Title:
Isolatoreinrichtung zur Anordnung zwischen zwei elektrischen Polen, elektrische Anordnung mit einer solchen Isolatoreinrichtung und Fahrzeug mit einer solchen elektrischen Anordnung
Kind Code:
A1


Abstract:

Die Erfindung betrifft eine Isolatoreinrichtung (1) zur Anordnung zwischen zwei elektrischen Polen (5, 7), mit einer Benetzungsoberfläche (9), die im bestimmungsgemäßen Betrieb der Isolatoreinrichtung (1) einer Beaufschlagung mit Feuchtigkeit ausgesetzt ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Benetzungsoberfläche (9) wenigstens zwei Oberflächenbereiche (13, 15, 17) aufweist, die an einer Übergangsstelle (19, 21) unmittelbar aneinandergrenzen und einen Winkel miteinander einschließen, der so ausgebildet ist, dass ein auf der Benetzungsoberfläche (9) angeordnetes wässriges Fluid an der Übergangsstelle (19, 21) eine Kantenflucht erfährt.




Inventors:
Hesse, Heinz-Dieter, Dr.-Ing. (71686, Remseck, DE)
Schweikardt, Roland (72622, Nürtingen, DE)
Application Number:
DE102016003690A
Publication Date:
08/18/2016
Filing Date:
03/24/2016
Assignee:
Daimler AG, 70327 (DE)
International Classes:



Claims:
1. Isolatoreinrichtung (1) zur Anordnung zwischen zwei elektrischen Polen (5, 7), mit einer Benetzungsoberfläche (9), die im bestimmungsgemäßen Betrieb der Isolatoreinrichtung (1) einer Beaufschlagung mit Feuchtigkeit ausgesetzt ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Benetzungsoberfläche (9) wenigstens zwei Oberflächenbereiche (13, 15, 17) aufweist, die an einer Übergangsstelle (19, 21) unmittelbar aneinandergrenzen und einen Winkel miteinander einschließen, der so ausgebildet ist, dass ein auf der Benetzungsoberfläche (9) angeordnetes wässriges Fluid an der Übergangsstelle (19, 21) eine Kantenflucht erfährt.

2. Isolatoreinrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Winkel höchstens 90° beträgt, wobei er vorzugsweise kleiner als 90° ist.

3. Isolatoreinrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Übergangsstelle (19, 21) als Kante oder Ecke ausgebildet ist.

4. Isolatoreinrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Übergangsstelle (19, 21) scharfkantig, insbesondere als nicht-differenzierbarer Übergang, ausgebildet ist.

5. Isolatoreinrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Benetzungsoberfläche (9) wenigstens eine Erhebung (23) und/oder wenigstens eine Vertiefung aufweist, wobei die Oberflächenbereiche (13, 15, 17) an der wenigstens einen Erhebung (23) und/oder an der wenigstens einen Vertiefung angeordnet sind.

6. Isolatoreinrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Isolatoreinrichtung (1) eine Keramik und/oder einen Kunststoff aufweist, oder aus Keramik oder Kunststoff besteht.

7. Isolatoreinrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Isolatoreinrichtung (1) eine Rippen aufweisende und/oder tannenbaumförmige Gestalt aufweist.

8. Elektrische Anordnung (3), mit wenigstens zwei elektrischen Polen (5, 7), wobei zwischen den elektrischen Polen (5, 7) eine Isolatoreinrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7 angeordnet ist.

9. Fahrzeug, mit einer elektrischen Anordnung (3) nach Anspruch 8.

10. Fahrzeug nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Fahrzeug als Personenkraftwagen, als Lastkraftwagen oder als Nutzfahrzeug ausgebildet ist.

Description:

Die Erfindung betrifft eine Isolatoreinrichtung, eine elektrische Anordnung mit einer solchen Isolatoreinrichtung und ein Fahrzeug mit einer solchen elektrischen Anordnung.

