Title:
ZWEIKOMPONENTEN-DRUCKFARBEN MIT REAKTIVEN LATICES FÜR INDIREKTES DRUCKEN
Kind Code:
A1


Abstract:

Eine Druckfarbe umfasst einen ersten reaktiven Latex mit einer ersten vernetzbaren Funktionsgruppe und einen zweiten reaktiven Latex mit einer zweiten vernetzbaren Funktionsgruppe, wobei der erste reaktive Latex mit dem zweiten reaktiven Latex umgesetzt werden kann, um in Kontakt miteinander eine vernetzte Polymermatrix zu bilden, worin der erste reaktive Latex und der zweite reaktive Latex nicht in Kontakt miteinander stehen, und wobei diese zum Verwenden in einem indirekten Druckverfahren geeignet ist, und ein Verfahren zum Drucken unter Verwendung der Druckfarbe.




Inventors:
Chopra, Naveen (Ontario, Oakville, CA)
Vanbesien, Daryl W. (Ontario, Burlington, CA)
Keoshkerian, Barkev (Ontario, Thornhill, CA)
Chrétien, Michelle N. (Ontario, Mississauga, CA)
Breton, Marcel P. (Ontario, Mississauga, CA)
Belelie, Jennifer L. (Ontario, Oakville, CA)
Eliyahu, Jenny (Ontario, Maple, CA)
Application Number:
DE102014221982A
Publication Date:
04/30/2015
Filing Date:
10/28/2014
Assignee:
Xerox Corporation (Conn., Norwalk, US)
International Classes:



Attorney, Agent or Firm:
Grünecker Patent- und Rechtsanwälte PartG mbB, 80802, München, DE
Claims:
1. Zweikomponenten-Druckfarbe für die Verwendung in einem indirekten Druckverfahren, umfassend:
einen ersten reaktiven Latex mit einer ersten vernetzbaren Funktionsgruppe; und
einen zweiten reaktiven Latex mit einer zweiten vernetzbaren Funktionsgruppe, wobei das erste reaktive Latex mit dem zweiten reaktiven Latex umgesetzt werden kann, um bei Kontakt miteinander eine vernetzte Polymermatrix zu bilden, wobei der erste reaktive Latex und der zweite reaktive Latex nicht in Kontakt miteinander stehen; und wobei ferner die gesamten reaktiven Latices in einer Menge von etwa 3 bis etwa 20 Gewichtsprozent basierend auf dem Gesamtgewicht der Druckfarbe vorliegen.

2. Druckfarbe nach Anspruch 1, wobei die vernetzte Polymermatrix ausgewählt ist
aus der Gruppe, bestehend aus einem Polyurethan, einem Phenolmethanal,
einem Harnstoff-Formaldehyd, einem Melamin-Formaldehyd und einem Epoxid.

3. Druckfarbe nach Anspruch 2, wobei einer der ersten und zweiten reaktiven Latices Polyol umfasst und der andere der ersten und zweiten reaktiven Latices Diisocyanat umfasst.

4. Druckfarbe nach Anspruch 2, wobei einer der ersten und zweiten reaktiven Latices Phenol umfasst und der andere der ersten und zweiten reaktiven Latices Methanal umfasst.

5. Druckfarbe nach Anspruch 2, wobei einer der ersten und zweiten reaktiven Latices Harnstoff umfasst und der andere der ersten und zweiten reaktiven Latices Formaldehyd umfasst.

6. Druckfarbe nach Anspruch 2, wobei einer der ersten und zweiten reaktiven Latices Melamin umfasst und der andere der ersten und zweiten reaktiven Latices Formaldehyd umfasst.

7. Druckfarbe nach Anspruch 2, wobei das Molverhältnis des ersten reaktiven Latex und des zweiten reaktiven Latex zwischen etwa 0,5:1 bis etwa 2:1 beträgt.

8. Druckfarbe nach Anspruch 1, ferner umfassend ein Befeuchtungsmittel.

9. Indirektes Drucksystem, umfassend:
ein Zwischenaufnahmeelement zur Aufnahme ausgestoßener Druckfarbe;
eine Halteanordnung zum Halten einer Zweikomponenten-Druckfarbe benachbart zum Zwischenaufnahmeelement, wobei die Zweikomponenten-Druckfarbe eine erste Komponente, die einen ersten reaktiven Latex mit einer ersten vernetzbaren Funktionsgruppe umfasst, und eine zweite Komponente umfasst, die einen zweiten reaktiven Latex einer zweiten vernetzbaren Funktionsgruppe umfasst, und die Halteanordnung ferner einen ersten Behälter zum Halten der ersten Komponente und einen zweiten Behälter zum Halten der zweiten Komponente umfasst;
eine oder mehrere Tintenstrahldüsen, die in Kontakt mit dem ersten und zweiten Behälter zum Ausstoßen der Zweikomponenten-Druckfarbe ausgebildet sind, so dass sowohl die erste als auch die zweite Komponente auf das Zwischenaufnahmeelement ausgestoßen und damit vermischt werden, um dem ersten reaktiven Latex mit dem zweiten reaktiven Latex umzusetzen, um eine vernetzte Polymermatrix zu bilden; und
eine Erwärmungsvorrichtung zum Erwärmen der vernetzten Polymermatrix.

10. Verfahren zum Drucken mit einer wässrigen Druckfarbe, umfassend:
a) Bereitstellen einer Zweikomponenten-Druckfarbe, umfassend einen ersten reaktiven Latex mit einer ersten vernetzbaren Funktionsgruppe und einen zweiten reaktiven Latex mit einer zweiten vernetzbaren Funktionsgruppe, wobei der erste reaktive Latex mit dem zweiten reaktiven Latex umgesetzt werden kann, um in Kontakt miteinander eine vernetzte Polymermatrix zu bilden, worin der erste reaktive Latex und der zweite reaktive Latex nicht in Kontakt miteinander stehen; und wobei ferner die gesamten reaktiven Latices in einer Menge von etwa 3 bis etwa 20 Gewichtsprozent basierend auf dem Gesamtgewicht der Druckfarbe vorliegen.
b) Auftragen des ersten reaktiven Latex über einen ersten Tintenstrahl auf ein Zwischensubstrat und Auftragen des zweiten reaktiven Latex über einen zweiten Tintenstrahl auf das Zwischensubstrat;
c) Umsetzen des ersten reaktiven Latex und des zweiten reaktiven Latex zum Bilden eines Druckfarbenfilms, der eine vernetzte Polymermatrix umfasst; und
d) Übertragen des Druckfarbenfilms von dem Zwischensubstrat auf ein Endsubstrat.

