Title:
Anschlussvorrichtung für ein Kameramodul, Kameramodul sowie Verfahren zum Kontaktieren eines Kameramoduls
Kind Code:
A1
Abstract:

Die vorliegende Erfindung betrifft einen Anschluss eines Kameramoduls über ein Koaxialkabel. Hierzu schafft die vorliegende Erfindung eine Anschlussvorrichtung für ein Koaxialkabel, das eine vollumfängliche Abschirmung durch Fortführen des Außenleiters über das gesamte Gehäuse der Anschlussvorrichtung und weiter über das gesamte Kameramodul ermöglicht. Hierzu wird der Außenleiter einer Schnittstelle für den Anschluss eines Koaxialkabels mit einem elektrisch leitfähigen Gehäuse elektrisch gekoppelt, wobei das Gehäuse eine elektrische Abschirmung der inneren Komponenten eines Kameramoduls ermöglicht.



Inventors:
Pfeiffer, Franz (89079, Ulm, DE)
Lässle, David (89129, Langenau, DE)
Kohler, Daniel (88486, Kirchberg, DE)
Heubusch, Stefan (89257, Illertissen, DE)
Application Number:
DE102015217499A
Publication Date:
03/16/2017
Filing Date:
09/14/2015
Assignee:
Conti Temic microelectronic GmbH, 90411 (DE)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE102009052658A1N/A2010-06-02
Foreign References:
201302420992013-09-19
Claims:
1. Anschlussvorrichtung (1) zum Anschluss eines Koaxialkabels an ein Kameramodul, mit:
einem elektrisch leitfähigen Steckergehäuse (13) mit einer Öffnung (13a);
einem Anschlusselement, das dazu ausgelegt ist, einen Innenleiter des Koaxialkabels mit einem ersten elektrischen Anschluss des Anschlusselements (15) zu verbinden und einen Außenleiter des Koaxialkabels mit einem zweiten Anschluss (14) des Anschlusselements zu verbinden, und wobei das Anschlusselement in der Öffnung (13a) des Steckergehäuses (13) angeordnet ist;
einer Kontaktplatte (11), die einen ersten Anschlussbereich umfasst, der mit dem ersten Anschluss des Anschlusselements elektrisch verbunden ist, und die einen zweiten Anschlussbereich umfasst, der mit dem zweiten Anschluss (14) des Anschlusselements elektrisch verbunden ist,
wobei das Steckergehäuse (13) einer der Öffnung (13a) des Steckergehäuses (13) zugewandte Seite und Seitenbereiche der Kontaktplatte (11) umschließt; und
wobei das Steckergehäuse (13) mit dem zweiten Anschluss (14) des Anschlusselements (15) elektrisch verbunden ist.

2. Anschlussvorrichtung (1) nach Anspruch 1, wobei das Steckergehäuse (13) und der zweite Anschluss (14) des Anschlusselements mittels eines elektrisch leitfähigen Klebstoffs (12) miteinander verbunden sind.

3. Anschlussvorrichtung (1) nach Anspruch 1 oder 2, wobei das Anschlusselement einen Fachkreis-Automobil-, FAKRA-, Stecker umfasst.

4. Anschlussvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei das Anschlusselement ein Gehäuseteil (15) umfasst, das an die Anschlussbereiche der Kontaktplatte (11) angepasst ist.

5. Anschlussvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, mit ein einem Dichtelement (16), das auf der dem Koaxialkabel zugewandten Seite des Steckergehäuses (13) angeordnet ist.

6. Anschlussvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei das Steckergehäuse (13) aus einem metallischen Werkstoff oder einem elektrisch leitfähig beschichtetet Kunststoff hergestellt ist.

7. Kameramodul (2), mit:
einer Bilderfassungsvorrichtung, mit einem optischen Modul (22) und einer Leiterplatte (21), wobei das optische Modul (42) die auf einer Vorderseite der Leiterplatte (21) angeordnet ist,
einem elektrisch leitfähigen Kameragehäuse (23), in dem die Bilderfassungsvorrichtung angeordnet ist; und
einer Anschlussvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
wobei der erste Anschlussbereich und der zweite Anschlussbereich der Kontaktplatte (11) jeweils elektrisch mit einem elektrischen Anschluss auf der Leiterplatte (21) der Bilderfassungsvorrichtung gekoppelt sind.

