Title:
Vorrichtung zum Abscheiden von Overspray, Oberflächenbehandlungsanlage und Verfahren zum Abscheiden von Overspray
Kind Code:
A1


Abstract:

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Abscheiden von Overspray aus einem mit Overspray beladenen Luftstrom, der durch die Vorrichtung geführt wird, mit einem ersten Abscheidebereich (92) und mit einem zweiten Abscheidebereich (94), welcher dem ersten Abscheidebereich (92) nachgeordnet ist, wobei der erste Abscheidebereich (92) eine Vorabscheidevorrichtung (50) aufweist, und wobei der zweite Abscheidebereich (94) eine Abscheidevorrichtung (30), insbesondere eine elektrostatische Abscheidevorrichtung, aufweist. Die Erfindung betrifft auch eine Oberflächenbehandlungsanlage für Gegenstände (4) mit einer Behandlungskabine (2), in der Overspray von einem Luftstrom aufgenommen wird, und mit einer Vorrichtung zum Abscheiden von Overspray mit einer Abscheidevorrichtung (30), insbesondere einer elektrostatische Abscheidevorrichtung (30), der eine Vorabscheidevorrichtung (50) vorgeordnet ist. Die vorliegende Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Abscheiden von Overspray aus einem Luftstrom, wobei der Luftstrom nach dem Durchströmen einer Behandlungskabine (2) durch eine Vorabscheidevorrichtung (50) geführt wird bevor er zu einer nachgeordneten Abscheidevorrichtung (30), insbesondere einer elektrostatischen Abscheidevorrichtung (30) geführt wird. Die Erfindung reduziert die Verschmutzung der Abscheidevorrichtung (30) und erhöht deren Zuverlässigkeit im Betrieb. Dadurch werden Betriebsunterbrechungen gemindert und die Oberflächenbehandlungsanlage kann effizienter betrieben werden.




Inventors:
Bubek, Julian (71034, Böblingen, DE)
Halbmeyer, Axel (71034, Böblingen, DE)
Schlipf, Michael, Dr. (73035, Göppingen, DE)
Application Number:
DE102015016554A
Publication Date:
06/22/2017
Filing Date:
12/18/2015
Assignee:
Eisenmann SE, 71032 (DE)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE102013004082A1N/A2014-09-11
DE102013001982A1N/A2014-08-21
DE102013011107A1N/A2014-08-07
DE102012009723A1N/A2013-11-21
DE102008046414A1N/A2010-03-18
DE202005013403U1N/A2005-11-24



Attorney, Agent or Firm:
Ostertag & Partner, Patentanwälte mbB, 70597, Stuttgart, DE
Claims:
1. Vorrichtung zum Abscheiden von Overspray aus einem mit Overspray beladenen Luftstrom, der durch die Vorrichtung geführt wird, mit einer Abscheidevorrichtung (30), insbesondere einer elektrostatischen Abscheidevorrichtung (30),
dadurch gekennzeichnet, dass
(a) ein erster Abscheidebereich (92) mit einer Vorabscheidevorrichtung (50) vorgesehen ist, dass
(b) dem ersten Abscheidebereich (92) ein zweiter Abscheidebereich (94) nachgeordnet ist, und dass
(c) die Abscheidevorrichtung (30) in dem zweiten Abscheidebereich (94) angeordnet ist.

2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorabscheidevorrichtung (50) mehrere Filterelemente (44) aufweist, an denen sich Overspray aus dem Luftstrom nach dem Trägheitsprinzip abscheidet.

3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorabscheidevorrichtung (50) mehrere Filterelemente (44) aufweist, die in ein oder mehreren Filtereinheiten (56) zusammengefasst sind.

4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorabscheidevorrichtung (50) eine Rahmenstruktur (54) zur Aufnahme der Filtereinheiten (56) aufweist.

5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Rahmenstruktur (54) der Vorabscheidevorrichtung (50) einen begehbaren Innenbereich (60) begrenzt.

6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Filtereinheiten (56) als Module in die Rahmenstruktur (54) einlegbar sind.

7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Filtereinheiten (56) zumindest nahezu horizontal in dem ersten Abscheidebereich (92) angeordnet sind.

8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Filtereinheiten (56) eine Neigung aufweisen und zu den Seitenwänden (40, 42) des ersten Abscheidebereichs (92) hin abfallend ausgebildet sind.

9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Filterelemente (44) in mehreren Ebenen (70, 72, 74 bzw. 76, 7880, 82) angeordnet sind, die von zumindest einem Teil des Luftstroms nacheinander durchströmt werden.

10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass ein oder mehrere Filterelemente (44) als Filterlamellen (66, 68) mit einem halboffenen Profil ausgebildet sind.

11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die offenen Seiten der halboffenen Profile der als Filterlamellen ausgebildeten Filterelemente (44) einer ersten Ebene entgegengesetzt zu den offenen Seiten der halboffenen Profile der als Filterlamellen ausgebildeten Filterelemente (44) einer zweiten Ebene ausgerichtet sind.

12. Oberflächenbehandlungsanlage für Gegenstände (4) mit einer Behandlungskabine (2), in der ein Luftstrom Overspray aufnimmt, und mit einer Vorrichtung zum Abscheiden von Overspray aus dem Luftstrom, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung zum Abscheiden von Overspray nach einem der Ansprüche 1 bis 11 ausgebildet ist.

13. Oberflächenbehandlungsanlage nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Abscheidebereich (92) unterhalb der Behandlungskabine (2) und oberhalb des zweiten Abscheidebereichs (94) angeordnet ist.

14. Verfahren zum Abscheiden von Overspray aus einem Luftstrom, dadurch gekennzeichnet, dass der Luftstrom nach dem Durchströmen einer Behandlungskabine (2) durch eine Vorabscheidevorrichtung (50) geführt wird bevor er zu einer nachgeordneten Abscheidevorrichtung (30), insbesondere zu einer elektrostatischen Abscheidevorrichtung (30), geführt wird.

15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass in der Vorabscheidevorrichtung (50) grobe Partikel aus dem Luftstrom mechanisch abgeschieden werden.

16. Verfahren nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Luftstrom in der Vorabscheidevorrichtung (50) zur Abscheidung von Overspray mittels mehrerer Filterelemente (44) umgelenkt wird.