Description:

Die hierin offenbarten Ausführungsformen beziehen sich im Allgemeinen auf Zweikomponenten-Druckfarben-Zusammensetzungen, die einen ersten reaktiven Latex und einen zweiten reaktiven Latex für ein indirektes Druckverfahren umfassen, wobei ein indirektes Drucksystem die Druckfarbe davon einsetzt, sowie ein Druckverfahren.

Ein indirektes Druckverfahren ist ein Zweischritt-Druckverfahren, bei dem die Druckfarbe zunächst als Bild auf ein Zwischenaufnahmeelement (Trommel, Riemen, usw.) unter Verwendung eines Tintenstrahl-Druckkopfes aufgetragen wird. Die Druckfarbe benetzt das Zwischenaufnahmeelement und verteilt sich darauf, um ein transientes Bild zu bilden. Das transiente Bild durchläuft danach eine Änderung seiner Eigenschaften (z. B. teilweise oder vollständige Trocknung, Wärme- oder Lichthärtung, Gelieren, usw.) wonach das resultierende transiente Bild auf das Substrat übertragen wird.

Druckfarben, die für solche indirekten Druckverfahren geeignet sind, können so ausgestaltet und optimiert werden, dass sie mit verschiedenen Teilsystemen wie Ausstoß, Transfer, usw. kompatibel sind, die eine hohe Druckqualität bei hoher Geschwindigkeit ermöglichen. Typischerweise übertragen sich Druckfarben mit guter Benetzbarkeit nicht effizient auf ein Endsubstrat und Druckfarben mit effizienter Übertragung auf das Substrat benetzen das Zwischenaufnahmeelement nicht. Bis heute ist keine Druckfarbe im Handel erhältlich, die sowohl Benetzungs- als auch Übertragungsfunktionen ermöglicht.

Daher besteht ein Bedarf an der Entwicklung einer Druckfarbe, die sich für ein indirektes Druckverfahren eignet, und insbesondere besteht ein Bedarf an der Entwicklung einer Druckfarbe, die eine gute Benetzung des Zwischenaufnahmeelements zeigt und dazu fähig ist, sich effizient auf das Endsubstrat zu übertragen.

Gemäß den hierin dargestellten Ausführungsformen wird eine Zweikomponenten-Druckfarbe für die Verwendung in einem indirekten Druckverfahren bereitgestellt, die Folgendes umfasst: einen ersten reaktiven Latex mit einer ersten vernetzbaren Funktionsgruppe und einen zweiten reaktiven Latex mit einer zweiten vernetzbaren Funktionsgruppe, wobei der erste reaktive Latex mit dem zweiten reaktiven Latex umgesetzt werden kann, um bei Kontakt miteinander eine vernetzte Polymermatrix zu bilden, wobei der erste reaktive Latex und der zweite reaktive Latex nicht in Kontakt miteinander stehen; und wobei ferner die gesamten reaktiven Latices in einer Menge von etwa 3 bis etwa 20 Gewichtsprozent basierend auf dem Gesamtgewicht der Druckfarbe vorliegen.

Die vorliegenden Ausführungsformen stellen auch ein indirektes Drucksystem bereit, das ein Zwischenaufnahmeelement zum Aufnehmen von ausgestoßener Druckfarbe umfasst; eine Halteanordnung zum Halten eines Zweikomponenten-Druckfarbe benachbart zum Zwischenaufnahmeelement, wobei die Zweikomponenten-Druckfarbe eine erste Komponente, die einen ersten reaktiven Latex mit einer ersten vernetzbaren Funktionsgruppe umfasst, und eine zweite Komponente, die einen zweiten reaktiven Latex einer zweiten vernetzbaren Funktionsgruppe umfasst, umfasst und die Halteanordnung ferner einen ersten Behälter zum Halten der ersten Komponente und einen zweiten Behälter zum Halten der zweiten Komponente umfasst; eine oder mehrere Tintenstrahldüsen, die in Kontakt mit dem ersten und zweiten Behälter zum Ausstoßen der Zweikomponenten-Druckfarbe ausgebildet sind, sodass sowohl die erste als auch die zweite Komponente auf das Zwischenaufnahmeelement ausgestoßen und damit vermischt werden, um den ersten reaktiven Latex mit dem zweiten reaktiven Latex umzusetzen, um eine vernetzte Polymermatrix zu bilden.

In bestimmten Ausführungsformen wird ein indirektes Drucksystem bereitgestellt, das ein Zwischenaufnahmeelement zum Aufnehmen von ausgestoßener Druckfarbe umfasst; eine Halteanordnung zum Halten einer Zweikomponenten-Druckfarbe benachbart zum Zwischenaufnahmeelement, wobei die Zweikomponenten-Druckfarbe eine erste Komponente, die einen ersten reaktiven Latex mit einer ersten vernetzbaren Funktionsgruppe umfasst, und eine zweite Komponente, die einen zweiten reaktiven Latex einer zweiten vernetzbaren Funktionsgruppe umfasst, umfasst und die Halteanordnung ferner einen ersten Behälter zum Halten der ersten Komponente und einen zweiten Behälter zum Halten der zweiten Komponente umfasst; eine oder mehrere Tintenstrahldüsen, die in Kontakt mit dem ersten und zweiten Behälter zum Ausstoßen der Zweikomponenten-Druckfarbe ausgebildet sind, sodass sowohl die erste als auch die zweite Komponente auf das Zwischenaufnahmeelement ausgestoßen und damit vermischt werden, um den ersten reaktiven Latex mit dem zweiten reaktiven Latex umzusetzen, um eine vernetzte Polymermatrix zu bilden.

1 ist eine Diagrammdarstellung eines Abbildungselements gemäß den vorliegenden Ausführungsformen zum Anwenden eines Übertragungs- und Aushärtungsverfahrens in zwei Schritten in einem indirekten Drucksystem.

Wie hierin verwendet, bezieht sich der Ausdruck ”Viskosität” auf eine komplexe Viskosität, die das typische Maß ist, das von einem mechanischen Rheometer bereitgestellt wird, das eine Probe einer gleichbleibenden Scherdehnung oder einer Sinusverformung mit geringer Amplitude aussetzen kann. Bei dieser Art von Instrument wird die Scherdehnung von dem Bediener an den Motor angelegt, und die Verformung der Probe (Drehmoment) von dem Transducer gemessen. Beispiele für solche Instrumente sind das Rheometrics Fluid-Rheometer RFS3 oder das mechanische Spektrometer ARES, die beide von Rheometrics, einer Abteilung von TA Instruments, hergestellt werden.

