Title:
Vorrichtung zur Bohrmehlaufnahme
Kind Code:
B4


Abstract:

Vorrichtung zur Bohrmehlaufnahme bei Probebohrungen in Betonbauwerken mit einer Bohrmaschine, ausgestaltet als ein Gehäuse (1), welches eine Querbohrung (5) eines Hohlbohrers (2) umschließt, dadurch gekennzeichnet, dass im Gehäuse (1) eine Membranpumpe (6) integriert ist und das Gehäuse (1) derart gestaltet ist, dass ein durch die Membranpumpe (6) induzierter Luftstrom in das Gehäuse (1) hinein zu einer Austrittsöffnung am Gehäuse (1) geführt wird, wobei der Luftstrom dabei durch den Hohlbohrer (2) und entlang einer Öffnung eines mit dem Gehäuse (1) verbundenen Auffangbehälters (3) geleitet wird.




Inventors:
Lohse, Carsten (09573, Augustusburg, DE)
Langer, Bernd (09405, Zschopau, DE)
Application Number:
DE102015006182A
Publication Date:
12/07/2017
Filing Date:
05/13/2015
Assignee:
Lohse, Carsten, 09573 (DE)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE102011087361B3N/A2013-01-31
DE202009013073U1N/A2009-12-17
DE102005009314A1N/A2006-08-24
DE202006008092U1N/A2006-08-17
DE9415732U1N/A1995-01-05
DE1276536BN/A1968-08-29
DE1927620UN/A1965-11-25



Attorney, Agent or Firm:
Patentanwälte Findeisen & Neumann, 09112, Chemnitz, DE
Claims:
1. Vorrichtung zur Bohrmehlaufnahme bei Probebohrungen in Betonbauwerken mit einer Bohrmaschine, ausgestaltet als ein Gehäuse (1), welches eine Querbohrung (5) eines Hohlbohrers (2) umschließt, dadurch gekennzeichnet, dass im Gehäuse (1) eine Membranpumpe (6) integriert ist und das Gehäuse (1) derart gestaltet ist, dass ein durch die Membranpumpe (6) induzierter Luftstrom in das Gehäuse (1) hinein zu einer Austrittsöffnung am Gehäuse (1) geführt wird, wobei der Luftstrom dabei durch den Hohlbohrer (2) und entlang einer Öffnung eines mit dem Gehäuse (1) verbundenen Auffangbehälters (3) geleitet wird.

2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Membranpumpe (6) durch einen auf dem Hohlbohrer (2) angeordneten Exzenter (7) angetrieben wird.

3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Membranpumpe (6) elektromotorisch angetrieben wird.

4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Stromversorgung des elektromotorischen Antriebs mittels Akkumulatoren erfolgt.

5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Membranpumpe (6) austauschbar gestaltet ist.

6. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Auffangbehälter (3) austauschbar gestaltet ist.

7. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im Abluftstrom ein Filter (8; 25) angebracht ist.

8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Filter (8; 25) austauschbar gestaltet ist.

9. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Auffangbehälter (3) und Gehäuse (1) ein Winkelstück (11) angeordnet ist.

10. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Hohlbohrer (2) von einem Befestigungsring (14) am Gehäuse (1) umschlossen ist und ein Stift (16) diesen Befestigungsring (14) diagonal durchstößt und der innerhalb des Befestigungsringes (14) liegende Teil des Hohlbohrers (2) ein Durchgangsloch (13) aufweist, welches vom selben Stift (16) ebenfalls durchstoßen wird und der Stift (16) mittels Federring (17) gesichert ist.

11. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse eine Öse (20) aufweist, die horizontal und vertikal auf selber Höhe wie ein für den Tiefenanschlag vorgesehenes Befestigungsloch am Griff der mit dieser Vorrichtung verbundenen Bohrmaschine liegt.

12. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (1) einen Tiefenanschlag aufweist, der aus einer Teleskopführung (23), die den Hohlbohrer (2) umschließt, einem Teleskop (22), welches innerhalb der Teleskopführung (23) axial beweglich gelagert ist und einem Anschlagring (27), der das Teleskop (22) umschließt, besteht, wobei der Außendurchmesser des Anschlagrings (27) größer ist als der Innendurchmesser der Teleskopführung (23) und das Teleskop (22) an mehreren Positionen Arretierungen für den Anschlagring (27) aufweist.

