Title:
Kameramodul und zugehöriges Fertigungsverfahren
Kind Code:
A1


Abstract:

Um eine optische Blende (21) innerhalb eines Kameramoduls (1) passiv, also ohne aktives Bewegen derselben, auf einen Linsenkörper (3) des Kameramoduls (1) auszurichten und somit die Herstellung des Kameramoduls zu vereinfachen wird vorgeschlagen, an dem Linsenkörper (3) eine Querschnittsverengung (8) vorzusehen, wobei ein opakes Element (9) auf eine die Querschnittsverengung (8) bildende Seitenfläche (10) des Linsenkörpers (3) aufgebracht ist, sodass das opake Element (9) selbsttätig eine auf den Linsenkörper (3) ausgerichtete Blendenöffnung (11) bildet.




Inventors:
Götz, Maximilian (79110, Freiburg, DE)
Tuscher, Jonas (79110, Freiburg, DE)
Kühn, Matthias (79104, Freiburg, DE)
Application Number:
DE102016010040A
Publication Date:
02/22/2018
Filing Date:
08/22/2016
Assignee:
SCHÖLLY FIBEROPTIC GMBH, 79211 (DE)
Domestic Patent References:
DE102015013588A1N/A2017-04-27
DE102015013589A1N/A2017-04-27



Foreign References:
200501798052005-08-18
201001181822010-05-13
201300285872013-01-31
Attorney, Agent or Firm:
Maucher Jenkins, 79102, Freiburg, DE
Claims:
1. Kameramodul (1) mit einem Bildsensor (2) und mindestens einem Linsenkörper (3) dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Linsenkörper (3) einen dem Bildsensor (2) zugewandten ersten Bereich (6) sowie einen an diesen unmittelbar angrenzenden zweiten Bereich (7) aufweist, wobei zwischen dem ersten Bereich (6) und dem zweiten Bereich (7) eine Querschnittsverengung (8) gebildet ist und wobei im Bereich der Querschnittsverengung (8) ein opakes Element (9) auf eine Seitenfläche (10) des Linsenkörpers (3) aufgebracht ist, sodass das opake Element (9) eine Blendenöffnung (11) bildet.

2. Kameramodul (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Kameramodul (1) ein mit dem Linsenkörper (3) verbundenes Gehäuse (5) aufweist und/oder einen, vorzugsweise abgeschlossenen, Innenraum (13) aufweist, insbesondere wobei das Gehäuse (5) den Innenraum (13) begrenzt, vorzugsweise wobei in dem Innenraum (13) ein Aufnahmeraum (28) für eine Flüssigkeit ausgebildet ist.

3. Kameramodul (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Bereich (6) als ein erster Teilkörper (25) und der zweite Bereich (7) als ein zweiter Teilkörper (26) ausgebildet ist, insbesondere wobei der erste Teilkörper (25) stoffschlüssig mit dem zweiten Teilkörper (26) verbunden ist und/oder wobei der zweite Teilkörper (26) als optisches Substrat ausgebildet ist und/oder aus einem optischen Substrat gefertigt ist.

4. Kameramodul (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Linsenkörper (3) monolithisch, also aus einem Stück Material, gefertigt ist und/oder dass der erste Bereich (6) in Form eines, vorzugsweise rotationssymmetrischen, Konus ausgebildet ist, vorzugsweise wobei sich der Konus in Richtung des zweiten Bereichs (7) verjüngt.

5. Kameramodul (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das opake Element (9) durch eine opake Flüssigkeit (14) gebildet ist, insbesondere wobei die opake Flüssigkeit (14) mittels UV-Strahlung und/oder mittels Wärme aushärtbar ist.

6. Kameramodul (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich der Querschnittsverengung eine Seitenfläche (10) des ersten Bereichs (6) mit einer an diese angrenzenden Seitenfläche (10) des zweiten Bereichs (7) einen Winkel von weniger als 90°, vorzugsweise von weniger als 80°, besonders bevorzugt von weniger als 70°, insbesondere weniger als 60° einschließt, vorzugsweise wobei der Winkel um die gesamte Querschnittsverengung (8) verläuft.

7. Kameramodul (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (5) wenigstens einen, insbesondere verschlossenen, Durchbruch (16) aufweist, durch welchen der Innenraum (13) des Kameramoduls (1) von außen zugänglich ist.

8. Kameramodul (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das opake Element (9) als eine, vorzugsweise dünne, auf eine Seitenfläche (10) des Linsenkörpers (3) aufgebrachte Beschichtung (15) ausgebildet ist.

9. Kameramodul (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich ein Durchmesser einer durch das opake Element (9) gebildeten optischen Blende (21) in Richtung des Bildsensors (2) vergrößert und/oder dass das opake Element (9) den ersten Bereich (6) ringförmig umgibt.

10. Kameramodul (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Blendenöffnung (11) in einer Grenzflächenebene (12) zwischen dem ersten Bereich (6) und dem zweiten Bereich (7) ausgebildet ist und/oder dass sich das opake Element (9) von einer Seitenfläche (10) des ersten Bereichs (6) ausgehend bis auf eine Seitenfläche (10) des zweiten Bereichs (7) erstreckt.

11. Kameramodul (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine optische Grenzfläche (17) mit optischer Brechkraft zwischen dem ersten Bereich (6) und dem zweiten Bereich (7) ausgebildet ist.

12. Kameramodul (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Linsenkörper (3) ein erster Linsenkörper (19) ist und an dem ersten Linsenkörper (19) und/oder an dem Gehäuse (5) ein Ausrichtungselement (18) vorgesehen ist, welches einen zweiten Linsenkörper (20) in Bezug auf den ersten Linsenkörper (19) und/oder in Bezug auf den Bildsensor (2) ausrichtet.

13. Verfahren zur Herstellung eines Kameramoduls (1), insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 12, mit einem Bildsensor (2) und mindestens einem Linsenkörper (3), dadurch gekennzeichnet, dass in einem ersten Schritt mindestens ein Linsenkörper (3) mit einer Querschnittsverengung (8) zwischen einem ersten Bereich (6) und einem zweiten Bereich (7) des mindestens einen Linsenkörpers (3) gebildet wird und dass in einem darauffolgenden Schritt ein opakes Element (9) auf eine Seitenfläche (10) des mindestens einen Linsenkörpers (3) aufgebracht wird, vorzugsweise nach Verbinden des mindestens einen Linsenkörpers (3) mit einem Gehäuse (5) des Kameramoduls (1).

