Title:
Anordnen mehrerer elektrischer Leitungen
Kind Code:
A1


Abstract:

Ein Verfahren dient zum Anordnen mehrerer elektrischer Leitungen (L), wobei die mehreren Leitungen (L) in Aufnahmerinnen (2) eingelegt werden, die planparallel zueinander verlaufen, und an zumindest einer Bündelungsposition (B) zumindest einige der eingelegten Leitungen (L) durch mindestens einen Greifer (7) aus den Aufnahmerinnen (2) ausgebracht und gesammelt werden. Eine Anordnungsvorrichtung (1; 21) dient zum Anordnen mehrerer elektrischer Leitungen (L), wobei die Anordnungsvorrichtung (1) aufweist: mehrere planparallel zueinander angeordnete Aufnahmerinnen (2), in welche jeweils ein oder mehrere der elektrischen Leitungen (4) einlegbar sind und mindestens einen querbeweglichen Greifer (7), der dazu eingerichtet ist, durch seine Querbewegung (R) zumindest einige der Leitungen (4) aus den Aufnahmerinnen (2) auszubringen und zu sammeln. Die Erfindung ist insbesondere anwendbar auf eine Bündelung mehrerer Kabel zu einem Kabelbaum, insbesondere zur Verwendung in einem Fahrzeug.




Inventors:
Mayer, Michael (84137, Vilsbiburg, DE)
Neumayer, Andreas (84144, Geisenhausen, DE)
Schwarzer, Roland (94428, Eichendorf, DE)
Girnghuber, Andreas (84160, Frontenhausen, DE)
Application Number:
DE102015108425A
Publication Date:
12/01/2016
Filing Date:
05/28/2015
Assignee:
Lisa Dräxlmaier GmbH, 84137 (DE)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE102007022764B3N/A2008-09-25
DE69521865T2N/A2002-04-04
DE19844416A1N/A1999-04-01
DE1590069A1N/A1970-05-06



Foreign References:
EP28140422014-12-17
Claims:
1. Verfahren zum Anordnen mehrerer elektrischer Leitungen (L), wobei
– die mehreren Leitungen (L) in Aufnahmerinnen (2) eingelegt werden, die planparallel zueinander verlaufen, und
– zumindest einige der eingelegten Leitungen (L) durch mindestens einen Greifer (7; 7, 23) aus den Aufnahmerinnen (2) ausgebracht und gesammelt werden.

2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Leitungen (4) durch eine Querbewegung mindestens eines in Bewegungsrichtung (R; R, R') offenen Greifers (7; 23) aus den Aufnahmerinnen (2) ausgebracht werden.

3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Leitungen (4) durch gegenläufige Querbewegungen (R, R') zweier frontal zueinander ausgerichteter Greifer (7, 23) ausgebracht und gesammelt werden.

4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Leitungen (4) durch eine Querbewegung eines Greifers (7) ausgebracht und gesammelt und an einer Ablageeinrichtung (8) abgelegt werden.

5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Leitungen (4) durch jeweilige Greifer (7; 7, 23) an mehreren zueinander beabstandeten Bündelungspositionen (B) ausgebracht und gesammelt werden.

6. Verfahren nach Anspruch 5, wobei mindestens eine Leitung (4) in eine Aufnahmerinne (2) eingelegt wird, die zwischen zwei zueinander beabstandeten Bündelungspositionen (B) von den planparallel zueinander verlaufenden Aufnahmerinnen (2) abzweigt.

7. Anordnungsvorrichtung (1; 21) zum Anordnen mehrerer elektrischer Leitungen (L), wobei die Anordnungsvorrichtung (1; 21) aufweist:
– mehrere planparallel zueinander angeordnete Aufnahmerinnen (2), in welche jeweils ein oder mehrere der elektrischen Leitungen (4) einlegbar sind, und
– mindestens einen querbeweglichen Greifer (7; 23), der dazu eingerichtet ist, durch seine Querbewegung (R; R, R') zumindest einige der Leitungen (4) aus den Aufnahmerinnen (2) auszubringen und zu sammeln.

8. Anordnungsvorrichtung (1; 21) nach Anspruch 7, wobei
– der Greifer (7; 7, 23) ein in seiner Bewegungsrichtung (R; R, R') offenes Maul (9) mit einer gegen die Bewegungsrichtung (R; R, R') hochlaufenden Einführungsschräge (10) aufweist, die rückwärtig in einen Ablageabschnitt (11) übergeht, und
– die Aufnahmerinnen (2) einen in Bewegungsrichtung (R; R, R') des Greifers (7; 7, 23) hochlaufenden Boden (12) aufweist, der einen oberen Rand (13) aufweist, welcher höher liegt als ein oberer Rand (14) der Einführungsschräge (10) des Greifers (7; 7, 23).