13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass ein Stößelschalter (24) am Gehäuse (1) derart angebracht ist, dass dieser beim Eintauchen des Teleskops (22) in die Teleskopführung (23) betätigt wird.

14. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die der Bohrfläche zugeordnete Seite des Gehäuses (1) so gestaltet ist, dass diese beim Bohrvorgang bündig an der Bohrfläche anliegt.

Description:

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Bohrmehlaufnahme bei Probebohrungen in Betonbauwerken mit einer Bohrmaschine, ausgestaltet als ein Gehäuse, welches eine Querbohrung eines Hohlbohrers umschließt.

Für die Beurteilung von Betonbauwerken müssen mit Hammerbohrungen punktgenaue, unverfälschte Bohrmehlproben entnommen werden.

Die Probenentnahme erfolgt in der Regel durch Einbringen von Bohrungen in das zu untersuchende Bauteil. Basierend auf vorgeschriebenen Probeplänen werden entsprechend verteilt Prüfbohrungen eingebracht und das dabei anfallende Bohrmehl für nachfolgende stoffliche Analysen aufgefangen. Dabei ist es wichtig, dass die Zuordnung der Bohrmehlprobe zu den jeweiligen Bohrungen gewährleistet ist.

Im Stand der Technik werden verschiedene Möglichkeiten zum Auffangen von Bohrmehl vorgeschlagen, wobei die einfachsten Methoden im rein händischen Aufnehmen des anfallenden Bohrmehls mittels am Bohrloch gehaltener Becher beschrieben werden.

DE 20 2006 008 092 U1 beschreibt eine Pumpe zur Reinigung eines Bohrlochs nach erfolgter Bohrung, welche aus einem zylinderförmigen Pumpengehäuse besteht, das von einem Kolben in einen Saugraum und einen Druckraum unterteilt wird. Weiterhin finden sich ein Auffangbehälter und eine Düse, welche mit dem Saugraum verbunden ist. Nach erfolgter Bohrung wird die Düse in das Bohrloch gesetzt und ein Unterdruck mittels Kolben im Saugraum erzeugt, wodurch das Bohrmehl durch die Düse in den Auffangbehälter transportiert wird.

DE 10 2005 009 314 A1 schlägt ein Bohrschmutzauffanggerät vor, dass im Wesentlichen aus einem Gehäuse besteht, welches um einen Bohrer angebracht ist. Ein im Gehäuse angebrachtes Bürstensystem streift den Bohrschmutz beim Bohrvorgang vom Bohrer ab. Weiterhin wird der Bohrer durch das Bürstensystem vom Bohrschmutz befreit, wenn der Bohrer nach erfolgter Bohrung aus dem Bohrschmutzauffanggerät herausgezogen wird.

DE 1 276 536 A und DE 1 927 620 U beschreiben Geräte, welche das Bohrmehl durch einen Hohlbohrer über einen Schlauch in einen Zyklon saugen und dort abscheiden. Entsprechende Hohlbohrer sind z. B. in DE 20 2009 013 073 U1 beschrieben.

Aus DE 94 15 732 U1 ist eine Vorrichtung zur Bohrmehlaufnahme bei Probebohrungen in Betonbauwerken mit einer Bohrmaschine bekannt. Hierbei wird ein durch ein Sauggebläse induzierter Luftstrom zu einer Austrittsöffnung geführt, wobei dieser Luftstrom durch den Hohlbohrer und entlang einer Öffnung eines Auffangbehälters geleitet wird.

DE 10 2011 087 361 B3 beschreibt eine weitere Vorrichtung zur Bohrmehlaufnahme mit einer Bohrmaschine, ausgestaltet als ein Gehäuse, welches eine Querbohrung eines Hohlbohrers umschließt und wobei Im Gehäuse ein Gebläse integriert ist. Das Gehäuse ist so ausgestaltet, dass ein durch das Gebläse induzierter Luftstrom in das Gehäuse hinein geführt wird. Dieser Luftstrom wird durch den Hohlbohrer und entlang einer Öffnung eines mit dem Gehäuse verbundenen Auffangbehälters geleitet.

Die bekannten Lösungen haben mehrere entscheidende Nachteile. So sind Lösungen, bei denen ein Becher zum Auffangen des Bohrmehls gehalten werden muss nicht praktikabel, da insbesondere Schlagbohrmaschinen mit beiden Händen geführt werden müssen.

