Title:
Tageslicht-Handleuchte zur Prüfung von lackierten Oberflächen, insbesondere im Rahmen von Lackreparaturarbeiten an Kraftfahrzeugen
Kind Code:
A1


Abstract:

Es wird eine Tageslicht-Handleuchte (1) zur Überprüfung von lackierten Oberflächen, insbesondere im Bereich der Lackreparaturarbeiten an Kraftfahrzeugen beschrieben. Das Lichtspektrum ist derart homogen ausgebildet ist, dass bei einer Entfernung von 30 cm ± 0,5 cm in einem Spektralbereich mit einer Wellenlänge von 400 bis 700 nm ein Tageslichtabweichungs-Mittelwert in einem Kern- und einem inneren Randbereich kleiner 20% ist bzw. der Mittelwert eines spektralen Stabilitätsfaktors bezogen auf die Strahlmitte in dem Kern- und inneren Randbereich kleiner 10% ist.




Inventors:
Maier, Norbert (71573, Allmersbach, DE)
Schmon, Ewald, Dr. (72661, Grafenberg, DE)
Dettlaff, Peter (71686, Remseck, DE)
Schulze, Manuel (70806, Kornwestheim, DE)
Application Number:
DE102016009955A
Publication Date:
02/22/2018
Filing Date:
08/19/2016
Assignee:
SATA GmbH & Co. KG, 70806 (DE)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE102014018940A1N/A2016-06-23
DE102014215481A1N/A2016-02-11
DE202013009329U1N/A2014-03-14
DE102004043295A1N/A2006-03-23



Foreign References:
200601330892006-06-22
58220531998-10-13
49637981990-10-16
Other References:
DIN 6169
Claims:
1. Tageslicht-Handleuchte (1) zur Prüfung von lackierten Oberflächen, insbesondere im Bereich der Lackreparaturarbeiten an Kraftfahrzeugen, wobei die Tageslicht-Handleuchte (1) einen Leuchtkörper (7) aufweist, mittels dessen ein Lichtstrahl (6) erzeugbar ist, wobei der Lichtstrahl (6) in einer Entfernung von 30 cm ± 0,5 cm vom Leuchtkörper (7) entlang einer Strahlachse (10) eine Strahlquerschnittsfläche (11) ausbildet, die senkrecht zur Strahlachse (10) verläuft, wobei die Strahlquerschnittsfläche (11) zumindest einen mittigen Kernbereich (13) mit einem Innendurchmesser von mindestens 16 cm aufweist, wobei zumindest in dem Kernbereich (13) das Licht einen allgemeinen Farbwiedergabeindex (CRi) mit einem Wert größer 95 aufweist, wobei die Beleuchtungsstärke in dem gesamten Kernbereich (13) größer 5000 lx ist, wobei die Strahlquerschnittsfläche (11) zusätzlich einen inneren Randbereich (14) aufweist, der den Kernbereich (13) umgibt, wobei die Beleuchtungsstärke im inneren Randbereich (14) auf wenigstens 1000 lx abnimmt, und wobei das Lichtspektrum über die Strahlquerschnittsfläche (11) hinweg zumindest derart homogen ausgebildet ist,
dass in einem Spektralbereich mit einer Wellenlänge von 400 bis 700 nm ein Tageslichtabweichungs-Mittelwert zumindest im Kern- und inneren Randbereich (13, 14) kleiner 20% ist und/oder
dass in einem Spektralbereich mit einer Wellenlänge von 400 bis 700 nm der Mittelwert eines spektralen Stabilitätsfaktors bezogen auf die Strahlmitte zumindest im Kern- und inneren Randbereich (13, 14) kleiner 10% ist.

2. Tageslicht-Handleuchte (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Berechnung des Tageslichtabweichungs-Mittelwerts einer Stelle der Strahlquerschnittsfläche (11) derart erfolgt, dass ein auf die Maximalintensität normiertes Lichtspektrum an der Stelle ermittelt wird, die Differenz des ermittelten Lichtspektrums zu einem auf die Maximalintensität normierten Tageslichtspektrum gebildet wird, und anschließend der Mittelwert der Differenzbeträge über den Spektralbereich von 400 bis 700 nm gebildet wird.

3. Tageslicht-Handleuchte (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Berechnung des Mittelwerts des spektralen Stabilitätswertes bezogen auf die Strahlmitte (12) einer Stelle der Strahlquerschnittsfläche (11) derart erfolgt, dass ein auf die Maximalintensität normiertes Lichtspektrum an der Stelle ermittelt wird, die Differenz des ermittelten Lichtspektrums zu einem auf die Maximalintensität normierten Lichtspektrum gebildet wird, das in der Strahlmitte (12) ermittelt wurde, und anschließend der Mittelwert der Differenzbeträge über den Spektralbereich von 400 bis 700 nm gebildet wird.

4. Tageslicht-Handleuchte (1) nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kernbereich (13) einen Innendurchmesser von mindestens 20 cm, vorzugsweise 24 cm, aufweist.

5. Tageslicht-Handleuchte (1) nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Beleuchtungsstärke im Kernbereich größer 6000 lx, vorzugsweise größer 7000 lx, noch vorzugsweise größer 8000 lx beträgt.

6. Tageslicht-Handleuchte (1) nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Tageslichtabweichungs-Mittelwert im Kern- und inneren Randbereich (13, 14) kleiner 18%, insbesondere kleiner 16% ist.

7. Tageslicht-Handleuchte (1) nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Tageslichtabweichungs-Mittelwert im Kernbereich und inneren Randbereich (13, 14) um weniger als 6%, vorzugsweise um weniger als 4% ändert.

8. Tageslicht-Handleuchte (1) nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Mittelwert des spektralen Stabilitätsfaktors bezogen auf die Strahlmitte (12) im Kern- und inneren Randbereich (13, 14) kleiner 8%, insbesondere kleiner 6% ist.

9. Tageslicht-Handleuchte (1) nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Beleuchtungsstärke im inneren Randbereich (14) auf 500 lx, vorzugsweise auf 300 lx abnimmt.

10. Tageslicht-Handleuchte (1) nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der innere Randbereich (14) ringförmig ist.