8. Kameramodul (2) nach Anspruch 7, wobei das Kameragehäuse (23) und das Steckergehäuse (13) elektrisch miteinander verbunden sind.

9. Kameramodul (2) nach Anspruch 7 oder 8, wobei das Kameragehäuse (23) und das Steckergehäuse (13) miteinander verschweißt sind.

10. Kameramodul (2) nach einem der Ansprüche 7 bis 9, mit einem Federelement (25), das dazu ausgelegt ist, die Leiterplatte (21) der Bilderfassungsvorrichtung mit der Kontaktplatte (11) elektrisch zu koppeln.

11. Verfahren zum Kontaktieren eines Kameramoduls, mit den Schritten:
Bereitstellen (S1) einer Anschlussvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
Kontaktieren (S2) der Anschlussbereiche der Kontaktplatte (11) mit korrespondierenden Kontakten einer Leiterplatte (21) des Kameramoduls; und
elektrisches und mechanisches Verbinden (S3) des Steckergehäuses (13) der Anschlussvorrichtung (1) mit einem Kameragehäuse (23) des Kameramoduls.

12. Verfahren nach Anspruch 11, wobei das elektrische und mechanische Verbinden (S3) ein Verschweißen, insbesondere ein Laserschweißen, umfasst.

Description:

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Anschlussvorrichtung für ein Kameramodul, ein Kameramodul und ein Verfahren zum Kontaktieren eines Kameramoduls. Insbesondere betrifft die vorliegende Erfindung eine Anschlussvorrichtung zum Anschluss eines Kameramoduls mit einem Koaxialkabel.

Stand der Technik

Kameramodule zum Erfassen von Bilddaten finden in immer mehr Anwendungsgebieten Einsatz. So werden beispielsweise auch für moderne Kraftfahrzeuge zahlreiche Kameramodule eingesetzt, um die Fahrzeugumgebung und gegebenenfalls auch den Innenraum des Fahrzeugs präzise zu erfassen. Die zunehmende Verbesserung der dabei verwendeten Kameramodule ermöglicht eine immer weiter ansteigende Bildqualität, sowie gegebenenfalls die Integration von weiteren Funktionen in den Kameramodulen. Darüber hinaus findet parallel auch eine zunehmende Miniaturisierung der eingesetzten Kameramodule statt.

Die Miniaturisierung, wie auch die steigende Datenrate aufgrund von hoher Bildqualität und gegebenenfalls zusätzlich zu übertragenen Funktionen macht den Einsatz neuartiger Übertragungsschnittstellen erforderlich. Neben bisher eingesetzten Lösungen auf Basis von verdrillten Einzelleitern (wie zum Beispiel LVDS Twisted Pair oder LVDS Twisted Quad) kommen bei neuartigen Kameramodulen vermehrt auf Lösungen auf Basis von koaxialen Leitungen zum Einsatz. Insbesondere werden dabei auch koaxiale Schnittstellen eingesetzt, die neben der Signalübertragung gleichzeitig eine Energieversorgung des Kameramoduls ermöglichen.

Derartige koaxiale Leitungen stellen jedoch im Anschlussbereich des Kameramoduls eine Herausforderung dar. Der Anschluss sollte dabei möglichst einfach realisierbar sein und dabei andererseits auch robust und resistent gegen elektromagnetische Störungen sein.

Es besteht daher ein Bedarf nach einem Anschluss eines Kameramoduls an eine koaxiale Leitung, die eine zuverlässige Kontaktierung der koaxialen Leitung mit dem Kameramodul ermöglicht. Insbesondere besteht ein Bedarf nach einem Anschluss eines Kameramoduls an eine koaxiale Leitung, der eine hohe Abschirmung bezüglich elektromagnetischer Störungen ermöglicht. Darüber hinaus besteht auch ein Bedarf nach einem Anschluss eines Kameramoduls an eine koaxiale Leitung, der beim Einbau eines Kameramoduls eine einfache und zuverlässige Kontaktierung ermöglicht.

