Title:
Wachssprühpistole und Austragsystem mit einer solchen Wachssprühpistole
Kind Code:
A1
Abstract:

Eine Wachssprühpistole zum Austrag von Korrosionsschutzwachs in Sprühform weist die folgenden Merkmale auf: Die Wachssprühpistole (10) umfasst ein pistolengriffartiges Griffstück (12) und einen vor dem Griffstück (12) vorgesehen Abzug (14) zum Auslösen eines Austragvorgangs. Sie umfasst oberhalb des Griffstücks (12) eine Austragbaugruppe (20) mit einer Mischdüseneinheit (50), an die sich eine Austragöffnung (22) anschließt, durch die das Korrosionsschutzwachs in Sprühform ausgetragen wird. Die Wachssprühpistole (10) umfasst Zuführkanäle (24, 26) für Korrosionsschutzwachs und für Druckluft, die in einen Zerstäubungsraum (52) der Mischdüseneinheit (50) münden, und umfasst eine Heizeinrichtung (60), mittels derer ein Heizabschnitt (62) des Zufuhrkanals (24) für das Korrosionsschutzwachs erwärmt werden kann.



Inventors:
Dreher, Claus (Xaghra (Gozo), MT)
Burzynski, Lukasz Filip (74080, Heilbronn, DE)
Application Number:
DE102015213421
Publication Date:
01/19/2017
Filing Date:
07/16/2015
Assignee:
IPR-Intelligente Peripherien für Roboter GmbH, 74193 (DE)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE397667CN/A1924-06-26
Foreign References:
36629271972-05-16
25510781951-05-01
50764691991-12-31
EP01580971985-10-16
Other References:
DS 329
Attorney, Agent or Firm:
Patentanwaltskanzlei Cartagena Partnerschaftsgesellschaft Klement, Eberle mbB, 70182, Stuttgart, DE
Claims:
1. Wachssprühpistole (10) zum Austrag von Korrosionsschutzwachs in Sprühform mit den folgenden Merkmalen:
a. die Wachssprühpistole (10) umfasst ein pistolengriffartiges Griffstück (12) und einen vor dem Griffstück (12) vorgesehen Abzug (14) zum Auslösen eines Austragvorgangs, und
b. die Wachssprühpistole (10) umfasst oberhalb des Griffstücks (12) eine Austragbaugruppe (20) mit einer Mischdüseneinheit (50), an die sich eine Austragöffnung (22) anschließt, durch die das Korrosionsschutzwachs in Sprühform ausgetragen wird, und
c. die Wachssprühpistole (10) umfasst Zuführkanäle (24, 26) für Korrosionsschutzwachs und für Druckluft, die in einen Zerstäubungsraum (52) der Mischdüseneinheit (50) münden, und
d. die Wachssprühpistole (10) umfasst eine Heizeinrichtung (60), mittels derer ein Heizabschnitt (62) des Zufuhrkanals (24) für das Korrosionsschutzwachs erwärmt werden kann.

2. Wachssprühpistole (10) nach Anspruch 1 mit dem Merkmal:
a. die Heizeinrichtung (60) ist Teil der oberhalb des Griffstücks (12) vorgesehenen Austragbaugruppe (20).

3. Wachssprühpistole (10) nach Anspruch 2 mit dem Merkmal:
a. die Wachssprühpistole (10) umfasst am Griffstück (12) einen Anschluss (28) für das Korrosionsschutzwachs, der mit dem Zufuhrkanal (24) für das Korrosionsschutzwachs verbunden ist.

4. Wachssprühpistole (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche mit dem Merkmal:
a. die Austragbaugruppe (20) umfasst ein einstückiges Metallteil (30), in dem die Zufuhrkanäle (24, 26) für die Druckluft und das Korrosionsschutzwachs jeweils zumindest abschnittsweise vorgesehen sind und in dem der Heizabschnitt (62) des Zufuhrkanals (24) für das Korrosionsschutzwachs vorgesehen ist.

