Title:
Vorrichtung und Verfahren zur Gewinnung von Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden aus lipoiden Phasen
Kind Code:
A1
Abstract:

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung und Verfahren zur schonenden und hydrolysefreien Abtrennen von Glycoglycerolipiden als auch von Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden aus einer lipoiden Phase, welche Glycoglycerolipide und Acylglyceride oder Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide und Acylglyceride enthält unter gleichzeitiger effektiver Abreicherung der lipoiden Phasen von besagten Glycoglycerolipiden, Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden sowie deren Begleitstoffen mittels eines wässrigen Extraktionsverfahrens.



Inventors:
Dietz, Ulrich, Prof. Dr. (65193, Wiesbaden, DE)
Hruschka, Steffen, Dr.-Ing. (59302, Oelde, DE)
Application Number:
DE102014210662A
Publication Date:
12/17/2015
Filing Date:
06/04/2014
Assignee:
GEA Westfalia Separator Group GmbH, 59302 (DE)
Nanoscience for life GmbH & Co. KG, 65193 (DE)
International Classes:
Foreign References:
WO2012109642A12012-08-16
JP2006219455A2006-08-24
WO2011160857A22011-12-29
69538492005-10-11
Other References:
JP 2006- 219 455 A_WPI
Attorney, Agent or Firm:
ABK Patentanwälte, 14052, Berlin, DE
Claims:
1. Vorrichtung zur hydrolysearmen Abtrennung von Glycoglycerolipiden aus einer lipoiden Phase, welche Glycoglycerolipide und Acylglyceride enth?lt, wobei die Vorrichtung einen Intensivmischer zur Aufnahme der lipoiden Phase, eine Kavit?t mit Zuleitung zum Intensivmischer zur Aufnahme einer w?ssrigen Phase enthaltend Anionen eines Salzes, welches in Wasser bei 20?C eine L?slichkeit von mindestens 30 g/L besitzt und bei der Dissoziation in Wasser Carbonat (CO32?), Hydrogencarbonat (HCO3?), Metasilicat (SiO32?), Orthosilicat (SiO44?), Disilicat (Si2O52?), Trisilicat (Si3O72?), Acetat (CH3COO?), Borat (BO33?) oder Tartrat (C4H4O62?) bildet sowie eine Zentrifuge mit Zuleitung zum Intensivmischer umfasst.

2. Vorrichtung gem?? Anspruch 1, wobei es sich bei dem Intensivmischer um einen Mischer handelt, der nach dem Hochdruck- oder Rotor-Stator-Homogenisierungprinzip arbeitet.

3. Verfahren zur hydrolysearmen Abtrennung von Glycoglycerolipiden aus einer lipoiden Phase, welche Glycoglycerolipide und Acylglyceride enth?lt, umfassend die Schritte:
A1) Bereitstellung einer lipoiden Phase enthaltend Glycoglycerolipide und Acylglyceride,
B1) Versetzen der lipoiden Phase mit einer w?ssrigen Phase enthaltend Anionen eines Salzes, welches in Wasser bei 20?C eine L?slichkeit von mindestens 30 g/L besitzt und bei der Dissoziation in Wasser Carbonat (CO32?), Hydrogencarbonat (HCO3?), Metasilicat (SiO32?), Orthosilicat (SiO44?), Disilicat (Si2O52?), Trisilicat (Si3O72?), Acetat (CH3COO?), Borat (BO33?) oder Tartrat (C4H4O62?) bildet,
C1) Durchmischung der lipoiden Phase und der w?ssrigen Phase,
D1) und Abtrennung der w?ssrigen glycoglycerolipidreichen Phase und Erhalt einer glycoglycerolipidarmen lipoiden Phase.

4. Verfahren gem?? Anspruch 3 umfassend nach Schritt D1) den folgenden Schritt D2): D2) Gewinnung der Glycoglycerolipide aus der abgetrennten w?ssrigen glycoglycerolipidreichen Phase.

5. Verfahren gem?? Anspruch 3 oder 4 umfassend nach Schritt D1) oder sofern vorhanden nach Schritt D2) den folgenden Schritt E1):
E1) Versetzen der lipoiden glycoglycerolipidarmen Phase mit einer w?ssrigen Phase enthaltend mindestens eine Verbindung, welche mindestens eine Amidinogruppe und/oder mindestens eine Guanidinogruppe aufweist, nachfolgendes Durchmischen der lipoiden glycoglycerolipidarmen Phase und der w?ssrigen Phase und Abtrennung der w?ssrigen Phase.

6. Verfahren gem?? einem der Anspr?che 3?5, wobei es sich bei den Glycoglycerolipiden um lipophile Glycoglycerolipide mit einem Lipophilit?tsindex GL von 1,0 ? GL ? 6,0 handelt, wobei sich der Lipophilit?tsindex GL gem?? folgender Formel berechnet:

7. Verfahren gem?? einem der Anspr?che 3?6, wobei es sich bei den Glycoglycerolipiden um Glycosyldiacylglycerine, Glycosylacylalkylglycerine und Glycosyldialkylglycerine handelt.

8. Verfahren gem?? einem der Anspr?che 3?7 zum Gewinnung von hydrolysearmen Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden aus einer lipoiden Phase, welche Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide und Acylglyceride enth?lt, umfassend die Schritte:
A1) Bereitstellung einer lipoiden Phase enthaltend Glycoglycerolipide, Glycosphingolipide und Acylglyceride,
B1) Versetzen der lipoiden Phase mit einer w?ssrigen Phase enthaltend Anionen eines Salzes, welches in Wasser bei 20?C eine L?slichkeit von mindestens 30 g/L besitzt und bei der Dissoziation in Wasser Carbonat (CO32?), Hydrogencarbonat (HCO3?), Metasilicat (SiO32?), Orthosilicat (SiO44?), Disilicat (Si2O52?), Trisilicat (Si3O72?), Acetat (CH3COO?), Borat (BO33?) oder Tartrat (C4H4O62?) bildet,
C1) Durchmischung der lipoiden Phase und der w?ssrigen Phase,
D1) und Abtrennung der w?ssrigen glycoglycerolipidreichen Phase und Erhalt einer lipoiden glycoglycerolipidarmen Phase.

9. Verfahren gem?? Anspruch 8, wobei es sich bei den Glycosphingolipiden um lipophile Glycosphingolipide mit einem Lipophilit?tsindex SL von 1,0 ? SL ? 7,0 handelt, wobei sich der Lipophilit?tsindex SL gem?? folgender Formel berechnet:

10. Verfahren gem?? einem der Anspr?che 3?9, wobei die Glycoglycerolipide keine Carboxylat-, Sulfat-, Sulfonat- oder Phosphatgruppe(n) enthalten.

11. Verfahren gem?? einem der Anspr?che 3?10, wobei in Schritt B1) die lipoide Phase mit einer w?ssrigen Phase versetzt wird, welche Kationen eines Salzes enth?lt, welches in Wasser bei 20?C eine L?slichkeit von mindestens 30 g/L besitzt und bei der Dissoziation in Wasser Mg2+, Ca2+, Ti2+, Ti4+, Fe2+, Fe3+, Co2+, Co3+, Ni2+, Cu2+, Zn2+, Sn2+ oder Sn4+ Ionen bildet.

12. Verfahren gem?? einem der Anspr?che 3?11, wobei sofern in der lipoiden Phase Phospholipoide und/oder Fetts?uren enthalten sind, sich phospholipidfreie und/oder fetts?urenfreie glycoglycerolipidreiche Phasen gewinnen lassen, sofern nach Schritt
A1) und vor Schritt B1) der folgende Schritt A2) oder A2') durchgef?hrt wird:
A2) Versetzen der lipoiden Phase mit Wasser als w?ssrige Phase, nachfolgendes Durchmischen der lipoiden Phase und der w?ssrigen Phase und Abtrennung der w?ssrigen Phase oder
A2') Versetzen der lipoiden Phase mit einer w?ssrigen Carbons?ure-L?sung oder einer w?ssrigen L?sung einer anorganischen S?ure mit einem pH-Wert zwischen 3,0 bis 5,0 als w?ssrige Phase, nachfolgendes Durchmischen der lipoiden Phase und der w?ssrigen Phase und Abtrennung der w?ssrigen Phase.

13. Verfahren gem?? einem der Anspr?che 3?12, wobei lipoide Phase und w?ssrige Phase in Schritt C1) und/oder A2) oder A2') intensiv gemischt werden.

14. W?ssrige glycoglycerolipidreiche Phase erh?ltlich nach dem Verfahren gem?? eines der Anspr?che 3?13.

15. W?ssrige sterylglycosidreiche Phase erh?ltlich nach dem Verfahren gem?? eines der Anspr?che 3?13.

16. Lipoide glycoglycerolipidarme Phase erh?ltlich nach dem Verfahren gem?? eines der Anspr?che 3?13.

17. Lipoide glycoglycerolipidarme Phase bestehend zu mindestens 90 Gew.-% aus Acylglyceriden mit einem Gehalt an P < 5 ppm, Fe < 5 ppm, Ca < 5 ppm und FFA < 0,3 Gew.-%.

18. Lipoide glycoglycerolipidarme Phase bestehend zu mindestens 90 Gew.-% aus Acylglyceriden mit einem Gehalt an P < 1 ppm, Fe < 0,04 ppm, Ca < 0,4 ppm, Mg < 0,1 ppm, Pb < 0,02 ppm, Cu < 0,02 ppm, Cr < 0,02 ppm, Ni < 0,02 ppm, Cd < 0,02 ppm, Zn < 0,02 ppm und FFA < 0,3 Gew.-%.

19. Lipoide glycoglycerolipidarme Phase bestehend zu mindestens 90 Gew.-% aus Acylglyceriden mit einem Gehalt an P < 0,8 mg/kg, Fe < 0,015 mg/kg, Ca < 0,5 mg/kg, Mg < 0,12 mg/kg, Cr < 0,01 mg/kg, Zn < 0,01 mg/kg, Mn < 0,005 mg/kg und FFA < 0,3 Gew.-%.

20. Stoffe bestehend aus Glycoglycerolipiden oder Glycosphingolipiden oder Sterylglycosiden oder Gemische enthaltend Glycoglycerolipide und/oder Glycosphingolipide und/oder, Sterylglycoside erh?ltlich nach dem Verfahren gem?? Anspruch 12, 13 oder 14.

Description:

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Abtrennen von Glycoglycerolipiden als auch von Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden aus einer lipoiden Phase, welche Glycoglycerolipide und Acylglyceride oder Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide und Acylglyceride enth?lt und ist dar?ber hinaus auf Verfahren zum Abtrennen von Glycoglycerolipiden als auch von Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden aus einer lipoiden Phase gerichtet.

Hintergrund der Erfindung

Glycolipide, Glycoglycerolipide, Glycosphingolipide und Phospholipide sind biogene Lipide, die als Membranbestandteile in fast allen biologischen Systemen vorkommen und als solche amphiphile Eigenschaften, d. h. eine hydrophile Kopfgruppe und eine hydrophobe bzw. lipoide Schwanzgruppe, besitzen. Das ubiquit?re Vorkommen von Glycolipiden, Glycoglycerolipiden, Glycosphingolipiden und Phospholipiden in praktisch allen Lebewesen erkl?rt auch, dass aus diesen Lebewesen gewonnenen Lipidextrakte (z. B. Pflanzen?le oder tierische ?le) unvermeidlich auch Glycolipide und Phospholipide enthalten.

Ihre amphiphilen Eigenschaften verleihen den Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden eine besondere Bedeutung bei der L?sungsvermittlung von hydrophilen Molek?len in Lipidphasen wie z. B. ?len.

Glycolipide, Glycoglycerolipide, Glycosphingolipide und Glycophospholipide sind aufgrund ihrer amphiphilen Eigenschaften hervorragende Bio-Emulgatoren mit einer hohen Emulsionsleistung. Dies erkl?rt aber auch, warum sich derartige Lipide mit standardm??igen w?ssrigen Extraktionsverfahren nicht oder nur zu einem geringen Anteil abtrennen lassen. Dabei sind Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide aufgrund ihrer Eignung als Bio-Emulgatoren bzw. Bio-Tenside von enormem wirtschaftlichem Potenzial. In der praktischen Anwendung betrifft dies insbesondere die Verwendung als Reinigungsmittel zur Entfernung ?liger oder fettiger R?ckst?nde. Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide eignen sich aber auch f?r die Emulgierung von lipophilen Wirkstoffen wie z. B. f?r pharmazeutische Formulierungen oder Pflanzenschutzmitteln, da sie eine Verbesserung der Aufnahme dieser Wirkstoffe durch den Zielorganismus bewirken k?nnen. Dar?ber hinaus bestehen Belege f?r immunmodulatorische Effekte verschiedener Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide, die Bestandteil menschlicher Zellmembranen sind. Ferner werden manchen Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide auch anti-bakterielle und fungizide Eigenschaften zugeschrieben. Die emulgierenden Eigenschaften der Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide bewirken auch bessere Interaktion lipophiler und hydrophiler Komponenten in Backwaren.

Andererseits haben Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden aufgrund ebendieser Eigenschaft als Bio-Emulgator auch ein enormes wirtschaftliches Potenzial. In der praktischen Anwendung betrifft dies insbesondere die Verwendung als Reinigungsmittel zur Entfernung ?liger oder fettiger R?ckst?nde. Einigen Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden werden zudem auch anti-bakterielle und fungizide Eigenschaften zugeschrieben. Die emulgierenden Eigenschaften der Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide bewirken auch eine bessere Interaktion lipophiler und hydrophiler Komponenten in Backwaren.

Folglich ist wirtschaftlich die Gewinnung von Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden aus biogenen Lipidfraktionen bzw. ?len von Interesse, weil sie vielf?ltige Verwendungen in der Lebensmittelindustrie und vor allem in Backwaren und S??igkeiten haben.

Obwohl davon ausgegangen werden kann, dass in praktisch allen lipoiden Phasen, die aus biogenen Materialien gewonnen werden k?nnen Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide unterschiedlicher Art vorliegen, existieren in der wissenschaftliche Literatur nur wenige Untersuchungen hierzu. Insbesondere sind die Zusammensetzungen in derartigen lipoiden Phasen sowie die Auswirkungen dieser Verbindungen auf die L?sungsvermittlung anderer Verbindungen, die ebenfalls hierin gel?st sind im Wesentlichen unklar.

Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide haben trotz ihres amphiphilen Charakters aufgrund ihrer langen Fetts?urereste eine starke Affinit?t zu Lipidfraktionen. Daher ist die Verteilung in w?ssrigen Extraktionsmedien aus dem Stand der Technik nur gering. Fl?ssigextraktionen wurden hingegen erfolgreich mit Gemischen aus organischen L?sungsmitteln bewerkstelligt. Hierbei ist der Einsatz von Alkoholen entscheidend um eine hohe Effizienz der Abtrennung herzustellen. Im Laborma?stab gelingt die Abtrennung von Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden durch Chromatographie mit anschlie?ender L?sungsmittelextraktion der adsorbierten Glycolipide. Solche adsorptiven Verfahren eignen sich aus ?konomischen und ?kologischen Gr?nden jedoch nicht f?r einen industriellen Ma?stab. Das Patent US6953849 beschreibt die Extraktion von Glycoglycerolipiden aus Reiskeim-?l mittels hei?en Wasserdampfs. Hierdurch werden Zuckerreste abgespalten, wodurch sich Teile dieser Verbindungen mit der Wasserdampffraktion antrennen lassen. Nachteilig ist z. B. bei einer derartigen Behandlung von Speise?len, dass es bei den hierbei angewandten Dampftemperaturen und der Dauer dieser Dampfexposition zu einem erh?hten Anteil an trans-Fetts?uren in dem Speise?l kommen kann, wodurch derartig gewonnene Speise?le gesundheitssch?dlich werden k?nnen. Ferner sind im Stand der Technik enzymatische Methoden zur Entfernung von Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide aus Lipidphasen bekannt. Hierdurch werden die Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide jedoch in ihrer Struktur ver?ndert, was die sp?tere Nutzung der abgetrennten Glycolipidfraktion stark einschr?nkt oder sie f?r weitere Anwendungen unbrauchbar macht. Folglich existiert bisher kein Verfahren mit dem eine kontinuierliche und schonende Gewinnung gr??erer Mengen an biogenen Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden m?glich ist.

In lipoiden Phasen, die als solche durch ein Raffinationsverfahren von Begleitstoffen befreit werden sollen, ist die Abtrennung der Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide per se zwar nicht erforderlich, da diese in der Regel als unpolare lipophile Verbindungen zu keiner relevanten Qualit?tseinschr?nkung (Farbe, Geruch, Transparenz) der raffinierten lipoiden Phasen bei einem Verbleib f?hren, sofern es sich um kleine Mengenanteile handelt. St?rend ist jedoch ihr starkes Bindungsverm?gen f?r Wasser, Erdalkalimetall- und Metallionen, deren Anwesenheit in einer raffinierten lipoiden Phase, z. B. einem Pflanzen?l nicht erw?nscht ist. Auch die Abreicherung der o. g. Stoffe ist aus einer lipoiden Phase, die stark mit Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipidenbelastet ist mit den konventionellen Techniken problematisch.

Nach dem Stand der Technik werden lipoide Phasen zum Zwecke einer technischen Raffination zumeist einem soganannten Entschleimungsverfahren (Degumming) unterzogen um hydratisierbare Verbindungen in eine Wasserphase zu ?berf?hren oder ?ber eine Verseifung von Fetts?uren eine Aggregation zu bewirken, wodurch sich die gel?sten oder aggregierten Verbindungen mit Verfahren zur Phasenseparation abtrennen lassen. Durch diese Verfahren wird der gr??te Teil hydratisierbarer und ein Teil nicht hydratisierbaren Phospholipiden abgetrennt. Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide werden dabei teilweise durch eine Hydrolyse degradiert und mit der Phospholipidfraktion entfernt. Bei lipoiden Phasen, die nach Standard-Degummingverfahren aufgereinigt wurden kann durch eine intensive Einmischung einer Wasserphase je nach Gehalt an Glycolipidverbindungen eine Emulsion bewirkt werden, die eine anschlie?ende Phasenseparation mittels Zentrifugalkraft nur noch teilweise oder gar nicht mehr erlaubt. Es konnte gezeigt werden, dass ein weiterer Aufreinigungsschritt unter Normalbedingungen (Raumtemperatur und Normaldruck) entweder mit einer Alklalilauge oder einer S?ure (Zitronen- oder Phosphors?ure) auch nach intensivem Mischeintrag zu keiner relevanten Enfernung weiterer Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden in der Lage ist, wenn eine erneute Abtrennung mittels eines Separators im Anschluss erfolgt.

Aus den bekannten Eigenschaften der Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide kann allerdings angenommen werden, dass es zu einer Wasserbindung an den OH-Gruppen der Zuckerreste kommt, wodurch auch kleinste Mengen an Wasser ohne Ausbildung von Micellen gebunden werden k?nnen. ?ber den gleichen Mechanismus werden Erdalkalimetall- und Metallionen gebunden. Dabei ist anzunehmen, dass Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide mit mehreren und komplexen Zuckereinheiten mehr und komplexer Wasser und Metallionen binden k?nnen. Es ist ferner anzunehmen, dass auch Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide in einer lipoiden Phase dazu tendieren micellare Strukturen auszubilden. Sofern Wasser und Metallionen an Zuckerresten gebunden sind wird eine Herausl?sung dieser Stoffe durch ein w?ssriges Medium weitgehend dadurch verhindert, dass lange unpolaren Fetts?urereste ein Eindringen von Wasser an diese Strukturen stark erschweren und durch die elektrostatischen Wechselkr?fte mit den OH-Gruppen der Zuckereste ein ?Heraussp?len? der Ionen verhindert wird. Dies erkl?rt, warum es nach den Stand der Technik bisher erforderlich ist die Fraktion der Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide mittels chemischer oder enzymatischer Hydrolyse oder destillativer Verfahren zu entfernen wodurch sich dann auch der Gehalt an in einer lipoiden Phase noch gebundenen Wasser sowie Erdalkalimetall- und Metallionen auf das erforderliche Ma? zu reduzieren l?sst. Daher ist es umso ?berraschender, dass die stark hydrophilen Salz-Verbindungen, die in der erfindungsgem??en Applikationsform mit einer Wasserh?lle vorliegen, eine Hydophilisierung von Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden bewirkt, die eine Abtrennung in ein w?ssriges Medium zu erm?glicht. Dar?berhinaus zeigte sich unerwartet und ?berraschend, dass es sich bei den abgetrennten Galaktosydiglyceriden um Verbindungen handelte, die aufgrund ihrer hydrophilen-lipophilen Balance eine hohe Affinit?t zum lipoiden Medium in dem sie sich befunden haben hatte. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass durch den erfindungsgem??en Eintrag der w?ssrig gel?sten Saze und dem hiermit erfolgtem Wassereintrag ein Zusammenschluss von Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide micellaren Strukturen erm?glicht wird wodurch sich diese mittels einer gravitativen Separation aus einer lipoiden Phase abtrennen lassen. Dies erkl?rt allerdings nicht vollst?ndig die unerwartete erhebliche Steigerung der Extraktionsleistung des erfindungsgem??en Verfahrens bei Verwendung eines Intensivmischeintrages der erfindungsgem??en w?ssrigen Medien.

Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide, die aus liopiden Phasen durch extraktive Prozesse gewonnenen wurden, weisen zumeist stark unterschiedliche Strukturen und Zusammensatzungen auf. H?ufig bleiben sie mit anderen Strukturen ?ber hydrophobe oder hydrophile Wechselwirkungen verbunden f?r die sie als ?L?sungsvermittler? in der lipoiden Phase gedient haben. Dies k?nnte begr?nden, warum sich Teile der Glycolipidfrakion erst durch organische L?sungsmittel von Strukturen, an die sie elektrostatisch gebunden sind, l?sen lassen oder eine Herausl?sung der Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide zusammen mit den elektrostatisch gebundenen Strukturen erfolgt. Hierdurch lie?e sich auch erkl?ren, warum in manchen erfindungsgem??en glycolipidreichen Extraktionsphasen eine gro?e Anzahl von bisher nicht aufgekl?rten Verbindungen gefunden werden konnte. Eine dieser nicht-Glycolipidverbindungen, die mit dem erfindungsgem??en Verfahren abgetrennt werden, sind z. B. Phorbolester.

Aus den vorgenannten Aspekten ist umso mehr erstaunlich, dass es mit dem erfindungsgem??en Intensiveintrag der Salzl?sungen m?glich wird, die in den lipoden Phasen enthaltenen Glycolipidfraktionen bereits mit einem einzigen w?ssrigen Extraktionsschritt zu entfernen oder bei lipoiden Phasen, die einem sehr hohen Gehalt an Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden aufweisen, diese mit weniger Extrationsschritten entfernen zu k?nnen als dies der Fall ist bei einem niedrigenergetischen Eintrag der w?ssrigen L?sungen in die lipoiden Phasen. Als weiterer unerwarteter Effekt zeigte sich, dass die Entfernung der Glycolipidfraktion in einer besonders vorteilhaften Reduktion des Bindungsverm?gens von Wasser und Elektrolyten in der so behandelten lipoiden Phase resultiert. Ferner kommt es als besonders vorteilhafter Effekt bei subsequent durchgef?hrten Abtrennungen der lipoiden Phasen mit w?ssrigen Medien praktisch zu keiner Schaumbildung. Auch zeigte sich ?berraschender Weise, dass w?ssrige L?sungen von Guanidin- oder Amidinverbindungen, die mit einer erfindungsgem?? behandelten lipoiden Phase gemischt werden, sich von dieser deutlich besser durch eine zentrifugale Separation abtrennen lassen, wenn dies im Anschluss an die erfindungsgem??e Abtrennung von Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden mit einen Intensiveintrag der w?ssrigen Salz-L?sungen erfolgt.

Es ist deshalb Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Abtrennen von Glycoglycerolipiden oder Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden aus einer lipoiden Phase, welche unter anderem Glycoglycerolipide und Acylglyceride oder welche Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide und Acylglyceride enth?lt bereitzustellen.

Diese Aufgabe wird erfindungsgem?? durch die technische Lehre der unabh?ngigen Anspr?che gel?st. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den abh?ngigen Anspr?chen, der Beschreibung, den Figuren sowie den Beispielen.

Beschreibung der Erfindung

?berraschenderweise wurde jetzt gefunden, dass es m?glich ist, mit w?ssrigen L?sungen enthaltend ein in Wasser bei 20?C gut l?sliches Salz, welches bei der Dissoziation in Wasser Carbonat- (CO32?), Hydrogencarbonat- (HCO3?), Metasilicat- (SiO32?), Orthosilicat- (SiO44?), Disilicat- (Si2O52?), Trisilicat- (Si3O72?), Acetat- (CH3COO?), Borat- (BO33?) oder Tartrationen (C4H4O62?) bildet und welche unter intensivem Mischungseintrag mit einer lipoiden Phase in Kontakt gebracht wurden, Glycoglycerolipide in ein w?ssriges Medium ?berf?hrbar zu machen und dabei ihre chemische und strukturelle Integrit?t zu bewahren.

?Gut wasserl?slich? beeutet in diesem Zusammenhang vorzugsweise eine L?slichkeit von mindestens 30 g/L in Wasser bei 20?C. Der zur Abtrennung von Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden erfoderliche Eintrag einer w?ssrigen L?sung mit den oben genannten Verbindungen kann bereits mittels einer R?hrvorrichtung vorgenommen wurde. Dabei zeigte sich, dass in Abh?ngigkeit der R?hrdauer, ohne oder mit nur einer geringen Erw?rmung der Suspension oder Emulsion es zu einer spontanen Phasentrennung kommt, wobei in der Wasserphase Tr?bstoffe gel?st sind. W?hrend nach Abtrennung einer so behandelten lipoiden Phase durch einen erneuten R?hreintrag einer w?ssrigen L?sung mit den oben genannten Verbindungen sich praktisch keine Tr?bstoffabtrennung mehr erzeugen lie?en, konnte ?berraschenderweise durch eine Intensivmischung der so vorbehandelter lipoider Phasen mit L?sungen der oben genannten Verbindungen eine erhebliche Abtrennung von Tr?bstoffen in die Wasserphase bewirkt werden. Bei einer Wiederholung eines intensiven R?hreintrags einer L?sung mit den oben genannten Verbindungen in die derartig vorbehandelte lipoide Phase lie?en sich praktisch keine Nicht-Triglyceride mehr abtrennen. Wenn die so vorbehandelt lipoide Phase erneut mit Wasser intensiv gemischt wurde kam es ferner zu keiner oder nur einer sehr geringen Emulsionsbildung der lipoiden Phasen. Somit konnte zum ersten Mal gezeigt werden, dass durch einen intensiven Mischeintrag einer w?ssrigen L?sung der oben genannten Verbindungen in lipoide Phasen, bei denen eine weitgehende Entfernung von hydratisierbaren Phospholipiden und freien Fetts?uren bereits erfolgt ist, sich signifikante Mengen an hierin verbliebenen Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden herausl?sen und mittels zentrifugaler Verfahren separieren lassen. Dar?ber hinaus zeigte sich v?llig unerwartet, dass es bei einer mittels Intensivmischung mit Salzen, welche in Wasser bei 20?C eine L?slichkeit von vorzugsweise mindestens 30 g/L besitzen und bei der Dissoziation in Wasser Carbonat- (CO32?), Hydrogencarbonat- (HCO3?), Metasilicat- (SiO32?), Orthosilicat- (SiO44?), Disilicat- (Si2O52?), Trisilicat- (Si3O72?), Acetat- (CH3COO?), Borat- (BO33?) oder Tartrationen (C4H4O62?) bilden gewonnenen glycoglycerolipidhaltigen w?ssrigen Fraktionen zu keiner relevanten Mitabtrennung von Triacylglyceriden kommt, wie sich bei d?nnschichtchromatographischen Analysen herausstellte. Dies ist umso ?berraschender, als dass sich mit der so abgetrennten glycoglycerolipidhaltigen Fraktion durch Hinzugabe von Wasser eine stabile nicht ?lige Emulsion herstellen l?sst, die ein sehr gro?es Emulgierverm?gen gegen?ber einer aufgereinigen Triayclglyceridphase aufweist. Somit kann erstmals ein w?ssriges Abtrennverfahren bereitgestellt werden, mit dem sich eine weitestgehend vollst?ndige Separation von nicht hydrolysierten Glycoglycerolipiden aus lipoiden Phasen bewerkstelligen l?sst.

