Title:
Induktive Prüflast für einen Prüfstand für eine Leistungselektronikschaltung sowie entsprechender Prüfstand
Document Type and Number:
Kind Code:
A1

Abstract:

Die Erfindung betrifft eine induktive Prüflast (2) für einen Prüfstand (1) für eine Leistungselektronikschaltung. Dabei ist vorgesehen, dass die Prüflast (2) einen Stator (3) einer elektrischen Maschine (4) aufweist, der über wenigstens eine elektrisch mit Prüfanschlüssen der Prüflast (2) verbundene Statorwicklung verfügt, wobei in dem Stator (3) ein elektromagnetisch isotropes Rotorersatzteil (8) angeordnet ist. Die Erfindung betrifft weiterhin einen Prüfstand (1) für eine Leistungselektronikschaltung.





Inventors:
Juris, Peter (85057, Ingolstadt, DE)
Sedlmair, Dominik (86551, Aichach, DE)
Application Number:
DE102016006974A
Publication Date:
12/07/2017
Filing Date:
06/07/2016
Assignee:
AUDI AG, 85045 (DE)
International Classes:
G01R1/02; G01R31/00; H01F27/00; H02K1/22
Domestic Patent References:
DE10062855A1N/A
DE102011117683A1N/A
Foreign References:
EP2254234
JP2007139518A
Claims:
1. Induktive Prüflast (2) für einen Prüfstand (1) für eine Leistungselektronikschaltung, dadurch gekennzeichnet, dass die Prüflast (2) einen Stator (3) einer elektrischen Maschine (4) aufweist, der über wenigstens eine elektrisch mit Prüfanschlüssen der Prüflast (2) verbundene Statorwicklung verfügt, wobei in dem Stator (3) ein elektromagnetisch isotropes Rotorersatzteil (8) angeordnet ist.

2. Induktive Prüflast nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Stator (3) in einem Maschinengehäuse (6) der elektrischen Maschine (4) angeordnet ist, das wenigstens einen Kühlmittelkanal (7) aufweist.

3. Induktive Prüflast nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Rotorersatzteil (8) aus Elektroblechen (9) besteht, die in axialer Richtung bezüglich einer Längsmittelachse (10) des Stators (3) parallel zueinander angeordnet sind.

4. Induktive Prüflast nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Rotorersatzteil (8) mittels eines Stellantriebs (14, 15) in axialer Richtung und/oder in radialer Richtung verlagerbar ist.

5. Induktive Prüflast nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Rotorersatzteil (8) drehfest auf einer drehfest gelagerten Welle (11) angeordnet ist.

6. Induktive Prüflast nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der Welle (11) wenigstens ein Kühlmittelzuführkanal (17) vorliegt, der mit dem Kühlmittelkanal (7) strömungsverbunden ist.

7. Induktive Prüflast nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Rotorersatzteil (8) zylinderförmig, insbesondere kreiszylinderförmig ist.

8. Induktive Prüflast nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Luftspalt zwischen dem Stator (3) und dem Rotorersatzteil (8) bezogen auf den Durchmesser des Rotorersatzteils (8) in Umfangsrichtung durchgehend höchstens 1%, höchstens 0,5%, höchstens 0,25% oder höchstens 0,1% beträgt.

9. Induktive Prüflast nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Stator (3) und dem Rotorersatzteil (8) ein Isolierteil angeordnet ist.

10. Prüfstand (1) für eine Leistungselektronikschaltung, mit einer induktiven Prüflast (2) nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche.

Description:

Die Erfindung betrifft eine induktive Prüflast für einen Prüfstand für eine Leistungselektronikschaltung sowie weiterhin einen entsprechenden Prüfstand.