Description:

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Abscheiden von Overspray aus einem mit Overspray beladenen Luftstrom, der durch die Vorrichtung geführt wird, wobei die Vorrichtung eine Abscheidevorrichtung, insbesondere eine elektrostatische Abscheidevorrichtung, aufweist.

Die Erfindung betrifft auch eine Oberflächenbehandlungsanlage für Gegenstände mit einer Behandlungskabine, in der ein Luftstrom Overspray aufnimmt, und mit einer Vorrichtung zum Abscheiden von Overspray aus dem Luftstrom.

Weiterhin betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Abscheiden von Overspray aus einem Luftstrom.

Bei der manuellen oder automatischen Applikation von Lacken auf Gegenstände in einer Lackierkabine wird ein Teilstrom des Lackes, der im Allgemeinen sowohl Festkörper und/oder Bindemittel als auch Lösemittel enthält, nicht auf den Gegenstand appliziert. Dieser Teilstrom wird in der Fachwelt als Overspray bezeichnet. Im Weiteren werden die Begriffe Overspray, Overspray-Partikel oder Overspray-Feststoffe im Sinne eines dispersen Systems, wie einer Emulsion oder Suspension oder einer Kombination daraus, verstanden. Der Overspray wird von dem Luftstrom in der Lackierkabine erfasst und einer Abscheidung zugeführt.

Aus der DE 10 2008 046 414 A1 ist eine Vorrichtung zum Abscheiden von Lack-Overspray aus der mit Overspray beladenen Kabinenabluft von Lackieranlagen bekannt, welche Vorrichtung mindestens eine Abscheidefläche umfasst, welche in einer nicht horizontalen Ebene angeordnet und von einer Abscheideflüssigkeit überströmbar ist. Dabei ist die Kabinenluft an dieser Abscheidefläche entlang führbar, wobei die Abscheidefläche elektrisch leitend und mit einem Pol einer Hochspannungsfläche verbunden ist, wobei der andere Pol dieser Hochspannungsquelle mit einer im Luftstrom angeordneten Elektrodeneinrichtung verbunden ist.

Die DE 10 2012 009 723 A1 beschreibt eine weitere Vorrichtung zum Abscheiden von Lack-Overspray aus der mit Overspray beladenen Kabinenabluft von Lackieranlagen mit Abscheidemitteln, an welchen die Kabinenabluft entlang führbar ist und welche auf dem Potential eines Pols einer Hochspannungsquelle liegen, mit einer im Luftstrom angeordneten Elektrodeneinrichtung, welche mit dem anderen Pol der Hochspannungsquelle verbunden ist, und mit einer Einrichtung, mittels welcher wenigstens ein frei fallender Abscheidevorhang aus einem Abscheidematerial erzeugbar ist, der als Abscheidemittel dient und mit der Elektrodeneinrichtung zusammenarbeitet.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, das Abscheiden von Overspray aus einem mit Overspray beladenen Luftstrom derart zu ermöglichen, dass die Zuverlässigkeit und Effizienz gegenüber dem Stand der Technik verbessert sind und eine Reduzierung der Betriebskosten erreicht wird.

Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Vorrichtung der eingangs genannten Art, wobei ein erster Abscheidebereich mit einer Vorabscheidevorrichtung vorgesehen ist, wobei dem ersten Abscheidebereich ein zweiter Abscheidebereich nachgeordnet ist, und wobei die Abscheidevorrichtung in dem zweiten Abscheidebereich angeordnet ist. Derart können die Beladung des Luftstroms im zweiten Abscheidebereich und die Verschmutzung der Abscheidevorrichtung reduziert werden. Erfindungsgemäß ergibt sich ein geringerer Aufwand für Reinigung und Wartung der Vorrichtung. Darüber hinaus kann eine geringere Störanfälligkeit Vorrichtung bewirkt werden.

Mit Vorteil kann die Vorabscheidevorrichtung mehrere Filterelemente aufweisen, an denen sich Overspray aus dem Luftstrom nach dem Trägheitsprinzip abscheidet. Durch eine derartige mechanische Abscheidung können z. B. bevorzugt Partikeln einer bestimmten Größe, beispielsweise grobe Partikel, zumindest vorwiegend in der Vorabscheidevorrichtung abgeschieden werden.

Mit Vorteil kann die Vorabscheidevorrichtung mehrere Filterelemente aufweisen, die in ein oder mehreren Filtereinheiten zusammengefasst sind. Dies begünstigt beispielsweise die Reinigung bzw. den Austausch der Filterelemente.

Eine technisch günstige Lösung ist gegeben, wenn die Vorabscheidevorrichtung eine Rahmenstruktur zur Aufnahme der Filtereinheiten aufweist.

Vorzugsweise kann die Rahmenstruktur der Vorabscheidevorrichtung einen begehbaren Innenbereich begrenzen. Derart können beispielsweise Wartungsarbeiten aus einem Bereich heraus erfolgen, der in der Regel weniger verschmutzt ist als der jenseits der Rahmenstruktur liegende Bereich.

Beispielsweise im Hinblick auf den Austausch der Filtereinheiten kann es günstig sein, wenn die Filtereinheiten als Module in die Rahmenstruktur einlegbar sind. Auf diese Weise können die beispielsweise für Reinigung, Austausch und/oder Wartung benötigten Zeiten weiter reduziert werden.

Es kann zweckmäßig sein, wenn die Filtereinheiten zumindest nahezu horizontal in dem ersten Abscheidebereich angeordnet sind. Derart kann beispielsweise das Strömungsverhalten verbessert werden und der Ausbildung von Turbulenzen entgegengewirkt werden.

In vorteilhafter Weiterbildung können die Filtereinheiten eine Neigung aufweisen und zu den Seitenwänden des ersten Abscheidebereichs hin abfallend ausgebildet sein. Diese Weiterbildung begünstigt das Abführen abgeschiedenen Materials von den Filtereinheiten.

Die Abscheidewirkung der Vorabscheidevorrichtung kann verbessert werden, wenn die Filterelemente in mehreren Ebenen angeordnet sind, die von zumindest einem Teil des Luftstroms nacheinander durchströmt werden.

Vorzugsweise können ein oder mehrere Filterelemente als Filterlamellen mit einem halboffenen Profil ausgebildet sein.