Die erfindungsgem??e Zusammenbringung der w?ssrigen Phasen mit hierin gel?sten Salzen in Verbindung mit einem intensiven Eintrag der eine Separation der Glycoglycerolipide, die an andere Strukturen elektrostatisch gebunden sind bewirkt, kann auch durch eine geringen Mischeintrag der aber bei erh?hter Temperatur der lipoiden Phase erfolgt erreicht werden. Hierdurch kommt es allerdings zu einem raschen hydrolytischen Abbau der Glycoglycerolipide was f?r die Gewinnung und Verwertung dieser Fraktion nicht gew?nscht ist. Durch die Verwendung des erfindungsgem??en Intensiveintrages der gel?sten Salze k?nnen weitgehend alle in einer lipoiden Phase befindlichen Glycoglycerolipide herausgel?st werden ohne dass hierf?r eine Erh?hung der Temperatur der lipoiden Phase erforderlich ist. Hierdurch wird die Gewinnung von strukturell nicht ver?nderten Glycoglycerolipiden erm?glicht.

Da nach der technischen Lehre dieser Erfindung lange Kontaktzeiten der abzutrennenden Glycoglycerolipide mit den w?ssrigen Medien eine Hydrolyse beg?nstigt und hierdurch auch h?here Prozesskosten zu erwarten sind, ist die besonders bevorzugte Ausf?hrungesform f?r die Zusammenbringung der w?ssrigen und der lipoiden Phasen die Anwendung eines Intensivmischers, der innerhalb kurzer Zeit eine Intensivmischung bewerkstelligen kann. Der technischen Lehre kann auch entnommen werden, dass es im Rahmen einer solchen Intensivmischung zu einem Eintrag von Luft oder Gasen (z. B. durch Entmischungsprozesse) kommen kann, die dann zu einer sehr stabilen Emulsionsbildung f?hrt, die eine Separation der Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide weitgehend behindert da eine Phasentrenung einer Luft/Gas enthaltenden Emulsion durch Zentrifugation nicht m?glich. Es ist anzunehmen, dass die Glycoglycerolipide selbst zu der Entstehung von stabilen Grenzfl?chen zwischen einer Gas- und einer Fl?ssigkeitsphase beitragen da eine derartige Emulsionsbildung nach Abtrennung der Glycolipidfraktion nicht oder nur in geringem Ausma? beobachtet werden kann. Um also den besonders vorteilhaften Effekt den ein intensiver Mischvorgang mit den erfindungsgem??en w?ssrigen Salzl?sungen auf die Abtrennbarkeit von Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden hat auszunutzen ohne dabei auf ein m?glicht hydrolysefreies verwertbares Glycolipidgemisch verzichten zu m?ssen bei gleichzeitig ?konomischen Prozessablauf ist die vorliegende Anmeldung auf die Verwendung einer Abtrennvorrichtung gezielt, die sowohl bei der Intensivmischung der liopiden Phasen und der erfindungsgem??en w?ssrigen L?sungen als auch w?hrend des anschlie?enden Phasenseparationsvorgangs ein Ausschluss eines Lufteintrags oder einer Gasbildung gew?hrleistet.

Daher ist es besonders vorteilhaft wenn der erfindungsgem??e Intensiveintrag der w?ssrigen L?sungen in eine lipoide Phase unter Ausschluss eines Luft-/Gaseintrags erfolgt. Ferner ist es besonders vorteilhaft wenn ein Separator der die erfindungsgem??en Gemische bestehend aus einer lipoiden Phase und einer erfindungsgem??en w?ssrigen L?sung unter Ausschluss eines Luft-/Gaseintrags voneinander trennt.

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Abtrennen von Glycoglycerolipiden aus einer lipoiden Phase, welche Glycoglycerolipide und Acylglyceride enth?lt, wobei die Vorrichtung einen Intensivmischer zur Aufnahme der lipoiden Phase, eine Kavit?t mit Zuleitung zum Intensivmischer zur Aufnahme einer w?ssrigen Phase enthaltend Anionen eines Salzes, welches in Wasser bei 20?C eine L?slichkeit von mindestens 30 g/L besitzt und bei der Dissoziation in Wasser Carbonat (CO32?), Hydrogencarbonat (HCO3?), Metasilicat (SiO32?), Orthosilicat (SiO44?), Disilicat (Si2O52?), Trisilicat (Si3O72?), Acetat (CH3COO?), Borat (BO33?) oder Tartrat (C4H4O62?) bildet sowie eine Zentrifuge mit Zuleitung zum Intensivmischer umfasst.

Sollte die lipoide Phase neben den Glycoglycerolipiden auch noch Glycosphingolipide enthalten, so k?nnen diese zusammen mit den Glycoglycerolipiden aus der lipoiden Phase abgetrennt werden, ohne dass es daf?r einer anderen Vorrichtung bedarf. In einem solchen Falle betrifft die vorliegende Erfindung eine Vorrichtung zum Abtrennen von Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden aus einer lipoiden Phase, welche Glycoglycerolipide, Glycosphingolipide und Acylglyceride enth?lt, wobei die Vorrichtung einen Intensivmischer zur Aufnahme der lipoiden Phase, eine Kavit?t mit Zuleitung zum Intensivmischer zur Aufnahme einer w?ssrigen Phase enthaltend Anionen eines Salzes, welches in Wasser bei 20?C eine L?slichkeit von mindestens 30 g/L besitzt und bei der Dissoziation in Wasser Carbonat (CO32?), Hydrogencarbonat (HCO3?), Metasilicat (SiO32?), Orthosilicat (SiO44?), Disilicat (Si2O52?), Trisilicat (Si3O72?), Acetat (CH3COO?), Borat (BO33?) oder Tartrat (C4H4O62?) bildet sowie eine Zentrifuge mit Zuleitung zum Intensivmischer umfasst.

Mischen und Homogenisieren

Wie die technische Lehre dieser Anmeldung zeigt, ist die Effizienz des Verfahrens zur Abtrennung von Glycoglycerolipiden aus einer lipoiden Phase auch davon abh?ngig wie vollst?ndig die Durchmischung letzterer mit den in der Wasserphase gel?sten Verbindungen ist. Da die Bereitstellung der erfindungsgem??en w?ssrigen Salzl?sungen bereits in eine ?quimolaren Verh?ltnis mit den Glycoglycerolipiden ausreichen kann um letztere aus der lipoiden Phase zu extrahieren und um den Abtrennprozess technisch einfach zu gestalten, ist die Zugabe einer geringen Wassermenge, die die erfindungsgem??en Verbindungen enth?lt ausreichend. Da die zu mischenden Fl?ssigkeiten stark gegens?tzliche Eigenschaften aufweisen (hydrophil ? hydrophob) ist zu Herstellung m?glichst gro?er Grenzfl?chen zwischen beiden Fl?ssigkeiten ein erheblicher Energieaufwand notwendig. Nach dem Stand der Technik stehen hierf?r verschiedene Techniken zur Verf?gung: dynamische Mischverfahren die auf laminaren oder turbulenten Str?mungen der Mischkomponenten basieren oder statische Verfahren bei denen lokale Druck-/Spannungsgradienten erzeugt werden, die zu einer Grenzfl?chenausbildung f?hren. Aus der Literatur ist bekannt, dass die kritische Weber-Zahl in laminaren Dehn- und Scherstr?mungen und Mischstr?mungen vom Viskosit?tsverh?ltnis ? zwischen disperser und kontinuierlicher Phase f?r einzelne Tropfen abh?ngig ist. Hieraus folgt, dass bei den ?blicherweise hochviskosen lipoiden Phasen eine auf einer laminaren Str?mung basierende Mischung nicht geeignet ist. Bei turbulenten Str?mungen erfolgt der Sr?mungsfortschritt unstetig, scheinbar regellos, zuf?llig und chaotisch, somit ist eine zeitliche und ?rtliche Aufl?sung nicht vorhersehbar. Aufbauend auf dem Modell von Kolmogorov (1949) wurden unterschiedliche Modelle entwickelt, um die Grenzfl?cheninterationen in turbulenten Str?mungen am einzelnen Tropfen zu simulieren [Rodriguez-Rodriguez et al., 2006; Gordillo et al., 2006] und im Kollektiv zu beschreiben [Hinze, 1955; Davies, 1985; Vankova et al., 2007]. Die Modelle unterscheiden sich haupts?chlich in den Ger?ten und Stoffsystemen, f?r die sie entworfen wurden, und damit verbunden in den Annahmen ?ber die turbulente Str?mung. Die Variation des Aufbruchmechanismus wurde erreicht durch das gezielte Einstellen von unterschiedlichen Reynolds-Zahlen, Viskosit?ten der Phasen, Dichten der Phasen, Grenzfl?chenspannungen und Dispersphasenanteilen. Da mit dem Kolmogorov-Modell aber nur vorhergesagt werden kann, welcher Tropfen nicht mehr aufgebrochen wird, nicht aber wie klein die Tropfen beim Aufbruch werden, kann mit diesem Modell nur eine obere Partikelgr??e berechnet werden. Kavitation entstehen in Fl?ssigkeiten durch die Erzeugung von Blasen, die anschlie?end wieder kollabieren. Generell werden die drei Kavitationsarten Dampfkavitation (harte Kavitation), Gaskavitation (weiche Kavitation) und Pseudokavitation unterschieden [Riedel, 1973]. Bei der harten Kavitation entstehen die Blasen durch Absinken des statischen Drucks unter den Dampfdruck, wodurch das Fluid teilweise verdampft und sich Dampfblasen bilden. Bei der weichen Kavitation wird durch Absenken des statischen Drucks die L?slichkeit von Gasen gesenkt, so dass diese Blasen bilden. Wenn in einer Fl?ssigkeit bereits Blasen vorliegen, f?hrt das Absinken des Drucks zum Wachstum dieser Blasen, was als Pseudokavitation bezeichnet wird. Sobald der Druck wieder ?ber den Dampfdruck steigt, kommt es zu einem schlagartigen Kondensieren der Fl?ssigkeit und somit im Extremfall zum Kollabieren der Blasen, was zu hohen Druckschwankungen f?hrt. Welche Spannungen aus der Kavitation resultieren und welcher Mechanismus somit zum Tropfenaufbruch f?hrt, ist bis heute nicht endg?ltig gekl?rt. Somit stehen zwar verschiedene Methoden, die einen intensven Mischeintrag erm?glichen zur Verf?gung, f?r die Mischung der erfindungsgem??en Fluiden Phasen ist aber weder eine Berechnung noch eine Annahme ?ber die Effektivit?t derartiger Verfahren fur Extrahierbarkeit gel?ster Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide m?glich und daher nur empirisch eruierbar. Die Verfahren, die f?r Erzeugung von Grenzfl?chen zwischen zwei Fluiden geeignet sind k?nnen in die vier Obergruppen Rotor-Stator-, Hochdruck-, Ultraschall- und Membransysteme unterteilt werden [Schubert, 2005]. Die einfachste Variante eines Rotor-Stator-Systems ist der R?hrer in einem Beh?lter. Weiterentwicklungen der Rotor-Stator-Systeme sind Zahnkranzdispergiermaschinen und Kolloidm?hlen, die sich dadurch auszeichnen, dass sie deutlich definierte Beanspruchungen erm?glichen. Ein Nachteil von Rotor-Stator-Systemen besteht darin, dass die Energie h?ufig stark inhomogen eingetragen wird, was zu breiten Tropfengr??enverteilungen oder langen Prozesszeiten f?hrt. Weiterhin sind h?ufig nur niedrige spezifische Energieeintr?ge realisierbar. Hochdruckhomogenisatoren werden insbesondere dann eingesetzt, wenn sehr hohe spezifische Energieeintr?ge ben?tigt werden. Hochdruckhomogenisatoren bestehen im Wesentlichen aus einer Hochdruckpumpe und einer Zerkleinerungseinheit. Als Hochdruckpumpen werden ?blicherweise Kolbenpumpen eingesetzt, die einen Homogenisierdruck zwischen 50 und 10.000 bar erzeugen. Die Zerkleinerungseinheit kann aus Ventilen oder Blenden bestehen durch die die mit Druck beaufschlagten Fluide gepresst werden. Die hierdurch erzeugten Spannungen zwischen den Fluiden sind f?r eine Tropfenentstehung und Tropfendeformation sowie -Zerkleinerung verantwortlich. Die resultierenden Effekte auf diese Eigenschaften wird von den Stoffeigenschaften der Fluide (wie Viskosit?ten der Phasen, Grenzfl?chenaufbau, Aktivit?t des grenzfl?chenaktiven Materials) sowie dem Druckgradienten und der Geometrie des Zerkleinerungsger?ts bestimmt. Deformation und Aufbruch werden ma?geblich vom Viskosit?tsverh?ltnis ? zwischen der dispersen und der kontinuierlichen Phase bestimmt [Walstra, 1998; Kaufmann, 2002; Aguilar et al., 2004]. Insbesondere f?r h?here Viskosit?tsverh?ltnisse ? ist die Dehnstr?mung im Ventileinlauf vorteilhaft, da die aus der Turbulenz und der Kavitation resultierenden Spannungen an den Filamenten besser wirken und somit feine Tropfen bei m?glichst geringem Energieeintrag hergestellt werden k?nnen. Bei Membranen und mikrostrukturierte Systemen werden zumeist vorgemischte fluide Phasen verwendet bei denen durch den Porendurchtritt die Tropfen aufgebrochen werden, womit eine noch engere Tropfengr??enverteilungen herstellt werden kann als bei Hochdruckhomogenisierungsger?ten, jedoch sind bis heute keine hohen Volumenstr?me bei vertretbaren Kosten erreichbar. Aus dem Stand der Technik sind somit verschiedene Verfahren und Vorrichtungen bekannt, die eine intensive Mischung von Fluiden erm?glichen. Da das Mischergebnis von einer gro?en Anzahl von Einflussparametern abh?ngt, lassen sich das Mischergebnis und die damit verbundenen Auswirkungen auf die chemischen und physikalischen Interaktionen der hierin enthaltenen Verbindungen nicht vorhersagen. Es war daher ?berraschend, dass mit einem Zahnkranzdispersionswerkzeug eine sehr viel gr??ere Menge an Glycoglycerolipiden aus einer lipoiden Phase extrahiert werden konnte als mittels eines Rotorsystems. Dieser deutliche Unterschied konnte allerdings erst durch den Ausschluss einer Luft-/Gasblasenbildung erzielt werden. Es ist daher auch die Aufgabe dieser Erfindung, ein Misch- und Separatorsystem bereitzustellen, mit dem ohne einen Luft-/Gaseintrag eine hydrolysearme oder hydrolysefreie Intensivmischung der w?ssrigen Salzl?sungen mit einer lipoiden Phase hergestellt werden kann. Als geeignete Intensivmischer k?nnen vor allem solche Intensivmischer genannt werden, die nach dem Hochdruck- oder Rotor-Stator-Homogenisierungprinzip arbeiten.

Die w?ssrige Phase enthaltend in der die oben genannten in Salze bzw. Anionen in gel?ster Form vorliegen ist in einer Kavit?t oder einem Vorratsbeh?lter enthalten, der mit einer Zuleitung mit dem Intensivmischer verbunden ist, so dass ?ber diese Zuleitung eine definierte Menge bzw. ein definiertes Volumen der w?ssrigen Phase in den Intensivmischer eingeleitet werden kann.

In dem Intensivmischer findet dann eine intensive Durchmischung der lipoiden Phase und der w?ssrigen Phase statt. Die intensive Durchmischung findet bei Atmosph?rendruck und einer Temperatur im Bereich von 10?C bis 90?C, bevorzugt 15?C bis 70?C, weiter bevorzugt 20?C bis 60?C und insbesondere bevorzugt 25?C bis 50?C statt. Daher erfolgt die Durchmischung und vorzugsweise intensive Durchmischung bei niedrigen Temperatur von vorzugsweise unterhalb 70?C, weiter bevorzugt von unterhalb 65?C, weiter bevorzugt von unterhalb 60?C, weiter bevorzugt von unterhalb 55?C, noch weiter bevorzugt von unterhalb 50?C, noch weiter bevorzugt von unterhalb 45?C statt. Schutzgas, Unterdruck oder ?berdruck oder auch Lichtausschluss sind weder bei der Durchmischung noch bei der anschlie?enden Aufarbeitung erforderlich. Die niedrigen Temperaturen bei der Durchmischung als auch bei der nachfolgenden Trennung beispielsweise mittels Zentrifugation und der nachfolgenden Aufarbeitung sorgen daf?r, dass keine Hydrolyse stattfindet. Somit ist die vorliegende Erfindung auch auf ein hydrolysefreies oder zumindest hydrolysearmes Verfahren zur Abtrennung von Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden aus lipoiden Phasen gerichtet. Unter dem Begriff ?hydrolysefrei? wird eine Hydrolyse der Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide in der lipoiden Phase von weniger als 1,0 Gew.-% bevorzugt von weniger als 0,5 Gew.-% bezeichnet. Unter dem Begriff ?hydrolysearm? wird eine Hydrolyse der Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide in der lipoiden Phase von weniger als 10,0 Gew.-%, bevorzugt von weniger als 5,0 Gew.-%, weiter bevorzugt von weniger als 3,0 Gew.-% bezeichnet. Nat?rlich gew?hrleistet diese schonende Abtrennung der erfindungsgem??en Fraktion enthaltend die Glycoglycerolipide oder die Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide auch, dass die anderen Bestandteile der lipoiden Phase wie beispielsweise die Glycolipide, Phospholipide und Triacylglyceride, Diacylglyceride und Monoacylglyceride nicht hydrolysiert werden. Daher ist insbesondere bevorzugt, wenn das gesamte erfindungsgem??e Verfahren vorzugsweise einschlie?lich der optionalen Schritte bei Temperaturen im Bereich von 10?C bis 90?C, bevorzugt 13?C bis 80?C, bevorzugt 15?C bis 70?C, weiter bevorzugt 18?C bis 65?C, weiter bevorzugt 20?C bis 60?C, weiter bevorzugt 22?C bis 55?C und insbesondere bevorzugt 25?C bis 50?C oder 25?C bis 45?C durchgef?hrt wird.

Die intensiv durchmischte lipoide Phase und w?ssrige Phase werden dann in eine Zentrifuge ?berf?hrt und in eine abzutrennende w?ssrige glycoglycerolipidreiche Phase und eine lipoide glycoglycerolipidarme Phase getrennt. W?ssrige glycoglycerolipidreiche Phase und lipoide glycoglycerolipidarme Phase werden dann voneinander separiert. Unter dem Begriff ?intensiv durchmischt? wird eine mechanische/physikalische Durchmischung mit einem Intensivmischer verstanden oder eine derartige Durchmischung, dass lipoide Phase und w?ssrige Phase eine homogene Emulsion oder Dispersion bilden.

In einer bevorzugten Ausf?hrungsform kann die lipoide glycoglycerolipidarme Phase erneut mit einer w?ssrigen Phase enthaltend mindestens eine Verbindung, welche mindestens eine Amidinogruppe und/oder mindestens eine Guanidinogruppe aufweist, versetzt und erneut durchmischt werden, falls die lipoide glycoglycerolipidarme Phase Fetts?uren oder Carbons?uren enth?lt, welche abgetrennt werden sollen.

Die w?ssrige Phase enthaltend mindestens eine Verbindung, welche mindestens eine Amidinogruppe und/oder mindestens eine Guanidinogruppe aufweist, wird aus einem Vorratsbeh?lter oder einer Kavit?t, die mit einer Zuleitung verbunden ist, zugef?hrt. Nach Durchmischung erfolgt erneut die ?berf?hrung des Gemisches in eine Zentrifuge, wo die w?ssrige Phase (d. h. die fetts?urenreiche oder carbons?urenreiche Phase) von der lipoiden glycoglycerolipidarmen Phase (d. h. die fetts?urenarme oder carbons?urenarme Phase) getrennt und separiert wird, um eine weiter carbons?urearme und glycoglycerolipidarme lipoide Phase zu erhalten.

Die (schematisch dargestellte) Vorrichtung gem?? 3 weist ein Aufnahmegef?? 1 f?r die Aufnahme der w?ssrigen Phase bzw. der Salzl?sung der hierin beschriebenen Salze auf. Von dem Aufnahmegef?? 1 f?hrt eine Leitung 2 (in welche hier eine Pumpe 14 geschaltet ist) zu einem Beh?lter 3. Dieser Beh?lter 3 ist vorzugsweise als Konstantdruck-Pufferbeh?lter ausgelegt. Hierzu kann der Beh?lter 3 eine ?berlaufr?ckf?hrung 4 aufweisen, die dazu dient, beim ?berschreiten eines ?berlaufpegels Fl?ssigkeit aus dem Beh?lter 2 in das Aufnahmegef?? 1 zur?ckzuleiten. Der Beh?lter 3 weist ferner eine Ablaufleitung 5 auf (vorzugsweise an seinem unteren Ende), in welche hier ein Ventil 6 geschaltet ist. Mit dem Ventil 6 kann der Volumenstrom in der Ablaufleitung 5 gesteuert werden. Die Ablaufleitung m?ndet in einen Mischer 7. In den Mischer 7 f?hrt zudem eine Zuleitung 8, in welche eine Pumpe 13 geschaltet sein kann. Durch die Zuleitung 8 kann eine weitere Phase, vorzugsweise die lipoidhaltige (lipide) Phase in den Mischer 7 geleitet werden. Der Mischer 7 weist ferner eine Ablaufleitung 9 auf, welche in einen Zulauf einer Zentrifuge 10 m?ndet. In dem Mischer 7 werden die beiden zugeleiteten Phasen vermischt. In der Zentrifuge 10 erfolgt eine zentrifugale Trennung in zwei Phasen unterschiedlicher Dichte, die durch zwei Abl?ufe 11 und 12 aus der Zentrifuge abflie?en.

Der Mischer 7 kann auf verschiedene Weise ausgelegt sein. So kann ein statischer Mischer oder ein dynamischer Mischer eingesetzt werden. Geeignet sind auch Sonderformen wie ein High-Shear-Mischer oder ein Nanoreaktor. Denkbar ist es auch, als Mischer die Zentrifuge selbst zu verwenden. In diesem Fall werden die lipoide Phase und die Salzl?sung (w??rige L?sung) durch getrennte Zuleitungen in die Zentrifuge geleitet, wo ? beispielsweise in einem Verteiler 15 der Zentrifugentrommel ? die Mischung dieser beiden Phasen erfolgt. Derartige Verteiler sind an sich bekannt und dienen zu ?berleitung des zulaufenden Produktes in die rotierende Trommel. Als Zentrifuge wird vorzugsweise ein Trenn-Separator mit vertikaler Drehachse eingesetzt, der dazu ausgelegt ist, zwei Fl?ssigkeitsphasen unterschiedlicher Dichte zu trennen. Die Vorrichtung kann auch dazu ausgelegt sein, unter Druck p betrieben zu werden, der h?her als der Atmosph?rendruck ist. Vorzugseise gilt: 1 bar ? p < 10 bar. Der Ablaufdruck in den Abl?ufe 11 und 12 sollte h?her sein als der Zulaufdruck in der Zuleitung zur Zentrifuge. Vermieden werden soll vorzugsweise ein Lufteintrag im Zulauf, um zu vermeiden, dass sich im Mischer und/oder in der Zentrifugentrommel in st?rendem Ma?e eine Emulsion ausbildet.

Es konnte gezeigt werden, dass mit dieser Vorrichtung sich eine Emulsionsbildung vermeiden l?sst, was zur Folge hat, dass einerseits die separierte Fraktion enthaltend Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide besser abtrennbar ist, weil eine bessere Phasentrennung erfolgt und zum anderen die Abreicherung der lipoiden Phase vollst?ndiger ist als mit einem Misch- und Separationssystem, das den erfindungsgem??en Ausschluss einer Luft/-Gaseintragung nicht verhindert. Zur Realisierung der gro?technischen Gewinnung einer hydrolysearmen und besonders reinen Fraktion an Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden aus lipoiden Phasen ist daher die erfindungsgem??e Vorrichtung besonders geeignet.

Diese erfindungsgem??en Vorrichtungen sind zur Ausf?hrung der im Folgenden beschriebenen erfindungsgem??en Verfahren konzipiert. Daher betrifft die vorliegende Erfindung auch ein Verfahren zum hydrolysearmen Abtrennen von Glycoglycerolipiden aus einer lipoiden Phase, welche Glycoglycerolipide und Acylglyceride enth?lt, umfassend die Schritte:
A1) Bereitstellung einer lipoiden Phase enthaltend Glycoglycerolipide und Acylglyceride,
B1) Versetzen der lipoiden Phase mit einer w?ssrigen Phase enthaltend Anionen eines Salzes, welches in Wasser bei 20?C eine L?slichkeit von mindestens 30 g/L besitzt und bei der Dissoziation in Wasser Carbonat (CO32?), Hydrogencarbonat (HCO3?), Metasilicat (SiO32?), Orthosilicat (SiO44?), Disilicat (Si2O52?), Trisilicat (Si3O72?), Acetat (CH3COO?), Borat (BO33?) oder Tartrat (C4H4O62?) bildet,
C1) Durchmischung der lipoiden Phase und der w?ssrigen Phase,
D1) und Abtrennung der w?ssrigen glycoglycerolipidreichen Phase und Erhalt einer lipoiden glycoglycerolipidarmen Phase.

Sollte die lipoide Phase neben den Glycoglycerolipiden auch noch Glycosphingolipide enthalten, so k?nnen diese zusammen mit den Glycoglycerolipiden aus der lipoiden Phase abgetrennt werden. In einem solchen Falle gestaltet sich das erfindungsgem??e Verfahren wie folgt:
Verfahren zum hydrolysearmen Abtrennen von Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden aus einer lipoiden Phase, welche Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide und Acylglyceride enth?lt, umfassend die Schritte:
A1) Bereitstellung einer lipoiden Phase enthaltend Glycoglycerolipide, Glycosphingolipide und Acylglyceride,
B1) Versetzen der lipoiden Phase mit einer w?ssrigen Phase enthaltend Anionen eines Salzes, welches in Wasser bei 20?C eine L?slichkeit von mindestens 30 g/L besitzt und bei der Dissoziation in Wasser Carbonat (CO32?), Hydrogencarbonat (HCO3?), Metasilicat (SiO32?), Orthosilicat (SiO44?), Disilicat (Si2O52?), Trisilicat (Si3O72?), Acetat (CH3COO?), Borat (BO33?) oder Tartrat (C4H4O62?) bildet,
C1) Durchmischung der lipoiden Phase und der w?ssrigen Phase,
D1) und Abtrennung der w?ssrigen glycoglycerolipidreichen Phase und Erhalt einer lipoiden glycoglycerolipidarmen Phase.

