Title:
Kamerawagen
Kind Code:
A1


Abstract:

Die Erfindung betrifft einen Kamerawagen mit einem Räder aufweisenden Fahrgestell und einer an dem Fahrgestell angebrachten Halteeinrichtung für eine Kamera, wobei die Halteeinrichtung einen fahrgestellseitigen und einen kameraseitigen Arm aufweist, die scherenartig miteinander gekoppelt sind, und der fahrgestellseitige Arm um eine erste parallel zu einer Ebene durch die Aufstandspunkte der Räder liegende Achse bezüglich des Fahrgestells verschwenkbar ist und der kameraseitige Arm um eine parallel zu der ersten Achse liegende zweite Achse bezüglich des fahrgestellseitigen Arms verschwenkbar ist.
Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass der Verschwenkwinkel des fahrgestellseitigen Arms größer als 90° ist, bevorzugt größer als 106°, weiter bevorzugt größer als 180°.




Inventors:
gleich Anmelder
Application Number:
DE102016008737A
Publication Date:
01/18/2018
Filing Date:
07/18/2016
Assignee:
Fitz, Andreas, 83620 (DE)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE102004043043A1N/A2006-03-09



Attorney, Agent or Firm:
LEINWEBER & ZIMMERMANN, 80331, München, DE
Claims:
1. Kamerawagen mit
einem Räder (12, 14) aufweisenden Fahrgestell und einer an dem Fahrgestell (10, 12, 14, 16) angebrachten Halteeinrichtung für eine Kamera, wobei
die Halteeinrichtung (18, 20, 22) einen fahrgestellseitigen und einen kameraseitigen Arm (18, 20) aufweist, die scherenartig miteinander gekoppelt sind, und
der fahrgestellseitige Arm (18) um eine erste parallel zu einer Ebene durch die Aufstandspunkte der Räder liegende Achse (24) bezüglich des Fahrgestells verschwenkbar ist und der kameraseitige Arm (20) um eine parallel zu der ersten Achse liegende zweite Achse (28) bezüglich des fahrgestellseitigen Arms verschwenkbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Verschwenkwinkel (α) des fahrgestellseitigen Arms (18) größer als 90° ist, bevorzugt größer als 106°, weiter bevorzugt größer als 180°.

2. Kamerawagen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es eine Betriebsstellung gibt, in der eine Normale (60) auf die erste und die zweite Achse (24, 28) senkrecht auf der Ebene durch die Aufstandspunkte der Räder (12, 14) steht.

3. Kamerawagen nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch einen rotierenden Motor (32) zum Verschwenken zumindest des fahrgestellseitigen Arms, insbesondere einen Elektromotor.

4. Kamerawagen nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein Getriebe (34 bis 58) zum Koppeln des Motors (32) mit dem fahrgestellseitigen Arm (18) und/oder dem kameraseitigen Arm (20) Zahnräder und/oder mindestens ein Seil und/oder mindestens einen Riemen aufweist.

5. Kamerawagen nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens zwei miteinander kämmende Zahnräder (40 bis 58) des Getriebes (34 bis 58) schrägverzahnt sind.

6. Kamerawagen nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Getriebe (34 bis 58) einen Schneckentrieb (38) aufweist.

7. Kamerawagen nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Zahnrad des Getriebes (34 bis 58) segmentiert ist.

8. Kamerawagen nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Getriebe (34 bis 58) die beiden Arme (18, 20) und das Fahrgestell (10, 12, 14, 16) derart miteinander koppelt, dass sich eine an der Halteeinrichtung (18, 20, 22) angebrachte Kamera ansprechend auf ein Verschwenken des fahrgestellseitigen Arms (18) um die erste Achse (24) nur in Richtung senkrecht zu der Ebene durch die Aufstandspunkte der Räder (12, 14) bewegt.

9. Kamerawagen nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Achse (24) unverschieblich bezüglich des Fahrgestells (10, 12, 14, 16) gehalten ist.

