Title:
System zur Anzeige eines Objekts, insbesondere eines Kopfes für das Haareschneiden
Kind Code:
B3
Abstract:

Ein System zur Anzeige eines zu bearbeitenden Objekts umfasst: eine oder mehrere Kameras (100, 110, 120, 130, 140, 150); eine Recheneinheit (200) und eine Anzeigeeinheit (300); wobei die Kameras (100, 110, 120, 130, 140, 150) Videokameras sind und eingerichtet sind, um Bildsignale an die Recheneinheit (200) zu übermitteln; die Recheneinheit (200) eingerichtet ist, um Bildsignale der Kameras (100, 110, 120, 130, 140, 150) auszuwerten und/oder zu bearbeiten und um Bildsignale an die Anzeigeeinheit (300) zu übermitteln und die Anzeigeeinheit (300) eingerichtet ist, um Bildsignale der Recheneinheit (200) darzustellen. Die Recheneinheit (200) ist in einer ersten Betriebsart eingerichtet, um einen oder mehrere Bezugspunkte (620, 630, 640, 650, 660) in dem Bildsignal einer einzelnen Kamera (100, 110, 120, 130, 140, 150) zu erkennen, eine oder mehrere Führungslinien (510, 520) in das Bildsignal der Kamera (100, 110, 120, 130, 140, 150) einzufügen und die eine oder mehrere Führungslinien (510, 520) relativ zu dem einen oder mehreren Bezugspunkten (620, 630, 640) verlaufen zu lassen.



Inventors:
gleich Patentinhaber
Application Number:
DE102015117178A
Publication Date:
01/26/2017
Filing Date:
10/08/2015
Assignee:
Jäger, Robin, 40885 (DE)
Domestic Patent References:
DE202012006462U1N/A2012-08-07
DE202008007489U1N/A2009-02-05
Foreign References:
201001690552010-07-01
201302500842013-09-26
201402007342014-07-17
WO2002044611A12002-06-06
CN203397079U2014-01-15
Attorney, Agent or Firm:
Michalski Hüttermann & Partner Patentanwälte mbB, 40221, Düsseldorf, DE
Claims:
1. System zur Anzeige eines zu bearbeitenden Objekts, umfassend:
– mehrere Kameras (100, 110, 120, 130, 140, 150);
– eine Recheneinheit (200);
– eine Anzeigeeinheit (300);
wobei
die mehreren Kameras (100, 110, 120, 130, 140, 150) Videokameras sind und eingerichtet sind, um Bildsignale an die Recheneinheit (200) zu übermitteln;
die Recheneinheit (200) eingerichtet ist, um Bildsignale der Kameras (100, 110, 120, 130, 140, 150) auszuwerten und/oder zu bearbeiten und um Bildsignale an die Anzeigeeinheit (300) zu übermitteln und
die Anzeigeeinheit (300) eingerichtet ist, um Bildsignale der Recheneinheit (200) darzustellen,
die Recheneinheit (200) in einer ersten Betriebsart eingerichtet ist, um einen oder mehrere Bezugspunkte (620, 630, 640, 650, 660) in dem Bildsignal einer einzelnen Kamera (100, 110, 120, 130, 140, 150) zu erkennen, eine oder mehrere Führungslinien (510, 520) in das Bildsignal der Kamera (100, 110, 120, 130, 140, 150) einzufügen und die eine oder mehrere Führungslinien (510, 520) relativ zu dem einen oder mehreren Bezugspunkten (620, 630, 640) verlaufen zu lassen,
dadurch gekennzeichnet, dass
mehrere Kameras (100, 110, 120, 130, 140, 150) auf einer gemeinsamen Halterung (400) angeordnet sind und auf ein gemeinsam zu betrachtendes Objekt ausgerichtet sind, und
die Recheneinheit (200) in einer weiteren Betriebsart eingerichtet ist, um die relative Position der Halterung (400) in Bezug auf das zu bearbeitende Objekt zu ermitteln und das zu bearbeitende Objekt sowie eine Darstellung der Halterung (400) auf der Anzeige (300) abzubilden.

2. System gemäß Anspruch 1, wobei der eine oder die mehreren Bezugspunkte (620, 630, 640, 650, 660) die Haarlinie einer Person sind und die eine oder mehrere Führungslinie (510, 520) von der Recheneinheit zur späteren Darstellung gespeichert werden.