5. Wachssprühpistole (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche mit mindestens einem der Merkmale:
a. der Heizabschnitt (62) hat ein Innenvolumen zwischen 20 und 100 ml, vorzugsweise zwischen 30 und 60 ml, oder
b. die Austragbaugruppe (20) mit integriertem Heizabschnitt (62) weist eine in Richtung des Griffstücks (12) weisende Außenfläche (32) auf, auf der erhabene Kontaktbereiche (34) zur Anlage am Griffstück vorgesehen sind, oder
c. die Heizeinrichtung (60) umfasst mindestens ein stabförmiges Heizelement (64), welches durch eine Öffnung (66) in einer Außenkontur der Austragbaugruppe (20) in diese eingeschoben ist und welches über eine Regeleinheit zur Erzielung einer definierten Temperatur des Heizabschnitts (62) des Zufuhrkanals (24) für Korrosionsschutzwachs verfügt.

6. Wachssprühpistole (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche mit dem Merkmal:
a. der Abzug (14) ist mit einem elektrischen Abzugsschalter (16) versehen, der ein elektrisches Signal bei Betätigung des Abzugs (14) erzeugt.

7. Wachssprühpistole (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche mit dem Merkmal:
a. die Mischdüseneinheit (50) umfasst zum Zweck der Beeinflussung des Austrags von Korrosionsschutzwachs in Sprühform ein wechselbares Düsenbauteil (54),
vorzugsweise weiterhin mit dem Merkmal:
b. die Austragbaugruppe (20) weist eine Aussparung auf, in die das wechselbare Düsenbauteil (54) eingelegt werden kann, um dort durch ein Sicherungselement (36) lagefixiert zu werden.

8. Wachssprühpistole (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche mit dem Merkmal:
a. die Mischdüseneinheit (50) umfasst ein druckabhängig schaltbares Auslassventil (56), welches dem Zerstäubungsraum (52) vorgelagert ist und den Zustrom von Korrosionsschutzwachs steuert.

9. Austragsystem mit einer Wachssprühpistole (10) mit den Merkmalen:
a. das Austragsystem verfügt über eine Fördereinrichtung (70) mit Anschlüssen für Druckluft und Korrosionsschutzwachs, und
b. das Austragsystem verfügt über eine Wachssprühpistole (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche, und
c. die Fördereinrichtung (70) und die Wachssprühpistole (10) sind über jeweils eine Leitung (76) für Druckluft und Korrosionsschutzwachs miteinander verbunden.

10. Austragsystem nach Anspruch 9 mit den Merkmalen:
a. der Abzug (14) der Wachssprühpistole (10) ist mit einem elektrischen Abzugsschalter (16) versehen, und
b. die Fördereinrichtung (70) verfügt über mindestens ein elektrisch schaltbares Ventil (72, 74) zur Steuerung von Zustrom von Drucklust und/oder Korrosionsschutzwachs zur Wachssprühpistole (10), und
c. der Abzugsschalter (16) der Wachssprühpistole (10) und das elektrisch schaltbare Ventil (72, 74) der Fördereinrichtung (70) sind über eine Signalleitung (78) miteinander verbunden.

11. Austragsystem nach Anspruch 10 mit den Merkmalen:
a. die Fördereinrichtung (70) verfügt über jeweils ein elektrisch schaltbares Ventil (72, 74) zur Steuerung von Zustrom von Druckluft und Korrosionsschutzwachs zur Wachssprühpistole (10), und
b. das Austragsystem verfügt über eine Steuereinrichtung (80) zur Steuerung der elektrisch schaltbaren Ventile (72, 74).

12. Austragsystem nach Anspruch 11 mit dem Merkmal:
a. die Steuereinrichtung (80) ist dafür ausgebildet,
– bei Betätigung des Abzugs (14) zunächst das Ventil (72) für die Druckluft und anschließend das Ventil (74) für das Korrosionsschutzwachs zu öffnen und/oder
– gegen Ende eines Austragvorgangs zunächst das Ventil (74) für das Korrosionsschutzwachs und anschließend das Ventil (72) für die Druckluft zu schließen.

13. Austragsystem nach Anspruch 11 oder 12 mit dem Merkmal:
a. die Steuereinrichtung (80) ist dafür ausgebildet, bei Betätigung des Abzuges (14) das Ventil für Korrosionsschutzwachs zu öffnen und nach einem Durchfluss einer Menge des Korrosionsschutzwachses zwischen 3 ml und 20 ml, insbesondere zwischen 5 ml und 10 ml, wieder zu schließen.

14. Verfahren zum Austrag von Korrosionsschutzwachs in Sprühform mit dem Merkmal:
a. der Austrag erfolgt mit einer Wachssprühpistole (10) oder einem Austragsystem nach einem der vorstehenden Ansprüche.