11. Tageslicht-Handleuchte (1) nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der innere Randbereich (14) eine Breite von größer 4 cm, vorzugsweise größer 6 cm, noch vorzugsweise größer 8 cm aufweist.

12. Tageslicht-Handleuchte (1) nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Farbtemperatur zumindest im Kern- und inneren Randbereich (13, 14) größer 5500 K ist und/oder kleiner 6500 K.

13. Tageslicht-Handleuchte nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Leuchtkörper als Leuchtmittel zumindest eine Halogenlampe aufweist.

14. Tageslicht-Handleuchte (1) nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Leuchtkörper (7) als Leuchtmittel eine oder mehrere Leuchtdioden (24) umfasst.

15. Tageslicht-Handleuchte (1) nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Leuchtkörper (7) als Leuchtmittel mehrere Leuchtdioden (24) umfasst, wobei die jeweiligen Leuchtdioden (24) Licht mit dem gleichen Lichtspektrum emittieren.

16. Tageslicht-Handleuchte nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Leuchtkörper als Leuchtmittel eine oder mehrere COB-Leuchtdioden umfasst.

17. Tageslicht-Handleuchte (1) nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Leuchtkörper (7) als Leuchtmittel eine oder mehrere Leuchtdioden (24) umfasst, die ein farbgebendes Lumineszenzmaterial aufweisen, vorzugsweise ein phosphorbasiertes farbgebendes Lumineszenzmaterial.

18. Tageslicht-Handleuchte nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Leuchtkörper als Leuchtmittel mehrere Leuchtdioden umfasst, wobei zur Bildung des Lichtspektrums wenigstens eine Leuchtdiode vorgesehen ist, die Licht mit einem Lichtspektrum emittiert, dass sich von dem Lichtspektrum einer anderen Leuchtdiode unterscheidet.

19. Tageslicht-Handleuchte (1) nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Leuchtkörper (7) als Leuchtmittel mehrere Leuchtdioden (24) umfasst, wobei die Leuchtdioden (24) jeweils mit einer Linse versehen sind.

20. Tageslicht-Handleuchte (1) nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Leuchtkörper (7) als Leuchtmittel mehrere Leuchtdioden (24) umfasst, wobei sämtliche Leuchtdioden (24) in einer Ebene angeordnet sind, wobei mehrere, insbesondere neun, Leuchtdioden (24) gleichverteilt auf einer äußeren Kreisbahn (25) angeordnet sind und mehrere, insbesondere drei Leuchtdioden (24) gleichverteilt auf einer inneren Kreisbahn (26) angeordnet sind.

21. Tageslicht-Handleuchte nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Tageslicht-Handleuchte (1) als kabellose, Akkumulator (4) betriebene Handleuchte (1) ausgebildet ist.

22. Tageslicht-Handleuchte (1) nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtstärke des durch den Leuchtkörper (7) erzeugbaren Lichtstrahls (6) einstellbar ist.

Description:

Die Erfindung betrifft eine Tageslicht-Handleuchte zur Prüfung von lackierten Oberflächen, insbesondere im Rahmen von Lackreparaturarbeiten an Kraftfahrzeugen, wobei die Tageslicht-Handleuchte einen Leuchtkörper aufweist, mittels dessen ein Lichtstrahl erzeugbar ist, der ein tageslichtähnliches Lichtspektrum und eine hohe Lichtstärke aufweist.

Stand der Technik

Bei einer Reihe von Lackierarbeiten ist eine visuelle Prüfung von lackierten Oberflächen erforderlich. Dies gilt insbesondere bei der Reparaturlackierung von Kraftfahrzeugen. So ist ein visueller Farbabgleich der neu lackierten Bereiche mit ursprünglichen Oberflächenbereichen notwendig, denn trotz detaillierte Mischvorgaben von Farblacken durch die Lackindustrie können in der Praxis Farbabweichungen auftreten. Des Weiteren erfolgt häufig vor dem Lackiervorgang ein visueller Abgleich von Farbtonkarten, Farbtonblechen oder Vergleichsblechen mit bereits lackierten Oberflächen, um den richtigen Farbton für die Neulackierung zu bestimmen.

Neben der Prüfung von Farbtönen dient eine visuelle Prüfung aber auch der Ermittlung weiterer Eigenschaften oder Mängel einer lackierten Oberfläche. Beispielhaft sind eine unerwünschte Wolkigkeit, Kraterbildung, Pinholes, Organgenhaut, Fischaugen, Sparklings, Metallics oder Schwankungen der Schichtdicke usw. zu nennen.

Im Falle von Lackreparaturarbeiten an Kraftfahrzeugen ist zudem zu beachten, dass das lackierte Fahrzeug später vom Kunden im Freien unter natürlichem Licht bewertet bzw. abgenommen wird. Daher wird gefordert, dass eine Prüfung von lackierten Oberflächen an Kraftfahrzeugen durch den Lackierer im Freien unter natürlichem Tageslicht erfolgt. Da Lackierarbeiten insbesondere an Kraftfahrzeugen aber aus Umweltschutzgründen und zur Abschirmung des Lackiervorgangs in geschlossenen Räumen (Lackierkabinen) erfolgen, besteht der Bedarf einer zumindest vorläufigen Prüfung der lackierten Oberfläche unmittelbar im Lackier- oder Werkstattarbeitsbereich. Eine Prüfung in geschlossenen Räumen unter künstlichem Licht hat zudem den Vorteil, dass sie unter konstanten, reproduzierbaren (Licht-)Verhältnissen erfolgen kann. Dahingegen variieren die Lichtverhältnisse im Freien durch verschiedene Einflussfaktoren (Witterung, Tageszeit, Jahreszeit usw.).

Aus diesem Grunde wurden Tageslicht-Handleuchten entwickelt, die ein dem Tageslicht möglichst ähnliches Licht mit einer relativ hohen Lichtstärke erzeugen können, so dass eine aussagekräftige Bewertung von lackierten Oberflächen durchgeführt werden kann. Nach Abschluss des Lackiervorgangs kann der Lackierer die lackierte Fläche mit der Handleuchte beleuchten, das Ergebnis seiner Arbeit überprüfen und gegebenenfalls Nachbesserungen bzw. Korrekturen durchführen.