Als Acylglyceride werden Monoacylglyceride, Diacylglyceride und Triacylglyceride bezeichnet. Als Triacylglyceride werden Verbindungen bezeichnet, bei denen drei Acylreste (Ay, Ay', Ay'') ?ber eine Esterbindung an Glycerin gebunden sind. Eine allgemeine Formel f?r Triacylglyceride ist unten gezeigt. Entsprechend sind bei Diacylglyceriden zwei Acylreste (Ay, Ay') ?ber eine Esterbindung an Glycerin gebunden und bei Monoacylglyceriden ist ein Acylreste (Ay) ?ber eine Esterbindung an Glycerin gebunden.

Unter Glycoglycerolipiden werden Verbindungen verstanden, bei denen zwei Acylreste (Ay, Ay') ?ber eine Esterbindung an Glycerin gebunden sind und an die dritte Hydroxygruppe (bzw. das dritte Sauerstoffatom) des Glycerins ein Saccharid vorzugsweise ?ber das anomere Kohlenstoffatom gebunden ist. Eine allgemeine Formel f?r Glycoglycerolipide ist unten gezeigt.

Glycolipide bezeichnen hingegen Substanzen, bei denen ein Acylrest (Ay) an eine Hydroxygruppe eines Saccharids und vorzugsweise an der Hydroxygruppe am anomeren Kohlenstoffatom des Saccharids gebunden ist. Eine allgemeine Formel f?r Glycolipide und Glycoglycerolipide ist im Folgenden gezeigt.

Die Bezeichnung ?Saccharid? steht f?r einen Zuckerrest, wobei es sich bei dem Zuckerrest um ein Monosaccharid, Oligosaccharid oder Polysaccharid handeln kann. Bei den Acylresten (Ay, Ay' und Ay'') handelt es sich vorzugsweise um Fetts?urereste. Die Lipide und Fetts?urereste werden weiter unten noch eingehender behandelt.

Glycosphingolipide bestehen aus einem Saccharidrest, der an einen Ceramidrest gebunden ist. Die Bezeichnung ?Alk? steht f?r einen Alkylrest und vorzugsweise einen langkettigen Alkylrest mit mehr als 10 Kohlenstoffatome. Handelt es sich bei dem Saccharidrest um Galaktose so bezeichnet man diese Monoglycosylceramide als Cerebroside. Ein Beispiel ist im Folgenden gezeigt:

Im Folgenden wird als Beispiel f?r ein Glycolipid ein Diglycosyllipid und als Beispiel f?r ein Glycoglycerolipid ein Monoglycosylglycerolipid gezeigt.

Die erfindungsgem??en Verfahren sind insbesondere geeignet, um Glycoglycerolipide oder Gemische aus Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden aus den lipoiden Phasen abzutrennen. Sollten die lipoiden Phasen neben den Glycoglycerolipiden oder neben den Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden auch noch Glycolipid und/oder Glycophospholipide enthalten, so lassen sich vor allem die Glycolipide aber auch die Glycophospholipide und insbesondere die neutralen Glycophospholipide zusammen mit den Glycoglycerolipiden oder den Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden aus den lipoiden Phasen abtrennen. Insbesondere sind die erfindungsgem??en Verfahren geeignet um Monoglycosylsphingolipide, Diglycosylsphingolipide, Triglycosylsphingolipide, Tetraglycosylsphingolipide, Pentaglycosylsphingolipide, Monoacylmonoglycosylsphingolipide, Monoacyldiglycosylsphingolipide, Monoacyltriglycosylsphingolipide, Monoacyltetraglycosylsphingolipide, Monoacylpentaglycosylsphingolipide, Diacyldiglycosylsphingolipide, Diacyltriglycosylsphingolipide, Diacyltetraglycosylsphingolipide, Diacylpentaglycosylsphingolipide, Triacyltriglycosylsphingolipide, Triacyltetraglycosylsphingolipide, Triacylpentaglycosylsphingolipide, Tetraacyltetraglycosylsphingolipide, Tetraacylpentaglycosylsphingolipide, Pentaacylpentaglycosylsphingolipide, Monoglycosylglycerolipide, Diglycosylglycerolipide, Triglycosylglycerolipide, Tetraglycosylglycerolipide, Pentaglycosylglycerolipide, Hexaglycosylglycerolipide, Heptaglycosylglycerolipide, Octaglycosylglycerolipide, Nonaglycosylglycerolipide, Decaglycosylglycerolipide, Monoacyldiglycosylglycerolipide, Monoacyltriglycosylglycerolipide, Monoacyltetraglycosylglycerolipide, Monoacylpentaglycosylglycerolipide, Monoacylhexaglycosylglycerolipide, Monoacylheptaglycosylglycerolipide, Monoacyloctaglycosylglycerolipide, Monoacylnonaglycosylglycerolipide, Monoacyldecaglycosylglycerolipide, Diacyltriglycosylglycerolipide, Diacyltetraglycosylglycerolipide, Diacylpentaglycosylglycerolipide, Diacylhexaglycosylglycerolipide, Diacylheptaglycosylglycerolipide, Diacyloctaglycosylglycerolipide, Diacylnonaglycosylglycerolipide, Diacyldecaglycosylglycerolipide, Triacyltetraglycosylglycerolipide, Triacylpentaglycosylglycerolipide, Triacylhexaglycosylglycerolipide, Triacylheptaglycosylglycerolipide, Triacyloctaglycosylglycerolipide, Triacylnonaglycosylglycerolipide, Triacyldecaglycosylglycerolipide, Tetraacylpentaglycosylglycerolipide, Tetraacylhexaglycosylglycerolipide, Tetraacylheptaglycosylglycerolipide, Tetraacyloctaglycosylglycerolipide, Tetraacylnonaglycosylglycerolipide, Tetraacyldecaglycosylglycerolipide, Pentaacylhexaglycosylglycerolipide, Pentaacylheptaglycosylglycerolipide, Pentaacyloctaglycosylglycerolipide, Pentaacylnonaglycosylglycerolipide, Pentaacyldecaglycosylglycerolipide, Hexaacylheptaglycosylglycerolipide, Hexaacyloctaglycosylglycerolipide, Hexaacylnonaglycosylglycerolipide, Hexaacyldecaglycosylglycerolipide, Heptaacyloctaglycosylglycerolipide, Heptaacylnonaglycosylglycerolipide, Heptaacyldecaglycosylglycerolipide, Octaacylnonaglycosylglycerolipide, Octaacyldecaglycosylglycerolipide und/oder Nonaacyldecaglycosylglycerolipide aus der lipoiden Phase abzutrennen.

Es war sehr ?berraschend, dass mit den erfindungsgem??en Verfahren die eher lipoiden Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide in die w?ssrige Phase ?berf?hrt werden konnten. Bei den lipohilen Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden handelt es sich um Verbindungen, die nicht oder nur schlecht durch eine Extraktion mit Wasser oder hydrophile Verbindungen in die w?ssrige Phase ?berf?hrt werden k?nnen. Der Begriff ?schlecht? bedeutet in diesem Zusammenhang, dass pro Extraktionsschritt mit Wasser nur weniger als 10 Gew.% der Gesamtmenge an Glycoglycerolipiden oder Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden aus der lipoiden Phase abgetrennt werden k?nnen. Daher ist auch bevorzugt, dass die Glycoglycerolipide keine Carboxylat-, Sulfat-, Sulfonat- oder Phosphatgruppe(n) enthalten. Ebenfalls ist bevorzugt, dass die Glycosphingolipide keine Carboxylat-, Sulfat-, Sulfonat- oder Phosphatgruppe(n) enthalten.

Somit ist die vorliegende Erfindung insbesondere auf Verfahren zum Abtrennen von Glycoglycerolipiden gerichtet, wobei es sich bei den Glycoglycerolipiden um lipophile Glycoglycerolipide mit einem Lipophilit?tsindex GL von 1,0 ? GL ? 6,0 handelt, wobei sich der Lipophilit?tsindex GL gem?? folgender Formel berechnet:

Darin bedeutet die ?Summe der Kohlenstoffatome der Acylrest? die Summe aller Kohlenstoffatome aller Acylreste. Zwei Acylreste (Ay und Ay') befinden sich am Glycerinrest und eine oder mehrere weitere Acylreste k?nnen sich an den Saccharidresten befinden. M?glich ist aber auch, dass sich an einem Acylrest ein weiterer Acylrest befindet. Bei den Acylresten wird auch das Carbonylkohlenstoffatom mitgez?hlt.

Die ?Summe der Hydroxy- und Aminogruppen? meint s?mtliche Hydroxygruppen und Aminogruppen im Molek?l einschlie?lich der Hydroxy- und Aminogruppen, welche sich an einem Acylrest befinden. Beispielsweise besitzt folgendes Diglycosylglycerolipid, worin R einen Alkylrest mit 16 Kohlenstoffatomen bedeutet, einen Lipophilit?tsindex GL von 4,9.

Sofern in der lipoiden Phase auch Glycosphingolipide anwesend sind, bezieht sich die vorliegende Erfindung vorzugsweise auf Verfahren zum Abtrennen von Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipide, wobei es sich bei den Glycosphingolipiden um lipophile Glycosphingolipide mit einem Lipophilit?tsindex SL von 1,0 ? SL ? 7,0 handelt, wobei sich der Lipophilit?tsindex SL gem?? folgender Formel berechnet:

Darin bedeutet die ?Summe der Kohlenstoffatome des Ceramidrestes? die Summe aller Kohlenstoffatome im Ceramidrest einschlie?lich der Kohlenstoffatome des Acylrestes im Ceramidrest. Falls weitere Acylreste an den Saccharidresten oder an dem Acylrest im Ceramidrest gebunden sein sollten, so werden die Kohlenstoffatome dieser Acylrest zu der Summe der Kohlenstoffatome des Ceramidrestes hinzu addiert. Bei den Acylresten wird auch das Carbonylkohlenstoffatom als auch im Ceramidrest das Amidkohlenstoffatom mitgez?hlt. Die ?Summe der Hydroxy- und Amino- und Amidgruppen? meint s?mtliche Hydroxygruppen, Aminogruppen und Amidgruppen im Molek?l einschlie?lich der Hydroxy- und Aminogruppen, welche sich an einem Acylrest befinden. Als Hydroxygruppe wird die -OH Gruppe, als Aminogruppe die -NH2 Gruppe und als Amidgruppe die -NH-CO- oder die -CO-NH-Gruppe bezeichnet. Beispielsweise besitzt folgendes Glycosphingolipid, worin R einen Alkenylrest mit 15 Kohlenstoffatomen bedeutet, einen Lipophilit?tsindex SL von 5,7.

Alternativ zum Lipophilit?tsindex kann auch die HLB-Lipophilit?tsskala verwendet werden, welche in 2 gezeigt ist und innerhalb eines Bereichs von 0 bis 20 im unteren Bereich die lipophilen Substanzen, im oberen Bereich die hydrophilen Substanzen und im Bereich um 10 die equi-amphiphilen Substanzen (gleicherma?en lipophil wie hydrophil) ansiedelt und insbesondere f?r Emulgiermittel gedacht ist.

Da die erfindungsgem??en Verfahren zur Abtrennung von Glycoglycerolipide aus lipoiden Phasen dienen, ist bevorzugt, wenn die erfindungsgem??en Verfahren zur Abtrennung von Glycoglycerolipiden nach Schritt D1) den folgenden Schritt D2) umfassen:
D2) Gewinnung der Glycoglycerolipide aus der abgetrennten w?ssrigen Phase.

F?r den Fall, dass die lipoide Phase neben den Glycoglycerolipiden auch Glycosphingolipide enth?lt, ist bevorzugt, wenn die erfindungsgem??en Verfahren zur Abtrennung von Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden nach Schritt D1) den folgenden Schritt D2) umfassen:
D2) Gewinnung der Glycoglycerolipide und der Glycosphingolipide aus der abgetrennten w?ssrigen Phase.

F?r den Fall, dass die lipoide Phase neben den Glycoglycerolipiden oder neben den Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden auch noch Glycolipide und/oder Glycophospholipide enth?lt, ist bevorzugt, wenn die erfindungsgem??en Verfahren zur Abtrennung von Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden nach Schritt D1) den folgenden Schritt D2) umfassen:
D2) Gewinnung der Glycoglycerolipide und Glycolipide und/oder Glycophospholipide oder Gewinnung der Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide und Glycolipide und/oder Glycophospholipide und der aus der abgetrennten w?ssrigen Phase.

Aufgrund ihrer vielf?ltigen Eignung als Biotenside ist ein Ziel der vorliegenden Erfindung, aus den lipoiden Phasen Glycoglycerolipide oder Gemische enthaltend Glycoglycerolipide und Glycophospholipide zu isolieren und weiteren Verwendungen zuzuf?hren. Je nach Zusammensetzung und Inhaltsstoffen der lipoiden Phase, welche zum ?berwiegenden Anteil (vorzugsweise > 80 Gew.-%) aus Acylglyceriden und insbesondere aus Triacylglyceriden besteht, k?nnen aus der lipoiden Phase Fraktionen enthaltend Glycophospholipide oder Fraktionen enthaltend Glycosphingolipide oder Fraktionen enthaltend Sterylglycoside oder Fraktionen enthaltend Glycophospholipide und Glycosphingolipide oder Fraktionen enthaltend Glycophospholipide und Sterylglycoside oder Fraktionen enthaltend Glycosphingolipide und Sterylglycoside oder Fraktionen enthaltend Glycophospholipide und Sterylglycoside und Glycosphingolipide abgetrennt und die Glycophospholipide, Glycosphingolipide, Sterylglycoside oder die Gemische der vorgenannten Stoffe aus diesen Fraktionen gewonnen werden. Somit betrifft die vorliegende Erfindung auch w?ssrige glycoglycerolipidreiche Phasen, w?ssrige sterylglycosidreiche Phasen sowie lipoide glycoglycerolipidarme Phasen erh?ltlich oder erhalten nach einem der hierin offenbarten Verfahren.

Der Begriff Glycophospholipide bezeichnet ein Glycerophospholipid, wobei an der Phosphatgruppe ein Saccharidrest gebunden ist wie z. B. beim Phosphatidylinositol.

Bei vorgenannter Nomenklatur bezeichnet z. B. ?Monoacyltetraglycosylglycerolipide?, dass ein Acylrest sich an einem der 4 Saccharidreste befindet. Dabei befindet sich der Acylrest vorzugsweise nicht an dem Saccharidrest, an dem sich der Diacylglycerinrest befindet. Falls unter den Saccharidresten ein Aminozucker ist, so kann sich der Acylrest auch an der Aminogruppe des Aminozuckers befinden. Somit bezeichnet der Begriff ?Triacylhexaglycosylglycerolipide? ein Hexasaccharid, wobei an drei Hyxdroxygruppen des Hexasaccharids sich ein Acylrest befindet. Bei den Acylresten kann es sich nat?rlich um unterschiedliche Acylreste handeln. Es ist nicht erforderlich und zudem auch eher die Ausnahme, dass es sich um gleiche Acylreste handelt. Auch die Acylreste am Glycerinrest sind zumeist nicht identisch und sind zudem in der Regel andere Acylreste, als die Acylreste, welche direkt an die Saccharidreste gebunden sind. Beim vorgenannten Beispiel besteht das Glycoglycerolipid aus einem Diacylglycerinrest und einem Hexasaccharid, wobei an das Hexasaccharid noch drei Acylreste gebunden sind. Hier ist bevorzugt, wenn nicht mehr als ein Acylrest pro Saccharidrest vorhanden ist und sich an dem Saccharidrest kein Acylrest befindet, an dem der Diacylglycerinrest gebunden ist. Sollten sich im dem Hexesaccharid Aminozucker befinden, so kann an der Aminogruppe des Aminozuckers der Acylrest gebunden sein.

Des weiteren fallen unter den Begriff der Glycoglycerolipide auch solche, welche an dem Glycerinrest anstelle von einem Acylrest einen Alkylrest, Alkenylrest oder Alkinylrest tragen und solche, welche an dem Glycerinrest anstelle von beiden Acylresten zwei Reste ausgew?hlt aus der Gruppe bestehend aus Alkylrest, Alkenylrest und Alkinylrest haben. Diese Verbindungen k?nnen durch die folgenden allgemeinen Formeln dargestellt werden, worin Alk und Alk' unabh?ngig voneinander jeweils einen Alkylrest, Alkenylrest oder Alkinylrest bedeuten:

Somit betrifft die vorliegende Erfindung vorzugsweise Verfahren zum Abtrennen von Glycosyldiacylglycerinen, Glycosylacylalkylglycerinen und Glycosyldialkylglycerinen aus einer lipoiden Phase und noch bevorzugter von Monoglycosylsphingolipiden, Diglycosylsphingolipiden, Triglycosylsphingolipiden, Tetraglycosylsphingolipiden, Pentaglycosylsphingolipiden, Monoglycosylglycerolipiden, Diglycosylglycerolipiden, Triglycosylglycerolipiden, Tetraglycosylglycerolipiden, Pentaglycosylglycerolipiden, Hexaglycosylglycerolipiden, Heptaglycosylglycerolipiden, Monoacyldiglycosylglycerolipiden, Monoacyltriglycosylglycerolipiden, Monoacyltetraglycosylglycerolipiden, Monoacylpentaglycosylglycerolipiden, Monoacylhexaglycosylglycerolipiden und Monoacylheptaglycosylglycerolipiden.

Bei den Acylresten handelt es sich vorzugsweise um Acylreste von Fetts?uren und bei den Alk-Resten vorzugsweise um Alkylreste, Alkenylreste oder Alkinylreste von Fetts?uren. Dabei umfasst der Begriff ?Alkenylrest? nicht nur monoolefinische Reste, sondern auch di-tri- und polyolefinische Reste sowie Kohlenstoffreste mit mindestens einer Doppelbindung und mindestens einer Dreifachbindung. Der Begriff ?Alkinylrest? umfasst Kohlenstoffreste mit einer, zwei, drei oder mehr Dreifachbindungen.

Beispiele f?r bevorzugte Acylreste sind:
Dodecanoyl, Hexadecanoyl, Octadecanoyl, Eicosanoyl, Docosanoyl, Tetracosanoyl, cis-9-Tetradecenoyl, cis-9-Hexadecenoyl, cis-6-Octadecenoyl, cis-9-Octadecenoyl, cis-11-Octadecenoyl, cis-9-Eicosenoyl, cis-11-Eicosenoyl, cis-13-Docosenoyl, cis-15-Tetracosenoyl, 9,12-Octadecadienoyl, 6,9,12-Octadecatrienoyl, 8,11,14-Eicosatrienoyl, 5,8,11,14-Eicosatetraenoyl, 7,10,13,16-Docosatetraenoyl, 4,7,10,13,16-Docosapentaenoyl, 9,12,15-Octadecatrienoyl, 6,9,12,15-Octadecatetraenoyl, 8,11,14,17-Eicosatetraenoyl, 5,8,11,14,17-Eicosapentaenoyl, 7,10,13,16,19-Docosapentaenoyl, 4,7,10,13,16,19-Docosahexaenoyl, 5,8,11-Eicosatrienoyl, 1,2-Dithiolan-3-pentanoyl, 6,8-Dithianoctanoyl, Docosaheptadecanoyl, Eleostearoyl, Calendoyl, Catalpoyl, Taxoleoyl, Pinolenoyl, Sciadonoyl, Retinoyl, 14-Methylpentadecanoyl, Pristanoyl, Phytanoyl, 11,12-Methyleneoctadecanoyl, 9,10-Methylenehexadecanoyl, 9,10-Epoxystearoyl, 9,10-Epoxyoctadec-12-enoyl, 6-Octadecinoyl, t11-Octadecen-9-inoyl, 9-Octadecinoyl, 6-Octadecen-9-inoyl, t10-Heptadecen-8-inoyl, 9-Octadecen-12-inoyl, t7,t11-Octadecadiene-9-inoyl, t8,t10-Octadecadiene-12-inoyl, 5,8,11,14-Eicosatetrainoyl, 2-Hydroxytetracosanoyl, 2-Hydroxy-15-tetracosenoyl, 12-Hydroxy-9-octadecenoyl und 14-Hydroxy-11-eicosenoyl.

Als Alkylreste, Alkenylreste oder Alkinylreste sind insbesondere die Kohlenstoffreste (d. h. ohne die COOH-Gruppe) der folgenden S?uren bevorzugt: Hexans?ure, Octans?ure, Decans?ure, Dodecans?ure, Tetradecans?ure, Hexadecans?ure, Heptadecans?ure, Octadecans?ure, Eicosans?ure, Docosans?ure, Tetracosans?ure, cis-9-Tetradecens?ure, cis-9-Hexadecens?ure, cis-6-Octadecens?ure, cis-9-Octadecens?ure, cis-11-Octadecens?ure, cis-9-Eicosens?ure, cis-11-Eicosens?ure, cis-13-Docosens?ure, cis-15-Tetracosens?ure, t9-Octadecens?ure, t11-Octadecens?ure, t3-Hexadecens?ure, 9,12-Octadecadiens?ure, 6,9,12-Octadecatriens?ure, 8,11,14-Eicosatriens?ure, 5,8,11,14-Eicosatetraens?ure, 7,10,13,16-Docosatetraens?ure, 4,7,10,13,16-Docosapentaens?ure, 9,12,15-Octadecatriens?ure, 6,9,12,15-Octadecatetraens?ure, 8,11,14,17-Eicosatetraens?ure, 5,8,11,14,17-Eicosapentaens?ure, 7,10,13,16,19-Docosapentaens?ure, 4,7,10,13,16,19-Docosahexaens?ure, 5,8,11-Eicosatriens?ure, 9c11t13t-Eleostearins?ure, 8t10t12c-Calendulas?ure, 9c11t13c-Catalpins?ure, 4,7,9,11,13,16,19-Docosaheptadecans?ure, Taxoleins?ure, Pinolens?ure, Sciadons?ure, 6-Octadecins?ure, t11-Octadecen-9-ins?ure, 9-Octadecins?ure, 6-Octadecen-9-ins?ure, t10-Heptadecen-8-ins?ure, 9-Octadecen-12-ins?ure, t7,t11-Octadecadien-9-ins?ure, t8,t10-Octadecadien-12-ins?ure, 5,8,11,14-Eicosatetrains?ure, Retins?ure, Isopalmitins?ure, Pristans?ure, Phytans?ure, 11,12-Methylen-Octadecans?ure, 9,10-Methylen-Hexadecans?ure, Coronarins?ure, (R,S)-Lipons?ure, (S)-Lipons?ure, (R)-Lipons?ure, 6,8(methylsulfanyl)-Oktans?ure, 4,6-bis(methylsulfanyl)-Hexans?ure, 2,4-bis(methylsulfanyl)-Butans?ure, 1,2-Dithiolan-Carboxyls?ure, (R,S)-6,8-Dithian-Oktans?ure, (S)-6,8-Dithian-Oktans?ure, Taririns?ure, Santalbins?ure, Stearols?ure, 6,9-Octadecenins?ure, Pyrulins?ure, Crepenins?ure, Heisterins?ure, t8,t10-Octadecadien-12-ins?ure, ETYA, Cerebrons?ure, Hydroxynervons?ure, Ricinoleins?ure, Lesquerolins?ure, Brassylins?ure und Thapsins?ure.

Ein weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung ist auf die abgetrennten Stoffe gerichtet, so dass die vorliegende Erfindung auch die Gemische enthaltend die Glycoglycerolipide oder die Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide oder die Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide und die Glycolipide und/oder die Glycophospholipide betrifft. Diese Stoffgemische aus verschiedenen Glycoglycerolipiden oder aus verschiedenen Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden oder aus verschiedenen Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden und Glycolipiden und/oder Glycophospholipiden k?nnen gem?? den erfindungsgem??en Verfahren und insbesondere durch Extraktion aus der abgetrennten w?ssrigen Phase gewonnen werden.

Die Glycoglycerolipide und sofern in der lipoiden Phase vorhanden, die Glycosphingolipide werden aus der lipoiden Phase durch Versetzen der lipoiden Phase mit einer w?ssrigen Phase enthaltend Anionen eines Salzes gewonnen, welches in Wasser bei 20?C eine L?slichkeit von mindestens 30 g/L besitzt und bei der Dissoziation in Wasser Carbonat (CO32?), Hydrogencarbonat (HCO3?), Metasilicat (SiO32?), Orthosilicat (SiO44?), Disilicat (Si2O52?), Trisilicat (Si3O72?), Acetat (CH3COO?), Borat (BO33?) oder Tartrat (C4H4O62?) bildet, gefolgt von vorzugsweise intensiver Durchmischung beider Phasen und Trennung und Abtrennung der w?ssrigen Phase durch vorzugsweise Zentrifugation.

Als Salz, welche in Wasser die vorgenannten Anionen bilden, eignen sich vorzugsweise Na2CO3, K2CO3, NaHCO3, KHCO3, Na2SiO3, K2SiO3, Na4SiO4, K4SiO4, Na2Si2O5, K2Si2O5, Na2Si3O7, K2Si3O7, NaOOCCH3, KOOCCH3, Cu(OOCCH3)2, Na2C4H4O6, K2C4H4O6, Na3BO3 und K3BO3. Diese Salze werden bezogen auf die Glycoglycerolipide mindestens in st?chiometrischen Mengen zugesetzt. Sofern neben den Glycoglycerolipiden auch Glycosphingolipide in der lipoiden Phase enthalten sind, werden diese Salze bezogen auf die Gesamtmenge der Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide mindestens in st?chiometrischen Mengen zugesetzt. Ferner sollte zumindest ein ?berschu? von 0,2 bis 1,0 Mol?quivalenten angewendet werden. Ein ?berschu? von 1,0 Mol?quivalenten entspricht einem 100%igen ?berschu?. Bevorzugt ist in de Regel ein ?berschuss von 1,0 Mol?quivalenten bis 10,0 Mol?quivalenten, weiter bevorzugt von 2,0 Mol?quivalenten bis 9,0 Mol?quivalenten, weiter bevorzugt von 3,0 Mol?quivalenten bis 8,0 Mol?quivalenten, weiter bevorzugt von 4,0 Mol?quivalenten bis 7,0 Mol?quivalenten.

In einer bevorzugten Ausf?hrungsform der vorliegenden Erfindung enth?lt die in Schritt B1) zugesetzte w?ssrige Phase die oben genannten Anionen in Form ihrer Natriumsalze. In einer bevorzugten Ausf?hrungsform der vorliegenden Erfindung enth?lt die in Schritt B1) zugesetzte w?ssrige Phase neben den oben genannten Anionen au?er Chlorid- und/oder Bromidionen keine weiteren Anionen.

Es wird daher erfindungsgem??e bevorzugt, wenn die unter Schritt B1) zugesetzte w?ssrige Phase abgesehen von Carbonat (CO32?), Hydrogencarbonat (HCO3?), Metasilicat (SiO32?), Orthosilicat (SiO44?), Disilicat (Si2O52?), Trisilicat (Si3O72?), Acetat (CH3COO?), Borat (BO33?) oder Tartrat (C4H4O62?) keine weiteren Anionen, d. h. kein Phosphat, kein Iodid, kein Fluorid, kein Nitrit, kein Nitrat, kein Hydrogenphosphat, kein Dihydrogenphosphat und kein Cyanid enth?lt.

Dem Fachmann ist jedoch bewusst, dass je nach Quelle und Qualit?t des verwendeten Wassers f?r die Herstellung der unter Schritt B1) als auch unter Schritt A2) oder Schritt A2') oder Schritt E1) zugesetzten w?ssrigen Phase unvermeidbare Verunreinigungen in Form anderer Kationen und/oder Anionen vorhanden sein k?nnen.