Pumpen zur Reinigung von Bohrlöchern sind insofern ungeeignet, da sie die Entnahme des Bohrmehls erst nach erfolgter Bohrung ermöglichen. Eine bei Bohrproben geforderte vollständige Entnahme des Bohrmehls kann hierbei nicht garantiert werden, da in der Regel beim Bohrvorgang bereits Bohrmehl aus dem Loch fällt.

Bohrschmutzauffanggeräte, welche über ein integriertes Bürstensystem den Bohrer abstreifen haben den Nachteil, dass nur jenes Bohrmehl aufgefangen wird, welches vom Bohrer bis zum Bürstensystem gefördert wird. Bohrmehl, das im Bohrloch verbleibt wird nicht von derlei Geräten aufgefangen.

Systeme mit zyklonenbasierender Absaugung haben mehrere Nachteile. Der zur Absaugung des Bohrmehls erforderliche Luftstrom wird durch ein in der Bohrmaschine integriertes Radialgebläse erzeugt. Die Charakteristik eines Radialgebläses ermöglicht es aber nur einen relativ niedrigen Unterdruck aufzubauen, was den Nachteil mit sich bringt, dass enge Querschnitte den Volumenstrom signifikant reduzieren und dadurch die Effektivität des Absaugens erheblich beeinträchtigen. Dies wiederum führt dazu, dass das anfallende Bohrmehl nicht vollständig erfasst wird. Es tritt folglich beim Bohren Bohrmehl zwischen Bohrer und Bohrungswand aus, welches einerseits für die Probennahme verlorengeht und andererseits zu einer Staubbelästigung bei der Probennahme führt.

Weiterhin muss das von den Prüfbohrungen anfallende Bohrmehl den jeweiligen Bohrungen zuordenbar sein und darf nicht vermischt werden. Das bezieht sich sowohl auf die jeweilige Bohrungstiefe, wie auch auf die Position der Bohrung am zu untersuchenden Bauteil. Um dies zu gewährleisten, ist es folglich notwendig, nach jeder Bohrung oder jeder Bohrungsgruppe die Vorrichtung vom anhaftenden Bohrmehl zu säubern. Bei exakter Handhabung sollten also der Bohrer, der Schlauch zum Zyklon und der Zyklon selbst gereinigt werden. Praktische Erfahrungen mit solchen Geräten zeigen, dass dieser Reinigungsvorgang einen erheblichen Zeitaufwand darstellt und eine vollständige Reinigung kaum möglich ist, so dass es zur Vermischung von Bohrmehlproben kommt, wodurch die Analysequalität beeinträchtigt wird.

Darüber hinaus haben die bekannten Entnahmevorrichtungen zum einen eine unzureichende Standzeit und sind zum anderen nur für eine definierte Bohrmaschine verwendbar.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung zu erstellen, mit der das bei Prüfbohrungen anfallende Bohrmehl vollständig aufgefangen werden kann und ohne Vermischung mehreren Prüfbohrungen zuordenbar ist.

Diese Aufgabe wird gelöst, indem im Gehäuse eine Membranpumpe integriert ist und das Gehäuse derart gestaltet ist, dass ein durch die Membranpumpe induzierter Luftstrom in das Gehäuse hinein zu einer Austrittsöffnung am Gehäuse geführt wird, wobei der Luftstrom dabei durch den Hohlbohrer und entlang einer Öffnung eines mit dem Gehäuse verbundenen Auffangbehälters geleitet wird.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung lässt sich mit allen gängigen Schlagbohrmaschinen mit SDS-Plus Aufnahme verwenden. Ebenso können sowohl netz- als auch akkubetriebene Bohrmaschinen eingesetzt werden. Weiterhin zeichnet sich die erfindungsgemäße Vorrichtung durch ein geringes Gewicht aus. Die Verwendung einer Membranpumpe hat den Vorteil, dass sich im Gehäuse hohe Unter- bzw. Überdrücke erzeugen lassen und somit ein effektiver Luftstrom zum Abführen des Bohrmehls zur Verfügung steht.

Es wird vorgeschlagen, dass die Membranpumpe durch einen auf dem Hohlbohrer angeordneten Exzenter angetrieben wird. Somit sind keinerlei Getriebeeinheiten oder weitere Antriebselemente notwendig.