Description:

Die Erfindung betrifft einen Kamerawagen mit einem Räder aufweisenden Fahrgestell und einer an dem Fahrgestell angebrachten Halteeinrichtung für eine Kamera, wobei die Halteeinrichtung einen fahrgestellseitigen und einen kameraseitigen Arm aufweist, die scherenartig miteinander gekoppelt sind, und der fahrgestellseitige Arm um eine erste parallel zu einer Ebene durch die Aufstandspunkte der Räder liegende Achse bezüglich des Fahrgestells verschwenkbar ist und der kameraseitige Arm um eine parallel zu der ersten Achse liegende zweite Achse bezüglich des fahrgestellseitigen Arms verschwenkbar ist.

Kamerawagen der oben genannten Art sind bekannt, beispielsweise aus der DE 10 2004 043 043 A1. Danach ist eine sogenannte Tiefauslegerstellung vorgesehen, in der ein sogenanntes Kamerabefestigungselement auf einem Niveau unterhalb der Oberseite des Fahrgestells liegt. Die Realisierung dieser Tiefauslegerstellung ist vergleichsweise aufwendig, weil zusätzlich zu dem fahrgestellseitigen Arm und dem scherenartig damit gekoppelten kameraseitigen Arm weitere Bauteile erforderlich sind, die den Höhenunterschied in der Tiefauslegerstellung zwischen den waagerecht liegenden Armen und dem Kamerabefestigungselement überbrücken.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den Kamerawagen der eingangs genannten Art derart weiterzubilden, dass der Aufwand für die Ermöglichung der Tiefauslegerstellung reduziert ist.

Erfindungsgemäß wird die gestellte Aufgabe dadurch gelöst, dass der Verschwenkwinkel des fahrgestellseitigen Arms größer als 90° ist, bevorzugt größer als 106°, weiter bevorzugt größer als 180°.

Dabei liegt der Erfindung die verblüffend einfache Erkenntnis zugrunde, dass eine Vergrößerung des Verschwenkwinkels, der nach der DE 10 2004 043 043 A1 weniger als 90° beträgt, die Möglichkeit besteht, die Tiefauslegerstellung unter Verringerung des Aufwands einfach dadurch zu realisieren, dass der Verschwenkwinkel des fahrgestellseitigen Arms vergrößert wird, wodurch die zweite Achse näher an der Ebene durch die Aufstandspunkte der Räder zu liegen kommt als die erste Achse. Dadurch kann der Abstand zwischen der ersten Achse und der Ebene durch die Aufstandspunkte der Räder zumindest teilweise überbrückt werden, ohne dass dazu zusätzlicher Aufwand getrieben werden müsste. Eine Tiefauslegerstellung ist dadurch mit weniger Aufwand als im Falle der DE 10 2004 043 043 A1 realisierbar.

Zur weiteren Flexibilisierung der Anordnung der von der Halteeinrichtung gehaltenen Kamera ist es erfindungsgemäß weiter bevorzugt, dass es eine Betriebsstellung gibt, in der eine Normale auf die erste und die zweite Achse senkrecht auf der Ebene durch die Aufstandspunkte der Räder steht.

Mit anderen Worten liegen nach dieser Ausgestaltung in der genannten Betriebsstellung die beiden Arme gestreckt in Reihe hintereinander, und zwar bezüglich des Fahrgestells senkrecht nach oben weisend oder senkrecht nach unten weisend.

