Title:
Beschlaganordnung
Kind Code:
A1
Abstract:

Eine Beschlaganordnung für ein Fenster, eine Tür oder dergleichen umfasst einen Lagerungsabschnitt, der zur Befestigung an einem Blend- oder Flügelrahmen des Fensters, der Tür oder dergleichen ausgebildet ist, und ein Riegelelement, das um eine Schwenkachse schwenkbar an dem Lagerungsabschnitt gelagert ist. Das Riegelelement umfasst ein erstes und ein zweites Hakenelement zum Hintergreifen eines Schließteils. Es ist vorgesehen, dass sich in einer ersten Schwenkstellung des Riegelelements das erste Hakenelement in einer ausgeschwenkten Verriegelungsstellung befindet, dass sich in einer zweiten Schwenkstellung des Riegelelements das zweite Hakenelement in einer ausgeschwenkten Verriegelungsstellung befindet, und dass sich in einer dritten Schwenkstellung des Riegelelements beide Hakenelemente in einer eingeschwenkten Freigabestellung befinden.



Inventors:
Fellner, Peter (Salzburg, AT)
Application Number:
DE102015120954A
Publication Date:
06/08/2017
Filing Date:
12/02/2015
Assignee:
MACO Technologie GmbH (Salzburg, AT)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE202011102905U1N/A2012-10-11
DE102009000746A1N/A2010-08-12
DE10134249A1N/A2003-01-30
Foreign References:
EP21438602010-01-13
Attorney, Agent or Firm:
Manitz Finsterwald Patentanwälte PartmbB, 80336, München, DE
Claims:
1. Beschlaganordnung (11) für ein Fenster, eine Tür oder dergleichen, mit einem Lagerungsabschnitt (15), der zur direkten oder indirekten Befestigung an einem Blend- oder Flügelrahmen des Fensters, der Tür oder dergleichen ausgebildet ist,
und einem Riegelelement (17), das um eine Schwenkachse (20) schwenkbar an dem Lagerungsabschnitt (15) gelagert ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Riegelelement (17) ein erstes und ein zweites Hakenelement (25a, 25b) zum Hintergreifen eines Schließteils umfasst,
wobei sich in einer ersten Schwenkstellung des Riegelelements (17) das erste Hakenelement (25a) in einer ausgeschwenkten Verriegelungsstellung befindet,
wobei sich in einer zweiten Schwenkstellung des Riegelelements (17) das zweite Hakenelement (25b) in einer ausgeschwenkten Verriegelungsstellung befindet,
und wobei sich in einer dritten Schwenkstellung des Riegelelements (17) beide Hakenelemente (25a, 25b) in einer eingeschwenkten Freigabestellung befinden.

2. Beschlaganordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Schwenkstellung und die zweite Schwenkstellung jeweilige Endlagen des Schwenkbereichs des Riegelelements (17) definieren und sich die dritte Schwenkstellung zwischen der ersten Schwenkstellung und der zweiten Schwenkstellung befindet.

3. Beschlaganordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschlaganordnung (11) als Dreh-Kipp-Verschluss ausgeführt ist, wobei die erste Schwenkstellung des Riegelelements (17) einer Schließstellung des Dreh-Kipp-Verschlusses, die zweite Schwenkstellung des Riegelelements (17) einer Kippstellung des Dreh-Kipp-Verschlusses und die dritte Schwenkstellung des Riegelelements (17) einer Öffnungsstellung des Dreh-Kipp-Verschlusses entspricht.

4. Beschlaganordnung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Hakenelemente (25a, 25b) gegensinnig gekrümmt sind.

5. Beschlaganordnung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die freien Enden (27) der Hakenelemente (25a, 25b) aufeinander zu weisen.

6. Beschlaganordnung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Lagerungsabschnitt (15) an einer Stulpschiene (13) angeordnet ist, welche wenigstens eine Öffnung (33) aufweist, durch welche die Hakenelemente (25a, 25b) ausschwenkbar sind.

7. Beschlaganordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass in der dritten Schwenkstellung des Riegelelements (17) kein Abschnitt desselben durch die wenigstens eine Öffnung (33) der Stulpschiene (13) hindurchragt.