Bei höheren elektrischen Spannungen und insbesondere bei den heute aufgrund vielfältiger zusätzlicher und neuer Anwendungen steigenden Bordspannungen im Fahrzeugbereich besteht eine zunehmende Gefahr von Streustrom-, Kriechstrom- und/oder Fremdstromkorrosion. Hierbei fließt über feuchte Bauteiloberflächen ein unerwünschter, elektrischer Strom, der insbesondere am Pluspol einer elektrischen Anordnung aus einem metallischen Leiter austreten und zu einem Masseanschluss, beispielsweise zur elektrischen Fahrzeugmasse, als Gegenpol fließen kann. In einem Oberflächenbereich, in welchem der Strom den metallischen Leiter verlässt, führt dies zur elektrochemischen Korrosion des metallischen Bauteils bis hin zum Eintritt eines Korrosionsschadens. Die Korrosionsgeschwindigkeit ist dabei analog zu den Faradayschen Gesetzen proportional zur fließenden Stromstärke und damit auch proportional zur Leitfähigkeit des die Oberfläche bedeckenden Feuchtigkeitsfilms. Um parasitäre Ströme wie Streuströme, Kriechströme oder Fremdströme klein zu halten, ist bei Isolatoren im Energietechnikbereich typischerweise eine mit Rippen versehene oder tannenbaumförmige Gestalt vorgesehen, wobei eine möglichst lange Wegstrecke für an der Oberfläche fließende, parasitäre Ströme geschaffen wird. Hierdurch wird der elektrische Widerstand für den parasitären Strom größer, wobei dieser bei gleicher Spannung sinkt, was wiederum eine Reduktion der durch den parasitären Strom hervorgerufenen Fremdstromkorrosion herbeiführt. In gleicher Richtung wirkt eine ebenfalls bekannte, regenschirmartige Form von Isolatoren, durch welche die Isolatoroberfläche zusätzlich besser trockengehalten werden kann, wobei auf diese Weise ebenfalls der Oberflächenwiderstand deutlich verringert wird. Nachteilig an diesen Lösungen ist, dass ein oberflächlicher Feuchtigkeitsfilm nicht direkt zur Verringerung seiner Leitfähigkeit beeinflussbar ist, sodass insbesondere das Potential zur Verringerung parasitärer Ströme nicht vollständig ausgeschöpft wird.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Isolatoreinrichtung, eine elektrische Anordnung mit einer solchen Isolatoreinrichtung, und ein Fahrzeug mit einer solchen elektrischen Anordnung zu schaffen, wobei die genannten Probleme nicht auftreten.

Die Aufgabe wird gelöst, indem die Gegenstände der unabhängigen Ansprüche geschaffen werden. Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Die Aufgabe wird insbesondere gelöst, indem eine Isolatoreinrichtung geschaffen wird, die eingerichtet ist zur Anordnung zwischen zwei elektrischen Polen, wobei die Isolatoreinrichtung insbesondere eingerichtet ist, um eine Isolierung zwischen den beiden elektrischen Polen zu bewirken. Die Isolatoreinrichtung weist eine Benetzungsoberfläche auf, die im bestimmungsgemäßen Betrieb der Isolatoreinrichtung einer Beaufschlagung mit Feuchtigkeit ausgesetzt ist. Es ist vorgesehen, dass die Benetzungsoberfläche wenigstens zwei Oberflächenbereiche aufweist, die an einer Übergangsstelle unmittelbar aneinandergrenzen. Die wenigstens zwei Oberflächenbereiche schließen einen Winkel miteinander ein, der so gewählt ist, dass ein auf der Benetzungsoberfläche angeordnetes, wässriges Fluid an der Übergangsstelle eine Kantenflucht erfährt. Auf diese Weise wird an der Übergangsstelle ein Benetzungshindernis geschaffen, wodurch dort lokal eine Reduktion des Feuchtigkeitsfilms mit einer daraus resultierenden Verringerung von dessen Dicke geschaffen wird, wodurch auch die Leitfähigkeit lokal herabgesetzt wird. Dies führt wiederum zu einer Verringerung von parasitären Stromstärken, insbesondere zur Verringerung einer Kriechstromstärke, und letztlich auch zur Verringerung von Fremdstromkorrosion. Der Feuchtigkeitsfilm auf der Benetzungsoberfläche wird direkt derart beeinflusst, dass seine Leitfähigkeit lokal herabgesetzt wird. Somit kann ein Potential zur Reduktion parasitärer Ströme voll ausgeschöpft werden.

