Title:
Beschlagsanordnung an Bauelementen
Kind Code:
A1


Abstract:

Eine Beschlagsanordnung an Bauelementen umfasst ein Profil (2) und ein Beschlagsteil (3), wobei in dem Beschlagsteil (3) mindestens eine Durchführung für einen Gewindebolzen (4) vorgesehen ist und der Gewindebolzen (4) mit mindestens einem ersten Gewindeabschnitt in ein Innengewinde an dem Profil (2) oder einem in dem Profil (2) angeordneten Armierungsprofil (9) eingreift. Erfindungsgemäß steht der Gewindebolzen (4) mit einem zweiten Gewindeabschnitt mit einem Innengewinde (7) in dem Beschlagsteil (3) in Eingriff, so dass er sicher fixiert ist und das Profil (2) gegen eine Überlast durch ein zu starkes Drehmoment beim Anziehen des Gewindebolzens (4) geschützt ist.




Inventors:
gleich Anmelder
Application Number:
DE102015102868A
Publication Date:
09/01/2016
Filing Date:
02/27/2015
Assignee:
Möller, Gerd, 34582 (DE)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE202009015661U1N/A2011-04-28
DE202004019037U1N/A2006-04-20
DE19732535A1N/A1999-01-28



Attorney, Agent or Firm:
Patent- und Rechtsanwälte Loesenbeck, Specht, Dantz, 33602, Bielefeld, DE
Claims:
1. Beschlagsanordnung an Bauelementen, mit einem Profil (2) und einem Beschlagsteil (3), wobei in dem Beschlagsteil (3) mindestens eine Durchführung für einen Gewindebolzen (4) vorgesehen ist und der Gewindebolzen (4) mit mindestens einem ersten Gewindeabschnitt in ein Innengewinde an dem Profil (2) oder einem in dem Profil (2) angeordneten Armierungsprofil (9) eingreift, dadurch gekennzeichnet, dass der Gewindebolzen (4) mit einem zweiten Gewindeabschnitt mit einem Innengewinde (7) in dem Beschlagsteil (3) in Eingriff steht.

2. Beschlagsanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Gewindebolzen (4) einen verbreiterten Kopfabschnitt (5) aufweist, der an einer Anlagefläche (6) des Beschlagsteils (3) verspannt ist.

3. Beschlagsanordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der erste und der zweite Gewindeabschnitt den gleichen Durchmesser aufweisen.

4. Beschlagsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Profil (2) aus Kunststoff hergestellt ist und in einer Hohlkammer (18) ein metallisches Armierungsprofil (9) vorgesehen ist.

5. Beschlagsanordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen einem Innengewinde (10, 11) des Armierungsprofils (9) und dem Innengewinde (7) an dem Beschlagsteil (3) mindestens eine Hohlkammer (14) des Profils (2) angeordnet ist.

6. Beschlagsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Profil (2) Teil eines Blendrahmens oder eines Flügelrahmens eines Fensters oder einer Tür ist.

7. Beschlagsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Beschlagsteil (3) ein Lagerzapfen für einen Flügel eines Fensters oder einer Tür ausgebildet ist.

8. Beschlagsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Beschlagsteil (3) aus Metall hergestellt ist, insbesondere ein Gussteil.

9. Beschlagsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Gewindebolzen (4) als metallische Schraube ausgebildet ist.

Description:

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Beschlagsanordnung an Bauelementen, mit einem Profil und einem Beschlagsteil, wobei in dem Beschlagsteil mindestens eine Durchführung für einen Gewindebolzen vorgesehen ist und der Gewindebolzen mit mindestens einem ersten Gewindeabschnitt ein Innengewinde an dem Profil oder an einem in dem Profil angeordneten Armierungsprofil eingreift.

Zur Befestigung von Beschlagsteilen an Profilen werden meist Schrauben eingesetzt, die mit dem Profil oder einem Armierungsprofil verschraubt werden. Wird die Schraube mit einem erforderlichen Drehmoment angeschraubt, kann es an der Profiloberfläche zu unschönen Vertiefungen kommen, da die Spannkräfte in Axialrichtung der Schraube das Beschlagsteil in die Oberfläche des Profils eindrücken. Wird die Schraube hingegen mit einem geringeren Drehmoment angezogen, so kann das Beschlagsteil sich nach kurzer Zeit lockern, gerade auch aufgrund von Wärmespannungen.

Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Beschlagsanordnung an Bauelementen zu schaffen, die ein sicheres Befestigen eines Beschlagsteils an einem Profil gewährleistet, ohne dass die oben genannten Probleme auftreten.

Diese Aufgabe wird mit einer Beschlagsanordnung mit den Merkmalen des Anspruches 1 gelöst.