8. Beschlaganordnung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwenkachse (20) rechtwinklig zu einer Längsachse (21) der Stulpschiene (13) verläuft.

9. Beschlaganordnung nach einem der vorstehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen an dem Lagerungsabschnitt (15) linear verschiebbar gelagerten Steuerschieber (43) und eine Umsetzeinrichtung (36), welche dazu ausgebildet ist, eine Verschiebebewegung des Steuerschiebers (43) in eine Schwenkbewegung des Riegelelements (17) umzusetzen.

10. Beschlaganordnung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Umsetzeinrichtung (36) eine Kulissensteuerung (37) mit einer Führungskulisse (39) und einem in dieser aufgenommenen Kulissenstein (40) umfasst, wobei die Führungskulisse (39) an dem Riegelelement (17) ausgebildet ist und der Kulissenstein (40) an dem Steuerschieber (43) angeordnet ist, oder umgekehrt.

11. Beschlaganordnung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Kulissenstein (40) von der Schwenkachse (20) beabstandet ist.

12. Beschlaganordnung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Riegelelement (17) als einstückiges, vorzugsweise plattenförmiges, Bauteil ausgeführt ist.

13. Beschlaganordnung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Lagerungsabschnitt (15) zum Einsetzen in eine Beschlagnut des Fensters, der Tür oder dergleichen ausgebildet ist.

14. Beschlaganordnung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Lagerungsabschnitt (15) gehäuseartig ausgebildet ist und das Riegelelement (17) in dem gehäuseartigen Lagerungsabschnitt untergebracht ist.

Description:

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Beschlaganordnung für ein Fenster, eine Tür oder dergleichen, mit einem Lagerungsabschnitt, der zur direkten oder indirekten Befestigung an einem Blend- oder Flügelrahmen des Fensters, der Tür oder dergleichen ausgebildet ist, und einem Riegelelement, das um eine Schwenkachse schwenkbar an dem Lagerungsabschnitt gelagert ist.

Derartige Beschlaganordnungen werden im Allgemeinen als "Verschlüsse" bezeichnet und dazu verwendet, einen beweglichen Flügel eines Fensters, einer Tür oder dergleichen gegenüber einem weiteren beweglichen Flügel des Fensters, der Tür oder dergleichen oder gegenüber einem ortsfesten Element wie einem Blendrahmen oder einer Bodenschwelle wahlweise zu verriegeln oder freizugeben. Der Lagerungsabschnitt kann insbesondere an einer Stulpschiene angebracht oder direkt an dieser ausgebildet sein, welche ihrerseits zur Befestigung an einem entsprechenden Rahmenelement vorgesehen ist. Es ist also nicht zwingend notwendig, den Lagerungsabschnitt selbst am Blend- oder Flügelrahmen zu befestigen. Zum Verriegeln des Flügels wird das Riegelelement derart geschwenkt, dass es in Eingriff mit einem Schließteil gelangt, das an oder in einem anderen Beschlagteil, einem Rahmenelement, einer Bodenschwelle oder dergleichen angeordnet ist.

Schließteile, die von einer Beschlagteiloberfläche oder vom Boden abstehen, werden allgemein als störend empfunden. Dies gilt insbesondere bei solchen Verschlüssen, die für eine waagerechte Montage an der Flügelunterseite vorgesehen sind. Bei solchen Beschlaganordnungen stehen die vom Boden oder von der Bodenschwelle abstehenden Schließteile außerdem einer barrierefreien Konstruktion entgegen. Ein weiteres Problem besteht darin, dass gängige Beschläge mit schwenkbarem Riegelelement lediglich eine einzelne Verriegelungsstellung definieren und sich daher z. B. kaum für Dreh-Kipp-Verschlüsse eignen.

Es ist eine Aufgabe der Erfindung, eine Beschlaganordnung der eingangs genannten Art anzugeben, welche flexibler einsetzbar ist und eine barrierefreie Konstruktion erlaubt.

Die Lösung der Aufgabe erfolgt durch eine Beschlaganordnung mit den Merkmalen des Anspruchs 1.

Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass das Riegelelement ein erstes und ein zweites Hakenelement zum Hintergreifen eines Schließteils umfasst, wobei sich in einer ersten Schwenkstellung des Riegelelements das erste Hakenelement in einer ausgeschwenkten Verriegelungsstellung befindet, wobei sich in einer zweiten Schwenkstellung des Riegelelements das zweite Hakenelement in einer ausgeschwenkten Verriegelungsstellung befindet, und wobei sich in einer dritten Schwenkstellung des Riegelelements beide Hakenelemente in einer eingeschwenkten Freigabestellung befinden.

Der Begriff "Ausschwenken" ist in dem Sinne zu verstehen, dass das betreffende Hakenelement in Richtung des zugehörigen Schließteils in den Außenraum der Beschlaganordnung bewegt wird. In analoger Weise ist der Begriff "Einschwenken" so zu verstehen, dass das betreffende Hakenelement von dem zugehörigen Schließteil weg in eine zurückgezogene Stellung bewegt wird. Aufgrund der beiden Hakenelemente gibt es bei einer erfindungsgemäßen Beschlaganordnung sowohl eine Freigabestellung als auch zwei voneinander unabhängige Verriegelungsstellungen. Somit kann z. B. ein Fixpunkt für eine Drehstellung des betreffenden Flügels und zusätzlich ein weiterer Fixpunkt für eine Kippstellung des Flügels realisiert werden. Grundsätzlich könnte das Riegelelement auch mehr als zwei Hakenelemente umfassen. Die Hakenelemente können in einfacher Weise in jeweilige Hakenaufnahmen hineingeschwenkt werden und dort geeignete Schließteile hintergreifen, so dass keine abstehenden Schließteile erforderlich sind. Durch den Hakeneingriff ist unter anderem eine besonders zuverlässige Aushebesicherung eines Fenster- oder Türflügels möglich.

Es ist bevorzugt, dass die erste Schwenkstellung und die zweite Schwenkstellung jeweilige Endlagen des Schwenkbereichs des Riegelelements definieren und sich die dritte Schwenkstellung zwischen der ersten Schwenkstellung und der zweiten Schwenkstellung befindet. Somit kann das Riegelelement in einem Zug von einer der Verriegelungsstellungen über die Freigabestellung bis in die andere Verriegelungsstellung geschwenkt werden. Bei einem derart gestalteten Verschluss ist insbesondere ein Umschalten von einer Schließstellung über eine Freigabestellung in eine Kippstellung möglich, wobei der betreffende Flügel aufgrund des Hakeneingriffs sowohl in der Schließstellung als auch in der Kippstellung gegen Ausheben gesichert ist.

Eine erfindungsgemäße Beschlaganordnung kann insbesondere als Dreh-Kipp-Verschluss ausgeführt sein, wobei die erste Schwenkstellung des Riegelelements einer Schließstellung des Dreh-Kipp-Verschlusses, die zweite Schwenkstellung des Riegelelements einer Kippstellung des Dreh-Kipp-Verschlusses und die dritte Schwenkstellung des Riegelelements einer Öffnungsstellung des Dreh-Kipp-Verschlusses entspricht. Ein solchermaßen gestalteter Verschluss kann in gewohnter Weise betätigt werden.

Vorzugsweise sind die Hakenelemente gegensinnig gekrümmt, sodass eine symmetrische Ausgestaltung des Riegelelements möglich ist. Insbesondere kann das Riegelelement als einfacher Doppelhaken ausgeführt sein. Die freien Enden der Hakenelemente, also die Hakenspitzen, können hierbei voneinander weg weisen.

Bevorzugt ist jedoch vorgesehen, dass die freien Enden der Hakenelemente aufeinander zu weisen, sich also gewissermaßen gegenüberliegen. Dadurch kann nämlich der Schwenkweg des Riegelelements von der einen bis zur anderen Eingriffsstellung relativ kurz, beispielsweise bei weniger als 90°, gehalten werden.

Der Lagerungsabschnitt kann an einer Stulpschiene angeordnet sein, welche wenigstens eine Öffnung aufweist, durch welche die Hakenelemente ausschwenkbar sind. Je nach Anwendung kann eine gemeinsame Öffnung für beide Hakenelemente vorgesehen sein oder es können jeweilige Öffnungen für jedes der Hakenelemente vorgesehen sein. Bei der Öffnung kann es sich im einfachsten Fall um eine rechteckige Aussparung in der Stulpschiene handeln. Der Lagerungsabschnitt kann direkt oder indirekt an der Stulpschiene befestigt oder einstückig mit dieser ausgeführt sein.