14. Verfahren zur Herstellung eines Kameramoduls (1) nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das opake Element (9) als eine opake, vorzugsweise aushärtbare, Flüssigkeit (14) und/oder als eine, vorzugsweise dünne, Beschichtung (15) aufgebracht wird und/oder dass das opake Element (9) auf den ersten Bereich (6) und den zweiten Bereich (7) jeweils bereichsweise aufgebracht wird, insbesondere als zusammenhängendes opakes Element (9).

15. Verfahren zur Herstellung eines Kameramoduls (1) nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die opake Flüssigkeit (14) vor Verschließen eines Innenraums (13) des Kameramoduls (1) in den Innenraum (13) eingebracht wird, vorzugsweise durch eine Aufnahme (27) hindurch, welche eine Sensorbaugruppe des Kameramoduls (1) aufnimmt.

16. Verfahren zur Herstellung eines Kameramoduls (1) nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, dass die opake Flüssigkeit (14) durch Oberflächenkräfte an die Querschnittsverengung (8) herangeführt wird, insbesondere wobei die opake Flüssigkeit (14) während des Heranführens eine frei bewegliche Grenzfläche (17) zu einer Gasphase in einem Innenraum (13) des Kameramoduls (1) ausbildet und/oder wobei die opake Flüssigkeit (14) durch eine Aufnahme (27) oder durch einen an einem Gehäuse (5) des Kameramoduls (1) ausgebildeten Durchbruch (16) in einen Innenraum (13) des Kameramoduls eingebracht wird.

17. Verfahren zur Herstellung eines Kameramoduls (1) nach einem der Ansprüche 13 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Kameramodule parallel auf einem gemeinsamen optischen Substrat, insbesondere auf einem Wafer und/oder mittels Technologien der Mikrosystemtechnik, gefertigt werden, insbesondere wobei die jeweiligen zweiten Bereiche (7) aus dem gemeinsamen optischen Substrat gefertigt werden.

Description:

Die Erfindung betrifft ein Kameramodul mit einem Bildsensor und mindestens einem Linsenkörper sowie ein zugehöriges Verfahren zur Fertigung eines solchen Kameramoduls.

Derartige Kameramodule sind bekannt und werden beispielsweise in Endoskopen aber auch anderen miniaturisierten optischen Geräten eingesetzt, insbesondere um Videoaufnahmen zu ermöglichen.

Für eine hohe Qualität des Abbildungsprozesses ist es dabei häufig erforderlich, eine optische Blende oder eine sonstige Strahlbegrenzung in dem Kameramodul auszubilden. Unter einer optischen Blende kann allgemein eine Vorrichtung verstanden werden, die ein in ein optisches System einfallendes Lichtbündel begrenzt, wobei Strahlen innerhalb einer Blendenöffnung die Blende passieren während sie außerhalb der Blendenöffnung von einem oder mehreren abschattenden Elementen vollständig geblockt oder zumindest abgeschwächt werden.

Insbesondere kann mittels einer optischen Blende eine Eintrittspupille und damit eine in ein optisches System eingebrachter Lichtfluss kontrolliert werden, sowie der Einfluss von Stör- und Streulicht begrenzt werden.

Zur Bereitstellung von optischen Blenden in Kameramodulen ist es üblich, entsprechende Licht abschattende Elemente auf die oder den Linsenkörper auszurichten, um so das gewünschte Abbildungsverhalten zu erreichen. Die Ausrichtung der die optische Blende bildenden Elemente muss dabei sowohl entlang der optischen Achse des Linsenkörpers als auch senkrecht zu dieser Achse sehr genau erfolgen, meist sogar begleitet durch eine Vermessung der Abbildungseigenschaften, was auch als aktives Ausrichten („active alignment”) bekannt ist. Ein aktives Ausrichten macht die Fertigung von Kameramodulen jedoch sehr aufwendig und damit teuer.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Kameramodul bereitzustellen, welches eine optische Blende aufweist und welches sich einfach und mit geringen Kosten fertigen lässt. Eine weitere Aufgabe besteht darin, gängige Fertigungsverfahren von Kameramodulen, insbesondere in Bezug auf die Herstellung einer optischen Blende, zu vereinfachen. Die Vereinfachung hat dabei zum Hauptziel, die Herstellungskosten des Kameramoduls soweit zu senken, dass dieses als Wegwerf-Artikel, insbesondere für medizinische Anwendungen, verwendbar wird.

Zur Lösung dieser Aufgabe sind erfindungsgemäß bei einem Kameramodul die Merkmale von Anspruch 1 vorgesehen. Insbesondere wird somit erfindungsgemäß zur Lösung der Aufgabe bei einem Kameramodul der eingangs genannten Art vorgeschlagen, dass der mindestens eine Linsenkörper einen dem Bildsensor zugewandten ersten Bereich sowie einen an diesen unmittelbar angrenzenden zweiten Bereich aufweist, wobei zwischen dem ersten Bereich und dem zweiten Bereich eine Querschnittsverengung gebildet ist und wobei im Bereich der Querschnittsverengung ein opakes Element auf eine Seitenfläche des Linsenkörpers aufgebracht ist, sodass das opake Element eine Blendenöffnung bildet.

Das opake Element erfüllt somit die Funktion einer optischen Blende. Durch das Vorsehen einer Querschnittsverengung an dem wenigstens einen Linsenkörper wird erreicht, dass eine Außenkontur der Querschnittsverengung eine Lage des opaken Elements und damit eine Lage der Blendenöffnung relativ zu einer optischen Achse des Linsenkörpers ausrichtet; damit ist die Blendenöffnung passiv in Bezug auf die optische Achse des Linsenkörpers ausrichtbar. Von Vorteil ist dabei, dass bei einem erfindungsgemäßen Kameramodul eine Blende ohne aufwendiges aktives Ausrichten von abschattenden Elementen realisiert werden kann und/oder dass die Blendenöffnung eine Aperturblende zur Festlegung einer Eintrittspupille des Kameramoduls oder eine Feldblende zur Festlegung eines Blickfelds des Kameramoduls bilden kann.