Hierin offenbart wird eine Zweikomponenten-Druckfarbe, die eine erste Komponente, die einen reaktiven Latex mit einer ersten vernetzbaren Funktionsgruppe umfasst, und eine zweite Komponente umfasst, die einen zweiten reaktiven Latex mit einer zweiten vernetzbaren Funktionsgruppe umfasst, die für ein indirektes Druckverfahrenoder indirekte Tintenstrahlanwendungen geeignet ist. Die Druckfarbe der vorliegenden Ausführungsformen kann die erforderliche Oberflächenspannung (im Bereich von 15–50 mN/m), Viskosität (im Bereich von 3–20 cps) und Teilchengröße (< 600 nm) für die Verwendung in einem (z. B. piezoelektrischen) Tintenstrahldruckkopf besitzen.

In Ausführungsformen weist die Druckfarbe eine Oberflächenspannung von etwa 15 mN/m bis etwa 50 mN/m, zum Beispiel von etwa 20 mN/m bis etwa 40 mN/m, oder von etwa 20 mN/m bis etwa 30 mN/m auf. Die Oberflächenspannung kann mit einem Tensiometerinstrument gemessen werden, wie dem von Krüss.

In Ausführungsformen weist die Druckfarbe bei Strahltemperatur eine Viskosität von etwa 2 cps bis etwa 20 cps, zum Beispiel von etwa 3 cps bis etwa 15 cps oder von etwa 4 cps bis etwa 12 cps auf. In bestimmten Ausführungsformen werden die Druckfarbenzusammensetzungen bei Temperaturen von weniger als etwa 100°C aufgesprüht, wie von etwa 25°C bis etwa 100°C oder von etwa 30°C bis etwa 95°C wie von etwa 30°C bis etwa 90°C.

In Ausführungsformen weist die Druckfarbe eine durchschnittliche Tröpfchengröße von weniger als etwa 600 nm auf, zum Beispiel von etwa 25 nm bis etwa 500 nm oder von etwa 50 nm bis etwa 300 nm. Die Tröpfchengröße kann durch dynamische Lichtstreuung bestimmt werden.

1 offenbart eine Diagrammdarstellung eines Abbildungssystems gemäß den vorliegenden Ausführungsformen zum Aufbringen einer Übertragung in zwei Schritten, wobei eine Druckfarbe der vorliegenden Offenbarung auf eine Zwischenübertragungsoberfläche zur nachfolgenden Übertragung auf ein Aufnahmesubstrat gedruckt wird. Während des indirekten Druckverfahrens wird die Druckfarbe der vorliegenden Ausführungsformen 2 auf eine Zwischenaufnahmeelement 4 über zwei Tintenstrahlen 1a und 1b aufgesprüht und darauf verteilt. Die Druckfarbe der vorliegenden Ausführungsformen umfasst zwei reaktive Latices, wobei der erste reaktive Latex 2a über Tintenstrahl 1a aufgesprüht wird und der zweite reaktive Latex 2b über Tintenstrahl 1b aufgesprüht wird. Der erste und der zweite reaktive Latex können auf ein Zwischenaufnahmeelement 4 aufgebracht werden und danach auf dem Zwischenaufnahmeelement 4 miteinander vermischt werden. Das Zwischenaufnahmeelement 4 kann in Form einer Trommel bereitgestellt werden, wie in 1 dargestellt, kann aber auch als Bahn, Tiegel, Band, Riemen oder mit einer anderen geeigneten Ausgestaltung bereitgestellt werden.

Mit erneutem Bezug auf 1 kann die Druckfarbe der vorliegenden Ausführungsformen 2, die eine Mischung aus der ersten und der zweiten reaktiven Komponente 2a und 2b enthält, von einer Erwärmungsvorrichtung 3 zum Entfernen des Wassergehalts (teilweise oder vollständig) in dem Druckfarbenträgerstoff der Druckfarbe 2 erwärmt werden und die reaktiven Komponenten miteinander umgesetzt werden, um eine vernetzte Matrix zu bilden. Die vernetzte Matrix kann während und/oder nach dem Verdampfen des Wassergehalts aus dem Druckfarbenträgerstoff der Druckfarbe 2 gebildet werden. Der restliche Wasseranteil des Druckfarbenträgerstoffs kann, wenn vorhanden, weiterhin mithilfe von Wärme aus der Erwärmungsvorrichtung 3 entfernt werden, wodurch ein fester Druckfarbenfilm (Druckfarbenbild 8) zurückbleibt. Das Druckfarbenbild 8 wird dann von dem Zwischenaufnahmeelement 4 auf das Endaufnahmesubstrat 10 übertragen. Die Übertragung des Druckfarbenbildes kann per Kontakt unter Druck durchgeführt werden. Die Bildrobustheit ist insbesondere bei Verpackungsanwendungen wie z. B. beim Zusammenfalten von Karton wichtig.

Eine Druckfarbe, die für ein indirektes Druckverfahren geeignet ist, sollte das Zwischenaufnahmeelement 4 benetzen können, um die Bildung des transienten Bildes 2 zu ermöglichen, und eine stimulusinduzierte Veränderung seiner Eigenschaften durchlaufen, um Bild 8 zu bilden, um die Freigabe von dem Zwischenaufnahmeelement 4 in dem Übertragungsschritt zu ermöglichen.

Reaktive Latices

Die Druckfarbe der vorliegenden Ausführungsformen umfasst zwei Komponenten, wobei eine der Komponenten einen ersten reaktiven Latex mit einer ersten vernetzbaren Funktionsgruppe aufweist und die andere einen zweiten reaktiven Latex mit einer zweiten vernetzbaren Funktionsgruppe aufweist. Die zwei Komponenten können so verpackt sein, dass sie nicht in Kontakt miteinander sind. Jede Komponente weist ein reaktives Material auf, das eine Vernetzung oder Poymerisation durchlaufen kann, wenn es mit der anderen Komponente vermischt wird. Des Weiteren kann jede der reaktiven Komponenten eine Reaktion in Kontakt mit der kontinuierlichen Emulsionsphase (dem Wasser) durchlaufen, um eine dünne Beschichtung oder Haut innerhalb der Emulsion zu bilden, wobei eine weitere Reaktionen stattfinden kann, wenn die zwei emulgierten Komponenten miteinander vermischt werden und mechanischer Druck angelegt wird, um die schützenden Hautschichten, die jedes emulgierte Tröpfchen der reaktiven Komponente umgeben, ”aufzubrechen”. Das erste reaktive Latex kann mit dem zweiten reaktiven Latex zum Bilden einer vernetzten Polymermatrix bei Kontakt miteinander umgesetzt werden. Die vernetzte Polymermatrix kann ein Polyurethan, ein Phenol-Methanal, ein Harnstoff-Formaldehyd, ein Melamin-Formaldehyd oder ein Epoxid sein.

