Title:
Beschichtungsmittelventil
Kind Code:
A1
Abstract:

Die Erfindung betrifft ein Beschichtungsmittelventil zur Steuerung eines Beschichtungsmittelstroms eines Beschichtungsmittels in einem Applikationsgerät, insbesondere in einem Zerstäuber, mit einem beweglichen Ventilelement (2), das den Beschichtungsmittelstrom in Abhängigkeit von seiner Stellung steuert. Die Erfindung sieht vor, dass das Ventilelement (2) drehbar ist.



Inventors:
Eichhorn, Jens (74321, Bietigheim-Bissingen, DE)
Sotzny, Steffen (71720, Oberstenfeld, DE)
Application Number:
DE102015009046
Publication Date:
01/19/2017
Filing Date:
07/13/2015
Assignee:
Dürr Systems AG, 74321 (DE)
Domestic Patent References:
DE102013006219A1N/A2014-10-16
DE102010056071A1N/A2012-06-28
DE102007018064A1N/A2008-10-23
DE19524853A1N/A1996-01-18
Foreign References:
36742051972-07-04
Attorney, Agent or Firm:
v. Bezold & Partner Patentanwälte - PartG mbB, 80799, München, DE
Claims:
1. Beschichtungsmittelventil (31) zur Steuerung eines Beschichtungsmittelstroms eines Beschichtungsmittels in einem Applikationsgerät, insbesondere in einem Zerstäuber, mit einem beweglichen Ventilelement (2), das den Beschichtungsmittelstrom in Abhängigkeit von seiner Stellung steuert, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventilelement (2) drehbar ist.

2. Beschichtungsmittelventil (31) nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch
a) einen ersten Beschichtungsmitteleinlass (F1) zur Zuführung eines ersten Beschichtungsmittels,
b) einen zweiten Beschichtungsmitteleinlass (F2) zur Zuführung eines zweiten Beschichtungsmittels, und
c) einen Beschichtungsmittelauslass (8) zur Abgabe wahlweise des ersten Beschichtungsmittels oder des zweiten Beschichtungsmittels, wobei das drehbare Ventilelement (2) den Beschichtungsmittelauslass (8) in Abhängigkeit von seiner Drehstellung wahlweise mit dem ersten Beschichtungsmitteleinlass (F1) oder mit dem zweiten Beschichtungsmitteleinlass (F2) verbindet.

3. Beschichtungsmittelventil (31) nach Anspruch 2,
gekennzeichnet durch
a) eine erste Rückführung (RF1) zur Rückführung des ersten Beschichtungsmittels, wobei das drehbare Ventilelement (2) in Abhängigkeit von seiner Drehstellung die erste Rückführung (RF1) wahlweise absperrt oder mit dem ersten Beschichtungsmitteleinlass (F1) verbindet,
b) eine zweite Rückführung (RF2) zur Rückführung des zweiten Beschichtungsmittels, wobei das drehbare Ventilelement (2) in Abhängigkeit von seiner Drehstellung die zweite Rückführung (RF2) wahlweise absperrt oder mit dem zweiten Beschichtungsmitteleinlass (F2) verbindet.

4. Beschichtungsmittelventil (31) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch
a) einen Spülmitteleinlass (V) zur Zuführung eines Spülmittels,
b) wobei das drehbare Ventilelement (2) den Spülmitteleinlass (V) wahlweise absperrt oder mit dem Beschichtungsmittelauslass (8) verbindet, und/oder
c) wobei das drehbare Ventilelement (2) den Spülmitteleinlass (V) wahlweise absperrt oder mit einem Außenspülkanal zum Glockentelleraußenspülen (12) verbindet.

5. Beschichtungsmittelventil (31) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch
a) eine erste Drehstellung (1A1C) des drehbaren Ventilelements (2), in der das drehbare Ventilelement (2)
a1) den ersten Beschichtungsmitteleinlass (F1) mit dem Beschichtungsmittelauslass (8) verbindet, um das erste Beschichtungsmittel zu applizieren,
a2) die erste Rückführung (RF1) absperrt,
a3) den zweiten Beschichtungsmitteleinlass (F2) mit der zweiten Rückführung (RF2) verbindet, um das zweite Beschichtungsmittel anzudrücken, und
a4) den Spülmitteleinlass (V) absperrt,
b) eine zweite Drehstellung (2A2C) des drehbaren Ventilelements (2), in der das drehbare Ventilelement (2)
b1) den ersten Beschichtungsmitteleinlass (F1) absperrt,
b2) die erste Rückführung (RF1) absperrt,
b3) den zweiten Beschichtungsmitteleinlass (F2) mit der zweiten Rückführung (RF2) verbindet, um das zweite Beschichtungsmittel anzudrücken, und
b4) den Spülmitteleinlass (V) absperrt,
c) eine dritte Drehstellung (3A3C) des drehbaren Ventilelements (2), in der das drehbare Ventilelement (2)
c1) den ersten Beschichtungsmitteleinlass (F1) absperrt,
c2) die erste Rückführung (RF1) absperrt,
c3) den zweiten Beschichtungsmitteleinlass (F2) absperrt,
c4) die zweite Rückführung (RF2) absperrt und
c5) den Spülmitteleinlass (V) mit dem Beschichtungsmittelauslass (8) und/oder mit dem Außenspülkanal verbindet,
d) eine vierte Drehstellung (4A4C) des drehbaren Ventilelements (2), in der das drehbare Ventilelement (2)
d1) den ersten Beschichtungsmitteleinlass (F1) mit der ersten Rückführung (RF1) verbindet,
d2) den zweiten Beschichtungsmitteleinlass (F2) absperrt,
d3) die zweite Rückführung (RF2) absperrt und
d4) den Spülmitteleinlass (V) absperrt,
e) eine fünfte Drehstellung (5A5C) des drehbaren Ventilelements (2), in der das drehbare Ventilelement (2)
e1) den ersten Beschichtungsmitteleinlass (F1) mit der ersten Rückführung (RF1) verbindet,
e2) den zweiten Beschichtungsmitteleinlass (F2) mit dem Beschichtungsmittelauslass (8) verbindet,
e3) die zweite Rückführung (RF2) absperrt und
e4) den Spülmitteleinlass (V) absperrt.