Aus der DE 10 2014 018 940 A1 ist eine solche Tageslicht-Handleuchte zur Prüfung von lackierten Oberflächen im Kraftfahrzeugreparaturbereich bekannt, die sich durch ein tageslichtähnliches Lichtspektrum bei hoher Lichtstärke auszeichnet. Bei der Überprüfung mit einer solchen Handleuchte können eine Vielzahl von Lackiermängeln festgestellt werden. Trotz der hohen Lichtstärke können manche Mängel, Farbtonunterschiede usw. nicht oder nur sehr schwer im künstlichen Licht der vorbekannten Handleuchte erkannt werden.

Aufgabe der Erfindung

Die Erfindung hat sich zur Aufgabe gesetzt, eine Tageslicht-Handleuchte zur Prüfung von lackierten Oberflächen bereitzustellen, mit Hilfe derer bei der Überprüfung im künstlichen Licht der Tageslicht-Handleuchte die Erkennbarkeit von Farbtonunterschieden bzw. Mängeln an lackierten Oberflächen erleichtert bzw. verbessert wird.

Beschreibung der Erfindung

Gelöst wird die Aufgabe durch eine Tageslicht-Handleuchte mit den Merkmalen von Anspruch 1.

Die erfindungsgemäße Tageslicht-Handleuchte weist einen Leuchtkörper auf, mittels dessen ein Lichtstrahl bzw. Lichtbündel erzeugbar ist, der in einer Entfernung von 30 cm ± 0,5 cm vom Leuchtkörper entlang einer Strahlachse eine Strahlquerschnittsfläche ausbildet, die senkrecht zur Strahlachse verläuft.

Die Entfernung von 30 cm ± 0,5 cm vom Leuchtkörper wird herangezogen, da es sich um eine Entfernung handelt, die in dem Abstandsbereich liegt, in welchem üblicherweise ein Lackierer eine Handleuchte über die zu überprüfende Oberfläche führt. Damit entsprechen die Eigenschaften der oben definierten Strahlquerschnittsfläche einem Referenz-Lichtspot bzw. -Lichtfleck, der sich auf einer ebenen Oberfläche ergibt, wenn die erfindungsgemäße Tageslicht-Handleuchte mit einem Abstand d des Leuchtkörpers von ca. 30 cm über der Oberfläche angeordnet ist. Dabei ist die Leuchte derart ausgerichtet, dass der Lichtstrahl senkrecht auf die Oberfläche trifft.

Es versteht sich, dass im tatsächlichen Gebrauch die Handleuchte gegenüber der zu prüfenden Oberfläche so gehalten werden kann, dass der Lichtstrahl in einem beliebigen Winkel auf die Oberflächen trifft. Beispielsweise bei der Prüfung von Metallics, Sparklings usw. ist eine geneigte Einstrahlung zu bevorzugen.

Die Entfernung von 30 cm ± 0,5 cm bemisst sich ausgehend von der äußeren Fläche des letzten optischen Elements des Leuchtkörpers, das der Lichtstrahl passiert, bevor er die Handleuchte verlässt. Beispielsweise kann es sich hierbei um eine dünne Abdeckscheibe des Leuchtkörpers handeln.

Die so definierte Strahlquerschnittsfläche bzw. der Referenz-Lichtspot weist zumindest einen mittigen Kernbereich mit einem Innendurchmesser von mindestens 16 cm auf. In dem Kernbereich besitzt das Licht der erfindungsgemäßen Tageslicht-Handleuchte einen Wert für den allgemeinen Farbwiedergabeindex (CRi-Wert), der größer 95 ist. Zudem ist die Beleuchtungsstärke in dem gesamten Kernbereich größer 5000 lx. Demnach kann mit der Tageslicht-Handleuchte in einer Entfernung von 30 cm ein heller Lichtspot mit einem tageslichtähnlichen Lichtspektrum erzeugt werden, der zudem eine ausreichende Ausdehnung (>> 16 cm) aufweist. Dies sind wichtige Voraussetzungen, damit die Tageslicht-Handleuchte für eine belastbare und aussagekräftige optische Überprüfung von lackierten Oberflächen verwendet werden kann.

Der Erfindung liegt nun aber die Erkenntnis zugrunde, dass eine signifikante Verbesserung der Erkennbarkeit von Lackiermängeln eintritt, indem die Eigenschaften des erzeugten Lichts in einem den Kernbereich direkt umgebenden inneren Randbereich auf erfindungsgemäße Weise optimiert werden. In dem inneren Randbereich nimmt die Beleuchtungsstärke bereits auf 1000 lx ab. Der innere Randbereich ist demnach als derjenige Bereich definiert, der radial zwischen dem Kernbereich und demjenigen Bereich liegt, in welchem die Beleuchtungsstärke von 1000 lx unterschritten wird. Der innere Randbereich wird folglich von einem äußeren Randbereich umgeben, in welchem die Beleuchtungsstärke bis zur äußeren Grenze der Strahlquerschnittsfläche bzw. des Lichtspots abfällt.

Maßgeblich für die erfindungsgemäße Tageslicht-Handleuchte mit überraschend guten Eigenschaften für die Kontrolle von lackierten Oberflächen ist, dass das Lichtspektrum über die Strahlquerschnittsfläche hinweg zumindest derart homogen ausgebildet ist, dass in einem Spektralbereich mit einer Wellenlänge von 400 bis 700 nm ein Tageslichtabweichungs-Mittelwert im Kern- und inneren Randbereich kleiner 20% ist.

Alternativ oder ergänzend ist das Lichtspektrum über die Strahlquerschnittsfläche hinweg zumindest derart homogen ausgebildet, dass in einem Spektralbereich mit einer Wellenlänge von 400 bis 700 nm der Mittelwert eines spektralen Stabilitätsfaktors bezogen auf die Strahlmitte im Kern- und inneren Randbereich kleiner 10% ist.

Die Einschränkungen des Spektralbereichs zwischen Wellenlänge von 400 bis 700 nm resultiert aus der Erkenntnis, dass im Wesentlichen das Licht dieses Spektralbereichs den Farbeindruck der Lackieroberflächen beeinflusst.

