Title:
Gleichstrom-Kabelanlage mit metallischem Rückleiter
Kind Code:
A1
Abstract:

Es wird eine erdverlegte Hochspannungsgleichstrom-Kabelanlage vorgeschlagen, die ohne Erd-Elektroden für die Rückleitung des Gleichstroms (HVDC) auskommt und bei der ein metallischer Rückleiter als metallisches Hüllrohr 12 ausgebildet ist, in welches die Gleichstrom-Kabel (HVDC-Kabel 10) eingezogen ist. Vorzugsweise ist das metallische Rohr als Stahlrohr mit außenflächigem Korrosionsschutz ausgebildet. Im Stahlrohr können weiterhin Kunststoffrohre 14 zur Aufnahme der Gleichstrom-Kabel 10 eingebracht sein, wobei die Zwischenräume 16 mit gut wärmeleitfähigem Material verfüllt sind. Neben den Kunststoffrohren können noch Leerrohre im Stahlrohr vorhanden sein.



Inventors:
Brakelmann, Heinrich (47495, Rheinberg, DE)
May, Hans-Peter (51467, Bergisch Gladbach, DE)
Application Number:
DE102016002881A
Publication Date:
09/14/2017
Filing Date:
03/09/2016
Assignee:
nkt cables GmbH & Co.KG, 51061 (DE)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE4443745A1N/A1996-09-26
Foreign References:
GB1445938A1976-08-11
25761631951-11-27
EP09381021999-08-25
WO2003046592A12003-06-05
Attorney, Agent or Firm:
Feder Walter Ebert Patentanwälte, 40237, Düsseldorf, DE
Claims:
1. Gleichstrom-Kabelanlage, umfassend mindestens ein Gleichstromkabel (10) und mindestens einen metallischen Rückleiter, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Rückleiter als metallisches Hüllrohr (12) ausgebildet ist, in welches das mindestens eine Gleichstromkabel (10) eingebracht ist.

2. Gleichstrom-Kabelanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Gleichstrom-Kabelanlage als erdverlegte Übertragungsstrecke (4.1, 4.2) für Hochspannung ausgestaltet ist.

3. Gleichstrom-Kabelanlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Übertragungsstrecke als bipolare Übertragungsstrecke (4.1, 4.2) ausgestaltet ist.

4. Gleichstrom-Kabelanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im metallischen Rohr (12) mindestens ein Kunststoffrohr (14) eingebracht ist, in welches das mindestens eine Gleichstromkabel (10) eingezogen ist.

5. Gleichstrom-Kabelanlage nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass in dem mindestens einen Kunststoffrohr (14) weitere elektrische Leiter bzw. Kabel verlegt sind.

6. Gleichstrom-Kabelanlage nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenräume (16) zwischen dem mindestens einen Kunststoffrohr (14) und dem metallischen Rohr (12) mit gut wärmeleitfähigem Material verfüllt ist.

7. Gleichstrom-Kabelanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Größe des Leiterquerschnitts des metallischen Rohrs (12) gemäß dem Leiterquerschnitt des in der Übertragungsstrecke eingesetzten Gleichstromkabels (10) entsprechend dem Leitwertverhältnis der beiden Metalle gewählt ist.

8. Gleichstrom-Kabelanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das metallische Rohr (12) aus Stahl ist.

9. Gleichstrom-Kabelanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Außenseite des Rohrs (12) mit Korrosionsschutz versehen ist.

10. Gleichstrom-Kabelanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das metallische Rohr (12) einen Querschnitt aufweist, der Raum für einen begehbarer Leitungsgang hat.

Description:

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Gleichstrom-Kabelanlage mit Rückleitung des Stromes über einen metallischen Rückleiter.

Die Stromübertragung in einer Gleichstrom-Kabelanlage (auch als HGÜ-Anlage bezeichnet) kann sowohl monopolar als auch bipolar erfolgen. Bei einer bipolaren HGÜ-Anlage wird jeweils die Hälfte der Energie über einen Pol übertragen.

In der Regel werden zur Überbrückung großer Entfernungen Rückleiter eingesetzt. Diese Rückleiter haben die Funktion, bei Spannungsschwankungen der Umrichteranlagen kleine Ausgleichsströme zu führen. Im Fehlerfall – Ausfall eines Kabels – kann der Rückleiter den Rückstrom des verbleibenden Kabels übernehmen, so dass die halbe Übertragungsleistung der HGÜ-Anlage erhalten bleibt.

Bekanntermaßen wird die Erde als Rückleiter benutzt, bzw. bei HGÜ-Anlagen am Meer das Seewasser. Es werden dabei in beiden HGÜ-Anlagen Elektroden in der Erde oder im Meer benötigt.

Aus der DE 4443745 A1 ist bekannt, eine Erdelektrode in einem Bohrloch weit unterhalb der Erdoberfläche anzuordnen. Durch Verwendung der Erde als Rückleiter kann man einen Pol der Freileitung bzw. der Kabelverbindung einsparen und elektrische Verluste vermindern.