3. System gemäß einem der Ansprüche 1 bis 2, wobei die Recheneinheit (200) weiterhin in einer zweiten Betriebsart derart für die Auswertung und/oder Bearbeitung der Bildsignale der Kameras (100, 110, 120, 130, 140, 150) eingerichtet ist, dass sie die Bildsignale von mindestens zwei Kameras (100, 110, 120, 130, 140, 150) verändert und kombiniert und das so erhaltene Bild an die Anzeigeeinheit (300) zur Darstellung übermittelt.

4. System gemäß Anspruch 3, wobei die Recheneinheit (200) weiterhin eingerichtet ist, um eine oder mehrere Führungslinien (500) in die Bildsignale der mindestens zwei Kameras (100, 110, 120, 130, 140, 150) einzufügen.

5. System gemäß Anspruch 4, wobei der Verlauf der einen oder mehreren Führungslinien (500) durch einen Benutzer auswählbar ist.

6. System gemäß Anspruch 4 oder 5, wobei der Verlauf der einen oder mehreren Führungslinien (500) durch einen Benutzer veränderbar ist.

7. System gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei die Recheneinheit eingerichtet ist, um einen oder mehrere Bezugspunkte (600, 610) in den Bildsignalen der Kameras (100, 110, 120, 130, 140, 150) zu erkennen und die eine oder mehrere Führungslinien (500) relativ zu dem einen oder mehreren Bezugspunkten verlaufen zu lassen.

8. System gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei die Recheneinheit weiterhin eingerichtet ist, um in den Bildsignalen einer oder mehrerer Kameras (100, 110, 120, 130, 140, 150) Objekte (440) zu erkennen und diese durch eine symbolische Darstellung (450) zu ersetzen.

9. System gemäß einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei die Recheneinheit (200) weiterhin in einer vierten Betriebsart eingerichtet ist, um in dem Bildsignal einer Kamera (100, 110, 120, 130, 140, 150) den Verlauf einer Haarlinie eines menschlichen Kopfes zu erkennen, eine oder mehrere Führungslinien (530) in das Bildsignal der Kamera (100, 110, 120, 130, 140, 150) einzufügen, den Verlauf der Haarlinie relativ zu der einen oder mehreren Führungslinien (530) zu erkennen und bei Erreichen einer zuvor bestimmten Abweichung der Haarlinie von der einen oder mehreren Führungslinien (530) eine oder mehrere neue Führungslinien (540) in das Bildsignal der Kamera (100, 110, 120, 130, 140, 150) einzufügen.

10. System gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei die Recheneinheit (200) weiterhin in einer fünften Betriebsart eingerichtet ist, um in die Bildsignale mehrerer Kameras (100, 110, 120, 130, 140, 150) Führungslinien (550) einzufügen und zur gleichzeitigen Darstellung an die Anzeigeeinheit (300) zu übermitteln.

11. System gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei die Anzeigeeinheit (300) einen Projektor (900, 930, 950, 960) umfasst, welcher eingerichtet ist, um ein Bild auf eine Fläche (920) zu projizieren.

12. Verfahren zum Bearbeiten der Kopfhaare einer Person, umfassend die Schritte:
A) Bereitstellen eines Systems gemäß einem der Ansprüche 1 bis 11
B) Anordnen des Systems, so dass die Kameras (100, 110, 120, 130, 140, 150) des Systems auf den Kopf der Person gerichtet sind
C) Bearbeiten der Kopfhaare der Person in Abhängigkeit von dem auf der Anzeige (300) des Systems dargestellten Bildes.

13. Verfahren gemäß Anspruch 12, wobei die Person sich selbst die Kopfhaare bearbeitet.

Description:

Die vorliegende Erfindung betrifft ein System zur Anzeige eines zu bearbeitenden Objekts, umfassend: eine oder mehrere Kameras; eine Recheneinheit und eine Anzeigeeinheit, wobei die eine oder mehrere Kameras eingerichtet sind, um Bildsignale an die Recheneinheit zu übermitteln; die Recheneinheit eingerichtet ist, um Bildsignale der Kameras auszuwerten und/oder zu bearbeiten und um Bildsignale an die Anzeigeeinheit zu übermitteln und die Anzeigeeinheit eingerichtet ist, um Bildsignale der Recheneinheit darzustellen. Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zum Schneiden der Kopfhaare einer Person unter Einsatz eines erfindungsgemäßen Systems.

Viele Personen und insbesondere Männer würden sich gerne selber die Haare schneiden, sei es, um Kosten zu sparen, sei es, um ständig ein gepflegtes Erscheinungsbild zu haben. Aus naheliegenden Gründen ist es jedoch für eine Person insbesondere schwierig, sich die Nackenhaare zu schneiden, sich den Nacken auszurasieren oder sich die Koteletten/den Bart symmetrisch zu schneiden. Im Stand der Technik sind verschiedene Lösungen vorgeschlagen worden, um den Hinterkopf für eine Person, welche sich alleine die Haare schneiden möchte, sichtbar zu machen.

