Title:
Beschlag für Fenster und Türen
Kind Code:
A1


Abstract:

Die Erfindung betrifft einen Beschlag, insbesondere einen verdeckt liegenden Beschlag, für einen Rahmen (76) und mindestens einen Flügel (74) aufweisende Fenster und Türen, umfassend einen aus mindestens einem Ecklager (10) und mindestens einem Scherenlager (12) bestehenden Bandbeschlag, mindestens eine in einem oberen, horizontalen Holm des mindestens einen Flügels (74) angeordnete, mit dem mindestens einen Scherenlager (12) gekoppelte Schere (80), mindestens einen die Ent- und Verriegelung des Flügels (74) ermöglichenden Verriegelungsbeschlag und mindestens eine Betätigungsvorrichtung zur Betätigung des Verriegelungsbeschlags, wobei das Ecklager (10) ein rahmenseitiges Winkelstück (14) und ein flügelseitiges Winkelstück (16) aufweist und wobei das flügelseitige Winkelstück (16) eine Lagerstelle für einen Ecklagerbolzen (38) aufweist. Um die Belastbarkeit des Ecklagers (10) durch besonders schwere Flügel (74) zu erhöhen, wird gemäß der Erfindung vorgeschlagen, dass das flügelseitige Winkelstück (16) in einem seitlichen Abstand zur Lagerstelle für den Ecklagerbolzen (38) ein weiteres Lager (50) aufweist.




Inventors:
Antrag auf Nichtnennung
Application Number:
DE102014226590A
Publication Date:
06/23/2016
Filing Date:
12/19/2014
Assignee:
Eugen Notter GmbH Beschlägefabrik, 74535 (DE)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE102010003186A1N/A2011-09-29
DE29511756U1N/A1995-09-28
DE3336573A1N/A1985-04-25
DE2404267A1N/A1975-07-31



Foreign References:
EP19360862010-02-10
Attorney, Agent or Firm:
Wolf, Pfiz & Gauss Patentanwälte Partnerschaft mbB, 70193, Stuttgart, DE
Claims:
1. Beschlag, insbesondere verdeckt liegender Beschlag, für einen Rahmen (76) und mindestens einen Flügel (74) aufweisende Fenster und Türen, umfassend einen aus mindestens einem Ecklager (10) und mindestens einem Scherenlager (12) bestehenden Bandbeschlag, mindestens eine in einem oberen, horizontalen Holm des Flügels (74) angeordnete, mit dem Scherenlager (12) verbundene Schere (80), mindestens einen die Ent- und Verriegelung des Flügels (74) ermöglichenden Verriegelungsbeschlag und mindestens einer Betätigungsvorrichtung zur Betätigung des Verriegelungsbeschlags, wobei das Ecklager (10) ein rahmenseitiges Winkelstück (14) und ein flügelseitiges Winkelstück (16) aufweist und wobei das flügelseitige Winkelstück (16) eine Lagerstelle für einen Ecklagerbolzen (38) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass das flügelseitige Winkelstück (16) in einem seitlichen Abstand zur Lagerstelle für den Ecklagerbolzen (38) ein weiteres Lager (50) aufweist.

2. Beschlag nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerstelle für den Ecklagerbolzen (38) durch eine in dem flügelseitigen Winkelstück (16) angeordnete Lagerbüchse (48) gebildet ist.

3. Beschlag nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das weitere Lager (50) einstückig mit der Lagerbüchse (48) ausgebildet ist.

4. Beschlag nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerbüchse (48) aus einem Kunststoff oder einem metallischen Gleitlagerwerkstoff besteht.

5. Beschlag nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das flügelseitige Winkelstück (16) einen Höhenverstellmechanismus für die Lagerbüchse (48) aufweist.

6. Beschlag nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Höhenverstellmechanismus eine auf die dem rahmenseitigen Winkelstück (14) abgewandte Seite der Lagerbüchse (48) einwirkende Stellschraube umfasst.

7. Beschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Ecklager (10) zwei miteinander gelenkig verbundene, zwischen dem flügelseitigen Winkelstück (16) und dem rahmenseitigen Winkelstück (14) angeordnete, flügelseitige und rahmenseitige Steuerungslaschen (18, 28) aufweist, die zusammen einen scherenartigen Ausstellmechanismus bilden.

8. Beschlag nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass sich das weitere Lager (50) gleitend auf einer dem flügelseitigen Winkelstück (16) zugewandten Oberfläche der flügelseitigen Steuerungslasche (28) abstützt.

