Title:
Manuelles Fluid-Applikaitonsverfahren
Kind Code:
A1
Abstract:

Vorgestellt wird ein manuelles Fluid-Applikations-Verfahren für Oberflächen mit einer Applikationsvorrichtung, die einen Handgriff und eine Vielzahl von in mindestens einer Reihe angeordneten Abgabeöffnungen für die Abgabe eines Fluids aufweist, gekennzeichnet durch ein oder mehrere vorbereitende Schritte, welche das Reinigen der Abgabeöffnungen und das Freigeben der Abgabeöffnungen durch Bewegen einer Abdeckung von den Abgabeöffnungen einschließen, ein oder mehrere Applikationsschritte, bei denen die Applikationseinrichtung parallel zu einer Oberfläche im Abstand zwischen 1 und 20 cm von Hand bewegt wird, wobei die Abgabeöffnungen zur Oberfläche hin so gerichtet sind, dass die Projektionspunkte benachbarter Abgabeöffnungen einer Reihe auf die Oberfläche einen Abstand von 0,5 mm bis 3 mm aufweisen und deren Projektionsachsen eine Richtungsabweisung von maximal 0,2 Grad aufweisen und bei Betätigen eines Tasters das Aktivieren einer periodischen Abgabe von Tropfen des Fluids durch alle oder eine Auswahl der Abgabeöffnungen auf die Oberfläche im Drop-on-Demand-Verfahren erfolgt, sowie ein oder mehrere nachbereitende Schritte, welche das Schließen der Abgabeöffnungen durch Bewegen der Abdeckung auf die Abgabeöffnungen und eine Reinigung der Abgabeöffnungen im Falle Kontaminierung außerhalb der Abgabeöffnungen mit Fluid schließen.



Inventors:
gleich Anmelder
Application Number:
DE102015010882A
Publication Date:
02/23/2017
Filing Date:
08/20/2015
Assignee:
Büstgens, Burkhard, 79194 (DE)
International Classes:
Claims:
1. Manuelles Fluid-Applikations-Verfahren für Oberflächen mit einer Applikationsvorrichtung, die einen Handgriff und eine Vielzahl von in mindestens einer Reihe angeordneten Abgabeöffnungen für die Abgabe eines Fluids aufweist, gekennzeichnet durch
• ein oder mehrere vorbereitende Schritte, welche das Reinigen der Abgabeöffnungen und das Freigeben der Abgabeöffnungen durch Bewegen einer Abdeckung von den Abgabeöffnungen einschließen,
• ein oder mehrere Applikationsschritte, bei denen die Applikationseinrichtung parallel zu einer Oberfläche im Abstand zwischen 1 und 20 cm von Hand bewegt wird, wobei die Abgabeöffnungen zur Oberfläche hin so gerichtet sind, dass die Projektionspunkte benachbarter Abgabeöffnungen einer Reihe auf die Oberfläche einen Abstand von 0,5 mm bis 3 mm aufweisen und deren Projektionsachsen eine Richtungsabweisung von maximal 0,2 Grad aufweisen und
bei Betätigen eines Tasters das Aktivieren einer periodischen Abgabe von Tropfen des Fluids durch alle oder eine Auswahl der Abgabeöffnungen auf die Oberfläche im Drop-on-Demand-Verfahren erfolgt,
• ein oder mehrere nachbereitende Schritte, welche das Schließen der Abgabeöffnungen durch Bewegen der Abdeckung auf die Abgabeöffnungen und eine Reinigung der Abgabeöffnungen im Falle Kontaminierung außerhalb der Abgabeöffnungen mit Fluid schließen.

2. Verfahren nach 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zeitdauer des Austritts von Fluid durch eine Abgabeöffnung im Bereich von 0,3 ms bis 5 ms liegt und so konfiguriert ist, dass bei Düsendurchmessern zwischen 0,1 mm und 0,8 mm im Falle einer Dispersionsfarbe Tropfen mit einem Volumen von 50 bis 1300 Nanolitern und einer Abgabeöffnungen-Austrittsgeschwindigkeit von 2–10 m/s abgegeben werden und im Falle eines Lackes Tropfen mit einem Volumen von 5 bis 400 Nanolitern und einer Abgabeöffnungen-Austrittsgeschwindigkeit von 4–15 m/s abgegeben werden.

3. Verfahren nach 1, dadurch gekennzeichnet, dass Punkte der Oberfläche während eines Applikationsvorgangs von mehreren Tropfen beschichtet werden.

4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Fluid eine Farbe, ein Lack, ein Aerosol oder ein fluidisiertes Pulver appliziert wird.

5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen zwei Applikationsvorgängen Fluid oder eine Spülflüssigkeit durch die Abgabeöffnungen zum Zweck der Reinigung gefördert wird.

6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass vor oder nach einem Applikationsvorgang das Fluid oder eine Spül- oder Reinigungsflüssigkeit in Abgabeöffnungen und Abdeckung eingebracht wird. (hin oder zurück).

7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Eintrocknen von Fluid in den Abgabeöffnungen zwischen zwei Applikationsvorgängen verhindert wird mittels einer in der Abdeckung vorgehalten trocknungs-verzögernden Flüssigkeit, die zu den Abgabeöffnungen gefördert wird.

8. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass außerhalb der Applikationsvorgänge die Abgabeöffnungen mit einem elastomeren Material, das mit der Abdeckung verbunden ist, abgedichtet werden. (Gummi Dichtung).

9. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Tropfen des Fluids erzeugt werden, indem mit Druck beaufschlagtes Fluid durch ein oder mehrere Ejektorventile auf jeweils ein oder mehrere Düsen geschaltet wird.

10. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Tropfen des Fluids erzeugt werden durch ein oder mehrere diskontinuierlich arbeitende Pumpvorrichtungen.

11. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Schritt der periodischen Abgabe der Tropfen 5 des Fluids durch die Abgabeöffnungen mit vorab eingestellter konstanter Frequenz erfolgt, nachdem nach einer Beschleunigungsphase eine Soll-Geschwindigkeit erreicht wurde.

12. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Frequenz der periodischen Tropfenabgabe während des Applikationsvorgangs variabel ist.

13. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Frequenz der periodischen Tropfenabgabe während des Applikationsvorgangs auf der Grundlage der gemessenen Oberflächengeschwindigkeit des Schnittpunktes einer Parallelen zur Flugbahn der Tropfen mit der Oberfläche bestimmt wird.

14. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Messung der Oberflächengeschwindigkeit optisch durch ein von der Auftragseinrichtung zur Oberfläche ausgerichtetes, nach dem Doppler-Prinzip arbeitendes Oberflächengeschwindigkeits-Messverfahren vorgenommen wird.

15. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Messung der Oberflächengeschwindigkeit optisch durch einen zur Oberfläche gerichteten Bildsensor, der mit der Applikationseinrichtung verbunden ist, und nachfolgender Geschwindigkeitsextraktion durch Bildkorrelation durchgeführt wird.

16. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mit dem Taster in einer ersten Position die Abdeckung bewegt wird und in einer zweiten Position das Aktivieren eines Applikationsvorganges.

17. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Taster als Betätigungshebel ausgeführt ist, welcher in einer ersten Position die Abdeckung bewegt und in einer zweiten Position einen Applikationsvorgang aktiviert.

18. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Freigabe der Abgabeöffnungen durch eine Parallele Bewegung Abdeckung relativ zur Düsenplatte erfolgt, wobei eine Abstreiflippe, die sich in der Abdeckung befindet, im Kontakt mit der Düsenplatte steht.

19. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Verschließen der Abgabeöffnungen durch eine parallele Bewegung der Abdeckung relativ zur Düsenplatte erfolgt, wobei eine Abstreiflippe, die sich in der Abdeckung befindet, Über die Düsenplatte streift.

20. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mittels Laserdioden auf der Applikationseinrichtung in Bewegungsrichtung parallel zu den Tropfenbahnen der ersten und letzten aktiven Abgabeöffnung versetzte Laserstrahlen zur Fläche gerichtet werden, um die Grenze des Applikationsbereiches genau aufzuzeigen.

21. Manuelle Fluid-Applikationsvorrichtung für die kontaktlose Beschichtung von Oberflächen, gekennzeichnet durch
– einen Handgriff
– eine Vielzahl von in mindestens einer Reihe angeordneten Abgabeöffnungen, die zur Oberfläche hin so gerichtet sind, dass die Projektionspunkte benachbarter Abgabeöffnungen einer Reihe auf die Oberfläche einen Abstand von 0,5 mm bis 3 mm aufweisen und deren Projektionsachsen eine Richtungsabweisung von maximal 0,2 Grad aufweisen
– eine über die Abgabeöffnungen bewegliche Abdeckung, die diese in einer geschlossenen Position verschließt,
– ein Taster zur Bewegung der Abdeckung in einer ersten Schaltposition und zum Aktivieren einer periodischen Abgabe von Tropfen des Fluids durch alle oder eine Auswahl der Abgabeöffnungen auf die Oberfläche im Drop-on-Demand-Verfahren in einer zweiten Schaltposition.
– eine elektronische Steuerung.

22. Manuelle Fluid-Applikationsvorrichtung nach Anspruch 21, zusätzlich gekennzeichnet durch einen kontaktlos arbeitenden Sensor zur Messung der Oberflächengeschwindigkeit, auf dessen Grundlage die Frequenz der periodischen Abgabe der Tropfen mittels der Steuerung bestimmt wird.

Description:

Die Erfindung betrifft das Gebiet der Beschichtung von Oberflächen wie beispielsweise von Gebäuden, Verkehrsmitteln, Einrichtungen des Tiefbaus, Gegenständen, Folien, Blechen, Hölzern jeglicher Art mit Farben oder Lacken, insbesondere mithilfe von Hand-geführten Arbeitsgeräten. Herkömmlich werden Farbspritzpistolen verwendet, welche nach den unterschiedlichsten Spritzverfahren arbeiten, wie z. B. dem Air-Mix-Verfahren oder dem Airless-Spritzen. Allen Spritzverfahren ist gemein, dass sie in mehr oder weniger großem Umfang Farb- oder Lack-Spritznebel erzeugen, welcher es nicht erlaubt, scharfkantige Konturen zu erzeugen und welcher aufwändige Schutzmaßnahmen am Arbeitsort erfordert. Daher besteht seit langem der Wunsch nach Spritznebel-freien und selektiven Beschichtungsverfahren. Gleichermaßen soll aber eine hochergonomische manuelle Arbeitsweise wie bei der Spritzpistole beibehalten werden.

Somit ist Aufgabe der Erfindung eine Vorrichtung und ein Arbeitsverfahren zu schaffen, welche eine Spritznebel-freie, homogene Farb- oder Lackapplikation auf Oberflächen ermöglicht mittels Arbeitsweisen, die an die der Spritzpistole angelehnt sind.

Die Aufgabe wird durch das Verfahren nach Anspruch 1 und dessen Unteransprüche sowie den unabhängigen Ansprüchen gelöst, somit durch ein Fluid-Applikations-Verfahren für Oberflächen mit einer Applikationsvorrichtung, die einen Handgriff 27 und eine Vielzahl von in mindestens einer Reihe angeordneten Abgabeöffnungen für die Abgabe eines Fluids aufweist, gekennzeichnet durch ein oder mehrere vorbereitende Schritte, welche das Reinigen der Abgabeöffnungen beispielsweise durch eine Abstreiflippe und das Freigeben der Abgabeöffnungen durch Bewegen einer Abdeckung von den Abgabeöffnungen einschließen, anschließend durch ein oder mehrere Applikationsschritte, bei denen die Applikationseinrichtung parallel zu einer Oberfläche im Abstand zwischen 5 und 30 cm von Hand bewegt wird, wobei die Abgabeöffnungen zur Oberfläche hin so gerichtet sind, dass die Projektionspunkte benachbarter Abgabeöffnungen einer Reihe auf die Oberfläche einen Abstand von 0,5 mm bis 3 mm aufweisen und deren Projektionsachsen eine Richtungsabweisung von maximal 0,2 Grad aufweisen und bei Betätigen eines Tasters das Aktivieren einer periodischen Abgabe von Tropfen des Fluids durch die Abgabeöffnungen auf die Oberfläche im Drop-on-Demand-Verfahren erfolgt, schließlich ein oder mehrere nachbereitende Schritte, welche das Schließen der Abgabeöffnungen durch Bewegen der Abdeckung auf die Abgabeöffnungen und eine Reinigung der Abgabeöffnungen im Falle von Kontaminierung an den Abgabeöffnungen mit Fluid schließen.