Offenbarung der Erfindung

Hierzu schafft die vorliegende Erfindung gemäß einem ersten Aspekt eine Anschlussvorrichtung zum Anschluss eines Koaxialkabels an ein Kameramodul mit den Merkmalen des unabhängigen Patentanspruchs 1.

Gemäß diesem Aspekt schafft die vorliegende Erfindung eine Anschlussvorrichtung zum Anschluss eines Koaxialkabels an ein Kameramodul mit einem elektrisch leitfähigen Steckergehäuse, einem Anschlusselement und einer Kontaktplatte. Das elektrisch leitfähige Steckergehäuse weist eine Öffnung auf. Das Anschlusselement der Anschlussvorrichtung ist über der Öffnung des Steckergehäuses angeordnet. Weiterhin ist das Anschlusselement dazu ausgelegt, einen Innenleiter des Koaxialkabels mit einem ersten elektrischen Anschluss des Anschlusselements zu verbinden. Ferner kann ein Außenleiter des Koaxialkabels mit einem zweiten Anschluss des Anschlusselements elektrisch verbunden werden. Die Kontaktplatte umfasst einen ersten Anschlussbereich und einen zweiten Anschlussbereich. Der erste Anschlussbereich der Kontaktplatte ist mit dem ersten Anschluss des Anschlusselements elektrisch verbunden. Der zweite Anschlussbereich der Kontaktplatte kann mit dem zweiten Anschluss des Anschlusselements elektrisch verbunden werden. Das Steckergehäuse der Anschlussvorrichtung ist dabei derart ausgestaltet, dass die Kontaktplatte sowohl an einer Seite, die der Öffnung des Steckergehäuses zugewandt ist, als auch an Seitenbereichen der Kontaktplatte von dem Steckergehäuse umschlossen wird. Auf diese Weise ist nur eine Seite der Kontaktplatte, die nicht in Richtung der Öffnung des Steckergehäuses weist, von dem Steckergehäuse nicht umschlossen – zumindest solange die Anschlussvorrichtung nicht mit einem Kameramodul verbunden ist. Darüber hinaus ist das Steckergehäuse auch mit dem zweiten Anschluss des Anschlusselements elektrisch verbunden. Somit ist das Steckergehäuse auch mit dem Außenleiter des Koaxialkabels elektrisch verbunden. Das Steckergehäuse führt somit die Abschirmung des Koaxialkabels durch den Außenleiter über der Kontaktplatte hinweg fort.

Gemäß einem weiteren Aspekt schafft die vorliegende Erfindung ein Kameramodul mit einer Bilderfassungsvorrichtung, einem elektrisch leitfähigen Kameragehäuse und einer erfindungsgemäßen Anschlussvorrichtung. Die Bilderfassungsvorrichtung umfasst dabei ein optisches Modul und eine Leiterplatte. Das optische Modul der Bilderfassungsvorrichtung ist dabei auf einer Vorderseite der Leiterplatte angeordnet. Die Bilderfassungsvorrichtung ist ferner in dem elektrisch leitfähigen Kameragehäuse angeordnet. Der erste Anschlussbereich und der zweite Anschlussbereich der Kontaktplatte sind jeweils elektrisch mit einem korrespondierenden elektrischen Anschluss auf der Leiterplatte der Bilderfassungsvorrichtung gekoppelt.

Gemäß einem weiteren Aspekt schafft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zum Kontaktieren eines Kameramoduls mit den Schritten des Bereitstellens einer erfindungsgemäßen Anschlussvorrichtung, des Kontaktierens der Anschlussbereiche der Kontaktplatte mit korrespondierenden Kontakten des Kameramoduls, und des elektrischen und mechanischen Verbindens des Steckergehäuses der Anschlussvorrichtung mit einem Gehäuse des Kameramoduls.