Es ist bevorzugt, dass in der dritten Schwenkstellung des Riegelelements kein Abschnitt desselben durch die wenigstens eine Öffnung der Stulpschiene hindurchragt. Dies kann beispielsweise dadurch erreicht werden, dass bei einer Schwenkbewegung des Riegelelements von der ersten in die zweite Schwenkstellung das Hindurchtreten des zweiten Hakenelements durch die zugehörige Öffnung erst beginnt, nachdem das erste Hakenelement zumindest bis zur Vorderseite der Stulpschiene zurückbewegt ist, oder umgekehrt. Bei einer Montage des Verschlusses am unteren Rand des Flügels kann die Beschlagunterseite somit in unmittelbarer Bodennähe verlaufen, was in Verbindung mit einer bodenseitigen Hakenaufnahme eine barrierefreie Gestaltung ermöglicht.

Es ist bevorzugt, dass die Schwenkachse rechtwinklig zu einer Längsachse der Stulpschiene verläuft. Das heißt es ist ein stulpseitiges Ein- und Ausschwenken des Riegelelements bevorzugt.

Eine erfindungsgemäße Beschlaganordnung kann einen an dem Lagerungsabschnitt linear verschiebbar gelagerten Steuerschieber und eine Umsetzeinrichtung aufweisen, wobei die Umsetzeinrichtung dazu ausgebildet ist, eine Verschiebebewegung des Steuerschiebers in eine Schwenkbewegung des Riegelelements umzusetzen. Eine solche Beschlaganordnung ist besonders gut in bestehende Treibstangensysteme integrierbar. Insbesondere kann der Steuerschieber mit einer Treibstange koppelbar sein, beispielsweise über geeignete Formschlusselemente. Weiterhin kann der Steuerschieber plattenförmig sein, um eine besonders einfache Fertigung zu ermöglichen.

Gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung umfasst die Umsetzeinrichtung eine Kulissensteuerung mit einer Führungskulisse und einem in dieser aufgenommenen Kulissenstein, wobei die Führungskulisse an dem Riegelelement ausgebildet ist und der Kulissenstein an dem Steuerschieber angeordnet ist, oder umgekehrt. Dies ermöglicht eine besonders einfache und zuverlässige Konstruktion.

Vorzugsweise ist der Kulissenstein von der Schwenkachse beabstandet. Eine Bewegung des Steuerschiebers wird somit stets in ein auf das Riegelelement einwirkendes Drehmoment umgesetzt.

Das Riegelelement kann als einstückiges, vorzugsweise plattenförmiges, Bauteil ausgeführt sein, um die Herstellungskosten gering zu halten.

Gemäß einer speziellen Ausgestaltung der Erfindung ist der Lagerungsabschnitt zum Einsetzen in eine Beschlagnut des Fensters, der Tür oder dergleichen ausgebildet.

Es kann vorgesehen sein, dass der Lagerungsabschnitt gehäuseartig ausgebildet ist und das Riegelelement in dem gehäuseartigen Lagerungsabschnitt untergebracht ist. Eine gehäuseartige Ausführung des Lagerungsabschnitts erleichtert dessen Einsetzen in eine Beschlagnut und schützt außerdem die beweglichen Komponenten.

Weiterbildungen der Erfindung sind auch in den abhängigen Ansprüchen, der Beschreibung sowie den beigefügten Zeichnungen angegeben.

Die Erfindung wird nachfolgend beispielhaft unter Bezugnahme auf die Zeichnung beschrieben.

1 ist eine Teildarstellung einer erfindungsgemäßen Beschlaganordnung für Fenster, Türen oder dergleichen, wobei sich ein Riegelelement der Beschlaganordnung in einer Verriegelungsstellung befindet.

2 zeigt die Beschlaganordnung gemäß 1 mit geöffnetem Verschlusskasten.

3 zeigt die Beschlaganordnung gemäß 2 mit einer entfernten Steuerplatte.

4 zeigt die Beschlaganordnung gemäß 3, wobei sich das Riegelelement in einer Freigabestellung befindet.