Erfindungsgemäß muss das opake Element nicht die gesamte Seitenfläche des Linsenkörpers, etwa bis zu einer Innenwand eines Gehäuses, bedecken sondern nur teilweise. Denn eine notwendige vollständige eingangsseitige Abschattung kann erfindungsgemäß durch zusätzliche Blenden erreicht werden. Beispielsweise kann auf einer Seitenfläche des Linsenkörpers, bevorzugt innenseitig auf dem zweiten Bereich, eine zusätzliche Blende, insbesondere in Form einer aufgedampften und strukturierten Chrom-Schicht ausgebildet sein. Diese zusätzliche Blende kann mit dem opaken Element überlappen und somit einen Lichteintritt in Randbereichen des Kameramoduls unterbinden. Dabei ist es bevorzugt, wenn die zusätzliche Blende eine Öffnung aufweist, die größer als die durch das opake Element gebildete Blendenöffnung ist. Dadurch kann das opake Element weiterhin durch passives Ausrichten am Linsenkörper die Lage der Blendenöffnung bestimmen. Von Vorteil ist weiter, dass der äußere Rand des opaken Elements unbestimmt bleiben kann, solange eine ausreichende Überdeckung mit der zusätzlichen Blende gegeben ist.

Unter einem opaken Element, kann erfindungsgemäß eine Schicht oder ein Volumen aus einem Material verstanden werden, welches für optische Wellenlängen, die beispielsweise zur Abbildung auf den Bildsensor beitragen, undurchlässig ist beziehungsweise eine für diese Wellenlängen hohe optische Dämpfung aufweist. Das opake Element kann somit insbesondere durch eine Flüssigkeit gebildet sein, die nicht notwendigerweise ausgehärtet sein muss.

Besonders günstig ist es, wenn die Querschnittsverengung durch eine allseitige Einschnürung gebildet ist, um so eine allseitige Blende zu bilden. Insbesondere bei Verwendung eines rotationssymmetrischen Linsenkörpers kann so eine kreisrunde Blendenöffnung erhalten werden, die für viele Anwendungen bevorzugt ist.

Erfindungsgemäß kann das Kameramodul auch mehrere Linsenkörper aufweisen, die einzelne oder auch mehrere erfindungsgemäße Querschnittsverengungen aufweisen, sodass dadurch insbesondere mehrere Blendenöffnungen gebildet sein können. Hierzu kann insbesondere vorgesehen sein, dass ein einzelner Linsenkörper mehrere, zueinander beabstandete Querschnittverengungen aufweist. Dadurch können mehrere, in Richtung der optischen Achse gestaffelte, Blendenöffnungen realisiert werden. Eine derartige Ausgestaltung kann zur effektiven Begrenzung von Streulicht vorteilhaft sein, insbesondere dann, wenn die einzelnen Blendenöffnungen mit unterschiedlichen Durchmessern ausgebildet sind. Es versteht sich ferner, dass zur Verbesserung der optischen Eigenschaften das Kameramodul noch weitere optische Elemente wie diffraktive Elemente, Schutzgläser, optische Filter, Spiegel, Prismen oder dergleichen aufweisen kann.

Erfindungsgemäß kann die Aufgabe auch durch weitere vorteilhafte Ausführungen der Unteransprüche gelöst werden.

Erfindungsgemäß kann das Kameramodul ein Gehäuse aufweisen. Dieses Gehäuse kann mit dem Linsenkörper verbunden sein und/oder beispielsweise mittels Gieß- oder Formverfahren, durch Einlegespritzguss, oder mittels einer Mikrogalvanik hergestellt sein. Erfindungsgemäß kann der Linsenkörper insbesondere so in das Gehäuse eingesetzt sein, dass die Querschnittsverengung innerhalb des Gehäuses ausgebildet ist. Das Gehäuse kann auch dazu dienen, optische Bauelemente, beispielsweise den Bildsensor, aufzunehmen und zu dem Linsenkörper auszurichten. Insbesondere kann das Gehäuse den Bildsensor in einer Fokusebene des Linsenkörpers positionieren.

Ferner kann das Kameramodul erfindungsgemäß einen, vorzugsweise abgeschlossenen, Innenraum aufweisen. Dabei kann insbesondere das Gehäuse den Innenraum begrenzen. Ferner kann in dem Innenraum ein Aufnahmeraum für eine Flüssigkeit ausgebildet sein. Hierbei kann der Aufnahmeraum von angrenzenden Bereichen des Innenraums separiert sein, beispielsweise mittels eines Linsenkörpers oder einer Wandung des Gehäuses. Erfindungsgemäß kann der Innenraum auch durch weitere Elemente, wie den Bildsensor beziehungsweise eine Bildsensor-Baugruppe, beispielsweise bestehend aus Bildsensor und einer damit verbundenen Platine, begrenzt sein. Ferner kann erfindungsgemäß der Sensor und/oder der erste Bereich des Linsenkörpers in den Innenraum hinein ragen und/oder der zweite Bereich des Linsenkörpers den Innenraum begrenzen.

Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass der erste Bereich des Linsenkörpers als ein erster Teilkörper und der zweite Bereich des Linsenkörpers als ein zweiter Teilkörper ausgebildet ist. Dabei kann insbesondere der erste Teilkörper stoffschlüssig mit dem zweiten Teilkörper verbunden sein. Unter einer stoffschlüssigen Verbindung kann hier eine Verbindung verstanden werden, bei der zwei Verbindungspartner durch atomare oder molekulare Kräfte derart zusammengehalten werden, dass eine zerstörungsfreie Lösung der Verbindung nicht möglich ist. Erfindungsgemäß ist der zweite Teilkörper vorzugsweise als optisches Substrat ausgebildet und/oder aus einem optischen Substrat gefertigt, beispielsweise durch einen Sägeprozess.

Alternativ zu einer zweiteiligen Ausbildung des Linsenkörpers kann vorgesehen sein, dass der mindestens eine Linsenkörper monolithisch, also aus einem Stück Material, gefertigt ist. Für eine monolithische Fertigung des Linsenkörpers können insbesondere Verfahren wie Gießen, Prägen, Thermokompression oder aber Lithographie, insbesondere Grauton- und Stereolithographie, eingesetzt werden.

Sowohl bei monolithischer als auch bei zweiteiliger Ausgestaltung des Linsenkörpers kann der erste Bereich in Form eines, vorzugsweise rotationssymmetrischen, Konus ausgebildet sein. Dabei ist es bevorzugt, wenn sich der Konus in Richtung des zweiten Bereichs verjüngt. Diese Ausgestaltung des Linsenkörpers hat den Vorteil, dass die Querschnittverengung insbesondere am Übergang zum zweiten Bereich ausgebildet sein kann. Damit kann Streulicht optimal unterdrückt werden und die optische Blende kann auf der Eingangsseite einen Rand ausbilden, der die Blendenöffnung scharf begrenzt.