Induktive Prüflasten werden häufig zur Prüfung und Inbetriebnahme von Leistungselektronikschaltungen beziehungsweise leistungselektronischen Schaltungen benötigt. Teilweise ist es notwendig, verschiedene Leistungselektronikschaltungen an derselben induktiven Prüflast zu betreiben, um sie miteinander vergleichen zu können. In anderen Fällen ist jedoch der Austausch der induktiven Prüflast notwendig, weil eine andere Induktivität benötigt wird, um die Funktionalität der Leistungselektronikschaltung zu untersuchen. Um den Aufbau des Prüfstands möglichst gleich lassen zu können und damit sowohl Zeit als auch Geld für den Umbau sowie für die Anschaffung einer anderen Prüflast zu reduzieren, kann auf dem Prüfstand eine variable induktive Prüflast eingesetzt werden.

Es ist Aufgabe der Erfindung, eine induktive Prüflast für einen Prüfstand für eine Leistungselektronikschaltung vorzuschlagen, welche gegenüber bekannten Prüflasten Vorteile aufweist, insbesondere eine genaue Nachbildung der Induktivität einer elektrischen Maschine ermöglicht.

Dies wird erfindungsgemäß mit einer induktiven Prüflast mit den Merkmalen des Anspruchs 1 erreicht. Dabei ist vorgesehen, dass die Prüflast einen Stator einer elektrischen Maschine aufweist, der über wenigstens eine elektrisch mit Prüfanschlüssen der Prüflastanordnung verbundene Statorwicklung verfügt, wobei in dem Stator ein elektromagnetisch isotropes Rotorersatzteil angeordnet ist.

Die Leistungselektronikschaltung, welche mittels des Prüfstands untersucht werden soll, dient vorzugsweise der Ansteuerung der elektrischen Maschine, die als Elektromotors oder als Generator ausgestaltet sein kann. Die induktive Prüflast kann hierbei beispielsweise die elektrische Maschine selbst beziehungsweise eine baugleiche elektrische Maschine sein. Dies hat den Vorteil, dass die Leistungselektronikschaltung genau für den beabsichtigten Anwendungszweck, nämlich die anzusteuernde elektrische Maschine, untersucht wird. Jedoch ist der Aufbau mit einer drehenden elektrischen Maschine sehr aufwändig, weil beispielsweise sowohl die elektrische Maschine als auch eine Lastmaschine, welche die elektrische Maschine antreibt oder bremst, benötigt wird.

Erfindungsgemäß ist es daher vorgesehen, lediglich den Stator der elektrischen Maschine heranzuziehen, also ohne den eigentlichen Rotor der elektrischen Maschine. Der Stator verfügt über die wenigstens eine Statorwicklung, welche mit den Prüfanschlüssen der Prüflast verbunden ist. Über die Prüfanschlüsse sind die Statorwicklung oder die mehreren Statorwicklungen mit der Leistungselektronikschaltung elektrisch verbindbar. Bei einer solchen Vorgehensweise muss nur ein Teil der Verlustleistung kompensiert werden, nämlich die reine Blindleistung. Insgesamt ist der Stator der elektrischen Maschine gut als induktive Prüflast geeignet und zudem kostengünstig.

Die Induktivität nur des Stators der elektrischen Maschine unterscheidet sich jedoch stark von der vollständigen Maschine, welche neben dem Stator auch den Rotor aufweist. Weil keine Kopplung zwischen Stator- und Rotorfeld besteht, wird die Induktivität des Stators nur durch die Ständerstreuung und die Selbstinduktivität des Stators gebildet. Der Rotor der elektrischen Maschine lässt sich jedoch nicht ohne weiteres in den Prüfaufbau integrieren. Durch das von dem Stator erzeugte Drehfeld würde auf den Rotor eine Kraft wirken, die zu einer Drehung des Rotors führt, unabhängig davon, ob die elektrische Maschine als permanenterregte Maschine, als Induktionsmaschine oder als Reluktanzmaschine ausgebildet ist.

Dies führt zu einem hohen Aufwand, weil für einen sich drehenden Rotor, wie bereits beschrieben, zusätzliche Maßnahmen für einen sicheren Betrieb notwendig sind. Wird der Rotor dagegen in dem Stator festgesetzt, so würden durch das Drehfeld des Stators hohe Verluste entstehen, was unerwünscht beziehungsweise unzulässig ist. Überdies führt die Ausrichtung des festgesetzten Rotors zu einer ungleichförmigen Aufteilung der Induktivitäten in der Statorwicklung beziehungsweise in den mehreren Statorwicklungen.