Der Grund dafür, dass bei dem Kamerawagen nach der DE 10 2004 043 043 A1 der Verschwenkwinkel des fahrgestellseitigen Arms beschränkt ist, nämlich auf weniger als 90°, liegt an dem dort verwendeten Antrieb, bei dem es sich um einen Hydraulikzylinder handelt. Wegen der Ausgestaltung des zwischen dem Hydraulikzylinder und dem Arm liegenden Getriebes als Kurbelgetriebe ergeben sich Totpunkte, die nicht überwunden werden können. Darüber hinaus ist der Verschwenkwinkel nach oben auf weniger als 90° beschränkt, weil für das Zurückschwenken kein Antrieb zur Verfügung steht. Vielmehr wird die Schwerkraft ausgenutzt. Der fahrgestellseitige Arm bei dem Kamerawagen nach der DE 10 2004 043 043 A1 kann daher auch nicht die Betriebsstellung annehmen, in der eine Normale auf die erste und die zweite Achse senkrecht auf der Ebene durch die Aufstandspunkte der Räder steht, weil aus dieser Betriebsstellung die Schwerkraft eine Rückstellung bzw. ein Rückverschwenken nicht leisten kann. Vielmehr stellt diese Betriebsstellung einen Totpunkt dar, der bei dem bekannten Kamerawagen vermieden ist.

Daher ist nach einem weiter bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung ein rotierender Motor zum Verschwenken zumindest des fahrgestellseitigen Arms vorgesehen, insbesondere ein Elektromotor. Ein solcher rotierender Motor hat im Gegensatz zu dem Hydraulikzylinder keinen Totpunkt, sondern kann die vollen 360° drehen. Er kann auch rückwärts betrieben werden, um für die Rückstellung nicht auf die Schwerkraft angewiesen zu sein, so dass die oben erwähnte Betriebsstellung erreicht werden kann, in der eine Normale auf die erste und die zweite Achse senkrecht auf der Ebene durch die Aufstandspunkte der Räder steht.

In diesem Zusammenhang wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass nach dem Stand der Technik zum Aufbauen von Druck oder Zug mittels des Hydraulikzylinders oft Elektromotoren eingesetzt werden. Diese Elektromotoren dienen aber im Sinne der Erfindung nicht zum Verschwenken des fahrgestellseitigen Arms. Vielmehr dienen sie nur dazu, diejenige Energie zur Verfügung zu stellen, mit der der eigentliche Antrieb, nämlich der Hydraulikzylinder, betrieben wird. Sie sind also insofern analog zu einer Batterie für einen Elektromotor anzusehen.

Nach dem Stand der Technik werden in der Regel Parallelogrammgestänge oder dergleichen zum Koppeln des Motors mit dem fahrgestellseitigen Arm und/oder dem kameraseitigen Arm eingesetzt. Solche Parallelogrammgestänge sind zum einen aufwendig. Zum anderen ist es mit ihnen schwierig, Verschwenkwinkel von mehr als 90° zu realisieren.

Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist es daher vorgesehen, dass ein Getriebe zum Koppeln des Motors mit dem fahrgestellseitigen Arm und/oder dem kameraseitigen Arm Zahnräder und/oder mindestens einen Riemen und/oder mindestens eine Kette aufweist.

Diese Getriebe können auch mit äußerst geringem Spiel realisiert werden, so dass eine präzisere Positionierung der von der Halteeinrichtung gehaltenen Kamera ermöglicht wird als beispielsweise mit einem Parallelogrammgestänge.

Zur weiteren Reduzierung des Getriebespiels ist es erfindungsgemäß bevorzugt, dass mindestens zwei miteinander kämmende Zahnräder des Getriebes schrägverzahnt sind.

Aus dem gleichen Grunde sieht eine besonders bevorzugte Ausführungsform der Erfindung vor, dass das Getriebe einen Schneckentrieb aufweist. Ein solcher Schneckentrieb kann zur Realisierung eines großen Untersetzungsverhältnisses verwendet werden, so dass bei Einsatz eines schnell drehenden Motors eine besonders präzise Positionierung der von der Halteeinrichtung gehaltenen Kamera möglich ist.

Der Verschwenkwinkel des fahrgestellseitigen Arms ist zwar erfindungsgemäß bevorzugt größer als 180°, muss aber nicht unbedingt 360° erreichen. Aus Gründen der Vereinfachung und/oder der Platzersparnis kann es daher im Rahmen der Erfindung vorgesehen sein, dass mindestens ein Zahnrad des Getriebes segmentiert ist.