Eine weitere, besonders vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass das opake Element durch eine opake Flüssigkeit gebildet ist. Dabei kann die opake Flüssigkeit insbesondere mittels UV-Strahlung und/oder mittels Wärme aushärtbar sein. Von Vorteil ist dabei, dass die Flüssigkeit sehr flexibel an die Querschnittsverengung herangeführt werden kann, um in dieser Position durch Aushärten fixiert zu werden. Ferner kann durch in der Flüssigkeit dispergierte Pigmente oder gelöste Farbstoffe die Transmission von Licht durch das opake Element gezielt eingestellt werden. Damit kann das opake Element beispielsweise auch die Funktion eines spektralen Filters übernehmen.

Um das passive Ausrichten des opaken Elements zu dem Linsenkörper zu erleichtern ist es vorteilhaft, wenn im Bereich der Querschnittsverengung eine Seitenfläche des ersten Bereichs mit einer an diese angrenzenden Seitenfläche des zweiten Bereichs einen Winkel von weniger als 90°, vorzugsweise von weniger als 80°, besonders bevorzugt von weniger als 70°, insbesondere von weniger als 60° einschließt. Dabei ist es bevorzugt, wenn dieser spitze Winkel um die gesamte Querschnittsverengung verläuft. Durch diese Ausgestaltungen kann bei Verwendung einer Flüssigkeit als opake Element ein starkes „phaseguiding” derselben erreicht werden: Bei Verwendung geeigneter hydrophiler Materialien wie Glas für den Linsenkörper, bevorzugt in Verbindung mit einer Plasmaaktivierung der Oberfläche des Linsenkörpers, treten an dem spitzen Winkel starke Oberflächenkräfte auf, die die Flüssigkeit entlang der Querschnittsverengung leiten. Damit ist es insbesondere vermeidbar, dass beim Aufbringen der Flüssigkeit auf den Linsenkörper Lücken entstehen, beispielsweise durch Luftblasenbildung. Denn derartige Lücken würden die optische Funktionalität der gebildeten Blende stark beinträchtigen. Im Ergebnis kann insbesondere eine ausgezeichnete Zentrierung der Blendenöffnung in Bezug auf die optische Achse des Linsenkörpers erreicht werden.

Erfindungsgemäß kann auch vorgesehen sein, dass das Gehäuse wenigstens einen Durchbruch aufweist, durch welchen der Innenraum des Kameramoduls von außen zugänglich ist. Von Vorteil ist dabei, dass eine opake Flüssigkeit in den Innenraum des Kameramoduls geleitet werden kann. Damit kann die Flüssigkeit entlang des Linsenkörpers bis zur Querschnittsverengung fließen um dort die Blendenöffnung zu definieren. Der Durchbruch im Gehäuse kann dabei als Befüllöffnung ausgestaltet sein oder beispielsweise mit einem Zuführkanal verbunden sein.

Erfindungsgemäß kann der Durchbruch dabei so klein gestaltet sein, dass der Flüssigkeitstransport durch den Durchbruch und zu der Querschnittsverengung durch Kapillarkräfte vermittelbar ist, also insbesondere ohne von außen einen Förderdruck auf die Flüssigkeit auszuüben. Am fertiggestellten Kameramodul kann der Durchbruch verschlossen sein über aber offen, beispielsweise um eine Be- oder Entlüftung des Innenraums zu ermöglichen.

Eine weitere Ausgestaltung des Kameramoduls sieht vor, dass das opake Element als eine, vorzugsweise dünne, auf eine Seitenfläche des Linsenkörpers aufgebrachte Beschichtung ausgebildet ist. Hierbei kann die Beschichtung auf eine Seitenfläche des ersten Bereichs und/oder auf eine Seitenfläche des zweiten Bereichs aufgebracht sein.

Erfindungsgemäß kann auch vorgesehen sein, dass sich ein Durchmesser einer durch das opake Element gebildeten optischen Blende in Richtung des Bildsensors vergrößert und/oder dass das opake Element den ersten Bereich ringförmig umgibt.

Mit anderen Worten kann das opake Element in Form eines geschlossenen Rings ausgebildet sein, welcher den mindestens einen Linsenkörper, bevorzugt im Bereich des Übergangs zu dem zweiten Bereich, vollständig umfasst. Derartige Ausgestaltungen können durch entsprechende Anpassungen der Querschnittsverengung sehr einfach realisiert werden, wobei die die Querschnittsverengung bildenden Seitenflächen des Linsenkörpers die Form der optischen Blende und damit der Blendenöffnung vorgeben. Von Vorteil ist dabei, dass die optische Blende folglich in Ihrer Form sowohl senkrecht zur optischen Achse als auch entlang der optischen Achse im Hinblick auf die Abbildungseigenschaften des Kameramoduls optimiert werden kann.

Ferner kann erfindungsgemäß vorgesehen sein, dass die Blendenöffnung in einer Grenzflächenebene zwischen dem ersten Bereich und dem zweiten Bereich ausgebildet ist. Hierbei kann die Blendenöffnung als ein Querschnitt der optischen Blende mit minimalen Durchmesser und/oder minimaler Querschnittsfläche beschrieben werden. Es versteht sich, dass die Blendenöffnung nicht nur kreisförmig sondern auch elliptisch oder mehreckig, insbesondere rechteckig, ausgebildet sein kann, je nach Form der Querschnittsverengung.

Erfindungsgemäß ist es bevorzugt, wenn sich das opake Element von einer Seitenfläche des ersten Bereichs ausgehend bis auf eine Seitenfläche des zweiten Bereichs erstreckt. Durch diese Ausgestaltung ist eine besonders gute eingangsseitige Abschattung gegen Störlicht erreichbar.