Eine weitere Ausführung sieht einen elektromotorischen Antrieb der Membranpumpe vor, wobei die Stromversorgung des elektromotorischen Antriebs mittels Akkumulatoren vorgeschlagen wird. Damit ist der Antrieb der Membranpumpe unabhängig vom Lauf der Bohrmaschine, was gerade beim Anbohren des Loches vorteilhaft sein kann, da beim Anbohren eines Loches die Drehzahl des Bohrers in der Regel niedrig ist und somit der von der Membranpumpe erzeugte Luftstrom nicht ausreichend sein kann, um das Bohrmehl abzuführen.

Vorteilhaft ist eine austauschbar gestaltete Membranpumpe. Im Falle eines Defektes kann die Membranpumpe dadurch vor Ort einfach gegen eine funktionierende Membranpumpe getauscht werden, was die Ausfallzeiten der erfindungsgemäßen Vorrichtung erheblich minimiert.

Es wird vorgeschlagen, den Auffangbehälter austauschbar zu gestalten. Dadurch kann der Auffangbehälter gleichzeitig als Aufbewahrungsbehälter für das Bohrmehl genutzt werden. Somit muss das Bohrmehl nach der Bohrung nicht in zusätzliche Aufbewahrungsbehälter umgefüllt werden, was den Arbeitsaufwand verringert.

Nachdem sich die im Luftstrom mitgeführten Bohrmehlpartikel im Auffangbehälter abgelagert haben, wird der Luftstrom als Abluftstrom aus dem Gehäuse geführt. Zweckdienlich ist das Anbringen eines Filters im Abluftstrom innerhalb oder am Gehäuse der erfindungsgemäßen Vorrichtung. Somit wird sichergestellt, dass keinerlei Bohrmehlpartikel in die Außenluft geraten und vom Bediener eingeatmet werden.

Vorteilhaft ist es, den Filter im Abluftstrom austauschbar zu gestalten, damit dieser vom Gehäuse getrennt werden kann. Somit werden Bohrmehlpartikel, welche sich nicht im Auffangbehälter abgelagert haben, vom Filter aufgenommen und können nach der Probebohrung von diesem abgestreift und gesammelt werden, was die Vollständigkeit der Probennahme verbessert.

Eine Ausführung sieht vor, dass zwischen Auffangbehälter und Gehäuse ein zusätzliches Winkelstück angebracht ist. Dadurch wird sichergestellt, dass der Auffangbehälter sowohl bei vertikalen, als auch bei horizontalen Bohrungen so angeordnet ist, dass das Bohrmehl stets in den Auffangbehälter hineinfällt.

Es wird vorgeschlagen, dass der Hohlbohrer von einem Befestigungsring am Gehäuse umschlossen ist und ein Stift diesen Befestigungsring diagonal durchstößt und der innerhalb des Befestigungsringes liegende Teil des Hohlbohrers ein Durchgangsloch aufweist, welches vom selben Stift ebenfalls durchstoßen wird und der Stift mittels Federring gesichert ist. Somit ist der Hohlbohrer im Gehäuse der erfindungsgemäßen Vorrichtung axial fixiert.

Weiterhin wird vorgeschlagen, dass das Gehäuse eine Öse aufweist, die horizontal und vertikal auf selber Höhe wie ein für den Tiefenanschlag vorgesehenes Befestigungsloch am Griff der mit dieser Vorrichtung verbundenen Bohrmaschine liegt. Dadurch wird es möglich, durch die Öse am Gehäuse der erfindungsgemäßen Vorrichtung und das Befestigungsloch am Griff der Bohrmaschine eine geeignete Stange zu schieben, sodass das Gehäuse und die Bohrmaschine nicht gegeneinander verdreht werden können.

Eine zweckmäßige Gestaltung sieht vor, dass das Gehäuse der erfindungsgemäßen Vorrichtung einen Tiefenanschlag aufweist, der aus einer Teleskopführung, die den Hohlbohrer umschließt, einem Teleskop, welches innerhalb der Teleskopführung axial beweglich gelagert ist und einem Anschlagring, der das Teleskop umschließt, besteht, wobei der Außendurchmesser des Anschlagrings größer ist als der Innendurchmesser der Teleskopführung und das Teleskop an mehreren Positionen Arretierungen für den Anschlagring aufweist. Somit kann eine definierte Bohrtiefe sehr genau eingestellt werden, was gerade bei Prüfbohrungen ein Erfordernis darstellt.