Des Weiteren ist bevorzugt, wenn in der zugesetzten w?ssrigen Phase eines oder mehrere der folgenden Kationen anwesend ist/sind: Li+, Mg2+, Ca2+, Ti2+, Ti4+, Fe2+, Fe3+, Co2+, Co3+, Ni2+, Cu2+, Zn2+, Sn2+ oder Sn4+. Vorzugsweise wird daher in Schritt B1) die lipoide Phase mit einer w?ssrigen Phase versetzt wird, welche Kationen eines Salzes enth?lt, welches in Wasser bei 20?C eine L?slichkeit von mindestens 30 g/L besitzt und bei der Dissoziation in Wasser Li+, Mg2+, Ca2+, Ti2+, Ti4+, Fe2+, Fe3+, Co2+, Co3+, Ni2+, Cu2+, Zn2+, Sn2+ oder Sn4+ Ionen bildet.

Geeignete Salze, welche der zuzusetzenden w?ssrigen Phase zugegeben werden k?nnen, sind beispielsweise: LiCl, LiBr, MgCl2, CaCl2, MgBr2, CaBr2, Mg(OAc)2, Ca(OAc)2, MgCO3, CaCO3, TiCl2, TiCl4, FeCl2, FeCl3, CoCl2, CoCl3, NiCl2, CuCl2, TiBr2, TiBr4, FeBr2, FeBr3, CoBr2, CoBr3, NiBr2, CuBr2, Cu(OAc)2, ZnCl2, ZnBr2, Zn(OAc)2, SnCl2, SnBr2, SnCl4 oder SnBr4.

Die in Schritt B1) zuzusetzende w?ssrige Phase hat vorzugsweise einen pH-Wert im Bereich von 7,0 bis 13,5, weiter bevorzugt von 7,5 bis 12,0, weiter bevorzugt von 8,0 bis 11,0. Der pH-Wert kann falls erforderlich mittels Zugabe z. B. von Essigs?ure eingestellt werden. Der pH-Wert h?ngt nat?rlich auch von dem zugesetzten Salz ab. Bei der Verwendung von Metasilicat (MS) liegt der pH-Wert vorzugsweise im Bereich von 12,0 bis 13,5, vorzugsweise 12,5 bis 13,5. Bei der Verwendung von Carbonat (Natriumcarbonat: NC) liegt der pH-Wert vorzugsweise im Bereich von 10,0 bis 12,0, vorzugsweise 10,5 bis 11,5. Bei der Verwendung von Acetat (Ac; Natriumacetat: NAc) liegt der pH-Wert vorzugsweise im Bereich von 7,0 bis 9,0, vorzugsweise 7,5 bis 8,5. Bei der Verwendung von Hydrogencarbonat (HC; Natriumhydrogencarbonat: NHC) liegt der pH-Wert vorzugsweise im Bereich von 7,0 bis 9,0, vorzugsweise 7,5 bis 8,5.

Die in Schritt E1) zuzusetzende w?ssrige Phase hat vorzugsweise einen pH-Wert im Bereich von 10,0 bis 14,0, weiter bevorzugt von 11,0 bis 13,7, weiter bevorzugt von 12,0 bis 13,5. Der pH-Wert kann falls erforderlich mittels Zugabe von z. B. Essigs?ure eingestellt werden.

Die Zugabe der w?ssrigen Phase zur lipoiden Phase erfolgt vorzugsweise bei Raumtemperatur oder bei einer Temperatur im Bereich von 10?C bis 50?C.

Die Durchmischung findet bei Atmosph?rendruck und einer Temperatur im Bereich von 10?C bis 90?C, bevorzugt 15?C bis 70?C, weiter bevorzugt 20?C bis 60?C und insbesondere bevorzugt 25?C bis 50?C statt. Die Abtrennung der w?ssrigen Phase nach Durchmischung erfolgt vorzugsweise bei Atmosph?rendruck und einer Temperatur im Bereich von 10?C bis 90?C, bevorzugt 15?C bis 70?C, weiter bevorzugt 20?C bis 60?C und insbesondere bevorzugt 25?C bis 50?C.

Da die erfindungsgem??e Abtrennung von Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden aus lipoiden Phasen erfolgen kann, in denen aus vorgenannten Gr?nden auch hydratisierbare leicht wasserl?sliche Verbindungen enthalten sein k?nnen, kann es von Interesse sein, diese Verbindungen separat abzutrennen. Hierzu kann vor Zugabe der in den vorherigen Abs?tzen bezeichneten w?ssrigen Phase gem?? Schritt B1) nach Schritt A1) noch folgender Schritt A2) folgen:
A2) Versetzen der lipoiden Phase mit Wasser als w?ssrige Phase, nachfolgendes Durchmischen der lipoiden Phase und der w?ssrigen Phase und Abtrennung der w?ssrigen Phase.

Somit ist ein Aspekt der vorliegenden Erfindung auf ein Verfahren gerichtet, welches nach Schritt A1) und vor Schritt B1) den folgenden Schritt A2) umfasst:
A2) Versetzen der lipoiden Phase mit Wasser als w?ssrige Phase, nachfolgendes Durchmischen der lipoiden Phase und der w?ssrigen Phase und Abtrennung der w?ssrigen Phase.

Anstelle von Wasser als w?ssriger Phase oder neutraler w?ssriger Phase kann auch eine saure w?ssrige Phase eingesetzt werden, welches beispielsweise Zitronens?ure, Phosphors?ure, Essigs?ure, Ameisens?ure oder Oxas?ure enth?lt. Daher ist eine weitere m?gliche Variante der vorliegenden Erfinden auf ein Verfahren gerichtet, welches nach Schritt A1) und vor Schritt B1) den folgenden Schritt A2') umfasst:
A2') Versetzen der lipoiden Phase mit einer w?ssrigen Carbons?ure-L?sung oder einer w?ssrigen L?sung einer anorganischen S?ure mit einem pH-Wert zwischen 3,0 bis 5,0 als w?ssrige Phase, nachfolgendes Durchmischen der lipoiden Phase und der w?ssrigen Phase und Abtrennung der w?ssrigen Phase.

Als anorganische S?uren eignen sich beispielsweise Phosphors?ure, Schwefels?ure als auch Salzs?ure. In einigen Ausf?hrungsformen der vorliegenden Erfindung kann es von Vorteil und somit bevorzugt sein, wenn als erster Schritt nach der Bereitstellung einer lipoiden Phase enthaltend Acylglyceride, Glycolipide, Glycoglycerolipide, Glycophospholipide, Phospholipide und freien Fetts?uren der Schritt A2) oder A2') durchgef?hrt wird. Dies gilt besonders f?r lipoide Phasen, die neben Acylglyceriden, Glycolipiden, Glycoglycerolipiden, Glycophospholipiden besonders viele Phospholipide enthalten und welche gut durch einen Schritt A2) oder A2') abgetrennt werden k?nnen. Nach Durchmischen der lipoiden Phase mit einer w?ssrigen Phase in Form von destilliertem Wasser bzw. einer schwachen S?ure, wird die resultierende w?ssrige Phase von der lipoiden Phase abgetrennt und kann verworfen oder zur weiteren Verwendung gesammelt werden. Hierdurch k?nnen hydrophile Substanzen wie Salze, aber auch leicht hydrolysierbare Phospholipide (z. B. Phosphatidylcholin, auch als Lecithin bezeichnet) oder Glycolipide mit Carboxylat-, Sulfat- und/oder Sulfonatgruppe(n) abgetrennt werden. Fetts?uren, Glycoglycerolipide und Glycophospholipide werden hierdurch gar nicht oder nur in einem sehr geringen Ma?e abgetrennt. Durch die Abtrennung von hydratisierbaren Verbindungen aus einer lipoiden Phase wird die Gewinnung einer reineren Form von Glycoglycerolipiden und Glycophospholipiden erm?glicht, was die weitere Aufbereitung der abgetrennten Fraktion der Glycoglycerolipide und Glycophospholipide wesentlich erleichtert. Daher sind die Verfahrensschritte A1) und A2) besonders bevorzugte Ausf?hrungsformen um eine reinere Form von Glycoglycerolipiden und Glycophospholipiden mit den erfindungsgem??en Verfahrensschritten B1) und B2) zu erhalten. Somit betrifft die vorliegende Erfindung auch Gemische enthaltend Glycoglycerolipide, Glycosphingolipide, Sterylglycoside oder Kombinationen der vorgenannten Stoffe wie z. B. Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide oder Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide und Sterylglycoside erh?ltlich nach einem der Verfahren wie hierin offenbart.

Mit den Verfahrensschritten gem?? A), A1) und A2) werden allerdings neben Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden auch keine anderen nicht hydratisierbare Verbindungen wie freie Fetts?uren oder Carbons?uren aus den lipoiden Phasen entfernt. Bei einer Abtrennung der Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide gem?? den Verfahrensschritten B), B1) und B2) kann es zu der Mitabtrennung von frien Fetts?uren und Phospholipiden bzw. Glycophospholipiden kommen was die Qualit?t der abgtrennten Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide ung?nstig beeintr?chtigt. Es konnte gezeigt werden, dass insbesondere die Mitabtrennung von freien Fetts?ure, Carbons?uren und Phospholipiden durch eine geeignete Auswahl an Prozessparametern gesteuert werden kann. Dies betrifft insbesondere die Einstellung des pH-Werts der beschriebenen w?ssigen Salzl?sungen. So konnte gezeigt werden, dass auch bei einem hohen Gehalt an freien Fetts?uren in der lipoiden Phase, die mit den Verfahrensschritten B), B1) und B2) durchgef?hrten Abtrennungen der enthaltenen Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden der Gehalt der freien Fetts?uren und Phospholiden bzw. Glycophospholipiden im Wesentlichen unver?ndert bleibt, wenn der pH-Wert der w?ssrigen L?sung auf ein neutrales Niveau eigestellt wurde. Hierdurch ist die Gewinnung einer besoders vorteilhaften und reinen Fraktion an Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden mit einem w?ssrigen Abtrennungsverfahren erstmalig m?glich, sodass die eine besonders bevorzugte Ausf?hrungsform der Verfahrensschritte B), B1) und B2) mit w?ssrigen L?sungen der hierin genantnen Anionen oder Salze mit einem neutralen oder um den Neurtalbereich liegenden pH-Wert ist.

Die lipoiden Phasen, die mit den erfindungsgem??en Vorrichtungen und Verfahren zur Gewinnung einer hydrolysearmen und reinen Fraktion von Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden behandelt werden k?nnen, sind bei einigen gro?technischen Anwendungen auch Gemische, die selbst von wirtschaftlichem Interesse sind. Dies betrifft insbesondere Pflanzen?le. Es konnte nun erstmalig gezeigt werden, dass die Entferung von Glycoglycerolipiden und Glycophospholipiden sich relevant auf die Weiterverarbeitung dieser lipoiden Phasen auswirkt. So konnte bisher mit noch keinem w?ssrigen Extraktionsverfahren eine Abreicherung von freien Fetts?uren aus lipoiden Phasen, die zu > 90 Gew.-%, bevorzugt zu > 95 Gew.-% und weiter bevorzugt zu > 98 Gew.-% aus Triacylglycerolen bestehen, auf Werten < 0,1 Gew.-% gezeigt worden.

?berraschenderweise konnte nunmehr gefunden werden, dass durch eine im Anschluss an die w?ssrige Extraktion von Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden gem?? den Schritten B1) bis D1) durchgef?hrte Extraktion mit einer w?ssrigen L?sung von Guanidino- oder Amidinoverbindungen eine praktisch vollst?ndige Entfernung noch in einem Alkan- oder Triglygeridgemisch verbliebenen freien Fetts?uren und Phospholipiden m?glich ist. Eine derartige Reduktion von Fetts?uren und Phospholipiden konnte mit den gleichen Amidino- oder Guanidinoverbindungen, die im Anschluss an ein klassisches Verfahren aus dem Stand der Technik mit dem Alkan- oder Triglyceridgemisch in Verbindung gebracht wurden nicht erreicht werden. Daher stellt die Kombination einer erfindungsgem??en w?ssrigen Extraktion gem?? den Schritten B1) bis D1) und der zus?tzlichen w?ssrigen Extraktion mit einer Amidino- oder Guanidinoverbindung ein besonders vorteilhaftes Verfahren zur Erlangung einer optimalen Reduktion von Fetts?uren und Phospholipiden dar. Gleichzeitig kann hierdurch eine ?u?erst vorteilhafte weitere Reduktion der mit den erfidungsgem??en Vorrichtungen und Verfahren behandelten lipoiden Phase erm?glicht werden, sodass die Erfindung auch auf die Gewinnung einer hochveredelten glycoglycerolipidarmen lipoiden Phase gerichtet ist. Hierdurch k?nnen Triglycerid- und Alkangemische erhalten werden, die Restgehalte von freien Fetts?uren und Phospholipiden aufweisen, die deutlich unter den aktuellen DIN-Anforderungen an z. B. die Qualit?t von biogenen Kraftstoffen wie z. B. Biodiesel liegen. Dies gilt auch f?r die Maximalwerte von Erdalkalimetallen und Metallionen, die allerdings bereits nach dem Extraktionsverfahren gem?? den Schritten B1) bis D1) reduziert sind. Gleichwohl ist eine weitere Reduktion durch die zus?tzliche w?ssrige Extraktion mit einer Amidino- oder Guanidinverbindung m?glich.

Eine insbesondere bevorzugte Ausf?hrungsform der vorliegenden Erfindung betrifft daher Verfahren, welche nach Schritt D1) den folgenden Schritt E1) umfassen:
E1) Versetzen der glycoglycerolipidarmen lipoiden Phase mit einer w?ssrigen Phase enthaltend mindestens eine Verbindung, welche mindestens eine Amidinogruppe und/oder mindestens eine Guanidinogruppe aufweist, nachfolgendes Durchmischen der glycoglycerolipidarmen lipoiden Phase und der w?ssrigen Phase und Abtrennung der w?ssrigen Phase.

Sofern das erfindungsgem??e Verfahren den Schritt D2) umfasst, ist eine insbesondere bevorzugte Ausf?hrungsform der vorliegenden Erfindung auf Verfahren gerichtet, welche nach Schritt D2) den folgenden Schritt E1) umfassen:
E1) Versetzen der glycoglycerolipidarmen lipoiden Phase mit einer w?ssrigen Phase enthaltend mindestens eine Verbindung, welche mindestens eine Amidinogruppe und/oder mindestens eine Guanidinogruppe aufweist, nachfolgendes Durchmischen der glycoglycerolipidarmen lipoiden Phase und der w?ssrigen Phase und Abtrennung der w?ssrigen Phase.

Beispiele f?r geeignete Verbindungen mit mindestens einer Guanidinogruppe (auch Guanidinoverbindungen genannt) und/oder mit mindestens einer Amidinogruppe (auch Amidinoverbindungen genannt) sind eingehend in der internationalen Patentanmeldung WO 2011160857 A2 offenbart. Als Guanidinogruppe wird der chemische Rest H2N-C(NH)-NH- sowie dessen cyclische Formen bezeichnet und als Amidinogruppe der chemische Rest H2N-C(NH)- sowie dessen cyclische Formen (s. Beispiele unten). Bevorzugt sind Guanidinoverbindungen, welche zus?tzlich zur Guanidinogruppe mindestens eine Carboxylatgruppe(-COOH) aufweisen. Ferner ist bevorzugt, wenn die Carboxylatgruppe(n) durch mindestens ein Kohlenstoffatom von der Guanidinogruppe im Molek?l getrennt sind. Bevorzugt sind auch Amidinoverbindungen, welche zus?tzlich zur Amidinogruppe mindestens eine Carboxylatgruppe(-COOH) aufweisen. Ferner ist bevorzugt, wenn die Carboxylatgruppe(n) durch mindestens ein Kohlenstoffatom von der Amidinogruppe im Molek?l getrennt sind.

Diese Guanidinoverbindungen und Amidinoverbindungen haben vorzugsweise einen Verteilungskoeffizienten KOW zwischen n-Octanol und Wasser von keiner 6,3 (KOW < 6,3).

Insbesondere bevorzugt sind Argininderivate. Argininderivate sind definiert als Verbindungen, welche eine Guanidinogruppe und eine Carboxylatgruppe oder eine Amidinogruppe und eine Carboxylatgruppe aufweisen, wobei Guanidinogruppe und Carboxylatgruppe oder Amidinogruppe und Carboxylatgruppe durch mindestens ein Kohlenstoffatom voneinander entfernt sind, d. h. sich zumindest eine der folgenden Gruppen zwischen der Guanidinogruppe oder der Amidinogruppe und der Carboxylatgruppe befindet: -CH2-, -CHR-, -CRR'-, worin R und R unabh?ngig voneinander beliebige chemische Reste darstellen. Nat?rlich kann der Abstand zwischen der Guanidinogruppe und der Carboxylatgruppe oder der Amidinogruppe und der Carboxylatgruppe auch mehr als ein Kohlenstoffatom betragen, beispielweise bei folgenden Gruppen -(CH2)n-, -(CHR)n-, -(CRR')n-, mit n = 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8 oder 9 wie es z. B. bei Amidinopropions?ure, Amidinobutters?ure, Guanidinopropions?ure oder Guanidinobutters?ure der Fall ist. Verbindungen mit mehr als einer Guanidinogruppe und mehr als einer Carboxylatgruppe sind beispielsweise Oligoarginin und Polyarginin.

Im Folgenden werden Beispiele f?r bevorzugte Verbindungen mit einer Guanidinogruppe oder einer Amidinogruppe und einer Carboxylatgruppe gezeigt.

Bevorzugte Argininderivate sind Verbindungen der folgenden allgemeinen Formel (I) oder (II) worin
R', R'', R''' und R'''' unabh?ngig voneinander bedeuten: -H, -OH, -CH=CH2, -CH2-CH=CH2, -C(CH3)=CH2, -CH=CH-CH3, -C2H4-CH=CH2, -CH3, -C2H5, -C3H7, -CH(CH3)2, -C4H9, -CH2-CH(CH3)2, -CH(CH3)-C2H5, -C(CH3)3, -C5H11, -CH(CH3)-C3H7, -CH2-CH(CH3)-C2H5, -CH(CH3)-CH(CH3)2, -C(CH3)2-C2H5, -CH2-C(CH3)3, -CH(C2H5)2, -C2H4-CH(CH3)2, -C6H13, -C7H15, cyclo-C3H5, cyclo-C4H7, cyclo-O5H9, cyclo-C6H11, -PO3H2, -PO3H, -PO32, -NO2, -C?CH, -C?C-CH3, -CH2-C?CH, -C2H4-C?CH, -CH2-C?C-CH3,
oder R und R'' zusammen eine der folgenden Gruppen bilden: -CH2-CH2-, -CO-CH2-, -CH2-CO-, -CH=CH-, -CO-CH=CH CH=CH-CO-, -CO-CH2-CH2-, -CH2-CH2-CO-, -CH2-CO-CH2- or -CH2-CH2-CH2-;
X f?r -NH-, -NR''''-, -O-, -S-, -CH2-, -C2H4-, -C3H6-, -C4H8- oder -C5H10- steht oder f?r eine C1 bis C5 Kohlenstoffkette, welche mit einem oder mehreren der folgenden Reste substituiert sein kann: -F, -Cl, -OH, -OCH3, -OC2H5, -NH2, -NHCH3, -NH(C2H5), -N(CH3)2, -N(C2H5)2, -SH, -NO2, -PO3H2, -PO3H?, -PO32?, -CH3, -C2H5, -CH=CH2, -C?CH, -COOH, -COOCH3, -COOC2H5, -COCH3, -COC2H5, -O-COCH3, -O-COC2H5, -CN, -CF3, -C2F5, -OCF3, -OC2F5;
L einen hydrophilen Substituenten bedeutet ausgew?hlt aus der Gruppe bestehend aus:
-NH2, -OH, -PO3H2, -PO3H?, -PO32?, -OPO3H2, -OPO3H?, -OPO32?, -COOH, -COO?, -CO-NH2, -NH3+, -NH-CO-NH2, -N(CH3)3+, -N(C2H5)3+, -N(C3H7)3+, -NH(CH3)2+, -NH(C2H5)2+, -NH(C3H7)2+, -NHCH3, -NHC2H5, -NHC3H7, -NH2CH3+, -NH2C2H5+, -NH2C3H7+, -SO3H, -SO3?, -SO2NH2, -CO-COOH, -O-CO-NH2, -C(NH)-NH2, -NH-C(NH)-NH2, -NH-CS-NH2, -NH-COOH,

Der Verfahrensschritt E1) eignet sich insbesondere, um weiter aufbereitete lipoide glycolipid- und carbons?urearme Phasen zu erhalten, welche gleichzeitig nur noch minimale Restmengen an Kalium, Phosphor, Eisen, Calcium, freie Fetts?uren, Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden aufweisen. Somit ist ein weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung auf cabons?urearme lipoide glycolipid- und carbons?urearme Phasen gerichtet, welche nach einem erfindungsgem??en Verfahren erhalten werden.

Der Schritt E1) kann auch als Schritt A2) anstelle des Waschschrittes mit Wasser oder des Waschschrittes mit einer w?ssrigen Carbons?ure-L?sung oder einer w?ssrigen Phosphors?urel?sung durchgef?hrt werden oder als Schritt A3) nach einem Waschschritt mit Wasser [Schritt A2)] oder als Schritt A3) nach einem Waschschritt mit w?ssriger Carbons?ure-L?sung oder mit w?ssriger Phosphors?urel?sung, Schwefels?urel?sung oder Salzs?urel?sung [Schritt A2')]. Die Anwendung von Schritt E1) ist insbesondere nach dem initial erfolgten Schritt A2) besonders vorteilhaft, da hiermit, die zur Gewinnung einer besonders vorteilhaften phospholipid- und hydrolysearmen Glycoglycerolipid- und Glycosphingolipidfraktion eingetragenen S?uren, unter besonders schonenden Bedingungen und vollst?ndig entfernt werden k?nnen, so dass hierdurch gleichzeitig unter besonders schonenden Bedingungen eine carbons?urearme lipoide Phase gewonnen werden kann. Erfindungsgem?? ist daher bevorzugt, einen Schritt A2) oder A2') durchzuf?hren, um leicht wasserl?sliche Bestandteile der lipoiden Phase zu entfernen, d. h. Substanzen mit einem HLB-Wert von vorzugsweise > 18, bevorzugt > 16, weiter bevorzugt > 15 und danach den erfindungsgem??en Schritt B1) durchzuf?hren, um eine w?ssrige Phase mit einem m?glichst hohen Reinheitsgrad der gewinnbaren Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide zu erhalten.

Sofern erw?nscht, sind die Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide weiter in solche mit geladenen Gruppen, wie z. B. Phosphat, Sulfonat, Sulfat und solche ohne geladene Gruppe (also z. B. ohne Phosphat, Sulfonat, Sulfat) zu separieren, so wird vorzugsweise Schritt B1) mittels einer w?ssrigen Phase enthaltend Anionen eines Salzes durchgef?hrt, welches in Wasser bei 20?C eine L?slichkeit von mindestens 30 g/L besitzt und bei der Dissoziation in Wasser Carbonat (CO32?), Metasilicat (SiO32?), Orthosilicat (SiO44?), Disilicat (Si2O52?), oder Trisilicat (Si3O72?) bildet, und danach die erhaltene w?ssrige Phase entahltend die Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide mittels geeigneter organischer L?sungsmittel wie z. B. Dimethyleter oder Chloroform extrahiert. Gegebenenfalls kann es hilfreich sein zus?tzlich polarere L?sungsmittel zur Separation einzusetzen, wie z. B. Methanol. Bei diesem weiteren Trennschritt bleiben die Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide mit geladenen Gruppen wie z. B. Phosphatgruppen, Sulfonatgruppen oder Sulfatgruppen in der w?ssrigen Phase und die Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide ohne ionische Gruppen gehen in die organische Phase ?ber. M?chte man hingegen bereits aus der lipoiden Phasen eine Fraktion mit einem m?glichst hohen Anteil an Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden ohne ionische Gruppen abtrennen, so wird vorzugsweise vor Schritt B1) ein Waschschritt mittels Wasser [Schritt A2)] oder S?urel?sung [Schritt A2')] durchgef?hrt.

Erfindungsgem?? lassen sich vorzugsweise die folgenden Glycoglycerolipide aus einer lipoiden Phase gewinnen:

Die Reste R, R1 und R2 stehen dabei f?r die Kohlenstoffreste von Fetts?uren, wobei die Formeln RCOOH, R1COOH und R2COOH die entsprechenden Fetts?uren definieren. Insbesondere sind Fetts?urereste (RCOO-, R1COO- und R2COO-) mit 14 bis 24 Kohlenstoffatomen, bevorzugt 16 bis 22 Kohlenstoffatomen und weiter bevorzugt 18 bis 20 Kohlenstoffatomen bevorzugt. Zudem sind Fetts?urereste mit einer geraden Anzahl an Kohlenstoffatomen bevorzugt.

Beispiele f?r erfindungsgem?? aus lipoiden Phasen gewinnbare Glycoglycerolipid ohne ionische Gruppen sind beispielsweise

Beispiele f?r erfindungsgem?? aus lipoiden Phasen gewinnbare Glycoglycerolipide mit ionische Gruppen (wie z. B. Phosphat, Sulfat, Sulfonat) sind beispielsweise:

Die vorher genannten Verbindungen sind Beispiele von Glycoglycerolipiden, welche in der lipoiden Phase enthalten sind. Erfindungsgem?? werden vorzugsweise Glycoglycerolipide ohne ionische Gruppen aus der lipoiden Phase gewonnen. Der Begriff lipoide Phase bezeichnet daher das Ausgangsmaterial oder Edukt, welches gem?? der Schritte A1), B1), C1) und D1) oder gem?? der Schritte A1), A2), B1), C1) und D1) oder gem?? der Schritte A1), A2'), B1), C1') und D1) behandelt wird. Es ergibt sich eine w?ssrige Phase, welche auch als abgetrennte w?ssrige Phase bezeichnet wird, aus der die abgetrennten Glycoglycerolipide und sofern in der lipoiden Phasen vorhanden, die Glycosphingolipide, Glycolipide und/oder Glycophospholipide gem?? Schritt D2) gewonnen werden k?nnen. Diese Gewinnung einer hydrolysearmen Fraktion von Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden erfolgt vorzugsweise durch Extraktion aus der nach den Schritten D1) oder D2) erhaltenen w?ssrigen Phase mit L?sungsmitteln wie z. B. Chloroform, Methylenchlorid und/oder Methanol. Zudem erh?lt man die lipoide glycoglycerolipidarme Phase, welche aufgrund der vorgenannten Schritte A1), B1), C1) und D1) optional kombiniert mit Schritt A2) oder A2') in den Gehalten an Kalium, Eisen, Calcium, Glycoglycerolipiden und sofern vorhanden im Edukt an Glycosphingolipiden, Glycolipide und/oder Glycophospholipide deutlich reduziert worden ist. Als lipoide glycoglycerolipidarme Phase bezeichnet man die lipoide Phase unmittelbar nach dem Schritt D1). Diese lipoide glycoglycerolipidarme Phase stellt bereits eine veredelte lipoide Phase dar und kann dann nach dem Schritt E1) weiter aufbereitet werden, um eine hochveredelte lipoide glycoglycerolipidarme Phase zu erhalten. Die nach Schritt E1) erhaltene hochveredelte lipoide glycoglycerolipidarme Phase wird als lipoide glycoglycerolipid- und carbons?urearme Phase oder zur besseren Unterscheidung von der lipoiden glycoglycerolipidarmen Phase nach Schritt D1) als weiter aufbereitete lipoide glycoglycerolipidarme Phase bezeichnet.

