Title:
Abdeckvorrichtung für ein Kameraobjektiv
Kind Code:
A1
Abstract:

Die Erfindung betrifft eine Abdeckvorrichtung für ein Kameraobjektiv eines Bildaufnahmegeräts, wobei die Abdeckvorrichtung ein intelligentes Glas und/oder eine intelligente Folie aufweist oder hieraus besteht. Die Erfindung betrifft ferner eine Gerätehülle oder ein Bildaufnahmegerät, insbesondere Mobiltelefon, umfassend mindestens eine solche Abdeckvorrichtung.



Inventors:
gleich Anmelder
Application Number:
DE102015014980A
Publication Date:
05/24/2017
Filing Date:
11/23/2015
Assignee:
Bükin, Tuna, 65936 (DE)
Schuldt, Collin, 65929 (DE)
International Classes:
Foreign References:
201402678742014-09-18
WO2015089198A12015-06-18
Attorney, Agent or Firm:
BOEHMERT & BOEHMERT Anwaltspartnerschaft mbB - Patentanwälte Rechtsanwälte, 28209, Bremen, DE
Claims:
1. Abdeckvorrichtung für ein Kameraobjektiv eines Bildaufnahmegeräts, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckvorrichtung ein intelligentes Glas und/oder eine intelligente Folie umfasst oder daraus besteht.

2. Abdeckvorrichtung für ein Kameraobjektiv nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass diese Abdeckvorrichtung eingerichtet und ausgelegt ist, das intelligente Glas und/oder die intelligente Folie über ein elektrisches Schaltsignal, insbesondere mittels Anlegen einer elektrischen Spannung, reversibel zwischen einem ersten Zustand mit einem ersten Transmissionsgrad und einem zweiten Zustand mit einem zweiten Transmissionsgrad hin- und herzuschalten, wobei der erste Transmissionsgrad kleiner ist als der zweite Transmissionsgrad.

3. Abdeckvorrichtung für ein Kameraobjektiv nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Anlegen einer elektrischen Spannung den zweiten Zustand herstellt und der erste Zustand vorliegt, wenn keine elektrische Spannung angelegt ist.

4. Abdeckvorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im ersten Zustand der erste Transmissionsgrad ≤ 0,6, vorzugsweise ≤ 0,4, besonders bevorzugt ≤ 0,2, ist und/oder im zweiten Zustand der zweiten Transmissionsgrad ≥ 0,7, vorzugsweise ≥ 0,8, besonders bevorzugt ≥ 0,95, ist.

5. Abdeckvorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckvorrichtung eine Datenverarbeitungsvorrichtung umfasst und/oder die Abdeckvorrichtung ausgelegt und eingerichtet ist, um über eine Schnittstelle mit einer Datenverarbeitungsvorrichtung eines Bildaufnahmegeräts zu kommunizieren.

6. Verwendung von intelligentem Glas oder intelligenter Folie, insbesondere einer Abdeckvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, zu Abdeckung eines Kameraobjektivs eines Bildaufnahmegeräts, insbesondere einer Fotokamera, einer Videokamera, eines Mobiltelefons, eines Tablets, eines Laptops, eines PDA, eines mobilen Kommunikationsgeräts, eines Computerbildschirms oder einer Webcam.

7. Bildaufnahmegerät, bevorzugt Fotokamera, Videokamera, Mobiltelefon, Tablet, Laptop, PDA, mobiles Kommunikationsgerät, Computerbildschirm oder Webcam, besonders bevorzugt Mobiltelefon, umfassend ein Gehäuse, mindestens ein Kameraobjektiv und mindestens eine Abdeckvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5 für das Kameraobjektiv.

8. Gerätehülle für ein Bildaufnahmegerät, insbesondere Mobiltelefon, umfassend mindestens eine Abdeckvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5 für ein Kameraobjektiv des Bildaufnahmegeräts, insbesondere wobei die Gerätehülle lösbar mit dem Bildaufnahmegerät verbunden oder verbindbar ist und/oder wobei die Gerätehülle eine Wandung umfasst, insbesondere überwiegend aus dieser besteht, in welcher die Abdeckvorrichtung vorliegt, insbesondere eingelassen ist.