Unter einer Isolatoreinrichtung wird insbesondere eine Einrichtung verstanden, welche zwischen zwei – auf verschiedene Potentiale legbaren oder auf verschiedenen Potentialen liegenden – elektrischen Polen anordenbar ist, wobei die elektrischen Pole mittels der Isolatoreinrichtung voneinander isoliert sind. Die Isolatoreinrichtung kann einstückig oder mehrstückig ausgebildet sein. Insbesondere kann die Isolatoreinrichtung als Isolatorelement oder als Isolator ausgebildet sein.

Unter einer Benetzungsoberfläche wird insbesondere eine Oberfläche der Isolatoreinrichtung verstanden, die so an der Isolatoreinrichtung angeordnet ist, dass sie im bestimmungsgemäßen Betrieb der Isolatoreinrichtung, beispielsweise bei deren Einbau und Verwendung in einem Fahrzeug, Feuchtigkeit ausgesetzt ist, sodass sich ein Feuchtigkeitsfilm auf der Benetzungsoberfläche bilden kann. Die Benetzungsoberfläche ist demnach insbesondere eine Außenfläche der Isolatoreinrichtung.

Unter einer Übergangsstelle wird insbesondere eine Stelle oder gegebenenfalls ein Bereich verstanden, in welchem die unmittelbar aneinandergrenzenden Oberflächenbereiche ineinander übergehen. Die Übergangsstelle kann infinitesimal klein sein oder eine endliche Ausdehnung aufweisen.

Unter einem wässrigen Fluid wird insbesondere eine Flüssigkeit verstanden, die Wasser aufweist oder aus Wasser besteht. Insbesondere kann es sich dabei um Spritzwasser, Regenwasser, Tau, Schmelzwasser, oder eine wässrige Lösung handeln, die in einem Fahrzeug zu einem bestimmten Zweck verwendet wird, beispielsweise als Scheibenwischwasser, Kühlwasser oder dergleichen. Die Bezugnahme auf ein wässriges Fluid erfolgt insbesondere zur Bestimmung des Winkels, bei welchem eine Kantenflucht für das wässrige Fluid auftritt. Dies schließt nicht aus, dass die Benetzungsoberfläche im Betrieb der Isolatoreinrichtung mit anderen Fluiden beaufschlagbar ist, welche dann ebenfalls eine Kantenflucht an der Übergangsfläche erfahren können.

Dass der Winkel, den die beiden Oberflächenbereiche miteinander einschließen, so abgestimmt ist, dass das auf der Benetzungsoberfläche angeordnete wässrige Fluid eine Kantenflucht erfährt, bedeutet insbesondere, dass der Winkel derart auf die Oberflächenspannung des wässrigen Fluids, insbesondere von Wasser, abgestimmt ist, dass sich Wasser aus dem Bereich der Übergangsstelle aufgrund von Oberflächenspannungseffekten zurückzieht.

Unter einer Kantenflucht wird dabei insbesondere ein Effekt verstanden, bei dem eine Flüssigkeit an einer Übergangsstelle zwischen zwei Oberflächenbereichen, insbesondere an einer Kante, eine gekrümmte Oberfläche erfährt, wobei die Oberflächenspannung der Flüssigkeit eine Minimierung von deren Oberfläche bewirkt und dazu führt, dass die Flüssigkeit in Richtung der Oberflächenbereiche und damit von der Übergangsstelle weggedrängt wird. Damit verringert sich die Schichtdicke der Flüssigkeit im Bereich der Übergangsstelle erheblich. Im Extremfall kann dies zu einem Abriss der Beschichtung im Bereich der Übergangsstelle und damit zu einer Entnetzung derselben führen. Das Phänomen der Kantenflucht ist dabei insbesondere aus der Beschichtungstechnik bekannt und dort unerwünscht. Erfindungsgemäß wird dieser Effekt allerdings genutzt, um einen Flüssigkeitsfilm auf der Benetzungsoberfläche lokal zu reduzieren und damit die Leitfähigkeit des Flüssigkeitsfilms lokal herabzusetzen. Dies erhöht den Widerstand für parasitäre Ströme und reduziert dadurch deren Stromstärke bei gegebener Spannung.