Daher betrifft die vorliegende Erfindung auch lipoide glycoglycerolipid- und/oder carbons?urearme Phasen vorzugsweise bestehend zu mindestens 90 Gew.-% aus Acylglyceriden, d. h. aus einem Gemisch von Triacylglyceriden, Diacylglyceriden und Monoacylglyceriden mit einem Gehalt an K < 5 ppm, P < 5 ppm, bevorzugt P < 4 ppm, weiter bevorzugt P < 3 ppm, weiter bevorzugt P < 2 ppm und insbesondere bevorzugt P < 1 ppm, Fe < 5 ppm, bevorzugt Fe < 4 ppm, weiter bevorzugt Fe < 3 ppm, weiter bevorzugt Fe < 2 ppm, weiter bevorzugt Fe < 1 ppm und insbesondere bevorzugt Fe < 0,1 ppm, Ca < 5 ppm und freien Fetts?uren < 0,30 Gew.-%, bevorzugt < 0,26 Gew.-%, weiter bevorzugt < 0,23 Gew.-%, weiter bevorzugt < 0,21 Gew.-%, weiter bevorzugt < 0,19 Gew.-%, weiter bevorzugt < 0,17 Gew.-%, weiter bevorzugt < 0,15 Gew.-% und insbesondere bevorzugt < 0,13 Gew.-%.

Die vorliegende Erfindung betrifft des weiteren eine lipoide glycoglycerolipid- und/oder carbons?urearme Phase vorzugsweise bestehend zu mindestens 90 Gew.-% aus Acylglyceriden, d. h. aus einem Gemisch von Triacylglyceriden, Diacylglyceriden und Monoacylglyceriden mit einem Gehalt an P < 0,8 mg/kg, vorzugsweise P < 0,7 mg/kg, vorzugsweise P < 0,6 mg/kg, Fe < 0,015 mg/kg, vorzugsweise Fe < 0,013 mg/kg, vorzugsweise Fe < 0,011 mg/kg, vorzugsweise Fe < 0,009 mg/kg, Ca < 0,5 mg/kg, vorzugsweise Ca < 0,4 mg/kg, Mg < 0,12 mg/kg, vorzugsweise Mg < 0,11 mg/kg, vorzugsweise Mg < 0,10 mg/kg, Cr < 0,01 mg/kg, vorzugsweise Cr < 0,009 mg/kg, vorzugsweise Cr < 0,008 mg/kg, vorzugsweise Cr < 0,007 mg/kg, Zn < 0,01 mg/kg, vorzugsweise Zn < 0,009 mg/kg, vorzugsweise Zn < 0,008 mg/kg, vorzugsweise Zn < 0,007 mg/kg, Mn < 0,005 mg/kg, vorzugsweise Mn < 0,004 mg/kg, vorzugsweise Mn < 0,003 mg/kg und/oder FFA < 0,3 Gew.-%, vorzugsweise FFA < 0,28 Gew.-%, vorzugsweise FFA < 0,26 Gew.-%, vorzugsweise FFA < 0,24 Gew.-%, vorzugsweise FFA < 0,22 Gew.-%, vorzugsweise FFA < 0,20 Gew.-%. Ferner betrifft die vorliegende Erfindung lipoide glycoglycerolipidarme Phasen bestehend zu mindestens 90 Gew.-% aus Acylglyceriden mit einem Gehalt an P < 1 ppm, Fe < 0,04 ppm, Ca < 0,4 ppm, Mg < 0,1 ppm, Pb < 0,02 ppm, Cu < 0,02 ppm, Cr < 0,02 ppm, Ni < 0,02 ppm, Cd < 0,02 ppm, Zn < 0,02 ppm und FFA < 0,3 Gew.-%.

Die erfindungsgem??en lipoiden glycoglycerolipidarmen Phasen lassen sich aus selbst qualitativ schlechten Edukten, d. h. lipoiden Phasen gewinnen. Unter qualitativ schlechte lipoide Phasen werden solche verstanden, die bis zu 50 Gew.-% freie Fetts?uren enthalten und Mengen an K zwischen 50 und 500 ppm, P zwischen 100 und 1.500 ppm, Fe zwischen 50 und 500 ppm und Ca zwischen 50 und 500 ppm aufweisen.

Der Begriff ?Fetts?uren? wird hierin synonym mit dem Begriff ?freie Fetts?uren? verwendet. Der Zusatz ?freie? soll verdeutlichen, dass es sich um nicht gebundene Fetts?uren handelt, weil in der lipoiden Phase der ?berwiegende Anteil der Bestandteile gebundene Fetts?uren enth?lt. Als Fetts?uren werden aliphatische Monocarbons?uren mit mindestens 8 Kohlenstoffatomen bezeichnet.

Als ?Carbons?uren? werden S?uren mit mindestens einer Carboxylatgruppe bezeichnet. Somit umfassen Carbons?ure auch Fetts?uren.

Der Begriff ?lipoide Phase?, wie hierin verwendet, umfasst Stoffgemische biologischer Herkunft, die also aus Pflanzen, Algen, Tieren und/oder Mikroorganismen gewonnen werden k?nnen und die einen Wassergehalt von < 10% und einen Gehalt an lipophilen Substanzen umfassend Monoacylglyceride, Diacylglyceride und/oder Triacylglyceride von insgesamt > 70 Gew.-% oder > 75 Gew.-% oder > 80 Gew.-% oder > 85 Gew.-% oder > 90 Gew.-% oder > 95 Gew.-% aufweisen. So kann es sich bei den lipoiden Phasen beispielsweise um Extrakte ?lhaltiger Pflanzen und Mikroorganismen handeln wie Kerne von Raps, Soja, Leindotter, Jatropha, Palmen, aber auch von Algen und Mirkroalgen sowie um tierische Fette und ?le. Die lipoiden Phasen haben bevorzugt einen Wassergehalt von < 10% und einen Anteil an Alkanen und/oder cyclischen Aromaten und/oder Mono-/Di-/Triglyceriden (Acylglyceride) von > 75%. Dabei ist es unerheblich, ob es sich bei der lipoiden Phase um eine Suspension, Emulsion oder kolloidale Fl?ssigkeit handelt. Sofern es sich bei den lipoiden Phasen um Extrakte bzw. Extraktionsphasen lipoider Stoffe aus einer zuvor erfolgten Abtrennung oder Extraktion handelt, kann die lipoide Phase auch zu einem Anteil von > 50% aus organischen L?sungsmitteln oder Kohlenwasserstoffverbindungen bestehen.

Als nat?rlicher Bestandteil praktisch s?mtlicher Zellen in pflanzlichen und tierischen Lebewesen, kommen sowohl Phospholipide, Glycolipide, Glycoglycerolipide als auch Glycosphingolipide unvermeidlich ebenfalls in aus diesen Lebewesen oder Pflanzen gewonnenen lipoiden Phasen (wie z. B. Pflanzen?le oder tierische ?le) vor. Zu welchem Anteil dies tats?chlich der Fall ist h?ngt nicht nur von dem Gewebe, aus dem extrahiert wurde, sondern auch von dem Extraktionsverfahren ab. In Tabelle 1 sind Zusammensetzungen lipoider Phasen zusammengefasst, die aus diversen Nutzpflanzen gewonnen wurden. Hier l?sst sich bereits erkennen, dass in der Regel die Neutrallipide den Hauptanteil der lipoiden Phasen ausmachen, jedoch der Anteil an Phospholipiden und Glycolipiden/Glycoglycerolipiden/Glycosphingolipiden ?u?ert variabel ist. So reicht der Anteil an Glycolipiden, Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden von 0,2% in Kokos?l, ?ber ca. 2% in Borretsch?l und 6,3?7% in Reiskleien?l bis hin zu 19,4% in ?l aus Avokadokernen.

Tab. 1: Gehalt an Lipiden ohne ionische Gruppen (NL) Acylglyceriden (AG), Phospholipiden (P1) und Glycolipiden zusammen mit Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden (GL) in den Samen (S) bzw. den daraus gewonnenen ?len ausgew?hlter Pflanzen. Der Gehalt an AG, PL sowie GL ist in Prozent des gesamten ?ls angegeben. Bei Samen ist z. T. zus?tzlich angegeben, wie hoch der prozentuale ?lanteil (total) im Vergleich zur Samenmasse ist.

Auch wenn die oben erw?hnten Fetts?ureglycoside umfassend Trehalose-Lipide, Mannosylerythritol-Lipide, Cellobiose-Lipide, Rhamnolipide und Sophorolipide nicht von Tieren oder Pflanzen sondern von Bakterien, Pilzen und Hefen synthetisiert werden und somit auch nicht als nat?rlicher Bestandteil pflanzlicher oder tierischer ?le vorkommen, so werden zu der Bildung dieser Emulgatoren Kohlenwasserstoffquellen ben?tigt. Ein wesentlicher Nachteil von Emulgatoren nat?rlicher Herkunft (Bio-Emulgatoren) gegen?ber industriell synthetisierten Emulgatoren sind die bislang noch h?heren Herstellungskosten. In der Biotechnologie werden daher zur Gewinnung der Bio-Emulgatoren im gro?en Ma?stab Wachstumsmedien verwendet, die als kosteng?nstige Kohlenwasserstoffquelle pflanzliche ?le (z. B. Sonnenblumen?l, Raps?l, Palm?l, Jatropha-?l, Rizinus?l, etc.) aber auch bei deren Gewinnung anfallende Abfallprodukte (z. B. Kokosnusskuchen, Sojakuchen, Erdnusskuchen, Seifenstock oder ?Soap-Stock?, Rapsschrot, etc.) verwendet. Ebenfalls k?nnen als kosteng?nstige Kohlenwasserstoffquelle Abfallprodukte aus der Produktion tierischer Lebensmittel (z. B. Talg, Fisch?le, Molke) verwendet werden. So entstehen also lipoide Phasen die neben pflanzlichen ?len oder tierischen ?len auch durch Mikroorganismen gebildete Bio-Emulgatoren aus der Gruppe der Glycolipide enthalten.

Da ca. 60% der Herstellungskosten bei Bio-Emulgatoren durch die nach der Synthese durch Mikroorganismen anfallenden Kosten durch die Aufreinigung entstehen, existiert ein Bedarf an effizienten und kosteng?nstigen Verfahren zur Aufreinigung der zu den Glycolipiden geh?renden Trehalose-Lipide, Mannosylerythritol-Lipide, Cellobiose-Lipide, Rhamnolipide und Sophorolipide aus lipoiden Phasen.

Zu den lipoiden Phasen im Sinne der hierin verwendeten Definition z?hlen u. a. Acai-?l, Acrocomia-?l, Mandel?l, Babassu?l, Johannisbeersamen?l, Borretschsamen?l, Raps?l, Cashew-?l, Rizinus?l, Kokos?l, Koriander?l, Mais?l, Baumwollsamen?l, Kramben-?l, Leinsamen?l, Traubenkern?l, Haselnuss?l, andere Nuss?le, Hanfsamen?l, Jatropha-?l, Jojoba-?l, Macadamianuss?l, Mangokern?l, Wiesenschaumkraut-?l, Senf?l, Klauen?l, Oliven?l, Palm?l, Palmkern?l, Palmolein?l, Erdnuss?l, Pecan-?l, Pinienkern?l, Pistazien?l, Mohn?l, Reiskeim?l, Distel?l, Kamelien-?l, Sesam?l, Sheabutter-?l, Soja?l, Sonnenblumen?l, Tall?l, Tsubaki-?l, Walnuss?l, Sorten von ?nat?rlichen? ?len mit ver?nderten Fetts?urezusammensetzungen ?ber genetisch ver?nderte Organismen (GVO) oder traditionellen Z?chtungen, Neochloris oleoabundans ?l, Scenedesmus dimorphus ?l, Euglena gracilis ?l, Phaeodactylum tricornutum ?l, Pleurochrysis carterae ?l, Prymnesium parvum ?l, Tetraselmis chui ?l, Tetraselmis suecica ?l, Isochrysis galbana ?l, Nannochloropsis salina ?l, Botryococcus braunii ?l, Dunaliella tertiolecta ?l, Nannochloris ?l, Spirulina ?l, Chlorophyceae ?l, Bacilliarophyta ?l, eine Mischung aus den vorhergehenden ?len sowie tierische ?le (besonders Seetier?le) und Biodiesel.

Die zu Beginn des erfindungsgem??en Verfahrens zum Abtrennen von Glycoglycerolipiden und sofern in der lipoiden Phase vorhanden, von Glycosphingolipiden, Glycolipiden und/oder Glycophospholipiden bereitgestellte lipoide Phase kann auch als lipoide Rohphase bezeichnet werden und weist noch einen vergleichsweise hohen Gehalt an Begleitstoffen wie Metallionen, ionische Lipide, Fetts?uren und unter Umst?nden anderer Substanzen (z. B. Pflanzenschutzmittelr?ckst?nde, ?therische ?le) auf. Im Rahmen des/der erfindungsgem??en w?ssrigen Extraktionsschritte(s) ver?ndert sich nat?rlich die Zusammensetzung der lipoiden Rohphase. Folglich weisen die lipoiden Phasen, die nach jedem w?ssrigen Extraktionsschritt verbleiben, eine andere Zusammensetzung als die entsprechende Ausgangsphase auf, da Substanzen, die w?hrend der w?ssrigen Extraktion aus der lipoiden Phase in die w?ssrigen Phase ?bergehen zusammen mit dieser w?ssrigen Phase abgetrennt werden. Durch das erfindungsgem??e Verfahren werden neben den Glycoglycerolipiden eventuell zusammen mit Glycosphingolipiden, Glycolipiden und/oder Glycophospholipiden (sofern vorhanden) vor allem Metallionen, ionische Lipide und/oder freie Fetts?uren durch w?ssrige Extraktion aus der lipoiden Phase entfernt. Diese Entfernung muss sich nicht zwingend auf den Schritt D1) beziehen, sondern erfolgt vorzugsweise auch im Schritt A2) und A2') und vor allem auch im Schritt E1).

Die erfindungsgem?? gewonnene w?ssrige Phase enthaltend die Glycoglycerolipide oder die Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide kann weiter separiert werden. Erfindungsgem?? sind insbesondere und vorzugsweise erhaltene w?ssrige Phasen erhaltend Glycoglycerolipide und eventuell Glycosphingolipide solche, die einen Feststoffanteil von vorzugsweise > 40 Gew.-% haben.

Es konnte gezeigt werden, dass eine unmittelbare Extrakton der lipophilen Feststoffbestandteile aus dem gewonnenen w?ssrigen Extraktionsmedium mittels organischer L?sungsmittel m?glich ist. So kann der gr??te Teil der in der Wasserphase gel?sten Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide z. B. durch Chloroform unmittelbar abgetrennt werden. Das Abtrennergebnis kann durch die Hinzugabe eines geringen Anteils an Methanol weiter verbessert werden unter Gewinnung einer transparenten organischen und w?ssrigen Phase. Zu einem prinzipiell gleichen Ergebnis kommt man, wenn zun?chst die Wasserphase unter milden Bedingungen entfernt wird und dann der Feststoff in CHCl3, CHCl3/MeOH oder Aceton gel?st wird. Die Verbindungen lassen sich mit etablierten Verfahren wie der D?nnschichtchromatographie in weitere Fraktionen auftrennen und gewinnen.

Der Begriff ?Fetts?uren?, wie hierin verwendet, bezieht sich auf freie Fetts?uren (auch FFAs angek?rzt), also Fetts?uren, welche frei vorliegen und nicht glyceridisch (d. h. an Glycerin) oder glycosidisch (d. h. an Zuckerreste) gebunden sind.

Der Begriff ?Fetts?uren? umfasst vorzugsweise die folgenden Verbindungen:
Hexans?ure, Octans?ure, Decans?ure, Dodecans?ure, Tetradecans?ure, Hexadecens?ure, Heptadecans?ure, Octadecans?ure, Eicosans?ure, Docosans?ure, Tetracosans?ure, cis-9-Tetradecens?ure, cis-9-Hexadecens?ure, cis-6-Octadecens?ure, cis-9-Octadecens?ure, cis-11-Octadecens?ure, cis-9-Eicosens?ure, cis-11-Eicosens?ure, cis-13-Docosens?ure, cis-15-Tetracosens?ure, t9-Octadecens?ure, t11-Octadecens?ure, t3-Hexadecens?ure, 9,12-Octadecadiens?ure, 6,9,12-Octadecatriens?ure, 8,11,14-Eicosatriens?ure, 5,8,11,14-Eicosatetraens?ure, 7,10,13,16-Docosatetraens?ure, 4,7,10,13,16-Docosapentaens?ure, 9,12,15-Octadecatriens?ure, 6,9,12,15-Octadecatetraens?ure, 8,11,14,17-Eicosatetraens?ure, 5,8,11,14,17-Eicosapentaens?ure, 7,10,13,16,19-Docosapentaens?ure, 4,7,10,13,16,19-Docosahexaensure, 5,8,11-Eicosatriensure, 9c11t13t-Eleostearins?ure, 8t10t12c-Calendulas?ure, 9c11t13c-Catalpins?ure, 4,7,9,11,13,16,19-Docosaheptadecans?ure, Taxoleins?ure, Pinolens?ure, Sciadons?ure, 6-Octadecins?ure, t11-Octadecen-9-ins?ure, 9-Octadecins?ure, 6-Octadecen-9-ins?ure, t10-Heptadecen-8-ins?ure, 9-Octadecen-12-ins?ure, t7,t11-Octadecadien-9-ins?ure, t8,t10-Octadecadien-12-ins?ure, 5,8,11,14-Eicosatetrains?ure, Retins?ure, Isopalmitins?ure, Pristans?ure, Phytans?ure, 11,12-Methylen-Octadecans?ure, 9,10-Methylen-Hexadecans?ure, Coronarins?ure, (R,S)-Lipons?ure, (S)-Lipons?ure, (R)-Lipons?ure, 6,8(methylsulfanyl)-Oktans?ure, 4,6-bis(methylsulfanyl)-Hexans?ure, 2,4-bis(methylsulfanyl)-Butans?ure, 1,2-Dithiolan-Carboxyls?ure, (R,S)-6,8-Dithian-Oktans?ure, (S)-6,8-Dithian-Oktans?ure, Taririns?ure, Santalbins?ure, Stearols?ure, 6,9-Octadecenins?ure, Pyrulins?ure, Crepenins?ure, Heisterins?ure, t8,t10-Octadecadien-12-ins?ure, ETYA, Cerebrons?ure, Hydroxynervons?ure, Ricinoleins?ure, Lesquerolins?ure, Brassylins?ure, und Thapsins?ure.

Der Begriff ?Acylglyceride?, wie hierin verwendet, beschreibt Verbindungen, bei denen zumindest eine Hydroxy-Gruppe eines Glycerin-Reste mit einer Fetts?ure verestert ist. Zu den Acylglyceriden z?hlen die Monoacylglyceride, bei denen eine Hydroxy-Gruppe des Glycerins mit einer Fetts?ure verestert ist, die Diacylglyceride, bei denen zwei Hydroxy-Gruppen des Glycerins mit je einer Fetts?ure verestert sind, sowie die Triacylglyceride, bei denen alle drei Hydroxy-Gruppen des Glycerins mit je einer Fetts?ure verestert sind.

Unter dem Begriff ?Glycolipid?, wie hierin verwendet, sind Verbindungen zusammengefasst, in denen ein oder mehrere Monosaccharid-Rest(e) ?ber eine glycosidische Bindung mit einem hydrophoben Acylrest verbunden ist.

?Glycoglycerolipide? sind Verbindungen, worin ein Saccharidrest an eine prim?re Hydroxygruppe von Glycerin gebunden ist und die beiden anderen Hydroxygruppen des Glycerins mit lipophilen Acylresten und insbesondere Fetts?ureresten verestert sind.

?Glycosphingolipide? sind Verbindungen, worin ein Saccharidrest glycosidisch an vorzugsweise ein Sphingolipid gebunden ist.

?Glycophosphatidylinositole? sind Verbindungen, bei denen Saccharide glycosidisch an die Inositol-Gruppe von Phosphatidylinositolen gebunden sind.

?Phospholipide?, wie hierin verwendet, sind amphiphile Lipide, die eine Phosphatgruppe enthalten und entweder zu den Phosphoglyceriden oder zu den Phosphosphingolipiden geh?ren. ?Phosphoglyceride? (auch als Glycerophospholipide oder Phosphoglycerolipide bezeichnet) bestehen aus einem Diacylglycerid, dessen verbleibende endst?ndige Hydroxy-Gruppe an einen Phosphatrest gebunden ist, welcher entweder nicht weiter modifiziert ist (Phosphatids?ure) oder mit einem Alkohol verestert ist. Die h?ufigsten Vertreter der letzteren Gruppe sind Phosphatidylcholine (auch als Lecithine als bezeichnet), Phosphatidylethanolamine und Phosphatidylserine. Die ?Phosphosphingolipide?, umfassen Lipide mit einem Sphingosin-Grundger?st, an dessen C2-Aminogruppe ?ber eine Amidbindung eine Fetts?ure gebunden ist und dessen C1-Hydroxygruppe mit einer Phosphatgruppe ?ber eine Phosphoesterbindung verkn?pft ist, wobei (wie bei den Phospholipiden) diese Phosphatgruppe wiederum mit einem Alkohol verestert sein kann. Die Begriffe ?Phospholipide? und ?Phosphatide? k?nnen gleichbedeutend verwendet werden.

neutrale Glycoglycerolipide

Zu den neutralen Glycoglycerolipiden z?hlen Glycosyldiacylglycerine, Glycosylacylalkylglycerine, Glycosyldialkylglycerine, sowie Glycoglycerolipide, deren Saccharidrest an Position 6, 2 und/oder 3 acyliert ist. Zus?tzlich gibt es an der Position 1 oder 2 des Glycerinrestes deacetylierte Glycoglycerolipide, so genannte Glycosylmonoacylglycerine. In Pflanzen ist Galactose der vorherrschende Zuckerrest in Glycoglycerolipiden, wobei prominente Beispiele Monogalactosyldiacylglycerine (MGDG, 1,2-Di-O-acyl-3-O-?-D-galactopyranosyl-sn-glycerine) und Digalactosyldiacylglycerine (DGDG, 1,2-Di-O-acyl-3-O-(6'-O-?-D-galactopyranosyl-?-D-galactopyranosyl)-sn-glycerine)) sowie Trigalactosyldiacylglycerine und Tetragalactosyldiacylglycerine sind. In den meisten Angiospermen ist sowohl bei MGDG als auch bei DGDG Linolens?ure (18:3n-3) der fast ausschlie?lich vorkommende Fetts?urerest an den Positionen 1 und 2 des Glycerin-Restes. In einigen Angiospermen (Solanaceae, Brassicaceae und Chenopodiaceae) sowie niederen Pflanzen kommt jedoch in der Position 2 des Glycerin-Restes h?ufig eine spezielle Triens?ure (16:3 n-3) vor. MGDG und dessen lyso-Formen sind f?r das Backverhalten von Weizenmehlprodukten von gro?er Bedeutung und damit industriell von hohem Interesse. In Haferk?rnern konnten so genannte DGDG-Monoestolide nachgewiesen werden, die als Fetts?uren am Glycerin eine Linols?ure und eine an Position 15 hydroxylierte Linols?ure enthalten, wobei bei letzterer die Hydroxy-Gruppe an Position 15 mit einer weiteren Linols?ure verestert ist. Analog hierzu gibt es DGDG-Diestolide, DGDG-Triestolide und sogar DGDG-Tetraestolide, bei denen die erste an Position 15 hydroxylierte Linols?ure am Glycerin-Rest mit ein bis drei weiteren an Position 15 hydroxylierten Linols?uren verestert ist bevor die abschlie?enden Veresterung mit Linols?ure erfolgt. Zudem existieren bei Pflanzen Glycoglycerolipide mit einem Galactose-Rest, der an Position 6 acyliert ist. Obgleich, wie bereits erw?hnt Galactose der vorherrschende Zuckerrest in pflanzlichen Glycoglycerolipiden ist, gibt es auch Glucose-basierte pflanzliche Glycoglycerolipide, wie z. B. das 1,2-Di-O-acyl-3-O-?-D-glucopyranosyl-sn-glycerin aus Reiskleie. Auch bei Tieren konnten Monogalactosyldiacylglycerine, Digalactosyldiacylglycerine, Monogalactosylacylalkylglycerine, Digalactosylacylalkylglycerine sowie Glucosylacylalkylglycerine nachgewiesen werden.

saure Glycoglycerolipide

Neben den neutralen Glycoglycerolipiden gibt es auch saure Glycoglycerolipide, deren Azidit?t dadurch zustande kommt, dass deren Saccharid-Rest mit Schwefels?ure oder Sulfons?ure verestert ist. Man spricht auch von Sulfoglycoglycerolipiden. Beispiele hierf?r sind

Glycosphingolipide

Glycosphingolipide sind Glycolipide, die mindestens einen Mono-, Oligo- bzw. Polysaccharid-Rest enthalten, der glycosidisch an vorzugsweise ein Sphingoid-R?ckgrat gebunden ist.

Das Sphingoid-R?ckgrat umfasst hierbei bevorzugt die folgenden Aminoalkohole: Sphingosin (d18:1, auch 4-Sphingenin), Dihydrosphingosin (d18:0, auch Sphinganin), C20-Dihydrosphingosin (d20:0, auch Eicosasphinganin), Phytosphingosin (t18:0, auch 4-Hydroxysphinganin), C20-Phytosphingosin (t20:0, auch 4-Hydroxyeicosasphinganin), Dehydrophytosphingosin (t18:1, auch 4-Hydroxy-8-sphingenin), Sphingadienin (d18:2, auch 4,8-Sphingadienin) sowie deren Strukturanaloga.

Ist die Amino-Gruppe des Sphingoid-R?ckgrates mit einer Fetts?ure verbunden, so spricht man von ?Ceramiden?.

neutrale Glycosphingolipide

  • I) Mono-, Oligo-, und Polyglycosylceramide:
    Analog zu den oben aufgef?hrten Definitionen, sind Glycosylceramide Glycolipide, die mindestens einen Mono-, Oligo- bzw. Polysaccharid-Rest enthalten, der glycosidisch an ein Ceramid gebunden ist. Die Monoglycosylceramide werden auch als ?Cerebroside? bezeichnet.

Die h?ufigsten Monoglycosylceramide bei Wirbeltieren sind die Galactocerebroside, bei denen ein Galactose-Rest glycosidisch an ein Sphingoid-R?ckgrat aus Sphingosin oder Dihydrosphingosin gebunden ist, welches an seiner Amino-Gruppe mit einer nicht-hydroxylierten oder an Position 2 hydroxylierten Fetts?ure mit einer Kettenl?nge von 20 bis 24 Kohlenstoffatomen verkn?pft ist. Ebenso konnten bei Wirbeltieren (vor allem in Blut und Milz) und bei Wirbellosen Glucocerebroside nachgewiesen werden, die als Saccharid-Rest Glucose an Stelle von Galactose enthalten. In Pflanzen kommen im Vergleich zu den ebenfalls vorhandenen Galactocerebrosiden haupts?chlich Cerebroside vor, die Glucose als Saccharid-Rest besitzen, hierbei handelt es sich bevorzugt um Glucocerebroside, deren Sphingoid-R?ckgrat aus Phytosphingosin besteht und mit einer an Position 2 hydroxylierten Fetts?ure (ges?ttigt oder einfach unges?ttigt) mit einer Kettenl?nge von 16 bis 24 Kohlenstoffatomen verkn?pft ist. Glucocerebroside mit 4,8-Sphingadienin als Sphingoid-R?ckgrat wurden in lipoiden Phasen, die aus Sojabohnen oder Mandeln extrahiert wurden, nachgewiesen. In Wolfsmilchgew?chsen wurden Glucocerebroside mit Dehydrophytosphingosin als Sphingoid-R?ckgrat und hydroxylierten Fetts?uren variabler L?nge nachgewiesen.