WO 2002/044611 A1 offenbart eine Stirn-Leuchten/Kamera-Einheit insbesondere für medizinische Anwendungen mit einer insbesondere elektronischen Kamera, wie einer Videokamera, einer Beleuchtungseinrichtung mit wenigstens einem Leuchtmittel, aus dessen Lichtaustrittsfläche das Licht zur Beleuchtung des Bildfeldes der Kamera austritt, und einer Halteeinrichtung, die das wenigstens eine Leuchtmittel und die Kamera am Kopf einer Person hält, wobei eine optische Zieleinrichtung vorgesehen ist, die wenigstens eine Marke in das von dem Leuchtmittel beleuchtete Bildfeld der Kamera projiziert.

DE 20 2008 007489 U1 betrifft einen Frisierplatz mit eingebautem PC, Kamera und Monitor, wobei die Grundplatte elektrisch senkbar und hebbar ist. Eine Ausführungsform dieses Gebrauchsmusters betrifft einen Frisierplatz, in dem sich eine Kamera neben dem Monitor befindet, welche auch herausgenommen werden kann, um den Hinterkopf des Kunden am Bildschirm zu zeigen. Der Haarschnitt kann auch direkt über die Kamera erfolgen und der Kunde sieht sich nicht im Spiegel, sondern im Monitor.

DE 20 2012 006462 U1 offenbart einen elektronischen Spiegel mit biegsamer Rückansichtskamera.

CN 203397079 U betrifft ein Gerät zum Betrachten von Frisuren aus unterschiedlichen Blickwinkeln, welches eine Kamera und einen Bildschirm enthält.

US 2013/0250084 A1 beschreibt einen elektrischen Rasierer mit einer Bilderfassungsfähigkeit wobei das Bild auf einem Display dargestellt wird.

US 2014/0200734 A1 beschreibt eine Positionierungseinrichtung für ein automatisches Haarschneidesystem.

In der US 2010/0169055 A1 sind ein System und eine Methode für eine dreidimensionale Darstellung eines Haarschnitts beschrieben.

Nachteilig an den vorgeschlagenen Lösungen ist jedoch, dass bedingt durch die Optik der aufnehmenden Kamera und der Tatsache, dass ein Hinterkopf eine gekrümmte Oberfläche aufweist, jeweils nur ein Teil des zu bearbeitenden Hinterkopfes korrekt dargestellt werden kann.

Die vorliegende Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, ein System bereitzustellen, bei dem der gesamte Hinterkopf sowie die Schläfenbereiche einer Person dargestellt werden kann. Erfindungsgemäß gelöst wird diese Aufgabe durch ein System mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 und durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs 12. Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen angegeben. Sie können beliebig kombiniert werden, sofern sich aus dem Kontext nicht eindeutig das Gegenteil ergibt.

Die Erfindung wird anhand der nachfolgenden Figuren näher erläutert, ohne jedoch darauf beschränkt zu sein. Es zeigen:

1 ein Blockdiagramm eines erfindungsgemäßen Systems

2 ein erfindungsgemäßes System

3a3e Räumliche Konfigurationen für ein erfindungsgemäßes System

4a4d Anzeigedarstellungen

5a5c auf einer Anzeige des erfindungsgemäßen Systems dargestellte Bilder

6a6c auf einer Anzeige des erfindungsgemäßen Systems dargestellte Bilder

7 ein auf einer Anzeige des erfindungsgemäßen Systems dargestelltes Bild

8 ein erfindungsgemäßes System samt auf der Anzeige dargestelltem Bild

9 ein erfindungsgemäßes System samt auf der Anzeige dargestelltem Bild

10a10c auf einer Anzeige des erfindungsgemäßen Systems dargestellte Bilder

11 auf einer Anzeige des erfindungsgemäßen Systems dargestellte Bilder

12 ein erfindungsgemäßes System

13 ein erfindungsgemäßes System

14 ein erfindungsgemäßes System

15 ein erfindungsgemäßes System

16 ein erfindungsgemäßes System

Ein allgemeines Blockdiagramm eines erfindungsgemäßen Systems zur Anzeige eines zu bearbeitenden Objekts ist in 1 dargestellt. Nachfolgend wird das System im Zusammenhang mit einem Kopf einer Person als zu bearbeitendes Objekt geschildert.