6. Beschichtungsmittelventil (31) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
a) dass das drehbare Ventilelement (2) im Wesentlichen zylindrisch geformt und in einem hohlzylindrischen Farbrohr (1) drehbar angeordnet ist, und
b) dass der erste Beschichtungsmitteleinlass (F1) einen ersten Beschichtungsmittelkanal (3) speist, der in der Wandung des Farbrohrs (1) verläuft,
c) dass die erste Rückführung (RF1) aus einem zweiten Beschichtungsmittelkanal (5) gespeist wird, der in der Wandung des Farbrohrs (1) verläuft,
d) dass der zweite Beschichtungsmitteleinlass (F2) einen dritten Beschichtungsmittelkanal (4) speist, der in der Wandung des Farbrohrs (1) verläuft,
e) dass die zweite Rückführung (RF2) aus einem vierten Beschichtungsmittelkanal (6) gespeist wird, der in der Wandung des Farbrohrs (1) verläuft,
f) dass der Spülmitteleinlass (V) einen fünften Beschichtungsmittelkanal (9) speist, der in der Wandung des Farbrohrs (1) verläuft, und/oder
g) dass der Beschichtungsmittelauslass (8) in dem drehbaren Ventilelement (2) angeordnet ist, insbesondere mittig.

7. Beschichtungsmittelventil (31) nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
a) dass der von dem ersten Beschichtungsmitteleinlass (F1) ausgehende erste Beschichtungsmittelkanal (3) an demselben Umfangswinkel in die Innenwand des Farbrohrs (1) mündet wie der von der ersten Rückführung (RF1) zweite Beschichtungsmittelkanal (5),
b) dass der von dem ersten Beschichtungsmitteleinlass (F1) ausgehende erste Beschichtungsmittelkanal (3) axial versetzt zu dem von der ersten Rückführung (RF1) ausgehenden zweiten Beschichtungsmittelkanal (5) in die Innenwand des Farbrohrs (1) mündet,
c) dass der von dem zweiten Beschichtungsmitteleinlass (F2) ausgehende dritte Beschichtungsmittelkanal (4) an demselben Umfangswinkel in die Innenwand des Farbrohrs (1) mündet wie der von der zweiten Rückführung (RF2) ausgehende vierte Beschichtungsmittelkanal (6),
d) dass der von dem zweiten Beschichtungsmitteleinlass (F2) ausgehende dritte Beschichtungsmittelkanal (4) axial versetzt zu dem von der zweiten Rückführung (RF2) ausgehenden vierten Beschichtungsmittelkanal (6) in die Innenwand des Farbrohrs (1) mündet, und
e) dass der erste Beschichtungsmittelkanal (3) und der zweite Beschichtungsmittelkanal (5) einerseits und der dritte Beschichtungsmittelkanal (4) und der vierte Beschichtungsmittelkanal (6) andererseits an verschiedenen Umfangswinkeln in die Innenwand des Farbrohrs (1) münden.

8. Beschichtungsmittelventil (31) nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
a) dass in dem drehbaren Ventilelement (2) eine Stichbohrung (7) verläuft, die von der äußeren Mantelfläche des Ventilelements (2) ausgeht und in den Beschichtungsmittelauslass (8) mündet, und
b) dass die Stichbohrung (7) in dem drehbaren Ventilelement (2) in Abhängigkeit von der Drehstellung des Ventilelements (2) aus dem ersten Beschichtungsmittelkanal (3) mit dem ersten Beschichtungsmittel oder aus dem dritten Beschichtungsmittelkanal (4) mit dem zweiten Beschichtungsmittel gespeist werden kann.

9. Beschichtungsmittelventil (31) nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet,
a) dass das drehbare Ventilelement (2) in seiner äußeren Mantelfläche eine erste Ausnehmung (10) aufweist, die sich in axialer Richtung erstreckt,
b) dass die erste Ausnehmung (10) in Abhängigkeit von der Drehstellung den ersten Beschichtungsmittelkanal (3) mit dem zweiten Beschichtungsmittelkanal (5) verbindet,
c) dass das drehbare Ventilelement (2) in seiner äußeren Mantelfläche eine zweite Ausnehmung (11) aufweist, die sich in axialer Richtung erstreckt,
d) dass die zweite Ausnehmung (11) in Abhängigkeit von der Drehstellung den dritten Beschichtungsmittelkanal (4) mit dem vierten Beschichtungsmittelkanal (6) verbindet.

10. Beschichtungsmittelventil (31) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
a) dass in dem drehbaren Ventilelement (2) ein Spülmittelausgang (12) angeordnet ist zur Abgabe von Spülmittel für eine Außenspülung eines Glockentellers (33) eines Rotationszerstäubers (30), und/oder
b) dass der Spülmittelausgang (12) mit der Stichbohrung (7) in dem drehbaren Ventilelement (2) verbunden ist, und/oder
c) dass der Spülmittelausgang (12) mit einem Außenspülkanal eines Rotationszerstäubers (30) verbunden ist, der das Spülmittel auf die äußere Mantelfläche des Glockentellers (33) leitet.

11. Beschichtungsmittelventil (31) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen Ventilantrieb zum Drehen des Ventilelements (2), insbesondere als elektrischer, pneumatischer oder hydraulischer Ventilantrieb.

12. Beschichtungsmittelventil (31) nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
a) dass der Ventilantrieb eine Antriebskammer (24) aufweist, welche die Rotationsachse des drehbaren Ventilelements (2) mindestens teilweise ringförmig umgibt, und
b) dass das drehbare Ventilelement (2) mechanisch mit einem Schwenkflügel (25) verbunden ist, der in der Antriebskammer (24) schwenkbar ist, so dass ein Schwenken des Schwenkflügels (25) zu einer entsprechenden Drehung des Ventilelements (2) führt, und
c) dass ein erster Antriebslufteinlass (23) in die Antriebskammer (24) mündet, um den Schwenkflügel (25) und damit auch das Ventilelement (2) in eine erste Drehrichtung zu drehen, und
d) dass ein zweiter Antriebslufteinlass (23) in die Antriebskammer (24) mündet, um den Schwenkflügel (25) und damit auch das Ventilelement (2) in eine zweite Drehrichtung zu drehen, wobei die zweite Drehrichtung der ersten Drehrichtung entgegen gesetzt ist.

13. Beschichtungsmittelventil (31) nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
a) dass mehrere Drehwinkelanschläge (2022) vorgesehen sind, die den Schwenkwinkel des Schwenkflügels (25) jeweils an verschiedenen Winkelstellungen begrenzen, und/oder
b) dass die Drehwinkelanschläge (2022) jeweils aktivierbar und deaktivierbar sind, wobei die Drehwinkelanschläge (2022) in einer aktivierten Stellung den Schwenkwinkel des Schwenkflügels (25) begrenzen, wohingegen die Drehwinkelanschläge (2022) in einer deaktivierten Stellung den Schwenkwinkel des Schwenkflügels (25) nicht begrenzen.