9. Anordnungsvorrichtung (21) nach einem der Ansprüche 7 bis 8, wobei
– die Anordnungsvorrichtung (21) mindestens einen Satz aus zwei Greifern (7, 23) aufweist, die frontal zueinander ausgerichtet und gegenläufig bewegbar (R, R') sind, so dass
– beide Greifer (7, 23) zum Ausbringen und Sammeln der Leitungen (4) von einer Ausgangsstellung seitlich neben den Aufnahmerinnen (2) in eine Endstellung zusammenfahrbar sind.

10. Anordnungsvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 7 bis 8, wobei
– die Anordnungsvorrichtung (1) mindestens einen Satz aus einem Greifer (7) und einer Ablageeinrichtung (8), die seitlich neben den Aufnahmerinnen (2) angeordnet ist, aufweist, so dass
– der Greifer (7) zum Ausbringen und Sammeln der Leitungen (L) von seiner Ausgangsstellung seitlich neben den Aufnahmerinnen (2) in eine Endstellung, in der er mit der Ablageeinrichtung (8) zusammengefahren ist, fahrbar ist.

11. Anordnungsvorrichtung (1; 21) nach einem der Ansprüche 7 bis 10, wobei die Aufnahmerinnen (2) an den Bündelungspositionen (B) querverlaufende Ausnehmungen (4) aufweisen, und der mindestens eine Greifer (7; 7, 23) durch die Ausnehmungen (4) querbeweglich ist.

12. Anordnungsvorrichtung einem der Ansprüche 7 bis 11, wobei die Aufnahmerinnen (2) individuell aus der planparallelen Anordnung herausstellbar sind.

Description:

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Anordnen mehrerer elektrischer Leitungen. Die Erfindung betrifft auch eine Vorrichtung zum Anordnen mehrerer elektrischer Leitungen. Die Erfindung ist insbesondere anwendbar auf eine Bündelung mehrerer Kabel zu einem Kabelbaum, insbesondere zur Verwendung in einem Fahrzeug.

Bisher werden einzelne elektrische Leitungen manuell in Gabeln gelegt oder verlegt, die auf einem Baubrett angebracht sind. Dazu sind verschiedene Verlegegeometrien notwendig, um abschließend verschiedene Abgriffe zu erhalten. Durch die manuelle Verlegung entstehen immer wieder Probleme in Hinblick auf Überlängen. Zudem ist die manuelle Verlegung zeit- und kostenaufwändig.

DE 10 2007 022 764 B3 offenbart ein Verfahren zur Herstellung eines Kabelbaums, umfassend folgende Schritte: Bestückung eines Baubretts mit Endsteckern; Anbringen mehrerer Sammelringe an jeweils einer einem Endstecker zugeordneten Ausgangsposition; Anbringen von Leitungen an den Endsteckern, wobei die Leitungen nur an den Endsteckern fixiert werden; Verschieben der Sammelringe entlang der jeweils ihren Endstecker verbindenden Leitungen bis zu einer jedem Sammelring zugeordneten Endposition; Anbringen von Abbindern entlang der Kabelstränge während oder nach dem Verschieben der Sammelringe.

Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Nachteile des Standes der Technik zumindest teilweise zu überwinden und insbesondere eine verbesserte Möglichkeit zum Anordnen von elektrischen Leitungen bereitzustellen, die unerwünschte Überlängen vermeiden kann und auch eine zeit- und kostengünstigere Verlegung der Leitungen ermöglicht.

Diese Aufgabe wird gemäß den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen sind insbesondere den abhängigen Ansprüchen entnehmbar.

Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zum Anordnen mehrerer elektrischer Leitungen, bei dem die mehreren elektrischen Leitungen in Aufnahmerinnen eingelegt werden, die planparallel zueinander verlaufen, und – insbesondere an zumindest einer Bündelungsposition – zumindest einige der eingelegten Leitungen durch mindestens einen Greifer aus den Aufnahmerinnen ausgebracht und gesammelt werden.

Dieses Verfahren ergibt den Vorteil, dass die Leitungen positionsgenau, geordnet und definiert abgelegt werden können und automatisiert gesammelt werden können. So ergibt sich auch eine besonders schnelle und preisgünstige Möglichkeit, einzelne Leitungen zu sammeln.

Das Verfahren zum Anordnen kann auch als Verfahren zum Verlegen bezeichnet werden.

Die elektrischen Leitungen können insbesondere Kabel sein.