Eine vorteilhafte Ausgestaltung sieht vor, dass ein Stößelschalter am Gehäuse der erfindungsgemäßen Vorrichtung derart angebracht ist, dass dieser beim Eintauchen des Teleskops in die Teleskopführung betätigt wird und damit die elektromotorisch angetriebene Membranpumpe eingeschaltet wird. Dadurch wird gewährleistet, dass zwingend vor Beginn des eigentlichen Bohrvorganges die Membranpumpe arbeitet und den für das Abführen des Bohrmehls notwendigen Luftstrom rechtzeitig induziert.

Zweckdienlich ist, dass die der Bohrfläche zugeordnete Seite des Gehäuses so gestaltet ist, dass diese beim Bohrvorgang bündig an der Bohrfläche anliegt. Somit wird insbesondere beim Anbohren der Verlust von Bohrmehl vermieden.

Nachfolgend werden zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand folgender Zeichnungen erläutert.

1 Erfindungsgemäße Vorrichtung

2 Explosionsdarstellung der in 1 dargestellten Vorrichtung

3a, b Winkelstück zwischen Gehäuse und Auffangbehälter

4 Erfindungsgemäße Vorrichtung in alternativer Ausführung

5 Explosionsdarstellung der in 4 dargestellten Vorrichtung

1 zeigt ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung. Dargestellt ist ein Gehäuse 1, welches den Schaft eines Hohlbohrers 2 umschließt, wobei der Kopf des Hohlbohrers 2 freiliegt. Ebenso liegt das hintere Ende des Schaftes, zur Befestigung des Hohlbohrers 2 im Spannfutter einer Bohrmaschine frei. Die Bohrmaschine ist nicht Gegenstand der Zeichnung. Die Spitze des Hohlbohrerkopfes weist Öffnungen auf, die einen Zugang zum Innenraum des Hohlbohrers schaffen. Weiterhin ist am Gehäuse 1 ein Auffangbehälter 3 befestigt.

2 zeigt eine Explosionsdarstellung der 1, sodass die innerhalb des Gehäuses 1 liegenden Teile sichtbar sind. Innerhalb des Gehäuses 1 der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist der Hohlbohrer 2 in Lagerschalen 4 eingefasst. Der Innenraum des Hohlbohrers 2 wird durch Querbohrungen 5 im Hohlbohrerschaft zugänglich gemacht. Somit kann zwischen den Öffnungen an der Spitze des Hohlbohrerkopfes und den Querbohrungen 5 ein Luftstrom durch den Innenraum des Hohlbohrers 2 geführt werden. Die Querbohrungen 5 liegen innerhalb des Gehäuses 1. Weiterhin ist im Gehäuse 1 eine Membranpumpe 6 integriert.

Der Antrieb der Membranpumpe 6 erfolgt durch einen am Hohlbohrer 2 angebrachten Exzenter 7. Wird der Hohlbohrer 2 von einer daran befestigten Bohrmaschine angetrieben, so überträgt sich die Kreisbewegung des Hohlbohrers 2 über den Exzenter 7 als vertikale Bewegung auf die Membranpumpe 6. Die Membranpumpe 6 erzeugt dann einen Volumenstrom mit hohem Unterdruck. Dieser Luftstrom bewirkt, dass das an der Hohlbohrerspitze entstehende Bohrmehl durch den Hohlbohrer 2 gesaugt wird. Der hohe Unterdruck sichert einen ausreichend großen Volumenstrom auch bei relativ geringen Ansaugquerschnitten (kleine Lochdurchmesser an der Spitze des Hohlbohrerkopfes).

Hat das Bohrmehl den Hohlbohrer 2 passiert und ist aus den beiden Querbohrungen 5 im hinteren Bereich des Hohlbohrers 2 ausgetreten, wird es über ein kurzes Kanalstück im Gehäuse 1 zum Auffangbehälter 3 geführt. Nach Austritt aus dem Kanal sinkt die Strömungsgeschwindigkeit der Luft stark ab, da sich der Querschnitt vervielfacht, was zur Ablagerung des Bohrmehls in den Auffangbehälter 3 führt. Dieser Vorgang wird unterstützt durch die Änderung der Strömungsrichtung des Volumenstromes um 180°. Anschließend durchströmt die Luft eine unter der Membranpumpe 6 angeordnete, austauschbare Filterpatrone 8 und wird an der hinteren Bohrerlagerung aus dem Gehäuse 1 nach außen gedrückt.

