Title:
Hydrostatisches Getriebe
Kind Code:
A1


Abstract:

Offenbart ist ein hydrostatisches Getriebe mit einer ersten Axialkolbenmaschine und einer damit hydraulisch gekoppelten zweiten Axialkolbenmaschine. Die erste Axialkolbenmaschine ist als eine Schrägscheibenmaschine ausgebildet und die zweite Axialkolbenmaschine ist als eine Schrägachsenmaschine ausgebildet. Erfindungsgemäß sind eine erste Triebwelle der ersten Axialkolbenmaschine und eine zweite Triebwelle der zweiten Axialkolbenmaschine entgegengesetzt zueinander ausgerichtet und haben eine gemeinsame Drehachse.




Inventors:
Jachnick, Michael (89275, Elchingen, DE)
Braun, Alexander (35305, Grünberg, DE)
Application Number:
DE102014208163A
Publication Date:
11/05/2015
Filing Date:
04/30/2014
Assignee:
Robert Bosch GmbH, 70469 (DE)
International Classes:



Attorney, Agent or Firm:
Thürer, Andreas, Dipl.-Phys., 97816, Lohr, DE
Claims:
1. Hydrostatisches Getriebe mit einer ersten Axialkolbenmaschine (2) und einer damit hydraulisch gekoppelten zweiten Axialkolbenmaschine (4), wobei die erste Axialkolbenmaschine (2) als eine Schrägscheibenmaschine ausgebildet ist und die zweite Axialkolbenmaschine (4) als eine Schrägachsenmaschine ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass eine erste Triebwelle (6) der ersten Axialkolbenmaschine (2) und eine zweite Triebwelle (8) der zweiten Axialkolbenmaschine (4) entgegengesetzt zueinander ausgerichtet sind und eine gemeinsame Drehachse (10) aufweisen.

2. Hydrostatisches Getriebe (1) nach Anspruch 1, wobei das Getriebe (1) einen Hauptgehäuseteil (20) aufweist, in dem die erste Axialkolbenmaschine (2) und die zweite Axialkolbenmaschine (4) zumindest abschnittsweise angeordnet sind.

3. Hydrostatisches Getriebe nach Anspruch 1 oder 2, wobei die erste Axialkolbenmaschine (2) und/oder die zweite Axialkolbenmaschine (4) ein verstellbares Verdrängungsvolumen aufweist.

4. Hydrostatisches Getriebe nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die erste Axialkolbenmaschine (2) einen Stellzylinder (16) zur Verstellung einer Schwenkwiege (22) der ersten Axialkolbenmaschine (2) aufweist, der mit einer Längsachse (18) quer zu der Drehachse (10) ausgerichtet ist.

5. Hydrostatisches Getriebe nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei eine erste Ebene, in der die gemeinsame Drehachse (10) liegt, im Wesentlichen parallel ist zu einer zweiten Ebene, in der die Längsachse (18) liegt, und wobei die zweite Axialkolbenmaschine (4) von der ersten Ebene aus in einer der zweiten Ebene abgewandten Richtung mit einem Schwenkwinkel (24) der zweiten Axialkolbenmaschine (4) abgewinkelt ist, oder wobei die zweite Axialkolbenmaschine (4) von der ersten Ebene aus in einer der zweiten Ebene zugewandten Richtung mit einem Schwenkwinkel (24) der zweiten Axialkolbenmaschine (4) abgewinkelt ist.

6. Hydrostatisches Getriebe nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei eine erste Steuerplatte (12) der ersten Axialkolbenmaschine (2) und eine zweite Steuerplatte (14) der zweiten Axialkolbenmaschine (4) in Bezug auf deren jeweilige Umsteuerbereiche (66, 68) um etwa 90° verdreht zueinander angeordnet sind.

7. Hydrostatisches Getriebe nach einem der Ansprüche 2 bis 6, wobei der Hauptgehäuseteil (20) im mittleren Bereich eine Spülventilbohrung (26) aufweist, deren Mittelachse im Wesentlichen parallel zu einer Geraden ausgerichtet ist, die durch die Mitten zweier Steueröffnungen (64) in einer Steuerplatte (14) der zweiten Axialkolbenmaschine (4) geht, und wobei ein Abstand der Mittelachse der Spülventilbohrung (26) zur gemeinsamen Drehachse (10) etwa gleich groß ist wie ein Abstand der Geraden zu der Drehachse (10).