9. Bildaufnahmegerät nach Anspruch 7 oder Gerätehülle nach Anspruch 8, ferner umfassend einen Sensor- oder Schaltmechanismus, insbesondere einen Druckschalter oder Berührungssensor, zum Auslösen der reversiblen Überführung des intelligenten Glases und/oder der intelligenten Folie von dem ersten Zustand mit dem ersten Transmissionsgrad in den zweiten Zustand mit dem zweiten Transmissionsgrad.

10. Gerätehülle nach Anspruch 8 oder Bildaufnahmegerät nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Gerätehülle bzw. das Bildaufnahmegerät eine Energiequelle, insbesondere einen Energiespeicher und/oder eine Solarzelle, umfasst, welche ausgelegt und eingerichtet ist, die Abdeckvorrichtung mit Energie zu versorgen.

Description:

Die Erfindung betrifft eine Abdeckvorrichtung für ein Kameraobjektiv eines Bildaufnahmegeräts. Die Erfindung betrifft ferner eine Gerätehülle oder ein Bildaufnahmegerät, insbesondere Mobiltelefon, umfassend mindestens eine solche Abdeckvorrichtung. Betroffen ist auch die Verwendung von intelligentem Glas oder intelligenter Folie zur Abdeckung eines Kameraobjektivs.

Abdeckvorrichtungen für Kameraobjektive sind grundsätzlich bekannt. Beispielsweise werden Objektive oftmals durch eine Abdeckvorrichtung in Form von einem Objektivdeckel geschützt. Auch mechanische Objektivdeckel, welche sich automatisch öffnen, beispielsweise unter dem Druck eines ausfahrenden Objektivs, sind bekannt. Hierbei werden Klappen des Objektivdeckels beiseite gedrückt.

Nachteilig an den aus dem Stand der Technik bekannten Abdeckvorrichtungen ist, dass diese meist mechanisch funktionieren. Dies bedeutet oftmals das ein Nutzer vor dem Fotografieren in einem gesonderten Schritt einen Objektivdeckel entfernen muss. Ferner ist es nachteilig, dass insbesondere automatisiert arbeitende mechanische Systeme sehr störanfällig, beispielsweise bei der Einwirkung von Schmutz oder Staub, sind. Ferner ist es nachteilig, dass die Systeme meist nur in einem unzureichenden Maße Feuchtigkeitsschutz bieten, insbesondere nicht wasserresistent oder wasserdicht sind.

Neben dem Schutz der Kameraobjektive, insbesondere der empfindlichen Linsen, vor Sand und Staub sind Abdeckvorrichtungen auch dann sinnvoll, wenn die Privatsphäre sichergestellt werden soll. Beispielsweise ist es bei Computer bereits vorgekommen, dass Unberechtigte in Computersystem eindringen (sogenannte „Hacker”) und Kontrolle über Webcams übernehmen und so in der Lage sind, in die Privatsphäre eines Nutzers einzugreifen. Die derart gewonnen Daten wurden auch schon im Rahmen von Erpressungen der Nutzer verwendet. Auch angesichts einer durch Edward Snowden aufgedeckten globalen Überwachungs- und Spionageaffäre sind Nutzer für die Möglichkeiten des Eingriffs in die Privatsphäre besonders sensibilisiert.

Die Verhinderung eines Eingriffs in die Computersysteme ist jedoch, insbesondere für den Durchschnittsnutzer, mangels technischer Kompetenz oftmals nicht ohne weiteres sicherzustellen. Diesbezüglich besteht ein Bedarf an zusätzlichen Sicherheitssystemen, insbesondere an Sicherheitssystemen, auf welche nicht ohne weiteres der unberechtigte Zugriff möglich ist.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, die Nachteile des Stands der Technik zu überwinden. Insbesondere soll eine verbesserte Abdeckvorrichtung bereitgestellt werden, bei der auf bewegliche mechanische Bauteile verzichtet werden kann. Ferner ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Privatsphäre besser vor einem unberechtigten Eingriff zu schützen.