Der durch die integrierte Membranpumpe 6 erzeugte Luftstrom saugt also das Bohrmehl aus dem Bohrloch heraus, durch den Hohlbohrer 2 hindurch und transportiert es bis zum Auffangbehälter 3. Im Vergleich zu Systemen mit angeschlossenen Schläuchen zum Abtransport des Bohrmehls zeichnet sich das beschriebene Ausführungsbeispiel durch kurze Wege beim Bohrmehltransport hin zum Auffangbehälter 3 aus. Dadurch ist der Aufwand zur Reinigung der Bohrmehlaufnahmevorrichtung nach erfolgter Probebohrung deutlich geringer.

Bei Verschleiß des Hohlbohrers 2 lässt sich dieser durch Öffnen des oberen Gehäusedeckels 9 austauschen. Austauschbar sind auch die beiden geteilten Lagerschalen 4 und die zur zusätzlichen Dichtung angeordneten O-Ringe 10 im Bereich der Lagerung des Hohlbohrers 2. Der Hohlbohrer 2 besitzt eine SDS-plus Aufnahme. Auf dem Hohlbohrer 2 sind farblich gekennzeichnete Nuten eingearbeitet, die die jeweilige Bohrungstiefe ablesbar machen.

Der Auffangbehälter 3 ist aus transparentem Kunststoff hergestellt, was jederzeit die Kontrolle des Füllstandes ermöglicht. Weiterhin weist der Auffangbehälter 3 ein Gewinde auf, wodurch dieser in das Gehäuse 1 eingeschraubt werden kann. Für die Filterpatrone 8 wird ein Filtermaterial mit glatter Oberfläche verwendet, sodass der anhaftende Filterkuchen problemlos durch Abklopfen bzw. mit einem geeigneten Hilfsmittel (Pinsel, Bürste) entfernt werden kann.

3a und 3b zeigen jeweils ein zusätzliches Winkelstück 11 zwischen Auffangbehälter 3 und Gehäuse 1. Somit wird der Auffangbehälter 3 in seiner Ausrichtung gegen das Gehäuse 1 gedreht, sodass beispielsweise bei Bohrungen an waagerechten Flächen eine vertikale Ausrichtung des Auffangbehälters 3 erreicht wird und das Bohrmehl bei der Bohrung in den Behälter hineinfällt. 3a zeigt die Konfiguration, welche für eine Bohrung in eine Decke zur Anwendung kommt. Die entsprechende Konfiguration für Bohrungen in Fußböden ist in 3b dargestellt.

4 zeigt ein weiteres Ausführungsbespiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung. Dargestellt ist ein Gehäuse 1 welches einen Hohlbohrer 2 umschließt, wobei das hintere Ende des Schaftes, zur Befestigung des Hohlbohrers 2 im Spannfutter einer Bohrmaschine freiliegt. Die Bohrmaschine ist nicht Gegenstand der Zeichnung. Der Kopf des Hohlbohrers 2 ist vom Gehäuse 1 umschlossen.

5 zeigt eine Explosionsdarstellung der 4, sodass die innerhalb des Gehäuses 1 liegenden Teile sichtbar sind.

Der Hohlbohrer 2 wird mit seinem Schaft voran in den Bohrmehlaufnahmekopf 12 geschoben bis das Querloch 13 im Schaft des Hohlbohrers 2 und die im Befestigungsring 14 befindliche Bohrung 15 übereinstimmen. Zur axialen Sicherung des Hohlbohrers 2 mit dem Gehäuse 1 wird in das Querloch 13 des Schaftes und in die Bohrung 15 des Befestigungsrings 14 ein Stopfen 16 aus PU-Elastomer gesteckt und mittels Federring 17 gesichert. Der Befestigungsring 14 wird in einer Lagerung 18 und einer Lagerplatte 19 am Gehäuse 1 gehalten.

Der Hohlbohrer 2 mit dem Gehäuse 1 wird dann in das Spannfutter der Bohrmaschine gespannt und gegen Verdrehung gesichert, indem ein Stab durch ein Auge 20 am Gehäuse 1 und einer entsprechenden Durchführung im Griff der Bohrmaschine gesteckt wird. Der Stab ist nicht in der Darstellung enthalten.