Um die Induktivität der Prüflast beziehungsweise des Stators der elektrischen Maschine der vollständigen elektrischen Maschine anzunähern ist es nun vorgesehen, dass in dem Stator das elektromagnetische isotrope Rotorersatzteil angeordnet ist. Der Rotor der elektrischen Maschine wird insoweit durch das Rotorersatzteil ersetzt. Das Rotorersatzteil ist elektromagnetisch isotrop, insbesondere für das Magnetfeld des Stators, sodass das Magnetfeld kein Drehmoment oder allenfalls ein geringes Drehmoment auf das Rotorersatzteil ausübt. Ein Festsetzen des Rotorersatzteils in Umfangsrichtung, um eine Drehbewegung des Rotorersatzteils zu unterbinden, ist somit mit einfachen Mitteln möglich. Sind mehrere Statorwicklungen vorgesehen, so bewirkt das elektromagnetische isotrope Rotorersatzteil eine gleichmäßige Induktivitätsverteilung in den Statorwicklungen. Eine induktive Prüflast mit dem beschriebenen Aufbau entspricht hinsichtlich ihres Verhaltens auf dem Prüfstand nahezu der vollständigen elektrischen Maschine, sodass für die Leistungselektronikschaltung Untersuchungsergebnisse hoher Genauigkeit erzielt werden können.

Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass der Stator in einem Maschinengehäuse der elektrischen Maschine angeordnet ist, das wenigstens einen Kühlmittelkanal aufweist. Um die induktive Prüflast noch weiter der vollständigen elektrischen Maschine anzugleichen, wird neben dem Stator und dem Rotorersatzteil auch das Maschinengehäuse herangezogen. In dem Maschinengehäuse ist der Stator angeordnet, insbesondere ist der Stator in dem Maschinengehäuse befestigt. Das Maschinengehäuse weist den wenigstens einen Kühlmittekanal auf, welcher einer Kühlung des Maschinengehäuses und mithin des Stators dient. Der Stator steht insoweit in Wärmeübertragungsverbindung mit dem Maschinengehäuse und entsprechend dem Kühlmittelkanal. Es kann vorgesehen sein, dass in dem Kühlmittelkanal ein Kühlmittel vorliegt oder dass der Kühlmittelkanal während eines Betriebs des Prüfstands von Kühlmittel durchströmt wird. Zu diesem Zweck kann es vorgesehen sein, dass der Kühlmittelkanal an eine Kühlmittelversorgung des Prüfstands anschließbar oder angeschlossen ist.

Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass das Rotorersatzteil aus Elektroblechen besteht, die in axialer Richtung bezüglich einer Längsmittelachse des Stators parallel zueinander angeordnet sind. Die Elektrobleche sind beispielsweise kreisförmig oder kreisringförmig. Auch andere Formen können jedoch realisiert sein. Die Elektrobleche sind besonders bevorzugt gegeneinander isoliert. Beispielsweise ist jedes Elektroblech mit einer Isolierbeschichtung versehen, welche es gegenüber benachbarten Elektroblechen elektrisch isoliert. Die Elektrobleche sind in axialer Richtung bezüglich der Längsmittelachse des Stators nebeneinander angeordnet. Dabei steht eine die Elektrobleche definierende gedachte Ebene senkrecht auf der Längsmittelachse. In anderen Worten schneidet die Längsmittelachse des Stators wenigstens eine Seitenfläche beziehungsweise Stirnfläche, insbesondere zwei gegenüberliegende Seitenflächen beziehungsweise Stirnflächen jedes der Elektrobleche senkrecht. Mit einer derartigen Ausgestaltung des Rotorersatzteils ist die elektromagnetische Isotropie besonders einfach zu realisieren.