Vorteile der Erfindung

Der vorliegenden Erfindung liegt die Idee zugrunde, die durch den Außenleiter eines Koaxialkabels bereitgestellte Abschirmung des Koaxialkabels über der Anschlussvorrichtung eines Kameragehäuses und weiter über das gesamte Kameragehäuse hinweg fortzusetzen. Somit wirkt das komplette Kameragehäuse als faradayscher Käfig, der die Komponenten im Inneren des Kameragehäuses gegen elektromagnetische Einflüsse von außen abschirmt. Dabei wird die Kopplung zwischen Koaxialkabel und Kameramodul durch eine Anschlussvorrichtung realisiert, wobei der Außenleiter des Koaxialkabels vollumfänglich mit dem Kameramodul und insbesondere mit dem Gehäuse des Kameramoduls kontaktiert werden kann. Auf diese Weise wird eine Kontaktierung des Außenleiters des Koaxialkabels mit dem Kameramodul erzielt, die eine sehr niedrige Impedanz aufweist. Dadurch verbessert sich sowohl die Störabstrahlung des Kameramoduls, als auch die Störfestigkeit. Auf diese Weise wird nicht nur eine sehr gute Kontaktierung des Außenleiters des Koaxialkabels mit dem Kameramodul erzielt, sondern es entsteht auch im Anschlussbereich des Kameramoduls keine Lücke, die das Kameramodul anfällig für elektromagnetische Störungen machen könnte.

Auf diese Weise wird ein Anschluss für ein Kameramodul ermöglicht, der einerseits das Kameramodul sehr gut gegen elektromagnetische Störeinflüsse von außen abschirmt und darüber hinaus auch einen sehr einfach zu realisierenden Anschluss des Koaxialkabels an das Kameramodul beim Einbau eines Kameramoduls ermöglicht.

Gemäß einer Ausführungsform sind das Steckergehäuse und der zweite Anschluss der Anschlussvorrichtung mittels eines elektrisch leitfähigen Klebstoffs miteinander verbunden. Insbesondere kann die elektrische Verbindung durch eine vollständige ringförmige Klebestruktur um die Öffnung des Steckergehäuses herum realisiert werden. Auf diese Weise kann eine vollumfängliche Kontaktierung zwischen Anschlussvorrichtung und Steckergehäuse realisiert werden.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform umfasst die Anschlussvorrichtung eine Kontakthülse. Die Kontakthülse ist dazu ausgelegt, den zweiten Anschluss des Anschlusselements mit dem zweiten Anschlussbereich der Kontaktplatte elektrisch zu verbinden. Ferner kann die Anschlussvorrichtung auch eine weitere Kontakthülse oder ein elektrisch leitfähiges Element umfassen, die den ersten Anschluss des Anschlusselements mit dem ersten Anschlussbereich der Kontaktplatte elektrisch verbindet. Auf diese Weise kann die Kontaktierung zwischen Anschlusselement und Kontaktplatte in koaxialer Bauweise realisiert werden, so dass eine gute Abschirmung vorhanden ist und darüber hinaus auch die Impedanz der koaxialen Leitung erhalten bleibt.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform umfasst das Anschlusselement einen SMBA-Stecker bzw. einen FAKRA(Fachkreis-Automobil)-Stecker. Derartige Steckverbindungen sind insbesondere im Automobilbereich für koaxiale Leitungsführungen weit verbreitet, so dass sich auf diese Weise ein Kameramodul in einem Kraftfahrzeug mittels bereits vorhandener Steckverbindungen einfach integrieren lässt.

