Title:
Verfahren zur Trocknung eines Baustoffkörpers
Kind Code:
A1


Abstract:

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Trocknung eines porösen Baustoffkörpers, insbesondere von Mauerwerk, wobei an ein erstes ein Trocknungssegment bildendes Baustoffsegment des Baustoffkörpers erster Beschaffenheit eine erste Elektrode und an ein zweites Baustoffsegment zweiter Beschaffenheit oder ein Baugrundsegment eines den Baustoffkörper umgebenden Baugrunds eine zweite Elektrode angeschlossen wird, wobei das Trocknungssegment und das zweite Baustoffsegment oder das Baugrundsegment in Körperkontakt zueinander angeordnet sind, das elektrische Potential zwischen den Elektroden bestimmt wird, und ein Potentialausgleich durch Anlegen einer dem elektrischen Potential entsprechenden Gleichspannung erfolgt.




Inventors:
Geutebrück, Ernst, Dr. (Wien, AT)
Application Number:
DE102015208204A
Publication Date:
11/10/2016
Filing Date:
05/04/2015
Assignee:
Schunk Wien Gesellschaft m.b.H. (Wien, AT)
Texplor Austria GmbH (Wien, AT)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE4329219A1N/A1994-03-03
DE2714683A1N/A1977-10-13



Foreign References:
DD210323A11984-06-06
AT8177U12006-03-15
AT9346U12007-08-15
WO2003062546A12003-07-31
Attorney, Agent or Firm:
advotec. Patent- und Rechtsanwälte, 35390, Gießen, DE
Claims:
1. Verfahren zur Trocknung eines porösen Baustoffkörpers, insbesondere von Mauerwerk (10), wobei an ein erstes ein Trocknungssegment (12) bildendes Baustoffsegment des Baustoffkörpers erster Beschaffenheit eine erste Elektrode (17) und an ein zweites Baustoffsegment zweiter Beschaffenheit oder ein Baugrundsegment (16) eines den Baustoffkörper umgebenden Baugrunds eine zweite Elektrode (18) angeschlossen wird, wobei das Trocknungssegment und das zweite Baustoffsegment oder das Baugrundsegment in Körperkontakt zueinander angeordnet sind, das elektrische Potential zwischen den Elektroden bestimmt wird, und ein Potentialausgleich durch Anlegen einer dem elektrischen Potential entsprechenden Gleichspannung erfolgt.

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Elektrode (17) eine flächenförmige Ausgestaltung aufweist.

3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Elektrode (17) als eine Gewebematte ausgebildet ist.

4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Elektrode (17) aus einem CFC-Gewebe gebildet ist.

5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Elektrode (18) stabförmig ausgebildet ist.

6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Elektrode (18) als CFC-Körper ausgebildet ist.

7. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Elektrode (18) als Graphit-Körper ausgebildet ist.

Description:

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Trocknung eines porösen Baustoffkörpers, wobei an ein erstes ein Trocknungssegment bildendes Baustoffsegment des Baustoffkörpers erster Beschaffenheit eine erste Elektrode und an ein zweites Baustoffsegment zweiter Beschaffenheit oder ein Baugrundsegment eines den Baustoffkörpers umgebenden Baugrunds eine zweite Elektrode angeschlossen wird, wobei das Trocknungssegment und das zweite Baustoffsegment oder das Baugrundsegment in Körperkontakt zueinander angeordnet sind, das elektrische Potential zwischen den Elektroden bestimmt wird, und ein Potentialausgleich durch Anlegen einer dem elektrischen Potential entsprechenden Gleichspannung erfolgt.

Ein Verfahren zur Trocknung von Mauerwerk ist aus der DE 43 29 219 A1 bekannt, bei dem zur Trocknung des Mauerwerks von dem sogenannten elektroosmotischen Kapillareffekt Gebrauch gemacht wird. Ziel des bekannten Verfahrens ist es nicht nur, das Aufsteigen von Feuchtigkeit aus einem das Mauerwerk umgebenden Baugrund in das Mauerwerk hinein infolge einer durch die Porosität des Mauerwerks ausgebildeten natürlichen Kapillarwirkung zu verhindern, sondern den Kapillareffekt, der auf natürliche Weise durch Adhäsionskräfte in den Poren ein Aufsteigen der Feuchtigkeit in das Mauerwerk bewirkt, durch Erzeugung eines Spannungspotentials zwischen Elektroden, die ein zu trocknendes Mauerwerkssegment zwischen sich aufnehmenden, praktisch umzukehren und die Feuchtigkeit entgegen der natürlichen Kapillarwirkung aus dem Mauerwerk in den umgebenden Baugrund zurückzufördern.

Als nachteilig an dem bekannten Verfahren wird empfunden, dass der natürliche Kapillareffekt, der aufgrund der in den Poren des Mauerwerks ausgebildeten Adhäsionskräfte einen Feuchtetransport im Mauerwerk ermöglicht, nicht genutzt wird. Darüber hinaus wird es als wenig effektiv angesehen, die aus dem Baugrund stammende Feuchtigkeit lediglich in den das Mauerwerk umgebenden Baugrund zurückzufördern, ohne durch eine Verdunstung für eine tatsächliche Reduzierung der Feuchtigkeit zu sorgen.

Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren vorzuschlagen, bei dem man sich den im Mauerwerk bzw. Baustoffkörper ausgebildeten natürlichen Kapillareffekt zur Verdunstung von im Bauwerkskörper enthaltener Feuchtigkeit zunutze macht.

Zur Lösung dieser Aufgabe weist das erfindungsgemäße Verfahren die Merkmale des Anspruchs 1 auf.

