Title:
Strahlregler
Kind Code:
A1


Abstract:

Der aus Wasserhähnen ausfließende Wasserstrom ist ohne Verwendung einer Strahlregeleinrichtung mit hohem Wasserverbrauch und schlechtem Ausströmungsverhalten verbunden. Daher werden häufig sehr teure Bauteile aus mehreren metallischen Sieben und Geflechten als Ausströmungsvorrichtung verwendet, die sehr schnell verkalken oder sich mit Schmutz zusetzen.
Strahlregler bestehend aus einen Grundträger mit integriertem Vliesträger in den ein Zerlege- und Prallvlies in den Vliesträger integriert ist. Das Vlies ersetzt dabei mehrere Funktionen klassischer Strahlregler hinsichtlich dynamischer Reduktion des Durchflusses als auch hinsichtlich Schutz vor Verkalkung. Der Strahlregler wird dabei in der Reihenfolge Vlies, Vliesträger, Grundträger mit Verwirbelungskammer nach außen (ins Freie) durchströmt. Der Vliesträger 4 beinhaltet ein Vlies 6 das im Vliesträger 4 über einen umlaufenden Nocken 7 verdichtet wird. Vlies 6, Vliesträger 4 und Grundträger 2 mit Verwirbelungskammer sind in einer funktionstechnischen Reihenschaltung angeordnet und bilden so bei Durchströmung mit Flüssigkeit (Wasser) 10 eine dynamische Strahlregeleinrichtung, die sich gleichzeitig dynamisch vor aufbackender Verkalkung schützt und einen optimierten Wasserstrahl 11 aus dem Strahlregler 12 ausströmen lässt.
Verwendung als Flüssigkeitsauslauf an Rohr- oder Schlauchenden.




Inventors:
gleich Anmelder
Application Number:
DE102016000103A
Publication Date:
07/06/2017
Filing Date:
01/05/2016
Assignee:
Klenk, Thomas, Dr., 69221 (DE)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE102008022112A1N/A2009-11-12
DE29718728U1N/A1997-12-18
DE19518920C1N/A1996-10-10
DE3000799A1N/A1981-07-16



Foreign References:
WO2005063104A12005-07-14
Claims:
1. Strahlregler, umfassend zumindest einen Grundträger (1) und einen Vliesträger (2) sowie ein Vlies (3) die bezüglich der Wasserdurchströmung seriell angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass der Strahlregler in der Reihenfolge Vlies-Vliesträger-Grundträger von einer Flüssigkeit durchströmt wird.

2. Strahlregler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundträger (1) über ein Aussen- oder Innengewinde mit Dichtfunktion verfügt, materialeinheitlich aus TPE gefertigt ist, damit an einen Wasserhahn oder Wasserschlauch angeschlossen wird und die durchströmende Flüssigkeit aus dem Grundträger in die freie Umgebung strömt.

3. Strahlregler nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Vliesträger (2) an seinem unteren Ende über Auslasskanäle verfügt sowie eine Positionier- und Verdichtungseinheit für das Vlies besitzt.

4. Strahlregler nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das verwendete Prall- und Zerlegevlies ein Polyesterspinnvlies mit einem Flächengewicht zwischen 50 und 500 g/m2 ist.

5. Strahlregler nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das verwendete Prall- und Zerlegevlies in zylindrischer Form und in einem axial- und tangential vorgespannten Zustand im Vliesträger verbaut ist.

6. Strahlregler nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere, der verwendeten Prall- und Zerlegevliese auch verschiedener Art in zylindrischer Form und in einem axial- und tangential vorgespannten Zustand im Vliesträger verbaut sind.

7. Strahlregler nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Vlieszylindern zusätzliche, die Wasserqualität beeinflussende Wirksubstanzen eingebracht sind.

8. Strahlregler nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das verwendete Prall- und Zerlegevlies in Bandform und in einem axial und tangential vorgespannten Zustand im Vliesträger verbaut ist.

9. Strahlregler nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Gesamtströmungsfläche Rohr zur mittleren Gesamtausströmfläche Grundträger in einem Verhältnis 20 zu 1 bis 5 zu 1 und die mittlere Gesamtausströmfläche des Grundkörpers zu der mittleren Gesamtausströmfläche des Vliesträgers in einem Verhältnis von 2 zu 1 bis 10 zu 1 steht.