8. Hydrostatisches Getriebe nach einem der Ansprüche 2 bis 7, wobei der Hauptgehäuseteil (20) an zueinander entgegengesetzt ausgerichteten Stirnseiten (32, 34) jeweils eine Topföffnung (42, 44) aufweist, deren jeweilige Mittelachse etwa auf der Drehachse (10) liegt und an die sich jeweils eine topfförmige Gehäusekammer (52, 54) anschließt, wobei die erste Gehäusekammer (52), in der die erste Axialkolbenmaschine (2) zumindest abschnittsweise aufnehmbar ist, mit ihrer Mittelachse etwa auf der Drehachse (10) liegt und wobei die zweite Gehäusekammer (54), in der die zweite Axialkolbenmaschine (4) zumindest abschnittsweise aufnehmbar ist, mit ihrer Mittelachse entsprechend dem Schwenkwinkel (24) von der Drehachse (10) abgewinkelt ist.

9. Hydrostatisches Getriebe nach Anspruch 8, wobei sich an die Topföffnungen (42, 44) jeweils ein Anbaugehäuseteil (72, 74) anschließt, deren Mittelachsen etwa auf der Drehachse (10) liegen, und wobei in dem ersten Anbaugehäuseteil (72) die Schwenkwiege (22) und ein Abschnitt der ersten Triebwelle (6) der ersten Axialkolbenmaschine (2) gelagert sind, und wobei in dem zweiten Anbaugehäuseteil (74) ein Triebflansch (30) der zweiten Axialkolbenmaschine (4) gelagert ist.

10. Hydrostatisches Getriebe nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei die erste Axialkolbenmaschine (2) und die zweite Axialkolbenmaschine (4) über Druckmittelkanäle (46, 48) gekoppelt sind, die jeweils über einen Anbindungskanal (60, 70) mit einem Druckbegrenzungsventil (56, 58) fluidisch verbunden sind, und wobei die Anbindungskanäle (60, 70) und/oder ein Verbindungskanal (50), über den die Druckbegrenzungsventile (56, 58) fluidisch miteinander verbunden sind, im Wesentlichen in einer dritten Ebene und im Wesentlichen parallel zu dem Schwenkwinkel (24) verlaufen, und wobei die Druckbegrenzungsventile (56, 58) im Wesentlichen parallel zu der Längsachse (18) angeordnet sind.

Description:

Die Erfindung betrifft ein hydrostatisches Getriebe gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Bei bekannten hydrostatischen Getrieben, insbesondere bei solchen, die in einem mechanisch-hydraulischen leistungsverzweigten Überlagerungsgetriebe zum Einsatz kommen, ist eine Erhöhung der übertragbaren Leistung bei gleichbleibender Baugröße kaum mehr möglich, da die Leistungsgrenze, insbesondere bei einer Kombination von zwei Schrägscheibenmaschinen, erreicht ist. Bei bekannten Kombinationen einer Schrägscheibenmaschine mit einer Schrägachsenmaschine führt ein bauartbedingter Versatz zwischen der Antriebswelle und der Abtriebswelle des hydrostatischen Getriebes zu einem erhöhten Platzbedarf. Es besteht aber weiterhin Bedarf an einer Steigerung der übertragbaren Leistung bei höchstens gleichem Platzbedarf.

Deswegen liegt der Erfindung die Aufgabe zu Grunde, ein platzsparendes hydrostatisches Getriebe zu schaffen.

Diese Aufgabe wird gelöst durch ein hydrostatisches Getriebe mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1.

Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Patentansprüchen 2 bis 10 beschrieben.