Galactocerebrosid (R=H) mit Ceramid aus Dihydrosphingosin-R?ckgrat und Stearins?ure Neben den Monoglycosylceramiden, existiert auch eine Vielzahl an h?her glycosylierten Glycosylceramiden. Zu den neutralen Oligoglycosylceramiden geh?ren die Digalactosylceramide, die Lactosylceramide, die Triglycosylceramide (fr?her als Globotriaosylceramide bezeichnet) sowie die Tetraglycosylceramide, die in tierischen aber auch in pflanzlichen Geweben vorkommen. Zu den Tetraglycosylceramiden geh?rt das menschliche N-Acetylgalactosaminyl-galactosyl-galactosyl-glucosylceramid.

Es folgt Tabelle 2, in der eine Auswahl an tierischen neutralen Glycosphingolipiden (Mono, Oligo-, und Polyglycosylceramide) dargestellt ist. Tabelle 2: Liste neutraler Glycosphingolipide in S?ugetieren (Quelle: Glycoscience III: Chemistry and Chemical Biology. Fraser-Reid, B.; Tatsuta, K.; Thiem, J. (Ed.), Springer Verlag, 2001, ISBN 3-540-67765-8)

  • II) Mono-, Oligo-, und Polyglycosylsphingoide
    Eine weitere Gruppe der neutralen Glycosphingolipide sind die Glycosylsphingoide, bei denen zumindest ein Saccharid-Rest glycosidisch an ein Sphingoid-R?ckgrat gebunden ist, dies jedoch an seiner Aminogruppe nicht mit einer Fetts?ure verkn?pft ist. Man spricht daher auch von deacetylierten Glycosylceramiden. Hierzu geh?ren zum Beispiel die im Gehirn von Vertebraten vorkommenden O-Sphingosylgalactoside (fr?her als Psychosine bezeichnet).
  • III) saure Glycosphingolipide: Glycosphingolipide, die als saure Gruppe einen Sulfat-Rest, einen Phosphat-Rest oder eine Carboxyl-Rest besitzen. Zu ihnen geh?ren folgende Untergruppen:
  • IV) Sialoglycosphingolipide: Glycuronoglycosphingolipide: Glycuronoglycosphingolipide sind Sphingolipide, die einen oder mehrere Urons?ure-Reste enthalten.
  • V) Sulfoglycosphingolipide: Sphingolipide, die eine oder mehrere Sulfatester an Saccharid-Resten enthalten. Hierbei handelt es sich in der Regel um Galactocerebroside, wobei die Galactose an Position 3 mit einer Sulfatgruppe verestert ist. An diesen sulfatierten Galactose-Rest k?nnen weitere Saccharid-Reste gekn?pft sein, bei denen es sich bevorzugt um Glucose-Reste handelt. Ein prominenter Vertreter ist das in der Myelinscheide von S?ugetierneuronen vorkommende 3-O-Sulfogalactosylcerebrosid.
  • VI) Phosphoglycosphingolipide: Phosphoglycosphingolipide sind Sphingolipide, die eine oder mehrere Phosphomonoester- oder Phosphodiestergruppen enthalten. In der Regel ist ein Ceramid ?ber seine Hydroxy-Gruppe an Position 1 mit einem Inositolphosphat verkn?pft. Man spricht daher auch teilweise von ?Inositol-Phosphorylceramiden?. Bei Pflanzen kann das Inositolphosphoceramid-R?ckgrat weitere N-Acetylglucosamin-, Glucosamin-, Fucose-, Glucuron-, Arabinose-, Mannose- oder Galactose-Reste tragen, die entweder an das Kohlenstoffatom in Position 2 und oder Position 6 des Inositols gebunden sein k?nnen.
  • VII) Phosphonoglycosphingolipide sind Sphingolipide, die vornehmlich in Wirbellosen vorkommen und die sich durch zumindest eine Phosphons?ureester-Bindung auszeichnen.

Glycophosphatidylinositole: Glycophosphatidylinositole sind Glycolipide, bei denen Saccharide glycosidisch an die Inositol-Gruppe von Phosphatidylinositolen gebunden sind. Sie umfassen hierbei sowohl die entsprechenden lyso-Formen der Glycophosphatidylinositole als auch Glycophosphatidylinositole mit substituierten Glycerin- bzw. Inositol-Resten, z. B. durch O-acyl-, O-alkyl- oder O-alk-1-en-1-yl-Substitutionen.

Rhamnolipide: Rhamnolipide bestehen aus ein oder zwei Rhamnose-Einheiten, die an eine Hydroxy-Gruppe einer hydroxylierten Fetts?ure gebunden sind, welche wiederum mit einer weiteren hydroxylierten Fetts?ure verestert ist, wobei die Fetts?uren eine Kettenl?nge von bevorzugt 8 bis 12 Kohlenstoffatomen, weiter bevorzugt jedoch von 10 Kohlenstoffatomen besitzen. Rhamnolipide werden bevorzugt von Bakterien der Gattung Pseudomonas gebildet, die auf einer Kohlenwasserstoffquelle wachsen, und besitzen antifungale Eigenschaften.

Sophorolipide: Sophorolipide bestehen aus dem Disaccharid Sophorose (auch 2-O-Glucopyranosyl-D-glucopyranose), die an die Hydroxy-Gruppe einer hydroxylierten Fetts?ure gebunden ist, wobei sich die Hydroxy-Gruppe entweder an dem endst?ndigen Kohlenstoffatom (Position n) oder der unmittelbar vorhergehenden Position (Position n-1) handelt. Die Sophorose kann zudem an einer oder beiden Hydroxy-Gruppen an Position 6 acetyliert sein. Eine Untergruppe der Sophorolipide sind die laktonischen Sophorolipide, bei denen die Carboxyl-Gruppe der hydroxylierten Fetts?ure mit der Hydroxy-Gruppe in 4-Position der Glucose-Untereinheit der Sophorose verestert ist. Sophorolipide werden bevorzugt von Hefen der Gattung Candida, besonders bevorzugt jedoch von Candida bombicola und Candida apicola, gebildet und ausgeschieden.

Es sei an dieser Stelle angemerkt, dass auch in Pflanzen einige Fetts?ureglycoside nachgewiesen werden konnten, bei denen ein Saccharid-Rest mit einer hydroxylierten Fetts?ure ?ber eine glycosidische Bindung zwischen zwei Hydroxy-Gruppen verkn?pft ist. Ein Beispiel hierf?r ist z. B. das Tuberons?ure-Glycosid aus der Kartoffelpflanze, bei dem die Fetts?ure Tuberons?ure (12-Hydroxy-Jasmons?ure) ?ber die Hydroxy-Gruppe an Position 12 glycosidisch mit der Hydroxy-Gruppe an Position 1 von Glucose verbunden ist.

Neben den oben aufgef?hrten Fetts?ureglycosiden, bei den ein Saccharid-Rest an eine Fetts?ure ?ber eine glycosidische Bindung zwischen zwei Hydroxy-Gruppen gebunden ist, existieren auch Fetts?ureglycoside, die durch eine Esterbindung zwischen einem Saccharid-Rest und einer Fetts?ure entstehen. Die folgende Strukturformel zeigt ein Fetts?ureglycosid aus Cyanobakterien.

Zum Beispiel existieren in Nachtschattengew?chsen Fetts?ureglycoside, bei denen ein Glucose-Rest oder ein Saccharose-Rest an zwei bis f?nf Hydroxy-Gruppen acyliert ist, wobei die Kettenl?nge der Acylgruppen bevorzugt 2 bis 12 Kohlenstoffatome betr?gt. Beispiele umfassen 2,3-Diacylglucose, 1,2,3-Triaclyglucose, 2,3,4-Triacylglucose, 2,3,4-Triacylsaccharose, 2,3,6-Triacylsaccharose, 2,3,1'-Triacylsaccharose, 1,2,3,4-Tetraacylglucose, 2,3,4,6-Tetraacylglucose, 2,3,4,6-Tetraacylsaccharose, 2,3,4,1'-Tetraacylsaccharose, 2,3,4,3'-Tetraacylsaccharose, 1,2,3,4,6-Pentaacylglucose und 2,3,4,6,3'-Pentaacylsaccharose.

Trehalose-Lipide: Trehalose-Lipide bestehen aus dem Disaccharid Trehalose (1-?-Glucopyranosyl-1-?-Glucopyranosid oder Glc(?1 ? 1)Glc), welches ?ber Esterbindungen mit zumindest einer an Position 2 verzweigten und an Position 3 hydroxylierten Fetts?ure verkn?pft ist. Bevorzugt handelt es sich bei diesen Fetts?uren um Mykols?uren oder deren Derivate Corynomykols?ure oder Nocardomykols?ure. Ist nur die Hydroxy-Gruppe an Position 6 eines der beiden Glucose-Einheiten der Trehalose verestert, spricht man von Monomykolaten. Sind jedoch beide Glucose-Einheiten der Trehalose an ihrer Hydroxy-Gruppe in Position 6 verestert, so spricht man von Dimykolaten. Ein der bekanntesten Vertreter der Trehalose-Lipide ist der so genannte Cord-Faktor (ein Trehalose-6-6'-dimykolat) aus Mycobacterium tuberculosis, der f?r die Virulenz und die Wirkstoff-Resistenz des Bakteriums von Bedeutung zu sein scheint. Dar?ber hinaus sind polyacylierte Formen von Trehalose-Lipiden bekannt, bei denen mehr als zwei Fetts?urereste mit der Trehalose verkn?pft sind (z. B. Triacyltrehalosen und Pentaacyltrehalosen). Bei den Trehalose-Lipiden handelt es sich folglich um komplexe Glycolipide, die lange und zudem auch komplex verzweigte Fetts?urereste enthalten k?nnen. Trehalose-Lipide kommen bevorzugt in Bakterien der Gattungen Mycobacterium, Rhodococcus und Corynebacterium sowie in Pilzen, Algen und auch in Insekten vor.

Lipopolysaccharide: Die Lipopolysaccharide sind h?chst komplexe bakterielle Glycolipide, die aus Lipid A und einem daran gebundenen Polysaccharid-Komplex bestehen, welcher wiederum in eine Kernregion und ein damit verbundenes O-spezifisches Polysaccharid unterteilt werden kann. Lipid A ist ein Fetts?ureglycosid aus einen Disaccharid aus zwei N-Acetylglucosaminphosphat-Einheiten, wobei dieses Dissacharid mit mehreren Fetts?ureresten verestert ist. Hierbei sind die h?ufigsten Fetts?uren Capron-, Laurin-, Myristin-, Palmitin- und Stearins?ure. ?ber die Hydroxy-Gruppe in Position 6 des zweiten N-Acetylglucosaminphosphats ist das Lipid A mit der Kernregion des anschlie?enden Polysaccharid-Komplexes verbunden.

Sterylglykoside: Bei den Sterylglykosiden handelt es sich um Sterole, die ?ber eine Hydroxygruppe glykosidisch mit zumindest einem Saccharid-Rest verkn?pft sind. Sterylglykoside kommen in Pflanzen, Tieren, Pilzen und auch in einigen Bakterien vor. In Tieren existiert beispielsweise das Cholesterol-Glucoronid, bei dem ein Cholesterol-Rest mit einem Glucurons?ure-Rest verkn?pft ist. Bei Pflanzen handelt es sich bei dem Sterol-Rest bevorzugt um Campesterol, Stigmasterol, Sitosterol, Brassicasterol oder Dihydrositosterol und bei dem Saccharid-Rest bevorzugt um Glucose, Galactose, Mannose, Glucurons?ure, Xylose, Rhamnose oder Arabinose. Der Saccharid-Rest ist bei pflanzlichen Sterylglykosiden ?ber die Hydroxygruppe am C3 des A-Ringes des Sterols mit dem Sterol verbunden. An diesen ersten Saccharid-Rest k?nnen weitere Saccharid-Reste ?ber eine ?-1,4-glykosidische Bindung oder eine ?-1,6-glykosidische Bindung gekn?pft sein. Es existieren zu dem acylierte Sterylglykoside (ASGs), bei denen ein Saccharid-Rest an seiner Hydroxygruppe an Position 6 mit einer Fetts?ure verestert ist. In vielen Pflanzen konnten acylierte Sterylglykoside in praktisch allen Pflanzenteilen in bis zu 0,125 Gew.-% nachgewiesen werden. Besonders hoch ist der Anteil an nicht-acylierten und acylierten Sterylglykosiden in Palm- und Soja?l. Bei der Herstellung von Biodiesel wird ein hoher Anteil an Sterylglykosiden im Zusammenhang mit einer schlechteren Filtrierbarkeit diskutiert.

Beschreibung der Figuren

1: zeigt ein typisches Bild einer nach Schritt B1) in einem Probemgef?? mittels Zentrifugation von der w?ssrigen Phase (unten) separierte glycoglycerolipidarme lipoide Phase (oben).

2: zeigt die HLB-Lipophilit?tsskala, wobei im Bereich von 10 bis 0 die Lipophilie ansteigt und im Bereich von 10 bis 20 die Hydrophilie ansteigt und um 10 die Substanzen gleicherma?en lipophil wie hydrophil sind, d. h. sie sind equiamphiphil. Beispielhaft ist f?r verschiedene TWEEN und SPAN Emulgatoren der Wert gem?? HLB-Lipophilit?tsskala angegeben.

3: zeigt eine erfindungsgem??e Vorrichtung zur Ausf?hrung der hierin beschriebenen Verfahren. 1 bedeutet ein Aufnahmegef?? f?r die Aufnahme der w??rigen Phase enthaltend die erw?hnten Salze, 2 steht f?r eine Leistung, 3 f?r einen Beh?lter, 4 steht f?r eine ?berlaufr?ckf?hrung, 5 ist eine Ablaufleitung, 6 ist ein Ventil, 7 ein Mischer, 8 eine Zuleitung, 9 Ablaufleitung, 10 eine Zentrifuge, 11 und 12 sind zwei Abl?ufe aus der Zentrifuge, 13 eine Pumpe, 14 eine weitere Pumpe und 15 ein Verteiler.

BeispieleMethoden

Die Effektivit?t der erfindungsgem??en Technik zur Abtrennung einer glycoglycerolipidreichen Fraktion aus lipoiden Phasen l?sst sich durch verschiedene Methoden aus dem Stand der Technik ?berpr?fen.

Viskosimetrie

Es konnte gezeigt werden, dass die Abtrennung der Glycolipidfraktion die Viskosit?t der aufgereinigten lipoiden Phase deutlich verringert. Daher wird als erfindungsgem??er Effekt eine Reduktion der Viskosit?t der aufgereinigten lipoiden Phase um mind. 10% mehr bevorzugt um mind. 20% und am meisten bevorzugt um mind. 30% angesehen.

Erdalkalimetal- und Metallsalzbindungskapazit?t

Erdalkalimetallionen sowie Metallionen verteilen sich praktisch nicht in einer apolaren Lipidphase. Zuckerreste von Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden sind in der Lage solche Ionen ?ber Wasserstoffbr?ckenbindungen zu fixieren, wodurch viele lipoiden Phasen wie z. B. Pflanzen?le mit diesen Ionen belastet werden. Das Bindungsverm?gen einer glycoglycerolipidhaltigen lipoiden Phase gegen?ber derartigen Ionen kann daher zur Absch?tzung des Gehalts an Zuckerverbindungen herangezogen werden. Mit dem erfindunggem??en Verfahren wird bevorzugt eine Abreicherung der Bindungskapazit?t f?r Erdalkalimetallionen sowie Metallionen um 80%, mehr bevorzugt um > 90% und am meisten bevorzugt um > 95% erreicht.

Zur Pr?fung der physiko-chemischen Eigenschaften der abgetrennten glycoglycerolipidhaltigen Fraktion k?nnen etablierte Verfahren verwerdet werden wie z. B., HLB-Chromatographie, Tensiometrie sowie Bestimmung der kritschen micellaren Konzentration (CMC).

F?r den qualitativen Nachweis von Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden k?nnen Verfahren wie die Atom-Emmisionsspektroskopie und D?nnschichtchromatographie eingesetzt werden. Durch letztere kann eine Auftrennung in unterschiedliche Verbindungsklassen mit anschlie?ender Differenzierung der vorligeneden Zuckerreste erfolgen. Eine enge und scharfe Bergrenzng der sich darstellenden Banden deutet auf eine hohe Einheitlichkeit der hierin befindlichen Verbindungen hin w?hrend eine Verbreiterung und unscharfe Begrenzng der Banden auf eine Heterogenit?t der Verbindungen und insbesondere der Zuckerreste hindeutet und somit f?r den Nachweis einer erfolgten Hydrolyse geeignet ist.

Abk?rzungen:

  • FFA
    freie Fetts?uen
    ppm
    parts per milion
    na
    nicht anwendbar/nicht gepr?ft
    n. u.
    nicht untersucht
    rpm
    Umdrehungen pro Minute

Beispiel 1:

Gewinnung einer Glykolipidfraktion nach Entschleimung eines Press?ls Zur Pr?fung, ob nach erfolgter Entschleimung eines Press?ls bzw. Abtrennnung von noch in der lipoiden Phasen verbliebenen Fetts?uren mittels ener w?ssrigen L?sung, die Guanidinverbindungen enth?lt, wurde ein gefiltertes Roh?l einer Schneckenpressung von gelageten Jatrophan?ssen, das bei einer Temperatur von 60?C mit den Ausgangskennzahlen: Gesamtphosphorgehalt 248 ppm, FFA 1,8%, Calzium 70 ppm, gewonnen wurde, wird nach folgendem Schema raffiniert:

  • a) 3%ige Zugabe einer 0,5?1,0 molaren NaOH-L?sung
  • b) 3%ige Zugabe einer 75%igen Phosphors?urel?sung
  • a1) raffiniertes ?l nach Schritt a) 0,3%ige Zugabe einer 0,6 molaren Argininl?sung
  • b1) raffiniertes ?l nach Schritt b) 0,3%ige Zugabe einer 0,6 molaren Argininl?sung

Die mit den zuvor beschriebenen Schritten raffinierten ?le wurden dann jeweils mit den folgenden Schritten weiterbehandelt:

  • c) 5%ige Zugabe einer 10%igen Natrium-Metasilikat-L?sung
  • d) 4%ige Zugabe einer 15%igen Kalium-Carbonat-L?sung

F?r die Versuche wurden jeweils 200 ml aus jedem Raffinationsschritt untersucht. Dabei erfolgte die Einbringung der w?ssrigen L?sungen durch eine Homogenisierung mit einem Ultrathurrax bei 24000 Umdrehungen pro Minute f?r 3 Minuten unter manueller kreisender Bewegung des Vorratsgef??es bei Raumtemperatur. Die resultierenden Emulsionen wurden in einer Becherglaszentrifuge mit 3800 rpm f?r 5 Minuten zentrifugiert. Die anschlie?ende Phasenabtrennung erfolgte durch Dekantieren oder Abziehen der oberen Phasen.

In den ?lphasen wurde der Gehalt an Phosphor, freien Fetts?uren und Calzium bestimmt und in den w?ssrigen Phasen der Raffinationsschritte c) und d) die Trockensubstanzmengen. Hierzu erfolgte ein Wasserentzug durch eine Vakuumtrocknung. Ferner wurde das Wasserbindungverm?gen der zuvor raffinierten ?le (a1 und b1) sowie der nach dem erfindgungsgem??en Verfahren reduzierten lipoiden Phasen (a1) + c), a1) + d), b1) + c), b1) + d)) ermitelt, indem in die erhaltene ?lphase deionisiertes Wasser (1 ml in 50 ml) mit einem Ultrathurrax (20.000 Umdrehungen pro Minute f?r 2 Minauten) eigebracht wurde und anschlie?ned mit 4000 rpm in einer Zentrifuge abgetrennt wurde. Die Bestimmung der Wassergehaltes des ?ls erfolgte nach dem Karl-Fischer-Verfahren. Die getrockneten Feststoffgemische wurden in Chloroform gel?st, anschlie?end Znetrifugation mit 5000 rpm f?r 5 Minatuen. Abtrenen der L?sungsmitelphase, die anschlie?ned vollst?ndig mittels Vakuumverdampfer entfernt wird. Es werden je 20 mg der so erhaltenen Feststoffmenge in 1 L deionisiertem Wasser aufgel?st. Von diesen L?sungen wurden Proben entnommen und die Oberfl?chenspannung mit einem Tensiometer (K 100, Kr?ss, Deutschland) bestimmt.

Ergebnisse:

Die Entschleimungsverfahren f?hrten zu einer weitgehenden Entfernung von hydratisierbaren Phospholipiden, freien Fetts?uren und einer deutlichen Reduktion von Erdalkalimetallionen. Durch den erfindungsgem??en Intensiveintrag einer w?ssrigen L?sung der erfindungsgem??en Salzverbindungen konnten relevante Mengen an lipophilen Begleitstoffen in das w?ssrige Medium ?berf?hrt und entfernt werden. Die gewonnenen Trockensubstanzmengen waren dabei erheblich gr??er als die rechnerische Summe von auch abgetrennten Restmengen an Phospholipiden, Fetts?uren und Erdalkalimetallen. Aus der erhaltenen Trockenmasse k?nnen Glycerolipide in ein organisches L?sungsmitel ?berf?hrt und aus diesem zur?ckgewonnen werden. Die Glycerolipide weisen in Wasser au?erordentlich gute tensidische Eigenschaften auf.

Beispiel 2:

Die ?lige Fraktion nach Sedimentation der Pressfl?ssigkeit der Accrocromia Palmenfrucht mit den Kenndaten: Phosphorgehalt 128 ppm, FFA 2,6%, Calzium 48,8 mg pro kg lipoide Phase wurden hinsichtich abtrennbarer Glykolipidfraktionen untersucht. Hierzu wurden je 200 ml der lipoiden Phase nach folgenden Verfahren vorbehandelt:

  • a) Einr?hren von 5% ionenarmen Wasser mit einem Propellerr?hrer mit 2500 rpm unter Erw?rmen auf 50?C f?r 90 Minuten
  • b) 3%ige Zugabe einer Zitronens?urel?sung, die mittels eines Ultrathurrax ?ber 5 Minuten mit 24 Tsd rpm homogenisiert wird. Dabei Erw?rmung der Emulsion auf ca. 50?C.

Die mit den zuvor beschriebenen Schritten raffinierten lipoiden Phasen wurden nach Zentrifugation jeweils mit den folgenden Schritten weiterbehandelt:

  • c) 8%ige Zugabe einer 15%igen Kupferacetat-L?sung
  • d) 4%ige Zugabe einer 20%igen Natrium-Hydrogencarbonat-L?sung

Die w?ssrigen Phasen von c) und d) werden mittels eines Ultrathurrax ?ber 5 Minuten mit bei 24000 Umdrehungen pro Minute homogenisiert. Dabei Erw?rmung der Emulsion auf ca. 50?C.

Die resultierenden Emulsionen wurden in einer Becherglaszentrifuge mit 4.000 rpm f?r 5 Minuten zentrifugiert. Die anschlie?ende Phasenabtrennung erfolgte durch Dekantieren oder Abziehen der oberen lipoiden Phasen. Die lipoiden Phasen der Raffinationsschritte c) und d) werden dem gleichen Raffinationsverfahren erneut zugef?hrt und werden als c1) und d1) bezeichnet. Anschlie?end werden die hieraus resultierenden lipoiden Phasen c1) mit dem Verfahren d) und d1) mit dem Verfahren c) in gleicher Weise behandelt. In den lipoiden Phasen wurde der Gehalt an Phosphor, freien Fetts?uren und Calzium bestimmt und in den w?ssrigen Phasen der Raffinationsschritte c) und d) die Trockensubstanzmengen ferner erfolgte f?r letztgenannte Proben eine Bestimmung des HLB-Wertes. Die Analyse erfolgt mit ener Asahipak GF-310 HQ Mehrfach-L?sungsmittel GPC-S?ule. Hierduch k?nnen ionische und nicht-ionische Tensode differenziert und nach ihrem HLB-Wert eingeordnet werden. D?nnschichtchromatographie erfolgte mit Silica Gel G Platten. Die Trennung erfolgt mit einem Gemisch aus Chloroform/Aceton/Wasser (30/60/2). Die Entwicklung erfolgte mit einem Naphthyl ethylenediamine-Reagenz wodurch Zuckerreste der Glycerolipide farblch dargestellt werden k?nnen.

Egebnisse:

Die lipoide Phase einer Pressung von Palmkernschalenmaterial weist einen hohen Gehalt an Nicht-Triglyceridbegleistoffen aus, der zum gr??ten Teil durch Glycerolglyceride und Sterole bedingt ist und nur zu einem geringen Anteil durch Phospholipide. Sie bedingen auch eine Tr?bung und hohe Viskosit?t der ?ligen Phase. Durch eine w?ssrige oder saure Entschleimung wurden die Residualewerte f?r Phosphor, freie Fetts?uren und Erdalkalimetallionen bereits wesentlich abgesenkt, die lipoiden Phasen blieben allerdings noch hoch viskos. Durch den erfindungsgem??en Intensiveintrag der w?ssrigen L?sungen der erfindungsgem??en Verbindungen kam es zu einer erheblichen Emulsionsbildung mit einem weitern Viskosit?tsanstieg. Unter der Scherhomogenisierung verfl?ssigte sich diese Emulsion wieder und lie? sich durch Zentrifugation in eine leicht tr?be lipoide Phase sowie eine wei?liche halbfeste Masse auftrennen. Die in der ersten Abtrennstufe erreichte Abtrennmenge war weitgehend unabh?ngig von dem zuvor durchgef?hrten Entschleimungsverfahren und dem in den erfindungsgem??en w?ssrigen Phasen gel?sten Salz. Es zeigte sich, dass auch noch bei einer 2. Abtrennung relevante Mengen an ?lbegleitstoffen abgetrennt werden konnten. Ein erneuter erfindungsgem??er Intensiveintrag mit den w?ssrigen L?sungen der Salze erbrachte praktisch keine zus?tzliche Abtrennung von Begleistoffen mehr. Die insgesammt abgetrennten Feststoffmengen liegen weit ?ber der rechnerischen Summe der ebenfalls mit abgetrennten Phospholipide, Fetts?uren und Metallionen. Durch eine D?nnschichtchromatographie konnte zum einen die Mitabtrennung relevanter Mengen an Triacylglycerolen ausgeschlossen werden. Zum anderen konnten Digalactosyl- und Monogalactosyldiglyceride sowie Sterylglycoside nachgewiesen werden. Bei der Tensidanalytik zeigte sich ein diskreter Nachweis f?r das Vorhandensein von ionischen Tensiden mit einem HLB-Wert von 13 sowie ein deutlicher Nachweis von nichtionische Tensiden mit einem mittleren HLB-Wert von 8 bzw. 9 f?r die abgetrennte Phase von c) und d).

