Title:
Kamerabefestigungssystem
Kind Code:
A1
Abstract:

Ein Kamerabefestigungssystem (2), insbesondere zum Zwecke der vorübergehenden Befestigung einer Kamera (12) bei der Überwachung eines Sportplatzes oder Fußballspielfeldes, soll eine einfache, schnelle, kostengünstige und zugleich stabile und erschütterungsfreie Anbringung einer Kamera (12) in hinreichender Höhe ermöglichen. Zu diesem Zweck ist erfindungsgemäß ein Kamerabefestigungssystem (2) vorgesehen mit einem zur dauerhaften Befestigung an einem Lichtmast (10) oder dergleichen ausgebildeten Grundträger (4), mit einem zur lösbaren Befestigung einer Kamera (12) ausgebildeten Kameraträger (6) und mit einem Zugseil (8), wobei der Grundträger (4) Mittel zur Umlenkung des Zugseils (6) sowie eine Aufnahme (54) für den Kameraträger (6) aufweist, so dass der Kameraträger (6) mit Hilfe des Zugseils (8) in die Aufnahme (54) des Grundträgers (6) gezogen werden kann und in der Aufnahme (54) eine reproduzierbare Position und Ausrichtung einnimmt.



Inventors:
gleich Anmelder
Application Number:
DE102015111597
Publication Date:
01/19/2017
Filing Date:
07/16/2015
Assignee:
Kadel, Michael, 64668 (DE)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE102013107273A1N/A2015-01-15
DE102011051205A1N/A2011-12-29
Foreign References:
87431962014-06-03
Attorney, Agent or Firm:
Tergau & Walkenhorst Patentanwälte PartGmbB, 60322, Frankfurt, DE
Claims:
1. Kamerabefestigungssystem (2) mit einem zur dauerhaften Befestigung an einem Lichtmast (10) oder dergleichen ausgebildeten Grundträger (4), mit einem zur lösbaren Befestigung einer Kamera (12) ausgebildeten Kameraträger (6) und mit einem Zugseil (8), wobei der Grundträger (4) Mittel zur Umlenkung des Zugseils (8) sowie eine Aufnahme (54) für den Kameraträger (6) aufweist, so dass der Kameraträger (6) mit Hilfe des Zugseils (8) in die Aufnahme (54) des Grundträgers (6) gezogen werden kann und in der Aufnahme (54) eine reproduzierbare Position und Ausrichtung einnimmt.

2. Kamerabefestigungssystem (2) nach Anspruch 1, wobei der Grundträger (6) eine aus einem Vierkant-Hohlprofil bestehende Grundträgerleiste (14) und einen Grundträgerkopf (16) aufweist.

3. Kamerabefestigungssystem (2) nach Anspruch 2, wobei die Grundträgerleiste (14) an ihrem vom Grundträgerkopf (16) abgewandten Ende stirnseitig offen ist, so dass der Hohlraum des Vierkant-Hohlprofils die Aufnahme (54) bildet.

4. Kamerabefestigungssystem (2) nach Anspruch 2 oder 3, wobei die Grundträgerleiste (14) eine stirnseitig offene Führungsnut (24) für einen zugeordneten Führungsstift (38) des Kameraträgers (6) aufweist.

5. Kamerabefestigungssystem (2) nach Anspruch 4, wobei die Führungsnut (24) einen oberen Endanschlag für den Führungsstift (38) und somit für Kameraträger (6) definiert.

6. Kamerabefestigungssystem (2) nach einem der Ansprüche 2 bis 5, wobei die Grundträgerleiste (14) Andrehschrägen (18) für den Kameraträger (6) aufweist, welche ein selbstzentrierendes Einführen des Kameraträgers (6) in den Grundträger (4) ermöglichen.

7. Kamerabefestigungssystem (2) nach Anspruch 6, wobei die Andrehschrägen (12) als Bogensegmente ausgebildet sind.

8. Kamerabefestigungssystem (2) nach einem der Ansprüche 2 bis 7, wobei der Grundträgerkopf (16) als Umlenkmittel für das Zugseil (8) eine Halbkugel oder einen abgerundeten Kegel mit einer zentralen Durchgangsöffnung (30) für das Zugseil (8) aufweist.