Dass die Oberflächenbereiche einen Winkel miteinander einschließen, der so gewählt ist, dass ein auf der Benetzungsoberfläche angeordnetes wässriges Fluid an der Übergangsstelle eine Kantenflucht erfährt, ist insbesondere erfüllt, wenn der Winkel höchstens 90° beträgt. Vorzugsweise ist der Winkel kleiner als 90°.

Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Übergangsstelle als Kante oder als Ecke ausgebildet ist. Sie ist dabei besonders bevorzugt somit quasi eindimensional ausgebildet und stellt damit einen streng lokalen Übergang im Unterschied zu einem Übergangsbereich mit endlicher Breite dar.

Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Übergangsstelle scharfkantig ausgebildet ist. Insbesondere wird eine Übergangsstelle bevorzugt, die als möglichst scharfe Kante ausgebildet ist oder einen möglichst engen, insbesondere möglichst spitzen Winkel zwischen den Oberflächenbereichen verwirklicht. Besonders bevorzugt ist die Übergangsstelle als nicht-differenzierbarer Übergang ausgebildet. Es ist aber grundsätzlich auch möglich, dass die Übergangsstelle eine endliche Breite und insbesondere einen Krümmungsradius aufweist, wobei dieser dann bevorzugt so klein gewählt wird, dass der Effekt der Kantenflucht jedenfalls für ein wässriges Fluid noch auftritt.

Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Benetzungsoberfläche wenigstens eine Erhebung und/oder wenigstens eine Vertiefung aufweist, wobei die Oberflächenbereiche an der wenigstens einen Erhebung und/oder an der wenigstens einen Vertiefung angeordnet sind. Die Benetzungsoberfläche kann insbesondere wenigstens einen Vorsprung und/oder wenigstens eine Nut aufweisen. Beide Ausgestaltungen sind einfach und kostengünstig herstellbar.

Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Isolatoreinrichtung eine Keramik und/oder einen Kunststoff aufweist, oder aus einer Keramik oder einem Kunststoff besteht. Hierbei handelt es sich um übliche und sehr gut geeignete Isolatormaterialien, die zugleich in einfacher Weise so geformt oder bearbeitet werden können, dass die hier vorgeschlagene Benetzungsoberfläche erhalten wird. Dabei sind insbesondere einfache Maßnahmen wie eine spanende Bearbeitung, insbesondere Fräsen oder Drehen, oder eine Ausbildung der Benetzungsoberfläche durch Urformen, beispielsweise durch Sintern oder Spritzgießen, möglich. Weist die Benetzungsoberfläche eine Erhebung auf, kann diese auch an die Isolatoreinrichtung angespritzt sein. Jedenfalls kann die hier vorgeschlagene Benetzungsoberfläche auf diese Weise relativ kostengünstig realisiert werden, sodass der Nutzen insgesamt den erforderlichen Aufwand bei weitem übersteigt.

Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Isolatoreinrichtung eine Rippen aufweisende und/oder tannenbaumförmige Gestalt aufweist. Insbesondere kann die Isolatoreinrichtung eine Form aufweisen, wie sie grundsätzlich von herkömmlichen Isolatoren bekannt ist, wobei allerdings die erfindungsgemäße Ausgestaltung der Benetzungsoberfläche zusätzlich hinzutritt, sodass – anders als bei bekannten Isolatorelementen – eine direkte Beeinflussung eines Feuchtigkeitsfilms auf der Benetzungsoberfläche zur Reduktion von parasitären Strömen möglich ist, wobei insbesondere der Effekt der Kantenflucht genutzt wird. Dies führt zu einer Optimierung der Funktionsweise für sich genommen bekannter Isolatorformen.