In vorteilhafter Weiterbildung können die offenen Seiten der halboffenen Profile der als Filterlamellen ausgebildeten Filterelemente einer ersten Ebene entgegengesetzt zu den offenen Seiten der halboffenen Profile der als Filterlamellen ausgebildeten Filterelemente einer zweiten Ebene ausgerichtet sein.

Die Aufgabe der Erfindung wird auch gelöst durch eine Oberflächenbehandlungsanlage der eingangs genannten Art mit einer Vorrichtung zum Abscheiden von Overspray, welche gemäß der Erfindung oder einer ihrer Ausgestaltungen ausgebildet ist. Bei der erfindungsgemäßen Oberflächenbehandlungslage können Druckdifferenzen im Bereich der Abscheidung sowohl lokal als auch über die Länge der Anlage gemindert werden. Dies bewirkt stabilere Strömungsverhältnisse in der Behandlungskabine und somit eine bessere Qualität der behandelten Oberfläche. So kann z. B. auch die Qualität einer Lackierung verbessert werden.

Um beispielsweise eine günstige Luftführung zu ermöglichen, kann der erste Abscheidebereich unterhalb der Behandlungskabine und oberhalb des zweiten Abscheidebereichs angeordnet sein.

Die Aufgabe der Erfindung wird auch gelöst durch ein Verfahren der eingangs genannten Art, bei dem der Luftstrom nach dem Durchströmen einer Behandlungskabine durch eine Vorabscheidevorrichtung geführt wird bevor er zu einer nachgeordneten Abscheidevorrichtung geführt wird. Die Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens ergeben sich in Analogie zu den Vorteilen der erfindungsgemäßen Vorrichtung.

In vorteilhafter Weiterbildung des Verfahrens können in der Vorabscheidevorrichtung grobe Partikel aus dem Luftstrom mechanisch abgeschieden werden. Derart wird ein verbesserter Schutz der Abscheidevorrichtung vor Verschmutzung bewirkt.

Eine technisch günstige Lösung ist gegeben, wenn der Luftstrom in der Vorabscheidevorrichtung zum Abscheiden von Overspray mittels mehrerer Filterelemente umgelenkt wird. Auf diese Weise kann die Stabilität der Druckverhältnisse bei der Abscheidung weiter verbessert werden.

Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung. Dabei werden Ausführungsbeispiele der Erfindung, ohne hierauf beschränkt zu sein, anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen in vereinfachter, schematischer Darstellung:

1 eine Vorderansicht einer Lackierkabine einer Oberflächenbehandlungsanlage mit einem ersten und mit einem zweiten Abscheidebereich;

2 eine perspektivische Ansicht des ersten Abscheidebereichs in einer ersten Ausgestaltung;

3 eine perspektivische Ansicht des ersten Abscheidebereichs in einer zweiten Ausgestaltung;

4a eine Querschnittsansicht eines Filtermediums einer Filtereinheit gemäß einer ersten Bauart;

4b ein Ansicht von oben auf die Filtereinheit gemäß 4a;

5a eine Querschnittsansicht eines Filtermediums einer Filtereinheit gemäß einer zweiten Bauart;

5b ein Ansicht von oben auf die Filtereinheit gemäß 5a;

6a eine Querschnittsansicht eines Filtermediums einer Filtereinheit gemäß einer dritten Bauart;

6b ein Ansicht von oben auf die Filtereinheit gemäß 6a.

1 zeigt eine Behandlungskabine 2 einer Oberflächenbehandlungsanlage für Gegenstände 4, wobei die die Behandlungskabine 2 beispielsweise als Beschichtungskabine zum Beschichten von Gegenständen 4 ausgebildet sein kann. Im gezeigten Beispiel ist die Beschichtungskabine als Lackierkabine für Gegenstände 4 ausgebildet. In der Lackierkabine können beispielsweise Fahrzeugkarosserien 4a oder Teile davon mit einem Beschichtungsmaterial in Form von Lack beaufschlagt werden. In der Zeichnung ist ein an und für sich bekannter Unterbau 6, beispielsweise ein Stahlbau, angedeutet, auf dem die Lackierkabine ruht.

Die als Lackierkabine ausgebildete Behandlungskabine 2 weist einen Lackiertunnel 8 auf, welcher seitlich von Wänden 10 und oberhalb von einer Kabinendecke 12 begrenzt ist. Der Lackiertunnel 8 kann an seinen nicht näher dargestellten Stirnseiten offen ausgebildet bzw. mit mindestens einer Schleuseneinrichtung versehen sein. Eine untere Öffnung 18 des Lackiertunnels 8 ist im gezeigten Beispiel durch einen Gitterrost 26 abgedeckt, welcher vorzugsweise begehbar ausgebildet sein kann.

Im Lackiertunnel 8 ist ein Fördersystem 22 vorgesehen, mit Hilfe dessen Gegenstände durch die Behandlungskabine 2 bewegt werden können. Mit Hilfe des Fördersystems 22 können beispielsweise zu lackierende Fahrzeugkarosserien 4a von einer Eingangsseite des Lackiertunnels 8 zu einer Ausgangsseite des Lackiertunnels 8 gefördert werden.

Im Inneren des Lackiertunnels 8 befinden sich Applikationseinrichtungen, welche vorliegend in Form von Applikationsrobotern 24 veranschaulicht sind und mittels derer beispielsweise die Fahrzeugkarosserien 4a mit Lack beschichtet werden können. Die Applikationsroboter 24 ermöglichen ein automatisches Applizieren des Lacks.

Gemäß dem in 1 gezeigten Beispiel bildet die Kabinendecke 12 die untere Begrenzung eines Luftzuführraumes 14 und ist als Filterdecke 16 ausgebildet. Über den Luftzuführraum 14 strömt Luft, vorzugsweise konditionierte Luft, als Kabinenluft von oben in den Lackiertunnel 8 ein. Der Lackiertunnel 8 ist oberhalb eines Anlagenbereichs 28 angeordnet und nach unten hin in der Weise offen, dass Kabinenabluft nach unten strömen kann und als Abluftstrom in den Anlagenbereich 28 eintreten kann. Dementsprechend ist die untere Öffnung 18 des Lackiertunnels luftdurchlässig ausgebildet. Als luftdurchlässige Abdeckung der Öffnung 18 kann z. B. der gezeigte Gitterrost 26 vorgesehen sein.