Gemäß einer Ausführungsform umfasst das Anschlusselement ein Gehäuseteil, das an die Anschlussbereiche der Kontaktplatte angepasst ist. Auf diese Weise ist eine besonders einfache Kontaktierung zwischen Anschlusselement und Kontaktplatte möglich.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform umfasst die Anschlussvorrichtung ein Dichtelement. Das Dichtelement kann dabei auf dem Steckergehäuse auf einer dem Koaxialkabel zugewandten Seite angeordnet sein. Bei dem Dichtelement kann es sich beispielsweise um eine Dichtmasse handeln. Insbesondere sind zum Beispiel elastische Dichtmassen und/oder Zweikomponenten-Dichtmassen, wie zum Beispiel Dichtmassen auf Basis von Epoxidharz, möglich. Auf diese Weise ist es möglich, die Anschlussvorrichtung sehr gut gegen externe Einflüsse, wie zum Beispiel Schmutz, Staub, Feuchtigkeit, etc. abzudichten.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform umfasst das Steckergehäuse der Anschlussvorrichtung einen metallischen Werkstoff. Alternativ kann das Steckergehäuse auch einen Kunststoff umfassen, der mit einer elektrisch leitfähigen Beschichtung versehen ist.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform des Kameramoduls sind das Kameragehäuse und das Steckergehäuse der Anschlussvorrichtung elektrisch miteinander verbunden. Auf diese Weise kann die elektrische Abschirmung der Anschlussvorrichtung über das gesamte Kameramodul hinweg fortgesetzt werden.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform sind das Kameragehäuse und das Steckergehäuse der Anschlussvorrichtung miteinander verschweißt. Durch Verschweißen kann sowohl elektrisch als auch mechanisch eine sehr gute Verbindung zwischen Kameragehäuse und Steckergehäuse realisiert werden.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform umfasst das Kameramodul ein Federelement. Das Federelement ist dazu ausgelegt, die Leiterplatte der Bilderfassungsvorrichtung mit der Kontaktplatte der Anschlussvorrichtung elektrisch zu koppeln. Durch ein Federelement zwischen der Kontaktplatte der Anschlussvorrichtung und der Leiterplatte der Bilderfassungsvorrichtung kann auch bei thermischen Belastungen, Erschütterungen o.ä. stets eine sehr gute elektrische Kontaktierung erreicht werden.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform des Verfahrens zum Kontaktieren des Kameramoduls umfasst das elektrische und mechanische Verbinden des Steckergehäuses der Anschlussvorrichtung mit dem Kameragehäuse des Kameramoduls ein Verschweißen. Insbesondere kann das elektrische und mechanische Verbinden ein Laserschweißen oder auch einen anderen Schweißvorgang umfassen.

Weitere Ausführungsformen und Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung unter Bezug auf die beigefügten Zeichnungen.

Dabei zeigen:

1: eine schematische Darstellung eines Aufbaus einer Anschlussvorrichtung gemäß einer Ausführungsform;

2: eine schematische Darstellung eines Querschnitts durch ein Kameramodul mit einer Anschlussvorrichtung zum Anschluss eines Koaxialkabels gemäß einer Ausführungsform; und

3: eine schematische Darstellung eines Ablaufdiagramms, wie es einem Verfahren gemäß einer Ausführungsform zugrunde liegt.

1 zeigt eine schematische Darstellung eines Aufbaus einer Anschlussvorrichtung 1 zum Anschluss eines Koaxialkabels an ein Kameramodul gemäß einer Ausführungsform. Die Anschlussvorrichtung 1 für das Kameramodul umfasst dabei ein elektrisch leitfähiges Steckergehäuse 13. Dieses elektrisch leitfähige Steckergehäuse 13 kann zum Beispiel aus einem elektrisch leitfähigen Metall, wie zum Beispiel Kupfer, Eisen, Aluminium oder ähnlichem hergestellt werden. Handelt es sich dabei um ein Metall, das relativ leicht zu einer Oxidation neigt, wie zum Beispiel Aluminium, so muss das Metall dabei gegebenenfalls vorbereitet werden, um die im Nachfolgenden näher beschriebenen elektrischen Kontaktierungen zuverlässig realisieren zu können. Alternativ ist es auch möglich, das Steckergehäuse 13 aus einem elektrisch nicht fähigen Material, wie zum Beispiel einem Kunststoff oder ähnlichem herzustellen. Beispielsweise kann ein solches Gehäuse durch Extrudieren eines Kunststoffs geformt werden. In diesem Fall kann zur Realisierung der elektrisch leitfähigen Eigenschaften des Gehäuses das elektrisch nicht leitfähige Material mit einer elektrisch leitfähigen Beschichtung versehen werden. Beispielsweise kann die elektrisch leitfähige Beschichtung durch Aufdampfen, Besprühen, Sputtern oder ähnliches realisiert werden. Das Steckergehäuse 13 weist dabei eine Öffnung 13a auf. Durch diese Öffnung 13a ist es möglich, elektrische Verbindungen vom Äußeren (in 1 oben) in das Innere (in 1 unten) der Anschlussvorrichtung 1 durchzuleiten.