Diese Aufgabe wird durch eine Abdeckvorrichtung für ein Kameraobjektiv eines Bildaufnahmegeräts gelöst, wobei die Abdeckvorrichtung ein intelligentes Glas und/oder eine intelligente Folie umfasst oder daraus besteht. Es hat sich überraschenderweise gezeigt, dass eine solche Abdeckvorrichtung die Bildqualität der Bildaufnahme mit dem Kameraobjektiv nicht erheblich beeinträchtigt. Vorteilhaft ist, dass es möglich ist, derartige Abdeckvorrichtung manuell und/oder elektronisch gesteuert auszugestalten. Insbesondere ist es vorteilhaft, dass auf störanfällige Bauteile in unmittelbarer Nähe zum Objektiv verzichtet werden kann.

Als intelligentes Glas im Sinne der vorliegenden Erfindung werden schaltbare Verglasungen bezeichnet, deren Lichtdurchlässigkeit durch das Anlegen einer elektrischen Spannung modifizierbar ist, insbesondere zwischen einem transparenten und einem weniger transparenten oder opaken Modus. Als intelligente Folie im Sinne der vorliegenden Erfindung werden schaltbare Folien bezeichnet, deren Lichtdurchlässigkeit durch das Anlegen einer elektrischen Spannung modifizierbar ist, insbesondere zwischen einem transparenten und einem weniger transparenten oder opaken Modus.

Eine Abdeckvorrichtung im Sinne der vorliegenden Erfindung kann jegliches Glas, insbesondere in Form einer Glasscheibe, oder jegliche Folien sein, welche ausgelegt und eingerichtet ist, den Lichteinfall durch das Linsensystem eines Objektivs temporär zu vermindern oder zu unterbinden. Obgleich es erfindungsgemäß grundsätzlich möglich ist, die Abdeckvorrichtung in das Linsensystem zu integrieren, beispielsweise als Zwischenscheibe zwischen zwei optischen Linsen des Kameraobjektivs oder kurz vor einem Sensor, ist es bevorzugt, wenn auf einen Sensor, insbesondere einen Lichtsensor, das Linsensystem folgt und anschließend die Abdeckvorrichtung.

In einer erfindungsgemäßen Ausgestaltung ist die Abdeckvorrichtung Bestandteil des Kameraobjektivs. In einer weiteren, besonders bevorzugten, Ausgestaltung ist die Abdeckvorrichtung vor dem Kameraobjektiv, insbesondere an dem Kameraobjektiv, fixiert, vorzugsweise lösbar fixiert.

Ein Kameraobjektiv im Sinne der vorliegenden Erfindung kann ein Videokameraobjektiv und/oder eine Fotokameraobjektiv sein.

In einer Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung ist es vorgesehen, dass die diese Abdeckvorrichtung eingerichtet und ausgelegt ist, das intelligente Glas und/oder die intelligente Folie über ein elektrisches Schaltsignal, insbesondere mittels Anlegen einer elektrischen Spannung, reversibel zwischen einem ersten Zustand mit einem ersten Transmissionsgrad und einem zweiten Zustand mit einem zweiten Transmissionsgrad hin- und herzuschalten, wobei der erste Transmissionsgrad kleiner ist als der zweite Transmissionsgrad.

Vorzugsweise stellt das Anlegen einer elektrischen Spannung den zweiten Zustand her und der erste Zustand liegt vor, wenn keine elektrische Spannung angelegt ist. Es hat sich gezeigt, dass es aus Sicherheitsgründen vorzuziehen ist, wenn bei Abwesenheit einer elektrischen Spannung, der Transmissionsgrad niedriger ist, insbesondere so niedrig, dass die Aufnahme eines Fotos oder Videos nicht mehr möglich ist bzw. die Aufnahmequalität so schlecht ist, dass ein Eingriff in die Privatsphäre des Nutzers nicht erfolgen kann. Ferner ist dies stromsparender.