Bei der Beschlagsanordnung wird ein Gewindebolzen mit mindestens einem ersten Gewindeabschnitt mit einem Innengewinde an dem Profil oder einem in dem Profil angeordneten Armierungsprofil in Eingriff gebracht, und zusätzlich steht der Gewindebolzen mit einem zweiten Gewindeabschnitt mit einem Innengewinde an dem Beschlagsteil in Eingriff. Dadurch kann beim Festziehen des Gewindebolzens zunächst ein Eindrehen des Gewindebolzens erfolgen, bis das Beschlagsteil an einer Oberfläche des Profils anliegt. Dann erfolgt das Verspannen des Gewindebolzens durch ein weiteres Eindrehen in das Profil oder das Armierungsprofil und zusätzlich des zweiten Gewindeabschnittes in das Beschlagsteil, da der Gewindebolzen sowohl mit dem Beschlagsteil als auch mit dem Profil oder dem Armierungsprofil über ein Gewinde in Eingriff steht. Dadurch können die Kräfte in axialer Richtung des Gewindebolzens zum Verspannen reduziert werden, was ein Eindrücken des Profils vermeidet. Zudem sorgt das Innengewinde an dem Beschlagsteil dafür, dass der Gewindebolzen auch bei größeren Temperaturunterschieden klemmend fixiert ist, da in dem Beschlagsteil keine reine Durchführung mit Spiel für den Gewindebolzen, sondern ein Innengewinde ausgebildet ist.

Vorzugsweise weist der Gewindebolzen einen verbreiterten Kopfabschnitt auf, der an einer Anlagefläche des Beschlagsteils verspannt ist. Der Kopfabschnitt kann dabei direkt an einer Anlagefläche des Beschlagsteils aufliegen oder über die Zwischenschaltung weiterer Bauteile, beispielsweise einer Unterlegscheibe. In jedem Fall werden die durch den Gewindebolzen beim Festschrauben aufgebrachten Kräfte in axiale Richtung über den Kopfabschnitt in das Beschlagsteil eingeleitet, so dass ein Verspannen zwischen Kopfabschnitt und Beschlagsteil stattfindet, was für eine sichere Fixierung des Gewindebolzens an dem Beschlagsteil sorgt, auch wenn das Drehmoment beim Anziehen des Gewindebolzens noch so gering ist, dass keine Vertiefung an der Oberfläche des Profils erzeugt wird.

Für eine einfache Montage der Beschlagsanordnung kann der Gewindebolzen einen ersten und zweiten Gewindeabschnitt einen gleichen Durchmesser aufweisen. Das Gewinde kann dabei durchgängig von einem Kopfabschnitt bis zu einem gegenüberliegenden Endabschnitt des Gewindebolzens ausgebildet sein, so dass bei der Montage der Gewindebolzen einfach in das Beschlagsteil und das Profil eingedreht wird.

Die Beschlagsanordnung wird vorzugsweise bei einem Profil aus Kunststoff eingesetzt, das mindestens eine Hohlkammer mit einem metallischen Armierungsprofil aufweist. In dem Armierungsprofil ist dann mindestens ein Innengewinde ausgebildet, in das der Gewindebolzen eingedreht wird. Der Gewindebolzen kann dabei auch ein selbstschneidendes Gewinde besitzen, das ein Innengewinde in dem Armierungsprofil erzeugt. Zwischen dem Innengewinde des Armierungsprofils und dem Innengewinde an dem Beschlagsteil umfasst das Profil vorzugsweise mindestens eine Hohlkammer.

Ein Profil mit einer erfindungsgemäßen Beschlagsanordnung kann insbesondere Teil eines Blendrahmens eines Fensters oder einer Tür sein. Dabei kann das Beschlagsteil einen Lagerzapfen für ein Fenster oder eine Tür ausbilden, so dass ein Tür- oder Fensterflügel an dem Beschlagsteil gelagert werden kann. Auch andere Anwendungszwecke für den Einsatz der Beschlagsanordnung sind möglich. Das Beschlagsteil ist dabei vorzugsweise aus Metall hergestellt und wird insbesondere an die Außenseite eines Profils aufgeschraubt. Als Gewindebolzen wird insbesondere eine metallische Schraube eingesetzt. Dabei können auch mehrere Gewindebolzen zur Festlegung eines Beschlagsteils eingesetzt werden.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels mit Bezug auf die beigefügte Zeichnung näher erläutert. Es zeigt:

1 eine Schnittansicht durch eine erfindungsgemäße Beschlagsanordnung.

Eine Beschlagsanordnung 1, insbesondere für einen Blendrahmen eines Fensters oder einer Tür, umfasst ein Profil 2 aus Kunststoff, an dem ein metallisches Beschlagsteil 3 festgelegt ist. Das Beschlagsteil 3 kann beispielsweise einen Lagerzapfen ausbilden, um einen Flügel eines Fensters oder einer Tür drehbar zu lagern. Zur Befestigung des Beschlagsteils 3 an dem Profil 2 ist ein Gewindebolzen vorgesehen, der an der Außenseite einen verbreiterten Kopfabschnitt 5 aufweist. Der Kopfabschnitt 5 ist innerhalb einer Vertiefung an dem Beschlagsteil 3 aufgenommen und liegt auf der zum Profil 2 gewandten Seite an einer Anlagefläche 6 des Beschlagsteils 3 an. In dem Beschlagsteil 3 ist eine Durchführung für den Gewindebolzen 4 ausgebildet, die allerdings nicht zylindrisch ausgebildet ist, sondern ein Innengewinde 7 umfasst, das in Eingriff mit einem Gewindeabschnitt des Gewindebolzens 4 steht.