Das Molverhältnis des ersten reaktiven Latex zum zweiten reaktiven Latex kann durchgehend zwischen etwa 0,5:1 bis etwa 2:1, von etwa 0,5:1 bis etwa 1:1 oder von etwa 1:1 bis etwa 2:1 variieren.

Polyurethan

In Ausführungsformen weist das vernetzte Polymer ein Polyurethan auf. Eines der ersten und zweiten reaktiven Latices kann ein Polyol aufweisen und das andere der ersten und zweiten reaktiven Latices kann ein Diisocyanat aufweisen.

Beispiele von Polyol sind Alkylenglycol wie Ethyelnglycol, Di-, Tri-, Tetra-, Penta-Ethylenglycol und höhere (Poly)ethylenglycole. Auch Proplyenglycol, Di-, Tri-, Tetra-, Penta-Ethylenglycol oder Mischungen davon. In einer Ausführungsform umfasst das Polyol Diethylen-Glycol. In einer Ausführungsform umfasst das Polyol Alkylengycol, zum Beispiel Methylenglycol, Ethylenglycol, Propylenglycol oder dergleichen. Die Alkylengruppe des Alkylenglycols kann substituiert oder nicht substituiert sein. In Ausführungsformen kann das Alkylenglycol mit einem niedrigeren Alkyl substituiert sein, das etwa 1 bis etwa 5 Kohlenstoffatome umfasst.

Beispiele des Diisocyanats umfassen aliphatische oder aromatische Diisocyanate. Das aliphatische Diisocyanat kann etwa 1 bis etwa 20 Kohlenstoffatome, von etwa 3 bis etwa 15 Kohlenstoffatome, von etwa 2 bis etwa 8 Kohlenstoffatome enthalten. Das aliphatische Diisocyanat kann etwa 1 bis etwa 20 Kohlenstoffatome, von etwa 3 bis etwa 15 Kohlenstoffatome, von etwa 2 bis etwa 8 Kohlenstoffatome enthalten. In Ausführungsformen kann das Diisocyanat 2,4-TDI (2,4-Toluol-Diisocyanat), HDI (1,6-Hexamethylendiisocyanat) oder TMHDI (ein Gemisch aus 2,4,4- und 2,2,4-Trimethylhexamethylen-Diisocyanatisomeren) oder eine Mischung davon sein.

Schema 1 unten veranschaulicht die Bildung einer vernetzten Polyurethanpolymermatrix gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Offenbarung. Schema 1

Phenol-Methanal

In Ausführungsformen umfasst die vernetzte Polymermatrix ein Phenol-Methanal. Eines der ersten und zweiten reaktiven Latices kann Phenol aufweisen und das andere der ersten und zweiten reaktiven Latices kann ein Methanal aufweisen. Das Molverhältnis zwischen Phenol und Methanal kann durchgehend zwischen etwa 0,5:1 bis etwa 2:1, von etwa 0,5:1 bis etwa 1:1 oder von etwa 1:1 bis etwa 2:1 variieren. Schema 2 unten veranschaulicht die Bildung einer vernetzten Phenol-Methanal-Polymermatrix gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Offenbarung. Schema 2

Harnstoff-Formaldehyd

In Ausführungsformen umfasst die vernetzte Polymermatrix ein Harnstoff-Formaldehyd. Eines der ersten und zweiten reaktiven Latices kann Harnstoff aufweisen und das andere der ersten und zweiten reaktiven Latices kann Formaldehyd aufweisen. Das Molverhältnis zwischen Harnstoff und Formaldehyd kann durchgehend zwischen etwa 0,5:1 bis etwa 2:1, von etwa 0,5:1 bis etwa 1:1 oder von etwa 1:1 bis etwa 2:1 variieren. Schema 3 unten veranschaulicht die Bildung einer vernetzten Harnstoff-Formaldehyd-Polymermatrix gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Offenbarung. Schema 3

Melamin-Formaldehyd

In Ausführungsformen umfasst die vernetzte Polymermatrix ein Melamin-Formaldehyd. Eines der ersten und zweiten reaktiven Latices kann Melamin aufweisen und das andere der ersten und zweiten reaktiven Latices kann Formaldehyd aufweisen. Das Molverhältnis zwischen Melamin und Formaldehyd kann durchgehend zwischen etwa 0,5:1 bis etwa 2:1, von etwa 0,5:1 bis etwa 1:1 oder von etwa 1:1 bis etwa 2:1 variieren. Schema 4 unten veranschaulicht die Bildung einer vernetzten Melamin-Formaldehyd-Polymermatrix gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Offenbarung. Schema 4

Epoxide

In Ausführungsformen wird die vernetzte Polymermatrix aus der Reaktion eines Epoxids (auch als Oxiran bekannt) mit verschiedenen Nucleophilen wie Hydroxid, Amin und Carbonsäure-Funktionsgruppen abgeleitet. Beispiele für geeignete Epoxide umfassen:

Beispiele für Reaktionen zwischen Aminen und Epoxiden schließen die in Schema 5a dargestellte Reaktion ein. Schema 5a

Schemata 5b und 5c zeigen die Bildung eines vernetzten Epoxidharzes durch Umsetzen der Epoxidgruppen mit einer Carboxyl- oder Hydroxidgruppe, die in Polymeren Poly(Styrol-Butylacrylat-Methacrylsäure) vorkommt. Schema 5bSchema 5c

Die reaktiven Latices sind in einer Menge von insgesamt etwa 3 bis etwa 20 Gew.-%, von etwa 5 bis etwa 18 Gew.-% oder von etwa 10 bis etwa 15 Gew.-% basierend auf dem Gesamtgewicht der Druckfarbe vorhanden.