Das Sammeln kann insbesondere ein Bündeln sein.

Es ist eine Weiterbildung, dass die elektrischen Leitungen einzelne elektrische Leitungen bzw. Einzelleitungen sind. Es kann insbesondere für jede Aufnahmerinne genau eine einzelne elektrische Leitung vorgesehen sein.

Es ist noch eine Weiterbildung, dass in mindestens eine Aufnahmerinne mehrere Leitungen, insbesondere Einzelleitungen, eingelegt werden. Dabei ist es besonders vorteilhaft, dass alle in einer Aufnahmerinne befindliche Leitungen eine gleiche Länge aufweisen. Bei dieser Weiterbildung können die Leitungen gleich oder unterschiedlich aufgebaute Leitungen sein.

Es braucht nicht in alle Aufnahmerinnen eine elektrische Leitung eingelegt zu werden, sondern es kann mindestens eine Aufnahmerinne unbelegt bleiben. Jedoch kann auch in alle Aufnahmerinnen jeweils mindestens eine elektrische Leitung eingelegt werden oder sein.

Unter einer Aufnahmerinne kann insbesondere eine längliche, oberseitig offene Aufnahme verstanden werden. Die Aufnahmerinne kann beispielsweise auch als ein Aufnahmekanal, eine Aufnahmenut o.ä. bezeichnet werden.

Dass die Aufnahmerinnen planparallel zueinander verlaufen, kann insbesondere bedeuten, dass sie in einer gemeinsamen Ebene (im Folgenden ohne Beschränkung der Allgemeinheit als "Anordnungsebene" bezeichnet) liegen. Die Anordnungsebene ist insbesondere eine horizontale Ebene. Die Aufnahmerinnen können dabei praktisch genau in der gleichen Anordnungsebene verlaufen, insbesondere praktisch genau auf gleicher Höhe, oder können gezielt leicht senkrecht dazu (insbesondere nach oben oder nach unten) versetzt sein. Zudem kann der planparallele Verlauf umfassen, dass sie zumindest ungefähr zueinander parallel verlaufen, insbesondere um nicht mehr als 10° zueinander schrägstehend, insbesondere genau parallel.

Die Aufnahmerinnen können in der Anordnungsebene geradlinig und/oder gekrümmt verlaufen.

Die Gruppe der mehreren Aufnahmerinnen kann auch als eine "Aufnahmematrize" bezeichnet werden. Die Anordnungsvorrichtung kann insbesondere die Aufnahmematrize und mindestens einen Greifer umfassen.

Die Bündelungsposition oder Bündelungsstelle entspricht insbesondere einer Position in Erstreckungsrichtung der Aufnahmerinnen, an der die Leitungen durch den mindestens einen Greifer gegriffen werden. Sie kann für die Aufnahmerinnen insbesondere auf einer geraden Linie quer zu der Erstreckungsrichtung der Aufnahmerinnen liegen.

Dadurch, dass die Aufnahmerinnen planparallel verlegt sind, kann das Einlegen der Leitungen in die Aufnahmerinnen automatisiert mittels eines Einlegegeräts erfolgen, z.B. mittels einer Kabelschneidemaschine. Insbesondere dazu kann es vorteilhaft sein, dass die Aufnahmerinnen geradlinig verlaufen. Die Kabelschneidmaschine kann beispielsweise die elektrischen Leitungen in definierten Längen in die Aufnahmerinnen ablegen. Die Kabelschneidmaschine kann die elektrischen Leitungen bereits abisoliert, vercrimpt und/oder mit einer Einzeladerabdichtung (EAD) versehen einlegen.

Das Einlegegerät kann sich zum Einlegen der elektrischen Leitungen relativ zu stationär angeordneten Aufnahmerinnen bewegen, oder umgekehrt. Auch können sich sowohl das Einlegegerät als auch die Aufnahmerinnen gegeneinander bewegen. So kann insbesondere sichergestellt werden, dass alle Aufnahmerinnen von dem Einlegegerät mit den elektrischen Leitungen bestückt werden können.

Es ist eine Weiterbildung, dass das Einlegen der elektrischen Leitungen in die Aufnahmerinnen mit einer Bestückung kombiniert wird bzw. kombinierbar ist. Die elektrischen Leitungen werden also nicht nur ein- oder abgelegt, sondern können zumindest teilweise auch in dafür vorgesehene Steckergehäuse usw. eingesteckt werden.

Sind alle elektrischen Leitungen in die Aufnahmerinnen eingelegt, kann der Greifer die Leitungen beispielsweise dergestalt aus den Aufnahmerinnen ausbringen oder entfernen, dass der Greifer sie aus den Schächten heraushebt und mitführt.