Beispiel 3

Leinsamenpresskuchen wurde in eine w?ssrige L?sung mit einem 5%-igen Isopropanol-Zusatz gegeben und mit einem Stabmixer homogenisiert. Anschlie?end wurde die breiige Masse ?ber 30 Minuten bei 50?C ger?hrt. Dann folgt die Hinzugabe einer 3-fachen Menge an Petrolether. Nach erneutem Homogenisieren erfolgt eine zentrifugale Phasentrennung. Die abgetrennte organische Phase (OP1) wird auf die H?lfte ihres Ausgangsvolumens mittels eines Vakuumverdampfers reduziert. Es folgen die Zugabe von 5 Vol-% eines Methanol-Wassergesches (95/5) zu OP1, Mischen der L?sung und anschlie?end zentrifugale Phasenseparation. Die leicht tr?be Alkohol-Wasserphase wird abpippetiert. Die verbleibende organische Phase (OP2) wird aufgeteilt und die resultierenden Fraktionen mit den folgenden Volumenanteilen und Konzentrationen der erfindungsgem??en Substanzen versehen:
A) Kaliumcarbonat, B) Natriumdihydrogencarbonat, C) Gemisch aus Natrium- und Kalium-Metasilikat, D) Calziumactetat, E) Aluminiumacetat-Tartrat, F) Natriumborat, mit den Konzentrationen 3%, 10% und 15% und einem Volumenzusatz von 2%, 4% bzw. 8%. Zu je 100 ml der organischen Phasen (OP2) werden die erfindungsgem??en L?sungen hinzugegeben und mit einem Ultrathurrax bei 24000 Umdrehungen pro Minute f?r 30 Sekunden homogenisiert. Nach einer Standzeit von 3 Minuten erfolgt die Phasenseparation bei 4000 Umdrehungen pro Minute ?ber eine Dauer von 10 Minuten. Anschlie?end wird der ?berstand (organischen Phase, OP3) abgetrennt. Die zugeh?rige w?ssrige Phase (WP3) wird jeweils mit 50 ml n-Heptan intensiv gemischt, anschlie?end erfolgt eine Phasentrennung wie zuvor beschrieben. Die resultierende w?ssrige Phase (WP4) wird mit einem Vakuumverdampfer getrocknet und die Trockensubstanzmenge abgewogen. Von den Trockensubstanzen aus den Ans?tzen mit einer 10%igen Volumenzugabe wurde f?r alle untersuchten Substanzen eine Analyse auf den Gehalt an Phosphor (Atomabsorptionsanalyse) und Stickstoff (Kjeldahlsche-Methode) vorgenommen. Von jedem Ansatz werden von der Trockensubstanz D?nnschichtchromatographien gem?? Beispiel 2 angefertigt.

Ergebnisse

Das Mischen der organischen Phasen (OP2) mit den erfindungsgem??en w?ssrigen L?sungen A)?F) f?hrte zu einer erheblichen Emulsionsbildung. Durch Zentrifugation konnte eine Phasenseparation bewirkt werden unter Erhalt einer cremefarbenen halbfesten (bei 2 Vol-%) bis dickfl?ssigen (bei 15 Vol-%) w?ssrige Phase (WP3) und einer leicht bis m??ig tr?ben organischen Phase (OP3). Nach Extraktion von Di- und Triacylglyceriden mittels n-Heptan aus WP3 und Vakuumtrocknung verbleibt eine br?unliche klebrige hochvisk?se Masse. In dieser befinden sich nur geringe Mengen an stickstoffhaltigen Verbindungen (z. B. Sphingolipide oder Proteine) oder phosphathaltigen Verbindungen (z. B. Phospholipide). Die d?nnschichtchromatographische Analyse zeigte bei allen Proben Banden, die Digalactosyl- und Monogalactosyldiglyceriden sowie Sterylglycosiden entsprachen. Somit konnte gezeigt werden, dass eine selektive Abtrennung von Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden aus einer lipoiden Phase einer Phytoextraktion mit dem erfindungsgem??en Verfahren m?glich ist.

Beispiel 4

Reiskleie (auch Rice bran) aus einem Standardprozess der Reisverarbeitung mit einem ?lgehalt von 18% und einer Feuchtigkeit von 35% wurde nach der Gewinnung bis zur Lipidextraktion bei ?8?C gelagert. Dieses Ausgangsmaterial wurde mit 10% Wasser gemischt und bei 30?C f?r 2 Stunden ger?hrt. Das Gemisch wurde mit n-Hexan bei 50?C 2-mal extrahiert. Die w?ssrige Phase (WP1) wurde mittels eines Vakuumverdampfers zu einer hochvisk?sen Masse eingeengt. Jeweils 100 g hiervon wurden mit 300 ml eines Gemisches aus Chloroform und Aceton (80:20) gemischt und die organische Phase (OP2) mittels zentrifugaler Phasenseparation abgetrennt. Je 150 ml der organischen Phase (OP2) wurden je nach Versuchsdurchf?hrung mit jeweils 20 ml A) Natriumcarbonat, B) Natriumorthosilikat, C) Kupferacetat (Cu(OAc)2), D) Kaliumtartrat oder E) Kaliumborat, die jeweils als 15%ige L?sungen vorlagen, versetzt und mit einem Ultrathurrax f?r 20 s homogenisiert. Nach einer Standzeit von 60 Sekunden erfolgte die Phasenseparation in einer Zentrifuge bei 5000 Umdrehungen pro Minute f?r 10 Minuten. Die jeweilige organische Phase (OP3) wurde abgetrennt und die jeweilige w?ssrige Phase (WP3), die eine hochvisk?se bis halbfeste Konsistenz aufwies, homogenisiert. Von der homogenisierten w?ssrigen Phase (WP3) wurde je 1 ml als Probe abgetrennt, der Rest wurde mittels Vakuumverdampfer eingetrocknet und die zur?ckbleibende Substanzmenge anschlie?end gewogen. Die abgetrennte Probe wurde mit in Methanol gel?stem Natriummethoxylat hydrolysiert und anschlie?end mittels Silicagel-Chromatographie fraktioniert. Die Glycosylceramid-Fraktion wurde in Pyridin gel?st und MTPA-Cl (?-Methoxy-?-trifluormethylphenylessigs?urechlorid) wurde bei 0?C hinzugegeben. Die L?sung wurden ?ber 24 Stunden bei Raumtemperatur ger?hrt und konzentriert. Nach erneuter Aufreinigung mittels Silicagel-S?ulenchromatographie mit Hexan/Ethylacetat (1:1) als Elutionsmittel wurde nach Abblasen des Elutionsmittels ein wei?er Feststoff erhalten. Mittels ESI-TOF-MS (Elektrospray-Flugzeit-Massenspektrometrie) erfolgte der Nachweis der Zuckerester (m/z 1195.52 [M + H]+). Die organischen Phasen (OP3) wurden vollst?ndig eingedampft und die erhaltenen Feststoffe mit dem gleichen Verfahren wie zuvor beschrieben hydrolysiert und aufbereitet.

Ergebnisse:

Mit der w?ssrigen Extraktion von OP2 konnten Substanzmengen von A) 8,4 g, B) 11,7 g, C) 10,2 g, D) 9,9 g, E) 10,1 g abgetrennt werden. In den abgetrennten Substanzen, die in der aus OP2 extrahierten WP3 enthalten waren, k?nnen nach Hydrolyse Zuckerverbindungen nachgewiesen werden, so dass von dem Vorliegen verschiedener zuckerhaltiger Lipidverbindungen (Glycoglycerolipide, Glycosphingolipide) ausgegangen werden kann. In den organischen Phasen (OP3) konnten praktisch keine Zuckerverbindungen nach der Hydrolyse nachgewiesen werden, so dass die Abtrennung zuckerhaltiger Verbindungen durch die w?ssrige Extraktion mit dem erfindungsgem??en Verfahren weitgehend vollst?ndig erfolgt.

Beispiel 5:

Untersuchung zur Extraktion und Gewinnung von Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide aus lipoiden Pflanzenextrakten und zu deren Verwendung als Backhilfsstoff.

Kalt gepresstes Fruchtfleisch von Kernen der Acrocomia Plame mit einem ?lanteil von ca. 70% wird mit einem Gemisch aus Acteon, Dichlormethan und Hexan (Verh?ltnis 1:1:5) 1:1 verd?nnt und gut mechanisch gemischt. Hiernach erfolgen zwei Extraktionsschritte mit einer w?ssrigen 0,4 molaren Arginin-L?sung bei einem Volumenzusatz von je 4%. Es folgt die Phasenseparation mittels Zentrifugation. Die lipoiden Phasen werden zun?chst zweimal mit einer 10%igen Natriumcarbonat-L?sung mit einem Volumenzusatz von 4% vesetzt und gemischt, wobei der erste Eintrag mit einem R?hrwerk bei 500 Umdrehungen pro Minute ?ber 15 Minuten erfolgt und der zweite Eintrag einer w?ssrigen L?sung mit einer identischen Konzentration und Volumenanteil mit einem Ultrathurrax bei 18000 Umdrehungen pro Minute ?ber 5 Minuten erfolgt. Die Phasenseparation erfolgt jeweils durch Zentrifugation mit 5000 Umdrehungen pro Minute ?ber 15 Minuten. Die w?ssrigen Phasen der beiden subsequenten Abtrennungen bestehen jeweils aus einer visk?sen wei?en Emulsion. Die Emulsionen werden vereint und dann gefriergetrocknet. Anschlie?end wird die gefiergetrocknete Masse in einem Gemisch aus Chloroform und Methanol (5:1) gel?st, gefolgt von einer pr?parativen S?ulenchromatographie (Kieslgelmatrix 60). Es folgt die Elution mit Aceton/Chloroform (5:1). Das Eluat wird mittels Vakuumverdampfer eingetrocknet. Es wird eine Trockenmasse von 56 g bei einer Ausgangsmenge von 800 g erhalten. Mit der so gewonnenen Fraktion enthaltend Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide werden Backversuche im Kleinformat nach einer Standardvorschrift vorgenommen: Anteigen von 10 g Mehl, 7% Frischhefe, 2% NaCL, 1% Saccharose, 0,002% Ascorbins?ure, Wasser, in dem jeweils 30 mg der Masse enthaltend Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide gel?st wurden, mit 1200 Umdrehungen pro Minute bei 20?C f?r 1 Minute. Dann 40 Minuten Garen bei 30?C Danach Backen bei 185?C f?r 10 Minuten. Anschlie?end Bestimmung des Volumens des Backgutes.

Zum Vergleich erfolgten Backversuche unter identischen Bedingungen ohne Zusatz der der Masse enthaltend Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide und daf?r mit 0,3% von Reinlecithinpulver (Jean-Puetz, Deutschland).

Ergebnisse:

Der Presssaft des Palmkernfruchtfleischs von Palmen der Gattung Acrocomia stellt eine lipoide Phase dar, in der sich ein hoher Anteil an Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden, Wachsen, freien Fetts?uren und Faserstoffen befindet. Durch einen Wassereintrag kommt es zu einer stabilen Emulsion, die sich durch physikalische Ma?nahmen nicht brechen l?sst. Es hat sich gezeigt, dass die Abtrennung der freien Fetts?uren bei gleichzeitiger L?sungsvermittlung anderer lipoider Stoffe in organischen L?sungsmitteln mittels einer w?ssrigen Argininl?sung m?glich ist und dass sich anschlie?end eine Fraktion enthaltend Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide durch die erfindungsgem??e w?ssrige Extraktion abtrennen l?sst. Dabei kam es beim ersten Eintrag der L?sung mit einem Intensivmischer zu einer starken Emulsionsbildung, die zu einem schlechten Trennergebnis f?hrte. Erfolgte der erfindungsgem??e Eintrag der w?ssrigen L?sung durch einen R?hrvorgang mit einem Propellermischer, wodurch ein Lufteintrag vermieden wurde, so kam es zwar auch zu einer deutlichen Aggrgatbildung, eine Phasenseparation war allerdings m?glich. Nach der bereits erfolgten Abreicherung der lipoiden Phase kam es bei der Wiederholung des erfindungsgem??en Eintrages der Salzl?sung unter Verwendung eines Intensivmischers zwar erneut zu einer Emulsion, die sich allerdings diesmal durch eine zentrifugale Phasentrennung in eine klare ?l-Phase und eine feststoffhaltige Wasserphase trennen lie?. Aus den vereinigten Fraktionen der abgetrennten Wasserphasen konnten nach pr?parativer Aufreinigung ein Gemisch aus Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide erhalten werden, das sich sehr leicht in Wasser l?sen lie?. In den Backversuchen konnte eine deutliche Steigerung des Volumens des Backgutes gegen?ber Backergebnissen ohne Zusatz der Masse enthaltend Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide (+300%) und gegen?ber einem Lecithinzusatz (+120%) beobachtet werden.

Beispiel 6: Untersuchungen des Einflusses von Prozessparametern auf die Extraktionseffizienz und Hydrolysestabilit?t von Fraktionen enthaltend Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide

Leindotter?l, gewonnen mittels einer Schneckenpresse bei 50?C, wurde mit 3% deionisiertem Wasser f?r 1 Stunde bei 45% intensiv ger?hrt. Anschlie?end erfolgte die Abtrennung der Wasserphase mittels eines Separators. Jeweils 200 ml des wasserentschleimten ?ls (?l1) wurden 4% einer w?ssrigen L?sungen von Kaliumhydrogencarbonat, Natrium-Metasilikat-Anhydrat und Calziumacetat (jeweils 15%ig) zugesetzt und mit einem Ultrathurrax f?r 5 Minuten bei 25000 Umdrehungen pro Minute homogenisiert. Unmittelbar anschlie?end erfolgte eine Zentrifugation bei 5000 Umdrehungen pro Minute f?r 10 Minuten. Abtrennung der ?lphase (?l2). ?lreste in der zugeh?rigen w?ssrigen Phase (WP1) werden durch Aufschichten von Hexan und anschlie?ender erneuter Zentrifugation sowie Abziehen der organischen Phase entfernt. Die so erhaltene w?ssrige Phase (WP2) hat eine hochvisk?se Konsistenz. Die WP2 wird aufgesch?ttelt und in 2 gleiche Volumenanteile fraktioniert. Jeweils eine Volumenfraktion der WP2 wird einer Vakuumtrocknung unterzogen, anschlie?end wird das Trockengewicht bestimmt. An dem entschleimten ?l (?l1) sowie an der daraus nach w?ssriger Extraktion erhaltenen ?lphase (?l2) wurden d?nnschichtchromatographische Untersuchungen durchgef?hrt. Das entschleimte ?l (?l1) zeigte deutliche und scharf begrenzte Banden, die Monogalactosldiglyceriden, Digalactosyldiglyceriden sowie Glycosphingolipiden entsprachen. In den ?lphasen (?l2), die mit den o. g. w?ssrigen L?sungen behandelt wurden, waren praktisch keine Banden mehr sichtbar. Die zweite Volumefraktion der WP2 wurden unmittelbar nach der Gewinnung mit einem L?sungsmittelgemisch (Chloroform/Methanol/Essigs?ure, 90/8/2) intensiv ausgesch?ttelt und die organischen Phasen (OP1) abgetrennt. Die L?sungsmittel der erhaltenen organischen Phasen wurden mittels Vakuumtrocknung entfernt und die Trockensubstanz, welche aus der organischen Phase (OP1) verbleibt, in dem Laufmittel f?r die anschlie?ende D?nnschichtchromatographie gel?st. Die Chromatographieergebnisse wurden bez?glich des Nachweises von Banden f?r die o. g. Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide vorgenommen sowie die Breite der Banden analysiert. Die jeweils 100 ml der ?l-Phase 2 wurde mit dem Ultrathurrax zusammen mit der auch zuvor verwendeten Salzl?sung f?r 5 Minuten wie oben beschrieben homogenisiert. Anschlie?end erfolgen wie zuvor beschrieben eine Abtrennung der Wasserphase sowie die Bestimmung der Trockensubstanzmenge der Wasserphasen. Es wurden unterschiedliche Versuchsabwandlungen an je 100 ml ?l mit erfindungsgem??en w?ssrigen L?sungen der O. g. Salze durchgef?hrt. Dabei wurden die Prozesstemperaturen (35?, 55? und 75?C) und die Intensit?t der Mischung nach Zugabe der erfindungsgem??en w?ssrigen L?sungen der o. g. Salze variiert. Ferner wurden Mischer mit unterschiedlicher Intensit?t des Mischeintrages verwendet: A) Ultrathurrax 25000 Umdrehungen pro Minute, B) Propellermischer 2500 Umdrehungen pro Minute., C) Ultraschall. Die Mischvorg?nge erfolgten ?ber 5 Minuten unter kontinuierlicher Temperaturkontrolle. In einer weiteren. Versuchsserie wurden die Untersuchungen mit den Mischern B) und C) f?r eine Behandlungsdauer von 10 und 20 Minuten wiederholt.

Ergebnisse:

Mit dem in Voruntersuchungen etablierten Intensiveintrag der w?ssrigen L?sungen mit den erfindungsgem??en Substanzen konnte in den entsprechend erfolgten Referenzuntersuchungen gezeigt werden, dass hierdurch eine fast vollst?ndige Abtrennung von Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden erm?glicht wird. Dar?ber hinaus zeigte sich bei der D?nnschichtchromatographie der aus den w?ssrigen Phasen (WP2) gewonnenen Fraktionen, dass die hierin enthaltenen Banden der Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide scharf begrenzt waren, also dass keine relevante Hydrolyse stattgefunden hat. Die abgetrennten Trockensubstanzmengen, die nach einem Mischvorgang mit einem Propellermischer erhalten wurden, waren deutlich geringer als die, die durch eine Intensivmischung erhalten wurden. ?bereinstimmend fanden sich im so behandelten ?l auch noch deutlich erkennbare Mengen an Glycoglycerolipiden und Glycosphingolipiden. Durch die erneute Behandlung, bei der der Eintrag der w?ssrigen L?sungen mit einem Intensivmischer erfolgte, konnten Trockensubstanzmengen abgetrennt werden, die in der Summe mit der zuvor erfolgten Abtrennung ungef?hr auf die Trockensubstanzmenge kam, die mit dem Intensivmischer abgetrennt werden konnte. Die Banden der Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide in der chromatographischen Auftrennung der aus der w?ssrigen Abtrennung mittels der oben gennnaten Salzl?sungen erhaltenen Substanzen waren bei allen Abtrennungen vorhanden und zeigten bei einer Behandlungsdauer von 5 Minuten keine Verbreiterung, so dass keine relevante Hydrolyse vorlag. Durch eine Verl?ngerung des Mischprozesses mit dem Propellermischer konnte die Menge an extrahierbarem Feststoff bis auf die Menge, die bei einer Intensivmischung abtrennbar war, gesteigert werden. W?hrend es bei einer Mischtemperatur von 35?C nur bei einer Behandlungsdauer von mehr als 10 Minuten zu einem geringen Anzeichen f?r eine Hydrolyse der Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide kam, waren hydrolysebedingte Verbreiterungen der Banden der Glycoglycerolipide und Glycosphingolipide bei Verwendung h?herer Behandlungstemperaturen bereits nach 5 Minuten zu sehen und nahmen deutlich zu, wenn bei diesen Temperaturen l?nger gemischt wurde.

Beispiel 7

Trauben-Pressr?ckst?nde wurden in einem Fermentierbeh?lter unter kontinuierlichen Perkolationsbedingungen und Zusatz von Carbons?uren mikrobiell zersetzt. Nach 7 Tagen wurde eine Probe von 1 Liter entnommen und mit 1 Liter Biodiesel (C8 bis C18-Methylester) intensiv gemischt. Das Gemisch wurde zentrifugiert und die stark tr?be organische Phase (OP1) abgetrennt. Je 100 ml der organischen Phase (OP1) wurden mit 5 ml Magnesiumhydrogencarbonat oder Kaliumacetat (jeweils 10%ige w?ssrige L?sung) bei 30?C mit einem Propellermischer bei 1000 Umdrehungen pro Minute f?r 7 Minuten gemischt. Danach erfolgte eine Zentrifugation mit 4000 Umdrehungen pro Minute f?r 10 Minuten. Die resultierende organische Phase (OP2) ist anschlie?end nur noch leicht tr?b, die w?ssrige Phase (WP2) besteht aus einer cremefarbenen halbfeste Masse. Nach sorgf?ltigem Dekantieren der organischen Phase (OP2) wird die w?ssrige Phase (WP2) in 100 ml Chloroform gegeben und gemischt (OP3). Dann Zugabe von 2 ml 0,1 molarem HCl (in deionisiertem Wasser) zu WP2 und intensives Mischen. Dann Zentrifugation und abpipettieren der w?ssrigen Phase (WP3). Hiernach Zugabe von 2 ml eine Methanol.-Wasser-Gemisch (80:20) Mischen und Zentrifugieren des Gemisches. Nach abpipettieren der leicht tr?ben Methanolphase wird das L?sungsmittel der erhaltenen organischen Phase (OP4) mittels Vakuumverdampfer entfernt und die Trockensubstanz gewogen. Es werden 5 ?g hiervon separiert und mit einem Gemisch aus Chloroform und Methanol (90:10) gel?st. Anschlie?end Auftragung auf einer D?nnschichtchromatographieplatte (Macherey Nagel, Germany) und Entwicklung unter Verwendung eines Gemischs aus Chloroform: Methanol: Wasser (70:28:2) als Laufmittel. Entwicklung und F?rbung der Platten mit Anisaldehyd-Reagenz (Sigma, Deutschland) bei 200?C. Als Referenz wurde Konzentrate aus pflanzlichen Mono- und Diglycoglycerolipide sowie XX separat aufgetragen. Die aufgetrennten zuckerhaltigen Verbindungen k?nnen nach der erfolgten Farbreaktion eingeordnet werden: Glycoglycerolipide ? gr?n/blaugr?n, Glycosphingolipide ? blau, Glycerophospholipide ? grau oder violett, hydrolysierte Glycoglycerophospholipide ? intensiv rot oder violett.

Ergebnisse:

Aus einem lipoiden Stoffgemisch, das in eine organische Phase ?berf?hrt wurde, konnten mittels des erfindungsgem??en w?ssrigen Extraktionsverfahrens relevante Mengen der hierin gel?sten Lipide in einer w?ssrigen Phase abgetrennt werden (mit Magnesiumcarbonat 8 g und mit Kaliumactetat 7 g). Mittels D?nnschichtchromatographie konnte das Vorhandensein von Ceramiden, Sphingolipiden und Glycosphingolipide sowie Glycoglycerolipide identifiziert werden, wobei f?r letztere sowohl Monoglycosylglycero- und Diglycosylglycerolipide nachgewiesen werden konnten. Es zeigten sich nur andeutungsweise Banden, die Glycophospholipiden entsprechen k?nnen. Die CMC (kritische Mizellbildungskonzentration) betrug f?r beide Extrakte 55 mg/l. Die ermittelte Oberfl?chenspannung betrug 28,1 mN/m.

Beispiel 8: Einzelschritte

F?r die im Folgenden beschriebenen Schritte wurden je 200 kg lipoide Phase (kaltgepresstes Camelina?l) verwendet.

Beispiel 8A: Schritt A2') Behandlung mittels Zitronens?urel?sung:

Die lipoide Phase im Vorlagetank wird auf 60?C erw?rmt und anschlie?end mit 0,1 Gew.-% Zitronens?ure (33%ig, auf Raumtemperatur) versetzt und f?r 30 Sekunden intensiv ger?hrt und danach 10 min bei cirka 100 bis 150 UpM ger?hrt. Anschlie?end wird 0,3 Gew.-% Wasser hinzugegeben.

Das Gemisch aus lipoider Phase und verd?nnter Zitronens?ure wird anschlie?end in den Trenn-Separator gepumpt und so bei einer Leistung von 200 l/h die w?ssrige Phase von der ?ligen Phase getrennt. Die ?lige Phase wird zur weiteren Prozessierung in einen weiteren Vorlagetank (Vorlagetank 2) ?berf?hrt.

Beispiel 8B: Schritt A2) Behandlung mittels Wasser:

Die lipoide Phase im Vorlagetank wird auf 65?C erw?rmt und anschlie?end mit 3 Gew.-% Wasser (auf Raumtemperatur) versetzt und f?r 30 Sekunden intensiv ger?hrt und danach 10 min bei cirka 100 bis 150 UpM ger?hrt.

Das Gemisch aus lipoider Phase und Wasser wird anschlie?end in den Trenn-Separator gepumpt und so bei einer Leistung von 200 l/h die w?ssrige Phase von der ?ligen Phase getrennt. Die ?lige Phase wird zur weiteren Prozessierung in einen weiteren Vorlagetank (Vorlagetank 2) ?berf?hrt.

Beispiel 8C: Schritt B1) Behandlung mittels Natriumhydrogencarbonat-/Natriumacetat-L?sung:

Die lipoide Phase wird auf eine Prozesstemperatur von 45?C bis 50?C gebracht und ein ausreichendes Volumen an 8%iger Natriumhydrogencarbonat-L?sung/Natriumacetat-L?sung hinzugegeben. Anschlie?end wird eine Fraktion (A)) mittels eines Ystral-Mischers f?r 30 Sekunden intensiv ger?hrt und danach 10 min normal ger?hrt. Eine zweite Fraktion wird mit dem erfindungsgem??en Intensivmischer (B)) f?r 2 Minuten homogenisiert.

Das Gemisch aus A) wird anschlie?end in einen standardm??igen Trenn-Separator gepumpt und so bei einer Leistung von 200 l/h die w?ssrige Phase von der ?ligen Phase getrennt. Die ?lige Phase wird zur weiteren Prozessierung in einen Vorlagetank ?berf?hrt.

Das Gemisch aus B) wird anschlie?end in den Trenn-Separator gem?? 3 gepumpt und so bei einer Leistung von 200 l/h die w?ssrige Phase von der ?ligen Phase getrennt. Die ?lige Phase wird zur weiteren Prozessierung in den Vorlagetank (Vorlagetank 1) ?berf?hrt.

Beispiel 8D: Schritt E1) Behandlung mittels Arginin-L?sung

Die lipoide Phase wird auf eine Prozesstemperatur von 40?C bis 45?C gebracht und mit einem Volumen an 0,6 M Arginin-L?sung versetzt, so dass 1,5 mol Arginin je Mol freier Fetts?uren vorliegt. Anschlie?end wird f?r 10 min schonend ger?hrt.

Das Gemisch wird anschlie?end in den Trenn-Separator gepumpt und so bei einer Leistung von 200 l/h die w?ssrige Phase von der ?ligen Phase getrennt. Die ?lige Phase wird gesammelt.

Ergebnisse:

Die ?ligen Phasen wiesen nach den Verfahrensschritten A2 eine deutliche und nach A2') eine leichte Tr?bung auf und hatte in der chemischen Analyse Werte f?r: FFA 0,31%, H2O-Gehalt 0,55%, Eisen-Gehalt 0,23 ppm, Phosphor-Gehalt 34 ppm nach A2) und f?r FFA 0,42%, H2O-Gehalt 0,30%, Eisen 0,15 ppm, Phosphor 19,6 ppm nach A2'). Durch die Intensivmischung mit einem Standard-Mischer im Rahmen des Verfahrensschritts B1) kam es zu einer deulichen Emulsionsbildung, die mit einer Steigerung der Viskosit?t verbunden war. Eine Einleitung in einen Standard-Trennseparator konnte nur durch eine Erh?hung der Temperatur im Vorlagebeh?lter auf 60?C erm?glicht werden. Die mit dem Standard-Trennseparator erhaltene w?ssrige Phase hat eine leicht gelbliche Farbe und eine cremartige Beschaffenheit. Die Bestimmung der Trockensubstanzmengen der w?ssrigen Phasen ergaben Werte von von 2,3 kg f?r die Abtrennung nach Verfahrensschritt A2) und 2,1 kg f?r die Abtrennung nach Verfahrensschritt A2'). Dabei zeigte sich dass ca. 20% des wasserfreien R?ckstands Triacylglyceriden entsprach. Die ?ligen Phasen waren deutlich tr?b.

Mit dem erfindungsgem??en Intensivmischer gem?? 3 der im Rahmen des Verfahrensschritts B1) eingesetzt wurde, kam es zu praktisch keiner Emulsionsbildung der lipoiden Phasen. Die Einleitung der so lufteintragsfrei gemischten lipoiden Phase in den Separator war auch unter Niedrigtemperaturbedingungen problemlos m?glich. Die durch den Separator erhaltenen w?ssrigen Phasen hatten eine wei?liche Farbe und eine milchige Beschaffenheit. Die Bestimmung der Trockensubstanzmengen der w?ssrigen Phasen ergaben Werte von von 2,1 kg f?r die Abtrennung nach Verfahrensschritt A2) und 2,0 kg f?r die Abtrennung nach Verfahrensschritt A2'). Die ?ligen Phasen waren diskret tr?b.