Co-Lösungsmittel

Die Druckfarbenzusammensetzungen können Wasser enthalten, oder ein Gemisch aus Wasser und einer wasserlöslichen oder wassermischbaren organischen Komponente, die als Co-Lösungsmittel, Befeuchtungsmittel oder dergleichen bezeichnet wird (im Folgenden Co-Lösungsmittel) wie Alkohole und Alkohol-Derivate, einschließlich aliphatischer Alkohole, aromatischer Alkohole, Diale, Glycolether, Polyglycolether, langkettiger Alkohole, primärer aliphatischer Alkohole, sekundärer aliphatischer Alkohole, 1,2-Alkohole, 1,3-Alkohole, 1,5-Alkohole, Ethylenglycol-Alkylether, Propylenglycol-Alkylether, methoxylierter Glycerine, ethoxylierter Glycerine, höherer Homologa von Polyethylenglycol-Alkylether und dergleichen, wobei spezifische Beispiele Ethylenglycol, Propylenglycol, Diethylenglycol, Glycerin, Dipropylenglycol, Polyethylenglycole, Polypropylenglycole, Trimethylolpropan, 1,5-Pentandiol, 2-Methyl-1,3-propandiol, 2-Ethyl-2-hydroxymethyl-1,3-propandiol, 3-Methoxybutanol, 3-Methyl-1,5-pentandiol, 1,3-Propandiol, 1,4-Butandiol, 2,4-Heptandiol und dergleichen einschließen; auch geeignet sind Amide, Ether, Harnstoffe, substituierte Harnstoffe wie Thioharnstoff, Ethylenharnstoff, Alkylharnstoff, Alkyl-Thioharnstoff, Dialkylharnstoff und Dialkylthioharnstoff, Carbonsäuren und ihre Salze wie 2-Methylpentansäure, 2-Ethyl-3-Propylacryl-Säure, 2-Ethyl-Hexansäure, 3-Ethoxypropansäure und dergleichen, Ester, Organosulfide, Organosulfoxide, Sulfone (wie Sulfolan), Carbitol, Butylcarbitol, Cellosolve, Ether, Tripropylenglycolmonomethylether, Etherderivate, Hydroxyether, Aminoalkohole, Ketone, N-Methylpyrrolidinon, 2-Pyrrolidinon, Cyclohexylpyrrolidon, Amide, Sulfoxide, Lactone, Polyelektrolyte, Methylulfonylethanol, Imidazol, 1,3-Dimethyl-2-imidazolidinon, Betain, Zucker wie beispielsweise 1-Desoxy-D-galactitol, Mannit, Inosit und dergleichen, substituierte und unsubstituierte Formamide, substituierte und unsubstituierte Acetamide und andere wasserlösliche oder wassermischbare Materialien sowie deren Mischungen. In Ausführungsformen wird das Co-Lösungsmittel aus der Gruppe, bestehend aus Ethylenglycol, N-Methylpyrrolidon, methoxyliertem Glycerin, ethoxyliertem Glycerin, sowie Mischungen davon ausgewählt. Wenn Mischungen aus Wasser und wasserlöslichen oder wassermischbaren organischen Flüssigkeiten als flüssiger Trägerstoff ausgewählt werden, liegt das Verhältnis von Wasser und organischer Flüssigkeit beliebig in jedem geeigneten oder gewünschten Verhältnisbereich von etwa 100:0 bis etwa 30:70 oder von 97:3 bis etwa 40:60 oder von etwa 95:5 bis etwa 60:40. Die Nicht-Wasser-Komponente des flüssigen Trägerstoffes dient im Allgemeinen als Befeuchtungsmittel oder Co-Lösungsmittel und weist einen höheren Siedepunkt als der von Wasser (100°C) auf. Die organische Komponente des Druckfarbenträgerstoffes kann auch dazu dienen, die Oberflächenspannung der Druckfarbe zu verändern, die Druckfarbenviskosität zu verändern, den Farbstoff zu lösen oder zu dispergieren und/oder die Trocknungseigenschaften der Druckfarbe zu beeinflussen.

In bestimmten Ausführungsformen ist Co-Lösungsmittel aus der Gruppe, bestehend aus Sulfolan, Methylethylketon, Isopropanol, 2-Pyrrolidinon, Polyethylenglycol und Mischungen davon ausgewählt.

Farbstoffe

Die Druckfarbenzusammensetzung hierin kann auch einen Farbstoff enthalten. Jeder geeignete oder gewünschte Farbstoff kann in den Ausführungsformen hierin verwendet werden, einschließlich Pigmente, Färbemittel, Färbemitteldispersionen, Pigmentedispersionen und Mischungen und Kombinationen davon.

Der Farbstoff kann in Form einer Farbstoffdispersion bereitgestellt werden. In Ausführungsformen weist die Farbstoffdispersion eine durchschnittliche Teilchengröße von etwa 20 bis etwa 500 Nanometern (nm), oder von etwa 20 bis etwa 400 nm oder von etwa 30 bis etwa 300 nm auf. In Ausführungsformen ist der Farbstoff ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus Färbemitteln, Pigmenten und Kombinationen davon, und wahlweise ist der Farbstoff eine Dispersion, die einen Farbstoff, wahlweise ein Tensid und wahlweise ein Dispergiermittel umfasst.

Wie erwähnt, kann jeder geeignete oder gewünschte Farbstoff in Ausführungsformen hierin ausgewählt werden. Der Farbstoff kann ein Färbemittel, ein Pigment oder eine Mischung davon sein. Beispiele für geeignete Färbemittel sind anionische Färbemittel, kationische Färbemittel, nichtionische Färbemittel, zwitterionische Färbemittel und dergleichen. Spezifische Beispiele für geeignete Färbemittel schließen Lebensmittelfarbstoffe, wie Food Black 1, Food Black 2, Food Red 40, Food Blue 1, Food Yellow 7 und dergleichen ein, FD- und C-Farbstoffe, Acid Black-Farbstoffe (Nr. 1, 7, 9, 24, 26, 48, 52, 58, 60, 61, 63, 92, 107, 109, 118, 119, 131, 140, 155, 156, 172, 194 und dergleichen), Acid Red-Farbstoffe (Nr. 1, 8, 32, 35, 37, 52, 57, 92, 115, 119, 154, 249, 254, 256 und dergleichen), Acid Blue-Farbstoffe (Nr. 1, 7, 9, 25, 40, 45, 62, 78, 80, 92, 102, 104, 113, 117, 127, 158, 175, 183, 193, 209 und dergleichen), Acid Yellow-Farbstoffe (Nr. 3, 7, 17, 19, 23, 25, 29, 38, 42, 49, 59, 61, 72, 73, 114, 128, 151 und dergleichen), Direct Black-Farbstoffe (Nr. 4, 14, 17, 22, 27, 38, 51, 112, 117, 154, 168 und dergleichen), Direct Blue-Farbstoffe (Nr. 1, 6, 8, 14, 15, 25, 71, 76, 78, 80, 86, 90, 106, 108, 123, 163, 165, 199, 226 und dergleichen), Direct Red-Farbstoffe (Nr. 1, 2, 16, 23, 24, 28, 39, 62, 72, 236 und dergleichen), Direct Yellow Farbstoffe (Nr. 4, 11, 12, 27, 28, 33, 34, 39, 50, 58, 86, 100, 106, 107, 118, 127, 132, 142, 157 und dergleichen), reaktive Färbemittel wie beispielsweise Reactive Red-Farbstoffe (Nr. 4, 31, 56, 180 und dergleichen), Reactive Black-Farbstoffe (Nr. 31 und dergleichen), Reactive Yellow-Farbstoffe (Nr. 37 und dergleichen); Anthrachinon-Farbstoffe, Monoazo-Farbstoffe, Disazo-Farbstoffe, Phthalocyanin-Derivate, einschließlich verschiedener Phthalocyanin-Sulfonatsalze, Aza(18)annulene, Formazan-Kupfer-Komplexe, Triphenodioxazine und dergleichen ein, sowie Mischungen davon.