9. Kamerabefestigungssystem (2) nach einem der Ansprüche 2 bis 8, wobei der Kameraträger (6) eine aus einem Vierkant-Profil bestehende Kameraträgerleiste (32) und eine Zentrierspitze (34) aufweist und in seinen Abmessungen für einen festen aber in Längsrichtung gleitenden Sitz in dem Hohlraum der Grundträgerleiste (14) ausgebildet ist.

10. Kamerabefestigungssystem (2) nach Anspruch 9, wobei an der Zentrierspitze (34) ein in radialer Richtung abstehender Führungsstift (38) angeordnet ist.

11. Kamerabefestigungssystem (2) nach Anspruch 10, wobei der Führungsstift (38) eine drehbar um eine Schaftschraube (42) gelagerte Hülse (40) aufweist.

12. Kamerabefestigungssystem (2) nach einem der Ansprüche 9 bis 11, wobei auf/an der Kameraträgerleiste (32) ein hinsichtlich seiner Ausrichtung verstellbarer Befestigungsadapter (44) für eine Kamera (12) angeordnet ist.

Description:

Die Erfindung betrifft ein Kamerabefestigungssystem, insbesondere zum Zwecke der vorübergehenden Befestigung einer Kamera bei der Überwachung eines Sportplatzes oder Fußballspielfeldes aus erhöhter Position.

Ein am Rand des Spielfeldes sitzender oder stehender Fußballtrainer hat nur einen eingeschränkten Überblick über das Spielgeschehen. Für eine profunde Analyse von Mannschaftsaufstellungen, Spielzügen etc. profitiert er sehr von einer Videoaufnahme des Spielfeldes aus erhöhter Position (Vogelperspektive). Insbesondere ist während des Trainings eine Echtzeitübertragung auf ein mobiles Anzeigegerät, beispielsweise ein Tablet, wünschenswert. Bei den meisten Vereinen der ersten und zweiten Liga ist dies problemlos möglich, weil es dort aufgrund der baulichen Begebenheiten der Stadien gut zugängliche Beobachtungspositionen mit geeigneter Lage und Ausrichtung relativ zum Spielfeld gibt. Oftmals gibt es auch fest installierte Kameras der Fernsehanstalten oder der Vereine selber, die entsprechend hochwertig und teuer sind, etwa an computergesteuerten Kamerakränen oder dergleichen.

Anders sieht es bei Amateurvereinen aus. Zwar sind kompakte Videokameras mit WLAN-Anbindung oder sonstiger drahtloser Schnittstelle mittlerweile relativ kostengünstig verfügbar, und auch entsprechende Wiedergabeprogramme auf Mobilgeräten stehen zur Verfügung. Jedoch bereitet die Anbringung oder Aufstellung der Kameras Schwierigkeiten, weil die Ausstattung der Sportplätze oder Stadien nur eingeschränkte Möglichkeiten bietet. Behelfslösungen mit Dreibeinen oder Stativen bieten aufgrund der geringen erreichbaren Höhe nur schlechte Blickwinkel. Außerdem sind sie in der Regel sehr wackelig. Fest installierte Kameratürme eigens zu diesem Zweck mit fest integrierten Kameras sind schlichtweg zu aufwendig und teuer. Selbst wenn sie verfügbar sind, besteht das Problem, die Kamera vor Witterung und Vandalismus zu schützen. Eine Videobeobachtung mittels Drohnen kommt wegen Sicherheitsbedenken (Abstürze) nicht ernsthaft in Frage. Außerdem verursachen derartige Fluggeräte Lärm, der die Tonspur der Videoübertragung überlagert. Die erzielbare Flugdauer ist beim heutigen Stand der Akkutechnologie ebenfalls unzureichend.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Kamerabefestigungssystem für den oben beschriebenen Einsatzzweck bereitzustellen, welches eine einfache, schnelle, kostengünstige und zugleich stabile und erschütterungsfreie Anbringung einer Kamera in hinreichender Höhe ermöglicht, so dass möglichst das gesamte Spielfeld oder sonstige interessierende Gelände überblickt wird.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Kamerabefestigungssystem mit den Merkmalen des Anspruchs 1.