Im Rahmen einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass das Rotorersatzteil mittels eines Stellantriebs in axialer Richtung und/oder in radialer Richtung verlagerbar ist. Die Verwendung allein des Stators der elektrischen Maschine oder des Stators zusammen mit dem Rotor hat den Nachteil, dass eine Änderung der Induktivität zunächst nur durch eine Anpassung der Windungsanzahl der Statorwicklung erfolgen kann, sodass zur Änderung der Induktivität der Stator ausgetauscht werden muss. Durch das Verlagern des Rotorersatzteils in dem Stator in axialer Richtung können dagegen auf einfache Art und Weise unterschiedliche Gesamtinduktivitäten der Prüflast realisiert werden. Durch das Verlagern des Rotorersatzteils in radialer Richtung kann die Verteilung der Induktivität auf die mehreren Statorwicklungen verändert werden. Insbesondere kann entweder eine symmetrische Verteilung der Induktivität – bei mittiger Anordnung des Rotorersatzteils in dem Stator in radialer Richtung – oder eine unsymmetrische Verteilung – bei außermittiger Anordnung – eingestellt werden.

Das Verlagern des Stellantriebs in axialer Richtung und/oder in radialer Richtung erfolgt mittels des Stellantriebs. Dabei ist es besonders vorgesehen, dass der Stellantrieb selbsthemmend ist, sodass aufgrund einer auf das Rotorersatzteil wirkenden Kraft, beispielsweise bewirkt durch das Magnetfeld des Stators, keine Veränderung der axialen Position und/oder der radialen Position des Rotorersatzteils auftreten kann. Die Verlagerung des Rotorersatzteils kann insoweit ausschließlich durch einen Betrieb des Stellantriebs bewirkt werden.

Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass das Rotorersatzteil drehfest auf einer drehfest gelagerten Welle angeordnet ist. Die Welle dient dem Halten des Rotorersatzteils bezüglich des Stators, insbesondere in dem Stator. Das Rotorersatzteil ist drehfest auf der Welle befestigt, während die Welle wiederum drehfest gelagert ist. Somit wird eine Drehbewegung des Rotorersatzteils effektiv unterbunden. Aufgrund der elektromagnetischen Isotropie des Rotorersatzteils wird zudem eine ungleichförmige Aufteilung der Induktivität auf die Statorwicklungen vermieden.

Bevorzugt ist das Rotorersatzteil starr mit der Welle verbunden, also nicht nur drehfest auf dieser angeordnet, sondern zusätzlich in axialer Richtung an dieser festgesetzt. Beispielsweise greift der Stellantrieb an der Welle an, sodass das Verlagern des Rotorersatzteils in axialer Richtung und/oder in radialer Richtung mittels des Stellantriebs über die Welle bewirkt wird. Hierbei wird beispielsweise die Welle zusammen mit dem Rotorersatzteil verlagert. Besonders bevorzugt durchgreift die Welle das Rotorersatzteil in radialer Richtung bezüglich einer Längsmittelachse des Rotorersatzteils mittig, sodass das Rotorersatzteil bezüglich der Welle beziehungsweise einer Längsmittelachse der Welle rotationssymmetrisch ist.

Eine weitere besonders bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass in der Welle wenigstens ein Kühlmittelzuführkanal vorliegt, der mit dem Kühlmittelkanal strömungsverbunden ist. Die Welle beziehungsweise der in dieser vorliegende Kühlmittelzuführkanal kann insoweit zur Kühlmittelversorgung des Kühlmittelkanals des Maschinengehäuses verwendet werden. Dies ermöglicht eine äußerst platzsparende Realisierung der Kühlung. Insbesondere kann bei einer derartigen Ausgestaltung gleichzeitig eine Kühlung des Stators und des Rotorersatzteils bewirkt werden, weil letzteres auf der Welle angeordnet ist und mit dieser in Wärmeübertragungsverbindung steht.

Im Rahmen einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass das Rotorersatzteil zylinderförmig, insbesondere kreiszylinderförmig ist.

Der Außenumfang des Rotorersatzteils kann grundsätzlich beliebig ausgestaltet sein. Besonders bevorzugt ist er jedoch im Querschnitt rund, sodass insgesamt das Rotorersatzteil in Form eines Kreiszylinders vorliegt.

Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass ein Luftspalt zwischen dem Stator und dem Rotorersatzteil bezogen auf den Durchmesser des Rotorersatzteils in Umfangsrichtung durchgehend höchstens 1%, höchstens 0,5%, höchstens 0,25% oder höchstens 0,1% beträgt. Weil das Rotorersatzteil im Gegensatz zu dem eigentlichen Rotor der elektrischen Maschine bezüglich des Stators nicht drehbeweglich ist, kann der Luftspalt zwischen dem Rotor und dem Rotorersatzteil vergleichsweise klein sein. Der Luftspalt soll in Umfangsrichtung durchgehend dieselben Abmessungen aufweisen, welche vorzugsweise die vorstehend genannten Werte annehmen können.

Schließlich kann eine weitere Ausführungsform der Erfindung vorsehen, dass zwischen dem Stator und dem Rotorersatzteil ein Isolierteil angeordnet ist. Das Isolierteil dient der elektrischen Isolierung des Rotorersatzteils von dem Stator. Das Isolierteil kann grundsätzlich beliebig ausgestaltet sein. Beispielsweise ist es ein zusätzliches Element, welches in radialer Richtung zwischen dem Stator und dem Rotorersatzteil vorliegt. Das Isolierteil kann jedoch auch in Form einer Isolierbeschichtung des Rotorersatzteils oder des Stators vorliegen. Das Isolierteil liegt vorzugsweise in Umfangsrichtung und/oder in axialer Richtung durchgehend zwischen dem Stator und dem Rotorersatzteil vor. Ist das Isolierteil in Form der Isolierbeschichtung vorgesehen, so ist es vorzugsweise in Umfangsrichtung und/oder in axialer Richtung durchgehend an dem Stator oder dem Rotorersatzteil ausgebildet.

Die Erfindung betrifft weiterhin einen Prüfstand für eine Leistungselektronikschaltung, mit einer induktiven Prüflast gemäß den vorstehenden Ausführungen. Auf die Vorteile einer derartigen Ausgestaltung des Prüfstands beziehungsweise einer derartigen Prüflast wurde bereits hingewiesen. Sowohl der Prüfstand als auch die Prüflast können gemäß den vorstehenden Ausführungen weitergebildet sein, sodass insoweit auf diese verwiesen wird.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert, ohne dass eine Beschränkung der Erfindung erfolgt. Dabei zeigt die einzige

Figur eine schematische Darstellung eines Prüfstands für eine Leistungselektronikschaltung, welcher eine induktive Prüflast aufweist.

Die Figur zeigt eine schematische Darstellung eines Bereichs eines Prüfstands 1, nämlich eine induktive Prüflast 2 des Prüfstands 1. Die induktive Prüflast 2 ist als variable induktive Prüflast 2 ausgebildet, ermöglicht also das Bereitstellen von unterschiedlichen Induktivitäten. Der Prüfstand 1 ist zur Prüfung einer hier nicht dargestellten Leistungselektronikschaltung vorgesehen, wobei die Leistungselektronikschaltung insbesondere der Ansteuerung einer elektrischen Maschine dient.

Die induktive Prüflast 2 weist den Stator 3 einer elektrischen Maschine 4 auf, welche baugleich mit der zu prüfenden elektrischen Maschine sein kann. Der Stator 3 der elektrischen Maschine 4 besteht vorzugsweise aus einer Vielzahl von parallel zueinander angeordneten Elektroblechen 5, von welchen hier lediglich einige beispielhaft gekennzeichnet sind. Der Stator 3 ist in einem Maschinengehäuse 6 der elektrischen Maschine 4 angeordnet. In dem Maschinengehäuse 6 kann wenigstens ein Kühlmittelkanal 7 vorliegen, welcher während eines Prüfbetriebs des Prüfstands 1 von Kühlmittel durchströmt werden kann. Der Stator 3 verfügt über wenigstens eine hier nicht dargestellte Statorwicklung, welche elektrisch mit Prüfanschlüssen der Prüflast 2 verbunden ist. An diese Prüfanschlüsse ist die zu prüfende elektrische Maschine anschließbar.