Der Tageslichtabweichungs-Mittelwert bzw. der spektrale Stabilitätsfaktor bezogen auf die Kernbereichsmitte sind Werte, die sich im Unterschied z. B. zu dem allgemeinen Farbwiedergabeindex Ra zur Quantifizierung der Homogenität des Lichteindrucks, insbesondere Farbeindrucks bei der Kontrolle von lackierten Oberflächen besonders gut eignen. Bei diesem Bereich handelt es sich um den im Wesentlichen vom Auge wahrnehmbaren Spektralbereich.

Bekanntermaßen stellt der allgemeine Farbwiedergabeindex Ra (CRi-Wert) eine Kennzahl dar, mit der die Qualität der Farbwiedergabe von Lichtquellen gleicher korrelierter Farbtemperatur beschrieben wird. Für den allgemeinen Farbwiedergabeindex werden die Werte der ersten acht Testfarben nach DIN 6169 einbezogen. Insbesondere dadurch, dass sich Unterschiede bzw. Änderungen bei einzelnen Testfarben gegenseitig kompensieren können und sich daher trotz visuell wahrnehmbarer Farbtonänderung der allgemeine Farbwiedergabeindex kaum ändert, ist der allgemeine Farbwiedergabeindex nicht gut geeignet, Farbtonverschiebung ein und derselben Lichtquelle innerhalb eines Lichtspots zu beschreiben.

In dem inneren Randbereich ist die Beleuchtungsstärke bereits stark abgesunken. Daher könnte vermutet werden, dass dieser lichtschwache Randbereich, keinen großen Einfluss, auf die Aussagekraft von visuellen Überprüfungsergebnissen hat. Es hat sich aber gezeigt, dass aufgrund der Beschaffenheit des menschlichen Auges die Lichteigenschaften des inneren Randbereichs wider Erwarten einen starken Einfluss auf die visuelle Wahrnehmbarkeit von optischen Unterschieden in dem ausgeleuchteten Oberflächenabschnitt nehmen. Vor allem ist es von Bedeutung, dass das Lichtspektrum über den Kernbereich und den inneren Randbereich hinweg erfindungsgemäß homogen ausgestaltet ist.

Vorzugsweise erfolgt die Berechnung des Tageslichtabweichungs-Mittelwerts einer Stelle der Strahlquerschnittsfläche derart, dass ein auf die Maximalintensität normiertes Lichtspektrum an dieser Stelle ermittelt wird. Dann wird die Differenz des ermittelten Lichtspektrums zu einem auf die Maximalintensität normierten Tageslichtspektrum gebildet. Schließlich wird der Mittelwert der Differenzbeträge über den Spektralbereich von 400 bis 700 nm gebildet.

Vorzugsweise erfolgt die Berechnung des Mittelwerts des spektralen Stabilitätsfaktors bezogen auf die Strahlmitte einer Stelle der Strahlquerschnittsfläche derart, dass ein auf die Maximalintensität normiertes Lichtspektrum an der Stelle ermittelt wird. Vorzugsweise wird bei der Normierung nur die Maximalintensität im sichtbaren Wellenlängenbereich von 400 bis 700 nm, weiter vorzugsweise nur ein Wellenlängenbereich zwischen 380 bis 580 nm berücksichtigt.

Dann wird die Differenz des ermittelten Lichtspektrums zu einem auf die Maximalintensität normierten Lichtspektrum gebildet, welches in der Strahlmitte ermittelt wurde. Schließlich wird der Mittelwert der Differenzbeträge über den Spektralbereich von 400 bis 700 nm berechnet. Dieser Mittelwert stellt den Mittelwert des spektralen Stabilitätsfaktors dar.

Ein Innendurchmesser von 16 cm des hellen (> 5000 lx) und tageslichtähnlichen (CRi > 95) Kernbereichs, stellt eine Mindestanforderung an den erzeugbaren Lichtstrahl dar. Bei einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel weist der Kernbereich einen Innendurchmesser von mindestens 20 cm, vorzugsweise 24 cm auf.

Bei einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel ist der Kernbereich noch heller ausgebildet und ist die Beleuchtungsstärke im Kernbereich größer 6000 lx, vorzugsweise größer 7000 lx, noch vorzugsweise größer 8000 lx.

Das Licht der Strahlquerschnittsfläche bzw. des erzeugbaren Lichtspots zeichnet sich durch eine noch höhere Homogenität aus, wenn der Tageslichtabweichungs-Mittelwert im Kern- und inneren Randbereich kleiner 18%, insbesondere kleiner 16% ist.

Durch den gleichen Vorteil zeichnet sich ein Ausführungsbeispiel aus, bei welchem alternativ oder zusätzlich der Tageslichtabweichungs-Mittelwert im Kernbereich und inneren Randbereich um weniger als 6%, vorzugsweise um weniger als 4% ändert. Es ist von Vorteil, wenn der Tageslichtabweichungs-Mittelwert im Kern- und inneren Randbereich niedrig ist. Es ist aber auch von Vorteil, wenn der (niedrige) Tageslichtabweichungs-Mittelwert relativ konstant bleibt, da dies wiederum einen Parameter dafür darstellt, dass sich das Lichtspektrum nur möglichst geringfügig ändert.

Des Weiteren ist bei einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel der Mittelwert des spektralen Stabilitätsfaktors bezogen auf die Strahlmitte im Kernbereich und inneren Randbereich sogar kleiner 8%, insbesondere kleiner 6%.

Bei einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel nimmt die Beleuchtungsstärke im inneren Randbereich auf 500 lx, vorzugsweise auf 300 lx ab, dabei erfüllt der innere Randbereich aber nach wie vor die Anforderungen an die Homogenität des Lichtspektrums.

Um unerwünschte Störeffekte durch eine unsymmetrische Spotform bei der Überprüfung von Lackierproduktse zu vermeiden, weist der erzeugbare Lichtstrahl einen kreisförmigen Querschnitt auf. In Umfangsrichtung sind die Intensität- und das Lichtspektrum jeweils konstant. Der Kernbereich ist kreisförmig. Der innere Randbereich wird durch einen ringförmigen Bereich gebildet, der den kreisförmigen Kernbereich umgibt. An den ringförmigen inneren Randbereich, schließt sich in radialer Richtung ein ringförmiger, sehr lichtschwacher äußerer Randbereich an.