Die Erfindung geht von der Überlegung aus, dass selbst bei einfach ausgestatteten Sportstätten von Amateurvereinen in der Regel ein Lichtmast einer Flutlichtanlage vorhanden ist, der sich über eine integrierte Leiter vergleichsweise einfach erklimmen lässt. Der Grundgedanke der Erfindung beruht darauf, an einem solchen Mast einmalig einen Grundträger mit einem zugehörigen Zugsystem fest anzubringen, so dass ein mobiler Kameraträger mit einer daran befestigten Kamera bedarfsweise in eine exakt reproduzierbare Beobachtungsposition am Grundträger hochgezogen und später wieder heruntergelassen werden kann. Das heißt, die Kamera kann in Phasen der Nichtbenutzung einfach abgenommen und andernorts sicher verwahrt später. Beim nächsten Einsatz wird innerhalb von wenigen Sekunden und mit minimalem Aufwand die definierte Beobachtungsposition wieder hergestellt.

Vorteilhafte Ausführungen und Weiterentwicklungen dieses Grundgedankens gehen aus den Unteransprüchen und aus der nachfolgenden detaillierten Beschreibung hervor.

Selbstverständlich ist der Einsatzbereich des Kamerabefestigungssystems nicht auf die beschriebene Verwendung zur Trainingsunterstützung bei Fußballvereinen beschränkt. Vielmehr ist ein Einsatz auch bei anderen Sportstätten, etwa bei Tennisplätzen, oder darüber hinaus bei der Überwachung sonstiger Objekte und Liegenschaften möglich, sofern nur eine Möglichkeit zur Anbringung des Grundträgers besteht.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand von vereinfachten Zeichnungen näher erläutert. Dabei zeigen in jeweils schematischer Darstellung:

1 eine Frontansicht eines Lichtmastes mit einem daran montierten Kamerabefestigungssystem,

2 eine zu 1 gehörige Seitenansicht,

3 eine perspektivische Ansicht von zwei Komponenten des Kamerabefestigungssystems, nämlich Grundträger und Kameraträger, im voneinander separierten Zustand,

4 eine zu 3 gehörige perspektivische Ansicht aus einer anderen Blickrichtung,

5 eine perspektivische Ansicht von Grundträger und Kameraträger im miteinander verbundenen Zustand, und

6 eine perspektivische Ansicht von Grundträger und Kameraträger während des Einschiebens ineinander.

Gleiche oder gleichwirkende Teile sind in allen Figuren mit denselben Bezugszeichen versehen.

Im Folgenden verwendete Richtungs- und Positionsangaben wie „oben“ oder „unten“ beziehen sich auf die bestimmungsgemäße Verwendung des Kamerabefestigungssystems an einem Lichtmast oder dergleichen.

Das in 1 und 2 jeweils in einer Gesamtübersicht dargestellte Kamerabefestigungssystem 2 besteht im Wesentlichen aus drei Komponenten, nämlich einem Grundträger 4, einem Kameraträger 6 und einem Zugsystem mit einem Zugseil 8. Der Grundträger 4 und der Kameraträger 6 sind in 3 bis 6 detaillierter dargestellt.