Eine Weiterbildung gemäß der Erfindung sieht vor, dass mindestens eine optische Grenzfläche mit optischer Brechkraft zwischen dem ersten Bereich und dem zweiten Bereich ausgebildet ist. Hierzu kann der erste Bereich einen von dem zweiten Bereich unterschiedlichen Brechungsindex aufweisen. Es kann aber auch vorgesehen sein, dass ein Luftraum zwischen dem ersten und dem zweiten Bereich ausgebildet und somit zwei Grenzflächen mit optischer Brechkraft zwischen dem ersten Bereich und dem zweiten Bereich ausgebildet sind, wobei der erste Bereich mit dem zweiten Bereich weiterhin zumindest teilweise stoffschlüssig verbunden sein kann. Somit kann insbesondere dann eine Brechkraft erzeugt werden, wenn der erste Bereich und der zweite Bereich denselben Brechungsindex aufweisen. Erfindungsgemäß kann hierbei die mindestens eine optische Grenzfläche insbesondere eine konvexe und/oder konkave und/oder sphärische und/oder asphärische Form aufweisen.

Eine weitere erfindungsgemäße Weiterbildung des Kameramoduls sieht vor, dass der mindestens eine Linsenkörper ein erster Linsenkörper ist und das Kameramodul daneben noch einen zweiten Linsenkörper aufweist. Dabei kann an dem ersten Linsenkörper und/oder an dem Gehäuse ein Ausrichtungselement vorgesehen sein, das den zweiten Linsenkörper in Bezug auf den ersten Linsenkörper und/oder in Bezug auf den Bildsensor ausrichtet. Ferner können die beiden Linsenkörper einen gemeinsamen oder aber getrennten Strahlengang aufweisen. Durch das Vorsehen mehrerer Linsenkörper können die Abbildungseigenschaften des Kameramoduls entscheidend verbessert werden und/oder mehrere optische Kanäle gebildet werden.

Zur Lösung der genannten Aufgabe sind erfindungsgemäß die Merkmale des unabhängigen Verfahrensanspruchs vorgesehen. Insbesondere wird somit erfindungsgemäß zur Lösung der Aufgabe bei einem Verfahren der eingangs beschriebenen Art vorgeschlagen, dass in einem ersten Schritt mindestens ein Linsenkörper mit einer Querschnittsverengung zwischen einem ersten Bereich und einem zweiten Bereich des mindestens einen Linsenkörpers gebildet wird und dass in einem darauffolgenden Schritt ein opakes Element auf eine Seitenfläche des Linsenkörpers aufgebracht wird. Das opake Element wird dabei vorzugsweise nach Verbinden des mindestens einen Linsenkörpers mit einem Gehäuse des Kameramoduls aufgebracht. Hierbei kann das opake Element auf eine Seitenfläche des ersten Bereichs und/oder auf eine Seitenfläche des zweiten Bereichs aufgebracht werden. Von Vorteil ist bei diesem Verfahren, dass eine Blende beziehungsweise eine Blendenöffnung in dem Kameramodul realisiert werden kann, die sich passiv auf den mindestens einen Linsenkörper ausrichtet, sodass die Herstellung wesentlich vereinfacht wird. Für die Herstellung des mindestens einen Linsenkörpers können gängige Verfahren wie Spritzguss, Gießverfahren, Heißprägen, Spritzprägen, Nano-Imprint, Stereolithographie, oder Linsen-abformung von weichen Silikon-Stempeln eingesetzt werden. Der Linsenkörper kann dabei insbesondere aus Glas oder Polymer, insbesondere aus einem mittels Vernetzungsreaktionen aushärtbaren Polymer bestehen.

Besonders günstig ist es, wenn in dem erfindungsgemäßen Verfahren ein erfindungsgemäßes Kameramodul, insbesondere wie zuvor beschrieben oder nach einem der auf ein Kameramodul gerichteten Schutzansprüche, verwendet wird.

Eine Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens sieht vor, dass das opake Element als eine opake, vorzugsweise aushärtbare, Flüssigkeit und/oder als eine, vorzugsweise dünne, Beschichtung auf den Linsenkörper aufgebracht wird. Damit sind zwei Möglichkeiten für das opake Element benannt, wobei diese Möglichkeiten auch in Kombination in einem Kameramodul eingesetzt werden können. Alternativ oder ergänzend kann vorgesehen sein, dass das opake Element auf den ersten Bereich und den zweiten Bereich jeweils bereichsweise aufgebracht wird. Dabei kann sich das opake Element von einer Seitenfläche des ersten Bereichs bis zu einer Seitenfläche des zweiten Bereichs erstrecken, sodass sich ein zusammenhängendes opakes Element ergibt. Erfindungsgemäß können für das Anbringen des opaken Elements typische Beschichtungsverfahren wie PVD-(physical vapor deposition) CVD-(chemical vapor deposition) oder PECVD-(plasma enhanced chemical vapor deposition)Verfahren oder beispielsweise „dip-coating” eingesetzt werden.

Bei Verwendung einer opaken Flüssigkeit ist es vorteilhaft, wenn die opake Flüssigkeit vor Verschließen eines Innenraums des Kameramoduls in den Innenraum eingebracht wird. Beispielsweise kann die Flüssigkeit durch eine Aufnahme hindurch in den Innenraum eingebracht werden, welche eine Sensorbaugruppe des Kameramoduls aufnimmt. Von Vorteil ist bei diesen Verfahren, dass eine größere Zugangsöffnung zu einem die Flüssigkeit aufnehmenden Aufnahmeraum bereitgestellt werden kann, sodass die Flüssigkeit beispielsweise durch Dispensieren aus einem Schlauch oder einer Kanüle oder durch Einschießen (vergleichbar zu „ink jetting”) in den Innenraum eingebracht werden kann.

Unterstützend oder alternativ kann erfindungsgemäß vorgesehen sein, dass die opake Flüssigkeit durch Oberflächenkräfte an die Querschnittsverengung herangeführt wird, um dort eine optische Blende zu bilden. Unter Oberflächenkräften können hierbei insbesondere solche Kräfte verstanden werden, die zwischen Oberflächen des Kameramoduls, insbesondere Oberflächen des Gehäuses oder des Linsenkörpers, und der Flüssigkeit wirken. Hierbei ist es besonders vorteilhaft, wenn die opake Flüssigkeit während des Heranführens eine frei bewegliche Grenzfläche zu einer Gasphase in einem Innenraum des Kameramoduls ausbildet. In diesem Fall kann sich die Flüssigkeit in dem Innenraum leicht ausbreiten, insbesondere unterstützt durch Oberflächenkräfte. Die opake Flüssigkeit kann hierzu insbesondere durch eine Aufnahme oder durch einen an einem Gehäuse des Kameramoduls ausgebildeten Durchbruch in einen Innenraum des Kameramoduls eingebracht werden.