In der Filmtechnik wird häufig gefordert, dass eine Kamera in ihrer Höhenposition verstellt wird, nicht aber in ihrem Abstand zum zu filmenden Objekt. Daher ist es nach einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung vorgesehen, dass das Getriebe die beiden Arme und das Fahrgestell derart miteinander koppelt, dass sich eine an der Halteeinrichtung angebrachte Kamera ansprechend auf ein Verschwenken des fahrgestellseitigen Arms um die erste Achse nur in Richtung senkrecht zu der Ebene durch die Aufstandspunkte der Räder bewegt.

Mit anderen Worten bewirkt ein Verschwenken des fahrgestellseitigen Arms bei dieser Ausgestaltung der Erfindung nur ein Auf- oder Abfahren der von der Halteeinrichtung gehaltenen Kamera.

Die erste Achse kann erfindungsgemäß prinzipiell beliebig an dem Fahrgestell gehalten sein. Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist es jedoch vorgesehen, dass die erste Achse unverschieblich bezüglich des Fahrgestells gehalten ist. Dies kann auch Ausführungsformen der Erfindung vereinfachen, die die von der Kameraeinrichtung gehaltene Kamera beim Verschwenken des fahrgestellseitigen Arms um die erste Achse nur in Richtung senkrecht zu der Ebene durch die Aufstandspunkte der Räder bewegt.

Im Folgenden ist die Erfindung anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die beiliegende Zeichnung mit weiteren Einzelheiten näher erläutert. Dabei zeigen

1 schematisch eine Teilschnittansicht eines bevorzugten Ausführungsbeispiels des Kamerawagens nach der Erfindung,

2 eine perspektivische Teilansicht des Fahrgestells des Kamerawagens nach 1,

3a schematisch eine Draufsicht auf einen Teil des Kamerawagens nach den 1 und 2,

3b eine Schnittansicht entlang der Linie B-B in 3a,

3c eine perspektivische Teilansicht aus 3a und

die 4a bis c die gleichen Ansichten wie die 3a bis c, jedoch in einem anderen Betriebszustand.

Zu dem in der Zeichnung dargestellten Kamerawagen gehören ein Chassis 10 und Räder, von denen zwei mit den Bezugszahlen 12, 14 bezeichnet sind. Der Kamerawagen ist sowohl auf dem Boden als auch auf Schienen verfahrbar. Ferner gehört zu dem Kamerawagen eine Schiebestange 16, an der er von einer Bedienperson verschiebbar bzw. verfahrbar ist.

Das Chassis 10, die Räder 12, 14 und die Schiebestange 16 gehören zu dem Fahrgestell des Kamerawagens. Das Fahrgestell kann weitere Elemente aufweisen.

An dem Fahrgestell ist eine Halteeinrichtung für eine Kamera angebracht, zu der insbesondere ein fahrgestellseitiger Arm 18, ein kameraseitiger Arm 20 und ein Kameraträger 22 gehören. Der fahrgestellseitige Arm 18 ist um eine erste Achse 24 verschwenkbar. Die erste Achse 24 liegt parallel zu einer Ebene durch die Aufstandsfläche der Räder 12, 14. Diese Ebene fällt in der Darstellung nach 1 mit dem Boden 26 zusammen. Die erste Achse 24 ist bezüglich des Chassis 10 festgelegt.

Der kameraseitige Arm 20 ist um eine zweite Achse 28 verschwenkbar. Die zweite Achse 28 liegt parallel zu der ersten Achse 24 und ist bezüglich des fahrgestellseitigen Arms 18 festgelegt.

Der Kameraträger 22 ist um eine dritte Achse 30 bezüglich des kameraseitigen Arms 20 verschwenkbar. Die dritte Achse 30 ist an dem kameraseitigen Arm 20 festgelegt.