Der Grundträger 4 ist für eine dauerhafte Montage in einiger Höhe an einem Lichtmast 10/Fahnenmast/Turm eines Sportplatzes oder dergleichen vorgesehen. Das Zugseil 8 ist dabei durch den Grundträger 4 hindurch geführt und wird am oberen Ende durch ihn umgelenkt. Der Kameraträger 6 trägt während des Betriebs eine lösbare mit ihm verbundene Kamera 12, insbesondere eine Videokamera und besonders bevorzugt eine drahtlos – etwa über ein WLAN – an einen externen Empfänger sendende Videokamera (Echtzeitüberwachung). Mit Hilfe des Zugseils 8 wird der mit der Kamera 12 bestückte Kameraträger 6 während des Einsatzes vom Boden aus zum fest installierten Grundträger 4 hochgezogen und darin in einer wohldefinierten Lage und Ausrichtung arretiert. Nun kann die Videoüberwachung des Sportplatzes oder sonstigen interessierenden Geländes erfolgen. Nach Beendigung der Beobachtung/Überwachung wird der Kameraträger 6 mit der Kamera 12 wieder hinab gelassen. Die Kamera 12 wird nun vom Kameraträger 6 gelöst und vom Besitzer mitgenommen und sicher verwahrt, während der Kameraträger 6 am Beobachtungsort verbleiben kann, vorzugsweise nach erneutem Hinaufziehen in die Parkposition am Grundträger 4. Alternativ oder zusätzlich kann der Kameraträger 6 vom Zugseil 8 gelöst werden, so dass in dieser Variante nach Beendigung der Beobachtung/Überwachung nur der Grundträger 4 mit dem Zugseil 8 am Beobachtungsort verbleibt.

Im Folgenden werden die einzelnen Komponenten im Detail beschrieben:

I. Der Grundträger

Der am Lichtmast zu befestigende Grundträger 4 hat die Aufgabe, den Kameraträger 6 sauber auszurichten und zu zentrieren und in der Zentrierposition in mechanisch stabiler Weise aufzunehmen. Außerdem dient er der Umlenkung des Zugseils 8. Er besteht im Ausführungsbeispiel aus zwei separat gefertigten und anschließend fest miteinander verbundenen Einzelteilen, nämlich einer Grundträgerleiste 14 und einem Grundträgerkopf 16. In alternativer Ausgestaltung kann der Grundträger 4 auch in integraler Bauweise als Einzelteil gefertigt sein, so dass die Aufteilung in Leiste und Kopf in diesem Fall rein geometrischer/funktioneller Natur ist.

Die Grundträgerleiste 14 ist hier als Vierkant-Hohlprofil, vorzugsweise mit quadratischem Innen- und Außenquerschnitt ausgebildet. Der Hohlraum des Hohlprofils bildet die Aufnahme 54 für den Kameraträger 6. Am unteren Ende ist das Profil nach Art eines Gehrungsschnittes schräg angeschnitten, wodurch zwei parallel zueinander verlaufende Andrehschrägen 18 für den Kameraträger 6 verwirklicht sind. Genauer gesagt handelt es sich bei den Andrehschrägen 18 bevorzugt um Andrehbögen. In seitlicher Draufsicht kann man die konkav gewölbten Bogensegmente der Materialberandung gut erkennen, die hier in besonders vorteilhafter Ausgestaltung näherungsweise Ellipsenbögen sind. Man kann daher auch von einer Andrehellipse sprechen.

In die Frontfläche 20 der Grundkörperleiste 14 ist weiterhin eine sich entlang der Längsrichtung 22 erstreckende, nach unten hin offene und nach oben zum Grundkörperkopf 16 hin geschlossene Führungsnut 24 für den Führungsstift 38 des Kameraträgers 6 eingebracht, die vorzugsweise geradlinig ist und bezüglich der Querausdehnung im Wesentlichen zentrisch angeordnet ist. Bei genauerem Hinschauen erkennt man jedoch, dass die Führungsnut 24 vorteilhafterweise leicht schräg gegenüber der Längsachse der Grundkörperleiste 14 verläuft. Dieser geringfügige seitliche Versatz bewirkt beim Hineinlaufen des Führungsstiftes 38 eine Verspannung und demensprechend einen festen Klemmsitz des Kameraträgers 6 in der durch die Länge der Führungsnut 24 festgelegten Anschlagsposition. Dadurch werden störende Klappergeräusche bei der Videoaufnahme vermieden.

Am Übergang zwischen den Anstellschrägen 18 und der Führungsnut 24 befinden sich Stellwinkel 26 mit einer näherungsweisen 45°-Ausrichtung gegenüber der Längsrichtung 22. Die Stellwinkel 26 bilden gewissermaßen eine in der Frontfläche 20 angeordnete Fortsetzung der Anstellschrägen 18 in den Seitenflächen 28.