15. Verfahren nach Anspruch 14 mit mindestens einem der folgenden Merkmale:
a. bei der Durchführung des Verfahrens wird Korrosionsschutzwachs ausgetragen, oder
a. der Austrag erfolgt in gegeneinander unterbrochenen Einzelausträgen mit einem jeweiligen Austragvolumen zwischen 3 ml und 20 ml, insbesondere zwischen 5 ml und 10 ml, oder
b. der Austrag erfolgt mit einer Temperatur des Korrosionsschutzwachses zwischen 40°C und 80°C.

Description:
ANWENDUNGSGEBIET UND STAND DER TECHNIK

Die Erfindung betrifft eine Wachssprühpistole zum Austrag von Korrosionsschutzwachs in Sprühform nach dem Oberbegriff von Anspruch 1, eine Austragsystem mit einer Wachssprühpistole nach dem Oberbegriff von Anspruch 9 sowie ein Verfahren zum Austrag von Korrosionsschutzwachs in Sprühform nach dem Oberbegriff von Anspruch 14.

Korrosionsschutzwachs findet insbesondere in der Karosserieherstellung für Kraftfahrzeuge Verwendung. Korrosionsgefährdete Stellen von Karosserien und Anbauteilen wie Türen werden mit einer Schicht dieses Korrosionsschutzwachses versehen, welches an den jeweiligen Stellen haften bleibt und im Betrieb das Eintreten von Korrosion verhindert oder vermindert.

Auch wenn in der heutigen Karosserieherstellung der Austrag von Korrosionsschutzwachs meist über entsprechende Roboter geführte Austragwerkzeuge erfolgt, gibt es Fälle, in denen beispielsweise aufgrund geringer Stückzahlen oder zum Zwecke einer Nachbearbeitung eine manuelle Verarbeitung von Korrosionsschutzwachs vorgesehen ist.

AUFGABE UND LÖSUNG

Aufgabe der Erfindung ist es, ein flexibles Werkzeug zum Austrag von Korrosionsschutzwachs und ein Verfahren zu dessen Verwendung zur Verfügung zu stellen.

Die Aufgabe wird durch eine Wachssprühpistole zum Austrag von Korrosionsschutzwachs in Sprühform nach Anspruch 1 gelöst.

Die Wachssprühpistole umfasst ein pistolengriffartiges Griffstück und einen vor dem Griffstück vorgesehen Abzug zum Auslösen eines Austragvorgangs. Sie umfasst weiterhin oberhalb des Griffstücks eine Austragbaugruppe mit einer Mischdüseneinheit, an die sich eine Austragöffnung anschließt, durch die das Korrosionsschutzwachs in Sprühform ausgetragen wird. Die Wachssprühpistole umfasst Zuführkanäle für Korrosionsschutzwachs und für Druckluft, die in einen Zerstäubungsraum der Mischdüseneinheit münden, und eine Heizeinrichtung, mittels derer ein Heizabschnitt des Zufuhrkanals für das Korrosionsschutzwachs erwärmt werden kann.

Die Erfindung betrifft also eine handgeführte Einrichtung zum Austrag des Korrosionsschutzwachses. Diese verfügt über einen pistolenartigen Griff, der vom Bediener mit der Hand umgriffen wird, so dass in der bekannten Weise mittels des Zeigefingers der Abzug betätigt werden kann.

Diese erfindungsgemäße Wachssprühpistole trägt ein zerstäubtes Gemisch aus dem Korrosionsschutzwachs selbst und Druckluft aus. Zur Durchmengung dessen und zur Erzeugung des gewünschten feinen Nebels ist die Mischdüseneinheit mit Zerstäubungsraum vorgesehen, in den Druckluft und Korrosionsschutzwachs einströmen.

Die Wachssprühpistole ist zum Austrag von erhitztem Korrosionsschutzwachs vorgesehen. Ein solches Korrosionsschutzwachs ist bei Temperaturen zwischen 40 und 80°C zu verarbeiten. Ein bevorzugtes Wachs zur Verwendung mit der Wachssprühpistole ist unter dem Handelsnamen Anticorit DS 329 DE der Fa. Fuchs erhältlich.