Zu dem Kamerawagen gehört ein Elektromotor 32, der als Antrieb zum Ausführen der oben genannten Verschwenkbewegungen dient. Insbesondere dient er dazu, den Kameraträger 22 durch geeignetes Verschwenken des fahrgestellseitigen Arms 18 und des kameraseitigen Arms 20 in Richtung einer Normalen auf den Boden 26 zu verfahren. Dazu dient ein Getriebe.

An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die in der Zeichnung dargestellte Ausführungsform zwei fahrgestellseitige Arme aufweist, die in der Ansicht nach 1 deckungsgleich hintereinander liegen, weshalb nur der fahrgestellseitige Arm 18 zu sehen ist. Zwischen den beiden fahrgestellseitigen Armen liegt der kameraseitige Arm 20. Die beiden fahrgestellseitigen Arme dienen daher gemeinsam der Halterung und dem Verfahren des kameraseitigen Arms 20. Da die beiden fahrgestellseitigen Arme gleich sind, wird im Folgenden nur einer der beiden Arme beschrieben.

An den Elektromotor 32 sind mithin zwei Getriebezüge angeschlossen, die jeweils zum Verschwenken eines der beiden fahrgestellseitigen Arme dienen. Die Aufteilung in die beiden Getriebezüge erfolgt über zwei Keilriemen, von denen jeweils einer einem der beiden Getriebezüge zugeordnet ist. Der Keilriemen des im Folgenden beschriebenen Getriebezuges ist in 1 dargestellt und mit der Bezugszahl 34 bezeichnet. An den Keilriemen 34 mit zugehöriger Riemenscheibe schließt sich eine Welle 36 an, an die wiederum ein Schneckengetriebe 38 angeschlossen ist. An das Schneckengetriebe 38 angekoppelt sind Zahnräder 40, 42, 44, 46, 48, 50, 52, 54, 56 und 58, die in dieser Reihenfolge einen Getriebezug bilden, über den mittels des Elektromotors 32 der Kameraträger 22 in Richtung einer Normalen auf den Boden 26 bewegt werden kann.

Das Zahnrad 42 ist mit dem fahrgestellseitigen Arm 18 drehgekoppelt. Das Zahnrad 50 ist mit dem kameraseitigen Arm 20 drehgekoppelt. Alle anderen Zahnräder sind drehbar auf ihren jeweiligen Achsen gehalten. Wird der Motor 32 eingeschaltet, so wird der fahrgestellseitige Arm 18 um die erste Achse 24 verschwenkt, wegen der dargestellten Zahnradkopplung wird auch der kameraseitige Arm 20 verschwenkt, jedoch um die zweite Achse 28, und wegen der weiteren Kopplung wird das Zahnrad 58 mit dem fest daran angebrachten Kameraträger 22 bezüglich des kameraseitigen Arms 20 um die dritte Achse 30 verschwenkt, wobei die Gesamtübersetzung derart ist, dass der Kameraträger sich nur in Richtung einer Normalen auf den Boden 26 bewegt.

Da der Elektromotor 32 ein rotierender Motor ist, der sich um 360° und mehr drehen kann, und da alle oben erwähnten Getriebeteile sich ebenfalls um 360° und mehr drehen können, kann auch der fahrgestellseitige Arm 18 eine komplette Drehung um die erste Achse 24 vollführen und mithin jeden beliebigen Verschwenkwinkel annehmen. Insbesondere kann eine in 1 eingezeichnete Normale 60 auf die erste und die zweite Achse 24, 28 um beliebige Winkel α verschwenkt werden. Steht der erfindungsgemäße Kamerawagen wie in 1 gezeigt auf dem Boden 26, so kann die Normale 60 von einer Stellung, in der sie senkrecht auf den Boden 26 steht, wobei der in 1 eingezeichnete Winkel β 90° beträgt, in eine Tiefauslegerstellung verstellt werden, in der der Winkel β 107,5° beträgt. Bei diesem Winkelwert schlägt nämlich der fahrgestellseitige Arm 18 auf den Boden 26 auf.