Die Erfindung ist jedoch nicht darauf beschränkt. Zu bearbeitende Objekte können beispielsweise auch Werkstücke sein, welche automatisch inspiziert und markiert werden sollen. Die Vorteile des erfindungsgemäßen Systems kommen selbstverständlich bei Objekten mit gekrümmten Oberflächen besonders zum Tragen.

Das System zur Anzeige eines zu bearbeitenden Objekts umfasst eine oder mehrere Kameras, hier die beiden Kameras 100, 110. Geeignet sind beispielsweise handelsübliche Digitalkameras mit CCD-Sensoren. Die Auflösung solcher Kameras kann bei 1280×720, bei 1920×1080 Pixeln oder darüber liegen.

Das System umfasst weiterhin eine Recheneinheit 200. Ein Beispiel hierfür ist ein Einplatinencomputer, ein Mikrocontroller oder auch ein entsprechend eingerichtetes Field Programmable Gate Array (FPGA).

Im erfindungsgemäßen System ist ferner eine Anzeigeeinheit 300 vorgesehen. Beispiele sind kommerzielle digitale Anzeigen vom LCD-Typ (Flüssigkristallanzeige) oder vom TFT-Typ (Dünnschichttransistor-Anzeige).

Die Konnektivität der einen oder mehreren Kameras, hier die beiden Kameras 100 und 110, der Recheneinheit 200 und der Anzeigeeinheit 300 ist dergestalt, dass die Kameras 100, 110 für einen Datenverkehr mit Recheneinheit 200 vorgesehen sind und die Recheneinheit 200 für einen Datenverkehr mit der Anzeigeeinheit 300 vorgesehen ist.

Im Speziellen sind die eine oder die mehreren Kameras, hier die beiden Kameras 100 und 110, Videokameras und eingerichtet, um Bildsignale an die Recheneinheit 200 zu übermitteln. Somit werden kontinuierlich aktualisierte Bilder an die Recheneinheit 200 übermittelt. Die Übermittlung kann sowohl drahtlos als auch per Kabel erfolgen. In den Fällen eines integrierten erfindungsgemäßen Systems sind auch Leiterbahnen zur Signalübermittlung geeignet.

Die Recheneinheit 200 ist eingerichtet, um Bildsignale der einen oder mehreren Kameras, hier der beiden Kameras 100 und 110, auszuwerten und/oder zu bearbeiten und um die Bildsignale an die Anzeigeeinheit 300 zu übermitteln. Entsprechend ist die Anzeigeeinheit 300 eingerichtet, um die Bildsignale der Recheneinheit 200 darzustellen.

Im erfindungsgemäßen System ist ferner vorgesehen, dass die Recheneinheit in einer ersten Betriebsart eingerichtet ist, um einen oder mehrere Bezugspunkte in dem Bildsignal einer einzelnen Kamera zu erkennen, eine oder mehrere Führungslinien in das Bildsignal der Kamera einzufügen und die eine oder mehrere Führungslinien relativ zu dem einen oder mehreren Bezugspunkten verlaufen zu lassen. Dieses wird mit Bezug auf 5a bis 5c und 6a bis 6d später erläutert werden.

Eine mögliche Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Systems beinhaltet, dass die Recheneinheit 200 und die Anzeigeeinheit 300 in einem Smartphone oder Tabletrechner bereitgestellt werden. Die für die Durchführung der erfindungsgemäßen Berechnungen nötige Software kann als separate Anwendung installiert werden. So kann ein Hersteller beispielsweise die Kameras 100, 110 vermarkten und die Software zum Download anbieten. Alternativ kann ein Hersteller auch nur die Software anbieten und beim Endanwender bereits vorhandene Kameras wie Webcams voraussetzen. Die Übermittlung der Bildsignale an das Smartphone oder den Tabletrechner lässt sich über drahtlose Technologien wie Bluetooth (IEEE 802.15.1) oder WLAN (IEEE-802.11-Familie) bewerkstelligen.

In einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Systems sind mehrere Kameras auf einer gemeinsamen Halterung angeordnet und auf ein gemeinsam zu betrachtendes Objekt ausgerichtet. Solch ein System ist in 2 dargestellt. Die Kameras 100, 110, 120, 130, 140, 150 befinden sich auf einem als gemeinsame Halterung vorgesehenen Bügel 400. Der Bügel 400 ist im Wesentlichen halbkreisförmig ausgeführt und die Kameras 100150 befinden sich auf einer horizontalen Ebene.