Die Aufgabe wird auch gelöst, indem eine elektrische Anordnung geschaffen wird, die wenigstens zwei elektrische Pole aufweist, wobei die wenigstens zwei elektrischen Pole durch eine Isolatoreinrichtung nach einem der zuvor beschriebenen Ausführungsbeispiele voneinander elektrisch isoliert sind. In Zusammenhang mit der elektrischen Anordnung ergeben sich insbesondere die Vorteile, die bereits in Zusammenhang mit der Isolatoreinrichtung beschrieben wurden. Die wenigstens zwei Pole der elektrischen Anordnung sind insbesondere auf verschiedene Potentiale legbar oder auf verschiedene Potentiale gelegt. Es ist möglich, dass einer der elektrischen Pole ein Massepol oder Masseanschluss ist. Insbesondere kann einer der elektrischen Pole eine Fahrzeugmasse sein.

Die Aufgabe wird auch gelöst, indem ein Fahrzeug geschaffen wird, welches eine elektrische Anordnung nach einem der zuvor beschriebenen Ausführungsbeispiele aufweist, wobei die elektrische Anordnung eine Isolatoreinrichtung nach einem der zuvor beschriebenen Ausführungsbeispiele aufweist. In Zusammenhang mit dem Fahrzeug ergeben sich insbesondere die Vorteile, die bereits in Zusammenhang mit der Isolatoreinrichtung erläutert wurden.

Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass das Fahrzeug als Personenkraftwagen, als Lastkraftwagen oder als Nutzfahrzeug ausgebildet ist. Gerade im Bereich von Personenkraftwagen ergeben sich aufgrund zusätzlicher neuer Anwendungen immer höhere Bordspannungen, wobei noch höhere elektrische Spannungen im Lastkraftwagen- und Nutzfahrzeugbereich realisiert werden. Daher verwirklichen sich die Vorteile der hier vorgeschlagenen Isolatoreinrichtungen in besonderer Weise bei Fahrzeugen, die als Personenkraftwagen, als Lastkraftwagen oder als Nutzfahrzeug ausgebildet sind.

Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigt die einzige Figur eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels einer elektrischen Anordnung.

Die einzige Figur zeigt eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels einer Isolatoreinrichtung 1, sowie einer elektrischen Anordnung 3, wobei die elektrische Anordnung 3 einen ersten Pol 5 und einen zweiten Pol 7 aufweist, wobei die Pole 5, 7 auf verschiedene Potentiale legbar und vorzugsweise im Betrieb der elektrischen Anordnung auf verschiedene Potentiale gelegt sind, wobei die Isolatoreinrichtung 1 derart zwischen den beiden Polen 5, 7 angeordnet ist, dass die beiden Pole 5, 7 durch die Isolatoreinrichtung 1 elektrisch voneinander isoliert sind. Es ist möglich, dass einer der beiden Pole 5, 7 auf Masse gelegt oder geerdet ist.

Die Isolatoreinrichtung 1 weist eine Benetzungsoberfläche 9 auf, die sich zwischen dem ersten Pol 5 und dem zweiten Pol 7 erstreckt, und die im bestimmungsgemäßen Betrieb der Isolatoreinrichtung 1, hier insbesondere im bestimmungsgemäßen Betrieb der elektrischen Anordnung 3, einer Beaufschlagung mit einem Feuchtigkeitsfilm 11 ausgesetzt ist. Bei dem Feuchtigkeitsfilm 11 handelt es sich insbesondere um ein wässriges Fluid, insbesondere um eine wässrige Lösung, welche eine bestimmte Leitfähigkeit aufweist, sodass ein parasitärer Strom über die Benetzungsoberfläche 9 und insbesondere durch den Feuchtigkeitsfilm 11 fließen kann.