Die Wachssprühpistole weist hierfür die genannte Heizeinrichtung auf. Diese ist im Bereich des Zufuhrkanals für das Korrosionsschutzwachs vorgesehen und umfasst einen Abschnitt dieses Zufuhrkanals, den hier genannten Heizabschnitt.

Die Anordnung der Heizeinrichtung unmittelbar an der Wachssprühpistole hat gegenüber der Zuführung von bereits erhitztem Wachs eine Reihe von Vorteilen. So ist es insbesondere möglich, zuverlässiger als bei einer entfernten Erwärmung eine gleichbleibende Temperatur des auszutragenden Korrosionsschutzwachses zu gewährleisten. Auch ist das lokale Erwärmen des Wachses an der Wachssprühpistole selbst energetisch von Vorteil, da das Wachs mit einer Temperatur von 20 bis 30° zugeführt werden kann, so dass bei dieser Zuführung wenig Energieverluste zu befürchten sind.

Die Heizeinrichtung kann Teil der oberhalb des Griffstücks vorgesehenen Austragbaugruppe sein. Die Wachssprühpistole kann dabei am Griffstück einen Anschluss für das Korrosionsschutzwachs umfassen, der mit dem Zufuhrkanal für das Korrosionsschutzwachs verbunden ist.

Die Heizeinrichtung ist demnach vorzugsweise in der sich oben an das Griffstück anschließenden Austragbaugruppe vorgesehen. Dies gestattet es, das Korrosionsschutzwachs durch das Griffstück in Richtung der Austragbaugruppe zu leiten, ohne dass das Griffstück sich deutlich erwärmt. Erst jenseits des Griffstückes, an der Austragbaugruppe, erfolgt die Erhitzung.

Die Austragbaugruppe kann ein einstückiges Metallteil aufweisen, in dem die Zufuhrkanäle für die Druckluft und das Korrosionsschutzwachs jeweils zumindest abschnittsweise vorgesehen sind und in dem der Heizabschnitt des Zufuhrkanals für das Korrosionsschutzwachs vorgesehen ist.

Diese Bauweise hat sich als besonders einfach herausgestellt. Das genannte einstückige Metallteil wird vorzugsweise als Frästeil bearbeitet und enthält vorzugsweise die Zuführkanäle, soweit sie Teil der Austragbaugruppe sind, in ihrer Gesamtheit. Es enthält damit auch die Heizabschnitte des Zuführkanals für Korrosionsschutzwachs. Somit kann eine technisch unaufwändige Erwärmung erzielt werden, indem im Weiteren noch beschriebene Heizeinrichtungen in das genannte Metallteil eingebracht werden, die das Metallteil im Bereich des Heizabschnitts erwärmen. Das einstückige Metallteil bildet vorzugsweise auch die Außenkontur der Austragbaugruppe.

Der Heizabschnitt kann ein Innenvolumen zwischen 20 und 100 ml, vorzugsweise zwischen 30 und 60 ml, aufweisen.

Der Heizabschnitt, also jener Bereich des Zuführkanals für Korrosionsschutzwachs, der als Teil der Heizeinrichtung erwärmt wird, kann durch genanntes Innenvolumen eine Wachsmenge aufnehmen, die für eine Mehrzahl von Einzelausträgen ausreicht. Wie im Weiteren noch beschrieben, wird eine Funktionsweise der erfindungsgemäßen Wachssprühpistole als vorteilhaft angesehen, bei der diese diskrete Volumina zwischen 5 ml und 10 ml des Korrosionsschutzwachses abgibt. Das genannte Innenvolumen des Heizabschnitts gestattet somit das Vorhalten einiger dieser diskreten Volumina. Da die Erwärmung in der Heizeinrichtung üblicherweise ausgehend von Wachs mit etwa Raumtemperatur auf etwa 60° zu erfolgen hat und dieses geringe Maß an Erwärmung keine lange Zeitspanne benötigt, ist durch ein Vorhalten von vier bis zehn diskreten Austragsvolumina ein quasi kontinuierlicher Betrieb möglich.

Die Austragbaugruppe mit integriertem Heizabschnitt kann eine in Richtung des Griffstücks weisende Außenfläche aufweisen, auf der erhabene Kontaktbereich zur Anlage am Griffstück vorgesehen sind.