10. Strahlregler nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der axiale Abstand zwischen der unteren Grundfläche aussen des Vliesträgers und der inneren Oberfläche des Grundträgers zwischen 0,1 und 10 mm beträgt.

11. Strahlregler nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundträger und Vliesträger in Umfangsrichtung betrachtet über einen Vor- und Rücksprung zueinander positioniert sind, so dass eine definierte Lage der jeweiligen Lochbilder zueinander bei der Montage entsteht.

12. Strahlregler nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das verwendete Prall- und Zerlegevlies über eine zusätzliche Stauscheibe angeströmt und verdichtet wird.

Description:
Technisches Gebiet

Die Erfindung betrifft eine Strahlregeleinrichtung vorzugsweise für Wasserhähne die über einen besonders einfachen Aufbau und schönes Strahlbild verfügt und dabei besonders unanfällig gegen Verschmutzung und Verkalkung ist und einen in einem gewissen Umfang bei unterschiedlichen Wasserdrücken angepassten bzw. optimierten Wasserdurchfluss erzeugt.

Stand der Technik

Strahlregler sind bewährte Maschinenelemente die seit langem am Ausflussende von Wasserhähnen montiert werden, um speziell bei geringer Ventilöffnung des Wasserhahns und damit verbundenem Wasserdurchfluss ein schönes Strahlbild zu erzeugen und so beispielsweise beim Händewaschen ein volles Wassergefühl und eine gute punktuelle Reinigungswirkung zu erzielen. Der Strahlregler zerlegt das ankommende Wasser bei gesteuerter Wassermenge in meist mehrere dünnere Wasserstrahlen höherer kinetische Energie, die so ein volleres Wassergefühl erzeugen und auch tatsächlich sehr gut reinigen. Zusätzlich führt der Strahlregler bei hohem Wasserdruck zu einer Drosselung des Ausflusses und somit reduziertem Wasserausfluss bzw. Wasserverbrauch.

Die Zerlegung erfolgt dabei in den meisten Fällen z. B. DE3000799 oder DE29718 728 durch die Verwendung mehrstufiger Prallelemente die so im Strahlregler eine Verwirbelung erzeugen und für eine zusätzliche Luftanreicherung für ein noch volleres Wassergefühl sorgen sowie mehrere nachgeschlossene Strahlreguliersiebe, die die eigentliche Wasserzerlegung übernehmen.

Aufgrund des komplexen Aufbaus herkömmlicher Strahlregler werden die Einbauteile dann meist in einem Gesamtgehäuse aus Gusswerkstoffen zusammgefasst und mittels Außen- oder Innengewinde und einer zusätzlicher Dichtung am Hahnende montiert. Die Dichtung ist dabei notwendig, da die üblicherweise eingesetzten Gehäusewerkstoffe nicht selbstdichtend sind und so eine weitere Dichtung benötigen.

Darstellung der Erfindung

Im Rahmen der vorliegenden Erfindung wird ein Grundträger für einen Strahlregler aus TPE gefunden, da sogenannte Thermoplastische Elastomere über eine gute Eigenfestigkeit verfügen, um die für einen Strahlregler notwendigen Einbauteile (wie Prall- und Zerlegelemente aufzunehmen) und gleichzeitig aber so elastisch ist um über ein am oberen Ende des Grundträger angebrachtes Gewinde selbstdichtend ohne weiteres Dichtelement am Befestigungsgewinde des Wasserhahns montiert werden zu können.

Um beide Aufgaben gleichermaßen erfolgreich zu lösen liegt die Shorehärte A des zu verwendenden Grundkörpers beispielsweise zwischen Shore A 30–90.

Am unteren Ende des Grundkörpers sind dann entsprechende Auslauföffnungen eingebracht, die die bei Strahlreglern notwendigen Beschleunigungen der einzelnen zerlegten Wasserstrahlen ermöglichen.

Dabei haben sich bei dem erfindungsgemäß vorliegendem Strahlregler bei einem Außendurchmesser von ca. 24 mm 13 Auslauföffnungen mit einem Durchmesser von ca. 1,4 mm als besonders geeignet für ein schönes Strahlbild gezeigt. Dabei sind die Durchgangsöffnungen zwischen 1 und 8 mm lang.