Beispiele für geeignete Pigmente schließen schwarze Pigmente, weiße Pigmente, Cyan-Pigmente, Magentapigmente, Gelbpigmente oder dergleichen ein. Ferner können Pigmente organische oder anorganische Teilchen sein. Geeignete anorganische Pigmente schließen Ruß-Schwarz ein. Jedoch können andere anorganische Pigmente geeignet sein, wie Titanoxid, Kobaltblau (CoO-Al2O3), Chromgelb (PbCrO4) und Eisenoxid. Geeignete organische Pigmente sind beispielsweise Azo-Pigmente, einschließlich Diazo-Pigmente und Monoazo-Pigmente, polyzyklische Pigmente (z. B. Phthalocyanin-Pigmente wie Phthalocyaninblau und Phthalocyaningrün), Perylen-Pigmente, Perinon-Pigmente, Anthrachinon-Pigmente, Chinacridon-Pigmente, Dioxazin-Pigmente, Thioindigo-Pigmente, Isoindolinon-Pigmente, Pyranthron-Pigmente und Chinophthalon-Pigmente), unlösliche Farbstoffchelate (z. B. basische Farbstoffchelate und saure Farbstoffchelate), Nitro-Pigmente, Nitroso-Pigmente, Anthanthron-Pigmente wie PR168 und dergleichen. Repräsentative Beispiele von Phthalocyanin-Blau und -Grün sind Kupfer-Phthalocyanin-Blau, Kupfer-Phthalocyanin-Grün und deren Derivate (Pigment Blue 15, Pigment Green 7 und Pigment Green 36). Repräsentative Beispiele für Chinacridone sind Pigment Orange 48, Pigment Orange 49, Pigment Red 122, Pigment Red 192, Pigment Red 202, Pigment Red 206, Pigment Red 207, Pigment Red 209, Pigment Violet 19 und Pigment Violett 42. Repräsentative Beispiele für Anthrachinone sind Pigment Red 43, Pigment Red 194, Pigment Red 177, Pigment Red 216 und Pigment Red 226. Repräsentative Beispiele für Perylene sind Pigment Red 123, Pigment Red 149, Pigment Red 179, Pigment Red 190, Pigment Red 189 und Pigment Red 224. Repräsentative Beispiele für Thioindigoide sind Pigment Red 86, Pigment Red 87, Pigment Red 88, Pigment Red 181, Pigment Red 198, Pigment Violet 36 und Pigment Violet 38. Repräsentative Beispiele für heterozyklisches Gelb sind Pigment Yellow 1, Pigment Yellow 3, Pigment Yellow 12, Pigment Yellow 13, Pigment Yellow 14, Pigment Yellow 17, Pigment Yellow 65, Pigment Yellow 73, Pigment Yellow 74, Pigment Yellow 90, Pigment Yellow 110, Pigment Yellow 117, Pigment Yellow 120, Pigment Yellow 128, Pigment Yellow 138, Pigment Yellow 150, Pigment Yellow 151, Pigment Yellow 155 und Pigment Yellow 213. Solche Pigmente sind entweder als Pulver oder in Presskuchenform von mehreren Anbietern erhältlich, wie BASF Corporation, Engelhard Corporation und Sun Chemical Corporation. Beispiele für schwarze Pigmente, die verwendet werden können, sind Kohlenstoffpigmente. Das Kohlenstoffpigment kann fast jedes handelsübliche Kohlenstoffpigment sein, das eine annehmbare optische Dichte und Druckeigenschaften bereitstellt. Kohlenstoffpigmente, die zur Verwendung in dem vorliegenden System und Verfahren geeignet sind, sind Ruß, Graphit, glasiger Kohlenstoff, Holzkohle und Kombinationen davon, aber nicht darauf beschränkt. Solche Kohlenstoffpigmente können mit einer Vielzahl bekannter Verfahren hergestellt werden, wie einem Kanalverfahren, einem Kontaktverfahren, einem Ofenverfahren, einem Acetylen-Verfahren oder einem thermischen Verfahren, und sind im Handel von Anbietern wie Cabot Corporation, Columbian Chemicals Company, Evonik und E. I. DuPont de Nemours and Company erhältlich. Geeignete Rußpigmente sind Cabot-Pigmente wie MONARCH 1400 MONARCH 1300 MONARCH 1100 MONARCH 1000 MONARCH 900, 880 MONARCH, MONARCH 800, 700 MONARCH, CAB-O-JET 200, CAB-O-JET 300, REGAL, BLACK PEARLS, ELFTEX, MOGUL und VULCAN-Pigmente; Columbian-Pigmente wie RAVEN 5000 und Raven 3500; Evonik-Pigmente wie Color Black FW 200, FW 2, FW 2 V, FW 1, FW 18, FW S160, S170 FW, Special Black 6, Special Black 5, Special Black 4A, Special Black 4, PRINTEX U, PRINTEX 140U, PRINTEX V und PRINTEX 140V, aber nicht darauf beschränkt. Die obige Liste von Pigmenten beinhaltet unmodifizierte Pigmentteilchen, kleine molekülgebunde Pigmentteilchen und polymerdispergierte Pigmentteilchen. Es können auch andere Pigmente gewählt werden, sowie deren Mischungen. Die Pigmentteilchengröße ist so klein wie möglich, um eine stabile Kolloidalsuspension der Teilchen in dem flüssigen Trägerstoff zu ermöglichen und ein Verstopfen der Druckfarbenkanäle zu verhindern, wenn die Druckfarbe in einem Wärmetintenstrahldrucker oder einem piezoelektrischen Tintenstrahldrucker verwendet wird.