Die zum Griffstück weisende Außenfläche mit erhabenen Kontaktbereichen dient dem Zweck, den Wärmeübergang zum Griffstück gering zu halten. Zusätzlich oder alternativ können Isolationsmittel, wie eine Dämmschicht aus gering wärmeleitendem Material, zwischen dem Griffstück und der Austragbaugruppe vorgesehen sein.

Die Heizeinrichtung kann mindestens ein stabförmiges Heizelement umfassen, welches durch eine Öffnung in einer Außenkontur der Austragbaugruppe in diese eingeschoben ist und welches über eine Regeleinheit zur Erzielung einer definierten Temperatur des Heizabschnitts des Zufuhrkanals für Korrosionsschutzwachs verfügt.

Die Verwendung stabförmiger Heizelemente, die als Standardprodukte erhältlich sind, gestattet eine kostengünstige Realisierung der Heizeinrichtung. Zudem ist die Wartung sehr einfach, wenn diese stabförmigen Heizelemente von außen aus den entsprechenden Öffnungen gezogen werden können, um sie gegen neue auszutauschen. Auch die Realisierung verschiedener Leistungsklassen der Heizeinrichtung ist über leicht austauschbare stabförmige Heizelemente, die von außen eingeschoben sind, vergleichsweise einfach.

Der Abzug kann mit einem elektrischen Abzugsschalter versehen sein, der ein elektrisches Signal bei Betätigung des Abzugs erzeugt.

Die Verwendung eines elektrischen Schalters, der bei Betätigung des Abzugs aktiviert wird und dessen Ausgangssignal Verwendung findet, um ein Schaltventil zu öffnen oder eine Fördereinrichtung zu aktivieren, gestattet besondere Betriebsmodi, wie sie nachfolgend noch erläutert sind. Alternativ hierzu könnte jedoch auch vorgesehen sein, dass der Abzug mechanisch den Zufuhrkanal für Druckluft und/oder den für Korrosionsschutzwachs mittels entsprechender mechanisch betätigbarer Ventile öffnet.

Die Mischdüseneinheit kann zum Zweck der Beeinflussung des Austrags von Korrosionsschutzwachs in Sprühform ein wechselbares Düsenbauteil umfassen. Die Austragbaugruppe kann hierfür eine Aussparung aufweisen, in die das wechselbare Düsenbauteil eingelegt werden kann, um dort durch ein Sicherungselement lagefixiert zu werden.

Um die gleiche Wachssprühpistole für verschiedene Anwendungszwecke verwenden zu können, ist es vorteilhaft, die Düsenbauteile einfach wechselbar vorzusehen. Hierfür hat sich das Einlegen des Düsenbauteils in eine entsprechende Aussparung und die dortige Fixierung mit dem Sicherungselement bewährt. Bei dem Sicherungselement kann es sich insbesondere um einen Endabschnitt eines Austragkanals handeln, durch den hindurch der Sprühstrahl ausgetragen wird.

Die Mischdüseneinheit kann ein druckabhängig schaltbares Auslassventil umfassen, welches dem Zerstäubungsraum vorgelagert ist und den Zustrom von Korrosionsschutzwachs steuert.

Das druckabhängig schaltende Auslassventil im Bereich der Mischdüseneinheit gestattet es, einen Mindestdruck zu definieren, mit dem das Korrosionsschutzwachs der Zerstäubungskammer zugeführt wird. Dies dient insbesondere dem definierten Einsetzen und Beenden eines Austragvorgangs, ohne Übergangsphase ansteigenden und absinkenden Austragsdrucks.

Die Aufgabe wird auch durch ein Austragsystem mit einer Wachssprühpistole nach Anspruch 9 gelöst.

Das Austragsystem verfügt über eine Fördereinrichtung mit Anschlüssen für Druckluft und Korrosionsschutzwachs. Das Austragsystem verfügt weiterhin über eine Wachssprühpistole beschriebener Art. Die Fördereinrichtung und die Wachssprühpistole sind über jeweils eine Leitung für Druckluft und Korrosionsschutzwachs miteinander verbunden.

Die genannte Fördereinrichtung, die vorzugsweise auch eine Förderpumpe bzw. ein Kompressor für die Druckbeaufschlagung des Korrosionsschutzwachses bzw. der Druckluft aufweisen kann, kann als separate Einheit ausgebildet sein, die über Schlauchleitungen mit der Wachssprühpistole verbunden ist. Es sind jedoch auch Ausgestaltungen denkbar, bei denen die Fördereinrichtung oder ein Teil der Fördereinrichtung Teil der Wachssprühpistole selbst ist bzw. beispielsweise am Griff dieser angebracht ist.