14. Beschichtungsmittelventil (31) nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
a) dass die Drehwinkelanschläge (2022) jeweils einen Schieber aufweisen,
b) dass der Schieber in der aktivierten Stellung in die Antriebskammer (24) hinein geschoben ist und den Schwenkflügel (25) blockiert, und
c) dass der Schieber in der deaktivierten Stellung aus der Antriebskammer (24) heraus gezogen ist und den Schwenkflügel (25) nicht blockiert.

15. Beschichtungsmittelventil (31) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
a) dass das Beschichtungsmittelventil (31) ein Wechselventil ist mit einem Auslass und mehreren Einlässen, und/oder
b) dass das drehbare Ventilelement (2) am Beschichtungsmitteleinlass eine Bewegungsrichtung aufweist, die quer zur Strömungsrichtung ausgerichtet ist, um beim Schließen des Beschichtungsmitteleinlasses ein Nachdrücken und ein daraus möglicherweise folgendes Nachtropfen zu vermeiden.

16. Beschichtungsmittelventil (31) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
a) dass eine Materialzirkulation des Beschichtungsmittels durch das Beschichtungsmittelventil (31) erfolgt, und/oder
b) dass das Beschichtungsmittelventil (31) die Materialzirkulation in Abhängigkeit von der Drehstellung des drehbaren Ventilelements (2) wahlweise freigibt oder sperrt.

17. Applikationsgerät (30), insbesondere Zerstäuber (30), zur Applikation eines Beschichtungsmittels, mit einem Beschichtungsmittelventil (31) nach einem der vorhergehenden Ansprüche.

18. Applikationsgerät (30) nach Anspruch 17,
dadurch gekennzeichnet,
a) dass das Beschichtungsmittelventil (31) ein Hauptventil ist, so dass sich stromabwärts hinter dem Beschichtungsmittelventil (31) kein weiteres Ventil befindet, und/oder
b) dass das Applikationsgerät (30) kein zusätzliches Kurzspülventil aufweist, um Leitungsvolumen stromabwärts hinter dem Beschichtungsmittelventil (31) zu spülen.

Description:

Die Erfindung betrifft ein Beschichtungsmittelventil zur Steuerung eines Beschichtungsmittelstroms eines Beschichtungsmittels in einem Applikationsgerät, insbesondere in einem Zerstäuber (z. B. Rotationszerstäuber).

In modernen Lackieranlagen zur Lackierung von Kraftfahrzeugkarosseriebauteilen werden als Applikationsgerät üblicherweise Rotationszerstäuber eingesetzt. Derartige Rotationszerstäuber weisen zur Steuerung des Lackstroms in der Regel ein Hauptnadelventil auf, das als Ventilelement eine verschiebbare Ventilnadel enthält, die üblicherweise pneumatisch angesteuert wird.

Nachteilig an einem solchen Hauptnadelventil ist die Tatsache, dass nur ein einziger Lackstrom besteuert werden kann. Bei einem Farbwechsel muss deshalb zunächst die Farbleitung gespült und mit dem neuen Lack befüllt werden, was auch als Andrücken bezeichnet wird. Dieses Spülen und Andrücken benötigt relativ viel Zeit, in welcher der Rotationszerstäuber nicht zur Lackapplikation genutzt werden kann.

Ein weiterer Nachteil der bekannten Hauptnadelventile wird dadurch verursacht, dass die Ventilnadel beim Schließen des Hauptnadelventils in der Strömungsrichtung des Lacks in den Ventilsitz gedrückt wird, wodurch Lack nachgedrückt werden kann, d. h. es kann bei einem Schließvorgang zu einem Nachspucken oder Nachtropfen von Lack kommen, was unerwünscht ist.

Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein entsprechend verbessertes Beschichtungsmittelventil zu schaffen.

Diese Aufgabe wird durch ein erfindungsgemäßes Beschichtungsmittelventil gemäß dem Hauptanspruch gelöst.

Das erfindungsgemäße Beschichtungsmittelventil weist zunächst in Übereinstimmung mit den bekannten Hauptnadelventilen ein verstellbares Ventilelement auf, das den Beschichtungsmittelstrom in Abhängigkeit von der Stellung des Ventilelements steuert. Im Gegensatz zu den bekannten Hauptnadelventilen ist das Ventilelement hierbei jedoch nicht oder zumindest nicht nur verschiebbar, sondern drehbar. Dies ist vorteilhaft, weil es dadurch bei einem Schließvorgang des Beschichtungsmittelventils nicht zu dem vorstehend beschriebenen störenden Nachspucken oder Nachtropfen von Beschichtungsmittel kommt. Ein weiterer Vorteil einer solchen drehbaren Anordnung besteht darin, dass das Beschichtungsmittelventil in einem kleinen Bauraum realisiert werden kann und keine lange Hauptnadel benötigt.

In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung weist das Beschichtungsmittelventil zwei Beschichtungsmitteleinlässe auf, um zwei verschiedene Beschichtungsmittel zuführen zu können. Darüber hinaus weist das Beschichtungsmittelventil vorzugsweise einen Beschichtungsmittelauslass auf, um wahlweise das erste Beschichtungsmittel oder das zweite Beschichtungsmittel auszugeben. Das drehbare Ventilelement wählt hierbei also in Abhängigkeit von seiner Drehstellung wahlweise das erste Beschichtungsmittel oder das zweite Beschichtungsmittel aus und leitet dies zu dem gemeinsamen Beschichtungsmittelauslass. Das drehbare Ventilelement verbindet also den Beschichtungsmittelauslass in Abhängigkeit von seiner Drehstellung wahlweise mit dem ersten Beschichtungsmitteleinlass oder mit dem zweiten Beschichtungsmitteleinlass. Auf diese Weise ermöglicht das erfindungsgemäße Beschichtungsmittelventil nicht nur eine Steuerung (AN/AUS) des Beschichtungsmittelstroms, sondern auch die Auswahl eines von mehreren Beschichtungsmitteln, sodass das erfindungsgemäße Beschichtungsmittelventil auch die Funktion eines Farbwechslers erfüllt.