In Bezug auf die Fertigung mehrerer Kameramodule kann es vorteilhaft sein, dass mehrere Kameramodule parallel auf einem gemeinsamen optischen Substrat, insbesondere auf einem Wafer, gefertigt werden. Beispielsweise können auf üblichen runden Glas-Wafern die Gehäuse und weitere Komponenten der Kameramodule, beispielsweise die jeweiligen ersten Bereiche der Linsenkörper, aufgebaut werden. Dabei ist es besonders vorteilhaft, wenn die Kameramodule in Feldern („arrays”), angeordnet werden, sodass sie mittels Wafersägen vereinzelt werden können. Nach Vereinzelung können die Bildsensoren beziehungsweise die Bildsensorbaugruppen in die jeweiligen Kameramodule eingesetzt werden. Von Vorteil ist dabei, dass die jeweiligen zweiten Bereiche der Linsenkörper der einzelnen Kameramodule aus einem gemeinsamen optischen Substrat gefertigt werden können, was eine effiziente Fertigung zu geringen Stückkosten ermöglicht. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die ersten Bereiche des Linsenkörpers mittels parallelen Prozessen wie beispielsweise Lithographie auf dem Wafer hergestellt werden können. Es versteht sich, dass hierbei ergänzend auch serielle Prozessschritte, zum Beispiel ein serielles Befüllen der einzelnen Kameramodule mit einer opaken Flüssigkeit, vorgesehen sein können. Insbesondere kann also vorgesehen sein, dass die Kameramodule mit Technologien der Mikrosystemtechnik wie Schichtabscheidung, Lithographie, Trocken- und Nasschemische Ätzverfahren, Spritzguss, soft-mold-vacuum-injection-molding, Wafersägen, etc. gefertigt werden.

Die Erfindung wird nun anhand von Ausführungsbeispielen näher beschrieben, ist aber nicht auf diese Ausführungsbeispiele beschränkt. Weitere Ausführungsbeispiele ergeben sich durch Kombination der Merkmale einzelner oder mehrerer Schutzansprüche untereinander und/oder mit einzelnen oder mehreren Merkmalen des jeweiligen Ausführungsbeispiels. Insbesondere können somit Ausbildungen der Erfindung aus der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels in Verbindung mit der allgemeinen Beschreibung, den Ansprüchen sowie den Zeichnungen gewonnen werden.

Es zeigt:

1 einen Querschnitt durch ein erfindungsgemäßes fertig zusammengesetztes Kameramodul,

2 eine Illustration einer Dispensierung einer opaken Flüssigkeit in das Kameramodul,

3 einen Querschnitt durch ein erfindungsgemäßes noch nicht fertig zusammengesetztes Kameramodul mit einem monolithisch ausgestalteten Linsenkörper,

4 einen Querschnitt durch ein erfindungsgemäßes Kameramodul mit im Gehäuse ausgebildeten Durchbrüchen,

5 eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Linsenkörpers mit einem mittels einer Beschichtung ausgebildeten opaken Element,

6 einen Querschnitt durch einen erfindungsgemäßen Linsenkörper, der eine opake Beschichtung auf einer Seitenfläche aufweist,

7 einen Querschnitt durch ein erfindungsgemäßes Kameramodul mit mehreren Linsenkörpern,

8 einen Querschnitt durch ein erfindungsgemäßes Kameramodul, mit einem als planes optisches Substrat ausgebildeten zweiten Bereich des Linsenkörpers,

9 einen Querschnitt durch ein erfindungsgemäßes Kameramodul mit einer konkaven optischen Grenzfläche zwischen einem ersten und einem zweiten Bereich des Linsenkörpers,

10 einen Querschnitt durch ein erfindungsgemäßes Kameramodul bei dem ein erster Bereich des Linsenkörpers in einen zweiten Bereich formschlüssig eingesetzt ist,

11 einen Querschnitt durch ein erfindungsgemäßes Kameramodul mit einem monolithisch ausgestalteten Linsenkörper,

12 einen Querschnitt durch ein erfindungsgemäßes Kameramodul mit einer konvexen optischen Grenzfläche zwischen einem ersten und einem zweiten Bereich des Linsenkörpers.

1 zeigt in einer stark vereinfachten schematischen Querschnittsdarstellung zur Erläuterung des erfinderischen Prinzips ein im Ganzen mit 1 bezeichnetes Kameramodul. Dieses weist einen Linsenkörper 3 sowie eine Bildsensorbaugruppe bestehend aus einer Platine 29 sowie einem darauf aufgebrachten Bildsensor 2 auf. Zur Aufnahme und Positionierung der Bildsensorgruppe weist das Kameramodul 1 ein Gehäuse 5 mit einer Aufnahme 27 auf, sodass der Bildsensor 2 in einer Fokusebene 23 des Linsenkörpers 3 zu liegen kommt.

In 1 besteht der Linsenkörper 3 aus einem ersten Bereich 6, der als ein erster Teilkörper in Form einer Plan-Konvexlinse ausgebildet ist, sowie aus einem zweiten Bereich 7, der aus einem optischen Substrat als ein zweiter Teilkörper gefertigt, in Form eines Planglases ausgebildet und mittels einer entsprechenden Aufnahme mit dem Gehäuse 5 verbunden ist. Durch den zweiten Bereich 7 eintretendes Licht wird somit durch den ersten Bereich 6 auf den Bildsensor 2 fokussiert. Die beiden Bereiche 6, 7 des Linsenkörpers 3 sind stoffschlüssig durch eine dünne Klebeschicht miteinander verbunden, sodass der zweite Bereich 7 unmittelbar an den ersten Bereich 6 angrenzt. Wie durch die Schraffuren angedeutet sind die beiden Bereiche 6, 7 aus zwei unterschiedlichen optischen Materialien gefertigt.

Zwischen dem ersten Bereich 6 und dem zweiten Bereich 7 ist eine mit 8 bezeichnete Querschnittsverengung gebildet. Bei dem in 1 gezeigten Ausführungsbeispiel wird dies dadurch erreicht, dass der erste Bereich 6 in Form eines rotationssymmetrischen Konus oder auch Kegelstumpfes ausgebildet ist, der sich in Richtung des zweiten Bereichs 7 verjüngt und mit seiner planen Fläche auf dem zweiten Bereich 7 aufsitzt. Damit fällt die Ebene, in welcher die Querschnittsverengung eine Fläche mit geringstem Durchmesser beziehungsweise mit geringster Querschnittsfläche aufweist, gerade mit der Grenzflächenebene zwischen dem ersten 6 und dem zweiten Bereich 7 zusammen.