Hierbei kann ein Greifer für den Fall mehrerer Bündelungspositionen diese nacheinander abfahren und die elektrischen Leitungen dort entsprechend ausbringen und sammeln.

Alternativ kann an jeder Bündelungsposition mindestens ein eigener Greifer angeordnet sein, so dass ein gleichzeitiges Ausbringen und Sammeln der Leitungen möglich ist. Es ist also eine Ausgestaltung, dass die Leitungen durch jeweilige Greifer an mehreren zueinander beabstandeten Bündelungspositionen ausgebracht und gesammelt werden können.

Für den Fall, dass ein Greifer die Bündelungspositionen nacheinander abfährt und für den Fall, dass zumindest eine elektrische Leitungen bei ihrem Einlegen in ein Steckergehäuse eingebracht wird, können definierte Überlängen insbesondere solcher elektrischer Leitungen vorgesehen sein (d.h., dass die Leitungen länger sind als die zugehörigen Aufnahmerinnen). Somit kann beim Ausbringen durch den Greifer verhindert werden, dass entweder die elektrischen Leitungen aus ihrem Steckergehäuse herausgezogen werden und/oder dass die elektrischen Leitungen ungleichmäßig gebündelt werden.

Das Ausbringen der elektrischen Leitungen aus den Aufnahmerinnen kann insbesondere ein Entfernen der elektrischen Leitungen aus den Aufnahmerinnen sein oder umfassen, das beispielsweise durch ein Herausheben oder Herausziehen der elektrischen Leitungen aus den Aufnahmerinnen realisiert sein kann. Das Ausbringen bzw. das Entfernen kann ein abschnittsweises Entfernen der elektrischen Leitungen im Bereich des entsprechenden Greifers umfassen.

Zur Fixierung der elektrischen Leitungen nach ihrem Sammeln können diese beispielsweise mit einem Wickelband oder einem Kabelbinder umwickelt werden.

Wenn alle elektrischen Leitungen umwickelt sind, kann der so entstandene Leitungsstrang, z.B. ein Kabelbaum, entnommen werden. Dabei kann der Leitungsstrang beispielsweise entweder aus dem Greifer oder den Greifern entnommen werden, oder der oder die Greifer legt bzw. legen den Leitungsstrang neben den Aufnahmerinnen ab.

Es ist eine Ausgestaltung, dass die Leitungen durch eine Querbewegung mindestens eines in seiner Bewegungsrichtung offenen Greifers aus den Aufnahmerinnen ausgebracht werden. So lassen sich die Leitungen besonders einfach ausbringen und sammeln. Der Greifer weist dazu insbesondere vorderseitig (d.h., in Bewegungsrichtung zum Einsammeln von Leitungen) ein Maul auf, in das die Leitungen beim Bewegen – z.B. bei einem Verfahren – des Greifers hineingleiten können und so aus den Aufnahmerinnen ausgebracht werden. Dazu kann das Maul eine Schräge aufweisen, an der die Leitungen beim Bewegen des Greifers hochgleiten.

Es ist noch eine Ausgestaltung, dass die Leitungen durch gegenläufige Querbewegungen zweier frontal zueinander ausgerichteter Greifer ausgebracht und gesammelt werden. Die beiden Greifer können sich aufeinander zubewegen und dabei jeweils einen Teil der Leitungen aus deren Aufnahmerinnen ausbringen. Dies ergibt den Vorteil, dass die elektrischen Leitungen seitlich bzw. quer nur wenig mit den Greifern mitgeführt zu werden brauchen.

Es ist eine Weiterbildung, dass sich die beiden frontal zueinander ausgerichteten Greifer – insbesondere mittig – treffen. Die jeweils gesammelten Leitungen können dann dort zusammen fixiert werden, z.B. mittels eines Wickelbands oder eines Kabelbinders gemeinsam umwickelt werden.

Bei dem Treffen der beiden frontal zueinander ausgerichteten Greifer können diese ineinanderfahren, insbesondere ineinandergesteckt werden. Dies ergibt den Vorteil, dass die von den jeweiligen Greifern gesammelten Leitungen ohne weiteren Aufwand zusammengebracht oder vereint angeordnet werden können.

Die beiden Greifer können insbesondere einander zugewandte offene Mäuler aufweisen.

Es ist eine weitere Ausgestaltung, dass die elektrischen Leitungen durch eine Querbewegung eines Greifers ausgebracht und gesammelt und an einer Ablageeinrichtung, z.B. einer Bürste (insbesondere einer Kabelbürste), abgelegt werden. Dies ergibt den Vorteil eines besonders einfachen Aufbaus.

