Abwertung, d. h. einer mangelhaften oder gestörten Übertragung, z. B. ein Wert von 50%, und einer positiven Wertung, d. h. einer sehr guten und ungestörten Übertragung, z. B. ein Wert von 99%. Ferner kann der Wahrscheinlichkeitsquotient WQ auch als numerisches Maß (Metrik) für die Bewertung der Übertragungsqualität der Frequenzkanäle K1–K6 herangezogen.

Die Wahrscheinlichkeitsquotienten WQ der Frequenzkanäle K1–K6 können anschließend als Wahrscheinlichkeitsquotienten-Kurve 11 über die Frequenzkanäle K1–K6 aufgetragen werden. Die Wahrscheinlichkeitsquotienten-Kurve 11 der Wahrscheinlichkeitsquotienten WQ für die Frequenzkanäle K1–K6 des gestörten Frequenzkanalmusters 8, gemäß 7, ist in 9 grafisch dargestellt. Gemäß 9 ist der Wahrscheinlichkeitsquotient WQ für die Kanäle K1 und K6 am größten und für die Kanäle K3 und K4 am niedrigsten. Demzufolge sind die Frequenzkanäle K3 und K4 als gestört zu bewerten.

Ferner kann eine Datenpaketfehlerrate (hop error rate) für jeden Frequenzkanal K1–Kn bestimmt werden, z. B. anhand der Störerdetektion und/oder dem Signal-zu-Rausch-Verhältnis auf dem jeweiligen Frequenzkanal K1–Kn. Die Datenpaketfehlerraten-Kurve 12 für die Frequenzkanäle K1–K6, gemäß des gestörten Frequenzkanalmusters 8 in 7, ist ebenfalls in 9 dargestellt. Ebenso zeigt sich hier, dass die Frequenzkanäle K3 und K4, die eine hohe Datenpaketfehlerrate aufweisen, für eine Übertragung der Datenpakete 4 ungeeignet sind. Ferner sind die Frequenzkanäle K1 und K6, die eine niedrige Datenpaketfehlerrate aufweisen, für die Übertragung der Datenpakete 4 sehr gut geeignet. Auch hier zeigt sich, dass ein Frequenzkanalwechsel derart erfolgen sollte, dass die randseitigen Frequenzkanäle K1, K2, K5 und K6, die für eine Übertragung der Datenpakete 4 geeignet sind, zur Übertragung der Datenpakete 4 genutzt werden. Diese Bewertung der Frequenzkanäle K1–K6 wird hierbei durch die Datenpaketfehlerrate und den Wahrscheinlichkeitsquotienten WQ bestimmt. Durch diese doppelte Bewertung wird die Sicherheit bei der Selektion der Frequenzkanäle K1–K6 in besonderem Maße erhöht.

Vorzugsweise wird für die Bewertung des jeweiligen Frequenzkanalmusters 8, 8a8d ein Qualitätsindikator QI für das jeweils gesamte Frequenzkanalmuster 8, 8a8d berechnet. Die Berechnung erfolgt z. B. über die mittlere Gewichtung der Datenpakete 4, bzw. des jeweiligen Wahrscheinlichkeitsquotienten WQ der einzelnen Frequenzkanäle K1–K6. Beispielsweise könnten 25% mit 50% gewichtet werden (voll gestört), 25% mit 60% (leichte Tendenz) und 50% mit 98% (nahezu ungestört). Der Qualitätsindikator QI errechnet sich demgemäß nach QI = (0,25·0,5) + (0,25·0,6) + (0,5·0,98) = 0,765 (= 76,5%).

Zudem kann ein Grenzwert des Qualitätsindikators QI für die Entscheidung, ob ein Frequenzkanalmuster 8, 8a8d verwendet wird oder nicht, festgelegt werden. Die aktuell errechneten Qualitätsindikatoren QI der jeweiligen Frequenzkanalmuster 8, 8a8d können anschließend mit dem Grenzwert des Qualitätsindikators QI verglichen werden, wobei das aktuelle Frequenzkanalmuster 8, 8a8d beim Unterschreiten des Grenzwertes des Qualitätsindikators QI in ein anderes Frequenzkanalmuster 8, 8a8d gewechselt wird, welches einen möglichst hohen Qualitätsindikator QI aufweist.

Alternativ oder zusätzlich kann für die Bewertung des Frequenzkanalmusters 8, 8a8d auch die Anzahl der empfangenen ungestörten Datenpakete 4 herangezogen werden. Hierzu wird die Anzahl an ungestörten Datenpaketen 4, die benötigt wird, um das gesamte Telegramm erfolgreich zu dekodieren, mit der Anzahl an empfangenen ungestörten Datenpaketen 4 verglichen. Falls die Anzahl an empfangenen ungestörten Datenpaketen 4 die Anzahl an benötigten Datenpaketen 4 unterschreitet, wird der Frequenzkanal K1–Kn bzw. das Frequenzkanalmuster 8, 8a8d als gestört bewertet. Dies kann beispielsweise automatisch durch eine Vorwärtsfehlerkorrektur (FEC, forward error correction) erfolgen, die der Fehlerratensenkung bei der Übertragung der Datenpakete 4 dient. Dabei werden in einem Übertragungssystem die zu übertragenden Datenpakete 4 durch das sendende Kommunikationsmodul 10 bzw. 20 in redundanter Weise kodiert, sodass das empfangende Kommunikationsmodul 10 bzw. 20 Übertragungsfehler ohne Rückfrage an das sendende Kommunikationsmodul 10 bzw. 20 erkennen und korrigieren kann.