Im Falle einer besonders bevorzugten Intensitätsverteilung weist der innere Randbereich in radialer Richtung eine Breite von größer 4 cm, vorzugsweise größer 6 cm, noch vorzugsweise größer 8 cm auf.

Damit kann im Speziellen durch die Tageslicht-Handleuchte bei einen Entfernung von 30 cm ein Lichtspot erzeugt werden, dessen Kern- und innere Randbereich einen Gesamtdurchmesser von mindestens 30 cm, vorzugsweise 40 cm, noch vorzugsweise 50 cm aufweisen.

Ein weiterer Parameter, der dazu dient, die Farbe eines künstlichen Lichts zu beschreiben, stellt dessen Farbtemperatur dar. Vorzugsweise ist bei der erfindungsgemäßen Tageslicht-Handleuchte die Farbtemperatur des Lichts zumindest im Kern- und inneren Randbereich größer 5500 K und/oder kleiner 6500 K.

Als Leuchtmittel des Leuchtkörpers kommt beispielsweise eine kostengünstige Halogenlampe in Betracht.

Bei einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel umfasst der Leuchtkörper als Leuchtmittel eine oder mehrere Leuchtdioden. Leuchtdioden zeichnen sich durch geringe Anlaufzeiten, geringen Stromverbrauch und eine lange Lebensdauer aus.

Zur Bildung des tageslichtähnlichen Lichtspektrums kann vorzugsweise vorgesehen sein, dass wenigstens eine Leuchtdiode Licht mit einem Lichtspektrum emittiert, dass sich von dem Lichtspektrum einer anderen Leuchtdiode unterscheidet, so dass sich durch die Überlagerung der Lichtspektrum insgesamt ein möglichst tageslichtähnliche Gesamtspektrum ergibt.

Bei einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel umfasst der Leuchtkörper als Leuchtmittel aber mehrere Leuchtdioden, wobei die jeweiligen Leuchtdioden Licht mit dem gleichen tageslichtähnlichen Lichtspektrum emittieren.

Durch einen besonders kompakt bauenden Leuchtkörper zeichnet sich eine Variante der Erfindung aus, bei welcher als Leuchtmittel eine oder mehrere COB-Leuchtdioden bzw. COB-LEDs vorgesehen sind.

Um eine hohe Ähnlichkeit des Lichtspektrums des erzeugbaren Lichts mit dem Tageslichtspektrum zu gewährleisten, hat sich in der Praxis ein Leuchtkörper bewährt, der als Leuchtmittel eine oder mehrere Leuchtdioden umfasst, die ein farbgebendes Lumineszenzmaterial aufweisen, vorzugsweise ein phosphorbasiertes farbgebendes Lumineszenzmaterial. Zur weiteren Verbesserung des Lichtspektrums können mehrere verschieden farbige Phosphoranteile eingesetzt werden.

Durch besonders gute optische Eigenschaften zeichnet sich eine Ausführungsform der Erfindung aus, bei welcher eine hohe Homogenität der Lichtintensität erzielt wird, indem der Leuchtkörper als Leuchtmittel mehrere Leuchtdioden umfasst, wobei die Leuchtdioden jeweils mit einer Linse versehen sind.

Eine besonders homogene Intensitätsverteilung ergibt sich, indem der Leuchtkörper als Leuchtmittel mehrere Leuchtdioden umfasst, wobei sämtliche Leuchtdioden in einer Ebene angeordnet sind, wobei mehrere, insbesondere neun, Leuchtdioden gleichverteilt auf einer äußeren Kreisbahn angeordnet sind und mehrere, insbesondere drei Leuchtdioden gleichverteilt auf einer inneren Kreisbahn angeordnet sind.

Für die Handhabung der erfindungsgemäßen Tageslicht-Handleuchte ist es von Vorteil, wenn die Tageslicht-Handleuchte als kabellose, Akkumulator betriebene Leuchte ausgebildet ist. Ein Lackierer kann die Handleuchte ungehindert durch Anschlusskabel entlang der zu untersuchenden Oberfläche führen.

Bei gewissen Anwendungen, z. b. bei der Überprüfung stark reflektierender oder hellen Oberflächen, ist es von Vorteil, wenn die Lichtstärke des Leuchtkörpers reduziert werden kann. Aus diesem Grunde ist bei einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel die Lichtstärke der Tageslicht-Handleuchte einstellbar, wenigstens im Bereich von 50–100% Lichtstärke dimmbar.

Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche sowie der im Folgenden beschriebenen Ausführungsbeispiele der Erfindung. Im Weiteren wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die beigelegten Figuren näher erläutert. Im Einzelnen zeigen:

1 eine Seitenansicht einer Tageslicht-Handleuchte einschließlich einer schematischen Darstellung des erzeugbaren Lichtstrahls,

2 die Strahlquerschnittsfläche des Lichtstrahls gemäß 1 in einer schematischen Darstellung,

3 eine schematische Darstellung der Messvorrichtung zur Vermessung des Lichtstrahls einer Tageslicht-Handleuchte,

4 die Beleuchtungsstärke der Tageslicht-Handleuchte gemäß 1 in Abhängigkeit des Abstands DM zur Strahlmitte,

5 die Beleuchtungsstärke in Abhängigkeit des Abstands rM zur Strahlmitte gemäß 4 nur im äußeren Abstandsbereich,

6 einen Vergleich des normierten Lichtspektrums des Tageslichtes und des normierten Lichtspektrums der Tageslicht-Handleuchte gemäß 1,

7 die Differenz der normierten Lichtspektren aus 6,

8 den Tageslichtabweichungs-Mittelwert der Tageslicht-Handleuchte gemäß 1 in Abhängigkeit des Abstands rM zur Strahlmitte in Prozent,

9 den Mittelwert des spektralen Stabilitätsfaktors der Tageslicht-Handleuchte gemäß 1 in Abhängigkeit des Abstands rM zur Strahlmitte in Prozent und

10 eine Vorderansicht des Kopfteils der Tageslicht-Handleuchte gemäß 1.