Insbesondere falls zum Sammeln der Leitungen nur ein Greifer pro Bündelungsstelle verwendet wird, kann die Ablageeinrichtung, z.B. Bürste, insbesondere Kabelbürste, an einer dem Greifer gegenüberliegenden Seite der Aufnahmerinnen angeordnet sein, insbesondere stationär. Die gesammelten gebündelten Kabel werden dann durch die Bewegung des Greifers in die Ablageeinrichtung eingebracht. Fährt der Greifer auf seine Ausgangsstellung zurück, bleiben die Leitungen an der Ablageeinrichtung hängen und verlassen somit den Greifer.

Es ist ferner eine Ausgestaltung, dass mindestens eine elektrische Leitung in eine Aufnahmerinne eingelegt wird, die zwischen zwei zueinander beabstandeten Bündelungspositionen von den planparallel zueinander verlaufenden Aufnahmerinnen abzweigt. Dadurch können zwischen zwei Bündelungspositionen ein oder mehrere elektrische Leitungen ohne weiteren Aufwand aus dem Leitungsstrang, insbesondere Leitungsbündel, herausgeführt werden.

Die Aufgabe wird auch gelöst durch eine Vorrichtung (im Folgenden ohne Beschränkung der Allgemeinheit als "Anordnungsvorrichtung" bezeichnet) zum Anordnen mehrerer elektrischer Leitungen, wobei die Anordnungsvorrichtung aufweist: mehrere planparallel zueinander angeordnete Aufnahmerinnen, in welche jeweils ein oder mehrere der elektrischen Leitungen einlegbar sind, und mindestens einen in Bezug auf die planparallele Ausrichtung der Aufnahmerinnen querbeweglichen Greifer, der dazu eingerichtet ist, durch eine Querbewegung zumindest einige der Leitungen aus den Aufnahmerinnen auszubringen und zu sammeln, insbesondere zu bündeln.

Die Anordnungsvorrichtung ergibt den gleichen Vorteil wie das Verfahren. Die Anordnungsvorrichtung kann analog zu dem Verfahren ausgebildet sein, und umgekehrt.

Die aus den Aufnahmerinnen aufgebaute Aufnahmematrize kann einstückig hergestellt worden sein, z.B. aus Kunststoff oder Metall. Alternativ kann die Aufnahmematrize aus Aufnahmerinnen zusammengesetzt sein, die einzeln hergestellt und folgend miteinander verbunden worden sein. Beispielsweise können die Aufnahmerinnen aneinander gesteckt, geschraubt oder geclipst sein. So lässt sich ein Baukastensystem realisieren, bei dem der gewünschte Aufbau der Aufnahmematrize flexibel aus mehreren einzelnen Aufnahmerinnen und/oder Gruppen von Aufnahmerinnen zusammengesetzt werden kann. Die einzelnen Aufnahmerinnen und/oder Gruppen von Aufnahmerinnen besitzen in diesem Fall entsprechende Verbindungsmöglichkeiten.

Die Länge der Aufnahmerinnen einer Aufnahmematrize kann variieren.

Es ist eine Ausgestaltung, dass der Greifer ein vorderseitig bzw. in seiner Bewegungsrichtung offenes Maul mit einer rückseitig bzw. gegen die Bewegungsrichtung hochlaufenden Einführungsschräge aufweist. Dadurch kann vorteilhafterweise erreicht werden, dass die Leitungen sicher aus den Leitungsschächten ausgebracht bzw. herausgeführt werden können. Die Einführungsschräge kann geradlinig und/oder gekrümmt sein.

Es ist auch eine Ausgestaltung, dass die Einführungsschräge rückwärtig (d.h. gegen die Bewegungsrichtung) in einen Ablageabschnitt übergeht. Dadurch kann verhindert werden, dass mittels der Einführungsschräge gesammelte elektrische Leitungen das Einsammeln weiterer Leitungen behindern oder sogar wieder aus dem Greifer herausgleiten. Der Ablageabschnitt kann insbesondere horizontal oder entgegen der Einführungsschräge geneigt sein. Der Ablageabschnitt kann eine Vertiefung sein.

Es ist noch eine Ausgestaltung, dass die Aufnahmerinnen einen in Bewegungsrichtung des Greifers hochlaufenden Boden aufweisen. So wird eine Ausbringung der Leitungen noch einfacher und sicherer gestaltet. Zudem wird es so besonders einfach ermöglicht, dass dort eingelegte Leitungen durch ihr Gewicht zu dem untersten Punkt des Bodens gleiten und folglich ohne weiteren Aufwand besonders genau positionierbar sind. Der Boden kann z.B. als eine schräge Ebene bzw. im Querschnitt als eine geradlinige Schräge ausgebildet sein.