Durch die Andrehschrägen 18, an denen der Führungsstift 38 des Kameraträgers 6 anläuft, wird das Andrehen des Kameraträgers 6 in die Zentrierausrichtung verzögert. Da die jeweilige Andrehschräge 18 nach hinten gerichtet ist, kann der Kameraträger 6 mit der Spitze weiter in den Grundträger 4 einfahren und an der Unterseite des Stellwinkels 26 anschlagen. Hierdurch wird das Andrehen des Kameraträgers 6 überhaupt erst zuverlässig ermöglicht. Wenn keine Andrehschräge 18 vorhanden wäre, könnte es sein, dass der Kameraträger 6 über den Stellwinkel 26 rutscht und nicht in den Grundträger 4 gezogen wird. Der Stellwinkel 26 hat die Aufgabe, den Kameraträger 6 über den Führungsstift 38 komplett aufzurichten, damit gewährleistet ist, dass er reibungslos in den Grundträger 4 einfährt. Die Führungsnut 24 des Grundträgers 4 lässt den Führungsstift 38, der zum Ausrichten des Kameraträgers 6 benötigt wird, in den Grundträger 4 hinein rutschen. Durch die Länge der Führungsnut 24 wir die Eintauchtiefe des Kameraträgers 6 in den Grundträger 4 festgelegt.

Der Grundträgerkopf 16 ermöglicht das Umlenken des Zugseils 8 ohne bewegliche Teile. Er ist zu diesem Zweck beispielsweise als Halbkugel oder als abgerundeter Kegel ausgeführt und mit einer zentralen Durchbohrung/Durchgangsöffnung 30/Ausnehmung versehen. Diese vorzugsweise zylindrische Ausnehmung bildet gewissermaßen eine Verlängerung des Hohlraumes in der Grundkörperleiste 14, so dass das Zugseil 8 komplett durch den Grundträger 4 hindurch gesteckt werden kann. Die kopfseitige Austrittsöffnung ist vorzugsweise etwas abgesenkt und weist einen – im Querschnitt betrachtet – abgerundeten Rand auf, so dass das dort austretende Zugseil 8 an keiner Stelle hängen bleiben kann. Das Zugseil 8 wird beim bestimmungsgemäßen Einsatz des Kamerabefestigungssystems 2 durch den Grundträgerkopf 16 um annähernd 180° umgelenkt, wie aus 1 und 2 ersichtlich ist. Durch die abgerundete Form kann das Zugseil 8 – in der Draufsicht von oben gesehen – zu allen Seiten umgelenkt werden. Der Grundträgerkopf 16 ist vorteilhafterweise in Richtung Frontfläche 20/Führungsnut 24 abgesenkt, das heißt gegenüber der Längsachse des Grundträgers 4 geneigt. Dadurch richtet sich das Zugseil 8 immer wieder automatisch in Richtung Führungsnut 24 aus und kann nicht an den Seitenwänden des Grundträgers 4 hängen bleiben.

Die Befestigung des Grundträgers 4 am Lichtmast 10 oder an einem sonstigen Träger kann auf unterschiedliche Weise mit Hilfe von separaten und/oder in den Grundträger 4 integrierten und/oder an ihm fixierbaren Befestigungsmitteln erfolgen. Bevorzugt erfolgt die Befestigung des Grundträgers 4 am Lichtmast mittels Bandschellen oder Endlosschellen. Durch die flache rückwärtige Fläche des Vierkant-Hohlprofils liegt der Grundträger 4 sicher und erschütterungsfrei an dem Lichtmast 10 an.

II. Der Kameraträger

Der Kameraträger 6 hat die Aufgabe, die Kamera 12 in lösbarer Weise aufzunehmen und zu halten, um sie nach oben zum Grundträger 4 zu transportieren. Er ist derart konstruiert, dass er in den nach unten hin offenen Hohlraum des Grundträgers 4 hineinrutschen kann und dabei automisch zentriert wird, so dass die Kamera 12 eine wohldefinierte und reproduzierbare Ausrichtung erhält. Der Kameraträger 6 weist zu diesem Zweck eine Kameraträgerleiste 32 und eine damit verbundene Zentrierspitze 34 auf. Ähnlich wie beim Grundträger 4 kann eine integrale Bauweise vorliegen, oder zwei oder mehr separat hergestellte Einzelteile werden in der gewünschten Weise dauerhaft miteinander verbunden.