Der Abzug der Wachssprühpistole kann mit einem elektrischen Abzugsschalter versehen sein. Die Fördereinrichtung kann über mindestens ein elektrisch schaltbares Ventil zur Steuerung von Zustrom von Drucklust und/oder Korrosionsschutzwachs zur Wachssprühpistole verfügen, wobei die Wachssprühpistole und das elektrisch schaltbare Ventil der Fördereinrichtung über eine Signalleitung miteinander verbunden sein können.

Die Fördereinrichtung kann über die schaltbaren Ventile gezielt die Förderung von Korrosionsschutzwachs und/oder Druckluft steuern. Dies geschieht üblicherweise in Reaktion auf eine Betätigung des Abzugs der Wachssprühpistole.

Die Fördereinrichtung kann über jeweils ein elektrisch schaltbares Ventil zur Steuerung von Zustrom von Drucklust und Korrosionsschutzwachs zur Wachssprühpistole und das Austragsystem über eine Steuereinrichtung zur Steuerung der elektrisch schaltbaren Ventile in Reaktion auf die Betätigung des elektrisch schaltbaren Ventils verfügen.

Diese Steuereinrichtung kann dafür ausgebildet sein, bei Betätigung des Abzugs zunächst das Ventil für die Druckluft und anschließend das Ventil für das Korrosionsschutzwachs zu öffnen und/oder gegen Ende eines Austragvorgangs zunächst das Ventil für das Korrosionsschutzwachs und anschließend das Ventil für die Druckluft zu schließen.

Durch ein verzögertes Einsetzen der Zufuhr von Korrosionsschutzwachs kann ein besonders vorteilhaftes Sprühbild erzeugt werden, da der einsetzende Druckluftstrom sich bereits stabilisiert hat, wenn das Korrosionsschutzwachs erstmals zugeführt wird. Das Nachlaufen von Druckluft nach Abschluss der Korrosionsschutzwachsförderung dient dem Zweck, die Zerstäubungskammer von Resten des Korrosionsschutzwachses zu befreien, bevor der Austragvorgang endet.

Die Steuereinrichtung kann dafür ausgebildet sein, bei Betätigung des Abzuges das Ventil für Korrosionsschutzwachs zu öffnen und nach einem Durchfluss einer Menge des Korrosionsschutzwachses zwischen 3 ml und 20 ml, insbesondere zwischen 5 ml und 10 ml, wieder zu schließen.

Die derart ausgebildete Steuereinrichtung ist demnach nicht so geartet, dass sie einen kontinuierlichen Strom von Korrosionsschutzwachs bewirkt, solange der Abzug betätigt ist. Vielmehr endet die Förderung von Korrosionsschutzwachs nach Abgabe einer zumindest ungefähr bestimmten Korrosionsschutzwachsmenge. Auf diese Weise lassen sich reproduzierbar in etwa gleiche Mengen austragen, ohne dass es auf die Reaktionsgeschwindigkeit des Bedieners ankommt.

Die Aufgabe wird auch durch ein Verfahren zum Austrag von Korrosionsschutzwachs in Sprühform gelöst.

Der Austrag erfolgt dabei mit einer Wachssprühpistole oder einem Austragsystem nach einem der vorstehenden Ansprüche.

Das erfindungsgemäße Verfahren findet insbesondere bei der Anbringung eines Korrosionsschutzes an Karosserieteilen eines Kraftfahrzeuges sowie an Anbauteilen wie Türen statt.

Der Austrag kann in gegeneinander unterbrochenen Einzelausträgen mit einem jeweiligen Austragvolumen zwischen 3 ml und 20 ml, insbesondere zwischen 5 ml und 10 ml, erfolgen.

Der Austrag kann mit einer Temperatur des Korrosionsschutzwachses zwischen 40°C und 80°C erfolgen. Ein hierfür geeignetes Wachs ist unter dem Namen Anticorit DS 329 DE der Fa. Fuchs verfügbar.

KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN

Weitere Vorteile und Aspekte der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen und aus der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels der Erfindung, das nachfolgend anhand der Figuren erläutert ist. Dabei zeigen:

1 zeigt ein Austragsystem zum Austrag von Korrosionsschutzwachs mit einer Fördereinrichtung und einer hiermit verbundenen Wachsprühpistole.