Die Luft nimmt beim Durchströmen des Lackiertunnels 8 Partikel auf, insbesondere Overspray bzw. Overspray-Partikel. Mit dem Abluftstrom werden derartige Partikel aus dem Lackiertunnel 8 abgeführt. In den gezeigten Beispielen strömt die mit Overspray beladene Kabinenabluft aus der Lackierkabine als Abluftstrom nach unten in den Anlagenbereich 28, wo der vom Luftstrom in der Lackierkabine erfasste Overspray einer Abscheidung zugeführt wird.

Im Anlagenbereich 28 durchströmt die aus der Behandlungskabine 2 abgeführte Luft einen ersten Abscheidebereich 92 und einen zweiten Abscheidebereich 94. In dem im gezeigten Beispiel unterhalb der Behandlungskabine 2 angeordneten Anlagenbereich 28 werden von der Kabinenluft im Abluftstrom mitgeführte Partikel von der Kabinenluft abgeschieden.

Gegebenenfalls kann im Anlagenbereich 28 zusätzlich zur Abscheidung und insbesondere nach der Abscheidung eine geeignete Konditionierung der Luft erfolgen. Nach Durchströmen des Anlagenbereichs 28 kann die Luft zumindest teilweise wieder dem Luftzuführraum 14 für die Behandlungskabine 2 zugeführt werden. Derart kann eine Betriebsart der Behandlungskabine 2 ermöglich werden, die sich durch eine Luftversorgung unter Verwendung von Umluft auszeichnet.

Gemäß dem in 1 gezeigten Beispiel durchströmt die aus der Behandlungskabine 2 abgeführte Luft im Anlagenbereich 28 zunächst einen ersten Abscheidebereich 92. Dieser erste Abscheidebereich 92 wird an seinen Seiten von Seitenwänden 40, 42 begrenzt und weist einen Boden 58 auf.

In dem gezeigten Beispiel ist in dem ersten Abscheidebereich 92 ein Strömungskörper 48 vorgesehen, der von der aus der Lackierkabine kommenden Luft umströmt wird. Der Strömungskörper 48 ist in der Zeichnung lediglich angedeutet. In dem ersten Abscheidebereich 92 können zur Beeinflussung der Luftströmung beispielsweise ein oder mehrere Luftleitflächen 64 vorgesehen sein. Beispielhafte Luftströmungen im ersten Abscheidebereich 92 sind in 1 mit Hilfe von Pfeilen 90 angedeutet.

Die Luft wird im ersten Abscheidebereich 92 durch eine Vorabscheidevorrichtung 50 geführt, in welcher Partikel aus der Luft abgeschieden werden. Die Luft verlässt den ersten Abscheidebereich 92 aus einem Innenbereich 60 der Vorabscheidevorrichtung 50 in Richtung des zweiten Abscheidebereichs 94.

Im gezeigten Beispiel strömt die Luft beim Verlassen des ersten Abscheidebereichs 92 nach unten durch einen luftdurchlässigen Bereich des Bodens 58 bzw. durch eine in 1 nicht näher dargestellte Öffnung des Bodens 58.

Nach Verlassen des ersten Abscheidebereichs 92 durchströmt die Luft gemäß dem in 1 gezeigten Beispiel einen zweiten Abscheidebereich 94. In diesem zweiten Abscheidebereich 94 ist mindestens eine Abscheidevorrichtung 30 vorgesehen, bei der es sich beim vorliegenden Ausführungsbeispiel um eine elektrostatische Abscheidevorrichtung handelt, d. h. um eine Abscheidevorrichtung, in welcher die Abscheidung von Partikeln unter Verwendung des elektrostatischen Prinzips erfolgt.

Anstelle der elektrostatischen Abscheidevorrichtung 30 kann auch eine Abscheidevorrichtung vorhanden sein, die nach einem anderen Prinzip arbeitet. Beispielsweise kann ein Einwegfiltersystem oder ein regenerierbares Filtersystem verwendet werden, wobei letzteres zum Beispiel mit sogenannten Filterhilfsstoffen wie Steinmehl oder dergleichen arbeiten kann.

Die mindestens eine elektrostatische Abscheidevorrichtung 30 des zweiten Abscheidebereichs 94 weist ein oder mehrere in der Zeichnung lediglich angedeutete Elektrodeneinheiten 32 auf, welche ein oder mehrere als Sprühelektroden wirkende Koronadrähte 34 aufweisen können. Der besseren Übersicht halber sind die Koronadrähte 34 in der Zeichnung nur teilweise mit Bezugszeichen versehen.

Mit Hilfe der Elektrodeneinheiten 32 erfolgt eine effektive Ionisation der im Abluftstrom vorliegenden Partikel, z. B. Overspray. Die im Luftstrom vorhandenen Partikel werden elektrisch aufgeladen. Im zweiten Abscheidebereich 94 wird ein nicht näher dargestelltes Abscheidemittel, vorzugsweise in der Nähe der Elektrodeneinheiten 32 eingesetzt, an welchem sich die ionisierten Partikel, z. B. Overspray, abscheiden können. Als Abscheidemittel kann beispielsweise flüssiges Abscheidematerial verwendet werden, z. B. Wasser. Es kann dabei vorteilhaft sein, wenn das flüssige Abscheidematerial mindestens einen zusammenhängenden Flüssigkeitsfilm ausbildet. Alternativ oder zusätzlich kann als Abscheidemittel ein festes Abscheidematerial verwendet werden, z. B. Steinmehl oder ein Pulver bzw. Puder.

Das Abscheidemittel dient im zweiten Abscheidebereich 94 zur Aufnahme von Overspray. Das mit Overspray beladene Abscheidemittel kann mittels ein oder mehrerer an und für sich bekannter Auffangvorrichtungen 36, beispielswiese eine Auffangwanne, aufgefangen werden. Das aufgefangene Abscheidematerial kann abgeführt und/oder zumindest teilweise wiederverwendet werden. Dabei kann ein nicht näher dargestelltes Austragssystem vorgesehen sein, um das Abscheidemittel vor einer Wiederverwendung von dem abgeschiedenen Overspray zu befreien.

Weitere Anregungen zu möglichen Ausgestaltungen des zweiten Abscheidebereichs 94 kann der Fachmann beispielsweise bei an und für sich bekannten Abscheidevorrichtungen finden, wie sie beispielsweise in der DE 10 2008 046 414 A1 und in der DE 10 2012 009 723 A1 beschrieben werden.