Die Benetzungsoberfläche 11 weist wenigstens zwei Oberflächenbereiche, hier insbesondere drei Oberflächenbereiche auf, nämlich einen ersten Oberflächenbereich 13, einen zweiten Oberflächenbereich 15 und einen dritten Oberflächenbereich 17, wobei der erste Oberflächenbereich 13 unmittelbar an den zweiten Oberflächenbereich 15 grenzt, wobei der zweite Oberflächenbereich 15 unmittelbar an den dritten Oberflächenbereich 17 grenzt, und wobei jeweils eine Übergangsstelle 19, 21 vorgesehen ist, wobei der erste Oberflächenbereich 13 an einer ersten Übergangsstelle 19 in den zweiten Oberflächenbereich 15 übergeht, und wobei der zweite Oberflächenbereich 15 an der zweiten Übergangsstelle 21 in den dritten Oberflächenbereich 17 übergeht. Die Oberflächenbereich 13, 15, 17 schließen – paarweise – einen Winkel miteinander ein, der so ausgebildet ist, dass der Feuchtigkeitsfilm 11 auf der Benetzungsoberfläche 9 eine Kantenflucht erfährt.

Dabei steht hier insbesondere der erste Oberflächenbereich 13 senkrecht auf dem zweiten Oberflächenbereich 15, diese Oberflächenbereiche 13, 15 schließen also einen Winkel von 90° miteinander ein. Der zweite Oberflächenbereich 15 steht wiederum senkrecht auf dem dritten Oberflächenbereich 17, sodass diese Oberflächenbereiche 15, 17 ebenfalls einen Winkel von 90° miteinander einschließen. Bei dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel sind der erste Oberflächenbereich 13 und der dritte Oberflächenbereich 17 parallel zueinander angeordnet.

Anhand der Darstellung der Figur wird deutlich, dass der Feuchtigkeitsfilm 11 im Bereich der Übergangsstelle 19, 21 eine Kantenflucht erfährt, wobei er sich insbesondere von dem Bereich der Übergangsstellen 19, 21 zurückzieht. Hierdurch sinkt der Leitwert des Feuchtigkeitsfilms 11 im Bereich der Übergangsstellen 19, 21, wobei sein Widerstand steigt, sodass bei gegebener Spannung zwischen den Polen 5, 7 ein parasitärer Strom über die Benetzungsoberfläche 9 und insbesondere den Flüssigkeitsfilm 11 reduziert ist.

Die Übergangsstellen 19, 21 sind hier als Kanten ausgebildet.

Insbesondere weist die Benetzungsoberfläche 9 bei dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel eine Erhebung 23 in Form eines im Wesentlichen rechteckförmigen Vorsprungs auf, wobei die Oberflächenbereiche 13, 15, 17 an der Erhebung 23 vorgesehen sind.

Im Bereich der Übergangsstellen 19, 21 ergibt sich ein nicht differenzierbarer Übergang zwischen den dort unmittelbar aneinander angrenzenden Oberflächenbereichen, nämlich einerseits dem ersten Oberflächenbereich 13 und dem zweiten Oberflächenbereich 15 im Bereich der ersten Übergangsstelle 19, und andererseits dem zweiten Oberflächenbereich 15 und dem dritten Oberflächenbereich 17 im Bereich der zweiten Übergangsstelle 21.

Die Isolatoreinrichtung 3 weist vorzugsweise eine Keramik oder einen Kunststoff auf. Vorzugsweise besteht sie aus einer Keramik oder einem Kunststoff.

Bevorzugt ist die Isolatoreinrichtung 1 vorgesehen zur Verwendung in einem Fahrzeug. Auch die elektrische Anordnung 3 ist entsprechend bevorzugt vorgesehen zur Verwendung in einem Fahrzeug, insbesondere in einem Personenkraftwagen, einem Lastkraftwagen oder einem Nutzfahrzeug.

Insgesamt zeigt sich, dass durch die scharfwinkligen Übergangsstellen 19, 21 eine Reduktion der Dicke des Feuchtigkeitsfilms 11 erfolgt. Durch diese Kantenflucht wird der Widerstand des Feuchtigkeitsfilms 11 erhöht und damit insbesondere eine Korrosionsreaktion im Bereich der Pole 5, 7 verlangsamt. Es ergibt sich eine deutliche Reduzierung von parasitären Strömen, insbesondere von Fremd-, Streu- und/oder Kriechströmen, und dadurch eine längere Bauteillebensdauer, insbesondere bei Fahrzeugbauteilen, die während ihrer Lebensdauer einer feuchten Umgebung ausgesetzt sind.