Die Verwendung des Erdreichs als Rückleiter wird meist nicht mehr erlaubt, z. B. wegen der Korrosionsgefahren bei vagabundierenden Gleichströmen.

Bei Hochspannungs-Gleichstromübertragung über das Meer ist bekannt, die Elektroden im Salzwasser anzuordnen und im wesentlichen das Meer selbst als Rückleiter zu nutzen. Im Meer angeordnete Elektroden sind insofern nachteilig, als durch die elektrochemischen Vorgänge an den Elektroden schädliche und/oder aggressive Substanzen, entstehen können.

Hiergegen ist schon vorgeschlagen, ein Gleichstromseekabel so auszugestalten, dass im Schirm und/oder Armierung des Kabels ein konzentrischer Leiter angeordnet ist, der als metallischer Rückleiter dient (EP 0938102 A2). Eine Rückleitung über das Meerwasser wird dadurch vermieden.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine Gleichstrom-Kabelanlage, vorzugsweise, aber nicht einschränkend für die Erdverlegung anzugeben, die ohne Elektroden oder kabelgebundenen Rückleitern auskommt.

Die Lösung der Aufgabe findet sich im Hauptanspruch, wobei vorteilhafte und ergänzende Ausgestaltungen in den Unteransprüchen formuliert sind.

Der Kern der Erfindung liegt darin, dass ein metallischer Rückleiter der Gleichstrom-Kabelanlage als metallisches Rohr ausgebildet ist, in welches das Gleichstromkabel eingezogen sein kann.

Es werden also als äußere Hüllrohre metallische Rohre, vorzugsweise Stahlrohre eingesetzt, die als Leitungskanal zur Aufnahme der Kabel-Systeme dienen. Die Gleichstrom-Kabel werden vorzugsweise als kunststoffisolierte Kabel ausgebildet.

Die Unteransprüche zeigen folgende Merkmale auf, wobei die Merkmale der Unteransprüche – soweit technisch sinnvoll – untereinander kombinierbar sind.

Die Gleichstrom-Kabelanlage ist für Hochspannung, also als erdverlegtes HVDC-System ausgestaltet.

Im metallischen Rohr kann mindestens ein Kunststoffrohr eingebracht sein, in welches das Gleichstromkabel eingezogen ist.

In dem mindestens einen Kunststoffrohr können weitere elektrische Leiter bzw. Kabel und auch Leerrohre verlegt sein. In den Leerrohren können zusätzlich – auch später – Reservekabel und auch Rückleiter eingebracht sein. Damit entsteht eine optimale Verfügbarkeit der Kabelanlage.

Die Zwischenräume zwischen dem mindestens einen Kunststoffrohr und dem metallischen Hüllrohr können mit gut wärmeleitfahigem Material (zum Beispiel CableCem von HeidelbergCement) verfüllt sein.

Der Leiterquerschnitt der Rohrwandung sollte dem Leiterquerschnitt des in der Übertragungsstrecke eingesetzten Gleichstromkabels (bezüglich der elektrischen Leitwerte) äquivalent sein. Das heißt, dass die Größe des Leiterquerschnitts des Rohrs gemäß dem Leiterquerschnitt des Gleichstromkabels entsprechend dem Leitwertverhältnis der beiden Metalle (z. B. Stahl zu Kupfer) gewählt sein sollte.

Dabei kann der Rückstrom eines nach Übergang von bipolarem Betrieb zu monopolarem Betrieb verbleibenden Kabels geführt werden. Es verbleibt dann eine Übertragungsleistung, die halb so groß ist wie bei Normalbetrieb.

Das metallische Rohr sollte aus ferromagnetischem Stahl bestehen.

Die Außenseite des Rohrs sollte mit Korrosionsschutz versehen sein. Nach innen ist es mit Beton als Füllmaterial kontaktiert, was ebenfalls als Korrosionsschutz zu bewerten ist.

Das metallische Rohr kann mit besonders großem Durchmesser verlegt sein, so dass Raum für einen begehbarer Leitungsgang vorhanden ist. In Stahlrohren mit großem Durchmesser, wie etwa mit Nennweiten von bis zu 3,5 m, kann ein solcher begehbarer Leitungsgang ausgebildet sein. Damit wird die Gleichstromübertragungsstrecke eine geschlossene, langgestreckte, begehbare bauliche Anlage mit der Möglichkeit der zugänglichen Lagerung von Versorgungsleitungen und/oder Kabeln. Die Kabeladern sollten in dem Leitungsgang in sicherheits- und betriebsbedingten Abständen verlegt sein.

