Title:
System zur Aufnahme von Bildern für die Luftbildvermessung
Kind Code:
A1
Abstract:

Die vorliegende Erfindung betrifft ein System zur Aufnahme von Bildern für die Luftbildvermessung, welches mehrere über jeweils mindestens einen Kontakt (10) mit einer gemeinsamen Auslöseeinrichtung (1) verbundene Kameras (2) umfasst welche mit der Auslöseeinrichtung (1) auslösbar sind. Das System ist erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, dass jeder Kamera (2) an der Auslöseeinheit (1) ein von den übrigen Kontakten (10) galvanisch getrennter Kontakt (10) zugeordnet ist. Durch die galvanische Trennung der Kontakte (10) sind diese potentialfrei. Je nach Schalterstellung an der Auslöseeinrichtung (1) lösen die Relais vorzugsweise entweder einzeln, zeitgleich und/oder zeitversetzt aus.



Inventors:
Kemper, Gerhard, Dipl. Geogr. Dr. (67346, Speyer, DE)
Application Number:
DE102015115292A
Publication Date:
03/16/2017
Filing Date:
09/10/2015
Assignee:
GGS - Geotechnik, Geoinformatik & Service GmbH, 67346 (DE)
International Classes:
Foreign References:
GB2504965A2014-02-19
201003284992010-12-30
Attorney, Agent or Firm:
Limbeck, Achim, Dr., 53579, Erpel, DE
Claims:
1. System zur Aufnahme von Bildern für die Luftbildvermessung, umfassend mehrere über jeweils mindestens einen Kontakt (10) mit einer gemeinsamen Auslöseeinrichtung (1) verbundene Kameras (2), welche mit der Auslöseeinrichtung (1) auslösbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Kamera (2) an der Auslöseeinheit (1) ein von den übrigen Kontakten (10) galvanisch getrennter Kontakt (10) zugeordnet ist.

2. System nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Kamera (2) mindestens ein die jeweilige Kamera (2) steuerbares Relais zugewiesen ist.

3. System nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass an der Auslöseeinheit (1) eine Schaltung vorgesehen ist, mittels der die Relais je nach Schalterstellung (11) entweder einzeln, zeitgleich und/oder zeitversetzt auslösen.

4. System nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Zeitverzögerung zwischen 200 mS und 400 mS beträgt.

5. System nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der Auslöseeinrichtung (1) ein Handauslöser vorgesehen ist.

6. System nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass dem System ein GPS-Empfänger zugeordnet ist, welcher Positionsdaten ausgibt.

7. System nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jede Kamera (1) im Moment der Aufnahme einen Impuls in Form eines Eventsignals liefert, der einer GPS-Steuereinheit zugeführt wird, welcher die genauen Bildkoordinaten berechnet.

Description:
Technisches Gebiet

Die vorliegende Erfindung betrifft ein System zur Aufnahme von Bildern für die Luftbildvermessung, umfassend mehrere über jeweils mindestens einen Kontakt mit einer gemeinsamen Auslöseeinrichtung verbundene Kameras, welche mit der Auslöseeinrichtung auslösbar sind.

Stand der Technik

Für die Luftbildvermessung (Photogrammtrie) werden gemäß dem bereits bekannten Stand der Technik oftmals mehrere Kameras simultan eingesetzt, insbesondere bei Luftbildaufnahmen (Aerial-Photography) oder bei der multispektralen Bilderfassung. Ein Problem stellt hierbei die simultane Auslösung der Kameras dar. Ohne besondere technische Vorkehrungen können sich die Kameras während der Auslösung gegenseitig beeinflussen (Doppelauslösungen).

Darüber hinaus liefern die Kameras im Moment der Aufnahme (bei offenem Verschluss wie z.B. beider Blitzsynchronisation) einen Impuls (Event oder auch Mid Exposure genannt), der einem GPS-System (GNSS-IMU) zugeführt wird, welcher dann die genauen Bildkoordinaten berechnet. Beim Einsatz mehrerer Kameras würden im unsynchronisierten Zustand mehrere Events ankommen, welche den einzelnen Kameras nicht klar zuzuordnen sind. Dieses Problem kann grundsätzlich nur durch ein exaktes Synchronisieren der eingesetzten Kameras gelöst werden, welches allerdings den Einsatz spezieller Objektive, Verschlüsse und/oder anderer technisch aufwendiger und kostenintensiver Gerätschaften notwendig macht.

Darstellung der Erfindung

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein System zu schaffen, welches die vorgenannten Nachteile ausräumt und welches geeignet ist, die Kameras einzeln, simultan oder auch unabhängig voneinander und dabei potentialfrei mittels einer Auslöseeinrichtung anzusteuern bzw. auszulösen.