In einer weiteren erfindungsgemäßen Ausgestaltung ist es vorgesehen, dass das intelligente Glas und/oder die intelligente Folie der Abdeckvorrichtung lagefest und/oder lösbar über einem Kameraobjektiv fixierbar ist. In dieser Ausgestaltung ist es demnach nicht vorgesehen, dass das intelligente Glas und/oder die intelligente Folie Bestandteil des Kameraobjektivs ist. Es hat sich gezeigt, dass es vorteilhaft sein kann, wenn das intelligente Glas und/oder die intelligente Folie sich entfernen lassen. Optische Bauteile, beispielsweise Linsen und Glasscheiben, vermindern immer – wenn auch nur geringfügig – den Lichteinfall. Daher kann es im Einzelfall besser sein, diese vor einem möglicherweise besonders wichtigen Foto zu entfernen, während bei sonstigen Fotos eine Entfernung nicht angedacht ist. Selbst wenn das intelligente Glas und/oder die intelligente Folie die Bildqualität nur in unerheblichem Maße beeinträchtigt, ist eine lösbare Anbringung oftmals von Vorteil. Beispielsweise lassen sich Reparaturen leichter durchführen oder die Abdeckvorrichtung lässt sich auch für andere Kameramodelle verwenden. Insbesondere bei Smartphones ist die Lebensdauer recht kurz anzusetzen.

Vorzugsweise werden im ersten Zustand mit dem ersten Transmissionsgrad weniger als 60%, vorzugsweise weniger als 40%, besonders bevorzugt weniger als 20%, des sichtbaren Lichts ungestreut durch das intelligente Glas und/oder die intelligente Folie transmittiert. Insbesondere bevorzugt ist im ersten Zustand der erste Transmissionsgrad ≤ 0,6, vorzugsweise ≤ 0,4, besonders bevorzugt ≤ 0,2. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform werden im zweiten Zustand mit dem zweiten Transmissionsgrad insbesondere mehr als 90%, vorzugsweise mehr als 95%, besonders bevorzugt mehr als 99% des sichtbaren Lichts ungestreut durch das intelligente Glas und/oder die intelligente Folie transmittiert. Bevorzugt ist im zweiten Zustand der zweiten Transmissionsgrad ≥ 0,7, vorzugsweise ≥ 0,8, besonders bevorzugt ≥ 0,95. Dies verbessert die Bildqualität der Fotokamera erheblich gegenüber Lösungen die einen höheren Streuwert aufweisen.

Die Bestimmung der Transmissionsgrade erfolgt mit sichtbarem Licht, vorzugsweise mit einem Licht der Wellenlänge 450 nm, 550 nm und/oder 650 nm, insbesondere bei 550 nm. Das Licht wird dabei orthogonal zur Oberfläche des Glases oder der Folie eingestrahlt, so dass der Durchstrahlweg minimiert wird. Vorzugsweise hat das Glas oder die Folie eine im Wesentlichen homogene Dicke. Ist dies nicht der Fall wird die mittlere Transmission über die gesamte Fläche bestimmt, welche dem Strahlengang des Objektivs zugänglich ist (ausgenommen sind somit in Kunstsoff oder Metall eingelassene Randbereiche des Glases bzw. der Folie. Bei dem erfindungsgemäßen intelligenten Glas handelt es sich vorzugsweise um eine intelligente Glasscheibe.

In einer weiteren Ausgestaltung ist es vorgesehen, dass die Abdeckvorrichtung in das Gehäuse eines Bildaufnahmegeräts, insbesondere eines Bildaufnahmegeräts mit dem Kameraobjektiv, und/oder in eine Gerätehülle für ein Bildaufnahmegerät, insbesondere für Bildaufnahmegerät mit dem Kameraobjektiv, integrierbar oder integriert ist.

Ferner ist es in einer bevorzugten Ausgestaltung vorgesehen, dass die Abdeckvorrichtung eine Einfassung aufweist, insbesondere eine eckige oder runde Einfassung oder eine rechteckige Einfassung mit abgerundeten Ecken. Vorzugsweise umfasst die Einfassung Metall oder Kunststoff. Es hat sich gezeigt, dass eine solche Einfassung das intelligente Glas und/oder die intelligente Folie vor Beschädigungen, insbesondere Brüchen oder Rissen, schützen kann. Insbesondere der Schutz vor Stößen, beispielsweise aufgrund eines Falls, wird erheblich verbessert. Grundsätzlich ist eine rahmenlose Integration ebenfalls möglich, wobei ein gewisser – wenn auch weniger zuverlässiger – Schutz in diesem Fall vorrangig durch das Gehäuse, welches meist aus Kunststoff ist, bereitgestellt wird.

Vorzugsweise ist die Abdeckvorrichtung im Wesentlichen flach. Es hat sich gezeigt, dass dies den Strahlengang des Lichts auf dem Weg zum Objektiv nicht nachteilig beeinträchtigt. Insbesondere bevorzugt ist es dabei, wenn die Abdeckvorrichtung zwei gegenüberliegende planparallele Seiten umfasst.