Erfindungsgemäß werden Fluidtropfen zumindest zweier benachbarter Abgabeöffnungen parallel gerichtet so abgegeben werden, dass deren Abstand auf der Oberfläche 0,5 mm bis 3 mm beträgt. In einer weiteren Variante werden Fluidtropfen zumindest zweier benachbarter Abgabeöffnungen divergierend mit einem Winkel von bis zu 0,2 Grad so abgegeben, dass deren Abstand auf der Oberfläche 0,5 mm bis 3 mm beträgt.

Erfindungsgemäß beträgt das Verhältnis aus Länge zu Durchmesser einer Abgabeöffnung 0,5 bis 5. Der Abstand der auf die Oberfläche applizierten Fluidtropfen benachbarter Abgabeöffnungen beträgt 0,5 mm bis 3 mm, gemessen auf der Oberfläche, der Abstand der Abgabeöffnungen untereinander minimal 2/3 davon.

Die Zeitdauer des Austritts von Fluid durch eine Abgabeöffnung liegt im Bereich von 0,3 ms bis 5 ms und ist so konfiguriert ist, dass bei Düsendurchmessern zwischen 0,1 mm und 0,8 mm im Falle einer Dispersionsfarbe Tropfen mit einem Volumen von 50 bis 1300 Nanolitern und einer Abgabeöffnungen-Austrittsgeschwindigkeit von 2–10 m/s abgegeben werden und im Falle eines Lackes Tropfen mit einem Volumen von 5 bis 400 Nanolitern und einer Abgabeöffnungen-Austrittsgeschwindigkeit von 4–15 m/s abgegeben werden.

Auch können Punkte der Oberfläche während eines Applikationsvorgangs von mehreren Tropfen beschichtet werden. Dann werden Fluid-Tröpfchen 4 von 1 bis 200 Nanoliter im Falle einer Dispersionsfarbe je Abgabeöffnung 5 abgegeben und von 0,5 bis 100 Nanoliter im Fall eines Lackes. Die Düsendurchmesser betragen in diesem Fall zwischen 0,05 mm und 0,3 mm, die Abstände im Mittel 1 bis 3 mm. Die Reihen sind beispielsweise auf Lücke versetzt, wie weiter unten im Detail beschrieben.

Im Anbetracht der kleinen Düsen und einer hohen erforderlichen Richtungs-konstans der einzelnen Tropfen-Flugbahnen werden erfindungsgemäß Maßnahmen vorgeschlagen, eine Ein- oder Antrocknen von Fluid in oder an den Abgabeöffnungen zu verhindern. Denn dieses führt zu starken Abweichungen in der Richtung der Tropfenbahnen und so zu ungleichmäßigem Schichtauftrag. Somit wird erfindungsgemäß ein Applikationsvorgang beispielsweise gestartet, indem ausgehend von einem Ausgangszustand, in dem eine Abgabeöffnungen-Abdeckung die Abgabeöffnungen verdeckt, bei Betätigen eines Tasters eine Abgabeöffnungen-Abdeckung so bewegt wird, dass die Abgabeöffnungen freigegeben werden, und darauf folgend die periodische Abgabe von Tropfen des Fluids 4 aktiviert wird. Dabei kann erfindungsgemäß eine Abstreiflippe aus einem Elastomer über die Abgabeöffnungen bewegt werden, um diese sauber zu wischen. Weiterhin wird erfindungsgemäß beispielsweise ein Applikationsvorgang beendet, indem die Betätigung des Tasters beendet wird, dadurch die periodische Abgabe von Tropfen des Fluids 4 deaktiviert wird und darauf folgend die Abgabeöffnungen-Abdeckung so bewegt wird, dass die Abgabeöffnungen abgedeckt werden.

Erfindungsgemäß kann zwischen zwei Applikationsvorgängen, beispielsweise vor oder während des vorbereitenden Schrittes oder während oder nach dem nachbereitenden Schritt, ein Spül- oder Reinigungsschritt für die Abgabeöffnungen eingefügt werden. Zu diesem Zweck wird Fluid oder eine Reinigungsflüssigkeit durch die Düsen in Vorwärts- oder Rückwärtsrichtung gefördert, mit Schwämmen oder Gewebe über die Düsen gewischt, manuell oder automatisch. Erfindungsgemäß kann eine Abdeckung Fluidik-Strukturen wie beispielsweise Kanäle oder Kavitäten enthalten, die für die Reinigung der Düsen vor oder nach einem Applikationsvorgang verwendet werden. Erfindungsgemäß wird somit vor oder nach einem Applikationsvorgang das Fluid oder eine Spülflüssigkeit durch die Abgabeöffnungen und durch die Abgabeöffnungen-Abdeckung zum Zweck der Reinigung der Abgabeöffnungen gefördert wird. Dies kann in beide Richtungen erfolgen. Weiterhin kann das Eintrocknen von Fluid in den Abgabeöffnungen zwischen zwei Applikationsvorgängen verhindert werden mittels einer in der Abgabeöffnungen-Abdeckung vorgehalten trocknungs-verzögernden Flüssigkeit, die zu den Abgabeöffnungen gefördert wird. Diese kann von der Abgabeöffnungen-Abdeckung aus den Abgabeöffnungen zugeführt werden.

Auch können außerhalb der Applikationsvorgänge die Abgabeöffnungen mit einem elastomeren Material, das mit der Abdeckung verbunden ist, lediglich abgedichtet werden. Durch das Wegbewegen der Abdeckung in einem vorbereitenden Schritt werden dann gleichzeitig die Abgabeöffnungen gereinigt.

Eine Reinigung der Stirnflächen der Abgabeöffnungen, der Düsenplatte, kann dadurch erfolgen, dass eine Abstreiflippe aus einem elastischen Material, welche mit der Abgabeöffnungen-Abdeckung verbunden ist, bei Bewegung der Abgabeöffnungen-Abdeckung über die Abgabeöffnungen-Öffnungen streift.

Die erfindungsgemäße Drop-on-Demand Tropfenabgabe kann beispielsweise erfolgen, indem mit Druck beaufschlagtes Fluid durch ein oder mehrere Ejektor-Ventile auf jeweils ein oder mehrere Düsen geschaltet wird. Die Ejektor-Ventile weisen Schaltzeiten von kleiner als 1 ms auf. Alternativ können die Druckpulse an den Einlässen von einer oder mehreren Abgabeöffnungen durch ein oder mehrere Pumpvorrichtungen erzeugt werden, die imstande sind, das geforderte periodische Muster an Druckpulsen zu generieren, beispielsweise durch ein oder mehrere diskontinuierliche, beispielsweise Kolben-basierte Pumpvorrichtungen, deren Auslassventile einen hohen Öffnungsdruck zwischen 1 und 7 bar aufweisen oder durch entsprechende nachgelagerte Überdruckventile.