Um den Grundträger möglichst einfach in den Wasserhahn einbauen zu können, weist dieser an seiner Seite entweder einfache Griffmulden für ein Einschrauben von Hand auf oder alternativ eine Schlüsselweite für Montage mittels Gabelschlüssel.

Da der Grundkörper aus TPE aber über einen im Vergleich zu harten metallischen Grundkörpern oder Grundkörpern aus Thermoplasten oder Duroplasten geringeren E-Modul verfügt, lässt sich der gemäß Erfindung beschriebene Strahlregler besonders einfach auch von Hand montieren. Auch eine Zerstörung des Gewindes am Auslaufende des meist metallischen Wasserhahns ist damit nahezu ausgeschlossen, was bei einer metallischen Gewindepaarung zwischen Hahnende und Strahlregler bei verkantetem Aufsetzen sonst leicht zu Problemen führt.

Der Verwendung eines TPE Grundkörpers mit Dichtwirkung kommt auch deswegen besondere Bedeutung zu, da die zusätzlichen separaten Dichtelemente basierend auf herkömmlichen Elastomeren voraussichtlich ab den 2016 in Kraft tretenden Änderungen für Anforderungen an Dichtungen im Kontakt mit Trinkwasser ihre KTW-Zulassung verlieren werden. Dies liegt daran, dass für Anlagen für die Gewinnung, Aufbereitung oder die Verteilung von Wasser für den menschlichen Gebrauch nur Werkstoffe und Materialien eingesetzt werden, die bei Kontakt mit Wasser Stoffe nicht in solchen Konzentrationen abgeben die zu Problemen führen.

Das Umweltbundesamt sieht dies für Gummi aus Natur und Synthesekautschuk als nicht ausreichend gegeben.

Physikalisch vernetzte Thermoplastische Elastomere, speziell SEBS basierende TPEs können jedoch, da ähnlich wie Kunststoffe rezipiert, nach KTW Leitlinie beurteilt werden und sind daher in der Regel PAK frei.

In den beschriebenen TPE-Grundkörper wird nun eine besonders einfach aufgebaute Prall und Zerlegeeinheit auf Basis eines speziellen Vliesträgers eingesetzt, der ebenfalls aus physikalisch vernetztem TPE gefertigt wird. In den Vliesträger wird dann ein spezielles trinkwasserkonformes Vlies eingesetzt, das dabei erstaunlicherweise eine überraschend vielseitige Funktionsverbesserung der gewünschten Eigenschaften eines Strahlreglers erzeugt.

Dabei ist der Innendurchmesser des Grundträgers als auch der Außendurchmesser des Vliesträgers so gestaltet, dass der dabei vorhandene Ringspalt möglichst klein bzw. leicht verpresst ist, so dass es zu keiner äußeren Umströmung des Vliesträgers kommen kann. Gleichzeitig stellt der Grundträger mit dem Vliesträger und dem Vlies eine Montageeinheit dar.

Aufgrund des verwendeten, gegenüber Metallen oder Duroplasten weicheren, Werkstoffs kann hierbei eine leichte Verpressung besonders gut montagetechnisch vertragen werden. Zusätzlich kann der Grundträger an seinem Innendurchmesser eine leichte Einführungsschräge aufweisen um die Montage auch bei leichter Verpressung zu erleichtern.

Weiterhin besitzt der Grundträger in seinem unteren Ende einen Absatz der die axiale Positionierung des Vliesträgers sicherstellt. Dabei wird durch den unteren Absatz nach dem Durchströmen des Vliesträgers im Zwischenspalt zwischen Vliesträger und Grundträger bei dem sich das Wasser entspannen kann, eine besondere Verwirbelung und Anreicherung mit Luft bewirkt. Im vorliegenden Fall ist die Verwirbelungskammer ca. 1,5 mm hoch (entspricht der Absatzhöhe. Sie kann aber aus designtechnischen Gründen z. B. zwischen 0,1 mm und 10 mm hoch sein.