In einer besonders geeigneten Ausgestaltung, ist die Abdeckvorrichtung ausgelegt und eingerichtet, um über eine Schnittstelle, insbesondere drahtlos, mit einer Datenverarbeitungsvorrichtung eines Bildaufnahmegeräts zu kommunizieren. Hierbei ist es vorzugsweise vorgesehen, wenn die Datenverarbeitungseinrichtung auch die Bildaufnahmen, insbesondere einschließlich des Kameraobjektivs, steuert. Beispielsweise kann ein Nutzer über einen Knopfdruck festlegen, dass er ein Foto schießen möchte, worauf hin die Datenverarbeitungsvorrichtung das intelligente Glas in einen transparenten Modus schaltet und die weiteren Schritte einer Bildaufnahme einleitet.

Ferner ist es vorteilhaft, wenn die Abdeckvorrichtung einen Werkstoff mit einer Mohs-Härte von mindestens 6, insbesondere mindestens 7, vorzugsweise mindestens 8 umfasst, insbesondere mindestens eine Schicht umfasst, welche besagte Härte aufweist, und/oder wasserdicht ist. In einer Ausgestaltung ist es vorgesehen, dass das intelligente Glas und/oder die intelligente Folie besagten Werkstoff umfasst. In einer weiteren Ausgestaltung ist es vorgesehen, dass die Abdeckvorrichtung neben der Schicht aus intelligentem Glas und/oder intelligenter Folie eine weitere Schicht, insbesondere Glasschicht, umfasst, welche den genannten Werkstoff aufweist oder überwiegend aus diesem besteht, vorzugsweise gehärtetes Glas. Es hat sich gezeigt, dass besagte Maßnahmen einen besonders wirksamen Schutz fair das intelligente Glas und/oder die intelligente Folie bieten.

Die Erfindung betrifft ferner die Verwendung von intelligentem Glas oder intelligenter Folie, insbesondere einer Abdeckvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, zur Abdeckung eines Kameraobjektivs eines Bildaufnahmegeräts, insbesondere eines Bildaufnahmegeräts in Form einer Fotokamera, einer Videokamera, eines Mobiltelefons, eines Tablets, eines Laptops, eines PDA, eines mobilen Kommunikationsgeräts, eines Computerbildschirms oder einer Webcam. In einer besonders bevorzugten Ausgestaltung betrifft die Erfindung die Verwendung von intelligentem Glas oder intelligenter Folie für ein Gerät, welches mit dem Internet verbunden oder verbindbar ist, insbesondere zum Schutz der Privatsphäre des Nutzers vor Dritten.

Die Erfindung betrifft außerdem ein Bildaufnahmegerät, umfassend ein Gehäuse, mindestens ein Kameraobjektiv und mindestens eine Abdeckvorrichtung, wie sie vorstehend beschrieben wurde, für das Kameraobjektiv. Vorzugsweise handelt es sich um ein Bildaufnahmegerät ausgewählt aus einer Gruppe bestehend aus: Fotokamera, Videokamera, Mobiltelefon, Tablet, Laptop, PDA, mobiles Kommunikationsgerät, Computerbildschirm oder Webcam. Insbesondere bevorzugt ist das Bildaufnahmegerät ein Mobiltelefon, vorzugsweise Smartphone. Es hat sich gezeigt, dass herkömmliche Mobiltelefone, welche keine Smartphones sind, sich nur schwer hacken lassen. Insbesondere bei Smartphones wird hier ein besonderer Schutz geboten.

In einer Ausgestaltung des Bildaufnahmegeräts ist es vorgesehen, dass die mindestens eine Abdeckvorrichtung lagefest über dem mindestens einen Kameraobjektiv befestigt ist und/oder mit diesem verbunden ist, insbesondere lösbar fixiert bzw. verbunden ist.