In der chemischen Analyse werden folgende Werte bestimmt:
B1) mit Standard-Mischer/Separator: FFA 0,21%, H2O-Gehalt 0,65%, Eisen-Gehalt 0,15 ppm, Phosphor-Gehalt 20 ppm nach A2) und FFA 0,22%, H2O-Gehalt 0,52%, Eisen 0,1 ppm, Phosphor 15 ppm nach A2');
B1) mit Mischer/Separator gem?? 3: FFA 0,20%, H2O-Gehalt 0,35%, Eisen-Gehalt 0,14 ppm, Phosphor-Gehalt 16 ppm nach A2) und FFA 0,18%, H2O-Gehalt 0,28%, Eisen 0,1 ppm, Phosphor 12 ppm nach A2').

Mit der lipoiden Phase, die aus dem Verfahren B1) mit dem Mischer/Separatorsystem gem?? 3 erhalten wurden, erfolgte der Verfahrensschritt E1). Die Einmischung der w?ssrigen L?sung war ohne relevante Emulsionsbildung m?glich. Die so behandelten lipoiden Phasen konnten problemlos mit einem konventionellen Separator zu klaren ?lphasen und tr?ben Wasserphasen getrennt werden. In der chemischen Analyse werden folgende Werte bestimmt:
Lipoide Phase aus Verfahrensschritt A2): FFA 0,13%, H2O-Gehalt 0,25%, Eisen-Gehalt 0,1 ppm, Phosphor-Gehalt 5 ppm;
Lipoide Phase aus Verfahrensschritt A2'): FFA 0,12%, H2O-Gehalt 0,20%, Eisen 0,1 ppm, Phosphor 3 ppm.

Alle hierin gemachten Prozentangaben (%) bizeihen sich auf Gewichtsprozente (Gew.-%) sofern nichts anderes bei der jeweiligen Angabe ausgef?hrt ist.

Beispiel 9: Zweistufige VerfahrenBeispiel 9A: Schritte B1) und E1)

130 kg Raps?l (FFA-Gehalt 1,40%, H2O-Gehalt 0,17%, Eisen-Gehalt 0,44 ppm, Phosphor-Gehalt 65,0 ppm) werden in den Vorlagetank (Vorlagetank 1) eingef?llt.

Anschlie?end wird das Roh?l im Vorlagetank 1 auf eine Prozesstemperatur von 45?C gebracht und mit 3,9 kg an 10%iger Natriummetasilicat-L?sung versetzt. Anschlie?end wird mittels Ystral-Mischer f?r 30 Sekunden intensiv ger?hrt und danach 10 min normal ger?hrt.

Das resultierende Gemisch wird anschlie?end in den Trenn-Separator gepumpt und so bei einer Leistung von 200 l/h die w?ssrige Phase A von der ?ligen Phase A getrennt. Die w?ssrige Phase A wird gesammelt und bis zur weiteren Verwendung gelagert. Die ?lige Phase A wird zur weiteren Prozessierung wieder zur?ck in den Vorlagetank 1 ?berf?hrt. 125 ml der ?ligen Phase A wurden zur chemischen Analyse verwendet (FFA-Gehalt 0,10%, H2O-Gehalt 0,15%).

Die ?lige Phase A wird auf eine Prozesstemperatur von 40?C bis 45?C gebracht und mit einem Volumen an 0,6 M Arginin-L?sung versetzt, so dass 1,5 mol Arginin je Mol freier Fetts?uren vorliegt und es bei der Zugabe nicht zu einem Eintrag von Luft kommt. Anschlie?end wird f?r 10 min schonend ger?hrt. Das resultierende Gemisch wird anschlie?end in den Trenn-Separator gepumpt und so bei einer Leistung von 200 l/h die w?ssrige Phase B von der ?ligen Phase B getrennt. Die w?ssrige Phase B und die ?lige Phase B werden getrennt gesammelt. 125 ml der ?ligen Phase B wurden zur chemischen Analyse verwendet (FFA-Gehalt 0,1%, H2O-Gehalt 0,2%).

Beispiel 9B: Schritte B1) und E1)

200 bis 350 kg Raps?l (FFA-Gehalt 0,42%, H2O-Gehalt 0,03%, Eisen-Gehalt 0,42 ppm, Phosphor-Gehalt 66,6 ppm) werden in den Vorlagetank (Vorlagetank 1) eingef?llt.

Das Roh?l wird auf eine Prozesstemperatur von 45?C bis 50?C gebracht und ein ausreichendes Volumen an 8%iger Natriumhydrogencarbonat-L?sung hinzugegeben. Anschlie?end wird mittels Ystral-Mischer f?r 30 Sekunden intensiv ger?hrt und danach 10 min normal ger?hrt. Das resultierende Gemisch wird anschlie?end in einen Trenn-Separator gepumpt und so bei einer Leistung von 200 l/h die w?ssrige Phase A von der ?ligen Phase A getrennt. Die w?ssrige Phase A wird gesammelt und bis zur weiteren Verwendung gelagert. Die ?lige Phase A wird zur weiteren Prozessierung wieder zur?ck in den Vorlagetank 1 ?berf?hrt. 125 ml der ?ligen Phase A wurden zur chemischen Analyse verwendet (FFA-Gehalt 0,31%, H2O-Gehalt 0,30%, Eisen-Gehalt 0,15 ppm, Phosphor-Gehalt 19,6 ppm).

Die ?lige Phase A wird auf eine Prozesstemperatur von 40?C bis 45?C gebracht und mit einem Volumen an 0,6 M Arginin-L?sung versetzt, so dass 1,5 mol Arginin je Mol freier Fetts?uren vorliegt und es bei der Zugabe nicht zu einem Eintrag von Luft kommt. Anschlie?end wird f?r 10 min schonend ger?hrt. Das resultierende Gemisch wird anschlie?end in den Trenn-Separator gepumpt und so bei einer Leistung von 200 l/h die w?ssrige Phase B von der ?ligen Phase B getrennt. Die w?ssrige Phase B und die ?lige Phase C werden getrennt gesammelt. 125 ml der ?ligen Phase B wurden zur chemischen Analyse verwendet (FFA-Gehalt 0,13%, H2O-Gehalt 0,41%, Eisen-Gehalt 0,09 ppm, Phosphor-Gehalt 12,8 ppm).

Beispiel 9C: Schritte B1) und E1)

200 bis 350 kg Raps?l (FFA-Gehalt 0,42%, H2O-Gehalt 0,01%, Eisen-Gehalt 0,42 ppm, Phosphor-Gehalt 67,9 ppm) werden in den Vorlagetank (Vorlagetank 1) eingef?llt.

Das Roh?l wird auf eine Prozesstemperatur von 45?C bis 50?C gebracht und ein ausreichendes Volumen an 8%iger Natriumacetat-L?sung hinzugegeben, Anschlie?end wird mittels Ystral-Mischer f?r 30 Sekunden intensiv ger?hrt und danach 10 min normal ger?hrt. Das resultierende Gemisch wird anschlie?end in den Trenn-Separator gepumpt und so bei einer Leistung von 200 l/h die w?ssrige Phase A von der ?ligen Phase A getrennt. Die w?ssrige Phase A wird gesammelt und bis zur weiteren Verwendung gelagert. Die ?lige Phase A wird zur weiteren Prozessierung wieder zur?ck in den Vorlagetank 1 ?berf?hrt. 125 ml der ?ligen Phase A wurden zur chemischen Analyse verwendet (FFA-Gehalt 0,42%, H2O-Gehalt 0,55%, Eisen-Gehalt 0,23 ppm, Phosphor-Gehalt 34 ppm).

Die ?lige Phase A wird auf eine Prozesstemperatur von 40?C bis 45?C gebracht und mit einem Volumen an 0,6 M Arginin-L?sung versetzt, so dass 1,5 mol Arginin je Mol freier Fetts?uren vorliegt und es bei der Zugabe nicht zu einem Eintrag von Luft kommt. Anschlie?end wird f?r 10 min schonend ger?hrt. Das resultierende Gemisch wird anschlie?end in den Trenn-Separator gepumpt und so bei einer Leistung von 200 l/h die w?ssrige Phase B von der ?ligen Phase B getrennt. Die w?ssrige Phase B und die ?lige Phase B werden getrennt gesammelt. 125 ml der ?ligen Phase B wurden zur chemischen Analyse verwendet (FFA-Gehalt 0,16%, H2O-Gehalt 0,45%, Eisen-Gehalt 0,1 ppm, Phosphor-Gehalt 11,8 ppm).

Beispiel 9D: Schritte B1) und E1)

200 bis 350 kg Raps?l (FFA-Gehalt 0,43%, H2O-Gehalt 0,12%, Eisen-Gehalt 1,15 ppm, Phosphor-Gehalt 57,4 ppm) werden in den Vorlagetank (Vorlagetank 1) eingef?llt.

Das Roh?l wird auf eine Prozesstemperatur von 45?C bis 50?C gebracht und ein ausreichendes Volumen an 8%iger Natriumcarbonat-L?sung hinzugegeben, Anschlie?end wird mittels Ystral-Mischer f?r 30 Sekunden intensiv ger?hrt und danach 10 min normal ger?hrt. Das resultierende Gemisch wird anschlie?end in den Trenn-Separator gepumpt und so bei einer Leistung von 200 l/h die w?ssrige Phase A von der ?ligen Phase A getrennt. Die w?ssrige Phase A wird gesammelt und bis zur weiteren Verwendung gelagert. Die ?lige Phase A wird zur weiteren Prozessierung wieder zur?ck in den Vorlagetank 1 ?berf?hrt. 125 ml der ?ligen Phase A wurden zur chemischen Analyse verwendet (FFA-Gehalt 0,26%, H2O-Gehalt 0,25%, Eisen-Gehalt 0,16 ppm, Phosphor-Gehalt 18,75 ppm).

Die ?lige Phase A wird auf eine Prozesstemperatur von 40?C bis 45?C gebracht und mit einem Volumen an 0,6 M Arginin-L?sung versetzt, so dass 1,5 mol Arginin je Mol freier Fetts?uren vorliegt und es bei der Zugabe nicht zu einem Eintrag von Luft kommt. Anschlie?end wird f?r 10 min schonend ger?hrt. Das resultierende Gemisch wird anschlie?end in den Trenn-Separator gepumpt und so bei einer Leistung von 200 l/h die w?ssrige Phase B von der ?ligen Phase B getrennt. Die w?ssrige Phase B und die ?lige Phase B werden getrennt gesammelt. 125 ml der ?ligen Phase B wurden zur chemischen Analyse verwendet (FFA-Gehalt 0,11%, H2O-Gehalt 0,32%, Eisen-Gehalt 0,11 ppm, Phosphor-Gehalt 9,0 ppm).

Die folgende Tabelle 3 beschreibt Art und Aussehen der reduzierten lipoiden Phase als auch der w?ssrigen Phase nach der Trennung mittels Zentrifugation nach Schritt B1) und vor Schritt E1) bei einer Versuchsreihe mit Raps?l (FFA-Gehalt 0,43%, H2O-Gehalt 0,12%, Eisen-Gehalt 1,15 ppm, Phosphor-Gehalt 57,4 ppm) gem?? obiger Vorschriften:

Beispiel 10: Dreistufige VerfahrenBeispiel 10A: Schritte A2) und B1) und E1)

130 kg Raps?l (FFA-Gehalt 1,40%, H2O-Gehalt 0,17%, Eisen-Gehalt 0,44 ppm, Phosphor-Gehalt 65,0 ppm) werden in den Vorlagetank (Vorlagetank 1) eingef?llt.

Anschlie?end wird die lipoide Phase im Vorlagetank 1 auf 50?C bis 55?C erw?rmt und anschlie?end mit 6 kg Wasser versetzt und f?r 30 Sekunden intensiv ger?hrt und danach 10 min bei cirka 100 bis 150 UpM ger?hrt. Das Gemisch aus lipoider Phase und Wasser wird anschlie?end in den Trenn-Separator gepumpt und so bei einer Leistung von 200 l/h die w?ssrige Phase A von der ?ligen Phase A getrennt. Die w?ssrige Phase A wird gesammelt und bis zur weiteren Verwendung gelagert. Die ?lige Phase A wird zur weiteren Prozessierung in einen weiteren Vorlagetank (Vorlagetank 2) ?berf?hrt. 125 ml der ?ligen Phase A wurden zur chemischen Analyse verwendet (FFA-Gehalt 1,05%, H2O-Gehalt 0,18%).

49 kg der so gewonnenen ?ligen Phase A werden auf eine Prozesstemperatur von 40?C bis 45?C gebracht und mit 1,5 kg an 10%iger Natriummetasilicat-L?sung hinzugegeben. Anschlie?end wird mittels Ystral-Mischer f?r 30 Sekunden lufteintragsfrei intensiv ger?hrt und danach 10 min. normal lufteintragsfrei ger?hrt.

Das resultierende Gemisch wird anschlie?end in den Trenn-Separator gepumpt und so bei einer Leistung von 200 l/h die w?ssrige Phase B von der ?ligen Phase B getrennt. Die w?ssrige Phase B wird gesammelt und zur Extraktion der abgetrennten Glycoglycerolipide verwendet. Durch Extraktion mittels Chloroform wurden die Glycoglycerolipide aus der w??rigen Phase B gewonnen. 125 ml der ?ligen Phase B wurden zur chemischen Analyse verwendet (FFA-Gehalt 0,13%, H2O-Gehalt 0,2%).

Die ?lige Phase B wird auf eine Prozesstemperatur von 40?C bis 45?C gebracht und mit einem Volumen an 0,6 M Arginin-L?sung versetzt, so dass 1,5 mol Arginin je Mol freier Fetts?uren vorliegt und es bei der Zugabe nicht zu einem Eintrag von Luft kommt. Anschlie?end wird f?r 10 min schonend ger?hrt. Das resultierende Gemisch wird anschlie?end in den Trenn-Separator gepumpt und so bei einer Leistung von 200 l/h die w?ssrige Phase C von der ?ligen Phase C getrennt. Die w?ssrige Phase C und die ?lige Phase C werden getrennt gesammelt. 125 ml der ?ligen Phase C wurden zur chemischen Analyse verwendet. Der Gehalt an freien Fetts?uren konnte auf 0,14 Gew.-% reduziert werden. Zudem wurde die Menge an Kalium, Phosphor, Eisen sowie Calcium auf weniger als 5 ppm gesenkt (K < 5 ppm, P < 5 ppm, Fe < 5 ppm, Ca < 5 ppm).

Beispiel 10B: Schritte A2') und B1) und E1)

Ca. 200 kg Raps?l (FFA-Gehalt 0,5%, H2O-Gehalt 0,04%, Eisen-Gehalt 0,63 ppm, Phosphor-Gehalt 74,8 ppm) werden in den Vorlagetank (Vorlagetank 1) eingef?llt.

Anschlie?end wird die lipoide Phase im Vorlagetank 1 auf 40?C bis 60?C erw?rmt und anschlie?end mit 0,1 Gew.-% Zitronens?ure (33%ig, auf Raumtemperatur) versetzt und f?r 30 Sekunden intensiv ger?hrt und danach 10 min bei cirka 100 bis 150 UpM ger?hrt. Danach wird 0,3 Gew.-% Wasser hinzugegeben.

Das Gemisch aus lipoider Phase und verd?nnter Zitronens?ure wird anschlie?end in den Trenn-Separator gepumpt und dann bei einer Leistung von 200 l/h die w?ssrige Phase A von der ?ligen Phase A getrennt. Die w?ssrige Phase A wird gesammelt und bis zur weiteren Verwendung gelagert. Die ?lige Phase A wird zur weiteren Prozessierung in einen weiteren Vorlagetank (Vorlagetank 2) ?berf?hrt. 125 ml der ?ligen Phase A wurden zur chemischen Analyse verwendet (FFA-Gehalt 0,48%, H2O-Gehalt 0,33%, Eisen-Gehalt 0,13 ppm, Phosphor-Gehalt 15,9 ppm).

Die so gewonnene ?lige Phase A wird auf eine Prozesstemperatur von 40?C bis 45?C gebracht und ein ausreichendes Volumen an 8%iger Natriumhydrogencarbonat-L?sung hinzugegeben, so dass ein theoretische Neutralisationsgrad der freien Fetts?uren von 90% erreicht wird. Anschlie?end wird mittels Ystral-Mischer f?r 30 Sekunden intensiv aber ohne Eintrag von Luft, d. h. ohne Gaseintrag ger?hrt und danach 10 min normal aber weiterhin ohne Eintrag von Luft, d. h. ohne Gaseintrag ger?hrt. Das resultierende Gemisch wird anschlie?end in den Trenn-Separator gepumpt und so bei einer Leistung von 200 l/h die w?ssrige Phase B von der ?ligen Phase B getrennt. Die w?ssrige Phase B wird gesammelt. In dieser wurden Sterylglycosiden mittels DC nachgewiesen. Die ?lige Phase B wird zur weiteren Prozessierung wieder zur?ck in den Vorlagetank 1 ?berf?hrt. 125 ml der ?ligen Phase B wurden zur chemischen Analyse verwendet (FFA-Gehalt 0,39%, H2O-Gehalt 0,41%, Eisen-Gehalt 0,06 ppm, Phosphor-Gehalt 4,08 ppm).

Die ?lige Phase B wird auf eine Prozesstemperatur von 40?C bis 45?C gebracht und mit einem Volumen an 0,6 M Arginin-L?sung versetzt, so dass 1,5 mol Arginin je Mol freier Fetts?uren vorliegt und es bei der Zugabe nicht zu einem Eintrag von Luft kommt. Anschlie?end wird f?r 10 min schonend ger?hrt. Das resultierende Gemisch wird anschlie?end in den Trenn-Separator gepumpt und so bei einer Leistung von 200 l/h die w?ssrige Phase C von der ?ligen Phase C getrennt. Die w?ssrige Phase C und die ?lige Phase C werden getrennt gesammelt. 125 ml der ?ligen Phase C wurden zur chemischen Analyse verwendet. Der Gehalt an freien Fetts?uren konnte auf 0,15 Gew.-% reduziert werden. Zudem wurde die Menge an Kalium und Calcium auf unter 0,5 ppm gesenkt (K < 1 ppm; Ca < 1 ppm) und die Menge an Phosphor bis auf, 08 ppm und die Mengen an Eisen auf 0,02 ppm gesenkt.

Beispiel 10C: Schritte A2') und B1) und E1)

Ca. 250 kg Raps?l (FFA-Gehalt 0,42%, H2O-Gehalt 0,08%, Eisen-Gehalt 0,43 ppm, Phosphor-Gehalt 70 ppm) werden in den Vorlagetank (Vorlagetank 1) eingef?llt.

Anschlie?end wird die lipoide Phase im Vorlagetank 1 auf 50?C bis 55?C erw?rmt und anschlie?end mit 0,1 Gew.-% Zitronens?ure (33%ig, auf Raumtemperatur) versetzt und f?r 30 Sekunden intensiv ger?hrt und danach 10 min bei cirka 100 bis 150 UpM ger?hrt. Danach wird 0,3 Gew.-% Wasser hinzugegeben.

Das Gemisch aus lipoider Phase und verd?nnter Zitronens?ure wird anschlie?end in den Trenn-Separator gepumpt und dann bei einer Leistung von 200 l/h die w?ssrige Phase A von der ?ligen Phase A getrennt. Die w?ssrige Phase A wird gesammelt und bis zur weiteren Verwendung gelagert. Die ?lige Phase A wird zur weiteren Prozessierung in einen weiteren Vorlagetank (Vorlagetank 2) ?berf?hrt. 125 ml der ?ligen Phase A wurden zur chemischen Analyse verwendet (FFA-Gehalt 0,4%, H2O-Gehalt 0,30%, Eisen-Gehalt 0,13 ppm, Phosphor-Gehalt 17 ppm).

Die so gewonnene ?lige Phase A wird auf eine Prozesstemperatur von 45?C bis 50?C gebracht und ein ausreichendes Volumen an 8%iger Natriumacetat-L?sung hinzugegeben, so dass ein theoretischer Neutralisationsgrad der freien Fetts?uren von 90% erreicht wird. Anschlie?end wird mittels Ystral-Mischer f?r 30 Sekunden intensiv und vorzugsweise gaseintragsfrei ger?hrt und danach 10 min normal und vorzugsweise gaseintragsfrei ger?hrt. Das resultierende Gemisch wird anschlie?end in den Trenn-Separator gepumpt und so bei einer Leistung von 200 l/h die w?ssrige Phase B von der ?ligen Phase B getrennt. Die w?ssrige Phase B wurden Sterylglycolipide mittels DC nachgewiesen. Die ?lige Phase B wird zur weiteren Prozessierung wieder zur?ck in den Vorlagetank 1 ?berf?hrt. 125 ml der ?ligen Phase B wurden zur chemischen Analyse verwendet (FFA-Gehalt 0,37%, H2O-Gehalt 0,40, Eisen-Gehalt 0,07 ppm, Phosphor-Gehalt 6 ppm).

Die ?lige Phase B wird auf eine Prozesstemperatur von 40?C bis 45?C gebracht und mit einem Volumen an 0,6 M Arginin-L?sung versetzt, so dass 1,5 mol Arginin je Mol freier Fetts?uren vorliegt und es bei der Zugabe nicht zu einem Eintrag von Luft kommt. Anschlie?end wird f?r 10 min schonend und ohne Eintrag von Lauf ger?hrt. Das resultierende Gemisch wird anschlie?end in den Trenn-Separator gepumpt und so bei einer Leistung von 200 l/h die w?ssrige Phase C von der ?ligen Phase C getrennt. Die w?ssrige Phase C und die ?lige Phase C werden getrennt gesammelt. 125 ml der ?ligen Phase C wurden zur chemischen Analyse verwendet. Der Gehalt an frien Fetts?uren konnte auf 0,12 Gew.-% reduziert werden. Zudem wurde die Menge an Kalium und Calcium auf unter 5 ppm gesenkt (K < 5 ppm; Ca < 5 ppm) und die Menge an Phosphor bis auf 1,1 ppm und die Mengen an Eisen auf 0,05 ppm gesenkt.

Beispiel 10D: Schritte A2') und B1) und E1)

Ca. 300 kg Raps?l (FFA-Gehalt 0,47%, H2O-Gehalt 0,04%, Eisen-Gehalt 0,53 ppm, Phosphor-Gehalt 85,1 ppm) werden in den Vorlagetank (Vorlagetank 1) eingef?llt.

Anschlie?end wird die lipoide Phase im Vorlagetank 1 auf ca. 70?C erw?rmt und anschlie?end mit 0,1 Gew.-% Zitronens?ure (33%ig, auf Raumtemperatur) versetzt und f?r 30 Sekunden intensiv ger?hrt und danach 10 min bei cirka 100 bis 150 UpM ger?hrt. Danach wird 0,3 Gew.-% Wasser hinzugegeben.

Das Gemisch aus lipoider Phase und verd?nnter Zitronens?ure wird anschlie?end in den Trenn-Separator gepumpt und dann bei einer Leistung von 200 l/h die w?ssrige Phase A von der ?ligen Phase A getrennt. Die w?ssrige Phase A wird gesammelt und bis zur weiteren Verwendung gelagert. Die ?lige Phase A wird zur weiteren Prozessierung in einen weiteren Vorlagetank (Vorlagetank 2) ?berf?hrt. 125 ml der ?ligen Phase A wurden zur chemischen Analyse verwendet (FFA-Gehalt 0,46%, H2O-Gehalt 0,53%, Eisen-Gehalt 0,13 ppm, Phosphor-Gehalt 16,2 ppm).

Die so gewonnene ?lige Phase A wird auf eine Prozesstemperatur von 40?45?C gebracht und ein ausreichendes Volumen an 8%iger Natriumcarbonat-L?sung hinzugegeben, so dass ein theoretischer Neutralisationsgrad der freien Fetts?uren von 90% erreicht wird. Anschlie?end wird mittels Ystral-Mischer f?r 30 Sekunden intensiv und vorzugsweise gaseintragsfrei ger?hrt und danach 10 min vorzugsweise gaseintragsfrei normal ger?hrt. Das resultierende Gemisch wird anschlie?end in den Trenn-Separator gepumpt und so bei einer Leistung von 200 l/h die w?ssrige Phase B von der ?ligen Phase B getrennt. Die w?ssrige Phase B wird gesammelt und zur Extraktion der abgetrennten Glycoglycerolipide verwendet. Durch Extraktion mittels Chloroform wurden die Glycoglycerolipide aus der w??rigen Phase B gewonnen. Die ?lige Phase B wird zur weiteren Prozessierung wieder zur?ck in den Vorlagetank 1 ?berf?hrt. 125 ml der ?ligen Phase B wurden zur chemischen Analyse verwendet (FFA-Gehalt 0,24%, H2O-Gehalt 0,48%, Eisen-Gehalt 0,03 ppm, Phosphor-Gehalt 2,25 ppm).

Die ?lige Phase B wird auf eine Prozesstemperatur von 40?C bis 45?C gebracht und mit einem Volumen an 0,6 M Arginin-L?sung versetzt, so dass 1,5 mol Arginin je Mol freier Fetts?uren vorliegt und es bei der Zugabe nicht zu einem Eintrag von Luft kommt. Anschlie?end wird f?r 10 min schonend und lufteintragsfrei ger?hrt. Das resultierende Gemisch wird anschlie?end lufteintragsfrei in den Trenn-Separator gepumpt und so bei einer Leistung von 200 l/h die w?ssrige Phase C von der ?ligen Phase C getrennt. Die w?ssrige Phase C und die ?lige Phase C werden getrennt gesammelt. 125 ml der ?ligen Phase C wurden zur chemischen Analyse verwendet. Der Gehalt an freien Fetts?uren konnte auf 0,10 Gew.-% reduziert werden. Zudem wurde die Menge an Kalium und Calcium auf unter 0,4 ppm gesenkt (K < 0,4 ppm; Ca < 0,5 ppm) und die Menge an Phosphor bis auf 0,8 ppm und die Mengen an Eisen auf 0,02 ppm gesenkt.

Beispiel 10E:

Gem?? Beispiel 10D) wurde Raps?l als lipoide Phase untersucht. Die Angaben sind in mg pro kg lipoide Phase au?er bei FFA. Bei FFA sind die Angaben in Gew.-%. ?Roh? bezeichnet die Ausgangswerte der lipoiden Phase. A2') bedeuten die Werte nach dem Schritt A2'). B1) bedeuten die Werte nach dem Schritt B1). E1) bedeuten die Werte nach dem Schritt E1).

Beispiel 10F:

Gem?? Beispiel 10C) wurde Raps?l als lipoide Phase untersucht. Die Angaben sind in mg pro kg lipoide Phase au?er bei FFA. Bei FFA sind die Angaben in Gew.-%. ?Roh? bezeichnet die Ausgangswerte der lipoiden Phase. A2') bedeuten die Werte nach dem Schritt A2'). B1) bedeuten die Werte nach dem Schritt B1). E1) bedeuten die Werte nach dem Schritt E1).

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

Diese Liste der vom Anmelder aufgef?hrten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschlie?lich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA ?bernimmt keinerlei Haftung f?r etwaige Fehler oder Auslassungen.

Zitierte Patentliteratur

  • US 6953849 [0008]
  • WO 2011160857 A2 [0080]

Zitierte Nicht-Patentliteratur

  • Rodriguez-Rodriguez et al., 2006; Gordillo et al., 2006 [0023]
  • Hinze, 1955; Davies, 1985; Vankova et al., 2007 [0023]
  • Riedel, 1973 [0023]
  • Schubert, 2005 [0023]
  • Walstra, 1998 [0023]
  • Kaufmann, 2002 [0023]
  • Aguilar et al., 2004 [0023]