10 zeigt eine Ausgestaltung eines Ablaufplans zur Überprüfung der Übertragungsqualität eines Frequenzkanalmusters 8, 8a8d. Das ankommende Datenpaket 4 wird überprüft, indem zunächst das Signal-zu-Rausch-Verhältnis bzw. das Signal-zu-Interferenz-Verhältnis ermittelt wird. Ferner wird mittels des Signal-zu-Rausch-Verhältnisses bzw. Signal-zu-Interferenz-Verhältnisses die Datenpaketzuverlässigkeit DZ ermittelt. Ein Wert für die Datenpaketzuverlässigkeit DZ (z. B. 70%) kann beispielsweise die Datenpaketfehlerrate, der Wahrscheinlichkeitsquotient WQ, die Störerdetektion oder dergleichen sein. Liegt die ermittelte Datenpaketzuverlässigkeit DZ über einem vordefinierten Schwellenwert SW (z. B. WQ 60%), wird das entsprechende Datenpaket 4 als ungestört bewertet (z. B. + 1 Bit 1). Liegt die ermittelte Datenpaketzuverlässigkeit DZ unter einem vordefinierten Schwellenwert SW (z. B. 60%), wird das entsprechende Datenpaket 4 als gestört bewertet (z. B. + 1 Bit 0). Der Ablaufplan gemäß 10 kann fortlaufend für jedes Datenpaket 4, stichprobenartig für bestimmte Datenpakete 4 oder als Bestandteil der Frequenzkanalabtastung bzw. der Kalibrierfunktion durchgeführt werden. Die Übertragungsqualität eines Frequenzkanalmusters 8, 8a8d kann hierbei ermittelt werden, indem die gesamten Datenpakete 4 eines Frequenzkanalmusters 8, 8a8d (z. B. acht Datenpakete 4 gemäß 68) auf den entsprechenden Frequenzkanälen K1–K6 mindestens einmal gesendet und überprüft werden.

11 zeigt eine Ausgestaltung eines Ablaufplans zur Änderung des Frequenzkanalmusters 8, 8a8d. Der erste Schritt des Ablaufplans ist das Ermitteln bzw. Definieren eines Grenzwertes GW für die Anzahl übertragener ungestörter Datenpakete 4, die benötigt wird, um die Datenpakete 4 erfolgreich dekodieren zu können, z. B. 10%. Die Anzahl an tatsächlich empfangenen Datenpaketen 4 wird anschließend mittels des Grenzwertes GW bewertet. Liegt die Anzahl an tatsächlich empfangenen Datenpaketen 4 über dem Grenzwert GW, ist keine Änderung des Frequenzkanalmusters 8, 8a8d notwendig. Liegt die Anzahl an tatsächlich empfangenen Datenpaketen 4 unter dem Grenzwert GW, ist eine Änderung des Frequenzkanalmusters 8, 8a8d notwendig. Hierzu wird zunächst eine Überprüfung der Übertragungsqualität der Datenpakete 4 auf den entsprechenden Frequenzkanälen K1–Kn des einzustellenden Frequenzkanalmusters 8, 8a8d gemäß des Ablaufplans in 10 durchgeführt. Demzufolge wird eine Überprüfung des Frequenzkanalmusters 8, 8a8d vorgenommen, bevor ein Wechsel zu diesem Frequenzkanalmuster 8, 8a8d erfolgt. Liegt hierbei die ermittelte Anzahl an erwarteten ungestörten Datenpaketen 4 über dem Grenzwert GW (z. B. 99%/Bit 1 und 1%/Bit 0) kann das jeweilige Frequenzkanalmuster 8, 8a8d beispielsweise vom Kommunikationsmodul 10 oder 20 ausgewählt werden. Liegt die ermittelte Anzahl an erwarteten ungestörten Datenpaketen 4 unter dem Grenzwert GW (z. B. 50%/Bit 1 und 50%/Bit 0) wird ein neues Frequenzkanalmuster 8, 8a8d mittels des Ablaufplans gemäß 10 überprüft und bei entsprechender Übertragungsqualität gegebenenfalls neu ausgewählt. Vorzugsweise wird das Ablaufschema nach 11 so lange widerholt, bis ein Frequenzkanalmuster 8, 8a8d ermittelt worden ist, welches eine zumindest ausreichend gute Übertragungsqualität aufweist.

Bezugszeichenliste

1
Datensammler
2
Verbrauchsmessgerät
3
Antenne
4
Datenpaket
5
Störung
5a
Frequenz/Zeit-Block
5b
Frequenz/Zeit-Block
5c
Frequenz/Zeit-Block
6
Änderungssignal
7
Bestätigungssignal
8
Frequenzkanalmuster (volle Diversität)
8b
Frequenzkanalmuster (mittenbetont)
8a
Frequenzkanalmuster (randbetont)
8c
Frequenzkanalmuster (im hohen Frequenzbereich)
8d
Frequenzkanalmuster (im niedrigen Frequenzbereich)
10
Kommunikationsmodul
11
Wahrscheinlichkeitsquotienten-Kurve
12
Datenpaketfehlerraten-Kurve
20
Kommunikationsmodul
K1–Kn
Frequenzkanäle
WQ
Wahrscheinlichkeitsquotient
QI
Qualitätsindikator
SL1
Signalleistung außerhalb der Übertragung der Datenpakete
SL2
Signalleistung während der Übertragung der Datenpakete
t
Zeit
GW
Grenzwert
SW
Schwellenwert
DZ
Datenpaketzuverlässigkeit

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

Zitierte Patentliteratur

  • DE 10320176 B3 [0005]