Bedingt durch die konkave Form des Bügels 400 sind die Kameras 100150 so angeordnet, dass sie auf ein im Schnittpunkt der optischen Achsen ihrer Linsen befindliches Objekt ausgerichtet sind. Dieses Objekt kann beispielsweise ein menschlicher Kopf sein. Die Kameras 100 und 150 können die Ohren und ihre Umgebung abbilden und die dazwischen liegenden Kameras halbkreisförmig verlaufend Bildabschnitte des Hinterkopfes.

Im Betrieb des erfindungsgemäßen Systems übermitteln die Kameras 100 bis 150 ihre Bildsignale an die Recheneinheit (nicht dargestellt), die zum Beispiel in dem Bügel 400 integriert sein kann.

Der Bügel 400 ist über einen Abstandshalter 410 mit der Anzeigeeinheit 300 verbunden. Zur mechanischen Justierung des Systems sind die Gelenke 420 und 430 vorgesehen.

3a bis 3e zeigen räumliche Konfigurationen für ein erfindungsgemäßes System, im Speziellen für den Bügel 400. Die Konfiguration gemäß 3a ist für eine Bartrasur geeignet, gemäß 3b für die Pflege des Haaransatzes, gemäß 3c für den Oberkopf, gemäß 3d für den Hinterkopf und gemäß 3e für die Nackenpartie.

4a bis 4d zeigen Anzeigedarstellungen, die das erfindungsgemäße System im Rahmen zusätzlicher oder speziellerer Betriebsarten generieren kann. 4a kann als (partielle) Rundumansicht bezeichnet werden, 4b als „Split Screen“-Ansicht, 4c als Ansicht von unten für Rasurzwecke und 4d als 2D-Panoramaansicht. Solche Darstellungen können der ergänzenden Kontrolle der Frisur dienen.

5a bis c und 6a bis c erläutern die erste Betriebsart des erfindungsgemäßen Systems, in der die Recheneinheit eingerichtet ist, um einen oder mehrere Bezugspunkte 620, 630, 640, 650, 660 in dem Bildsignal einer einzelnen Kamera zu erkennen, eine oder mehrere Führungslinien 510, 520 in das Bildsignal der Kamera einzufügen und die eine oder mehrere Führungslinien 510, 520 relativ zu dem einen oder mehreren Bezugspunkten 620 bis 660 verlaufen zu lassen.

Die technischen Abläufe sind die gleichen wie in der mit Bezug auf 7 geschilderten Ausführungsform, in der die Führungslinie 500 relativ zu den Bezugspunkten 600, 610 angezeigt wird. Im Unterschied dazu wird jedoch hier das Bildsignal einer einzelnen Kamera mit einer Führungslinie versehen. Mit eingeschlossen ist der Fall, dass mehrere solcher Bilder von verschiedenen Kameras gleichzeitig angezeigt werden, zum Beispiel ein Bild von jeder Kopfseite und ein Bild des Hinterkopfes.

Auch können das Erkennen der Bezugspunkte und das Anzeigen der Führungslinie(n) kontinuierlich und in Echtzeit erfolgen. Dieses wird zum Beispiel in 5b und 5c symbolisiert, welche die Ansicht eines Hinterkopfes mit den Bezugspunkten 620, 630 und 640 sowie die davon abhängige Führungslinie 510 zeigen.

Während 5a die Ansicht des Hinterkopfes in Normalhaltung zeigt, ist der Hinterkopf in 5b nach links geneigt und in 5c nach rechts geneigt. Man erkennt sowohl die Verschiebung der Bezugspunkte 620, 630 und 640 als auch die korrespondierende Verschiebung der Führungslinie 510.

Während 6a die seitliche Ansicht des Kopfes einer Person in Normalhaltung zeigt, ist der Kopf in 6b nach vorne geneigt und in 6c nach hinten geneigt. Man erkennt sowohl die Verschiebung der Bezugspunkte 650, 660 als auch die korrespondierende Verschiebung der Führungslinie 520.

In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Systems sind die eine oder mehrere Bezugspunkte 620, 630, 640, 650, 660 die Haarlinie einer Person und die eine oder mehrere Führungslinien 510, 520 werden von der Recheneinheit 200 zur späteren wiederholten Darstellung gespeichert. Dieses kann als „Memo-Funktion“ beschreiben werden: eine Person kommt vom Friseur und ist sehr zufrieden mit der Frisur. Das System erkennt die frisch geschnittene Haarlinie, bildet diese durch eine oder mehrere Führungslinien ab und speichert die Führungslinie(n). Wenn die Haare der Person wieder gewachsen sind, wird die gespeicherte Führungslinie als „Ideallinie“ dargestellt und die Person kann sich wie gewünscht selbst die Haare schneiden.