Ein hydrostatisches Getriebe gemäß der vorliegenden Erfindung hat eine erste Axialkolbenmaschine und eine damit hydraulisch gekoppelte zweite Axialkolbenmaschine. Die erste Axialkolbenmaschine ist als eine Schrägscheibenmaschine ausgebildet und die zweite Axialkolbenmaschine ist als eine Schrägachsenmaschine ausgebildet. Erfindungsgemäß sind eine erste Triebwelle der ersten Axialkolbenmaschine und eine zweite Triebwelle der zweiten Axialkolbenmaschine entgegengesetzt zueinander ausgerichtet und haben eine gemeinsame Drehachse.

Durch die erfindungsgemäße Anordnung in dem hydrostatischen Getriebe unterbleibt trotz dem Einsatz der ungleichen Typen von Axialkolbenmaschinen ein Versatz zwischen einer Antriebswelle und einer Abtriebswelle des hydrostatischen Getriebes, was zu einer platzsparenden Anordnung und damit zu einer bauraumoptimierten Lösung führt. Schrägachsenmaschinen haben zumeist einen höheren Wirkungsgrad als Schrägscheibenmaschinen. Weiter lässt sich bei Schrägscheibenmaschinen der Schwenkwinkel einfacher verstellen als bei Schrägachsenmaschinen und zudem ohne Änderung der äußeren Geometrie. Somit ergibt sich aus der erfindungsgemäßen Kombination dieser beiden Typen die Kombination der typischen Vorteile: Eine höhere übertragbare Leistung bei geringerer Gesamtbaugröße des hydrostatischen Getriebes gemäß der vorliegenden Erfindung.

Vorteilhafterweise hat das Getriebe einen Hauptgehäuseteil, in dem die erste Axialkolbenmaschine und die zweite Axialkolbenmaschine zumindest abschnittsweise angeordnet sind. Die Anordnung der beiden Axialkolbenmaschinen in einem gemeinsamen Gehäuseteil erhöht den oben erwähnten Bauraumvorteil.

Bevorzugt weist die erste Axialkolbenmaschine und/oder die zweite Axialkolbenmaschine ein verstellbares Verdrängungsvolumen auf. Vorteilhafterweise ist somit das Übersetzungsverhältnis des hydrostatischen Getriebes veränderbar. Die erste Axialkolbenmaschine kann als Pumpe ausgebildet sein und die zweite Axialkolbenmaschine kann als Motor ausgebildet sein. Es kann die Pumpe als Verstellpumpe und der Motor als Konstantmotor ausgebildet sein. Es ist auch möglich, dass Pumpe und Motor verstellbar sein können. Weiter können die Pumpe als Konstantpumpe und der Motor als Verstellmotor ausgebildet sein. Anzumerken ist hierbei, dass zwischen den beiden Axialkolbenmaschinen ein Wechsel der Pumpen- und der Motorfunktion in Abhängigkeit von den Betriebsbedingungen möglich ist. Bei Verwendung eines Verstellmotors, insbesondere bei Verwendung einer Schrägachsenmaschine mit veränderbarem Verdrängungsvolumen, kann eine Anpassung des Gehäuses an den Verstellbereich erforderlich sein. Je nach Einsatzzweck und zur Verfügung stehendem Bauraum kann also die jeweils günstigste Kombination gewählt werden, ob die eine oder die andere oder beide der Axialkolbenmaschinen ein veränderbares Verdrängungsvolumen haben sollen.

Bevorzugt weist die erste Axialkolbenmaschine einen Stellzylinder zur Verstellung einer Schwenkwiege der ersten Axialkolbenmaschine auf, der vorteilhafterweise mit seiner Längsachse quer und im Abstand zu der Drehachse ausgerichtet ist. Insbesondere ist die Längsachse des Stellzylinders senkrecht und im Abstand zu der Drehachse ausgerichtet. Diese erfindungsgemäße Anordnung des Stellzylinders trägt weiter zu einer platzsparenden Bauweise eines hydrostatischen Getriebes gemäß der vorliegenden Erfindung bei. Prinzipiell ist jedoch anstelle der geschilderten Querverstellung auch eine Längsverstellung möglich, bei der ein Stellzylinder sich im Wesentlichen parallel zur Drehachse erstreckt.