Im einfachsten Fall wird die Frequenz der periodischen Abgabe der Tropfen des Fluids vor einem Applikationsvorgang manuell mit einer geeigneten Eingabevorrichtung wie beispielsweise einem Drehregler oder einer digitalen Eingabevorrichtung eingestellt. Diese wird so eingestellt, dass bei einer gewünschten Bewegungsgeschwindigkeit nacheinander aufgetragene Tropfen des Fluids sich auf der Oberfläche überlappen, um auf diese Weise eine geschlossene ebenmäßige Beschichtung zu erhalten. Dies erfordert jedoch Fähigkeiten seitens des Operators. Der Schritt der periodischen Abgabe der Tropfen 5 des Fluids durch die Abgabeöffnungen erfolgt dann durch Betätigen eines tastenden (= nur aktiv bei Betätigung) Betätigungselementes, das von einem Handgriff 27 der Applikationsvorrichtung aus bedient werden kann.

Erfindungsgemäß wird weiterhin vorgeschlagen, dass die Frequenz der periodischen Tropfenabgabe während des Applikationsvorgangs variabel ist und von der tatsächlichen Applikationsgeschwindigkeit 29, also dem Fortschritt der Applikation pro Zeit, bezogen auf die Oberfläche abhängt. So ergibt sich bei langsamer Bewegung eine niedrige Frequenz und bei schneller Bewegung eine hohe. Der Operator beschleunigt die Applikationsvorrichtung auf eine von ihm gut reproduzierbare Applikationsgeschwindigkeit 29 und betätigt sodann einen Taster, welche die DOD Tropfenabgabe startet.

Erfindungsgemäß wird in einer Variante vorgeschlagen, dass die Frequenz der periodischen Tropfenabgabe während des Applikationsvorgangs variabel ist. Weiterhin wird vorgeschlagen, dass die Frequenz der periodischen Tropfenabgabe während des Applikationsvorgangs auf der Grundlage der gemessenen Oberflächengeschwindigkeit des Schnittpunktes einer Parallelen zur Flugbahn der Tropfen mit der Oberfläche bestimmt wird.

Erfindungsgemäß wird hierfür näherungsweise die Oberflächengeschwindigkeit ν0 der Auftragseinrichtung in Bezug zur Oberfläche gemessen, welche durch den folgenden Zusammenhang gegeben ist: ν0 = νlat + Ddtmit

νlat
= laterale Geschwindigkeit der Applikationseinrichtung in Applikationsrichtung
D
= Abstand des Auslasses der Abgabeöffnungen zur Oberfläche
dØ/dt
= Neigungungsgeschwindigket der Applikationseinrichtung zur Oberfläche

Damit wird die Geschwindigkeit der Projektion auf die Oberfläche eines von der Applikationseinrichtung in Richtung Oberfläche projizierten Strahles, der parallel und in geringem Abstand von 1 bis 10 cm zur Achse einer Abgabeöffnung verläuft, verstanden.

Es wird die Geschwindigkeit eines von der Auftragseinrichtung ausgehenden Lichtstrahles oder Lichtbündels auf der Oberfläche gemessen, wobei der Projektionspunkt (der Lichtpunkt) der Messeinrichtung auf der Oberfläche möglichst in der Nähe, d. h. im Abstand von 1 bis 10 cm, der auf die Oberfläche projizierten Achse einer Abgabeöffnung, also dem Auftreffpunkt des Fluidtropfens, ist. Diese Geschwindigkeit entspricht, abgesehen von einem seitlichen geometrischen Versatz, der lateralen Geschwindigkeit der fortschreitenden Beschichtung der Oberfläche, unabhängig von der tatsächlichen Beschichtungsaktivität. Im Falle einer nicht-senkrechten, also schrägen Ausrichtung der Applikationseinrichtung zur Oberfläche wird somit dennoch die tatsächliche Oberflächengeschwindigkeit gemessen, sodass die Frequenz der periodischen Tropfengenerierung ausschließlich von dieser Messgröße abhängt. Somit sind durch Messung der Oberflächengeschwindigkeit neben linearen Bewegungen der Auftragseinrichtung parallel zur Oberfläche auch Kippbewegungen, die bei einer Spritzapplikation selbstverständlich und ergonomisch sind, erlaubt. Die Messung der Oberflächengeschwindigkeit erlaubt insbesondere das sehr langsame Bewegen der Applikationseinrichtung parallel zur Fläche. Auf diese können scharfe Farbbegrenzung genau und Freihand gezeichnet werden. Mithilfe einfacher Klasse 1 Laserdioden auf der Applikationseinrichtung können in Bewegungsrichtung parallel zu den Tropfenbahnen der ersten und letzten aktiven Abgabeöffnung versetzte Laserstrahlen zur Fläche gerichtet werden, um die seitlichen Grenzen des Applikationsbereiches eines Applikationsschrittes genau aufzuzeigen. Erfindungsgemäß können ein oder mehrere Applikationsöffnungen für eine Beschichtung aktiviert oder deaktiviert werden.

Technisch geeignet sind beispielsweise Velocimeter zur berührungslosen Längen- und Geschwindigkeitsmessung an streuenden Oberflächen, die mit der Applikationsvorrichtung verbunden sind und auf die Oberfläche gerichtet sind. Dazu wird auf der Oberfläche mit Hilfe zweier Laserstrahlen ein Streifenmuster projiziert. Die Bewegung des Messmediums erzeugt im in den Detektor reflektierten Licht Frequenzanteile, die direkt proportional zur Geschwindigkeit des Streuers sind. Weiterhin geeignet sind Verfahren mit Bildsensoren, die die Oberflächengeschwindigkeit auf der Achse des Bildsensors messen, der zur Oberfläche gerichtet ist, indem durch Bildkorrelation sukzessiver Aufnahmen der Oberfläche Verschiebungen dieser pro Zeiteinheit ausgewertet werden und in ein Geschwindigkeitssignal umgewandelt werden.

Somit wird erfindungsgemäß die Frequenz der periodischen Tropfenabgabe während des Applikationsvorgangs auf der Grundlage der gemessenen Oberflächengeschwindigkeit des Schnittpunktes einer Parallelen zur Flugbahn der Tropfen mit der Oberfläche bestimmt.