Erfindungsgemäß wird die voranstehende Aufgabe gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 in Verbindung mit den kennzeichnenden Merkmalen gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Systems sind in den abhängigen Unteransprüchen angegeben.

Erfindungsgemäß ist ein System der eingangs genannten Art dadurch gekennzeichnet, dass jeder Kamera an der Auslöseeinheit ein von den übrigen Kontakten galvanisch getrennter Kontakt zugeordnet ist.

Statt auf eine exakte Zeitgleichheit zu setzen, wird (vorzugsweise über einen MultiSnap-Controller) jede Kamera separat angesprochen. Die Kameras können dabei einzeln, zeitgleich oder aber mit Zeitversatz ausgelöst werden, wobei in einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung jede Kamera von einem eigenen Relais gesteuert wird. Damit können sich die Kameras bei der Auslösung nicht gegenseitig beeinflussen. Sofern bspw. beim Einsatz von fünf Kameras mit Zeitversatz gearbeitet (200 mS oder 400 mS) wird, löst die fünfte Kamera in diesem Ausführungsbeispiel nach ca. 0,8 Sekunden gegenüber der ersten aus.

Die Eventsignale der einzelnen Kameras können dann zusammengeführt werden, da diese so klar definiert nacheinander einem GPS angeboten werden können. Damit entfallen teure Komponenten und das System wird einfach, preiswert und robust.

Kurzbeschreibung der Zeichnung

Weitere Ziele, Merkmale, Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten des erfindungsgemäßen Systems ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels anhand der Zeichnung. Dabei bilden alle beschriebenen und/oder bildlich dargestellten Merkmale für sich oder in beliebiger Kombination den Gegenstand der Erfindung, unabhängig von der Zusammenfassung in einzelnen Ansprüchen oder deren Rückbeziehung.

In der Zeichnung zeigt

1 eine schematische Darstellung des erfindungsgemäßen Systems.

Ausführung der Erfindung

Wie aus 1 ersichtlich, sind beispielsweise fünf Kontakte 10 für fünf Kameras 2 in Form von Kameraports an einer Auslöseeinrichtung 1 vorhanden, welche jeweils über ein eigenes Relais gesteuert werden. Mit diesem Relais kann z.B. ein Handauslöser einer Kamera 2 verbunden werden, da diese in der Regel auf Masseschluss reagieren (meist 5 V TTL Pegen auf Masse). Die Kontakte 10 sind damit galvanisch getrennt und potentialfrei. Wird ein Befehl an der Schnittstelle empfangen, lösen je nach Schalterstellung des an der Auslöseeinrichtung 1 vorzugsweise angeordneten Schalters 11 die Relais entweder einzeln, zeitgleich oder mit vorzugsweise jeweils 200 mS oder 400 mS Zeitverzögerung aus. Das Relais zieht bevorzugt für ca. 50 mS an, was in der Regel ausreichend ist, um eine Kamera 2 zu triggern.

Wie beschrieben, könnten gleichzeitig aber die Relais auch einzeln angesprochen werden, z. B. mit dem Befehl SNA1 nur die erste Kamera 2 ausgelöst werden. Damit könnte auch mit einer PC-Software selbst in die Auslösesequenz eingegriffen und die Kameras 2 beliebig gesteuert werden.

Die Eventausgänge 20 der Kameras 2 (z.B. Blitzkontakte) können nun wieder parallel gehängt werden. Diese beeinflussen sich nicht, es wird jedes Auslöseevent weitergeleitet. Bei einer Auslöseverzögerung von 200 mS kommen also nacheinander diese Signale an und sind damit sequenziell der Kamera 2 zugehörig und damit klar definiert.

In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist dem System ein GPS-Empfänger zugeordnet, welcher Positionsdaten ausgibt.

Ferner kann jede Kamera 2 im Moment der Aufnahme einen Impuls in Form eines Eventsignals liefern, der einer GPS-Steuereinheit zugeführt wird, welcher die genauen Bildkoordinaten berechnet.

Das erfindungsgemäße System beschränkt sich in seiner Ausführung nicht auf die vorstehend angegebenen bevorzugten Ausführungsformen. Vielmehr sind eine Vielzahl von Ausgestaltungsvariationen denkbar, welche von der dargestellten Lösung auch bei grundsätzlich anders gearteter Ausführung Gebrauch machen.

Bezugszeichenliste

1
Auslöseeinrichtung
2
Kameras
10
Kontakte
11
Schalter
20
Eventausgänge an den Kameras