Die Kameraträgerleiste 32 besteht bevorzugt aus einem Vierkant-Hohlprofil, alternativ aus einem Vierkant-Vollprofil. Die äußeren Querschnittsabmessungen sind derart gewählt, dass die Kameraträgerleiste 32 in paralleler Ausrichtung zur Grundträgerleiste 14 mit geringem Spiel in deren Hohlraum hineingleiten kann, so dass zwar keine nennenswerte Reibung zu überwinden ist aber dennoch ein fester Sitz in der Anschlagsposition gewährleistet ist.

Die sich nach oben hin an die Kameraträgerleiste 32 anschließende Zentrierspitze 34 weist einen deutlich kleineren, sich nach oben hin verjüngenden und vorzugsweise runden Querschnitt auf. Sie dient der anfänglichen Ausrichtung des Kameraträgers 6 während des Hineinschiebens/Einführens in den Grundträger 4. Am oberen Ende der Zentrierspitze 34 befindet sich eine quer zur Längsrichtung ausgerichtete Bohrung 36/Durchgangsöffnung/Öse zur Durchführung und Befestigung des Zugseils 8. Etwas darunter ist ein in radialer Richtung von der Zentrierspitze 34 abstehender Führungsstift 38 angebracht, der in der bereits beschriebenen Weise zur Wechselwirkung mit den Anstellschrägen 18, den Stellwinkeln 26 und der Führungsnut 24 des Grundträgers 4 vorgesehen ist. Die jeweilige Anstellschräge 18 soll beim Andrehen des Führungsstiftes 38 das Hineinrutschen auf der gegenüberliegenden Seite erleichtern.

In bevorzugter Ausgestaltung weist der Führungsstift 38 eine zylindrische Hülse 40 auf, die von einer Schaftschraube 42 gehalten wird, welche senkrecht zur Längsrichtung des Kameraträgers 6 mittels einer geeigneten Bohrung in die Zentrierspitze 34 eingeschraubt ist. Da die die Schaftschraube 42 umgreifende Hülse 40 frei drehbar ist, werden die Reibungskräfte und der Verschleiß am Grundträger 4 verringert. Dadurch wird auch ein einfacheres Eindrehen des Kameraträgers 6 in den Grundträger 4 gewährleistet. Die Hülse 40 wird auch als Führungshülse bezeichnet.

Zur Befestigung der Kamera 12 am Kameraträger 6 ist am unteren Bereich der Kameraträgerleiste 32, welcher in der Anschlagsposition nicht in den Grundträger 4 eintaucht, ein geeigneter Befestigungsadapter 44 montiert. Der Befestigungsadapter 44 ist bevorzugt auf der Frontfläche 46 der Kameraträgerleiste 32 fixiert und zweckmäßigerweise mit einem lösbaren Schnellverschluss für marktübliche Kameras ausgestattet. Bevorzugt ist ein verstellbarer Schwenkmechanismus oder dergleichen vorhanden, mit der die Kameraausrichtung eingestellt/korrigiert werden kann, ohne den Grundträger 4 neu am Lichtmast 10 ausrichten zu müssen. Der Verstellmechanismus ist zweckmäßigerweise hinreichend schwergängig und/oder in der gewünschten Position arretierbar, um ein unbeabsichtigtes Verstellen zu verhindern. Eine zusätzliche Sicherung der Kamera 12 gegen Hinabfallen kann durch das Zugseil 8/Führungsseil (siehe unten) erfolgen, beispielsweise indem es durch eine Griffschlaufe oder Öse der Kamera 12 geführt und mit dieser verknotet oder auf sonstige Weise fixiert wird.

Der Grundträger 4 und der Kameraträger 6 sind bevorzugt aus einem mechanisch stabilen und witterungsbeständigen Material gefertigt, beispielsweise aus Stahl/Edelstahl oder Aluminium oder alternativ aus Kunststoff. Auch eine Mischbauweise, beispielsweise mit verschiedenen Materialien für Kopf, Spitz und Leiste ist möglich.