In der Öffnung 13a des Steckergehäuses 13 ist ein Anschlusselement angeordnet. Beispielsweise kann es sich bei diesem Anschlusselement um eine standardisierte Steckerschnittstelle handeln. So sind zum Beispiel Steckerschnittsellen auf Basis eines FAKRA-Steckers (Fachkreis-Automobil-Stecker), weitere SMBA-Adapter oder auch beliebige andere Steckerschnittstellen, insbesondere Steckerschnittstellen für koaxiale Steckverbindungen, möglich. Das Anschlusselement umfasst dabei ein Gehäuseteil 15 aus einem elektrisch isolierenden Werkstoff, sowie elektrisch leitfähigen Anschlüssen. Das Gehäuseteil 15 kann dabei zum Beispiel aus einem Kunststoff hergestellt sein. Insbesondere sind zum Beispiel Gehäuseteile 15 möglich, die in einem Spritzgussverfahren hergestellt sind.

Für einen ersten elektrischen Anschluss kann in dem Gehäuseteil 15 zum Beispiel ein elektrisch leitfähiger Stift oder eine elektrisch leitfähige Kontakthülse angeordnet sein, worüber der Innenleiter eines Koaxialkabels angeschlossen werden kann. Ferner kann um diesen elektrisch leitfähigen Stift oder die Kontakthülse einen weitere Kontakthülse 14 angeordnet sein, die einen zweiten elektrischen Anschluss bildet und über die der Außenleiter des Koaxialkabels angeschlossen werden kann. Die weitere Kontakthülse 14 kann dabei vorzugsweise konzentrisch um den Stift bzw. die Kontakthülse zum Anschluss des Innenleiters angeordnet sein.

Auf diese Weise kann die weitere Kontakthülse 14 vollumfänglich, das heißt über gesamten Umlauf von 360° mit dem Außenleiter des Koaxialkabels verbunden werden. Dadurch wird die durch den Außenleiter des Koaxialkabels bereitgestellte Schirmung im gesamten Umfang über den zweiten Anschluss des Anschlusselements fortgesetzt.

Die weitere Geometrie des Anschlusselements und insbesondere des Gehäuseteils 15 kann darüber hinaus auch auf die Geometrie der (in 1 nach oben weisenden) Außenseite des Steckergehäuses 13 angepasst sein. Darüber hinaus kann über der Anordnung aus Steckergehäuse 13 und Anschlusselement ein geeignetes Dichtelement 16 angeordnet werden. Dieses Dichtelement 16 kann dazu ausgelegt sein, das Steckergehäuse 13 und insbesondere die Öffnung 13a des Steckergehäuses 13 gegen Umwelteinflüsse, wie zum Beispiel Schmutz, Staub, Feuchtigkeit, etc. abzudichten. Hierzu ist zum Beispiel eine geeignete Dichtung in Form eines elastischen Dichtelements möglich. Beispielsweise kann das Dichtelement 16 als elastische Masse eingebracht werden, die die Zwischenräume zwischen Anschlusselement und Gehäuse 13 ausfüllt und somit abdichtet. Anschließend kann eine solche elastische Masse zumindest teilweise aushärten. Somit kann ein späteres Wegfließen der elastischen Masse verhindert werden. Darüber hinaus sind auch beliebige weitere Materialien zum Abdichten möglich. Beispielsweise kann das Dichtelement 16 auch eine beliebige andere Dichtmasse, insbesondere auch eine Dichtmasse aus zwei oder mehr Komponenten umfassen, die nach Vermischen und Aufbringen ganz oder teilweise aushärten. Je nach Anwendungsgebiet sind dabei insbesondere auch UV-beständige Dichtelemente oder ähnliches möglich. Auf diese Weise kann eine entsprechend geforderte Dichtigkeit bzw. IP-Klasse bis hin zu IP6k9k erreicht werden.