Steht demgegenüber der erfindungsgemäße Kamerawagen auf einem Sockel, so dass im Bereich der Arme 18, 20 genügend Bewegungsfreiheit nach unten besteht, so kann der felgenseitige Arm 18 um beliebige Winkel α verstellt werden, insbesondere nach senkrecht oben mit β = 90° und nach senkrecht unten mit β = –90°. Damit ist dann eine maximale Tiefauslegerstellung erreicht, und zwar ohne dass zusätzliche Bauteile an dem Kameraträger 22 angebracht werden müssten.

Bei dem in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel weisen die Zahnräder 38, 40, 42, 52, 54, 56 und 58 jeweils Schrägverzahnungen auf. Diese Schrägverzahnungen verringern das Spiel in dem Getriebe, so dass eine sehr präzise Steuerung der Bewegung des Kameraträgers 22 möglich ist. Im Rahmen der Erfindung können auch die anderen Zahnräder des Getriebes mit Schrägverzahnungen ausgeführt werden. Je nach Anforderungen können aber auch Getriebeteile, die in dem dargestellten Ausführungsbeispiel von Zahnrädern gebildet sind, durch Riementriebe ersetzt werden. Auch können Kettengetriebe verwendet werden. Die Wahl des Getriebes hängt dabei nicht nur von der geforderten Präzision der Steuerung ab, sondern auch von anderen Faktoren, wie beispielsweise Gewicht, Kosten, Reparaturfreundlichkeit etc.

Wenn kein Verschwenken des fahrgestellseitigen Arms 18 um volle 360° gefordert wird, können zumindest einzelne Zahnräder segmentiert ausgeführt werden und sich beispielsweise nur über 190° erstrecken. Dadurch können Material und Bauraum gespart werden.

Die 2 zeigt das Chassis 10 ohne Räder und ohne die beiden Arme 18 und 20. Zur Anbringung des fahrgestellseitigen Arms 18 dienen zwei Halbschalen 62 und 64. Zur Drehkopplung mit dem Fahrgestell 10 einerseits und dem Motor 32 andererseits dienen Nuten 66 und 68 bzw. ein Ansatz 70. In die Nuten 66 und 68 gelangt bei Montage ein in der Zeichnung nicht dargestellter Zapfen, der mit dem Zahnrad 42 drehgekoppelt ist und zum Übertragen des Drehmoments des Motors 32 dient. Der Ansatz 70 gelangt bei Montage in eine entsprechende Ausnehmung an dem fahrgestellseitigen Arm 18 und dient zur Festlegung der ersten Achse 24, um die der fahrgestellseitige Arm 18 verschwenkbar ist, so dass der fahrgestellseitige Arm 18 von dem Motor 32 um die erste Achse 24 verschwenkt werden kann. Zur Arretierung der beiden Halbschalen 62 und 64 aneinander dient eine Schraube 72. Zur axialen Arretierung dient eine Schraube 74, die in den Ansatz 70 mündet.

Zur Montage und Demontage der beiden Arme 18, 20 werden die beiden genannten Arme miteinander verriegelt. Dazu dient eine Verriegelungseinheit 76, die in den 3 und 4 gezeigt ist. Dabei zeigt die 3 den verriegelten Zustand, während 4 den entriegelten Zustand zeigt. Die Verriegelungseinheit 76 ist an dem kameraseitigen Arm 20 angeordnet und weist Verriegelungszapfen 78, 80 auf, die zum Verriegeln in entsprechende Ausnehmungen an den fahrgestellseitigen Armen 18 eingreifen.

Die in der obigen Beschreibung, den Ansprüchen sowie der Zeichnung offenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als auch in beliebigen Kombinationen für die Verwirklichung der Erfindung in ihren verschiedenen Ausführungsformen wesentlich sein.

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

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Zitierte Patentliteratur

  • DE 102004043043 A1 [0002, 0005, 0005, 0008, 0008]