9. Beschlag nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den zwei Steuerungslaschen (18, 28) ein Gleitkörper (52) aus Kunststoff oder einem metallischen Gleitlagerwerkstoff angeordnet ist.

10. Beschlag nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die rahmenseitige Steuerungslasche (18) mit einem ersten Drehgelenk an dem rahmenseitigen Winkelstück (14) angeordnet ist und dass zwischen der rahmenseitigen Steuerungslasche (18) und dem rahmenseitigen Winkelstück (14) eine Scheibe (54) aus Kunststoff oder einem metallischen Gleitlagerwerkstoff angeordnet ist.

11. Beschlag nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungslaschen (18, 28) über ein im Abstand von dem ersten Drehgelenk angeordnetes zweites Drehgelenk miteinander verbunden sind.

12. Beschlag nach einem der Ansprüche 7 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungslaschen (18, 28) an dem ersten Drehgelenk gegenüberliegenden Endbereichen angeordnete Lagerbolzen (22, 34) aufweisen und die Lagerbolzen (22, 34) in langlochartigen Ausnehmungen (24, 40) in dem flügelseitigen Winkelstück (16) und dem rahmenseitigen Winkelstück (14) verschiebbar angeordnet sind.

13. Beschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Schere (80) als getrennte Baueinheit von dem Scherenlager (12) ausgebildet ist.

14. Beschlag nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Schere (80) über einen Rastmechanismus (82, 82'; 86, 86'; 88) mit dem Scherenlager (12) lösbar verbunden ist.

15. Beschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass Steuerungslaschen (18, 28) des Ecklagers (10) miteinander und mit den Winkelstücken (14, 16) verbindende Lagerbolzen als Niete (20, 22, 32, 34) ausgebildet sind und dass sämtliche Vernietungen beim Zusammenbau des Ecklagers (10) von einer Richtung her erfolgt sind.

16. Beschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass zur Horizontaljustierung des mindestens einen Flügels (74) des Fensters oder der Tür ein reversibel zwischen einem Vertikalschenkel (46) des flügelseitigen Winkelstücks (16) und einem an dem Flügel (74) angeordneten Klemmstück anordbarer, dabei unterschiedliche Abstandsmaße bewirkender Verstellungskeil (78) vorgesehen ist.

Description:

Die Erfindung betrifft einen Beschlag, insbesondere einen verdeckt liegenden Beschlag, für einen Rahmen und mindestens einen Flügel aufweisende Fenster und Türen, umfassend einen aus mindestens einem Ecklager und mindestens einem Scherenlager bestehenden Bandbeschlag, mindestens eine in einem oberen, horizontalen Holm des mindestens einen Flügels angeordnete, mit dem mindestens einen Scherenlager gekoppelte Schere, mindestens einen die Ent- und Verriegelung des Flügels ermöglichenden Verriegelungsbeschlag und mindestens eine Betätigungsvorrichtung zur Betätigung des Verriegelungsbeschlags, wobei das Ecklager ein rahmenseitiges Winkelstück und ein flügelseitiges Winkelstück aufweist und wobei das flügelseitige Winkelstück eine Lagerstelle für einen Ecklagerbolzen aufweist.

Bei derartigen Beschlägen muss im aufgeschwenkten Zustand des Flügels das Ecklager die Gewichtskraft des Flügels aufnehmen. Das Flügelgewicht ist heute teilweise sehr hoch, zum einen durch architektonisch gewünschte große Glasflächen und zum anderen durch einen damit einhergehenden Trend zu dreifachen Verglasungen um bei großen Glasflächen dennoch annehmbare thermische und schallisolierende Dämmwerte erreichen zu können.

Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen Beschlag der eingangs genannten Art derart weiterzuentwickeln, dass das Ecklager erhöhte Gewichtskräfte aufnehmen kann.

Zur Lösung dieser Aufgabe wird die in Patentanspruch 1 angegebene Merkmalskombination vorgeschlagen. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.