In dem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung weist das Beschichtungsmittelventil genau zwei Beschichtungsmitteleinlässe auf, um zwei verschiedene Beschichtungsmittel zuführen zu können. Es besteht jedoch im Rahmen der Erfindung grundsätzlich auch die Möglichkeit, dass das erfindungsgemäße Beschichtungsmittelventil mehr als zwei Beschichtungsmitteleinlässe aufweist, beispielsweise drei oder vier Beschichtungsmitteleinlässe, um zwischen einer entsprechend größeren Anzahl von verschiedenen Farben auswählen zu können.

In dem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung weist das Beschichtungsmittelventil vorzugsweise eine erste Rückführung und eine zweite Rückführung auf, wobei die beiden Rückführungen den beiden Beschichtungsmitteleinlässen zugeordnet sind und eine Rückführung des jeweiligen Beschichtungsmittels ermöglichen. Bei einer größeren Anzahl von Beschichtungsmitteleinlässen kann dann auch eine entsprechend größere Anzahl von Rückführungen vorgesehen sein, sodass jedem Beschichtungsmitteleinlass auch jeweils eine Rückführung zugeordnet ist.

Das drehbare Ventilelement verbindet die erste Rückführung in Abhängigkeit von seiner Drehstellung wahlweise mit dem ersten Beschichtungsmitteleinlass oder sperrt die erste Rückführung ab.

In gleicher Weise verbindet das drehbare Ventilelement die zweite Rückführung in Abhängigkeit von seiner Drehstellung wahlweise mit dem zweiten Beschichtungsmitteleinlass oder sperrt die zweite Rückführung ab.

Das erfindungsgemäße Beschichtungsmittelventil ermöglicht also eine Materialzirkulation durch das Beschichtungsmittelventil hindurch, wobei die Materialzirkulation in die jeweilige Rückführung von dem drehbaren Ventilelement wahlweise freigegeben oder abgesperrt werden kann.

In dem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung weist das Beschichtungsmittelventil zusätzlich einen Spülmitteleinlass auf, über den ein Spülmittel zugeführt werden kann, wobei das drehbare Ventilelement den Spülmitteleinlass wahlweise absperrt oder mit dem Beschichtungsmittelauslass sowie dem Kanal zum Glockentelleraußenspülen verbindet. Bei einer Lackapplikation wird das drehbare Ventil dann so gedreht, dass der Spülmitteleinlass abgesperrt wird, da dann kein Spülmittel benötigt wird. Bei einem Farbwechsel wird das drehbare Ventilelement dann so gedreht, dass der Spülmitteleinlass mit dem Beschichtungsmittelauslass verbunden wird, sodass das eingangsseitig anliegende Spülmittel über den Beschichtungsmittelauslass ausgegeben wird, um beispielsweise eine Farbdüse und/oder einen Glockenteller eines Rotationszerstäubers zu spülen, wie noch detailliert beschrieben wird.

Bei dem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung kann das drehbare Ventilelement in verschiedene Drehstellungen gedreht werden, die verschiedene Funktionen haben. Beispielsweise kann das erfindungsgemäße Beschichtungsmittelventil in den folgenden Drehstellungen folgende Funktionen erfüllen:

  • – Drehstellung 1: Lackieren mit Farbe 1 und gleichzeitig Spülen und Andrücken einer Farbe 2.
  • – Drehstellung 2: Nur Spülen und Andrücken mit Farbe 2.
  • – Drehstellung 3: Nur Spülen von Farbdüse und Glockenteller.
  • – Drehstellung 4: Nur Spülen und Andrücken von Farbe 1.
  • – Drehstellung 5: Spülen und Andrücken von Farbe 1 und gleichzeitig Lackieren mit Farbe 2.

In der vorstehend genannten ersten Drehstellung (Lackieren mit Farbe 1 und gleichzeitig Spülen und Andrücken einer Farbe 2) des drehbaren Ventilelements verbindet das drehbare Ventilelement dann den ersten Beschichtungsmitteleinlass mit dem Beschichtungsmittelauslass, um das erste Beschichtungsmittel (Farbe 1) zu applizieren. Die erste Rückführung wird dann jedoch von dem drehbaren Ventilelement abgesperrt, da bei einer Applikation der ersten Farbe keine Materialzirkulation der ersten Farbe benötigt wird. Darüber hinaus verbindet das drehbare Ventilelement in dieser Drehstellung den zweiten Beschichtungsmitteleinlass mit der zweiten Rückführung, um das zweite Beschichtungsmittel (Farbe 2) andrücken zu können. Schließlich sperrt das drehbare Ventilelement in dieser Drehstellung den Spülmitteleinlass ab, da kein Spülvorgang erfolgen soll.

In der vorstehend erwähnten zweiten Drehstellung (nur Spülen und Andrücken mit Farbe 2) sperrt das drehbare Ventilelement dagegen den ersten Beschichtungsmitteleinlass und die erste Rückführung ab. Dagegen verbindet das drehbare Ventilelement in dieser Drehstellung den zweiten Beschichtungsmitteleinlass mit der zweiten Rückführung, um das zweite Beschichtungsmittel anzudrücken. Schließlich sperrt das drehbare Ventilelement in dieser Drehstellung auch den Spülmitteleinlass ab, da kein Spülmittel benötigt wird.

In der vorstehend erwähnten dritten Drehstellung (nur Spülen von Farbdüse und Glockenteller) des drehbaren Ventilelements werden dagegen beide Beschichtungsmitteleinlässe und beide Rückführungen abgesperrt, wohingegen der Spülmitteleinlass mit dem Beschichtungsmittelauslass verbunden wird, um Spülmittel ausgangsseitig abzugeben, beispielsweise zum Spülen einer Farbdüse und/oder eines Glockentellers eines Rotationszerstäubers.

In der vorstehend erwähnten vierten Drehstellung (nur Spülen und Andrücken von Farbe 1) des drehbaren Ventilelements verbindet das Ventilelement dagegen den ersten Beschichtungsmitteleinlass mit der ersten Rückführung, um das erste Beschichtungsmittel andrücken zu können. Der zweite Beschichtungsmitteleinlass, die zweite Rückführung und der Spülmitteleinlass werden dagegen in dieser Drehstellung abgesperrt.