In 1 wird durch den zweiten Bereich 7 des Linsenkörpers 3, das Gehäuse 5 sowie die Sensorbaugruppe aus Platine 29 und Bildsensor 2 ein Innenraum 13 gebildet, der im gezeigten Ausführungsbeispiel nach allen Seiten abgeschlossen ist. Bildsensor 2 und der erste Bereich 6 des Linsenkörpers 3 ragen in diesen Innenraum 13. Auch die Querschnittsverengung 8 ist innerhalb des Gehäuses 5 im Innenraum 13 ausgebildet.

Um nun eine optische Blende in dem Kameramodul 1 zu erhalten, ist ein durch die Innenwandung des Gehäuses 5 sowie durch den Linsenkörper 3 begrenzter Aufnahmeraum 28 innerhalb des Innenraums 13 mit einer opaken Flüssigkeit befüllt worden. Beim Angießen der Flüssigkeit ist diese an einer Seitenfläche 10 des zweiten Bereichs 7 bis zur Querschnittsverengung 8 und somit bis zu einer Seitenfläche 10 des ersten Bereichs 6 geflossen und hat danach den ersten Bereich 6 ringförmig umflossen. Durch diesen Prozess wurde somit ein opakes Element 9, gebildet durch eine opake Flüssigkeit 14, auf eine Seitenfläche des Linsenkörpers 3 aufgebracht; im in 1 gezeigten Beispiel sowohl auf die Seitenfläche 10 des ersten Bereichs 6 als auch auf die Seitenfläche 10 des zweiten Bereichs 7. Damit bildet das opake Element 9 eine optische Blende 21.

Bei diesem Prozess ist besonders vorteilhaft, dass sich das opake Element 9 und damit die optische Blende 21 selbsttätig auf den Linsenkörper 3 ausrichtet, sodass ein aufwendiges aktives Ausrichten der optischen Blende 21 entfallen kann. Im Ergebnis umgibt bei dem in 1 gezeigten Beispiel das opake Element 9 den ersten Bereich 6 ringförmig, wobei sich der Durchmesser der trichterförmig ausgebildeten optischen Blende 21 kontinuierlich in Richtung auf den Bildsensor 21 vergrößert. Die durch die minimale Öffnung der optischen Blende 21 definierte kreisrunde Blendenöffnung 11 kommt somit in der Grenzflächenebene 12 zwischen dem ersten 6 und dem zweiten Bereich 7 zu liegen.

Wie 2 zeigt, besteht eine Möglichkeit zum Aufbringen des opaken Elements 9 darin, ein, vorzugsweise genau bestimmtes, Volumen einer opaken Flüssigkeit 14 durch die Aufnahme 27 in den Innenraum 13 des Kameramoduls 1 zu dispensieren. Somit wird hier die Flüssigkeit vor Verschließen des Innenraums 13 des Kameramoduls 1 in den Innenraum 13 eingebracht. Alleine aufgrund der wirkenden Schwerkraft, sowie unterstützt durch Oberflächenkräfte, kann sich danach die opake Flüssigkeit 14 bis zur Querschnittsverengung 8 ausbreiten. Bei diesem Fließvorgang, der die opake Flüssigkeit 14 an die Querschnittsverengung heranführt, weist diese eine in 2 mit 4 bezeichnete frei bewegliche Grenzfläche auf. Bei dem in 2 gezeigten Beispiel steht diese frei bewegliche Grenzfläche 4 sowohl beim Befüllen als auch im fertig gestellten Kameramodul 1 in Kontakt mit einer Gasphase im Innenraum 13.

Durch die drei S-förmigen Pfeile illustriert 3 wie eine in den Innenraum 13 eingebrachte opake Flüssigkeit 14 durch Strahlung 30 ausgehärtet werden kann, wobei, wie in 3 ersichtlich, die Strahlung 30 dabei insbesondere durch eine Aufnahme des Gehäuses 5 eingebracht werden kann. Von Vorteil ist dabei, dass die relative Lage des opaken Elements 9 zum Linsenkörper 3 fixiert werden kann. Damit bleibt die optische Blende 21 und insbesondere die Blendenöffnung 11 innerhalb des Kameramoduls 1 ortsfest, auch wenn sich die Orientierung des Kameramoduls 1 im Raum ändert. Daneben illustriert 3 eine monolithische Ausbildung des Linsenkörpers; erster Bereich 6 und zweiter Bereich 7 sind aus einem Stück Material gefertigt, sodass keine Klebeschicht benötigt wird.

Eine Alternative zu dem in 2 gezeigten Ansatz des Dispensierens der Flüssigkeit zeigt 4: Hier sind an dem Gehäuse 5 zwei Durchbrüche 16 ausgebildet. Durch den rechten Durchbruch 16, der beispielsweise mit einem Zuführkanal 24 verbunden sein kann, strömt die opake Flüssigkeit 14 in den Innenraum 13 des Kameramoduls 1 und breitet sich danach bis zur Querschnittsverengung 8 aus. Der linke Durchbruch 16 kann bei diesem Vorgang der Entlüftung des Innenraums 13 dienen. Nach Fertigstellung des Kameramoduls können die Durchbrüche 16 entweder verschlossen werden oder weiterhin der Belüftung des Innenraums 13 dienen.

Der in 2 hervorgehobene spitze Winkel von weniger als 90° zwischen der Seitenfläche 10 des ersten Bereichs 6 und der Seitenfläche 10 des zweiten Bereichs 7 deutet an, dass im Bereich der Querschnittsverengung 8 eine spitze Ecke ausgebildet ist. Aufgrund der rotationssymmetrischen Form des ersten Bereichs 6 verläuft dieser Winkel beziehungsweise diese Ecke entlang der gesamten Querschnittsverengung 8, also einmal um den ersten Bereich 6 herum, wobei bei dem in 2 gezeigten Beispiel der Wert des Winkels konstant bleibt. Bei entsprechender Wahl der Oberflächeneigenschaften der Seitenflächen 10 kann diese umlaufende Ecke starke Oberflächenkräfte auf die Flüssigkeit 14 ausüben, sobald diese mit der Ecke beziehungsweise der Querschnittsverengung 8 in Kontakt gerät. Liegt der Winkel unter einem durch die Oberflächenenergien bestimmten kritischen Winkel (Concus-Finn-Kriterium) so bildet sich ein instabiler Flüssigkeits-Meniskus der sich bevorzugt entlang der spitzen Ecke ausbreitet. Durch diesen Mechanismus kann also die opake Flüssigkeit 14 um den als Kegelstumpf ausgebildeten ersten Bereich 6 herumgeleitet werden, sodass die resultierende Blendenöffnung 11 keine Lücken (z. B. entstanden durch Luftblasen) zum ersten Bereich 6 aufweist.