Mit Bezug auf 1 und 7 ist gemäß einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Systems vorgesehen, dass die Recheneinheit 200 in einer zweiten Betriebsart derart für die Auswertung und/oder Bearbeitung der Bildsignale der Kameras 100, 110 eingerichtet ist, dass sie die Bildsignale von mindestens zwei Kameras 100, 110 verändert und kombiniert und das so erhaltene Bild an die Anzeigeeinheit 300 zur Darstellung übermittelt.

Dass die Bildsignale verändert werden bedeutet, dass die Bildsignale oder im Fall von Signalen digitaler Kameras jedes Einzelbild (Frame) mathematisch transformiert sowie optional mit zusätzlichen Informationen versehen werden. Die mathematische Transformation kann zum Beispiel eine Entzerrung zum Ausgleich von Linsenverzerrungen der Kameras 100, 110 sein.

Eine weitere wichtige Gruppe von mathematischen Transformationen sind solche, welche die Bilder der Kameras 100, 110 so aufarbeiten, dass sie sich zu einem zweidimensionalen Panoramabild zusammenfügen lassen. Dieses Verfahren wird allgemein „Stitching“ genannt. Beispiele für solche Transformationen sind die längenlineare, polar winkellineare und die kartesisch winkellinear plus längenlineare (Zylinder) Transformation.

Dass die Bildsignale kombiniert werden bedeutet, dass die zuvor transformierten Einzelbilder der Kameras 100, 110 zu einem einzigen Bild zusammengefügt werden, welches zur Darstellung auf der Anzeigeeinheit 300 vorgesehen ist. Schließlich wird das so erhaltene Bild an die Anzeigeeinheit 300 übermittelt. Auf diese Weise können zur korrekten Beurteilung des Haarwuchses am Hinterkopf einer Person geeignete Panoramadarstellungen erhalten werden.

7 zeigt verschiedene Varianten, die auf der Anzeigeeinheit des erfindungsgemäßen Systems gemäß dieser Ausführungsform unabhängig voneinander dargestellt werden können. Abgebildet ist zunächst eine zusammengesetzte und entzerrte Panoramadarstellung eines Hinterkopfes, wie sie durch ein System mit der Kameraanordnung gemäß 2 realisiert werden kann.

Die ausgefranste Kontur der Haarlinie soll andeuten, dass die Person sich noch nicht die Haare geschnitten hat. Der Vorteil einer solchen Ausgestaltung des Systems liegt darin, dass der Benutzer viel leichter symmetrische Haarschnittergebnisse erzielen kann, wenn er den gesamten Verlauf der Haarlinie an den Kopfseiten und an dem Hinterkopf auf einen Blick erfassen kann.

In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Systems ist die Recheneinheit weiterhin eingerichtet, um eine oder mehrere Führungslinien in die Bildsignale der mindestens zwei Kameras einzufügen. Dargestellt ist in 7 die Führungslinie 500. Solche Führungslinien geben dem Benutzer vor, bis wohin die Haare geschnitten oder rasiert werden sollen. Dieses ist eine weitere Hilfestellung für das Erreichen eines symmetrischen Haarschnitts.

In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Systems ist der Verlauf der einen oder mehreren Führungslinien 500 durch einen Benutzer auswählbar. Das System kann dem Benutzer verschiedene Führungslinien vorschlagen und der Benutzer kann in der Darstellung seiner Kopfseiten und seines Hinterkopfes diejenige Führungslinie 500 auswählen, welche ihm am besten gefällt.

In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Systems ist der Verlauf der einen oder mehreren Führungslinien 500 durch einen Benutzer veränderbar. Dann kann der Benutzer eine individuelle Anpassung der Führungslinie oder Führungslinien 500 vornehmen. Besonders vorteilhaft ist, wenn die Anzeige des Systems Eingaben durch Berührung erkennt (Touch Screen-Display). Die eine oder mehrere Führungslinien 500 können als Bézier-Kurven mit verschiebbaren Knotenpunkten und Kontrollpunkten auf der Anzeige dargestellt werden.

In einer weiteren, auch in 7 dargestellten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Systems ist die Recheneinheit eingerichtet, um einen oder mehrere Bezugspunkte 600, 610 in den Bildsignalen der Kameras zu erkennen und die eine oder mehrere Führungslinien 500 relativ zu dem einen oder mehreren Bezugspunkten verlaufen zu lassen.

Solche Bezugspunkte 600, 610 können die Ohrenspitzen der Person oder andere markante, durch rechnergestützte Bilderkennung gut zu ermittelnde Punkte sein. Diese Bezugspunkte 600, 610 dienen der Recheneinheit als (teilweise) Ausgangsdaten für die Berechnung des Verlaufs der einen oder mehreren Führungslinien 500. So kann die Lage eines solchen Bezugspunkts 600, 610 als Knotenpunkt für die Berechnung einer Bézier-Kurve dienen.