Die Prüflast 2 weist neben dem Stator 3 ein Rotorersatzteil 8 auf, das anstelle des Rotors der elektrischen Maschine 4 wenigstens teilweise an dem Stator 3 angeordnet oder diesem zumindest zugeordnet ist. Das Rotorersatzteil 8 besteht in dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel analog zu dem Stator 3 aus einer Vielzahl von parallel zueinander angeordneten Elektroblechen 9. Von diesen ist wiederum lediglich ein Teil beispielhaft gekennzeichnet. Die Elektrobleche 9 sind in axialer Richtung bezüglich einer Längsmittelachse 10 des Stators 3 und/oder des Rotorersatzteils 8 parallel zueinander angeordnet, stehen also vorzugsweise senkrecht auf der Längsmittelachse 10.

Das Rotorersatzteil 8 ist auf einer Welle 11 drehfest gelagert, insbesondere starr an dieser befestigt. Die Welle 11 ist wiederum drehfest bezüglich des Stators 3 gelagert. Beispielsweise ist die Welle 11 mittels wenigstens eines Radiallagers 12, in der hier dargestellten Ausführungsform zwei Radiallagern 12, in radialer Richtung und/oder mittels wenigstens eines Axiallagers 13 in axialer Richtung gelagert. Beispielsweise ist das wenigstens eine Radiallager 12 mittels eines ersten Stellantriebs 14 in radialer Richtung bezüglich der Längsmittelachse 10 verlagerbar, sodass insgesamt das Rotorersatzteil 8 in radialer Richtung verlagert werden kann. Das Axiallager 13 dagegen ist bevorzugt mithilfe eines zweiten Stellantriebs 15 in axialer Richtung verlagerbar, sodass auch das Rotorersatzteil 8 in radialer Richtung verlagert werden kann. Beispielsweise ist dem Axiallager 13 ein Druck- und/oder Kraftsensor 16 zugeordnet, mittels welchem eine auf das Rotorersatzteil 8 in axialer Richtung wirkende Kraft gemessen werden kann.

In der Welle 11 ist wenigstens ein Kühlmittelzuführkanal 17 ausgebildet. Dieser ist mit dem Kühlmittelkanal 7 strömungsverbunden, beispielsweise über eine Leitung 18, insbesondere eine Schlauchleitung. Es kann vorgesehen sein, dem Kühlmittelzuführkanal 17 auf einer ersten Stirnseite der Welle 11 Kühlmittel zuzuführen, wohingegen die Leitung 18 auf einer der ersten Stirnseite gegenüberliegenden zweiten Stirnseite der Welle 11 angeschlossen ist.

Es ist erkennbar, dass der Stator 3 in axialer Richtung eine Länge lS aufweist. Vorzugsweise entspricht diese der Länge des Rotorersatzteils 8. Eine Stirnseite 19 des Rotorersatzteils 8 ist in der hier dargestellten Ausführungsform um einen Versatz lV bezüglich einer Stirnseite 20 des Stators 3 versetzt angeordnet. Dieser Versatz lV kann mittels des zweiten Stellantriebs 15 verändert werden. Dabei ergibt sich für einen ersten Wert des Versatzes ein erster Wert der mittels der Prüflast 2 bereitgestellten Induktivität und für einen zweiten Wert des Versatzes ein zweiter Wert für die Induktivität. Die beiden Werte sind dabei jeweils voneinander verschieden.

Weil das Rotorersatzteil 8 in Umfangsrichtung bezüglich des Stators 3 festgesetzt ist, also nicht drehbar gelagert ist, kann ein Luftspalt zwischen dem Stator 3 und dem Rotorersatzteil 8 vergleichsweise klein ausgeführt sein. Beispielsweise beträgt die Größe des Luftspalts in radialer Richtung bezogen auf den Durchmesser des Rotorersatzteils 8 höchstens 1% oder weniger.

Mit der hier dargestellten induktiven Prüflast 2 kann eine variable Induktivität für den Prüfstand 1 auf einfache Art und Weise bereitgestellt werden. Zudem entspricht die Prüflast 2 in ihrem Verhalten im Wesentlichen der zu prüfenden elektrischen Maschine.