Es ist auch noch eine Ausgestaltung, dass der Boden einen oberen Rand aufweist, der höher liegt als ein oberer Rand der Einführungsschräge des Greifers. So kann eine elektrische Leitung bei einer Bewegung des Greifers besonders sicher über die Einführungsschräge in einen Ablageabschnitt des Greifers verbracht werden. Die elektrische Leitung kann insbesondere bei der Weiterbewegung des Gleiters über den oberen Rand der Aufnahmerinne herübergezogen werden.

Es ist eine weitere Ausgestaltung, dass die Anordnungsvorrichtung mindestens einen Satz aus zwei Greifern aufweist, die frontal zueinander ausgerichtet und gegenläufig bewegbar sind, so dass beide Greifer zum Ausbringen und Sammeln der elektrischen Leitungen von einer jeweiligen Ausgangsstellung seitlich neben den Aufnahmerinnen in eine Endstellung zusammenfahrbar sind. Die beiden Greifer sind in der Ausgangsstellung insbesondere an gegenüberliegenden Seiten der Aufnahmematrize bzw. der Aufnahmerinnen angeordnet.

Es ist noch eine weitere Ausgestaltung, dass die Anordnungsvorrichtung mindestens einen Satz aus einem Greifer und einer Ablageeinrichtung, insbesondere Kabelbürste, die seitlich neben den Aufnahmerinnen angeordnet ist, aufweist, so dass der Greifer zum Ausbringen und Sammeln der Leitungen von seiner Ausgangsstellung seitlich neben den Aufnahmerinnen in eine Endstellung, in der er mit der Ablageeinrichtung zusammengefahren ist, fahrbar ist. Der Greifer in seiner Ausgangsstellung und die Ablageeinrichtung sind insbesondere an gegenüberliegenden Seiten der Aufnahmematrize bzw. der Aufnahmerinnen angeordnet.

Es ist ferner eine Ausgestaltung, dass die Aufnahmerinnen an den Bündelungspositionen querverlaufende Ausnehmungen aufweisen, und der mindestens eine Greifer durch die Ausnehmungen hindurch querbeweglich ist. Dadurch lässt sich eine besonders einfache Bewegungsmechanik einsetzen. Diese Ausgestaltung kann auch so beschrieben werden, dass die Aufnahmematrize an den Bündelungspositionen querverlaufende Ausnehmungen aufweist, und der mindestens eine Greifer durch die Ausnehmungen querbeweglich ist.

Die Ausnehmungen können beispielsweise durch ein dortiges teilweises oder vollständiges Weglassen der Seitenwände der Aufnahmerinnen umgesetzt sein.

Alternativ können die Aufnahmerinnen auch vollständig durchtrennt sein. Die Aufnahmematrize kann dann mehrere längs hintereinander angeordnete Segmente aus Teilabschnitten der Aufnahmerinnen aufweisen, wobei benachbarte Segmente durch einen die Ausnehmung bildenden Spalt voneinander getrennt sind. Dies ermöglicht eine ganz besonders einfache Bewegungsmechanik.

Es ist außerdem eine Ausgestaltung, dass die Aufnahmerinnen individuell aus der planparallelen Anordnung herausstellbar sind. Dadurch können auf einfache Weise verschiedene Abzweige des zu erstellenden Leitungsbündels, insbesondere Kabelbaums, erzeugt werden. Das Herausstellen kann insbesondere bedeuten, dass mindestens eine Aufnahmerinne auf verschiedenen Ebenen verläuft, wobei eine der Ebenen der planparallelen (Haupt-)Anordnungsebene der Aufnahmematrize entspricht. Dies kann beispielsweise dadurch erreicht werden, dass mindestens eine Aufnahmerinne nach oben oder unten aus der (Haupt-)Anordnungsebene herausläuft. Die Aufnahmerinnen sind vorteilhafterweise derart angeordnet, dass der mindestens eine Greifer nicht behindert wird.

Die oben beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile dieser Erfindung sowie die Art und Weise, wie diese erreicht werden, werden klarer und deutlicher verständlich im Zusammenhang mit der folgenden schematischen Beschreibung eines Ausführungsbeispiels, das im Zusammenhang mit den Zeichnungen näher erläutert wird.