In 1 ist eine Tageslicht-Handleuchte 1 zur Überprüfung von lackierten Oberflächen, insbesondere im Rahmen von Lackreparaturarbeiten an Kraftfahrzeugen gezeigt. Die Handleuchte 1 weist ein Kopfteil 2, ein Griffteil 3 und am unteren Ende des Griffteils 3 einen lösbar befestigten Akkumulator 4, insbesondere Li-Ion-Akkumulator, auf. Das Kopfteil 2 besitzt an seiner Vorderseite eine Lichtauslass-Öffnung 5, durch welche ein Lichtstrahl 6 austreten kann. Zur Erzeugung des Lichtstrahls 6 ist in dem Kopfteil 2 ein Leuchtkörper 7 angeordnet. In 1 ist das Kopfteil 2 im Bereich der Lichtauslass-Öffnung 5 teilweise geschnitten dargestellt, um zumindest einen Teil des Leuchtkörpers 7 zu zeigen.

An der Rückseite des Kopfteils 2 ist ein Bedienelement 8 vorgesehen, mittels dessen die Lichtstärke des erzeugten Lichtstrahls 6 beispielsweise in einem Bereich von 50 bis 100% der maximalen Lichtstärke einstellbar ist. Auf der dem Bedienelement 8 abgewandten Seite und unterhalb des Kopfteils 2 ist ein weiteres Bedienelement 9 zum Ein- und Ausschalten der Handleuchte 1 angeordnet.

Des Weiteren ist in 1 schematisch der durch die Handleuchte 1 erzeugbare Lichtstrahl 6 dargestellt, der sich entlang einer Strahlachse 10 ausbreitet. Der Lichtstrahl 6 bildet in einer Entfernung d von 30 cm ± 0,5 cm von dem Leuchtkörper 7 eine senkrecht zur Strahlachse 10 verlaufende Strahlquerschnittsfläche 11. Die Entfernung bemisst sich ausgehend von der äußeren Fläche des letzten optischen Elements des Leuchtkörpers 7, das der Lichtstrahl 6 passiert, bevor er die Handleuchte 2 verlässt. Im vorliegenden Fall handelt es sich bei diesem optischen Element um eine dünne Abdeckscheibe des Leuchtkörpers 7.

In 2 ist die kreisförmige Strahlquerschnittsfläche 11 in einer Draufsicht gezeigt. Die Strahlquerschnittsfläche 11 bzw. deren Lichteigenschaften entsprechen den Eigenschaften eines Referenz-Lichtspots, der sich mit Hilfe der Handleuchte 1 auf einer ebenen Oberfläche ausbildet, wenn der Leuchtkörper 7 der Handleuchte 1 in einer Entfernung von 30 cm über der Oberfläche gehalten wird und der Lichtstrahl 6 senkrecht auf die Oberfläche gerichtet ist.

Die Strahlquerschnittsfläche 11 bzw. der Referenz-Lichtspot lassen sich in drei Bereiche unterteilen. Ausgehend von der Strahlmitte 12 weist die Strahlquerschnittsfläche 11 einen mittigen kreisförmigen Kernbereich 13, einen ringförmigen, inneren Randbereich 14 und einen ringförmigen, äußeren Randbereich 15 auf. Die Bereiche 13, 14, 15 sind in 2 nicht streng maßstabsgetreu gezeigt.

Der mittige Kernbereich 13 weist beispielsweise ein Innendurchmesser von wenigstens 16 cm auf. Zumindest in dem Kernbereich 13 weist das Licht einen Wert für den allgemeinen Farbwiedergabeindex (CRi-Wert) auf, der größer 95 ist. Die Beleuchtungsstärke ist in dem gesamten Kernbereich 13 größer 5000 lx.

Im Falle einer beispielhaften Definition der Bereiche geht der Kernbereich 13 in den inneren Randbereich 14 über, wenn die Beleuchtungsstärke den Wert von 5000 lx unterschreitet. Der innere Randbereich 14 geht wiederum in den sehr lichtschwachen äußeren Randbereich 15 über, wenn die Beleuchtungsstärke auf mindestens 1000 lx abgenommen hat.

Die Farbtemperatur des Lichtstrahls 6 ist zumindest im Kern- und inneren Randbereich 13, 14 größer 5500 K.

Das durch die Handleuchte 1 erzeugte Licht zeichnet sich dadurch aus, dass es zumindest im Kern- und inneren Randbereich 13, 14 bezüglich des Lichtspektrums homogen ausgebildet ist. Dies zeigt sich dadurch, dass in einem Spektralbereich mit einer Wellenlänge von 400 bis 700 nm ein Tageslichtabweichungs-Mittelwert im Kern- und inneren Randbereich 13, 14 kleiner 20% ist.

Außerdem ist in dem Spektralbereich mit einer Wellenlänge von 400 bis 700 nm auch der Mittelwert eines spektralen Stabilitätsfaktors bezogen auf die Strahlmitte im Kern- und inneren Randbereich 13, 14 kleiner 10%.

Im Folgenden wird beschrieben, wie der Lichtstrahl 6 der Handleuchte 1 vermessen wird und aus den Messergebnissen schließlich der Tageslichtabweichungs-Mittelwert (7) und der Mittelwert des spektralen Stabilitätsfaktors bezogen auf die Strahlmitte 12 (8) ermittelt wird.

In 3 ist beispielhaft eine Messapparatur 20 dargestellt, mittels derer die Lichteigenschaften der Handleuchte 1 bestimmt werden können. Die Handleuchte 1 wird in einem Abstand d von 30 cm über einen Detektor 21 (im Speziellen der Linse des Detektors) bevorzugt an einem Stativ 22 befestigt.

Als Detektor 21 wurde ein geprüftes und kalibriertes Spektralmessgerät MK350S der Fa. UPRtek verwendet, das einen CMOS linearer Bildsensor (Spektralbandbreite: ca. 12 nm (halbe Bandbreite), Rezeptorgröße: Durchmesser 6,6 mm +/– 0,1 mm, Messbereich: 20–70.000 lx, Wellenlängenbereich: 380–780 nm, Integrationszeitspanne: 6–5.000 ms) aufweist.