2 zeigt die Austragbaugruppe der Wachssprühpistole in einer geschnittenen Darstellung.

3 zeigt die Austragbaugruppe der 2 in einer Explosionsdarstellung.

4 und 5 zeigen die Austragbaugruppe in einer Darstellung von schräg oben bzw. von schräg unten.

DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER AUSFÜHRUNGSBEISPIELE

1 zeigt ein Austragsystem zum Austrag von Korrosionsschutzwachs. Dieses umfasst eine Wachssprühpistole 10, welche über Fluidleitungen 76 und eine Signalleitung 78 mit einer Fördereinrichtung 70 verbunden ist.

Das Austragsystem dient dem Zweck, mittels der Wachssprühpistole 10 zerstäubtes Korrosionsschutzwachs auszutragen. Die Wachssprühpistole 10 weist daher in pistolenähnlicher Art ein Griffteil 12 auf, welches bestimmungsgemäß mit einer Hand umgriffen wird, so dass mit dem Zeigefinger der Abzug 14 betätigt werden kann und hierdurch ein Abzugschalter 16 geschlossen wird. An das Griffteil schließt sich oben eine Austragbaugruppe 20 an, die in den weiteren Figuren detailliert erläutert wird.

Die Fördereinrichtung 70, die in 1 schematisch dargestellt ist, verfügt über nicht näher dargestellte Förderpumpen oder dergleichen für Korrosionsschutzwachs und Druckluft. Sie verfügt weiterhin über zwei schaltbare Ventile 72, 74, die durch eine Steuereinrichtung 80 angesteuert geöffnet und geschlossen werden können. Die Steuereinrichtung 80 ist über die genannte Signalleitung 78 mit der Wachssprühpistole 10 und dort mit dem Abzugschalter 16 verbunden. Die Fluidleitungen 76 für Sprühwachs und Druckluft sind jenseits dieser Ventile 72, 74 vorgesehen und versorgen die Wachssprühpistole in Abhängigkeit des Schaltzustandes der jeweiligen Ventile mit Korrosionsschutzwachs und Druckluft. Diese Leitungen 76 sind am unteren Ende des Griffteils 12 an dieses angeschlossen. In nicht näher dargestellter Art und Weise sind im Griffteil 12 Leitungen vorgesehen, durch die die Druckluft und das Korrosionsschutzwachs der Austragbaugruppe 20 zugeführt werden.

Die Austragbaugruppe 20 verfügt in nachfolgend erläuterter Weise über eine Mischdüseneinheit mit einer Zerstäubungskammer, in der das Korrosionsschutzwachs mittels der Druckluft fein vernebelt wird und durch die Austragöffnung 22 abgegeben wird. Weiterhin verfügt die Austragbaugruppe 20 über eine Heizeinrichtung 60, deren Kernkomponente stabförmige Heizelemente 64 sind, die mit Strom versorgt werden und die eine Regeleinrichtung beinhalten, um eine gleichbleibende Temperatur zu gewährleisten.

2 zeigt die Austragbaugruppe 20 in geschnittener Ansicht. Diese enthält einen Zufuhrkanal 24, der entlang des gestrichelten Pfades 2, der nicht vollständig in der Schnittebene liegt, die Zufuhr von Korrosionsschutzwachs zur Mischdüseneinheit 50 gestattet. Durch das Griffteil 12 hindurchströmendes Korrosionsschutzwachs gelangt auf diesem Pfad zunächst zur Heizeinrichtung 60, wo es innerhalb eines Heizabschnittes 62 von etwa 50 ml Volumen auf etwa 60° erwärmt wird. Vor Eintritt in die Zerstäubungskammer 52 passiert das Korrosionsschutzwachs noch ein druckabhängig schaltendes Ventil 56, umfassend einen Ventilsitz 56a und einen federbelasteten Ventilschließstift 56b. Nur bei ausreichendem Druck öffnet dies Ventil und lässt das erwärmte Korrosionsschutzwachs in die Zerstäubungskammer 52 gelangen. Die zugeführte Druckluft wird durch den Zuführkanal 26 unmittelbar der Zerstäubungskammer 52 zugeführt. Das Korrosionsschutzwachs sowie die Druckluft passieren eine Düsenöffnung innerhalb eines Düsenbauteils 54. Durch den Druck der Druckluft wird dabei das Korrosionsschutzwachs zerstäubt und durch die Austragöffnung 22 hindurch ausgetragen.