Die Erfindung geht vor allem von dem Gedanken aus, dass das Ecklager mit höheren Gewichtskräften belastet werden kann, wenn dessen Lagerflächen, das heißt diejenigen Flächen, über die der Kraftfluss vom Flügel in den Rahmen stattfindet, vergrößert werden können. Da die Ausmaße des Ecklagers nicht beliebig vergrößert werden können, da sie im Wesentlichen von den Profilmaßen abhängig sind und gewisse Standardwerte einhalten müssen, muss eine Vergrößerung der Belastungsfähigkeit auf andere Weise hergestellt werden. Bisher war der primäre Krafteinleitungspunkt bzw. die primäre Krafteinleitungsstelle der Ecklagerbolzen, der den primären Schnittpunkt für den Flügel darstellt. Die erfindungsgemäße Lösung sieht nun vor, dass das flügelseitige Winkelstück in einem seitlichen Abstand zur Lagerstelle für den Ecklagerbolzen ein weiteres Lager aufweist, das zweckmäßig als sich auf einem Laschenelement des Ecklagers abstützendes Drucklager ausgebildet ist. Die Lagerstelle für den Ecklagerbolzen kann durch eine in dem flügelseitigen Winkelstück angeordnete Lagerbüchse gebildet sein, insbesondere eine Lagerbüchse aus einem Kunststoff oder einem metallischen Gleitlagerwerkstoff, der mit dem Metall des Ecklagerbolzens einen schmiermittelfreien Einsatz erlaubt. Das weitere Lager ist bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung einstückig mit der Lagerbüchse ausgebildet. Die das weitere Lager bildende Partie der Lagerbüchse ragt geringfügig über dem entsprechenden Schenkel des flügelseitigen Winkelstücks hinaus um eine sichere Auflage auf dem Abstützpartner zu gewährleisten, In weiter bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung weist das flügelseitige Winkelstück einen Höhenverstellmechanismus für die Lagerbüchse auf, der bevorzugt eine auf die dem rahmenseitigen Winkelstück abgewandte Seite der Lagerbüchse einwirkende Stellschraube umfasst.

Das Ecklager weist in vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung zwei miteinander gelenkig verbundene, zwischen dem flügelseitigen Winkelstück und dem rahmenseitigen Winkelstück angeordnete flügelseitige und rahmenseitige Steuerungslaschen auf, die zusammen einen scherenartigen Ausstellmechanismus bilden. Dabei stützt sich die weitere Lagerstelle gleitend auf einer dem flügelseitigen Winkelstück zugewandten Oberfläche der flügelseitigen Steuerungslasche ab.

Zur weiteren Verbesserung der Kraftableitung von dem flügelseitigen Winkelstück auf das rahmenseitige Winkelstück kann zwischen den zwei Steuerungslaschen ein Gleitkörper, vorzugsweise aus Kunststoff oder einem metallischen Gleitlagerwerkstoff, angeordnet sein. In weiterer Folge des Kraftflusses kann auch ein erstes Drehgelenk, dass die rahmenseitige Steuerungslasche und das rahmenseitige Winkelstück miteinander verbindet mit einer zwischen diesen Teilen angeordneten Scheibe, vorzugsweise aus Kunststoff, versehen sein. Es ergibt sich so eine kraftleitende Abfolge von Kunststoff-Metallpaarungen, die in der Lage sind, Flügelgewichte bis 200 kg oder mehr aufzunehmen.

Der mit Hilfe der Steuerungslaschen gebildete scherenartige Aufstellmechanismus weist zweckmäßig ein im Abstand von dem ersten Drehgelenk angeordnetes zweites Drehgelenk auf. Die Steuerungslaschen weisen zweckmäßig an dem ersten Drehgelenk gegenüberliegenden Endbereichen angeordnete, durch Niete gebildete Lagerbolzen auf, die in langlochartigen Ausnehmungen in den flügelseitigen Winkelstück und dem rahmenseitigen Winkelstück verschiebbar angeordnet sind.

In weiter bevorzugter Ausgestaltung des Beschlags ist die Schere als getrennte Baueinheit von dem Scherenlager ausgebildet. Dies wirkt sich vorteilhaft auf die Lagerhaltung aus, da dann lediglich jeweils spiegelsymmetrisch ausgebildete Scherenlager für einen Rechts- oder Linksanschlag sowie drei Varianten von Scheren, die sich hinsichtlich ihrer Länge unterscheiden, vorgehalten werden müssen. Für die sechs denkbaren Variationen aus zwei Scherenlagern und drei Scheren werden damit lediglich fünf Komponenten benötigt. Bei den bekannten einteiligen Scheren und Scherenlagern werden hingegen sechs unterschiedliche Bauteile gebraucht. Die erforderliche Verbindung zwischen dem Scherenlager und der Schere erfolgt vorteilhaft über einen Rastmechanismus.