Weiterhin ist im Gehäuse 1 eine Membranpumpe 6 integriert, welche elektromotorisch angetrieben wird. Die Stromversorgung des Elektromotors erfolgt über Akkus und ist damit netzunabhängig. Die Akkus sind ebenfalls im Gehäuse 1 integriert, wobei sie in der Zeichnung nicht dargestellt sind.

Um eine Prüfbohrung durchzuführen, wird bei laufender Bohrmaschine der Dichtring 21 des Bohrmehlaufnahmekopfes 12 gegen die Fläche gedrückt, von welcher die Probenentnahme erfolgen soll. Durch das Andrücken schiebt sich das Teleskop 22 in die Teleskopführung 23 bis der Hohlbohrer 2 auf die Betonfläche aufsetzt. Gleichzeitig wird durch das Eintauchen des Teleskopes 22 in die Teleskopführung 23 der Stößelschalter 24 betätigt, welcher die Membranpumpe 6 einschaltet. Dadurch wird gewährleistet, dass zwingend vor Beginn des eigentlichen Bohrvorganges die Membranpumpe 6 arbeitet und Druckluft durch den Hohlbohrer 2 gedrückt wird.

Das durch den Bohrvorgang entstehende Bohrmehl wird durch die Druckluft zwischen Innenwandung des Dichtringes 21 und dem Schaft des Hohlbohrers 2 in den Bohrmehlaufnahmekopf 12 gefördert und sammelt sich in diesem. Die Luft kann dann über den in den Bohrmehlaufnahmekopf 12 integrierten Filter 25 entweichen. Der Filter 25 wird mittels Klemmring 26 am Bohrmehlaufnahmekopf 12 gehalten. Bei horizontaler Ausrichtung der zu setzenden Bohrung wird der Großteil des anfallenden Bohrmehles direkt in den Auffangbehälter 3 fallen, bei senkrechten Bohrungen geschieht dies nach waagerechter Ausrichtung der erfindungsgemäßen Vorrichtung. Anschließend kann der Auffangbehälter 3 aus dem Bohrmehlaufnahmekopf 12 herausgeschraubt und durch einen neuen ersetzt werden. Die transparenten Auffangbehälter 3 ermöglichen jederzeit die Kontrolle des Füllstandes.

Im Gegensatz zum ersten Ausführungsbeispiel wird das Bohrmehl hier durch den in der Membranpumpe 6 induzierten Luftstrom aus dem Bohrloch herausgeblasen und im Bohrmehlaufnahmekopf 12 zum Auffangbehälter 3 gefördert. Da hierbei nur der Innenbereich des Bohrmehlaufnahmekopfes 12 mit Bohrmehl in Kontakt kommt, wird der Reinigungsaufwand nach erfolgter Probebohrung nochmals reduziert.

Ein auf dem Teleskop 22 befindlicher Anschlagring 27 begrenzt das Eintauchen des Teleskopes 22 in die Teleskopführung 23 und definiert damit die erreichbare Bohrungstiefe. Der Anschlagring 27 lässt sich durch Drehung entriegeln bzw. bei Drehung im gegenläufigen Drehsinn in die Konturen des Teleskopes 22 formschlüssig einrasten. An einer auf dem Teleskop angebrachten Skala 28 ist die jeweilige erreichbare Bohrungstiefe ablesbar.

Da bei dem Bohrvorgang lediglich der Bohrmehlaufnahmekopf 12 und der Filter 25 mit Bohrmehl in Kontakt kommen, beschränkt sich der Aufwand für die abschließende oder zwischen den einzelnen Bohrungen notwendige Reinigung auf ein Minimum.

Bezugszeichenliste

1
Gehäuse
2
Hohlbohrer
3
Auffangbehälter
4
Lagerschalen, Bohrerlagerung
5
Querbohrungen
6
Membranpumpe
7
Exzenter
8
Filterpatrone
9
Gehäusedeckel
10
O-Ring
11
Winkelstück
12
Bohrmehlaufnahmekopf
13
Querloch, Durchgangsloch
14
Befestigungsring
15
Bohrung
16
Stopfen, Stift
17
Federring
18
Lagerung
19
Lagerplatte
20
Auge, Öse
21
Dichtring
22
Teleskop
23
Teleskopführung
24
Stößelschalter
25
Filter
26
Klemmring
27
Anschlagring
28
Skala