Eine weitere Möglichkeit, das opake Element 9 auf den Linsenkörper aufzubringen zeigen die 5 und 6: Hier ist das opake Element 9 jeweils in Form einer dünnen Beschichtung 15 auf Seitenflächen 10 des Linsenkörpers 3 aufgebracht worden. Auch hier positioniert sich die optische Blende 21 selbsttätig, da die Seitenflächen 10 des Linsenkörpers die Position des opaken Elements 9 und damit der optischen Blende 21 in Bezug auf eine durch den Linsenkörper 3 definierte optische Achse 22 des Kameramoduls 1 festlegen. Wie gut in 5 zu erkennen ist, erstreckt sich das opake Element 9 von einer Seitenfläche 10 des ersten Bereichs 6 ausgehend bis auf eine Seitenfläche 10 des zweiten Bereichs 7.

Die unteren Draufsichten der 5 beziehungsweise 6 zeigen, dass der Linsenkörper 3, also insbesondere der erste Bereich 6 und/oder der zweite Bereich 7, sowohl eine unrunde (5) als auch eine rotationssymmetrische (6) Form aufweisen kann/können.

7 illustriert einen Querschnitt durch ein erfindungsgemäßes Kameramodul 1 mit zwei Linsenkörpern 3. Um den zweiten Linsenkörper 20 zu dem ersten Linsenkörper 19 aber auch zum Bildsensor 2 auszurichten ist an dem Gehäuse 5 ein als Linsenfassung ausgestaltetes Ausrichtungselement 18 vorgesehen. Alternativ kann erfindungsgemäß aber auch eine entsprechende Aufnahme an dem ersten Linsenkörper 19 ausgestaltet sein, sodass der zweite Linsenkörper 20 mit dem ersten Linsenkörper 19 als Linsenstapel verbunden vorliegen kann. In 7 trennt die Linsenfassung zusammen mit dem zweiten Linsenkörper 19 den für die opake Flüssigkeit 14 vorgesehenen Aufnahmeraum 28 vom Rest des Innenraums 13 ab.

Die 8 bis 12 zeigen schließlich verschiedene erfindungsgemäße Ausgestaltungen des Linsenkörpers 3, jeweils umgeben von einem durch eine opake Flüssigkeit 14 gebildeten opaken Element 9. 8 zeigt zunächst die bereits in 1 vorgestellte Variante der stoffschlüssigen Verbindung des ersten Bereichs 6 mit dem zweiten Bereich 7, wobei hier plane Oberflächen miteinander verbunden sind. Da eine dazwischen liegende Klebeschicht sehr dünn ausgestaltet werden kann, ist ihr Einfluss auf die optische Brechkraft des Linsenkörpers 3 in der Regel vernachlässigbar. Wie 10 zeigt, kann eine ähnliche Verbindung auch durch eine Aufnahme, beispielsweise wie in 10 dargestellt abgesetzt von einer Grenzflächenebene 12, an dem zweiten Bereich 7 ausgebildet sein, sodass der erste Bereich 6 in den zweiten Bereich 7 ganz oder teilweise formschlüssig eingesetzt sein kann. Die 9 und 12 zeigen dagegen Ausführungsbeispiele bei denen mindestens eine optische Grenzfläche 17 zwischen dem ersten Bereich 6 und dem zweiten Bereich 7 gebildet ist. Genauer ist eine Grenzfläche 17 jeweils konkav beziehungsweise konvex (von der Eingangsseite her betrachtet) an dem zweiten Bereich 7 und eine jeweils dazu korrespondierende Grenzfläche 17 an dem ersten Bereich 6 ausgebildet. Bei Verwendung von Materialien mit unterschiedlichem Brechungsindex für den ersten Bereich 6 und den zweiten Bereich 7 lässt sich somit eine zusätzliche Brechkraft bereitstellen, mit der sich optische Aberrationen vermindern lassen. Alternativ können die Grenzflächen 17 jedoch auch nicht-korrespondierend, also abweichend voneinander, ausgebildet sein, wobei insbesondere ein Luftraum zwischen den beiden Bereichen 6, 7 ausgebildet sein kann. Schließlich zeigt 11 nochmals wie 3 eine monolithische Ausgestaltung des Linsenkörpers 3, bei welcher gerade keine optische Grenzfläche 17 zwischen dem ersten Bereich 6 und dem zweiten Bereich 7 ausgebildet ist.

Um eine optische Blende innerhalb eines Kameramoduls passiv, also ohne aktives Bewegen derselben, auf einen Linsenkörper des Kameramoduls auszurichten und somit die Herstellung des Kameramoduls zu vereinfachen wird vorgeschlagen, an dem Linsenkörper eine Querschnittsverengung vorzusehen, wobei ein opakes Element auf eine die Querschnittsverengung bildende Seitenfläche des Linsenkörpers aufgebracht ist, sodass das opake Element selbsttätig eine auf den Linsenkörper ausgerichtete Blendenöffnung bildet.

Bezugszeichenliste

1
Kameramodul
2
Bildsensor
3
Linsenkörper
4
frei bewegliche Grenzfläche
5
Gehäuse
6
erster Bereich
7
zweiter Bereich
8
Querschnittsvrengung
9
opakes Element
10
Seitenfläche
11
Blendenöffnung
12
Grenzflächenebene
13
Innenraum
14
opake Flüssigkeit
15
Beschichtung
16
Durchbruch
17
optische Grenzfläche
18
Ausrichtungselement
19
erster Linsenkörper
20
zweiter Linsenkörper
21
optische Blende
22
optische Achse
23
Fokusebene
24
Zuführkanal
25
erster Teilkörper
26
zweiter Teilkörper
27
Aufnahme
28
Aufnahmeraum
29
Platine
30
Strahlung