1 zeigt in einer Ansicht von schräg oben eine Anordnungsvorrichtung gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel;

2 zeigt in einer Ansicht von schräg oben einen Ausschnitt aus der Anordnungsvorrichtung gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel;

3 zeigt als Schnittdarstellung in Seitenansicht einen Greifer der Anordnungsvorrichtung gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel;

4 zeigt als Schnittdarstellung in Querschnittsansicht zwei Aufnahmerinnen der Anordnungsvorrichtung gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel;

5 zeigt als Schnittdarstellung zusammen den Greifer aus 3 und die Aufnahmerinnen aus 4 während einer Bewegung des Greifers zum Einsammeln von Leitungen aus den Aufnahmerinnen; und

6 zeigt in einer Ansicht von schräg oben eine Anordnungsvorrichtung gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel.

1 zeigt in einer Ansicht von schräg oben eine Anordnungsvorrichtung 1 zum Anordnen mehrerer elektrischer Leitungen L, z.B. von Kabeln, wobei die Anordnungsvorrichtung 1 mehrere planparallel zueinander angeordnete, geradlinige Aufnahmerinnen 2 aufweist. Die Aufnahmerinnen 2 verlaufen parallel zueinander in einer x-Richtung und sind seitlich (entlang einer y-Richtung) unmittelbar nebeneinander angeordnet. Die Aufnahmerinnen 2 bilden zusammen eine z.B. einstückig hergestellte Aufnahmematrize 3, in welche jeweils eine elektrische Leitung L eingelegt ist. Die Anordnungsebene der Aufnahmerinnen 2 bzw. der Aufnahmematrize 3 entspricht der x-y-Ebene.

Die Aufnahmematrize 3 weist hier drei Ausnehmungen 4 auf, an denen die dort befindlichen Aufnahmerinnen 2 z.B. unterbrochen sind oder Aussparungen in ihren Seitenwänden aufweisen. Die Ausnehmungen 4 sind quer zu der x-Richtung bzw. entlang der y-Richtung ausgerichtet und folglich quer zu der Erstreckung der Aufnahmerinnen 2.

An einer der Ausnehmungen 4 befindet sich eine Sammeleinrichtung 5 mit einem Schlitten 6, auf dem oberseitig ein Greifer 7 und eine Ablageeinrichtung in Form einer Kabelbürste 8 angeordnet sind. Der Schlitten 6 ist in y-Richtung ausgerichtet und der Greifer 7 ist auf dem Schlitten 6 verschieblich angeordnet. Eine Bewegungsrichtung R des Greifers 7 zum Einsammeln der Leitungen L liegt also in Bezug auf die Aufnahmerinnen 2 und die Aufnahmematrize 3 quer. Der Gleiter 7 ist somit querverschieblich bzw. mittels einer Verschiebung querbeweglich angeordnet. Der Greifer 7 ist dabei durch die zugehörige Ausnehmung 4 hindurch querverschieblich. Die Kabelbürste 8 ist hingegen stationär bzw. ortsfest auf dem Schlitten 6 befestigt. Der Greifer 7 und die Kabelbürste 8 sind in der gezeigten Ausgangsstellung des Greifers 7 an unterschiedlichen Seiten der Ausnehmung 4 angeordnet.

2 zeigt einen Ausschnitt aus der Anordnungsvorrichtung 1 im Bereich der Sammeleinrichtung 5. Der Greifer 7 weist ein an seiner Vorderseite, welche den einzusammelnden Leitungen L zugewandt ist, ein offenes Maul 9 mit einer nach hinten (gegen die Bewegungsrichtung R des Greifers 7 zum Einsammeln der Leitungen L) hochlaufenden Einführungsschräge 10 auf, wie auch in 3 gezeigt. Die Einführungsschräge 10 geht nach hinten bzw. rückwärtig in einen hier als eine Vertiefung ausgebildeten Ablageabschnitt 11 über.

Wie auch in 4 gezeigt, weisen die Aufnahmerinnen 2 einen in Bewegungsrichtung R des Greifers 7 hochlaufenden Boden 12 auf, der einen oberen Rand 13 aufweist, welcher höher liegt als ein oberer Rand 14 (siehe 3) der Einführungsschräge 10 des Greifers 7. Jedoch können die Höhen der Ränder 13 und 14 auch unterschiedlich dazu ausgebildet sein, z.B. gleich hoch sein, oder es kann der obere Rand 13 tiefer liegen als der obere Rand 14.