Die Messung der Oberflächengeschwindigkeit wird optisch durch ein von der Auftragseinrichtung zur Oberfläche ausgerichtetes, nach dem Doppler-Prinzip arbeitendes Oberflächengeschwindigkeits-Messverfahren vorgenommen oder durch einen zur Oberfläche gerichteten Bildsensor, der mit der Applikationseinrichtung verbunden ist, und nachfolgender Signalverarbeitung mit Geschwindigkeitsextraktion durch Bildkorrelation.

Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens sind die Vermeidung von Spritznebel, die scharfe Konturierung von Beschichtungen, der Wegfall von Abklebe- und Abdeck-Maßnahmen zum Schutze der Umgebung, der Wegfall speziellen Arbeitsschutzes, der für Spritznebel-bedingte Arbeiten erforderlich ist.

Im Folgenden und zusammen mit den Figuren sollen wesentliche Begriffe zu den erfindungsgemäßen Komponenten definiert werden:
Unter einem Fluid 20 wird jeder frei fließende Stoff verstanden, der für die Beschichtung einer Oberfläche herangezogen werden kann. Beispiele sind insbesondere Farben, insbesondere Dispersionsfarben wie Außen- oder Innenfarben, Bautenfarben, Lacke, überwiegend für die industrielle Lackierung von Fahrzeugen, Gegenständen, Druckfarben, Grundierungen, flüssige Stoffe zur Herstellung funktionaler Schichten wie elektrisch leitfähige Schichten, mechanische Schutzschichten, hydrophile oder hydrophobe Schichten. Ebenso sollen erfindungsgemäß Emulsionen, Pulverlacke oder Aerosole als Fluid 20 gelten.

Eine manuelle Applikationseinrichtung 1 im Sinne der Erfindung ist eine Vorrichtung zur Abgabe von fließfähigen Stoffen kontaktlos zur zu beschichtenden Oberfläche durch Ejektion von Tropfen der Stoffe aus Düsen. Eine manuelle Applikationseinrichtung enthält einen Handgriff 27, mit dem ein Operator die Applikationseinrichtung in der Hand hält.

Hier genannte Oberflächen 2 sind Oberflächen aus allen denkbaren Bereichen, die mit Beschichtungsstoffen versehen werden zur Veränderung der chemischen, physikalischen oder ästhetischen Eigenschaften.

Ein Fluidkopf 3 ist eine Einheit, welche mindestens einen Fluideinlass enthält und als Auslass Abgabeöffnungen enthält, die Tropfen des Fluids abgeben. Da die Tropfen steuerbar sind, wird hier von Drop-on-Demand (DOD) gesprochen. Die Abgabeöffnungen sind in ein- oder mehreren Reihen regelmäßig angeordnet. Ein Fluidkopf kann eine Aktuatorik zur Generierung der Tropfen enthalten oder nur Druckpulse am Fluideinlass auf viele Düsen verteilen.

Unter Abgabeöffnungen 5 wird ein Fluidkanalstück mit konstantem oder variablem Querschnitt verstanden, in das eingangsseitig Fluid einströmt und ausgangsseitig zur Umgebung offen ist. Synonyme sind Öffnung, Auslass, Bohrung. Austretendes Fluid verlässt die Abgabeöffnung in freiem Flug. Eine Düse kann eine Bohrung in einer ebenen Oberfläche sein oder aus dieser hervorragen. Oftmals sind Düsen in einer speziellen Platte ausgeführt, diese wird hier Düsenplatte 6 genannt.

Ein Ejektorventil 7 im Sinne der Erfindung ist ein schnell schaltendes Ventil, insbesondere ein Mikroventil, das unter Druck stehendes Fluid durchschaltet mit Öffnungszeiten von Millisekunden oder Bruchteilen von Millisekunden.

Eine Ejektorpumpe 8 fördert diskontinuierlich Fluid und ist in der Regel als Membran- oder Kolbenpumpe aufgebaut. Die Ejektorpumpe muss so konstruiert und konfiguriert sein, dass die oben genannten Anforderungen bezüglich Druck und Pulsweite in der Fluid-Förderung erfüllt sind.

Unter einem Fluid Vorlauf 9 wird eine Fluid-Versorgungsleitung verstanden, welche Fluid ausgehend von einem Reservoir, einer Pumpe oder einem Fluidventil zum Fluidkopf führt. In bestimmten Fällen ist es hilfreich, dass der Fluid Vorlauf eine Einrichtung zur Beheizung 33 des Fluids auf eine konstante Temperatur enthält, die oberhalb der höchsten Einsatztemperatur der Applikationseinrichtung liegt, beispielsweise bei 40°C oder 50°C. Eine konstante Fluidtemperator sichert konstante Tröpfchengrößen bei den meisten Drop-on-Demand Tröpfchengenerator-Prinzipien. An unterschiedlichen Stellen des Fluid-Vorlaufs 9 muss ein Filter in den Fluidpfad eingefügt werden, um Verunreinigungen im Fluid von den Abgabeöffnungen ferzuhalten. Fluidzufuhr- und Abfuhrleitungen können separat vom Fluidkopf gereinigt werden. Fluidkopf und Fluid-Vorlauf bzw. Fluid-Nachlauf sind mit geeigneten lösbaren Fluidverbindungen miteinander verbunden.

In 1 sind wesentliche Komponenten einer einfach aufgebauten Applikationseinrichtung 1 dargestellt, die einen Fluidkopf 3 mit darin enthaltenen Ejektorventilen 7 enthält. Diese sind eingangsseitig miteinander verbunden und werden geschaltet über Versorgungsleitungs-Ventile 15, von einem Fluid-Vorlauf wahlweise mit Fluid FL oder einer Spüllösung Sp beschickt, welche jeweils aus einem mit Druck beaufschlagten, geschlossenen Reservoir (Fluid-Reservoir 12 und Spülflüssigkeits-Reservoir 14) gespeist werden. Die Spülleitung dient in diesem einfahcen System im Wesentlichen der kompletten Reinigung aller Leitungen und Fluidkomponenten.

Unter einem Fluid-Nachlauf 10 wird eine Fluidstrecke mit Fluidleitungen verstanden, ausgehend vom Fluidkopf, optional über ein Druckbegrenzungsventil 11, und zurück zu einem Fluid-Reservoir 12 oder Abfall-Reservoir 15, siehe 2.