Auch ist es bevorzugt, wenn die mindestens eine Abdeckvorrichtung für das mindestens eine Kameraobjektiv in das Gehäuse, insbesondere in eine Wandung des Gehäuses, des Bildaufnahmegeräts integriert ist. Beispielsweise kann es sich um eine Schicht handeln, welche in das Gehäuse integriert ist und oberhalb eines vertieft eingelassenen Objektivs angebracht ist. In einer geeigneten Ausgestaltung ist es vorgesehen, dass die Integration in das Gehäuse so erfolgt, dass die Abdeckvorrichtung nicht hervorsteht bezüglich der umgebenden Oberfläche des Gehäuses.

Ferner kann es vorzugsweise vorgesehen sein, dass das Gehäuse des Bildaufnahmegeräts mindestens eine Aussparung für das mindestens eine Kameraobjektiv aufweist. Hierbei ist es insbesondere bevorzugt, wenn die mindestens eine Aussparung des Gehäuses teilweise oder vollständig, insbesondere vollständig, von dem intelligenten Glas und/oder von der intelligenten Folie der Abdeckvorrichtung ausgefüllt oder abgedeckt wird, insbesondere wobei die Aussparung nicht mehr als 200%, insbesondere nicht mehr als 100%, vorzugsweise nicht mehr 50%, größer ist als eine Objektivlinse des Kameraobjektivs.

In einer geeigneten Ausgestaltung umfasst das Bildaufnahmegerät einen Sensor- oder Schaltmechanismus, insbesondere einen Druckschalter oder Berührungssensor, zum Auslösen der reversiblen Überführung des intelligenten Glases und/oder der intelligenten Folie von dem ersten Zustand mit dem ersten Transmissionsgrad in den zweiten Zustand mit dem zweiten Transmissionsgrad. Es hat sich gezeigt, dass ein Druckschalter oder Berührungssensor so integrierbar ist, dass ein Hacken des Bildaufnahmegeräts, beispielsweise Smartphones, erheblich erschwert wird. Falls die Datenverarbeitungseinrichtung im Regelbetrieb nicht das intelligente Glas oder die intelligente Folie steuert, kann auch ein unrechtmäßiger Eingriff in die Datenverwaltungseinrichtung keine Freigabe der Abdeckvorrichtung bewirken.

In einer weiteren Ausgestaltung ist es vorgesehen, dass das Bildaufnahmegerät eine Schnittstelle umfasst, über welche eine Datenverarbeitungseinrichtung des Bildaufnahmegeräts mit dem Sensor- oder Schaltmechanismus zum Auslösen der Zustandsänderung des intelligenten Glases und/oder der intelligenten Folie kommuniziert. Dies hat den erheblichen Vorteil, dass ein automatisches Fotografieren erfolgen kann, wobei die Datenverarbeitungseinrichtung die Abdeckvorrichtung in einen Modus mit erhöhter Transparenz schaltet.

In einer Ausgestaltung ist vorgesehen, dass das Bildaufnahmegerät ein LED-Licht umfasst, insbesondere ein LED-Licht, welches einen Lichtblitz aussenden kann. Insbesondere ist es bevorzugt, wenn das LED-Licht durch die Abdeckvorrichtung abgeschirmt werden kann.

Ferner betrifft die Erfindung eine Gerätehülle für ein Bildaufnahmegerät, insbesondere ein Mobiltelefon, umfassend mindestens eine Abdeckvorrichtung, wie sie vorstehend beschrieben wurde, für ein Kameraobjektiv des Bildaufnahmegeräts.

Auch hier ist es bevorzugt, wenn die mindestens eine Abdeckvorrichtung lagefest und/oder lösbar über dem mindestens einen Kameraobjektiv des Bildaufnahmegeräts anordenbar ist.

Ferner ist es bevorzugt, wenn die mindestens eine Abdeckvorrichtung für das mindestens eine Kameraobjektiv in die Gerätehülle integriert ist, insbesondere in eine Aussparung in einer Wandung der Gerätehülle.

In einer Ausgestaltung der Gerätehülle ist es vorgesehen, dass diese mindestens eine Aussparung für ein Kameraobjektiv des Bildaufnahmegeräts aufweist und wobei die mindestens eine Aussparung teilweise oder vollständig, insbesondere vollständig, von dem intelligenten Glas und/oder von der intelligenten Folie der Abdeckvorrichtung ausgefüllt oder abgedeckt wird.