Vorteilhafterweise ist eine erste Ebene, in der die Drehachse liegt, im Wesentlichen parallel zu einer zweiten Ebene, in der die Längsachse liegt, und die zweite Axialkolbenmaschine ist von der ersten Ebene aus in einer von der zweiten Ebene abgewandten Richtung mit einem Schwenkwinkel der zweiten Axialkolbenmaschine abgewinkelt. Insbesondere ist eine Mittelachse einer Zylindertrommel der zweiten Axialkolbenmaschine in der genannten Richtung abgewinkelt. Diese Lage wird 0°-Lage genannt. Alternativ dazu kann die zweite Axialkolbenmaschine von der ersten Ebene aus in einer der zweiten Ebene zugewandten Richtung mit einem Schwenkwinkel der zweiten Axialkolbenmaschine abgewinkelt sein. Insbesondere ist eine Mittelachse einer Zylindertrommel der zweiten Axialkolbenmaschine in der genannten Richtung abgewinkelt. Diese Lage wird 180°-Lage genannt. Diese beiden Winkellagen, die 0°-Lage und die 180°-Lage, lassen eine einfache hydraulische Koppelung mit der Schrägscheibenmaschine zu, insbesondere können Fluidkanäle einfach gestaltet sein. Je nach Einsatzfall kann die Schrägachsenmaschine in einer beliebigen Richtung abgewinkelt sein, was eine flexible Nutzung eines jeweils zur Verfügung stehenden Bauraums gestattet. Der Hauptgehäuseteil ist vorzugsweise entsprechend der konkreten Winkellage ausgebildet, in der die Schrägachsenmaschine ausgerichtet ist.

Bevorzugt sind eine erste Steuerplatte der ersten Axialkolbenmaschine und eine zweite Steuerplatte der zweiten Axialkolbenmaschine in Bezug auf deren jeweilige Umsteuerbereiche um etwa 90° verdreht zueinander angeordnet. Die Verdrehung kann sich auch in einem Bereich von etwa 75° bis etwa 105° bewegen. Diese erfindungsgemäße Anordnung der Steuerplatten trägt vorteilhafterweise weiter dazu bei, die hydraulische Koppelung der beiden Axialkolbenmaschinen zu vereinfachen. Insbesondere bei 0°-Lage oder 180°-Lage der Schrägachsenmaschine ist damit eine sehr einfache hydraulische Koppelung der beiden Axialkolbenmaschinen ermöglicht.

Der Hauptgehäuseteil weist vorteilhafterweise in seinem mittleren Bereich eine Spülventilbohrung auf, deren Mittelachse im Wesentlichen parallel zu einer Geraden ausgerichtet ist, die durch die Mitten zweier insbesondere nierenförmiger Steueröffnungen in einer Steuerplatte der zweiten Axialkolbenmaschine geht. Ein Abstand der Mittelachse der Spülventilbohrung zur gemeinsamen Drehachse ist bevorzugt etwa gleich groß wie ein Abstand der Geraden zu der Drehachse. Das Spülventil nimmt dann eine Lage ein, welche eine einfache Anbindung des Spülventils an die zwischen den beiden Axialkolbenmaschinen verlaufenden Druckmittelkanäle ermöglicht.

Vorteilhafterweise weist der Hauptgehäuseteil an zueinander entgegengesetzt ausgerichteten Stirnseiten jeweils eine Topföffnung auf, deren jeweilige Mittelachse etwa auf der Drehachse liegt und an die sich jeweils eine topfförmige Gehäusekammer anschließt. Die erste Gehäusekammer, in der die erste Axialkolbenmaschine zumindest abschnittsweise aufnehmbar ist, liegt mit ihrer Mittelachse etwa auf der Drehachse und die zweite Gehäusekammer, in der die zweite Axialkolbenmaschine zumindest abschnittsweise aufnehmbar ist, ist mit ihrer Mittelachse entsprechend dem Schwenkwinkel von der Drehachse abgewinkelt. Die Anmelderin behält sich vor, auf die das Gehäuse des Getriebes betreffende Merkmale einen oder mehrere unabhängige Ansprüche zu richten. Die erfindungsgemäße Anordnung der topfförmigen Gehäusekammern in dem Hauptgehäuseteil trägt weiter zur Bauraumoptimierung des hydrostatischen Getriebes nach der vorliegenden Erfindung bei.