Die Einzelbauteile der Austragbaugruppe 20 sind der Explosionsdarstellung der 3 zu entnehmen. In dieser Darstellung ist eine Vielzahl unterschiedlicher Düsenbauteile 54 dargestellt, wobei jeweils nur eines zeitgleich Verwendung findet. Allerdings ist durch den einfachen Austausch dieser Düsenbauteile eine ebenfalls einfache Anpassung an die jeweils gewünschte Austragcharakteristik möglich. Bezug nehmend nochmals auf 2 wird das gewählte Düsenbauteil 54 mittels eines Sicherungselements 36 in der bestimmungsgemäßen Position fixiert. Vorliegend ist dieses Sicherungsbauteil 36 auch jenes Bauteil, welches einen Teil des Austragkanals hin zur Austragöffnung 22 zur Verfügung stellt.

Die 4 und 5 zeigen die Austragbaugruppe nochmals in einer Darstellung von schräg oben und schräg unten.

Der 4 ist insbesondere zu entnehmen, wo Öffnungen 66 zur Aufnahme von stabförmigen Heizelementen vorgesehen sind. 5 zeigt die Unterseite der Austragbaugruppe 20 und insbesondere die untere Abschlussfläche 32, die in zwei Bereichen 34 erhaben ist. Hierdurch wird ein nur minimaler Kontakt zwischen der Austragbaugruppe 20 und dem Griffteil 12 gewährleistet.

Die Wärme, die zur Erwärmung des Korrosionsschutzwachses über die Heizelemente 64 zugeführt wird, kann somit nur zu einem geringen Anteil in das Griffteil 12 gelangen. Hierdurch ist ein längerer Einsatz ohne störende Erwärmung des Griffteils 12 möglich.

Die bestimmungsgemäße Verwendung der Wachssprühpistole zum Austragen des Korrosionsschutzwachses sieht insbesondere vor, dass hiermit diskrete Portionen des Korrosionsschutzwachses ausgetragen werden. So kann die Steuereinrichtung 80 insbesondere derart erfolgen, dass in Reaktion auf die Betätigung des Abzugs 14 der Wachssprühpistole 10 zunächst das Druckluftventil 72 geöffnet wird. Nur einen kurzen Augenblick später öffnet das Ventil 74 für das Korrosionsschutzwachs, wodurch Korrosionsschutzwachs aus dem Heizabschnitt 62 des Zufuhrkanals 24 der Mischdüseneinheit 50 zugeführt wird und hier durch den bereits zuvor initiierten Luftstrom zerstäubt wird. Nach Abgabe einer geringen Menge von beispielsweise 5 bis 10 ml des Korrosionsschutzwachses schließt die Steuereinrichtung 80 das Ventil 74, so dass der Zustrom von Korrosionsschutzwachs endet. Dies erfolgt unabhängig davon, ob der Abzugschalter 16 noch betätigt wird. Wiederum einen kurzen Augenblick, nachdem die Zufuhr von Korrosionsschutzwachs unterbrochen wurde und aufgrund des druckabhängig öffnenden Ventils 56 somit kein Korrosionsschutzwachs mehr der Mischdüseneinheit zugeführt wird, schließt auch das Druckluftventil 72. Die kurze Phase des Anliegens von Druckluft nach Beendigung der Zufuhr von Korrosionsschutzwachs dient dem Zweck, die Mischdüseneinheit von verbliebenem Korrosionsschutzwachs zu befreien.

Erst mit der nächsten Betätigung des Abzuges wiederholt sich der beschriebene Vorgang.

Da der Heizabschnitt 62 im Zufuhrkanal 24 ein Innenvolumen aufweist, welches etwa fünf bis zehn solcher diskreten Austragvorgänge ermöglicht, kann die Wachssprühpistole im Abstand einiger weniger Sekunden dauerhaft verwendet werden. Die Heizeinrichtung ist ausreichend leistungsfähig, um das in den Heizabschnitt nachströmende Korrosionsschutzwachs ausreichend zu erwärmen, bis es gemeinsam mit Druckluft ausgetragen wird.

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

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Zitierte Nicht-Patentliteratur

  • DS 329 [0009]
  • DS 329 [0042]