Auf der Innenseite des Steckergehäuses 13, die der Außenseite gegenüberliegt, an der das Koaxialkabel angeschlossen wird, weist die Anschlussvorrichtung 1 eine Kontaktplatte 11 auf. Beispielsweise kann es sich bei dieser Kontaktplatte 11 um eine Leiterplatte handeln, wie sie zum Beispiel für gedruckte Schaltungen verwendet wird. Auf dieser Kontaktplatte kann eine Leiterbahnstruktur aufgebracht werden, die einen ersten Anschlussbereich und einen zweiten Anschlussbereich umfasst. Ein erster Anschlussbereich der Kontaktplatte 11 kann dabei zum Beispiel mit dem Innenleiter des Koaxialkabels elektrisch verbunden werden. Hierzu kann der erste Anschlussbereich der Kontaktplatte mit dem Stift bzw. der inneren Kontakthülse verbunden werden, die den ersten Anschluss des Anschlusselements bildet. Analog kann der zweite Anschlussbereich der Kontaktplatte 11 elektrisch mit dem Außenleiter des Koaxialkabels verbunden werden. Hierzu kann der zweite Anschlussbereich der Kontaktplatte 11 mit der weiteren Kontakthülse 14 elektrisch verbunden werden, die den ersten Anschluss des Anschlusselements bildet. Auf diese Weise können an der Kontaktplatte 11 die elektrischen Verbindungen des Innenleiters und des Außenleiters des Koaxialkabels bereitgestellt werden. Soweit erforderlich kann die Kontaktplatte 11 hierzu auch geeignete Durchkontaktierungen aufweisen, um die elektrischen Anschlussbereiche auch auf der dem Steckergehäuse 13 abgewandten Seite der Kontaktplatte 11 bereitzustellen.

Weiterhin ist auch das elektrisch leitfähige Steckergehäuse 13 der Anschlussvorrichtung 1 elektrisch mit dem Außenleiter des Koaxialkabels verbunden. Hierzu kann die elektrische Verbindung zum Beispiel mittels eines in sich geschlossener Klebstoffstrangs 12 realisiert werden. Dieser in sich geschlossene Klebstoffstrang 12 verbindet dabei vorzugsweise vollumfänglich das Steckergehäuse 13 mit der weiteren Kontakthülse 14 und somit mit dem Außenleiter des Koaxialkabels. Auf diese Weise wird die Abschirmung des Außenleiters des Koaxialkabels über das Steckergehäuse 13 fortgesetzt.

Das Steckergehäuse 13 überdeckt dabei vollständig die Kontaktplatte 11. Insbesondere wird die Seite der Kontaktplatte 11 durch das Steckergehäuse 13 vollständig überdeckt, die in Richtung des Anschlusselements 15 weist. Darüber hinaus umschließt das Steckergehäuse 13 auch die seitlichen Bereiche der Kontaktplatte 11. Somit wird die Kontaktplatte 11 mit Ausnahme der nach unten weisenden Seite vollständig durch das Steckergehäuse 13 umgeben. Auf diese Weise kann eine elektromagnetische Abschirmung in Form eines faradayschen Käfigs nach oben sowie zur Seite erreicht werden.

2 zeigt eine schematische Darstellung eines Querschnitts durch ein Kameramodul 2 gemäß einer Ausführungsform. Das Kameramodul 2 ist dabei mittels der zuvor beschriebenen Anschlussvorrichtung 1 mit einem Koaxialkabel kontaktiert. Das Kameramodul 2 umfasst dabei eine Bilderfassungsvorrichtung mit einem optischen Modul 22 und einer Leiterplatte 21. Dabei kann die Elektronik der Bilderfassungsvorrichtung ganz oder teilweise auf der Leiterplatte 21 angeordnet sein. Bei der Leiterplatte 21 kann es sich beispielsweise um eine Leiterplatte handeln, wie sie für gedruckte Schaltungen verwendet wird. Insbesondere kann die Leiterplatte 21 dabei auch Leiterbahnstrukturen umfassen, an denen eine elektrische Verbindung mit dem Innenleiter und dem Außenleiter des Koaxialkabels hergestellt werden soll. Hierzu wird die Leiterplatte 21 des Kameramoduls 2 derart an der Anschlussvorrichtung 1 angeordnet, dass die entsprechenden Bereiche der Leiterbahnstruktur in Richtung der Kontaktplatte 11 weisen. Die elektrische Verbindung zwischen dem ersten und zweiten Anschlussbereich der Kontaktplatte 11 und den korrespondierenden Anschlussbereichen auf der Leiterplatte 21 der Bilderfassungsvorrichtung können dabei zum Beispiel mittels Federelementen 25 oder anderen geeigneten elektrischen Verbindungselementen realisiert werden.