Bevorzugt schließt sich an die Topföffnungen jeweils ein Anbaugehäuseteil an, deren Mittelachsen etwa auf der Drehachse liegen. In dem ersten Anbaugehäuseteil sind die Schwenkwiege und ein Abschnitt der Triebwelle der ersten Axialkolbenmaschine gelagert und in dem zweiten Anbaugehäuse ist ein Triebflansch der zweiten Axialkolbenmaschine gelagert. Vorteilhafterweise ist durch die erfindungsgemäße Unterbringung der jeweiligen Lagerungen in dem jeweiligen Anbaugehäuseteil eine verbesserte Zugänglichkeit der Lagerstellen gewährleistet und bringt weitere Vorteile bei der dadurch vereinfachten Montage, Wartung und Reparatur der Lagerstellen.

Vorteilhafterweise sind die erste Axialkolbenmaschine und die zweite Axialkolbenmaschine über Druckmittelkanäle hydraulisch gekoppelt, die jeweils über einen Anbindungskanal mit einem Druckbegrenzungsventil fluidisch verbunden sind. Die Anbindungskanäle und/oder ein Verbindungskanal, über den die Druckbegrenzungsventile fluidisch miteinander verbunden sind, verlaufen bevorzugt im Wesentlichen in einer dritten Ebene, die im Wesentlichen mit dem Schwenkwinkel gegen die erste Ebene angestellt ist. Die Druckbegrenzungsventile sind vorteilhafterweise im Wesentlichen quer zur gemeinsamen Drehachse angeordnet, liegen mit ihrer Achse insbesondere jeweils in einer senkrecht auf der Drehachse stehenden Ebene. Diese erfindungsgemäße Anordnung der Anbindungskanäle und/oder des Verbindungskanals trägt weiter zu einer kompakten Bauweise des hydrostatischen Getriebes gemäß der vorliegenden Erfindung bei. Insbesondere ist eine Lage der Druckbegrenzungsventile gewählt, in der die Achse jedes Druckbegrenzungsventils parallel zur Längsachse des Stellzylinders verläuft.

Ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen hydrostatischen Getriebes ist in den Zeichnungen dargestellt. Anhand der Figuren dieser Zeichnungen wird die Erfindung nun näher erläutert.

Es zeigen

1 eine Anordnung von zwei Axialkolbenmaschinen in einem erfindungsgemäßen hydrostatischen Getriebe in einer Seitenansicht,

2 das hydrostatische Getriebe gemäß 1 in einer perspektivischen Ansicht,

3 eine Ansicht der jeweiligen Steuerplatten der Axialkolbenmaschinen des hydrostatischen Getriebes gemäß 1 und 2,

4 das hydrostatische Getriebe gemäß 1 bis 3 mit Einblick in das Hauptgehäuse in einer Seitenansicht,

5 das hydrostatische Getriebe gemäß 1 bis 4 in einem durch eine Drehachse von Triebwellen der Axialkolbenmaschinen geführten Längsschnitt und

6 verschiedene Winkellagen der als Schrägachsenmaschine ausgebildeten Axialkolbenmaschine hydrostatischen Getriebes.

1 zeigt eine Anordnung zweier Axialkolbenmaschinen 2, 4 in einem Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen hydrostatischen Getriebes 1. Ein Gehäuse des Getriebes 1 ist hier nicht dargestellt. Die erste Axialkolbenmaschine 2 ist als eine Schrägscheibenmaschine ausgebildet und die zweite Axialkolbenmaschine 4 ist als eine Schrägachsenmaschine ausgebildet, wobei eine erste Triebwelle 6 der ersten Axialkolbenmaschine 2 und eine zweite Triebwelle 8 der zweiten Axialkolbenmaschine 4 entgegengesetzt zueinander ausgerichtet sind und eine gemeinsame Drehachse 10 aufweisen.

Die Schrägachsenmaschine hat in diesem Ausführungsbeispiel ein festes Verdrängungsvolumen und der Schwenkwinkel 24 ist in der Zeichnung von der Drehachse 10 nach unten gerichtet. Diese Lage wird als 0°-Lage bezeichnet.