Die Erkennung der Bezugspunkte 600, 610 und die Berechnung und Darstellung der einen oder mehreren Führungslinien 500 können kontinuierlich erfolgen, so dass auch bei einer Kopfbewegung der Person die Lage der einen oder mehreren Führungslinien 500 korrekt ist und in Echtzeit dargestellt werden kann.

Gemäß 8 wird eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Systems gezeigt, in der die Recheneinheit 200, welche beispielsweise in der Halterung 400 integriert sein kann, weiterhin eingerichtet ist, um in den Bildsignalen der Kameras 100, 110, 120, 130, 140, 150 Objekte 440 zu erkennen und diese durch eine symbolische Darstellung 450 zu ersetzen. Die Anzeige 300 zeigt ein Abbild des Hinterkopfes einer Person. Die Kameras 100 bis 150 (sichtbar sind Kameras 100 und 150) sind auf der gemeinsamen Halterung 400 angeordnet. Die Person rasiert sich die Haarlinie des Hinterkopfes mit einem Rasierer 440. Auf die 2D-Panoramadarstellung des Hinterkopfes der Person ist in dem Anzeigenbild 310 die Führungslinie 500 gelegt worden, welche die zu erreichende Kontur der Haarlinie anzeigt. Während der Darstellung des Anzeigenbildes 310 erkennt die Recheneinheit weiterhin den Rasierer 440 und ersetzt dessen Bild durch ein Symbolbild 450 im Anzeigenbild 310. Dieses hat den Vorteil, dass der zu rasierende Bereich nicht abgedeckt wird. Eine ständige Aktualisierung des für die Kameras 100 bis 150 abgedeckten Bereichs des Hinterkopfes der Person kann erfolgen, wenn die Recheneinheit 200 erkennt, dass der Rasierer 440 und die den Rasierer 440 führende Hand nicht im Bild sind.

In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Systems, welche mit Bezug auf 9 beschrieben werden soll, ist die Recheneinheit weiterhin in einer dritten Betriebsart eingerichtet, um die relative Position der Halterung 400 in Bezug auf das zu bearbeitende Objekt zu ermitteln und das zu bearbeitende Objekt sowie eine Darstellung der Halterung 400 auf der Anzeige 300 abzubilden.

Dieses kann als Hilfestellung zum Finden der richtigen Position der Halterung 400 in Bezug auf den Kopf der Person dienen. Die relative Positionsbestimmung kann über die Auswertung von Bezugspunkten, welche von der Recheneinheit in den Bildern der Kameras erkannt wurden, erfolgen. Zur Unterstützung der Vorgehensweise können in der Halterung 400 auch weitere Sensoren wie Magnetometer zur Bestimmung der Schwerkraftrichtung und Beschleunigungsmesser vorgesehen sein, welche ihre Daten an die Recheneinheit liefern.

Auf der in 9 dargestellten Anzeige 300 ist ein Abbild 310 des Hinterkopfes der Person zu sehen, über das eine Darstellung der Halterung 400 gelegt wurde. Die horizontale Kalibrierungsanzeige 320 und die vertikale Kalibrierungsanzeige 330 geben eine weitere visuelle Rückmeldung, ob die Halterung 400 relativ zum Kopf korrekt positioniert ist.

In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Systems, welche mit Bezug auf 10a bis 10c erläutert werden soll ist die Recheneinheit 200 weiterhin in einer vierten Betriebsart eingerichtet, um in dem Bildsignal einer Kamera 100, 110, 120, 130, 140, 150 den Verlauf einer Haarlinie eines menschlichen Kopfes zu erkennen, eine oder mehrere Führungslinien 530 in das Bildsignal der Kamera 100, 110, 120, 130, 140, 150 einzufügen, den Verlauf der Haarlinie relativ zu der einen oder mehreren Führungslinien 530 zu erkennen und bei Erreichen einer zuvor bestimmten Abweichung der Haarlinie von der einen oder mehreren Führungslinien 530 eine oder mehrere neue Führungslinien 540 in das Bildsignal der Kamera 100, 110, 120, 130, 140, 150 einzufügen.

10a zeigt hierzu die Anzeige der Ausgangslage, in der der Hinterkopf einer Person dargestellt ist. Die ausgefranste Kontur der Nackenhaare weist darauf hin, dass diese Person einen Haarschnitt nötig hat. Entsprechend wird eine Führungslinie 530 eingeblendet. Der Verlauf der Führungslinie kann auch anhand von im Bild erkannten Bezugspunkten abhängig gemacht werden, wie dieses mit Bezug auf 5a5c, 6a6c und 7 bereits beschrieben wurde.