In der vorstehend erwähnten fünften Drehstellung (Spülen und Andrücken von Farbe 1 und gleichzeitig Lackieren mit Farbe 2) des drehbaren Ventilelements verbindet das Ventilelement dagegen den ersten Beschichtungseinlass mit der ersten Rückführung, um das erste Beschichtungsmittel andrücken zu können. Der zweite Beschichtungsmitteleinlass wird dagegen in dieser Drehstellung mit dem Beschichtungsauslass verbunden, um das zweite Beschichtungsmittel applizieren zu können. In dieser Drehstellung sind die zweite Rückführung und der Spülmitteleinlass dagegen abgesperrt.

Hinsichtlich der konkreten Konstruktion des erfindungsgemäßen Beschichtungsmittelventils ist zu erwähnen, dass das drehbare Ventilelement vorzugsweise im Wesentlichen zylindrisch geformt und in einem hohlzylindrischen Farbrohr drehbar angeordnet ist. Der Außendurchmesser des drehbaren Ventilelements entspricht hierbei vorzugsweise dem Innendurchmesser des hohlzylindrischen Farbrohrs.

Hierbei speist der erste Beschichtungsmitteleinlass vorzugsweise einen ersten Beschichtungsmittelkanal, der in der Wandung des Farbrohrs verläuft. Die erste Rückführung wird dagegen vorzugsweise aus einem zweiten Beschichtungsmittelkanal gespeist, der in der Wandung des Farbrohrs verläuft. Der zweite Beschichtungsmitteleinlass speist dagegen vorzugsweise einen dritten Beschichtungsmittelkanal, der ebenfalls in der Wandung des Farbrohrs verläuft. Ferner wird die zweite Rückführung vorzugsweise durch einen vierten Beschichtungsmittelkanal gespeist, der in der Wandung des Farbrohrs verläuft. Darüber hinaus verläuft in der Wandlung des Farbrohrs vorzugsweise ein fünfter Beschichtungsmittelkanal, der eingangsseitig mit dem Spülmitteleinlass verbunden ist. Schließlich ist zu erwähnen, dass der Beschichtungsmittelauslass vorzugsweise in dem drehbaren Ventilelement angeordnet ist, insbesondere mittig.

Die Beschichtungsmittelkanäle für Zuführung und Rückführung der einzelnen Beschichtungsmittel münden vorzugsweise in die Innenwand des hohlen Farbrohrs. Hierbei ist zu erwähnen, dass der Beschichtungsmittelkanal und die Rückführung für das erste Beschichtungsmittel vorzugsweise an demselben Umfangswinkel in die Innenwand des Farbrohrs einmünden, aber axial versetzt zueinander. In gleicher Weise münden vorzugsweise auch die Beschichtungsmittelkanäle für Zuführung und Rückführung des zweiten Beschichtungsmittelkanals an demselben Umfangswinkel in die Innenwand des Farbrohrs, aber axial versetzt zueinander. Die Mündungsöffnungen für die Beschichtungsmittelkanäle (Rückführung bzw. Zuführung) der verschiedenen Beschichtungsmittel sind hierbei vorzugsweise über den Umfang versetzt angeordnet.

In dem drehbaren Ventilelement ist vorzugsweise eine Stichbohrung angeordnet, die von der äußeren Mantelfläche des Ventilelements ausgeht und in den gemeinsamen Beschichtungsmittelauslass mündet. Die Stichbohrung ist hierbei so in dem Ventilelement angeordnet, dass ihre Mündungsöffnung in der Mantelfläche des drehbaren Ventilelements wahlweise mit der Mündungsöffnung des Beschichtungsmittelkanals für das erste Beschichtungsmittel oder mit der Mündungsöffnung des Beschichtungsmittelkanals für das zweite Beschichtungsmittel in der Innenwand des hohlen Farbrohrs zusammenfällt. Die Stichbohrung kann also in Abhängigkeit von der Drehstellung des drehbaren Ventilelements wahlweise mit einer der Farbzuleitungen verbunden werden.

Es wurde bereits vorstehend erwähnt, dass die Mündungsöffnungen der Beschichtungsmittelkanäle für Farbzuführung und Rückführung in der Innenwand des Farbrohrs vorzugsweise axial versetzt zueinander angeordnet sind. In der Mantelfläche des drehbaren Ventilelements befindet sich deshalb vorzugsweise jeweils eine Ausnehmung, die sich in axialer Richtung erstreckt und eine Verbindung der axial versetzten Mündungsöffnungen in der Innenwand des hohlen Farbrohrs ermöglicht. Auf diese Weise kann eine Materialzirkulation durch das Beschichtungsmittelventil freigegeben werden, indem das drehbare Ventilelement so gedreht wird, dass die Ausnehmung im Bereich der beiden axial versetzten Mündungsöffnungen in der Innenwand des Farbrohrs liegt. Die jeweilige Farbe kann dann in die Ausnehmung einströmen und aus der Ausnehmung wieder in die zugehörige Rückführung zurückströmen.

Weiterhin wurde bereits vorstehend erwähnt, dass das drehbare Ventilelement so gedreht werden kann, dass der Spülmitteleinlass mit dem Beschichtungsmittelauslass verbunden ist, sodass Spülmittel am Ausgang ausgegeben wird, um beispielsweise eine Farbdüse oder einen Glockenteller zu spülen. Darüber hinaus weist das drehbare Ventilelement vorzugsweise einen separaten Spülmittelauslass auf, um Spülmittel abzugeben, beispielsweise für eine Außenspülung eines Glockentellers eines Rotationszerstäubers. Dieser separate Spülmittelauslass ist vorzugsweise mit der vorstehend erwähnten Stichbohrung in dem drehbaren Ventilelement verbunden und wird daraus mit dem Spülmittel gespeist. Der separate Spülmittelauslass in dem drehbaren Ventilelement kann beispielsweise mit einem Außenspülkanal eines Rotationszerstäubers verbunden sein, um das Spülmittel auf die äußere Mantelfläche des Glockentellers zu leiten. Derartige Außenspülkanäle sind an sich aus dem Stand der Technik bekannt und müssen deshalb nicht näher beschrieben werden.

Darüber hinaus umfasst das erfindungsgemäße Beschichtungsmittelventil vorzugsweise auch einen Ventilantrieb, um das drehbare Ventilelement in die gewünschte Drehstellung zu drehen. Beispielsweise kann der Ventilantrieb elektrisch, pneumatisch oder hydraulisch arbeiten.