Die Schrägscheibenmaschine hat in diesem Ausführungsbeispiel ein veränderbares Verdrängungsvolumen, das Übersetzungsverhältnis des hydrostatischen Getriebes ist damit veränderbar. In anderen, nicht gezeigten Ausführungsbeispielen, ist es auch möglich, dass die Schrägachsenmaschine ein veränderbares Verdrängungsvolumen und die Schrägscheibenmaschine ein festes Verdrängungsvolumen hat, oder dass beide Axialkolbenmaschinen 2, 4 ein veränderbares Verdrängungsvolumen haben.

Im in 1 gezeigten Ausführungsbeispiel ist die Schrägscheibenmaschine als Verstellpumpe und die Schrägachsenmaschine als Konstantmotor ausgebildet. In anderen, nicht gezeigten Ausführungsbeispielen, ist es auch möglich, dass die Schrägscheibenmaschine als Konstantpumpe und die Schrägachsenmaschine als Verstellmotor ausgebildet ist, oder dass die Schrägscheibenmaschine als Verstellpumpe und die Schrägachsenmaschine als Verstellmotor ausgebildet ist. Anzumerken ist hierbei, dass insbesondere in einem Schiebebetrieb die Funktion der Pumpe und des Motors umgekehrt wird.

In der dreidimensionalen Ansicht in 2 ist gezeigt, dass die erste Axialkolbenmaschine 2 einen Stellzylinder 16 zur Verstellung einer Schwenkwiege 22 der ersten Axialkolbenmaschine 2 aufweist, der mit einer Längsachse 18 etwa senkrecht zu der Drehachse 10 ausgerichtet ist. Wie in 2 gut zu sehen ist, sind die beiden Axialkolbenmaschinen 2, 4 über Druckmittelkanäle 46, 48 hydraulisch gekoppelt. Der erste Druckmittelkanal 46 ist über einen ersten Anbindungskanal 60 mit einem ersten Druckbegrenzungsventil 56 fluidisch verbunden und der zweite Druckmittelkanal 48 ist über einen zweiten Anbindungskanal 70 mit einem zweiten Druckbegrenzungsventil 58 fluidisch verbunden. Über einen Verbindungskanal 50 sind die Druckbegrenzungsventile 56, 58 fluidisch miteinander verbunden. Die Druckbegrenzungsventile 56, 58 sind im Wesentlichen parallel zu der Längsachse 18 angeordnet und die Anbindungskanäle 60, 70 und der Verbindungskanal 50 verlaufen im Wesentlichen in einer dritten Ebene und im Wesentlichen parallel zu dem Schwenkwinkel 24.

In 3 sind die beiden Axialkolbenmaschinen 2 und 4 quasi auseinandergeklappt dargestellt, um die Steuerplatten 12 der Axialkolbenmaschine 2 und die Steuerplatte 14 der Axialkolbenmaschine 4 mit Blick auf ihre Steuernieren 62 und 64 darstellen zu können. Wie gezeigt, sind die ersten Steuernieren 62 der Steuerplatte 12 je Druckbereich in jeweils zwei einzelne Steuerteilnieren aufgeteilt, die erste Steuerplatte 12 hat also insgesamt vier Steuerteilnieren. Die ersten Umsteuerbereiche 66 zwischen den Druckbereichen der ersten Steuernieren 62 sind in der Zeichnung waagerecht angeordnet, die zweiten Umsteuerbereiche 68 zwischen den Druckbereichen der zweiten Steuernieren 64 sind in der Zeichnung senkrecht angeordnet. Die erste Steuerplatte 12 der ersten Axialkolbenmaschine 2 und die zweite Steuerplatte 14 der zweiten Axialkolbenmaschine 4 sind in Bezug auf deren jeweilige Umsteuerbereiche 66 und 68 um etwa 90° verdreht zueinander angeordnet. Die Verdrehung der Steuerplatten 12 und 14 kann auch Werte in einem Bereich von etwa 75°–105° haben. Insbesondere in der 0°-Lage des dargestellten Ausführungsbeispiels lassen sich so die Druckmittelkanäle 46 und 48, die in 3 nur schematisch dargestellt sind, einfach anordnen. Dies trifft auch bei einem nicht dargestellten anderen Ausführungsbeispiel zu, bei dem der Schwenkwinkel der Schrägachsenmaschine von der Drehachse 10 in der Zeichnung nach oben zeigt, einer sogenannten 180°-Lage der Schrägachsenmaschine.