Die Bilderfassungsvorrichtung mit dem optischen Modul 22 und der Leiterplatte 21 ist dabei in einem elektrisch leitfähigen Kameragehäuse 23 angeordnet. Wie aus 2 zu erkennen ist, schirmt dabei das elektrisch leitfähige Kameragehäuse 23 das optische Modul 22 und gegebenenfalls weitere Komponenten der Bilderfassungsvorrichtung nach außen ab. Einzig die in Richtung der Anschlussvorrichtung 1 weisende Seite der Leiterplatte 21 der Bilderfassungsvorrichtung ist dabei nicht durch das elektrisch leitfähige Kameragehäuse 23 abgeschirmt. Selbstverständlich kann das Kameragehäuse 23 ferner über eine Öffnung oder ein transparentes Fenster verfügen, über das Licht auf das optische Modul 22 einfallen kann.

Durch das Zusammenfügen von Anschlussvorrichtung 1 mit der durch das Kameragehäuse 23 abgeschirmten Bilderfassungsvorrichtung entsteht somit ein nahezu vollständig geschlossener Raum, der durch das elektrisch leitfähige Steckergehäuse 13 der Anschlussvorrichtung 1 und das elektrisch leitfähige Kameragehäuse 23 gebildet wird. Dabei kann das elektrisch leitfähige Kameragehäuse 23 auch elektrisch mit dem Steckergehäuse 13 verbunden werden. Ferner können Kameragehäuse 23 und Steckergehäuse 13 auch mechanisch miteinander verbunden werden. Beispielsweise kann eine solche elektrische und/oder mechanische Verbindung von Steckergehäuse 13 und Kameragehäuse 23 durch Schweißen realisiert werden. Beispielsweise können Steckergehäuse 13 und Kameragehäuse 23 mittels Laserschweißen miteinander verbunden werden. Darüber hinaus sind jedoch auch beliebige weitere geeignete Verfahren zum Verbinden von Steckergehäuse 13 und Kameragehäuse 23 möglich.

Nachdem das Steckergehäuse 13 und das Kameragehäuse 23 elektrisch und mechanisch miteinander verbunden sind, ist der Innenraum des so gebildeten Kameramoduls 2 durch die elektrisch leitfähige Außenhülle aus Steckergehäuse 13 und Kameragehäuse 23 sehr gut gegen elektromagnetische Störeinflüsse abgeschirmt. Die rotationssymmetrische Anbindung des Koaxialkabels an ein solches Kameramodul 2 ermöglicht dabei eine nahezu lückenlose Abschirmung der sensiblen Komponenten im Inneren des Kameragehäuses 23 bzw. Steckergehäuses 13.

3 zeigt eine schematische Darstellung eines Verfahrens zum Kontaktieren eines Kameramoduls 2, wie es einer Ausführungsform zugrunde liegt.

In Schritt S1 wird zunächst eine zuvor beschriebene Anschlussvorrichtung 1 bereitgestellt. Weiterhin erfolgt in Schritt S2 ein Kontaktieren der Anschlussbereiche der Kontaktplatte 11 mit korrespondierenden Kontakten des Kameramoduls 2, insbesondere mit Kontaktflächen auf der Leiterplatte 21 der Bilderfassungsvorrichtung. Daraufhin erfolgt in Schritt S3 ein elektrisches und mechanisches Verbinden des Steckergehäuses 13 der Anschlussvorrichtung 1 mit dem Kameragehäuse 23 des Kameramoduls 2.

Insbesondere kann das elektrische und mechanische Verbinden dabei ein zuvor beschriebenes Verschweißen, wie zum Beispiel ein Laserschweißen umfassen.

Zusammenfassend betrifft die vorliegende Erfindung einen Anschluss eines Kameramoduls über ein Koaxialkabel. Hierzu schafft die vorliegende Erfindung eine Anschlussvorrichtung für ein Koaxialkabel, das eine vollumfängliche Abschirmung durch Fortführen des Außenleiters über das gesamte Gehäuse der Anschlussvorrichtung und weiter über das gesamte Kameramodul ermöglicht. Hierzu wird der Außenleiter einer Schnittstelle für den Anschluss eines Koaxialkabels mit einem elektrisch leitfähigen Gehäuse elektrisch gekoppelt, wobei das Gehäuse eine elektrische Abschirmung der inneren Komponenten eines Kameramoduls ermöglicht.