In dem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung arbeitet der Ventilantrieb jedoch pneumatisch und weist hierzu eine Antriebskammer auf, in die Steuerluft eingeleitet werden kann, um das drehbare Ventilelement in die gewünschte Drehstellung zu drehen. In der Antriebskammer ist ein Schwenkflügel schwenkbar angeordnet, wobei der Schwenkflügel mechanisch mit dem drehbaren Ventilelement verbunden ist, sodass eine Drehung des Schwenkflügels auch das Ventilelement dreht. Der Schwenkflügel in der Antriebskammer kann dann wahlweise auf der einen Seite oder auf der anderen Seite mit Druckluft beaufschlagt werden, um den Schwenkflügel und damit auch das drehbare Ventilelement wahlweise in die eine oder in die andere Richtung zu drehen. Hierzu münden in die Antriebskammer auf den gegenüberliegenden Seiten des Schwenkflügels vorzugsweise zwei Steuerluftanschlüsse.

Darüber hinaus weist der erfindungsgemäße Ventilantrieb vorzugsweise mehrere Drehwinkelanschläge auf, die den Schwenkwinkel des Schwenkflügels und damit auch den Drehwinkel des drehbaren Ventilelements jeweils an vorgegebenen Winkelstellungen begrenzen, wobei die Winkelstellungen den vorstehend beschriebenen verschiedenen funktionsgemäßen Drehstellungen des drehbaren Ventilelements entsprechen. In dem bevorzugten Ausführungsbeispiel sind die Drehwinkelanschläge jeweils aktivierbar und deaktivierbar, wobei die Drehwinkelanschläge in einer aktivierten Stellung den Schwenkwinkel des Schwenkflügels begrenzen, wohingegen die Drehwinkelanschläge in einer deaktivierten Stellung den Schwenkwinkel des Schwenkflügels nicht begrenzen. Beispielsweise können die Drehwinkelanschläge jeweils einen Schieber aufweisen, der in der aktivierten Stellung in die Antriebskammer hineingeschoben ist und den Schwenkflügel dadurch blockiert, wohingegen der Schieber in der deaktivierten Stellung aus der Antriebskammer herausgezogen ist und den Schwenkflügel dann nicht blockiert.

Aus der vorstehenden Beschreibung ist bereits ersichtlich, dass das erfindungsgemäße Beschichtungsmittelventil als Wechselventil ausgebildet sein kann mit einem gemeinsamen Auslass und mehreren Einlässen, wobei das Beschichtungsmittelventil wahlweise einen der Einlässe mit dem gemeinsamen Auslass verbindet.

Schließlich ist zu erwähnen, dass die Erfindung nicht beschränkt ist auf das vorstehend beschriebene Beschichtungsmittelventil als einzelnes Bauteil. Vielmehr beansprucht die Erfindung auch Schutz für ein komplettes Applikationsgerät (z. B. Rotationszerstäuber) zur Applikation eines Beschichtungsmittels, wobei das erfindungsgemäße Applikationsgerät mit dem eingangs beschriebenen erfindungsgemäßen Beschichtungsmittelventil ausgestattet ist. Das erfindungsgemäße Beschichtungsmittelventil dient hierbei vorzugsweise als Hauptventil und steuert die Beschichtungsmittelabgabe. Dies bedeutet, dass sich stromabwärts hinter dem Hauptventil kein weiteres Ventil befindet. Der Einsatz des erfindungsgemäßen Beschichtungsmittelventils als Hauptventil in einem Applikationsgerät (z. B. Rotationszerstäuber) bietet den Vorteil, dass kein zusätzliches Kurzspülventil erforderlich ist, um das Leitungsvolumen stromabwärts hinter dem Beschichtungsmittelventil zu spülen.

Andere vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet oder werden nachstehend zusammen mit der Beschreibung der bevorzugten Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Figuren näher erläutert. Es zeigen:

1A eine schematische Perspektivansicht eines erfindungsgemäßen Beschichtungsmittelventils in einer ersten Drehstellung zum Lackieren mit einer ersten Farbe und zum Spülen bzw. Andrücken einer zweiten Farbe,

1B eine Querschnittsansicht durch das Beschichtungsmittelventil in der Drehstellung gemäß 1A,

1C eine schematische Darstellung des pneumatischen Ventilantriebs in der Drehstellung gemäß den 1A und 1B,

2A das Beschichtungsmittelventil gemäß den Figuren 1A1C in einer zweiten Drehstellung zum Spülen und Andrücken der zweiten Farbe,

2B die Querschnittsansicht gemäß 1B in der zweiten Drehstellung,

2C die Darstellung gemäß 1C in der zweiten Drehstellung,

3A3C entsprechende Darstellungen in einer dritten Drehstellung zum Spülen von Farbdüse und Glockenteller,

4A4C entsprechende Darstellungen in einer vierten Drehstellung zum Spülen bzw. Andrücken der ersten Farbe,

5A5C entsprechende Darstellungen in einer fünften Drehstellung zum Spülen bzw. Andrücken der ersten Farbe und zum Lackieren mit der zweiten Farbe,

6 eine Tabelle zur Verdeutlichung der technischen Funktion der verschiedenen Drehstellungen, sowie

7 eine vereinfachte, schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Rotationszerstäubers mit einem erfindungsgemäßen Beschichtungsmittelventil.

Die 1A5C zeigen verschiedene Darstellungen und verschiedene Drehstellungen eines erfindungsgemäßen Beschichtungsventils, das beispielsweise in einem Rotationszerstäuber als Hauptventil eingesetzt werden kann.

Die Tabelle in 6 erläutert hierbei die verschiedenen technischen Funktionen der einzelnen Drehstellungen des Beschichtungsmittelventils, was nachfolgend noch detailliert beschrieben wird.

Die 1A, 2A, 3A, 4A und 5A zeigen jeweils eine schematische Perspektivansicht des erfindungsgemäßen Beschichtungsmittelventils in den verschiedenen Drehstellungen.

Die 1B, 2B, 3B, 4B und 5B zeigen dagegen jeweils eine Querschnittsansicht des erfindungsgemäßen Beschichtungsmittelventils in den verschiedenen Drehstellungen.

Die 1C, 2C, 3C, 4C und 5c zeigen dagegen eine vereinfachte Ansicht des erfindungsgemäßen pneumatischen Ventilantriebs in den verschiedenen Drehstellungen.

Das Beschichtungsmittelventil weist zunächst ein hohlzylindrisches Farbrohr 1 auf, in dem ein zylindrisches Ventilelement 2 drehbar angeordnet ist.