Erfindungsgemäß sorgt im Falle einer Umwälz-Fluidversorgung (2) ein Druckbegrenzungsventil 11 für ein konstantes Druckniveau am Eingang eines Ejektorventil 7 – basierten Fluidkopfes 3. Durch dieses Ventil wird der Eingangsdruck des Fluidkopfes 3 weitgehend unabhängig von der Förderleistung der Fluid-Versorgungspumpe 13 und der Fluidwiderstände im Fluid-Vorlauf 9, somit von der Schlauchlänge, sowie von hydropneumatischen Höhenunterschieden im Fluid-Vorlauf. Dargestellt ist auch hier jeweils ein geschlossenes und Druck-beaufschlagtes Fluid-Reservoir 12 und Spülflüssigkeits-Reservoir 14. In einem Applikationsvorgang ist das Versorgungsleitungs-Ventil 15, das mit dem Fluid-Reservoir 12 verbunden ist, in geöffneter Stellung und Umwälzpumpe 21 fördert Fluid 20 zur Einlassseite der Ejektorventile, hin zu einem Druckbegrenzungsventil 11, sodass sich vor diesem, also an den Einlässen der Ejektorventile der gewünschte Solldruck aufbaut, der für die Tropfenabgabe des Fluids durch die einzelnen Abgabeöffnungen verantwortlich ist und die Druckamplitude der an den Düsen anliegenden Druckpulse definiert. Die Umwälzpumpe 21 sollte so ausgelegt sein, dass ein gewünschter Arbeitsdruck an den Einlässen der Ejektorventile 7 von 0,5 bar bis 5 bar erreicht wird, wenn alle Ejektorventile gleichzeitig geöffnet sind. Somit muss die Umwälzpumpe auch ausreichend Pulsations-arm sein bzw. Pulsationen müssen mit Hilfe zusätzlicher Puffer hinter dem Auslass der Umwälzpumpe gedämpft, d. h. zeitlich über den Verlauf einer Periode des Pumpmechanismus gemittelt werden. Das Druckbegrenzungsventil 11 kann einen festen oder variabel einstellbaren Betriebsdruck, der auf den. Umgebungsdruck bezogen ist, aufweisen. Der Auslass des Druckbegrenzungsventils 11 ist durch die Leitungen des Fluid-Nachlaufs 10 mit dem Fluid-Reservoir 12 verbunden. Eine Fluid-Umwälzung hat den Vorteil, dass ein offenes Behältnis als Fluid-Reservoir 12 verwendet werden kann, welches nicht Druck-fest sein muss wie im Beispiel gemäß 1.

Wie in 2 dargestellt, sind die Ejektorventile 7 mit einer Steuerung 23 verbunden, die durch ein Taster bzw. Hebel aktiviert wird, welcher im Falle des Tastens den Applikationsvorgang aktiviert und beim Loslassen den Applikationsvorgang beendet. Die Steuerung enthält im Falle der Verwendung von Ejektorventilen elektronische Schaltkreise zur Erzeugung von pulsförmigen Ansteuersignalen für die Ejektorventile. Enthalten Ejektorventile beispielsweise piezoelektrische Aktuatoren für die Herbeiführung der Ventilaktivität, so liefert die Steuerung Spannungspulse von bis zu mehreren hundert Volt. Die Spannungspulse haben dabei vorzugsweise eine Dauer von 0,5 bis 3 Millisekunden. Einem Spannungspuls folgt zeitgleich die Fluidabgabe durch die betreffenden Abgabeöffnungen. Der Einfachheit wird im Folgenden auch vom „Feuern” der Düsen gesprochen.

Mit einem Ejektorventil 7 ist mindestens eine Abgabeöffnung 5 verbunden. Die Abgabeöffnungen 5 sind in mindestens einer Reihe angeordnet. Ein oder mehrere Abgabeöffnungen 5 werden somit durch ein Ejektorventil mit Fluid versorgt. Die Reihen der Abgabeöffnungen können seitlich versetzt zueinander sein, Abgabeöffnungen einer Reihe liegen somit auf der Position des Zwischenraumes von benachbarten Düsen der nächsten Reihe.

In einer erfindungsgemäßen Ausführung sind mehr als eine Reihe, in manchen Fällen 4 bis 10 Reihen von Abgabeöffnungen 5 in einem Fluidkopf enthalten und ein Applikationsvorgang so ausgelegt, dass eine Mehrfach-Beschichtung der Oberfläche stattfindet. Dabei werden Fluid-Tröpfchen 4 von 1 bis 200 Nanoliter im Falle einer Dispersionsfarbe je Abgabeöffnung 5 abgegeben und von 0,5 bis 100 Nanoliter im Fall eines Lackes. Die Düsendurchmesser betragen in diesem Fall zwischen 0,05 mm und 0,3 mm, die Abstände im Mittel 1 bis 3 mm. Die Reihen sind beispielsweise auf Lücke versetzt, wie oben im Detail beschrieben.

In einer ersten Betriebsweise sind dabei die Abstände zwischen benachbarten Reihen konstant und größer, als dass eine vollständige Schicht bei einmaligem Feuern entstehen würde. Die Abgabeöffnungen aller Reihen sollen synchron gefeuert werden. Mit den angegeben Tröpfchen-Größen würde damit auf der Oberfläche keine geschlossene Schicht in Bewegungsrichtung nach einmaligem Feuern erzeugt werden. Im Falle von n Reihen mit dem Reihenabstand d_r werden Tropfen des Fluids im Abstand von d_r·n/(n + 1) gesetzt, um eine geschlossenen Schicht zu erhalten, siehe 3a, wo die fliegenden Tropfen und deren Projektion auf die Oberfläche dargestellt sind. Ist beispielsweise eine Dispersionsfarbe oder ein Lack so beschaffen, dass bei einmaliger Applikation wie in 3a dargestellt eine geschlossene Schicht möglich ist, aber nur ein Bruchteil der Schichtdicke erreicht wird, so lässt sich die der Abstand d_r entsprechend verkleinern, was einem Feuern mit hoher Frequenz von beispielsweise 500 Hz bis 2 kHz entspricht in analoger Weise wie in 3a demonstriert, oder alternativ lässt sich die Zahl der Reihen auf beispielsweise ein Vielfaches vergrößern.

Eine zweite Betriebsweise ist sinnvoller dann anzuwenden, wenn zwar die Feuer-Frequenz konstant eingestellt werden soll, aber die Applikationsbewegung nicht mit hoher Genauigkeit durchgeführt werden kann. Die Abgabeöffnungen aller Reihen sollen wieder synchron gefeuert werden. Mit den angegeben Tröpfchen-Größen würde damit auf der Oberfläche keine geschlossene Schicht in Bewegungsrichtung nach einmaligem Feuern erzeugt werden. 3b veranschaulicht diesen Fall. Es erfolgt eine Mehrfach-Beschichtung mit Tröpfchen aus ein oder mehreren Abgabeöffnungen während eines Applikationsvorganges. Dies kann bis hin zu einer statistischen Düsenverteilung auf der Düsenplatte geführt werden.