Der Farbstoff kann in der Druckfarbenzusammensetzung in jeder gewünschten oder effektiven Menge vorliegen, in Ausführungsformen kann der Farbstoff in einer Menge zwischen etwa 0,05 bis etwa 15 Gew.-%, von etwa 0,1 bis etwa 10 Gew.-% oder von etwa 1 bis etwa 5 Gew.-% vorliegen, basierend auf dem Gesamtgewicht der Druckfarbenzusammensetzung.

Zubereitung und Verwendung der Druckfarbenzusammensetzung

Die Druckfarben der Ausführungsformen können mithilfe jeder geeigneten Technik und Verfahren hergestellt werden, wie zum Beispiel durch einfaches Mischen der Bestandteile. Ein Verfahren besteht im Mischen der Druckfarbenbestandteile und Filtern der Mischung zum Erhalten einer Druckfarbe. Druckfarben können durch Mischen der Bestandteile, bei Bedarf Erwärmen und Filtern gefolgt von der Zugabe jedes gewünschten Zusatzstoffes zu der Mischung und Mischen bei Raumtemperatur mit moderatem Schütteln erhalten werden, bis eine homogene Mischung erreicht wird, in einer Ausführungsform nach etwa 5 bis etwa 10 Minuten. Alternativ können die optionalen Druckfarbenzusatzstoffe mit anderen Druckfarbenbestandteilen während des Druckfarbenherstellungsverfahrens gemischt werden, das gemäß dem gewünschten Ablauf stattfindet, wie dem Mischen aller Bestandteile, nach Bedarf Erwärmen und Filtern. Weitere Beispiele für Verfahren zur Druckfarbenherstellung sind in den Beispielen unten aufgeführt.

Die hierin beschriebenen Druckfarbenzusammensetzungen können bei Temperaturen von weniger als etwa 100°C wie bei etwa 25°C bis etwa 100°C oder bei etwa 30°C bis etwa 90°C gesprüht werden. Die Druckfarbenzusammensetzungen sind daher ideal für die Verwendung in piezoelektrischen Tintenstrahlvorrichtungen geeignet.

Die Druckfarbenzusammensetzungen können in indirekten (Offset-)Tintenstrahlanwendungen eingesetzt werden, wobei, wenn Tröpfchen der geschmolzenen Druckfarbe in einem bildartigen Muster auf ein Aufzeichnungssubstrat ausgestoßen werden, das Aufzeichnungssubstrat ein Zwischenübertragungselement ist und die Druckfarbe in dem bildartigen Muster daraufhin von dem Zwischenübertragungselement auf ein Endaufzeichnungssubstrat übertragen wird.

Die Druckfarbenzusammensetzungen eignen sich zum Aufsprühen auf ein Zwischenübertragungssubstrat, z. B. einer Zwischentransfusionstrommel oder -band. In einer geeigneten Ausgestaltung kann das Bild durch Aufsprühen angemessener farbiger Druckfarbenzusammensetzungen z. B. während vier bis achtzehn Umdrehungen (zunehmende Bewegungen) des Zwischentransfusionselements in Bezug auf den Tintenstrahlkopf aufgetragen werden, d. h. es besteht eine kleine Übersetzung des Druckkopfs in Bezug auf das Substrat zwischen jeder Umdrehung. Dieser Ansatz vereinfacht die Druckkopfausgestaltung und die kleinen Bewegungen stellen eine gute Tröpfchenregistrierung sicher. Das Transfundieren, d. h. ein Übertragungs- und Fusionsschritt, ist beim Bilden des Bildes wünschenswert, weil die Transfusion den Aufbau eines Bildes von hoher Qualität auf einem sich schnell drehenden Übertragungselement ermöglicht. Das Transfundieren beinhaltet typischerweise das Aufsprühen der Druckfarbenzusammensetzung aus einem Tintenstrahlkopf auf ein Zwischenübertragungselement wie einem Band oder einer Trommel, d. h. auf das Transfusionselement. Dies ermöglicht dem Bild, sich schnell in dem Transfusionselement auszubilden, um danach auf ein Bildaufnahmesubstrat übertragen zu werden und damit zu verschmelzen. Alternativ kann der gleiche Bildaufbau direkt auf dem Bildsubstrat ausgeführt werden, z. B. auf Papier.

Die Offenbarung stellt ein indirektes Drucksystem bereit, das ein Zwischenaufnahmeelement zum Aufnehmen von gesprühter Druckfarbe; eine Halteanordnung zum Halten einer Zweikomponenten-Druckfarbe benachbart zu dem Zwischenaufnahmeelement umfasst. Die Zweikomponenten-Druckfarbe weist eine erste Komponente, die einen reaktiven Latex mit einer ersten vernetzbaren Funktionsgruppe umfasst, und eine zweite Komponente, die einen zweiten reaktiven Latex mit einer zweiten vernetzbaren Funktionsgruppe umfasst, auf. Die Halteanordnung weist ferner einen ersten Behälter zum Halten der ersten Komponente und einen zweiten Behälter zum Halten der zweiten Komponente auf. Das indirekte Drucksystem kann eine oder mehrere Druckfarben-Strahldüsen, die in Kontakt mit dem ersten und zweiten Behälter zum Ausstoßen der Zweikomponenten-Druckfarbe ausgebildet sind, aufweisen, wobei sowohl die erste als auch die zweite Komponente auf das Zwischenaufnahmeelement aufgesprüht werden können, sodass die erste und die zweite Komponente der Zweikomponenten-Druckfarbe vermischt werden, um den ersten reaktiven Latex und den zweiten reaktiven Latex umzusetzen, um eine vernetzte Polymermatrix zu bilden. In Ausführungsformen kann die erste Komponente auf das Zwischenaufnahmeelement gesprüht werden und danach kann die zweite Komponente auf das Zwischenaufnahmeelement gesprüht werden, sodass die erste und die zweite Komponente der Zweikomponenten-Druckfarbe vermischt werden, um den ersten reaktiven Latex und den zweiten reaktiven Latex umzusetzen, um eine vernetzte Polymermatrix zu bilden. Das indirekte Drucksystem kann auch eine Erwärmungsvorrichtung zum Entfernen von Wasser aus der Druckfarbe aufweisen.

Wenn ein indirektes Druckverfahren verwendet wird, kann das Zwischenübertragungselement jede gewünschte oder geeignete Konfiguration aufweisen, wie die einer Trommel oder Walze, eines Bands oder einer Bahn, eines Tuchs, einer flachen Oberfläche oder Rolle oder dergleichen. Die Temperatur des Zwischenübertragungselements kann mithilfe jedes gewünschten oder geeigneten Verfahrens gesteuert werden, wie das Anordnen von Erwärmungsvorrichtungen in oder neben dem Zwischenübertragungselement unter Verwendung einer Luftströmung zum Trocknen des Übertragungselements oder dergleichen.