Zusätzlich ist der Absatz zwischen Vliesträger und Grundträger beispielsweise mit einem Vor- und Rücksprung gestaltet, so dass sich auch in Umfangsrichtung betrachtet zwischen Grundträger und Vliesträger eine definierte Position einstellt und so die Auslaufkanäle im Vliesträger als auch im Grundträger ein definiertes Lochbild übereinander abbilden. Dabei ist darauf zu achten, dass kein Auslaufkanal des Vlieskanals direkt über einem Auslaufkanal des Grundträgers zu liegen kommt.

Idealerweise schließt der Vliesträger nach Montage an seinem oberen Ende nahezu bündig mit dem Grundträger ab.

Vliese sind in vielen Filteranwendungen eine häufig eingesetzte Lösung zum Zurückhalten von Feststoffpartikeln. Im erfindungsgemäßen beschriebenen Strahlregler stellt das Vlies somit auch sicher, dass nicht durch im Trinkwasser vorhandene Partikel die Auslauföffnungen des Grundträgers aber auch des Vliesträgers blockiert werden können, was sich ansonsten als unvollständiges gestörtes Strahlbild auswirkt.

Die eigentliche Funktion des Strahlregelvlieses liegt jedoch in der nahezu ideal ausgebildeten porösen Struktur mit nahezu isotropen Wechseln der Spinnfasern als Prallelement und gleichzeitiger Wirkung als Zerlegeeinheit aufgrund der vielfältigen Umlenkungen. Hierdurch wird eine gute Luftanreicherung und somit ein besonders voller Strahleindruck auch bei geringer Wassermenge erzielt. Gleichzeitig führt ein hoher Wasserdruck zu einer stark gesteigerten axialen Verdichtung des Vlieses. Dabei werden die entsprechenden Hohlräume im Vlies deutlich verkleinert, was zu einer erhöhten Drosselungswirkung führt und so bei hohen Drücken den Wasserdurchfluss natürlich optimiert und reduziert.

Um über das verwendete Prall- und Zerlegevlies das Wasser zum Grundträger weiterströmen zu lassen, muss der Vliesträger natürlich ebenfalls über Auslauföffnungen verfügen. Hierbei haben sich in einem besonders geeigneten Beispiel 4 Öffnungen mit einem Durchmesser von 1,4 mm als guter Standard erwiesen.

Damit lassen sich die Durchströmungsflächen am Beispiel nahezu wie folgt beschreiben:

Rohrquerschnittsflächeca. 225 mm2,Ausströmfläche (gesamt) Vliesträger
bestehend
aus 4 Kanälen je Durchmesser ca. 1,4 mm
ca. 6 mm2
Ausstromfläche (gesamt) Grundträger
bestehend
aus 13 Kanälen je Durchmesser ca. 1,4 mm
ca. 20 mm2

Dabei weist das in einem besonders günstigen Beispiel eingesetzte Spinnvlies auf Basis von Polyesterfasern beispielsweise ein Flächengewicht von 300 g/m2 bei einer Ausgangsdicke von rd. 17 mm auf.

Spinnvliese sind für Anwendungen in Verbindung mit Trinkwassern besonders geeignet, da bei Ihrer Herstellung bzw. Vlieslegung in der Regel keine weiteren Chemikalien (Avivagen oder Bindemittel) für die Vlieslegung bzw. Faserbindung benötigt werden.

Das eingesetzte Spinnvlies wird dabei über einen besonders kostengünstigen Stanzprozess, in eine besonders montagefreundliche Zylinderform gebracht. Dabei ist die Zylinderform des Vlieses so gestaltet, dass der Vlieszylinder sowohl bezüglich seines Außendurchmessers als auch bezüglich seiner Höhe Übermaß bezüglich des Aufnahmeraums im Vliesträger aufweist. Dadurch bekommt das Vlies eine tangentiale als auch axiale Anfangsverdichtung und es wird sichergestellt, dass es zu keiner Umströmung des Vliesträgers beim Durchfluss der Flüssigkeit durch den Strahlregler kommen kann und damit auch eine immer gute Reinigung der Flüssigkeit von Partikeln und Verschmutzungen vorliegt und zusätzlich eine dynamische Weiterverdichtung des Vlieses durch den Wasserdruck aktiviert wird.