4a zeigt eine Seitenansicht einer möglichen Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Applikationseinrichtung 1 zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens. Jedoch ist hier keine Abdeckung dargestellt. Ein Handgriff 27 enthält im Innern Teile des Fluid-Vorlaufs 9 mit einer Ausnehmung für die Aufnahme eines Filters 22, beispielsweise eines handelsüblichen Pistolenfilters 18. Der Vorlauf verläuft im Innern weiter zu einer mechanischen Kupplung 28, an der der Fluidkopf 3 angeschlossen ist. Im gezeichneten Fall verläuft die Fluidleitung auch im Innern der mechanischen Kupplung 28, jedoch ist auch eine Fluidzufuhr zum Fluidkopf über außen liegende Schläuche möglich. Die mechanische Kupplung erlaubt die Drehung des Fluidkopfes um mindestens 90 Grad. Sind verlaufen in einer 0-Grad-Stellung die Reihen der Abgabedüsen 5 horizontal und die Applikation erfolgt mit vertikalen Bewegungen. Und wie dargestellt, verlaufen die Applikationsdüsen in 90-Grad-Stellung vertikal, wobei die Applikation mit horizontalen Bewegungen erfolgt.

Der Fluidkopf 3 weist in der Regel parallel gerichtete Abgabedüsen auf, jedoch kann, wie in 4a dargestellt, auch eine gewölbte Düsenplatte 6 verwendet werden. Der Arbeitsabstand D von den Abgabedüsen zur Oberfläche 2 beträgt von 1 bis 20 cm. Bei genaueren Arbeiten an Rändern wird dabei eher ein kleiner Abstand gewählt, bei der großflächigen Beschichtung eher ein größerer. Dargestellt sind weiterhin durch gestrichelte Linien die projizierten Flugbahnen zweier benachbarter Abgabeöffnungen 5. Deren Schnittpunkte mit der Oberfläche 2 stellen den theoretischen Zielpunkt der jeweiligen Flüssigkeitstropfen dar. Der Abstand dieser Zielpunkte ist erfindungsgemäß zwischen 0,5 mm und 3 mm. Erfindungsgemäß weisen die Achsen benachbarter Düsen maximal einen Winkel von 0,2 Grad auf.

Wie zuvor beschrieben, kann durch die Messung der Oberflächengeschwindigkeit die Frequenz der periodischen Tropfenabgabe an die tatsächliche Bewegung der Auftragseinrichtung angepasst werden. Relevant ist hier Geschwindigkeit des virtuell auf die Oberfläche 2 projizierten Zielpunktes einer beliebigen Referenz-Abgabeöffnung auf der Oberfläche, was hier als Oberflächengeschwindigkeit verstanden wird. Da nicht genau auf der Stelle des Zielpunktes aus physikalischen Gründen gemessen werden kann, ist ein Messsystem stets seitlich versetzt anzubringen (s. 4a) und somit stets ein seitliche Versatz vorhanden. Dieser ist erst dann zu berücksichtigen, wenn die Applikationsvorrichtung sehr schräg gehalten wird und dabei zusätzlich die Drehkomponente in der Bewegung (siehe Formel oben) hoch ist. Drehkomponenten können stets mit mitbewegten Drehgeschwindigkeitssensoren berührungslos gemessen werden und zur Berechnung der Oberflächengeschwindigkeit herangezogen werden.

Im dargestellten Beispiel ist ein Oberflächengeschwindigkeits-Sensor 36 in einem hervorstehenden Bügel integriert. Angedeutet ist ein Sensor, der nach dem Doppler-Prinzip arbeitet. Dabei werden zwei Laserstrahlen in geringem Winkel zueinander auf einen entfernten Messpunkt gerichtet, der sich in einem Bereich der Strahlen befindet, in dem sich die Strahlen überschneiden und ein Interferenz-Streifenmuster bilden. Eine sich in diesem Bereich vorbei bewegende Oberfläche erzeugt Lichtstreuungen im Takt der Interferenzstreifen, welche durch einen empfindlichen Photempfänger im Sensor detektiert werden und Ausgangsbasis für die Ausgabe der gemessenen Oberflächengeschwindigkeit sind. Vorzugsweise ist der Messstrahl eines optischen Oberflächengeschwindigkeits-Messsystems auf Punkte der Oberfläche, welche in Bewegungsrichtung vor oder hinter der Reihe der Abgabeöffnungen liegen, gerichtet.

Neben der oben genannten Bildbasierten Messung der Oberflächengeschwindigkeit kann auf eine weitere Art diese gemessen werden unter direkter Anwendung der o. g. Gleichung für die Oberflächengeschwindigkeit. Dabei wird mittels einer outside – in Methode die laterale Geschwindigkeit νlat der Applikationseinrichtung in Applikationsrichtung mittels Ultaschall-basierter oder Radar-basierter Verfahren gemessen, gleichzeitig der Abstand D des Auslasses der Abgabeöffnungen zur Oberfläche mittels eines berührungslosen Abstandssensors und schließlich die Neigungungsgeschwindigket dØ/dt der Applikationseinrichtung zur Oberfläche mittels eines Gyrometers (Drehratensensors).

Das jeweils resultierende Geschwindigkeitssignal wird sodann einer Mikrocontroller Steuerung 23 zugeführt, die daraus Puls-Signale mit zur Oberflächengeschwindigkeit proportionaler Frequenz für die Ansteuerung der Ejektorventile 7 oder ein oder mehreren Ejektorpumpen 8 generiert.

Der Applikationsvorgang wird durch ein Betätigungselement 25 bedient, welches in 4a beispielhaft als Betätigungshebel ausgeführt ist. In der ersten Phase der Bewegung wird dabei eine Abdeckung für die Abgabedüsen von diesen wegbewegt. Die Übertragung der Hebelstellung auf die Abdeckung jann dabei elektrische, mechanische oder pneumatische Komponenten einschließen. Schließlich bei weiterer Betätigung des Betätigungshebels erreicht dieser einen elektrischen Taster 26, welcher im getasteten Zustand die periodische Tropfenabgabe durch die Abgabeöffnungen 7 aktiviert.