Wie in 5 gezeigt, gleitet bei einer Querverschiebung des Greifers 7 in Bewegungsrichtung R eine Leitung L in das Maul 9 des Greifers 7 und gleitet dabei an der Einführungsschräge 10 hoch. Durch den hochlaufenden Boden 12 verhakt sich die Leitung L nicht in der Aufnahmerinne 2. Die Leitung L wird dadurch so lange zwischen der Einführungsschräge 10 und dem hochlaufenden Boden 12 hochgehoben, bis sie über den oberen Rand 14 in den Ablageabschnitt 11 hinübergleitet. Dort wird sie mit zuvor ausgebrachten Leitungen (o. Abb.) gesammelt. Sie wird mit weiterer Bewegung des Greifers 7 ganz aus der Auflagerinne 2 ausgebracht.

Wieder zurückkehrend zu 1 und 2, wird der Greifer 7 so lange in der Bewegungsrichtung R verfahren, bis er alle Leitungen L im Bereich der zugehörigen Ausnehmung 4 ausgebracht und eingesammelt hat und die Kabelbürste 8 in den Greifer 7 eingefahren ist bzw. der Greifer 7 und die Sammelbürste 8 zusammengefahren sind. Die Leitungen L werden dadurch in der Kabelbürste 8 abgelegt. Nun erfolgt eine Rückbewegung des Greifers 7 in seine Ausgangsstellung, wobei die Leitungen L in der Kabelbürste 8 verbleiben und dort fixiert werden können.

Die Positionen der Ausnehmungen 4 entlang der Aufnahmerinnen 2 und damit bezüglich der x-Richtung entsprechen also den Bündelungspositionen B.

In einer Variante kann die Sammeleinrichtung 5 nun zu der nächsten Ausnehmung 4 verschoben werden und dort erneut die Leitungen aus den Aufnahmerinnen 2 ausbringen und gesammelt an der Kabelbürste 8 ablegen. In einer anderen Variante kann an jeder der Ausnehmung 4 eine jeweilige Sammeleinrichtung 5 vorhanden sein.

Wie in 1 und 2 gezeigt, können die Aufnahmerinnen 2 individuell aus der planparallelen Anordnung (d.h., der x-y-Ebene) herausgestellt sein, und zwar hier nach oben. Dies kann durch ein Schrägstellen dieser Aufnahmerinnen in z-Richtung umgesetzt sein. Dadurch werden die dort eingelegten Leitungen L bei der nächsten Ausnehmungen 4 nicht mehr mit eingesammelt, sondern können aus dem Leitungsstrang herausgeführt werden.

6 zeigt eine Anordnungsvorrichtung 21 zum Anordnen mehrerer elektrischer Leitungen L, welche die gleiche Aufnahmematrize 3 wie die Anordnungsvorrichtung 1 aufweist, eine Sammeleinrichtung 22 aber nun anstelle der Kabelbürste einen weiteren querverschieblichen Greifer 23 aufweist.

Die beiden Greifer 7 und 23 sind frontal zueinander ausgerichtet und gegenläufig in die Bewegungsrichtungen R bzw. R' = –R bewegbar, so dass sie zum Ausbringen und Sammeln der Leitungen L von einer Ausgangsstellung seitlich neben den Aufnahmerinnen 2 bzw. der Aufnahmematrize 3 in eine Endstellung zusammenfahrbar sind. In dieser Endstellung sind die von den beiden Greifern 7 und 23 eingesammelten Leitungen 7 zusammengebündelt und können fixiert werden.

Selbstverständlich ist die vorliegende Erfindung nicht auf das gezeigte Ausführungsbeispiel beschränkt.

Allgemein kann unter "ein", "eine" usw. eine Einzahl oder eine Mehrzahl verstanden werden, insbesondere im Sinne von "mindestens ein" oder "ein oder mehrere" usw., solange dies nicht explizit ausgeschlossen ist, z.B. durch den Ausdruck "genau ein" usw.

Auch kann eine Zahlenangabe genau die angegebene Zahl als auch einen üblichen Toleranzbereich umfassen, solange dies nicht explizit ausgeschlossen ist.

Bezugszeichenliste

1
Anordnungsvorrichtung
2
Aufnahmerinne
3
Aufnahmematrize
4
Ausnehmung
5
Sammeleinrichtung
6
Schlitten
7
Greifer
8
Kabelbürste
9
Maul
10
Einführungsschräge
11
Ablageabschnitt
12
Boden
13
Oberer Rand
14
Oberer Rand
21
Anordnungsvorrichtung
22
Sammeleinrichtung
23
Greifer
B
Bündelungsposition
L
Leitung
R
Bewegungsrichtung
R'
Bewegungsrichtung
x
x-Richtung
y
y-Richtung

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

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Zitierte Patentliteratur

  • DE 102007022764 B3 [0003]