Gemäß dem in 1 gezeigten Beispiel strömt die Luft aus dem zweiten Abscheidebereich 94 in einen Konditionierbereich 96, in welchem gegebenenfalls noch ein oder mehrere weitere Filter vorhanden sind, um mögliche Reste von Overspray oder sonstige Verunreinigungen aus der Kabinenluft zu entfernen. Vorzugsweise kann die gereinigte Kabinenluft im Konditionierbereich 96 so konditioniert werden, dass sie zumindest teilweise und ggf. ergänzt durch Frischluft in einem Kreislauf wieder zum Luftzuführraum 14 geführt werden kann, von wo sie wieder in den Lackiertunnel 8 einströmt.

1 veranschaulicht ein Abscheideverfahren für eine Oberflächenbehandlungsanlage, bei dem eine Vorabscheidevorrichtung 50 einer hier elektrostatischen Abscheidevorrichtung 30 in der Strömungsrichtung der aus der Behandlungskabine 2 abgeführten Kabinenluft vorgeordnet ist. Die Vorabscheidevorrichtung 50 weist dabei Filtereinheiten 56 (siehe 2, 3, 4a, 4b, 5a, 5b, 6a, 6b) auf, die vorzugsweise als Filtermodule ausgebildet sein können. In dem in 1 gezeigten Beispiel ist die eine Vorabscheidevorrichtung 50 oberhalb der elektrostatischen Abscheidevorrichtung 30 angeordnet.

2 zeigt ein Beispiel einer möglichen Ausgestaltung des ersten Abscheidebereichs 92. Dabei ist eine Vorabscheidevorrichtung 50 mit mehreren Filtereinheiten 56 vorgesehen, die von der Kabinenluft durchströmt wird. Weiterhin ist ein Strömungskörper 48 vorgesehen, welcher von der Kabinenluft umströmt wird.

Der Luftstrom aus der Lackierkabine 8 (siehe 1) tritt von oben in den ersten Abscheidebereich 92 ein, durchströmt die Filtereinheiten 56 der Vorabscheidevorrichtung 50 und verlässt den Abscheidebereich 92 nach unten durch mindestens eine Öffnung 52 des Bodens 58 des ersten Abscheidebereichs 92. Im gezeigten Beispiel ist diese Öffnung 52 im Boden 58 unterhalb eines Innenbereichs 60 der Vorabscheidevorrichtung 50 vorgesehen.

Die Vorabscheidevorrichtung 50 ist zwischen den Seitenwänden 40, 42 des ersten Abscheidebereichs 92 angeordnet und weist eine Rahmenstruktur 54 auf, mittels derer die Filtereinheiten 56 gehalten werden. Im gezeigten Beispiel weist die Rahmenstruktur 54 in einem oberen Bereich Luftleitflächen 64 auf, die mit dem Strömungskörper 48 verbunden sind. In einem unteren Bereich bildet die Rahmenstruktur 54 eine Tragstruktur 62 für die Filtereinheiten 56 aus. Die Filtereinheiten 56 sind im gezeigten Beispiel mit einer zu den Seitenwänden 40, 42 abfallenden Neigung angeordnet. Es ist möglich, dass die Filtereinheiten 56 zumindest nahezu vertikal angeordnet sind.

Vorzugsweise können die Filtereinheiten 56 in Öffnungen der Tragstruktur 62 eingelegt werden, wobei die Filtereinheiten 56 modulartig ausgebildet sein können. Derart können die Filtereinheiten 56 mit verhältnismäßig geringem Aufwand ausgetauscht werden. Die Filtereinheiten 56 weisen jeweils eine Vielzahl von Filterelementen 44 auf, die in der Zeichnung lediglich angedeutet und in ihrer Gesamtheit bezeichnet sind.

Zumindest Teile der Rahmenstruktur 54 und die Tragstruktur 62 der Rahmenstruktur 54 können wie in 2 gezeigt eine Neigung aufweisen und zu den Seitenwänden 40, 42 des ersten Abscheidebereichs 92 hin abfallend ausgebildet sein. Im gezeigten Beispiel ist die Ausdehnung der Tragstruktur 62 in vertikaler Richtung größer als ihre Ausdehnung in horizontaler Richtung, was eine entsprechend große Neigung der Tragstruktur 62 bedingt.

Durch eine Neigung der Tragstruktur 62 für die Filtereinheiten 56, wie sie z. B. in 2 gezeigt ist, wird ein möglichst einfacher Austausch der Filtereinheiten 56 begünstigt. Ein Austausch der vorzugsweise als Module in die Tragstruktur 62 einlegbaren Filtereinheiten 56 kann in günstiger Weise aus einem begehbaren Innenbereich 60 der Vorabscheidevorrichtung 50 vorgenommen werden. Alternativ kann der Austausch auch aus einem Bereich jenseits der Rahmenstruktur 54 vorgenommen werden, d. h. in dem in 2 gezeigten Beispiel aus einem Bereich zwischen den Seitenwänden 40 bzw. 42 und der Rahmenstruktur 54.

Die Rahmenstruktur 54 ist im gezeigten Beispiel in einem unteren Bereich mit dem Boden 58 und in einem oberen Bereich mit dem Strömungskörper 48 verbunden. Diese Verbindungen können beispielsweise als Schraubverbindungen ausgeführt sein. Im Bereich des Bodens 58 können zur Verbindung beispielsweise Blindnietmuttern verwendet werden. Am Strömungskörper 48 können zur Verbindung unter Umständen bestehende Schraubverbindungen zumindest teilweise genutzt werden.

3 zeigt ein weiteres Beispiel einer möglichen Ausgestaltung des ersten Abscheidebereichs 92. Die gezeigten Filtereinheiten 56 der Vorabscheidevorrichtung 50 sind beidseitig des Strömungskörpers 48 zwischen dem Strömungskörper 48 und den Seitenwänden 40, 42 angeordnet. Die Filtereinheiten 56 sind dabei vorzugsweise zumindest im Wesentlichen horizontal angeordnet. Anders als in 3 dargestellt, können die Filtereinheiten 56 auch leicht geneigt angeordnet sein und beispielsweise vom Strömungskörper 48 hin zu den Seitenwänden 40, 42 ein leichtes Gefälle aufweisen.