Beispiel 1Polymerharze

Jedes geeignete Polymerharz kann verwendet werden. Mögliche Harze sind Polyester, die von Natur aus amorph oder kristallin sind, oder Mischungen aus beiden. Ein geeignetes amorphes Polyesterharz kann ein Copoly(propoxyliertes-Bisphenol A-Cofumarat)-copoly(propoxyliertes-Bisphenol A-Coterephthalat)-Harz (amorphes Polyester X) sein, das die Formel (I) aufweist: worin R Wasserstoff oder eine Methylgruppe sein kann und m und n zufällige Einheiten des Copolymers repräsentieren und m von etwa 2 bis 10 sein kann und n von etwa 2 bis 10 sein kann. Geeignete kristalline Polyesterharze können ein Harz umfassen, das aus Ethylenglycol und einer Mischung aus Dodecandisäure und Fumarinsäure-Comonomeren ausgebildet sein kann (kristallines Polyester Y), mit der folgenden Formel: worin b etwa 5 bis etwa 2000 ist und d etwa 5 bis etwa 2000 ist.

Tabelle 1 unten zeigt die Eigenschaften der Polyesterharze. Tabelle 1. Polyesterharze

In einer Ausführungsform weisen die Polyesterharze amorphes Polyester X auf. In einer Ausführungsform weisen die Polyesterlatices kristallines Polyester Y auf. Die Eigenschaften des amorphen Polyesters X und des kristallinen Polyesters Y sind unten aufgeführt.

Tabelle 2 unten zeigt die Komponenten der prophetischen Druckfarbenformulierung 1A. Tabelle 2. Prophetische Druckfarbenformulierung 1A

Tabelle 3 unten zeigt die Komponenten der prophetischen Druckfarbenformulierung 1B. Tabelle 3. Prophetische Druckfarbenformulierung 1B

Beispiel 2Prophetisches Beispiel: Zubereitung eines reaktiven Latex für Druckfarbe 1A

190 g amorphes Polyester X und 15 g 1,12-Dodecandiamin werden in einem 1L-Kessel abgewogen. 100 g Mehtylethylketon (MEK) und 40 g Isopropanol (IPA) werden getrennt abgewogen und in einem Backofen gemischt. Die Lösungsmittel werden in den 1L-Kessel, der das Harz enthält, gegeben. Der Kessel mit einem Deckel, einer Dichtung, einem Kondensator und 2 Gummianschlägen wird in einem Wasserbad bei 48°C (sicherstellen, dass Tr nahe 45 bis 46°C ist) 1 Stunde lang angeordnet, bis die Harze ”weich” werden. Das Ankerschaufellaufrad wird in den Kessel gesetzt und angeschaltet um mit ca. 150 U/min zu drehen. Nach 3 Stunden, wenn alle Harze aufgelöst sind, werden 8,69 g 10%-iger NH4OH der Mischung tropfenweise mit einer Einwegpipette durch den Gummianschlag zugegeben. Die Mischung wird 10 Minuten gerührt. 600 g entioniertes Wasser (DIW) wird dem Kessel über eine Pumpe durch den Gummianschlag zugegeben. Die ersten 400 g werden in 90 Minuten zugegeben, wobei die Pumpe mit einer Rate von etwa 4,4 g/min eingestellt ist. Die letzten 200 g werden in 30 Minuten zugegeben, wobei die Pumpe mit einer Rate von etwa 6,7 g/min eingestellt ist. Die Vorrichtung wird geöffnet und die Mischung in eine Glasschale gegeben, die in einer Rauchhaube über Nacht gehalten wird und von einer magnetischen Rührstange gerührt wird, sodass das Lösungsmittel verdampfen kann.

Beispiel 3Prophetisches Beispiel: Formulierung der Druckfarbe 1A

Einer 50 mL-Braunglasphiole wird Tensid und Rußdispersion zugegeben, während die Mischung mit einer magnetischen Rührstange bei 200 U/min gerührt wird, danach wird langsam Wasser zugegeben (–20% zum Waschen des Latexbechers). Der pH-Wert des Latex (das oben für Druckfarbe 1A hergestellt wurde) wurde getrennt auf etwa 6,8 eingestellt und dann langsam der Phiole zugegeben, die mit 20% Wasser zum Reinigen der Latexreste ziseliert wurde. Die Druckfarbe wurde dann 5 Minuten bei 2000 U/min homogenisiert.

Beispiel 4prophetisches Beispiel: Zubereitung eines reaktiven Latex für Druckfarbe 1B

Der obige Ablauf wird wiederholt, wobei 1,12-Dodecandiamin gegen 25,5 g Bisphenol A-Diglycidilether ersetzt werden.

Beispiel 5prophetisches Beispiel: Formulierung der Druckfarbe 1B

Der obige Ablauf wird wiederholt, aber der reaktive Latex, der für Druckfarbe 1A hergestellt wurde, mit dem für Druckfarbe 1B hergestellten ersetzt.

Basierend auf den experimentellen Daten der ebenfalls anhängigen US-Patentanmeldung Nr. 14/066,716 mit dem Titel ”INK JET INK FOR INDIRECT PRINTING APPLICATIONS,” Anwaltsaktenzeichen 20.121.666 US-NP und US-Patentanmeldung Nr. 14/067,469 mit dem Titel ”INKJET INK CONTAINING POLYSTYRENE COPOLYMER LATEX SUITABLE FOR INDIRECT PRINTING,” Anwaltsaktenzeichen 20121665-0420476 und den bekannten Monomereigenschaften, werden die prophetischen Druckfarbenformulierungen 1A und 1B eine geeignete Viskosität (5–20 cps) und Oberflächenspannung (20–22 mN/m) zum Strahlen zeigen.

Die Formulierungen 1A und 1B werden nacheinander über Tintenstrahl 1a und 1b auf ein Zwischenaufnahmeelement 4 (z. B. eine Trommel) mit einer Oberflächenenergie von weniger als der Oberflächenspannung der flüssigen Druckfarbe aufgetragen. Das aufgesprühte Bild wird von einer Erwärmungsvorrichtung 3 zum Entfernen von Wasser und zum Induzieren der Mischung der zwei reaktiven Latices erwärmt. Zu diesem Zeitpunkt reagieren die Latices miteinander, um einen Druckfarbenfilm zu bilden. Der Film wird auf das Endsubstrat 10 übertragen und führt zu einem robusten Bild. Die Bildrobustheit ist insbesondere bei Verpackungsanwendungen wie z. B. beim Zusammenfalten von Karton wichtig.