Eine vorteilhafte Vereinfachung beim Zusammenbau des Beschlags wird in weiterer Ausgestaltung der Erfindung dadurch erreicht, dass Nietbolzen, die die Steuerungslaschen miteinander und mit den Winkelstücken verbindende Lagerbolzen bilden, sämtlich von einer Richtung her vernietet werden. Ein Umspannen des Beschlags in der Nietmaschine ist damit nicht erforderlich.

In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung weist der Beschlag einen Stellkeil auf, der eine Horizontaljustierung des Flügels des Fensters oder der Tür ermöglicht und der reversibel zwischen einem Vertikalschenkel des flügelseitigen Winkelstücks und einem an den Flügel angeordneten Kernstück angeordnet ist. Eine erste Position der Horizontaljustierung wird durch gänzliches Weglassen des Stellkeils erreicht, zwei weitere Positionen der Horizontaljustierung die sich beispielsweise von der ersten Position um jeweils 1 mm unterscheiden, werden durch Einsetzen des Stellkeils in den zwei möglichen unterschiedlichen Orientierungen erreicht.

Im Folgenden wird die Erfindung anhand eines in der Zeichnung in schematischer Weise dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen

1 ein Scherenlager und ein Ecklager eines verdeckt angeordneten Beschlags als Explosionsdarstellung;

2a und b das Ecklager im Schnitt und in Seitenansicht im geschlossenen Zustand;

3a bis c die Horizontaleinstellung des Flügels mittels eines Verstellungskeils;

4 die Horizontaleinstellung des Flügels gemäß 3 als Explosionsdarstellung;

5a und b ein Scherenlager und eine Schere des Beschlags.

Der in der Zeichnung dargestellte Beschlag umfasst ein in 1 dargestelltes Ecklager 10, das im unteren Bereich eines Fenster- oder Türrahmens zu montieren ist, und ein Scherenlager 12, das auf der gleichen Rahmenseite in dessen oberem Bereich zu montieren ist.

Das Ecklager 10 besteht im Wesentlichen aus einem ersten, rahmenseitigen Winkelstück 14 und einem zweiten, flügelseitigen Winkelstück 16, die über einen Gelenkmechanismus miteinander verbunden sind. Die Winkelstücke 14 und 16 dienen zur Befestigung des Ecklagers 10 in den Profilen des Flügels und des Rahmens. Das Winkelstück 14 ist als Blechbiegeteil aus Stahl gefertigt, während das Winkelstück 16 ein Gussteil aus Zink oder einem anderen Metall ist. Der Gelenkmechanismus umfasst ein erstes Laschenelement 18, dessen eines Ende mittels eines als Drehgelenk fungierenden Niets 20 mit dem Winkelstück 14 verbunden. Das andere Ende des Laschenelements 18 ist mittels eines Kopfniets 22 in einem Langloch 24 in einem Horizontalschenkel 26 des Winkelstücks 16 verschieblich geführt. Ein zweites Laschenelement 28 ist an einer Lagerstelle 30 mittels eines als Drehgelenk fungierenden Niets 32 mit dem ersten Laschenelement 18 drehbar verbunden. Die Lagerstelle 30 ist zwischen den Nieten 20 und 22 angeordnet. Das zweite Laschenelement 28 ist an einem Endbereich mittels eines Niets 34 drehbar und verschieblich in einem Langloch 40 in einem horizontal ausgerichteten Schenkel 36 des Winkelstücks 14 geführt, während der andere Endbereich des Laschenelements 28 einen im Wesentlichen senkrecht nach oben über das Laschenelement 28 überstehenden Ecklagerbolzen 38 trägt. Der Ecklagerbolzen 38 greift in eine nach unten weisende, ein Gleitlager bildende Öffnung 42 (2a) ein und ist das primäre Kraftübertragungselement zwischen dem Flügel und dem Rahmen.

Da das Ecklager 10 für besonders schwere Flügelvarianten ausgelegt ist, sind weitere Maßnahmen für die Kraftübertragung getroffen, die den Kern der vorliegenden Erfindung darstellen. So ist in eine Ausnehmung 44 (2a) im unteren Bereich des vertikal ausgerichteten Schenkels 46 eine Lagerbüchse 48 aus einem Gleitlagerwerkstoff wie Kunststoff oder einem metallischen Gleitlagerwerkstoff angeordnet, die einerseits die Öffnung 42 zur Aufnahme des Ecklagerbolzens 38 aufweist, die andererseits dazu eine über das Ende des Schenkels 46 überstehende Gleitfläche 50 (2a) aufweist, die auf der glatten Oberfläche des Laschenelements 28 aufliegt und so neben dem Ecklagerbolzen 38 ein weiteres, kraftübertragendes Lager bildet. Dieses Lager gleitet beim schwenkenden Öffnen und Schließen des Flügels (nicht beim Kippen) auf einem Kreisbogen um die Vertikalachse des Ecklagerbolzens 38 auf der Oberfläche des Laschenelements 28.