Die in 14 teilweise dargestellte Beschlaganordnung 11 umfasst eine Stulpschiene 13 und einen an der Stulpschiene 13 befestigten Lagerungsabschnitt in Form eines Verschlusskastens 15. Der Verschlusskasten 15 ist speziell zum Einsetzen in eine Ausnehmung in einem Falz eines Flügels eines Fensters, einer Tür oder dergleichen ausgelegt. In den 2 bis 4 ist die vordere Gehäusehälfte 16 des Verschlusskastens 15 weggelassen, um die Lage der in dem Verschlusskasten 15 befindlichen Bauteile zu veranschaulichen.

Wie insbesondere aus 4 hervorgeht, ist ein Riegelelement 17 in dem Verschlusskasten 15 untergebracht und mittels eines Schwenkzapfens 19 um dessen Längsachse 20 schwenkbar an dem Verschlusskasten 15 gelagert. Die Längsachse 20 des Schwenkzapfens 19 verläuft hierbei rechtwinklig zur Längsachse 21 der Stulpschiene 13.

Das Riegelelement 17 ist bei der gezeigten Ausführungsform der Erfindung als plattenförmiges Bauteil ausgeführt. Wie dargestellt weist es zwei Hakenelemente 25a, 25b auf, die gegensinnig gekrümmt und derart angeordnet sind, dass ihre freien Enden 27 aufeinander zu weisen. In der in 4 gezeigten Schwenkstellung des Riegelelements 17 befinden sich beide Hakenelemente 25a, 25b innerhalb des Verschlusskastens 15, wobei kein Abschnitt des Riegelelements 17 über die Vorderseite 29 der Stulpschiene 13 hinausragt. Daher befinden sich die Hakenelemente 25a, 25b hier beide in einer Freigabestellung.

Durch Schwenken des Riegelelements 17 ausgehend von der in 4 gezeigten Stellung kann jedoch jedes der Hakenelemente 25a, 25b durch eine entsprechende Öffnung 33 der Stulpschiene 13 aus dem Verschlusskasten 15 herausgeschwenkt werden, wie dies für das im Bild linke Hakenelement 25a in 13 gezeigt ist. In dieser Stellung des Riegelelements 17 kann das Hakenelement 25a ein zugehöriges Schließteil (nicht dargestellt) hintergreifen, das an einem anderen Beschlagteil, einem Blend- oder Flügelrahmenprofil oder einer Bodenschwelle angeordnet ist. Das heißt das aus dem Verschlusskasten 15 herausgeschwenkte Hakenelement 25a befindet sich in einer Verriegelungsstellung. Es versteht sich, dass das im Bild rechte Hakenelement 25b in analoger Weise in eine solche Verriegelungsstellung schwenkbar ist und dass sich aufgrund der Anordnung der beiden Hakenelemente 25a, 25b jeweils nur eines von ihnen in der ausgeschwenkten Verriegelungsstellung befinden kann.

Das Umschalten des Riegelelements 17 zwischen den drei verschiedenen Funktionsstellungen erfolgt mittels einer Anordnung aus Treibstangen 35, die in grundsätzlich bekannter Weise an der Stulpschiene 13 verschiebbar geführt und mit einem betätigbaren Beschlaggetriebe (nicht dargestellt) gekoppelt sind. Zum Umsetzen der linearen Verschiebebewegung der Treibstangen 35 in eine Schwenkbewegung des Riegelelements 17 ist eine Umsetzeinrichtung 36 mit einer Kulissensteuerung 37 vorgesehen. Wie insbesondere aus 3 und 4 hervorgeht, ist in dem Riegelelement 17 eine Führungskulisse in Form eines Langlochs 39 ausgebildet, in welchem ein Kulissenstein 40 aufgenommen ist. Der Kulissenstein 40 ist an einer von der Längsachse 20 des Schwenkzapfens 19 beabstandeten Stelle mit einem Steuerschieber 43 verbunden, der entlang der Längsachse 21 der Stulpschiene 13 verschiebbar im Verschlusskasten 15 gelagert und mit den Treibstangen 35 gekoppelt ist. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel umfasst der Steuerschieber 43 zwei parallele Steuerplatten 45, zwischen welchen das Riegelelement 17 angeordnet ist. Die Kopplung der Steuerplatten 45 mit den Treibstangen 35 erfolgt über endseitig an den Steuerplatten 45 ausgebildete Eingriffsnasen 47, die formschlüssig in passende Ausnehmungen 49 der Treibstangen 35 eingreifen.