Die Vorteile der Erfindung

Das äußere Stahlrohr bietet einen optimalen mechanischen Schutz gegen äußere Beschädigungen, wodurch die Verfügbarkeit entscheidend erhöht und die Ausfallwahrscheinlichkeit der Kabelanlage vermindert wird. Zudem werden die äußeren Magnetfelder der Kabel durch das Stahlrohr (durchaus auch bei Gleichstrom) erheblich vermindert.

Der erfindungsgemäße Systemaufbau erlaubt im Fehlerfall den schnellen Austausch ganzer Kabellängen ohne Erdarbeiten.

Zur Einbringung der Stahlrohre in den Boden sind unterschiedliche Möglichkeiten gegeben: offener Graben; gesteuerte halboffenes oder geschlossenes Bohrpressverfahren. Insbesondere unter Nutzung moderner Bohrverfahren kann ein jeweiliges Installationskonzept abschnittsweise grabenlos innerhalb einer unterirdischen baulichen Hülle realisiert werden. Die bauliche Umsetzung ermöglicht es, Kabelanlagen praktisch ohne zusätzlichen Trassenbedarf zu realisieren. Mit möglichen Abschnittslängen der Bohrverfahren von mehr als 1 km lassen sich Kabelstrecken mit minimalem Trassenbedarf und minimalen Beeinflussungen in Bauphase und Betrieb errichten.

Die Erfindung wird in der einzigen Figur zeichnerisch erläutert.

Die einzige Figur zeigt ein Beispiel einer Gleichstrom-Kabelanlage mit bipolarer Zweipolverbindung und mit Rückleiter über das Stahlrohr.

Der Rückleiterstrom ist über die Rohrwandung des Stahlrohrs 12 geführt. Es sind zwei HVDC-Systeme 4.1 und 4.2 mit entsprechenden Umrichtern 8 dargestellt, bei dem vier kunststoffisolierte Gleichstromkabel 10 in dem gemeinsamen Höllrohr 12 angeordnet sind. Die Gleichstromkabel 10 liegen je in einem Kunststoffrohr 14. Der Raum 16 zwischen den Kunststoffrohren und dem Hüllrohr kann mit Beton gefüllt sein.

Beispielsweise könnten die beiden HVDC-Systeme 4.1 und 4.2 für eine Leistung von je 2.000 MW und einer Hochspannung Uo von 525 kV ausgelegt sein. Ein Leiter eines Systems (4.1) weist gegenüber dem Erdpotential eine positive Spannung Uo auf, der andere Leiter weist gegenüber dem Erdpotential eine negative Spannung Uo auf. Die beiden Leiter jeden HVDC-Systems sind auf mittlerem Potential geerdet. Der Rückleiter führt bei bipolaren Anlagen keinen Betriebsstrom, sondern nur einen kleinen Ausgleichstrom.

Nach diesem zuvor formulierten Beispiel würden Gleichstromkabel mit einem Kupferquerschnitt von (etwa) 2.500 mm2 eingesetzt werden. Erfindungsgemäß wird ein Stahlrohr verwendet, welches einen Leiterquerschnitt aufweist, der dem Leiterquerschnitt eines Gleichstromkabels elektrisch äquivalent ist. In diesem Fall weist die Rohrwandung einen Querschnitt von (etwa) 20.000 mm2 auf. Das Stahlrohr würde bei einem Durchmesser von 1500 mm mit entsprechenden Wanddicke ausgelegt sein.

Zusammenfassend wird die Erfindung kurz wie folgt dargestellt: Es wird eine erdverlegte Gleichstrom-Kabelanlage vorgeschlagen, vorzugsweise für Hochspannung, die ohne Erd-Elektroden für die Rückleitung des Gleichstroms (HVDC) auskommt und bei der ein metallischer Rückleiter als metallisches Hüllrohr 12 ausgebildet ist, in welches die Gleichstrom-Kabel 10 eingezogen sind. Vorzugsweise ist das metallische Rohr als Stahlrohr mit außenflächigem Korrosionsschutz ausgebildet. Im Stahlrohr können weiterhin Kunststoffrohre 14 zur Aufnahme der Gleichstrom-Kabel 10 eingebracht sein, wobei die Zwischenräume 16 mit gut wärmeleitfähigem Material verfüllt sind. Neben den Kunststoffrohren können noch Leerrohre im Hüllrohr vorhanden sein. Ein solcher Systemaufbau erlaubt im Fehlerfall den schnellen Austausch ganzer Kabellängen.

Bezugszeichenliste

4.1, 4.2
Gleichstrom-Kabelanlage (HVDC-System)
8
Umrichter
10
Gleichstromkabel
12
metallisches Rohr (Stahlrohr)
14
Kunststoffrohr (auch Leerrohr)
16
Zwischenraum
Uo
Spannung
HVDC
Hochspannungsgleichstrom
HVAC
Hochspannungswechselstrom

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

Zitierte Patentliteratur

  • DE 4443745 A1 [0005]
  • EP 0938102 A2 [0008]