Der Rezeptor bzw. das Messfeld des Detektors 21 ist in 3 beispielhaft in zwei Positionen gezeigt. In der ersten Position ist der Rezeptor zentriert zur Mitte 12 des Lichtstrahls 6 angeordnet. In dieser Position werden folglich die Lichteigenschaften in der Strahlmitte 12 ermittelt. Anschließend wird der Detektor 21 um 2 cm auf der ebenen Auflagefläche 23 radial nach außen verschoben. Die Lichteigenschaften dieser Stelle des Strahlquerschnittsfläche bzw. des Referenz-Lichtspots werden ermittelt. So wird in 2-cm-Schritten fortgefahren, bis ein Abstand rM von 24 cm von der Mitte erreicht wird, d. h. eine Stelle vermessen wird, die auf einer Kreisbahn um die Mitte 12 liegt, welche einen Durchmesser von 48 cm besitzt. In 3 ist als zweite Position des Detektors 21 beispielhaft eine Position mit einem Abstand rM von 24 cm zur Strahlmitte 12 dargestellt.

Sämtliche Messungen wurden bei einheitlichen Bedingungen in einem abgedunkelten Raum durchgeführt. Zwischen den Messungen wurde die Handleuchte 1 jeweils ausgeschaltet, um Messverfälschungen durch unterschiedliche Einschaltzeiten zu vermeiden.

In den 4 und 5 ist die so ermittelte Beleuchtungsstärke in Abhängigkeit des Abstands rM der Messestelle von der Strahlmitte 12 (rM = 0 cm) gezeigt. Es ist ersichtlich, dass die Beleuchtungsstärke kontinuierlich von der Strahlmitte 12 nach außen abnimmt. Für die Überprüfung von lackierten Oberflächen ist es von Vorteil, dass die Beleuchtungsstärke allmählich und nicht sprunghaft abnimmt.

Es ist zu erwähnen, dass die Beleuchtungsstärke für eine Handleuchte, welche als Leuchtmittel Leuchtdioden aufweist, besonders sanft im Randbereich ausläuft. Ein solcher sanfter Auslauf ist auch z. B. mit einer Halogenlampe zu erhalten. Das Licht der Halogenlampe weist aber bei bekannten Leuchten wiederum den Nachteil auf, dass der Randbereich ein anderes Lichtspektrum aufweist (z. B. rotstichig). Diese farbige Korona ist bei der Prüfung von lackierten Oberflächen störend.

Des Weiteren ist ersichtlich, dass die Beleuchtungsstärke bei der beispielhaften Handleuchte 1 erst bei einem Abstand rM von ca. 12 cm auf unter 5000 lx abfällt. Demnach ergibt sich bei einer Definition des Kernbereichs 13, bei welcher im gesamten Kernbereich 13 eine Beleuchtungsstärke größer 5000 lx herrscht, ein Kernbereich 13, der einen Innendurchmesser von ca. 24 cm aufweist.

Bei einer anderen Betrachtungsweise bzw. Definition des Kernbereichs 13 zeigt sich anhand 4, dass bei der beispielhaften Handleuchte die Beleuchtungsstärke in einem Kernbereich 13 mit einem Durchmesser von 16 cm (rM = 8 cm) sogar größer 10000 lx ist.

Vorteilhafterweise weist die Handleuchte 1 eine maximale Beleuchtungsstärke – in der Strahlmitte 12 – von über 16000 lx, im Speziellen von über 20000 lx auf.

Des Weiteren zeigen die 4 und 5, dass der innere Randbereich 14 bei einer Definition, bei welcher der innere Randbereich 14 endet, wenn die Beleuchtungsstärke 1000 lx unterschreiten, bei einem Abstand rM zur Strahlmitte 12 von ca. 17 cm endet.

Es sind aber auch Definitionen anwendbar, bei welcher der innere Randbereich 14 derjenige Bereich ist, in welchem die Beleuchtungsstärke auf 500 lx, vorzugsweise auf 300 lx abnimmt. In diesem Fall reicht der innere Randbereich 14 bis zu einem Abstand rM von ca. 19 cm bzw. 21 cm. Demnach kann der innere Randbereich 14 eine Breite von größer 4 cm, vorzugsweise größer 6 cm, noch vorzugsweise größer 8 cm aufweisen.

Zu Bestimmung des Tageslichtspektrums wurden Messungen des Tageslichts mit dem Detektor MK350S der Fa. UPRtek bei unterschiedlichen Witterungszuständen, Tageszeiten und Himmelrichtungen durchgeführt und ein über diese Messungen gemitteltes Tageslichtspektrum errechnet. Das so berechnete Tageslichtspektrum wurde mit den Werten des Normlichts der Klasse D (Daylight), insbesondere D65 (6500 K) des CIE-Normvalenzsystem verglichen. Es wurden lediglich geringfügige Abweichungen festgestellt, die keinen relevanten Einfluss auf die Parameter haben, die auf Basis des Tageslichtspektrums berechnet werden.

In 6 sind die jeweils auf ihre maximale Intensität normierten Lichtspektren des Tageslichts und des Lichtstrahls der Handleuchte in der Strahlmitte 12 dargestellt. Es zeigt sich die gute Übereinstimmung mit dem Tageslichtspektrum, die auch durch das in die 7 gezeigte Diagramm deutlich wird. In 7 ist die Differenz in Prozent der in 6 gezeigten normierten Spektren im relevanten Bereich von 400 bis 700 nm zu entnehmen.

Auf Basis der gezeigten Differenzbeträge wurde der Mittelwert über den Bereich von 400 bis 700 nm gebildet. Es ergibt sich somit der Tageslichtabweichungs-Mittelwert des Lichtstrahls 6 in der Strahlmitte 12 in Prozent. In analoger Weise wird der Tageslichtabweichungs-Mittelwert des Lichtstrahls 6 bei den übrigen vermessenen Abständen rM zur Strahlmitte 12 ermittelt. Das Ergebnis ist 8 zu entnehmen, welche den Tageslichtabweichungs-Mittelwert in Abhängigkeit des Abstands rM zeigt.