In dem Farbrohr 1 befinden sich zwei Farbeinlässe F1, F2, über die verschiedenfarbige Lacke zugeführt werden können. Die beiden Farbeinlässe F1, F2 münden jeweils in Farbkanäle 3 bzw. 4, die in der Wandung des Farbrohrs 1 schräg zur Längsachse verlaufen und schließlich in die Innenwand des hohlzylindrischen Farbrohrs 1 ausmünden.

Darüber hinaus befinden sich in dem Farbrohr 1 zwei Rückführauslässe RF1 bzw. RF2 zur Rückführung der Farben im Rahmen einer Materialzirkulation. Die Rückführauslässe RF1, RF2 werden aus zwei Rückführkanälen 5 bzw. 6 gespeist, die in der Wandung des Farbrohrs 1 verlaufen. Die Rückführkanäle 5, 6 verlaufen in der Wandung des Farbrohrs 1 schräg zur Längsachse und münden in der Innenwand des hohlzylindrischen Farbrohrs 1 aus.

Die Mündungsöffnung des Farbkanals 3 in der Innenwand des Farbrohrs 1 ist hierbei in demselben Umfangswinkel angeordnet wie die Mündungsöffnung des Rückführkanals 5, aber axial versetzt dazu.

In gleicher Weise ist auch die Mündungsöffnung des Farbkanals 4 in der Innenwand des Farbrohrs 1 an dem gleichen Umfangswinkel angeordnet wie die Mündungsöffnung des Rückführkanals 6, aber axial versetzt dazu.

In dem drehbaren Ventilelement 2 verläuft eine Stichbohrung 7 zu einem Auslass 8, wobei über den Auslass 8 Lack bzw. Spülmittel zur Farbdüse des Rotationszerstäubers abgegeben werden kann. Die Stichbohrung 7 mündet in der äußeren Mantelfläche des drehbaren Ventilelements 2 an der axialen Position, in der auch der Farbkanal 3 bzw. der Farbkanal 4 ausmündet. Dies bedeutet, dass die Stichbohrung 7 bei einer geeigneten Drehstellung des drehbaren Ventilelements 2 eine Fluidverbindung herstellen kann wahlweise zu dem Farbkanal 3 oder zu dem Farbkanal 4.

In der Wandung des Farbrohrs 1 verläuft auch ein Spülmittelkanal 9, der von einem Spülmitteleinlass V gespeist wird. Der Spülmittelkanal 9 verläuft ebenfalls schräg zur Längsachse und mündet schließlich in der Innenwand des Farbrohrs 1 aus und zwar in axialer Richtung etwas unterhalb der Mündungsöffnungen des Farbkanals 3 und des Farbkanals 4. Bei einer geeigneten Drehung des drehbaren Ventilelements 2 kann die Stichbohrung 7 dann eine Fluidverbindung herstellen zu dem Spülmittelkanal 9, sodass Spülmittel von dem Spülmitteleinlass V zu dem Auslass 8 strömen kann.

In der äußeren Mantelfläche des drehbaren Ventilelements 2 befinden sich zwei Ausnehmungen 10, 11, die sich in axialer Richtung erstrecken und den axialen Abstand zwischen den Mündungsöffnungen des Farbkanals 4 und des Rückführkanals 1 sowie den axialen Abstand zwischen den Mündungsöffnungen des Farbkanals 3 und des Rückführkanals 5 überdecken. Bei einer geeigneten Drehung des drehbaren Ventilelements 2 ermöglichen die Ausnehmungen 10, 11 eine Fluidverbindung zwischen dem Farbkanal 3 und dem Rückführkanal 5 bzw. zwischen dem Farbkanal 4 und dem Rückführkanal 6, wie noch beschrieben wird.

Ferner ist in dem drehbaren Ventilelement 2 ein separater Spülmittelauslass 12 vorgesehen, der von der Stichbohrung 7 mit Spülmittel gespeist werden kann, wobei der Spülmittelauslass 12 in einen Außenspülkanal des Rotationszerstäubers mündet.

Weiterhin zeigen die Darstellungen einen pneumatischen Ventilantrieb zum Drehen des drehbaren Ventilelements in die gewünschte Drehstellung.

Der pneumatische Ventilantrieb weist mehrere Drehwinkelanschläge 20, 21, 22 auf, die wahlweise aktivierbar oder deaktivierbar sind.

Darüber hinaus weist der pneumatische Ventilantrieb zwei Antriebslufteinlässe 23 auf, wobei die beiden Antriebslufteinlässe 23 in eine Antriebskammer 24 münden, in der ein Schwenkflügel 25 schwenkbar ist, wobei der Schwenkflügel 25 auf eine Ventilwelle 26 wirkt, die mechanisch mit dem drehbaren Ventilelement 2 verbunden ist. Bei einer Druckbeaufschlagung an dem in der Zeichnung rechten Antriebslufteinlass 23 wird der Schwenkflügel 25 also in der Zeichnung entgegen dem Uhrzeigersinn gedreht. Bei einer Druckbeaufschlagung an dem in der Zeichnung linken Antriebslufteinlass 23 wird der Schwenkflügel 25 dagegen in der Zeichnung im Uhrzeigersinn gedreht.

Der Schwenkwinkel des Schwenkflügels 25 kann hierbei mittels der Drehwinkelanschläge 2022 begrenzt werden, indem der gewünschte Drehwinkelanschlag 2022 aktiviert wird. Daraufhin fährt dann ein Schieber radial nach innen in die Antriebskammer 24 und begrenzt dadurch den Drehwinkel des Schwenkflügels. In der Zeichnung gemäß 1C ist der Drehwinkelanschlag 20 aktiviert, wohingegen die Drehwinkelanschläge 21, 22 deaktiviert sind. In der Zeichnung gemäß 3C sind dagegen alle Drehwinkelanschläge 2022 aktiviert.

Im Folgenden werden nun die technischen Funktionen der verschiedenen Drehstellungen des drehbaren Ventilelements 2 beschrieben, wobei auf die Tabelle gemäß 6 Bezug genommen wird.

Die 1A1C zeigen eine erste Drehstellung des Ventilelements 2, die dazu dient, über den Farbeinlass F1 Lack zu applizieren, während über den Farbeinlass F2 und den Rückführauslass RF2 gespült und mit einer neuen Farbe angedrückt. werden kann.

Das drehbare Ventilelement 2 ist dann so gedreht, dass die Stichbohrung 7 in dem drehbaren Ventilelement 2 eine Fluidverbindung herstellt zu dem Farbkanal 3. Dies bedeutet, dass Farbe von dem Farbeinlass F1 durch den Farbkanal 3 und die Stichbohrung 7 zu dem Auslass 8 strömen kann.