Eine weitere Maßnahme zur Verbesserung der Kraftübertragung zwischen dem Flügel und dem Rahmen wird durch einen Gleitkörper 52 erreicht, der mittels einer Mehrzahl von Vorsprüngen in komplementären Vertiefungen an der Oberseite des Laschenelements 18 verdrehsicher angeordnet ist. Die glatte Oberfläche des Gleitkörpers 52 steht geringfügig, weniger als etwa 1mm, über die Oberfläche des Laschenelements 18 über und bildet eine Auflagerfläche für die Unterseite des zweiten Laschenelements 28, so dass dieses spaltfrei mit dem Gleitkörper 52 in Gleitkontakt steht und darüber mit dem ersten Laschenelement 18 einem Kraftübertragungspfad bildet. Der Gleitkörper 52 besteht wie die Lagerbüchse 48 aus einem Kunststoff oder einem metallischen Gleitlagerwerkstoff. Sowohl die Lagerbüchse 48 als auch der Gleitkörper 52 ermöglichen damit eine langandauernde, schmiermittelfreie oder -arme Verwendung des Ecklagers 10.

Als dritte Maßnahme zur Verbesserung der Kraftübertragung zwischen dem Flügel und dem Rahmen im Schwenkbetrieb des Flügels ist zwischen der Unterseite des ersten Laschenelements 18 und der Oberseite des horizontal ausgerichteten Schenkels 36 des Winkelstücks 14 eine Scheibe 54 angeordnet, die als Lochscheibe ausgebildet ist und den als Drehgelenk fungierenden Niet 20 ringartig umschließt. Die Scheibe 54 besteht wie die Lagerbüchse 48 und der Gleitkörper 52 aus einem Kunststoff oder einem metallischen Gleitlagerwerkstoff. Die Scheibe 54 ermöglicht ein reibungsarmes, an dieser Stelle spaltfreies Verschwenken der zwei Laschenelemente 18, 28 gegeneinander und bildet damit einen weiteren Kraftübertragungspfad zwischen dem Flügel und dem Rahmen.

Die Anordnung und Befestigung der Winkelstücke 14, 16 an bzw. in den zugeordneten Profilen des Flügels und des Rahmens erfolgt mit den allseits bekannten Mitteln und Bauteilen und braucht daher hier nicht näher erläutert werden. Neu ist jedoch, dass sämtliche Nietverbindungen werkzeugmäßig in einer Ecklagerlage ausgeführt werden, so dass das Ecklager 10 während des Nietvorgangs nicht bezüglich des Werkzeugs in seiner Orientierung verändert werden muss, wodurch dieser Herstellungsvorgang effizienter und präziser als bisher ausgeführt wird.

Das im oberen Teil der 1 dargestellte Scherenlager 12 ist von der Schere getrennt ausgebildet. Das Scherenlager zusammen mit der Schere ist in 6 dargestellt. Das Scherenlager 12 umfasst ein Winkelstück 56 zur Montage am Rahmen und einen Schwenkmechanismus zur Kopplung mit der am Flügel angeordneten Schere. Der Schwenkmechanismus weist zwei Laschenelemente 58 und 60 und ein Koppelelement 62 (zur Verbindung mit der Schere) auf, sämtlich vorzugsweise als Blechbiegeteile aus Stahl gefertigt, die ähnlich wie beim Ecklager 10 über Niete 64, 66, 68, 70 und 72 die jeweiligen Teile drehgelenkig und/oder verschieblich miteinander verbinden. Beachtenswert ist hier, dass sämtliche Vernietungen von der gleichen Seite her vorgenommen werden, also derart, dass das Scherenlager 12 beim Nietvorgang nicht im Werkzeug umgespannt werden muss. Die Wirtschaftlichkeit sowie die Präzision der Herstellung des Scherenlagers 12 wird dadurch erhöht.

2a und b zeigen eine Schnittdarstellung bzw. Seitenansicht des Ecklagers 10. Insbesondere aus 2b mit den herausgezogen dargestellten Komponenten Gleitkörper 52 und Scheibe 54 ist zusammen mit der Lagerbüchse 48 gut zu erkennen, dass mit den erfindungsrelevanten Maßnahmen ein ununterbrochener Kraftübertragungspfad zwischen den Winkelstücken 14 und 16 und somit zwischen dem Flügel und dem Rahmen geschaffen wird. Das Ecklager 10 ist damit hoch belastbar.