Ein Beispiel für ein geeignetes Ejektorventil 7 mit darin enthaltener Abgabeöffnung 5 ist in 4b dargestellt. Es ist eine Freistrahleinrichtung mit mindestens einem individuell adressierbaren Kanal zur kontaktlosen Abgabe einer Flüssigkeit durch Flüssigkeits-Abgabeöffnungen 5 und mit einer Flüssigkeits-Versorgung pFl, welche die Flüssigkeit mit einem Druck beaufschlagt, der gegenüber der Umgebung um mindestens 0,2 bar erhöht ist, wobei der mindestens eine adressierbare Kanal eine Ventileinheit umfasst mit einem Flüssigkeits-Einlasskanal 45 welcher an seinem Ende eine Ventilöffnung (46) aufweist und mit einem Verschluss-Element, das eine Membrane 42 umfasst und das mittels eines pneumatischen Steuerdrucks oder mittels einer Steuerkraft, die mit dem jeweiligen adressierbaren Kanal korrespondiert, aktuiert wird und welches in einer Dichtposition die Ventilöffnung 46 verschließt und in einer geöffneten Position die Ventilöffnung 46 freigibt. Eine Kavität 47 ist der Ventilöffnung 46 in Fließrichtung nachgelagert und mit ein oder mehreren Flüssigkeits-Abgabeöffnungen 5 verbunden, wobei ein äußerer Teil 43 der Membrane 43 Bestandteil der Kavität 47 ist. Die pneumatischen Steuerdrücke werden dabei mittels eines Arrays aus Mikro-Pneumatikventilen erzeugt. Es ist vorteilhaft, wenn die fluidführenden Teile des des Fluidkopfes in ihre Einzelteile zerlegt werden können, um separat gereinigt werden zu können.

Wesentlich für die saubere und Richtungs-konstante Fluidabgabe ist die Qualität der Oberfläche in den Abgabeöffnungen und de Stirnflächen. Diese sollten eine Rauhigkeit von kleiner 0,5 Mikrometern aufweisen. Ferner sollte das Material der Abgabeöffnungen eine niedrige Oberflächenenergie aufweisen, also wasserabweisend, ggf. Lösungsmittel-abweisend, ausgelegt sein. Besonders geeignet sind Kunststoffe wie PE, PP, PVC, PTFE, POM, PEK, PEEK, Elastomere wie Silikon, aber auch Metalle wie z. B. Edelstahl.

In ist ein Ausführungsbeispiel für ein Reinigungssystem skizziert, welches eine Abdeckung für die Abgabeöffnung mit einbezieht. Im oberen Teil ist ein seitlicher Schnitt dargestellt durch einen Fluidkopf mit einer Abgabeöffnung stellvertretend für die Abgabeöffnungen derselben Reihe.

In der einfachsten Version enthält die Abdeckung nur eine ebene Elastomerschicht im Kontakt mit der Düsenplatte, bzw. der Ebene der Abgabeöffnungen, die die Abgabeöffnungen abdeckt, wenn kein Applikationsschritt stattfindet. Jedoch kann hier außerhalb der Abgabeöffnungen angesammeltes Fluid nicht abtransportiert oder aufgefangen werden.

Die Abdeckung 30 in 5 enthält eine zum Fluidkopf hin einseitig offene Kavität 31, welche im geschlossenen Zustand die Abgabeöffnungen 5 bedeckt und optional einen Schwamm 34 zur besseren Speicherung von Spül- oder Reinigungsflüssigkeit enthalten kann. Damit um die Abgabeöffnungen angesammeltes Fluid in das Innere dieser Kavität zum Abtransport gelangt, ist es wesentlich, dass das Schließen der Abgabeöffnungen in einem erfindungsgemäßen nachbereitenden Schritt mit der Abdeckung durch eine senkrechte Bewegung der Abdeckung auf die Abgabeöffnungen erfolgt.

Ist die Abdeckung sodann in der geschlossenen Position auf den Abgabeöffnungen platziert, so können Spül- und Reinigungsvorgänge durchgeführt werden, die die Abdeckung mit der enthaltenen Kavität einbeziehen. In 5 sind verschiedene Möglichkeiten dargestellt.

Beispielsweise kann Fluid FL oder Spülflüssigkeit Sp durch Öffnen der Ejektorventile durch die Abgabeöffnungen 5, die Kavität 31 und über eine Fluidverbindung in einen in ein Abfall-Reservoir gefördert werden. Hierfür enthält die Kavität einen Fluid-Anschluss zu einem Abfall-Reservoir.

Eine andere Möglichkeit der Reinigung der Abgabeöffnungen ist die Zuführung von Spülflüssigkeit aus einem Spülflüssigkeitsgehälter Sp beispielsweise mit einer kleinen per Schalter gesteuerten automatischen oder einer manuellen Förderpumpe. Da das Volumen der Kavität 31 sehr klein ist, sind die hierfür benötigten Spülflüssigkeits-Mengen minimal und es genügt ein Reservoir von wenigen Millilitern.

Für den erfindungsgemäßen, vorbereitenden Schritt der Bewegung der Abdeckung von den Abgabeöffnungen weg ist eine Seitwärts-Bewegung der Abdeckung 30 auf der Fläche der Abgabeöffnungen 5 vorteilhaft, mit der Verwendung einer Abstreiflippe 32 aus einem Elastomer, welche während der Bewegung über die Düsen streicht und auf diese Weise von Fluid oder Spülflüssigkeit trocknet.

Um eine möglichst große Bewegungsfreiheit mit der Hand-Applikationseinrichtung zu haben werden Versorgungskomponenten in periphere Versorgungseinheiten 35 untergebracht. Wenn große Mengen an Lack oder Dispersionsfarben verarbeitet werden oder große Flächen beschichtet werden sollen, dann bietet es sich an, Druckversorgungen, Flüssigkeitspumpen, Fluid-Reservoirs, Spülmittelreservoirs, Abfall-Reservoirs, insbesondere falls sie Druck-beaufschlagt sind, in ein Basisberät auf Rollen unterzubringen. Wenn Ecken, Ränder oder kleine Arbeiten gemacht werden sollen, dann bietet sich für die Unterbringung kleiner Flüssigkeitspumpen, Fluid-Reservoirs, Spülmittelreservoirs und Abfall-Reservoirs in einer Tragevorrichtung am Körper des Operators an, beispielsweise ein Wais-Pack. Eine eventuelle Druck-Versorgung kann hier wiederum in einem Basisgerät untergebracht sein.