Die Verdichtung des Vlieses durch den Wasserdruck kann dabei durch eine zusätzliche Stauscheibe die seriell über dem Vlies angebracht wird und ebenfalls über entsprechende Auslasskanäle verfügt, erhöht werden. Alternativ kann die zusätzliche Stauscheibe auch aus Streckmetall oder Lochblech gefertigt sein.

Eine weitere vorzugsweise Ausführung des beschriebenen Strahlreglers besteht darin, dass das Prall- und Zerlegevlies auch aus mehreren Lagen auch unterschiedlichster Art gewickelten Bandmaterials in den Vliesträger eingebracht wird. Das hat den Vorteil, dass das Vlies ohne Stanzabfall integriert wird und zusätzlich einer hohen Verdichtung unterliegt. Insbesondere kann das Vliesband dabei durch eine axiale Verpressung radiale Auffaltungen zeigen, die weiter strömungsreduzierend wirken.

Beispielsweise weist eine günstige Ausgangsausführung des Vlieszylinders eine Ausgangshöhe von ca. 17 mm und einen Außendurchmesser von 17 mm bei einem inneren Positionierraumdurchmesser von ca. 16 mm und einer Positionierraumhöhe des Vliesträgers von beispielsweise 6–8 mm auf. Die Verdichtungshöhe kann dabei beispielsweise über einen innen am Vliesträger befindlichen Positionierwulst sichergestellt werden.

In diese Positionierwulst kann dann auch die zusätzliche Stauscheibe eingeclipst werden. Falls die Stauscheibe über keine Öffnungen verfügt, liegt diese dichtend an der Positionierwulst an und öffnet sich dann Ventilartig erst bei einem bestimmten Wasserdruck durch eine Bewegung in Richtung Vlies. In diesem Fall wird die Stauscheibe in einem Ringspalt zwischen Vliesträger und Stauscheibe umströmt. Übliche Anfangsverdichtungen des Vlieses als dynamischer Strahlregler sind beispielsweise 50%. Weitere vorteilhafte Anfangsverdichtungen liegen bei 10–90%.

Bei den entsprechend beschriebenen Flächenverhältnissen führt der somit im Vliesträger erzeugte Druckanstieg zu einer entsprechenden Verdichtung des Vlieses im Vliesträger, das so eine druckangepasste Verdichtung erfährt und auf dieser Basis auch eine entsprechend druckabhängige Nivellierung des Wasserdurchflusses erzeugt wird. Die dynamisch veränderliche Verpressung des Vlieses hat den Vorteil, dass das Vlies damit in Bewegung gesetzt wird und die Bildung von Kalk damit verhindert werden kann. Die Bildung von Kalk ist bei herkömmlichen Strahlreglern bekanntermaßen in Gegenden mit sehr hartem Wasser ein größeres Problem, das schon in kurzer Zeit zu einer Funktionsunfähigkeit von Strahlreglern führen kann. Der Einsatz eines Vlieses in einem Strahlregler hat hierbei den zusätzlichen Vorteil, dass Vliese gegenüber den sonst meist eingesetzten Metallgeweben ein hervorragendes Tiefenspeichervermögen aufweisen und eine hohe Beladung mit Schmutz und Partikeln vertragen, bevor es zu einer sehr starken Verstopfung durch Schmutz und Partikeln bzw. Verkalkung kommt und somit der Strahlregler keinen nennenswerten Durchfluß mehr zulässt.

Weitere auf dem Grundkonzept basierende Varianten bestehen darin, dass z. B. in den Vliesträger mehrere, auch aus unterschiedlichen Vliesarten bestehende, Zylinder eingebaut und verpresst werden können.

Dies beeinflusst den Durchfluss des Wassers weiter. Besonders vorteilhaft ist daran auch, dass zwischen 2 seriell angeordneten und verpresst eingebauten Vlieszylindern nach außen abgedichtete, weitere Wirksubstanzen in den Strahlregler eingebracht werden können.