In 10b ist gezeigt, wie sich die Person zuviel von den Nackenhaaren abgeschnitten hat, so dass ein Bereich 700 jenseits der Führungslinie 530 freigelegt wurde. Dieses ist im vorliegenden Fall das Kriterium für das Anpassen der Führungslinie.

Gemäß der Darstellung aus 10c wurde dazu eine neue Führungslinie 540 eingeblendet, welche am Rand des freigeschnittenen Bereichs 700 liegt.

In einer weiteren Ausführungsform, welche mit Bezug auf 11 erläutert werden soll, ist die Recheneinheit 200 weiterhin in einer fünften Betriebsart eingerichtet, um in die Bildsignale mehrerer Kameras 100, 110, 120, 130, 140, 150 Führungslinien wie zum Beispiel 550 einzufügen und zur gleichzeitigen Darstellung an die Anzeigeeinheit 300 zu übermitteln. 11 zeigt eine solche Darstellung auf einer Anzeigeeinheit. Es werden mehrere Ansichten – Frontal- und Profilansichten – der Person gleichzeitig angezeigt. Zusätzlich ist hier eine Fülle von gerade verlaufenden Führungslinien angezeigt, die der Person bei der Gestaltung der Haar- und Bartfrisur helfen. Der besseren Übersicht halber ist nur eine Führungslinie 550 mit einem Bezugszeichen versehen.

12 zeigt eine weitere Möglichkeit, wie ein erfindungsgemäßes System realisiert werden kann. An einem Badezimmerspiegel 800 ist mittels des Saugnapfes 830 die Halterung 820 befestigt. Diese Halterung 820 trägt frei verschiebbar ein Smartphone 810 oder, wie hier auch dargestellt, ein zweites Smartphone 811, welche jeweils eine zum Spiegel 800 gewandte Kamera aufweisen. Am Spiegel 800 ist mittels Saugnäpfen 840, 850 weiterhin ein Tablet-Computer 860 befestigt, welcher als Recheneinheit und Anzeigeeinheit fungiert. Die Smartphones 810, 811 übertragen ihre Bilddaten drahtlos an den Tablet-Computer.

Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass in einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Systems das zu bearbeitende Objekt ein menschlicher Kopf ist.

In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Systems, die mit Bezug auf 13 bis 16 erläutert werden soll, umfasst die Anzeigeeinheit 300 eine Projektor, welcher eingerichtet ist, um ein Bild auf eine Fläche zu projizieren. Gemäß 13 ist ein Smartphone 810 über eine Halterung 820 und Saugnapf 830 an einer Fläche 920, welche beispielsweise ein Spiegel oder eine Wand sein kann, verbunden. Projektor 900 projiziert das schematisch angedeutete Bild 910 auf die Fläche 920, wo es vom Benutzer betrachtet werden kann.

Der Projektor kann auch seine zu projizierenden Bildsignale drahtlos empfangen, wie in 14 dargestellt. Das Smartphone 810 ist über Halterung 820 und Saugnapf 830 an einer Fläche 920 (Wand, Spiegel, etc.) befestigt. Projektor 930 ist über einen Bügel ebenfalls an der Fläche 920 angebracht und empfängt die von der Recheneinheit des Systems ausgesandten Funksignale 940 zur Darstellung als Bild 910.

Das gleiche Prinzip ist auch in 15 dargestellt, jedoch mit einem unter der Decke montiertem Projektor 950, wie er als „Beamer“ bekannt ist.

In analoger Weise zu 13 zeigt 16 ein System mit einem an der Halterung 820 angebrachten Projektor 960. Das Smartphone 810 ist frei über die Halterung 820 beweglich und kann somit unterschiedliche Perspektiven eines Hinterkopfes aufnehmen.

Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zum Bearbeiten der Kopfhaare einer Person, umfassend die Schritte:

  • A) Bereitstellen eines erfindungsgemäßen Systems
  • B) Anordnen des Systems, so dass die Kameras 100, 110, 120, 130, 140, 150 des Systems auf den Kopf der Person gerichtet sind
  • C) Bearbeiten der Kopfhaare der Person in Abhängigkeit von dem auf der Anzeige 300 des Systems dargestellten Bildes.

Das „Bearbeiten“ ist insbesondere das Schneiden und/oder das Färben der Kopfhaare.

Vorzugsweise bearbeitet sich die Person selbst die Kopfhaare.