Bevorzugt sind ist auch Ausführungsformen der Gerätehülle, umfassend einen Sensor- oder Schaltmechanismus, insbesondere einen Druckschalter oder Berührungssensor, zum Auslösen der reversiblen Überführung des intelligenten Glases und/oder der intelligenten Folie von dem ersten Zustand mit dem ersten Transmissionsgrad in den zweiten Zustand mit dem zweiten Transmissionsgrad. Es hat sich gezeigt, dass ein Druckschalter oder Berührungssensor so integrierbar ist, dass ein Hacken des Bildaufnahmegeräts, beispielsweise Smartphones, erheblich erschwert wird. Falls die Datenverarbeitungseinrichtung im Regelbetrieb nicht das intelligente Glas oder die intelligente Folie steuert, kann auch ein unrechtmäßige Eingriff in die Datenverwaltungseinrichtung keine Freigabe der Abdeckvorrichtung bewirken.

Auch sind Gerätehüllen bevorzugt, welche eine Schnittstelle umfassen, über welche eine Datenverarbeitungsvorrichtung des Bildaufnahmegeräts mit dem Schaltmechanismus zum Auslösen der reversiblen Überführung des intelligenten Glases und/oder der intelligenten Folie von einem transparenten in einen opaken Zustand kommuniziert. Dies hat den erheblichen Vorteil, dass ein automatisches Fotografieren erfolgen kann, wobei die Datenverarbeitungseinrichtung die Abdeckvorrichtung in einen Modus mit erhöhter Transparenz schaltet.

Vorzugsweise umfasst die Schnittstelle der Gerätehülle ein drahtgebundenes und/oder drahtloses Empfängermodul für Signale der Datenverarbeitungsvorrichtung des Bildaufnahmegeräts. Es hat sich gezeigt, dass insbesondere Lösungen, welche drahtlos arbeiten eine einfache Handhabung gewährleisten. Hierbei kann es vorzugsweise vorgesehen sein, dass die Signalübertragung über Funk, insbesondere ein drahtloses Funk-Empfängermodul, erfolgt.

Insbesondere ist es bevorzugt, wenn die Gerätehülle dafür ausgelegt und eingerichtet ist, lösbar mit einem Bildaufnahmegerät verbunden zu werden. Dies ermöglicht es, dass Gerät zu reinigen oder die Gerätehülle, beispielsweise bei einem Defekt, auszutauschen.

In einer weiteren Ausgestaltung ist es bevorzugt, wenn die Gerätehülle eine Energiequelle, insbesondere einen Energiespeicher und/oder eine Solarzelle, umfasst, welche ausgelegt und eingerichtet ist, die Abdeckvorrichtung mit Energie zu versorgen. Alternativ oder zusätzlich ist es bevorzugt, wenn die Gerätehülle ausgelegt und eingerichtet ist, Energie von einem Bildaufnahmegerät zu empfangen und die Energie der Abdeckvorrichtung zuzuführen.

Eine Gerätehülle, welche selbst über einen Energiespeicher verfügt oder über eine Solarzelle zumindest anteilig mit Energie versorgt wird, belastet den Energiespeicher des Bildaufnahmegeräts im Regelfall nicht zusätzlich. Ferner muss das Bildaufnahmegerät nicht darauf ausgelegt sein, weitere Elemente, insbesondere die Gerätehülle, mit Energie zu versorgen. Gleichwohl hat sich gezeigt, dass sich besonders einfache und leichte Gerätehüllen herstellen lassen, wenn die Energieversorgung über das Bildaufnahmegerät erfolgt. Im Regelfall verfügt das Bildaufnahmegerät bereits über einen Energiespeicher, so dass dieser grundsätzlich den Strom für die Gerätehülle, insbesondere die Abdeckvorrichtung, bereitstellen kann. Vorzugsweise verfügt das Bildaufnahmegerät hierfür über eine Energietransfereinheit, welche die Gerätehülle drahtlos oder drahtgebunden mit Energie versorgt.