Mit Vorteil können die Filtereinheiten 56 um eine Achse schwenkbar angeordnet sein, wobei die Filtereinheiten 56 aus einem Betriebszustand in einen Wartungszustand bewegt werden können. In dem Betriebszustand können die Filtereinheiten 56 von Luft durchströmt werden, wobei Partikel aus der Luft abgeschieden werden. In dem Wartungszustand können die Filtereinheiten 56 überprüft, gereinigt und/oder ausgetauscht werden.

Die Filtereinheiten 56 weisen jeweils eine Vielzahl von Filterelementen 44 auf, die in der Zeichnung lediglich angedeutet und in ihrer Gesamtheit bezeichnet sind. Es kann eine in 3 nicht näher dargestellte Tragstruktur für die Filtereinheiten 56 vorgesehen sein, die beispielsweise mit den Seitenwänden 40, 42 und mit dem Strömungskörper 48 verbunden sein kann.

In dem gezeigten Beispiel strömt die Kabinenluft von oben in die Filtereinheiten 56 und verlässt diese nach unten hin. Die Kabinenluft verlässt den Abscheidebereich 92 nach unten durch mindestens eine Öffnung 52 bzw. durch einen luftdurchlässigen Bereich des Bodens 58 des ersten Abscheidebereichs 92.

Im ersten Abscheidebereich 92 kann eine von Luft durchströmbare Rahmenkonstruktion 46 vorgesehen sein, welche im gezeigten Beispiel zumindest teilweise unterhalb des Strömungskörpers 48 angeordnet ist.

Die in 3 gezeigte Ausgestaltung der Vorabscheidevorrichtung 50 kann bevorzugt bei Oberflächenbehandlungsanlage eingesetzt werden, bei denen bestimmte Höhenvorgaben für den ersten Abscheidebereich 92 vorliegen. Eine Anpassung der hier gezeigten Vorabscheidevorrichtung 50 an die vorgegebene Höhe kann mit verhältnismäßig geringem Aufwand erfolgen.

Bei den in den 2 und 3 gezeigten Beispielen kann der Innenbereich 60 der Vorabscheidevorrichtung 50 begehbar ausgebildet sein. Dies kann beispielsweise zur Überprüfung und/oder zum Austausch der Filtereinheiten 56 von Vorteil sein.

Die dem Innenbereich 60 zugewandte Seite der Filtereinheiten 56 ist regelmäßig weniger verschmutzt als die vom Innenbereich 60 abgewandte Seite der Filtereinheiten 56. Mit Vorteil kann aus diesem Innenbereich 60 des ersten Abscheidebereichs 92 auch eine Kontrolle, Reinigung und/oder Wartung von Anlagenteilen erfolgen, die im darunterliegenden zweiten Abscheidebereichs 94 (siehe 1) angeordnet sind. Wie 2 beispielhaft zeigt, kann der Innenbereich 60 seitlich von der Rahmenstruktur 54 begrenzt werden und vorzugsweise begehbar ausgebildet sein.

Die Vorabscheidevorrichtung 50 kann mit Vorteil derart aufgebaut sein, dass darin vorzugsweise verhältnismäßig grobe Partikel aus der Kabinenluft abgeschieden werden. Der grundsätzliche Aufbau der Vorabscheidevorrichtung kann dabei den anhand der 2 und 3 beschriebenen Beispielen entsprechen. Vergleichsweise kleine Partikel können in einer nachgeordneten Abscheidevorrichtung, z. B. in der elektrostatischen Abscheidevorrichtung 30 (siehe 1) abgeschieden werden.

Das Abscheiden von Partikeln aus der Kabinenluft erfolgt in der Vorabscheidevorrichtung 50 mittels der Filtereinheiten 56. Diese Filtereinheiten können Filterelemente 44 zur mechanischen Abscheidung von Oberspray aus der Kabinenluft aufweisen. Die Filtereinheiten 56 können dabei beispielsweise als Trägheitsfilter konzipiert sein. Als Filtermedium kann bei einem derartigen Trägheitsfilter z. B. eine Vielzahl von Filterelementen 44 in Form von quer zur Strömungsrichtung der Kabinenluft angeordneten Filterlamellen 66, 68 (siehe 4a, 4b, 5a und 5b) vorgesehen sein. Die in den 2 und 3 beispielhaft angedeuteten Filterelemente 44 sind in Längsrichtung der Filtereinheiten 56 angeordnet. Beim Abscheiden werden die Filtereinheiten 56 mit abgeschiedenem Overspray beladen.

Durch die in den 2 und 3 beispielhaft gezeigte Anordnung der Filtereinheiten 56 können selbst bei unterschiedlichem Beladungszustand der Filtereinheiten 56 unerwünschte Querströmungen in der Behandlungskabine 2 (siehe 1) vermieden werden.

Die 4a, 4b, 5a, 5b, 6a und 6c zeigen mehrere Beispiele für den grundsätzlichen Aufbau des Filtermediums einer Filtereinheit 56. Dabei zeigen die 4a, 5a und 6a jeweils in einem Querschnitt Beispiele für den Aufbau eines Filtermediums. Die Strömungsrichtung der Luft durch das Filtermedium wir dabei jeweils durch den Pfeil 90 angedeutet, wobei die Luft das Filtermedium bzw. die Filtereinheit 56 hin zu einem Innenbereich 60 einer Vorabscheidevorrichtung 50 (siehe 2 und 3) durchströmt.

Die 4a und 5a zeigen eine Vielzahl von Filterelementen 44 in Form von sich senkrecht zur Zeichenebene erstreckenden und quer zur Strömungsrichtung der Kabinenluft angeordneten Filterlamellen 66 bzw. 68. Der besseren Übersicht halber sind nur einige der Filterlamellen 66 bzw. 68 in den 4a und 5a mit einem Bezugszeichen versehen.

Gemäß 4a können die Filterlamellen 66 ein V-förmiges Profil aufweisen. Gemäß des in 5a gezeigten Beispiels weisen die Filterlamellen 68 ein halbschalenförmiges Profil auf. Die Filterlamellen 66, 68 sind dabei, wie in den 4a und 5a angedeutet, vorzugsweise in mehreren Ebenen 70, 72, 74 bzw. 76, 78, 80, 82 hintereinander angeordnet. Die gezeigten Ebenen 70, 72, 74 bzw. 76, 7880, 82 einer Filtereinheit 56 werden von einem die Filtereinheit durchströmenden Luftstrom nacheinander durchströmt.