Erfindungsgemäß wird abweichend von dem bekannten Verfahren kein Spannungspotential an die Elektroden angelegt, das die beschriebene Umkehrung des Kapillareffekts durch einen entgegen der natürlichen Kapillarwirkung im Baustoffkörper erfolgenden Feuchtetransport vom Baustoffkörper in den umgebenden Baugrund, also etwa das Erdreich, ermöglicht, sondern lediglich eine Gleichspannung der Größe angelegt, die ein zwischen den Elektroden ausgebildetes elektrisches Potential ausgleicht.

Aufgrund des Potentialausgleichs erfolgt eine Unterbrechung des Feuchtetransports vom zweiten Baustoffsegment oder dem Baugrundsegment in das erste Baustoffsegment, also das Trocknungssegment, ohne dass der natürliche Kapillareffekt im Trocknungssegment beeinträchtigt würde. Vielmehr steht dieser natürliche Kapillareffekt zum Feuchtetransport der in dem Trocknungssegment enthaltenen Feuchte an die Oberfläche des Trocknungssegments zur Verfügung, an der eine Verdunstung der Feuchtigkeit erfolgen kann.

Vorzugsweise weist die erste Elektrode eine flächenförmige Ausgestaltung auf, so dass eine entsprechend flächige Anordnung auf einer Wandoberfläche des Baustoffkörpers möglich ist.

Wenn die erste Elektrode als eine Gewebematte ausgebildet ist, ist eine flexible und zugleich belastbare Ausgestaltung der Elektrode gegeben.

Im Fall der Ausgestaltung der ersten Elektrode aus einem CFC-Gewebe kommt noch eine hohe Korrosionsbeständigkeit und chemische Beständigkeit hinzu.

Insbesondere hinsichtlich einer einfach herzustellenden Verbindung mit dem Baugrund erweist es sich als vorteilhaft, wenn die zweite Elektrode stabförmig ausgebildet ist.

Vorteilhaft kann die zweite Elektrode als CFC-Körper oder als Graphit-Körper ausgebildet sein.

In der Zeichnung ist in schematischer Darstellung ein Baustoffkörper, der im vorliegenden Fall durch ein Mauerwerk 10 gebildet ist, dargestellt. Das Mauerwerk 10 weist eine durch eine Wandoberfläche gebildete Verdunstungsoberfläche 13 auf.

Das Trocknungssegment 12 ist mit einem unteren Teil in einem Baugrund 14 angeordnet, wobei im vorliegenden Fall durch eine im Baugrund 14 ausgebildete Trennfuge 15 ein mit dem Trocknungssegment 12 in Körperkontakt befindliches Baugrundsegment 16 von dem restlichen Baugrund 14 abgetrennt ist.

Im Baugrundsegment 16 sowie an dem Trocknungssegment 12 ist jeweils eine Elektrode 17, 18 angeordnet, wobei die Elektrode 17 am Trocknungssegment 12 im Fall des vorliegenden Ausführungsbeispiels aus einer in besonderer Weise chemisch beständigen CFC(kohlefaserverstärkter Kohlenstoff)-Gewebematte und die im Baugrundsegment 16 angeordnete Elektrode 18 aus einem stabförmigen CFC-Körper gebildet ist. Beide Elektroden 17, 18 sind jeweils mit einem Kontaktleiter 19, 20 versehen, sodass ein insbesondere auch aufgrund unterschiedlicher pH-Werte des Trocknungssegments 12 und des Baugrundssegments 16 ausgebildetes elektrisches Potential mit einem zwischen Anschlussklemmen 21, 22 der Kontaktleiter 19, 20 geschalteten, hier nicht näher dargestellten Messgerät messbar ist.

Im Fall des dargestellten Ausführungsbeispiels weist das Bodenmaterial des Baugrunds 14 eine saure Beschaffenheit und das Material des Mauerwerks 10 eine basische Beschaffenheit auf, so dass der pH-Wert des Mauerwerks 10 über dem pH-Wert der Gründung 14 liegt und ein entsprechendes Spannungspotential zwischen dem Baugrundsegment 16 und dem Trocknungssegment 12 die Folge ist, welches einen Feuchtetransport vom Baugrund 14 in das Mauerwerk 10 bewirkt und ein elektrischer Strom von der als in diesem Fall als Anode wirkenden Elektrode 18 zu der als Kathode wirkenden Elektrode 17 fließt.

Zur Unterdrückung dieses Stroms bzw. zum Ausgleich des zwischen den Elektroden 17 und 18 gemessenen Potentials wird im vorliegenden Fall eine Gleichspannungsquelle 23 an die Anschlussklemmen 21, 22 angeschlossen, derart, dass der Pluspol der Spannungsquelle 23 über den Kontaktleiter 20 mit der Elektrode 18 und der Minuspol der Spannungsquelle 23 über den Kontaktleiter 19 mit der Elektrode 17 verbunden wird. Dabei ist die Höhe der Spannung so gewählt, dass zwischen den Elektroden 17 und 18 keine Potentialdifferenz mehr besteht und demzufolge kein elektrischer Strom mehr zwischen den Elektroden 18 und 17 fließt und kein Feuchtetransport mehr vom Baugrundsegment 16 in das Trocknungssegment 12 erfolgt und die Feuchtezufuhr aus dem Baugrundsegment 16 in das Trocknungssegment 12 unterbrochen ist.

Die in dem Trocknungssegment 12 nach Unterbrechung der Feuchtezufuhr noch vorhandene Feuchte kann nun mittels des natürlichen, auf Adhäsionskräften in den Poren des Trocknungssegments 12 beruhenden Kapillareffekts an die Verdunstungsoberfläche 13 gelangen und dort durch Verdunstung an die Umgebung abgegeben werden.

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

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Zitierte Patentliteratur

  • DE 4329219 A1 [0002]