In einer weiteren Ausgestaltung ist es vorgesehen, dass die Gerätehülle eine Wandung umfasst, insbesondere überwiegend aus dieser besteht, in welche die Abdeckvorrichtung eingelassen ist. Hierbei ist es bevorzugt, wenn die Wandung Metall und/oder Kunststoff umfasst, insbesondere überwiegend aus Metall und/oder Kunststoff besteht. Ferner ist es bevorzugt, wenn die Wandung starr ist. Ganz besonders geeignet sind Wandungen, die ausgelegt und eingerichtet sind, das Bildaufnahmegerät teilweise oder vollständig zu umschließen. Auch ist es bevorzugt, wenn die Wandung einen Einrast-Mechanismus zur lösbaren Verbindung mit dem Bildaufnahmegerät umfasst.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist es vorgesehen, dass die Gerätehülle autonom von der Datenverarbeitungseinrichtung des Bildaufnahmegeräts ist. Insbesondere ist es der Datenverarbeitungseinrichtung nicht möglich, die Abdeckvorrichtung zu steuern. Hierbei ist es vorzugsweise vorgesehen, dass die Gerätehülle über eigene Energiequellen verfügt, wie sie vorstehend beschrieben wurden. Insbesondere ist es hierbei auch bevorzugt, wenn die Gerätehülle über einen Schalter oder Sensor verfügt, wie er vorstehend beschrieben wurde, mit welchem sich die Abdeckvorrichtung steuern lässt.

Insgesamt wird durch die vorliegende Erfindung ein im Wesentlichen nicht mechanisches System bereitgestellt, durch welches sich die Transparenz einer Abdeckvorrichtung so weit erhöhen lässt, dass die Aufnahme von Bildern oder Videos mit einem Bildaufnahmegerät ermöglicht wird. Gleichzeitig wird, vorzugsweise im stromlosen Zustand, die Bildaufnahme nicht ermöglicht, wenn die Abdeckvorrichtung in dem weniger transparenten bzw. nichttransparenten Zustand ist. Es hat sich gezeigt, dass derartige Systeme eine erhebliche Verbesserung der Privatsphäre mit sich bringen. Somit wird die Sicherheit erhöht. Ferner sind die erfindungsgemäßen Systeme weniger störanfällig als bisherige Lösungen. Auch hat sich gezeigt, dass die Bedienung gegenüber herkömmlichen mechanischen Systemen in erheblichem Maße vereinfacht wird. Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist, dass es möglich ist, den Lichteinfall auf einen Sensor der des Bildaufnahmegeräts, insbesondere des digitalen Bildaufnahmegeräts, weitestgehend zu reduzieren, was sich positiv auf die Lebensdauer des Sensors auswirkt.

Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung, in der Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand von schematischen Zeichnungen beispielhaft erläutert werden, ohne dadurch die Erfindung zu beschränken.

Dabei zeigt:

1 eine schematische Seitenansicht einer Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Gerätehülle in einem ersten Zustand;

2 eine schematische Seitenansicht einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Gerätehülle in einem zweiten Zustand;

3 eine schematische Seitenansicht einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Kameraobjektivs mit einer Abdeckvorrichtung;

1 zeigt eine Gerätehülle 1 für ein Smartphone mit einer Abdeckvorrichtung 3 für ein Kameraobjektiv 5 eines Bildaufnahmegeräts, welches durch die Gerätehülle 1 weitgehend verdeckt ist. Die Abdeckvorrichtung 3 umfasst ein intelligentes Glas, welches in einem durchsichtigen Zustand ist, so dass der Blick auf das Objektiv freigegeben wird. Neben dem Kameraobjektiv 5 ist eine LED-Licht 4 gezeigt, welches ebenfalls unter der Abdeckvorrichtung 3 angeordnet ist. Die Abdeckvorrichtung 3 ist von der Einfassung 2 umgeben.

2 zeigt die Ausführungsform der 1, wobei die Abdeckvorrichtung 3 in einem undurchsichtigen Zustand ist, so dass das Kameraobjektiv und das LED-Licht nicht sichtbar sind.

3 zeigt ein Kameraobjektiv 7 umfassend eine Abdeckvorrichtung 8, welche in einem undurchsichtigen Zustand ist, so dass kein Foto geschossen werden kann. Ferner sind die Einfassung 10 und ein Fokussierring 9 wiedergegeben.

Die in der voranstehenden Beschreibung, den Ansprüchen sowie den Zeichnungen offenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als auch in jeder beliebigen Kombination für die Verwirklichung der Erfindung in ihren verschiedenen Ausführungsformen wesentlich sein.