Beispielsweise können diese Wirksubstanzen Aktivkohlesubstanzen, gemahlenes Steinpulver besonders aus Mineralien, Silbersubstanzen, Kupfersubstanzen oder Chlor- bzw -Sauerstoffsubstanzen sein, die eine zusätzliche chemisch-biologische Verbesserung der Wasserqualität sowie weiterhin reduzierte Durchflussgeschwindigkeit zur Folge haben können. Eine weitere besonders vorteilhafte Ausführung der vorliegenden Erfindung beruht darauf, dass die wasserverbessernden Wirksubstanzen in das zuvor beschriebene Vlies über einen vorhergehenden trinkwasserkonformen Imprägnierprozess eingebracht werden können.

Kurzbeschreibung der Zeichnung

Vier Ausführungsbeispiele der beanspruchten Strahlregleranordnung mit dem beanspruchten Strahlregler sind in 1, 2, 3 und 4 schematisch dargestellt und werden im Folgenden näher beschrieben.

Diese zeigen:

1 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel, bei dem der Strahlregler einen Grundträger mit integriertem Vliesträger umfasst und das Zerlege- und Prallvlies als zylindrischer Körper in den Vliesträger integriert ist. Dabei weisen sowohl Grundträger als auch Vliesträger entsprechende Auslassöffnungen auf. Der Strahlregler wird von oben nach unten durchströmt

2 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel, bei der das Vlies über eine zusätzliche Stauscheibe angeströmt wird. In Abhängigkeit des Wasserdruckes wird die Stauscheibe gegen das Vlies nach unten gedrückt und dann radial umströmt. Das Vlies besitzt dabei auch eine Federfunktion.

3. zeigt eine Ausführungsform auf Basis mehrerer Vlieszylinder, auch unterschiedlicher Vliesart, bei denen die Zwischenräume der Vlieszylinder durch weitere die Wasserqualität beeinflussende Wirksubstanzen gefüllt werden.

4 zeigt eine Ausführungsform bei der das Vlies in Form eines gewickelten Bands in den Vliesträger eingebracht und axial und radial vorgespannt wird.

Ausführung der Erfindung

In den 1 bis 4 ist jeweils ein Strahlregler gezeigt, der einen Grundträger mit Vliesträger und Vlies umfasst.

Der Strahlregler 12 wird dabei über ein Gewinde 1 am Grundträger 2 dichtend auf Basis seiner TPE Weichdichtungseigenschaften mit einem Rohrleitungsauslauf 3 verbunden. Im Grundträger 2 sitzt ein Vliesträger 4 der über einen Absatz 5 axial positioniert ist. Radial ist der Vliesträger 4 nahezu spaltfrei in den Grundträger 2 integriert. Der Vliesträger 4 beinhaltet ein Vlies 6 das im Vliesträger 4 über einen umlaufenden Nocken 7 verdichtet wird. Das Vlies 6 ist hierbei als Zylinder ausgeformt. Grundträger 2 besitzt mehrere Auslaufkanäle 8. Vliesträger 4 besitzt mehrfache Auslaufkanäle 9. Vlies 6, Vliesträger 4 und Grundträger 2 sind in einer funktionstechnischen Reihenschaltung angeordnet und bilden so bei Durchströmung mit Flüssigkeit (Wasser) 10 eine dynamische Strahlregeleinrichtung, die gleichzeitig Verunreinigungen aus der Flüssigkeit tiefenwirksam zurückhält, sich dynamisch vor aufbackender Verkalkung schützt und einen optimierten Wasserstrahl 11 aus dem Strahlregler 12 ausströmen lässt.

In 2 ist gegenüber 1 noch eine zusätzlich Stauscheibe 13 in den Vliesträger 4 integriert, die die dynamische Regelfunktion des Strahlreglers 12 unterstützt. Das Vlies wirkt dabei als Federelement und gibt dynamisch bei einem bestimmten Wasserdruck einen Ringspalt am umlaufenden Nocken 7 frei.

In 3 sind gegenüber 1 mehrere Vlieszylinder 6 in den Vliesträger 4 integriert. Zwischen den Vlieszylindern 6 ist eine nach aussen abgedichtete auf das Wasser wirkende Substanz 14 eingebracht.

In 4 sind gegenüber 1 hochkant gewickelte, axial gestauchte, Vliesbänder 15 in den Vliesträger 4 integriert.

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

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Zitierte Patentliteratur

  • DE 3000799 [0003]
  • DE 29718728 [0003]