Der Wirkungsgrad der Abscheidung kann verbessert werden, wenn Filterlamellen 66, 68 unterschiedlicher Ebenen 70, 72, 74 bzw. 76, 78, 80, 82 zumindest teilweise versetzt zueinander angeordnet sind. So können z. B. die Filterlamellen 66, 68 einer ersten Ebene 70 bzw. 76 versetzt zu den Filterlamellen 66, 68 einer zweiten Ebene 72 bzw. 78 angeordnet sein.

In den in den 4a und 5a gezeigten Beispielen ist die offene Seite des Profils der Filterlamellen 66, 68 entgegen der Strömungsrichtung der Kabinenluft ausgerichtet, d. h. die offene Seite weist in Richtung der dem Innenbereich 60 der Vorabscheidevorrichtung 50 (siehe 2 und 3) abliegenden Seite der Filtereinheit 56. Die Filterlamellen 66, 68 können ein von der Kabinenluft durchströmtes Strömungslabyrinth oder eine mäanderförmige Struktur ausbilden. In den gezeigten Beispielen sind die offenen Seiten der Profile der Filterlamellen 66, 68 in unterschiedlicher Ebenen 70, 72, 74 bzw. 76, 78, 80, 82 des Filtermediums gleich ausgerichtet. In alternativer, nicht näher dargestellter Ausgestaltung können die offenen Seiten der Profile der Filterlamellen 66, 68 unterschiedlicher Ebenen unterschiedlich ausgerichtet sein. Zum Beispiel können dabei die offenen Seiten der Filterlamellen 66, 68 zweier benachbarter Ebenen 70, 72, 74 bzw. 76, 78, 80, 82 des Filtermediums aufeinander zuweisen. Dabei können beispielsweise die Filterlamellen 66, 68 in zwei benachbarten Ebenen 70, 72, 74 bzw. 76, 78, 80, 82 so angeordnet sein, dass ihre freien Ränder sich gegenüberliegen oder seitlich versetzt zueinander angeordnet sind. Bei einem seitlichen Versatz können die Filterlamellen 66, 68 in zwei benachbarten Ebenen 70, 72, 74 bzw. 76, 78, 80, 82 zudem ineinander greifen, so dass sich eine verschachtelte Anordnung ergibt.

Wie in 5a angedeutet können in unterschiedlichen Ebenen 76, 78, 80, 82 des Filtermediums Filterlamellen 68 mit unterschiedlichen Abmessungen, insbesondere mit unterschiedlichen Profilgrößen, vorgesehen sein. So weisen beispielsweise die Filterlamellen 68 der ersten Ebene 76 ein größeres Profil auf als die Filterlamellen 68 der in Strömungsrichtung nachgeordneten Ebenen 78, 80 und 82. Im gezeigten Beispiel weisen die Filterlamellen 68 der letzten Ebene 82 ein kleineres Profil auf als die Filterlamellen 68 der in Strömungsrichtung vorgeordneten Ebenen 76, 78 und 80.

In dem in 4a gezeigten Beispiel für den Aufbau einer Filtereinheit 56 sind die in den Ebenen 70, 72, 74 verwendeten Filterlamellen 66 jeweils identisch ausgebildet. In alternativer Ausführung können in einer Filtereinheit 56 auch mehrere unterschiedlich ausgebildete Filterlamellen 66, 68 vorgesehen sein.

Wie beispielsweise in 4a gezeigt, kann das Filtermedium einer Filtereinheit 56 mehrere Ebenen 70, 72, 74 aufweisen, die jeweils gleichen Abstand voneinander haben. Wie das Beispiel in 5a veranschaulicht kann das Filtermedium einer Filtereinheit 56 auch mehrere Ebenen 76, 78, 80, 82 aufweisen, die unterschiedliche Abstände voneinander haben.

Bei den vorangehend beschriebenen Beispielen werden Partikel, insbesondere Overspray-Partikel, die in der in die Filtereinheiten 56 einströmenden Luft enthalten sind, zumindest teilweise nach dem Prinzip der Massenträgheit an den Filterlamellen 66, 68 des Filtermediums der jeweiligen Filtereinheit 56 abgeschieden.

Mit Vorteil weisen die Filterlamellen 66, 68 hierzu ein halboffenes Profil bzw. einen halboffenen Querschnitt auf. Dabei sind auch andere Querschnittformen der Filterlamellen 66, 68 als die in den Beispielen gezeigten V-förmigen bzw. halbschalenförmigen Querschnitte möglich. Möglich sind beispielsweise auch anders geartete bogenförmige oder kastenförmige Querschnitte, die vorzugsweise einseitig offen sind.

Alternativ oder zusätzlich ist es möglich Filterelemente 44 in Form von Filterhohlröhren und/oder in Form von Filterstäben vorzusehen. In weiterer Ausgestaltung können Filterelemente 44 auch als Fachstrukturen oder Kammerstrukturen vorgesehen sein. Fachstrukturen können z. B. miteinander verbundene Lamellen oder Platten aufweisen. Kammerstrukturen können beispielsweise wabenförmig aufgebaut sein.

Wenn die Filterelemente 44, wie beispielhaft in 2 angedeutet, mit einer Neigung nach unten verlaufen, können abgeschiedene Partikel, z. B. Overspray, mit Hilfe der Schwerkraft entlang der Filterelemente 44 abgeführt werden, wodurch die Standzeit der Filtereinheiten 56 erhöht werden kann. Vorzugsweise können hierzu Filterlamellen 66, 68 als Filterelemente 44 (siehe 4a, 4b, 5a, 5b) vorgesehen sein.

6a zeigt eine Filtereinheit 56, bei der die Filterelemente 44 des Filtermediums in Form einer Schüttung vorliegen. Als Material für die Schüttung kann beispielsweise ein an und für sich bekanntes Filtergranulat verwendet werden.

Die 4b, 5b und 6b zeigen jeweils in einer Ansicht von oben die den Beispielen der 4a, 5a und 6a entsprechenden Filtereinheiten 56 mit den jeweiligen Filterelementen 44.

In den 4b und 5b sind Filterelemente 44 angedeutet, die sich in Form von Filterlamellen 66 bzw. 68 in einer Längsrichtung im Wesentlichen parallel zur Oberfläche der Filtereinheit 56 erstrecken.