Der Grundträger 4 besitzt typischerweise eine Gesamtlänge von 20 bis 30 cm und eine Querausdehnung im Bereich 2 bis 5 cm. Die Abmessungen des Kameraträgers 6 sind entsprechend darauf abgestimmt. Natürliche können diese rein beispielhaft genannten Werte variieren.

III. Das Zugsystem

Das Zugsystem umfasst zumindest ein Zugseil 8, welches an der Zentrierspitze 34 des Kameraträgers 6 fixiert ist und von dort nach oben durch den Grundträger 4 geführt und am Grundträgerkopf 16 nach unten umgelenkt wird. In einer möglichen Variante befindet sich das erste Ende des Zugseils 8 an der Zentrierspitze 34 des Kameraträgers 6, während das andere, umgelenkte Ende lose nach unten hängt. Über diesen herabhängenden Seilabschnitt wird der Kameraträger 6 dann nach oben gezogen, während das Hinablassen durch die Gewichtskraft erfolgt, wenn der herabhängende Seilabschnitt entsprechend freigegeben wird. Es ist aber auch möglich, die Zentrierspitze 34 in einem mittleren Abschnitt des Zugseils 8 zu fixieren, so dass beide Enden des Zugseils 8 herunterhängen. Das eine Ende bildet den eigentlichen Zugabschnitt zum Hochziehen, und das andere Ende einen Führungsabschnitt, über den ein Zug in Gegenrichtung ausgeübt werden kann. Alternativ können zwei separate Seile am Kameraträger 6 befestigt werden, nämlich ein Zugseil 8 und ein Führungsseil 48. Es ist auch ein umlaufendes Zugseil 8 nach Art einer geschlossenen Schlaufe möglich.

Durch moderaten Zug am Führungsseil 48, in Gegenrichtung zur Zugrichtung durch das Zugseil 8, bekommt man eine gewisse Grundspannung auf das System, der Kameraträger 6 stellt sich gerade auf und lässt sich besser in den Grundträger 4 einführen. Durch stärkeren Zug am Führungsseil 48 lässt sich das Absenken des Kameraträgers 6 unterstützen, etwa wenn der Kameraträger 6 im Grundträger 4 verklemmt oder durch Rast- oder Arretiermittel arretiert sein sollte.

Zum Arretieren des Kameraträgers 6 in der Endposition im Grundträger 4 wird ein hinreichend großer permanenter Zug auf das Zugseil 8 ausgeübt. Beispielsweise wird das Zugseil 8 an einem Doppelwirbel oder einer sonstigen Strebe 50 am Fußteil des Lichtmastes 10 fixiert. Dazu kann in das Zugseil 8 eine kleine Sicherungsschlaufe eingebracht werden, die etwa mit einem U-Schloss 52 oder dergleichen am Lichtmast 10 festgelegt wird. Dadurch erhält das Zugsystem eine Grundspannung auf dem Zugseil 8 und die Kamera 12 bleibt im Grundträger 4 gesichert. Alternativ/zusätzlich kann auch eine Klemm- oder Rastfixierung des Kameraträgers 6 im Grundträger 4 durch geeignete Rastmittel vorgesehen sein, die durch hinreichend starken Zug am Führungsseil 48 gelöst wird.

Bezugszeichenliste

2
Kamerabefestigungssystem
4
Grundträger
6
Kameraträger
8
Zugseil
10
Lichtmast
12
Kamera
14
Grundträgerleiste
16
Grundträgerkopf
18
Andrehschräge
20
Frontfläche
22
Längsrichtung
24
Führungsnut
26
Stellwinkel
28
Seitenfläche
30
Durchgangsöffnung
32
Kameraträgerleiste
34
Zentrierspitze
36
Bohrung
38
Führungsstift
40
Hülse
42
Schaftschraube
44
Befestigungsadapter
46
Frontfläche
48
Führungsseil
50
Strebe
52
Schloss
54
Aufnahme