Der Rückführkanal 5 wird dann jedoch von der Mantelfläche des drehbaren Ventilelements 2 abgesperrt.

In dieser Drehstellung stellt die Ausnehmung 11 in der Mantelfläche des drehbaren Ventilelements 2 eine Fluidverbindung her zwischen dem Farbkanal 4 und dem Rückführkanal 6, sodass über den Farbkanal 4 und den Rückführkanal 6 gespült und mit neuer Farbe angedrückt werden kann.

Die 2A2C zeigen dagegen eine andere Drehstellung des drehbaren Ventilelements 2, in der kein Lack appliziert wird, sondern nur über den Farbeinlass F2 gespült und mit neuer Farbe angedrückt werden kann.

In dieser Drehstellung des drehbaren Ventilelements werden der Farbkanal 3 und der Rückführkanal 5 von der äußeren Mantelfläche des drehbaren Ventilelements 2 abgesperrt.

Die Ausnehmung 11 in der äußeren Mantelfläche des drehbaren Ventilelements 2 stellt dagegen eine Fluidverbindung her zwischen dem Farbkanal 4 und dem Rückführkanal 6.

In der Drehstellung gemäß den 3A3C soll dagegen die Farbdüse des Rotationszerstäubers gespült werden.

Das drehbare Ventilelement 2 sperrt dann mit seiner äußeren Mantelfläche die beiden Farbkanäle 3, 4 und die beiden Rückführkanäle 5, 6 ab.

Allerdings stellt die Stichbohrung 7 dann eine Fluidverbindung her zu dem Spülmittelkanal 9, sodass Spülmittel von dem Spülmitteleinlass V zu dem Auslass 8 strömen kann.

In der Drehstellung gemäß den 4A4C erfolgt dagegen ein Spülen und Andrücken neuer Farbe über den Farbeinlass F1. In dieser Drehstellung stellt die Ausnehmung 10 in der Mantelfläche des drehbaren Ventilelements 2 eine Fluidverbindung her zwischen dem Farbkanal 3 und dem Rückführkanal 5.

Allerdings dichtet dann die äußere Mantelfläche des drehbaren Ventilelements 2 die Mündungsöffnungen des Farbkanals 4 und des Rückführkanals 8 ab.

Darüber hinaus dichtet das drehbare Ventilelement 2 dann mit seiner äußeren Mantelfläche auch die Mündungsöffnung des Spülmittelkanals in der Innenwand des hohlen Farbrohrs 1 ab, sodass kein Spülmittel aus dem Spülmittelkanal 9 zu dem Auslass 8 strömen kann.

In der Drehstellung gemäß den 5A5C ist dagegen vorgesehen, dass über den Farbeinlass F1 gespült und eine neue Farbe angedrückt wird, während über den Farbeinsatz F2 gleichzeitig Lack appliziert wird.

Die Ausnehmung 10 in der äußeren Mantelfläche des drehbaren Ventilelements 2 stellt dann eine Fluidverbindung her zwischen dem Farbkanal 3 und dem Rückführkanal 5, um eine Materialzirkulation zu ermöglichen.

Die Stichbohrung 7 in dem drehbaren Ventilelement 2 stellt dagegen dann eine Fluidverbindung her zu dem Farbkanal 4, sodass der Lack von dem Farbeinlass F2 durch den Farbkanal 4 und die Stichbohrung 7 zu dem Auslass 8 strömen kann.

Die 1C, 2C, 3C, 4C, 5C zeigen hierbei jeweils die zugehörigen Drehstellungen des Schwenkflügels 25 und den Aktivierungszustand der Drehwinkelanschläge 2022.

Schließlich zeigt 7 eine grob vereinfachte Darstellung eines erfindungsgemäßen Rotationszerstäubers 30, der mit einem erfindungsgemäßen Beschichtungsmittelventil 31 als Hauptventil ausgestattet ist. Die Darstellung dient hierbei nur zur Verdeutlichung der Funktion des Beschichtungsmittelventils 31 und gibt keine konkret realisierte Gestaltung wieder.

In dem Rotationszerstäuber 30 befindet sich auch eine Turbine 32 zum Drehen eines Glockentellers 33. Das Beschichtungsmittelventil 31 wählt hierbei von den beiden Farbeinlässen F1, F2 einen aus und leitet die daran anliegende Farbe dann zur Applikation an den Glockenteller 33 weiter. Darüber hinaus ermöglicht das Beschichtungsmittelventil 31 auch die Auswahl von Spülmittel an dem Spülmitteleinlass V zur Weiterleitung zu dem Glockenteller 33.

Die Erfindung ist nicht auf die vorstehend beschriebenen bevorzugten Ausführungsbeispiele beschränkt. Vielmehr ist eine Vielzahl von Varianten und Abwandlungen möglich, die ebenfalls von dem Erfindungsgedanken Gebrauch machen und deshalb in den Schutzbereich fallen. Insbesondere beansprucht die Erfindung auch Schutz für den Gegenstand und die Merkmale der Unteransprüche unabhängig von den jeweils in Bezug genommenen Ansprüchen und insbesondere auch ohne die Merkmale des Hauptanspruchs.

Bezugszeichenliste

1
Farbrohr
2
Drehbares Ventilelement
3
Farbkanal für Farbe F1
4
Farbkanal für Farbe F2
5
Rückführkanal für Farbe F1
6
Rückführkanal für Farbe F2
7
Stichbohrung in dem drehbaren Ventilelement
8
Auslass zur Farbdüse
9
Spülmittelkanal
10
Ausnehmung in der Wandung des drehbaren Ventilelements
11
Ausnehmung in der Wandung des drehbaren Ventilelements
12
Spülmitteleinlass für das Außenspülen des Glockenteller
20
Drehwinkelanschlag für Spülen/Andrücken Farbe F2
21
Drehwinkelanschlag für Spülen von Farbdüse und Glockenteller
22
Drehwinkelanschlag für Spülen/Andrücken Farbe F1
23
Antriebslufteinlässe/-auslässe
24
Antriebskammer
25
Schwenkflügel
26
Ventilwelle (mechanisch mit drehbarem Ventilelement verbunden)
30
Rotationszerstäuber
31
Beschichtungsmittelventil
32
Turbine
33
Glockenteller
F1
Farbeinlass
F2
Farbeinlass
RF1
Rückführauslass für Farbe F1
RF2
Rückführauslass für Farbe F2
V
Spülmitteleinlass