Da eine toleranzfreie Herstellung und Montage des Flügels nicht wirtschaftlich möglich ist, ist in den 3 und 4 eine Anordnung zur Horizontalverstellung des Flügels gegenüber dem Rahmen dargestellt. Flügel und Rahmen sind dort mit 74 bzw. 76 bezeichnet. Die Verstellung wird über einen Verstellungskeil 78 bewerkstelligt, der in zwei um 180° gegeneinander verdrehten Stellungen zwischen Ecklager 10 und Flügel 74 eingesetzt werden kann und so ausgebildet ist, dass er in der in 3b gezeigten Einbauorientierung eine Nullstellung definiert gegenüber der der Flügel 74 durch die andere Orientierung des Verstellungskeils 78 (3c) um 1 mm in die eine Richtung und durch Weglassen des Verstellungskeils 78 (3a) um 1 mm in die entgegengesetzte Richtung verstellt werden kann. Derartige Verstellungskeile sind zwar grundsätzlich bekannt, wiesen früher jedoch zu Lasten der Stärke des vertikalen Schenkels 46 des Winkelstücks 16 eine Dicke von etwa 5 mm auf. Durch die besondere geometrische Gestaltung des hier gezeigten Verstellungskeils 78 ist dessen Dicke auf etwa 2 mm reduziert, so dass der Schenkel 46 entsprechend massiver ausgeführt werden kann, was wiederum der Belastbarkeit des Ecklagers 10 förderlich ist. In 4 ist der Verstellungskeil 78 lediglich zur Veranschaulichung in den zwei um 180° verdrehten Einbaustellungen gezeigt. Selbstverständlich wird zur Verstellung des Flügels 74 jeweils nur ein Exemplar des Verstellungskeils 78 verwendet.

5a zeigt das Scherenlager 12 und die Schere 80, die im Unterschied zu herkömmlichen Konstruktionen als separate Bauteile ausgebildet sind. Wie eingangs beschrieben wird hierdurch eine Teileredundanz im Umfang der mit symmetrischen Scherenlagern verwendbaren Scheren in drei Längenausführungen geschaffen. Die Wirkverbindung zwischen Scherenlager 12 und Schere 80 wird, wie aus 5b ersichtlich, durch Haken 82, 82' am Scherenarm 84 geschaffen, die in entsprechende Durchbrechungen 86, 86' am Koppelelement 62 des Scherenlagers 12 eingehängt werden. Um ein ungewolltes Lösen dieser Verbindung zu verhindern, ist zusätzlich eine am Scherenarm 84 angeordnete Sicherungsklammer 88 vorgesehen, die bei korrekter Verbindung zwischen dem Scherenlager 12 und der Schere 80 hör- und sichtbar jenseits vom freien Ende der Scherenlagerverbindungslasche einrastet, zur Demontage jedoch leicht mit einfachem Werkzeug, beispielsweise einem Schraubendreher, ausgehebelt werden kann.

Zusammenfassend ist folgendes festzuhalten: Die Erfindung betrifft einen Beschlag, insbesondere einen verdeckt liegenden Beschlag, für einen Rahmen 76 und mindestens einen Flügel 74 aufweisende Fenster und Türen, umfassend einen aus mindestens einem Ecklager 10 und mindestens einem Scherenlager 12 bestehenden Bandbeschlag, mindestens eine in einem oberen, horizontalen Holm des mindestens einen Flügels 74 angeordnete, mit dem mindestens einen Scherenlager 12 gekoppelte Schere 80, mindestens einen die Ent- und Verriegelung des Flügels 74 ermöglichenden Verriegelungsbeschlag und mindestens eine Betätigungsvorrichtung zur Betätigung des Verriegelungsbeschlags, wobei das Ecklager 10 ein rahmenseitiges Winkelstück 14 und ein flügelseitiges Winkelstück 16 aufweist und wobei das flügelseitige Winkelstück 16 eine Lagerstelle für einen Ecklagerbolzen 38 aufweist. Um die Belastbarkeit des Ecklagers 10 durch besonders schwere Flügel 74 zu erhöhen, wird gemäß der Erfindung vorgeschlagen, dass das flügelseitige Winkelstück 16 in einem seitlichen Abstand zur Lagerstelle für den Ecklagerbolzen 38 ein weiteres Lager 50 aufweist.