Das Beschlagsteil 3 liegt auf der zum Profil 2 gewandten Seite an einer ebenen Oberfläche 8 des Profils an. Diese ebene Oberfläche 8 kann bei zu starken Kräften in axiale Richtung des Gewindebolzens 4 eingedrückt werden, was durch die vorliegende Erfindung vermieden wird.

Der Gewindebolzen 4 greift mit einem zweiten Gewindeabschnitt in ein Innengewinde 10 ein, das an einem metallischen Armierungsprofil 9 ausgebildet ist. Das Armierungsprofil 9 ist innerhalb einer Hohlkammer 18 des Profils 2 eingefügt und als Hohlkammerprofil ausgebildet, so dass der Gewindebolzen 4 mit einer Spitze 13 mit einem weiteren Innengewinde 11 an dem Armierungsprofil 9 in Eingriff steht. Es ist natürlich auch möglich, das Armierungsprofil 9 nicht als Hohlprofil, sondern L-, T-, Doppel-T-förmig oder mit einer anderen Querschnittsgeometrie auszubilden. Für eine Befestigung des Beschlagsteils 3 wäre es zudem ausreichend, wenn nur ein Gewindeabschnitt des Gewindebolzens 4 in Eingriff mit einem Innengewinde 10 des Armierungsprofils 9 steht.

Zwischen dem Armierungsprofil 9 und dem Beschlagsteil 3 weist das Profil 2 eine oder mehrere Hohlkammern 14 auf, die durch Stege 15 voneinander getrennt sind.

Das Profil 2 weist ferner noch Dichtungen 16 und 17 auf, die an einem Profil eines Flügels zur Anlage gebracht werden können, wenn das Profil 2 als Blendrahmen eingesetzt wird. Das Profil 2 kann dabei statt aus Kunststoff auch aus anderen Materialien bestehen, insbesondere aus Metall, wie Aluminium.

Für die Montage des Beschlagsteils 3 wird dieses zunächst an die Oberfläche 8 des Profils 2 angelegt und dann der Gewindebolzen 4 eingedreht, so dass ein erster Gewindeabschnitt mit dem Innengewinde 10 an dem Armierungsprofil 9 und ein zweiter Gewindeabschnitt mit dem Innengewinde 7 an dem Beschlagsteil 3 in Eingriff steht. Der Gewindebolzen 4 wird solange eingedreht, bis der verbreiterte Kopfabschnitt 5 an der Anlagefläche 6 des Beschlagsteils 3 anliegt, so dass nun ein weiteres Eindrehen des Gewindebolzens dazu führt, dass der Kopfabschnitt 5 an dem Beschlagsteil 3 verspannt. Da eine Bewegung des Beschlagsteils 3 in axiale Richtung des Gewindebolzens 4 durch die Oberfläche 8 verhindert ist, erfolgt ein festes Verspannen des Gewindebolzens 4 an dem Beschlagsteil 3, ohne dass die Oberfläche 8 durch eine zu hohe Belastung in axiale Richtung eingedrückt wird. Zudem haben Versuche gezeigt, dass der Gewindebolzen 4 sich auch nach längerer Zeit nicht lockert, da er an dem Beschlagsteil 3 sicher fixiert ist.

In dem dargestellten Ausführungsbeispiel besitzt der Gewindebolzen 4 im Bereich des Innengewindes 10 und des Innengewindes 7 denselben Durchmesser. Es ist natürlich auch möglich, den Gewindebolzen 4 gestuft auszubilden, so dass benachbart zu dem Kopfabschnitt 5 ein größerer Gewindedurchmesser als im Bereich des Armierungsprofils 9 vorhanden ist.

Das Gewinde des Gewindebolzens 4 kann selbstschneidend oder nicht selbstschneidend sein. Zudem können verschiedene Gewindetypen eingesetzt werden, um den Gewindebolzen 4 an den Innengewinden 7, 10 und 11 zu fixieren.

Bezugszeichenliste

1
Beschlagsanordnung
2
Profil
3
Beschlagsteil
4
Gewindebolzen
5
Kopfabschnitt
6
Anlagefläche
7
Innengewinde
8
Oberfläche
9
Armierungsprofil
10
Innengewinde
11
Innengewinde
13
Spitze
14
Hohlkammer
15
Steg
16
Dichtung
17
Dichtung
18
Hohlkammer