Gemäß dem in 6b gezeigten Beispiel können im Bereich mindestens einer Oberfläche der Filtereinheit 56 Mittel zum Sichern der als Schüttung ausgebildeten Filterelemente 44 vorgesehen sein. So können beispielsweise der Einlass und/oder der Auslass der Filtereinheit 56 mit einer Gitterstruktur 88 versehen sein.

Die vorangehend beispielhaft beschriebenen Filtereinheiten 56 der Vorabscheidevorrichtung 50 (siehe 2, 3, 4a, 4b, 5a, 5b, 6a, 6b) können nach einem Konzept gewechselt werden, dass den Beladungszustand der Filtereinheiten 56 berücksichtigt und/oder bestimmte Wechselintervalle vorsieht. Die Filtereinheiten 56 können beispielsweise als Einwegmodule oder als Mehrwegmodule ausgebildet sein. Bei der Verwendung von Mehrwegmodulen können sich ökologische und/oder betriebswirtschaftliche Vorteile durch die Wiederverwendung ergeben, wobei die Mehrwegmodule vor der Wiederverwendung gereinigt werden bzw. ihre Beladung entsorgt wird.

Die Zuverlässigkeit des Betriebs der elektrostatischen Abscheidevorrichtung 30 (siehe 1) ist abhängig von der Menge an Overspray, die in die elektrostatischen Abscheidevorrichtung 30 eingetragen wird, und von dem Grad der Verschmutzung bzw. vom Grad der Beladung der elektrostatischen Abscheidevorrichtung 30. Durch das Vorsehen der Vorabscheidevorrichtung 50 im Luftstrom vor der elektrostatischen Abscheidevorrichtung 30 kann die elektrostatische Abscheidevorrichtung 30 vor einer erhöhten Verschmutzung geschützt und die Menge des in die die elektrostatische Abscheidevorrichtung 30 eingetragenen Oversprays reduziert werden.

Insbesondere verhältnismäßig grobe Partikel können in der Vorabscheidevorrichtung 50 abgeschieden werden noch bevor sie die elektrostatische Abscheidevorrichtung 30 erreichen. Dadurch ergeben sich ein verminderter Reinigungsaufwand und/oder ein verbesserter Reinigungszyklus für die elektrostatische Abscheidevorrichtung 30. Durch das das Vorsehen der beschriebenen Vorabscheidevorrichtung 50 kann auch der Betrieb der Oberflächenbehandlungsanlage insgesamt verbessert werden. Beispielsweise können Unterbrechungen des Anlagenbetriebs reduziert werden. In Versuchen konnte beispielsweise ein zuverlässiger Anlagenbetrieb bei hoher Auslastung über einen Zeitraum von 2 Wochen ohne die Notwendigkeit einer Grundreinigung bestätigt werden.

Vorzugsweise können in der Vorabscheidevorrichtung 50 größtenteils grobe Partikel und in der nachfolgenden Abscheidevorrichtung 30 vorzugsweise ein Feinanteil des Oversprays abgeschieden werden. Dabei kann die Vorabscheidevorrichtung 50 beispielsweise derart ausgeführt sein, dass die Filterelemente 44, die beispielsweise als Filterlamellen 66 bzw. 68 mit einem einseitig geöffneten Profil ausgebildet sein können, als Umlenkelemente und/oder Hindernisse in der Luftströmung wirken. Dadurch wird eine mechanische Abscheidung von Partikeln aus dem Luftstrom bewirkt. Dabei führt die Beladung der Vorabscheidevorrichtung 50 vorzugsweise nicht zu einer Erhöhung der Druckdifferenz im Anlagenbereich 28. Erst nach einer längeren Betriebszeit bzw. erst bei einer starken Beladung durch abgeschiedene Partikel nimmt die Druckdifferenz, insbesondere in der Vorabscheidevorrichtung 50, zu. Mit Vorteil wird die Oberflächenbehandlungsanlage derart betrieben, dass noch vor Erreichen einer derart starken Zunahme der Druckdifferenz im Anlagenbereich 28, ein Austausch und/oder eine Reinigung der Filterelemente 44 der Vorabscheidevorrichtung 50 erfolgt. Mit Vorteil kann ein Austausch der Filterelemente 44 durch Austauschen der vorzugsweise modulartig ausgebildeten Filtereinheiten 56 erfolgen.

Ein Gedanke, welcher der Erfindung zugrunde liegt, lässt sich wie folgt zusammenfassen: Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Abscheiden von Overspray aus einem mit Overspray beladenen Luftstrom, welcher die Vorrichtung durchströmt, mit einem ersten Abscheidebereich 92 und mit einem zweiten Abscheidebereich 94, welcher dem ersten Abscheidebereich 92 nachgeordnet ist, wobei der erste Abscheidebereich 92 eine Vorabscheidevorrichtung 50 aufweist, und wobei der zweite Abscheidebereich 94 eine Abscheidevorrichtung 30, insbesondere eine elektrostatische Abscheidevorrichtung 30, aufweist. Die Erfindung betrifft auch eine Oberflächenbehandlungsanlage für Gegenstände 4 mit einer Behandlungskabine 2, in der Overspray von einem Luftstrom aufgenommen wird, und mit einer Vorrichtung zum Abscheiden von Overspray mit einer Abscheidevorrichtung 30, insbesondere einer elektrostatischen Abscheidevorrichtung 30, der eine Vorabscheidevorrichtung 50 vorgeordnet ist. Die vorliegende Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Abscheiden von Overspray aus einem Luftstrom, wobei der Luftstrom nach dem Durchströmen einer Behandlungskabine 2 durch eine Vorabscheidevorrichtung 50 geführt wird bevor er zu einer nachgeordneten Abscheidevorrichtung 30, insbesondere einer elektrostatischen Abscheidevorrichtung 30, geführt wird. Die Erfindung reduziert die Verschmutzung der Abscheidevorrichtung 30 und erhöht deren Zuverlässigkeit im Betrieb. Dadurch werden Betriebsunterbrechungen gemindert und die Oberflächenbehandlungsanlage kann effizienter betrieben werden.

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

Zitierte Patentliteratur

  • DE 102008046414 A1 [0005, 0051]
  • DE 102012009723 A1 [0006, 0051]