Der Tageslichtabweichungs-Mittelwert ist über den gesamten vermessen Abstandsbereich kleiner 20%, im Speziellen sogar kleiner 18%. Bis zu einem Abstand rM von ca. 22 cm ist der Tageslichtabweichungs-Mittelwert kleiner 16%.

Außerdem ändert sich der Tageslichtabweichungs-Mittelwert im gesamten vermessenen Abstandbereich um weniger als 6%, im Speziellen um weniger als 4%.

Wie bereits erwähnt, ist in 9 der Mittelwert eines spektralen Stabilitätsfaktors bezogen auf die Strahlmitte 12 gezeigt. Der spektrale Stabilitätsfaktor wird analog zu dem Tageslichtabweichungs-Mittelwert bestimmt, wobei aber nicht die Differenz mit dem normierten Tageslichtspektrum, sondern anstelle dessen mit dem normierten Lichtspektrum bei der Strahlmitte 12 gebildet wird. Folglich beträgt der Mittelwert des spektralen Stabilitätsfaktors in der Mitte 12 (Abstand rM = 0 cm) gleich Null.

Der Mittelwert des spektralen Stabilitätsfaktors bezogen auf die Strahlmitte 12 ist bis zu einem Abstand rM von ca. 20 cm kleiner 8%, bis zu meinem Abstand rM von ca. 14 cm kleiner 6%.

Alles in allem zeigen die Diagramme der 8 und 9 den hohen Grad und die besondere Ausprägung der Strahlhomogenität des durch die Handleuchte 1 erzeugten Lichtstrahls 6.

Zur Erzeugung des homogenen Lichtstrahls 6 weist der Leuchtkörper 7 als Leuchtmittel mehrere Leuchtdioden auf, die jeweils Licht mit dem gleichen Lichtspektrum emittieren. Beispielsweise kann es sich um COB-Leuchtdioden handeln. Andere Bauformen sind jedoch ebenfalls denkbar. Vorzugsweise weisen die Leuchtdioden ein farbgebendes Lumineszenzmaterial auf, z. B. ein phosphorbasiertes farbgebendes Lumineszenzmaterial.

In 10 ist eine Vorderansicht des Kopfteils 2 der Handleuchte 1 dargestellt. Die vordere Stirnseite des Leuchtkörpers 7 mit den Leuchtdioden 24, die jeweils mit einer Linse versehen sind, ist gut erkennbar. Die Leuchtdioden 24 sind in einer Ebene angeordnet. Neun Leuchtdioden 24 sind gleichverteilt auf einer äußeren Kreisbahn 25 angeordnet. Drei Leuchtdioden 24 sind gleichverteilt auf einer inneren Kreisbahn 26 angeordnet. Dank dieser Anordnung der Leuchtdioden 24 ergibt sich eine gleichmäßige Intensitätsverteilung des erzeugten Lichtstrahls 6.

Beispielweise kann anstelle einzelner Linsen für jede Leuchtdiode auch eine gemeinsame Linse für alle Leuchtdioden eingesetzt werde. Es ist aber auch denkbar, teilweise einzelne Linsen und teilweise eine Linse für mehrere Leuchtdioden einzusetzen.

Es versteht sich, dass anhand der Figuren lediglich beispielhaft ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung beschrieben wurde. Andere Bauformen, insbesondere des Leuchtkörpers 7, welche die erfindungsgemäßen Anforderungen an die Lichteigenschaften erfüllen, sind denkbar und ergeben sich für den Fachmann bei der Lektüre der vorstehenden Ausführungen.

Beispielhaft sei erwähnt, dass ein Leuchtkörper vorgesehen sein kann, der zusätzlich zu einer Abdeckscheibe noch ein oder mehrere weitere optische Elemente (Farbfilter, Blenden, Linsen) aufweist, die vorzugsweise auswechselbar sind. Die optischen Effekte können aber auch durch eine Abdeckscheibe, die zusätzlich zum Schutze des Kopfinneren dient realisiert werden.

Bei einem nicht gezeigten Anwendungsfall kann die Handleuchte auch als stationäres Beleuchtungsmittel genutzt werden. Beispielsweise kann die Handleuchte an einen Ständer, einen Halter an der Lackierkabinendecke oder -wand, ein Stativ, einer Handlingsvorrichtung (Roboter) oder einem ähnlichen Befestigungssystem angebracht werden. Anstelle der Stromversorgung mittels eines Akkumulators kann die Handleuchte auch mittels eines Adapters an das Stromnetz angeschlossen werden, der beispielsweise anstelle des Akkumulators an die Handleuchte angeschlossen wird.

Generell kann die Handleuchte auch mit einem Steuerungssystem kabelgebunden oder kabellos (z. B. über Bluetooth) verbunden werden. Mittels des Steuerungssystems kann die Handleuchte z. B. ein- und ausgeschaltet werden oder die Lichtstärke eingestellt werden. In diesem Fall kann die Betätigung des Ein-/Ausschalters und der Einstelleinrichtung für die Lichtstärke ferngesteuert durch geeignete Vorrichtungen erfolgen. Der Ein-/Ausschalter kann auch in der eingestellten Stellung (Ein oder Aus) verbleiben, wobei die Lichtstärke von 0% bis 100% ferngesteuert bzw. -geregelt werden kann.

Es können auch Sensoren (z. B. Farb-Oberflächen- oder Abstandssensoren) vorhanden sein. Auf Basis der Messdaten der Sensoren werden die Einstellungen der Handleuchte vorgenommen bzw. geregelt (z. B. Lichtstärke abstandsabhängig).

Ein separates Steuersystem kann auch Vorschläge z. B. für die Verwendung von Farbfiltern oder anderen optischen Elemente, für die Lichtstärke usw. liefern, mit welchen die Handleuchte versehen bzw. eingestellt werden sollte, um optimale Prüfungsergebnisse zu erzielen. Auch dieser Vorschlag kann basierend auf Sensordaten, z. B. einer Farb-, Glanzgrad-, Abstands- oder Oberflächenrauigkeitserkennung der lackierten Oberfläche, erfolgen.

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

Zitierte Patentliteratur

  • DE 102014018940 A1 [0006]

Zitierte Nicht-Patentliteratur

  • DIN 6169 [0019]