Wenn das Riegelelement 17 über die Kulissensteuerung 37 ausgehend von der in 13 gezeigten Stellung im Uhrzeigersinn geschwenkt wird, wird zunächst das im Bild linke Hakenelement 25a in den Verschlusskasten 15 hineingeschwenkt. Anschließend wird das im Bild rechte Hakenelement 25b aus dem Verschlusskasten 15 herausgeschwenkt und somit in eine Verriegelungsstellung bewegt. Bevor allerdings das rechte Hakenelement 25b durch die entsprechende Öffnung 33 der Stulpschiene 13 hindurchtritt, befindet sich das linke Hakenelement 25a bereits vollständig hinter der Vorderseite 29 der Stulpschiene 13 oder zumindest bündig mit dieser, sodass sich also die Freigabestellung beider Hakenelemente 25a, 25b gemäß 4 als Zwischenstellung zwischen den beiden verriegelnden Endstellungen ergibt. Beim Zurückschwenken des Riegelelements 17 laufen die Vorgänge analog in umgekehrter Richtung ab.

Die vorstehend beschriebene Beschlaganordnung 11 kann somit als Dreh-Kipp-Verschluss ausgeführt werden, wobei die in 13 gezeigte Schwenkstellung des Riegelelements 17 einer Schließstellung des Dreh-Kipp-Verschlusses, die in 4 gezeigte Schwenkstellung des Riegelelements 17 einer Öffnungsstellung des Dreh-Kipp-Verschlusses und diejenige nicht dargestellte Schwenkstellung des Riegelelements 17, in welcher das rechte Hakenelement 25b aus dem Verschlusskasten 15 herausgeschwenkt ist, einer Kippstellung des Dreh-Kipp-Verschlusses entspricht. Sowohl in der Schließstellung als auch in der Kippstellung ist der entsprechende Fenster- oder Türflügel zuverlässig gegen Ausheben gesichert.

Es versteht sich, dass anstelle des gehäuseartigen Verschlusskastens 15 ein beliebig geformter Lagerungsabschnitt, beispielsweise in Form einer einfachen Platte, vorgesehen sein kann. Anstelle eines "Herausschwenkens" des Riegelelements 17 aus dem Verschlusskasten 15 bzw. eines "Hineinschwenkens" des Riegelelements 17 in den Verschlusskasten 15 würde in diesem Fall ein "Ausschwenken" des Riegelelements 17 aus dem bezüglich der Stulpschiene 13 rückwärtigen Raum bzw. ein "Einschwenken" des Riegelelements 17 in diesen rückwärtigen Raum erfolgen.

Dadurch dass der Riegeleingriff des Dreh-Kipp-Verschlusses über schwenkbare Hakenelemente 25a, 25b erfolgt, die einerseits in versenkte Riegelaufnahmen eingreifen können und andererseits in der Öffnungsstellung des Dreh-Kipp-Verschlusses nicht über die Vorderseite 29 der Stulpschiene 13 hinausragen, kann bei einer Montage des Dreh-Kipp-Verschlusses an der Flügelunterseite die Stulpschiene 13 besonders nah über dem Boden geführt werden, um so zum Beispiel die Vorgaben eines "barrierefreien Bauens" zu erfüllen.

Bezugszeichenliste

11
Beschlaganordnung
13
Stulpschiene
15
Verschlusskasten
16
vordere Gehäusehälfte
17
Riegelelement
19
Schwenkzapfen
20
Längsachse des Schwenkzapfens
21
Längsachse der Stulpschiene
25a, 25b
Hakenelement
27
freies Ende
29
Vorderseite der Stulpschiene
33
Öffnung
35
Treibstange
36
Umsetzeinrichtung
37
Kulissensteuerung
39
Langloch
40
Kulissenstein
43
Steuerschieber
45
Steuerplatte
47
Eingriffsnase
49
Ausnehmung