Bedingt durch die oben beschriebene Anordnung der Axialkolbenmaschinen 2 und 4 und durch die Verdrehung ihrer Steuerplatten 12 und 14 gegeneinander ist der erste Druckmittelkanal 46 länger als der zweite Druckmittelkanal 48. Der Verbindungskanal 50 verläuft in gestufter Form um den längeren ersten Druckmittelkanal 46 herum. Von dem Verbindungskanal 50 zweigt eine nicht dargestellte Bohrung ab, über die ein hinteres Triebwellenlager der ersten Axialkolbenmaschine 2, die Triebflanschlager der zweiten Axialkolbenmaschine 4 und andere Komponenten des hydrostatischen Getriebes 1 zum Zwecke ihrer Schmierung mit Druckmittel versorgbar sind.

4 zeigt das hydrostatische Getriebe 1 mit einem Hauptgehäuseteil 20, in dem die erste Axialkolbenmaschine 2 und die zweite Axialkolbenmaschine 4 abschnittsweise angeordnet sind. Der Hauptgehäuseteil 20 weist an zueinander entgegengesetzt ausgerichteten Stirnseiten 32, 34 jeweils eine Topföffnung 42, 44 auf, deren jeweilige Mittelachse auf der Drehachse 10 liegt. An die erste Topföffnung 42 schließt sich nach innen eine erste topfförmige Gehäusekammer 52 an und an die zweite Topföffnung 44 schließt sich nach innen eine zweite topfförmige Gehäusekammer 54 an, wobei die erste Gehäusekammer 52, in der die erste Axialkolbenmaschine 2 abschnittsweise aufgenommen ist, mit ihrer Mittelachse auf der Drehachse 10 liegt, und wobei die zweite Gehäusekammer 54, in der die zweite Axialkolbenmaschine 4 abschnittsweise aufgenommen ist, mit ihrer Mittelachse entsprechend dem Schwenkwinkel 24 von der Drehachse 10 abgewinkelt ist. Ein Topfboden am Ende der jeweiligen Gehäusekammer 52, 54 bildet die Anlage für die jeweilige Steuerplatte 12, 14, wobei der erste Topfboden der ersten Topföffnung 42 etwa rechtwinklig zur Drehachse 10 ausgerichtet ist, und wobei der zweite Topfboden der zweiten Topföffnung 44 etwa rechtwinklig zu dem Schwenkwinkel 24 ausgerichtet ist.

Je nach Einsatzfall, insbesondere in Abhängigkeit eines zur Verfügung stehenden Bauraums, kann die zweite Axialkolbenmaschine 4 abweichend von den oben erwähnten und in 6 veranschaulichten Winkellagen, 0°-, 90°-, 180°- oder 270°-Lage in einer beliebigen Winkellage angeordnet sein. Das Hauptgehäuse 20, insbesondere die Lage der zweiten Gehäusekammer 54, ist dann jeweils entsprechend der gewünschten Winkellage ausgebildet.

Insbesondere für den oben erwähnten Fall, dass die Schrägachsenmaschine ein veränderbares Verdrängungsvolumen hat, ist das Hauptgehäuse 20, insbesondere die Gestalt der zweiten Gehäusekammer 54, an den in diesem Fall variablen Schwenkwinkel 24 der Schrägachsenmaschine angepasst.

Eine erste Ebene, in der die Drehachse 10 liegt, ist im gezeigten Ausführungsbeispiel parallel zu einer zweiten Ebene, in der die Längsachse 18 liegt. In der 0°-Lage ist die zweite Axialkolbenmaschine 4, insbesondere eine Mittelachse einer Zylindertrommel der zweiten Axialkolbenmaschine 4, von der ersten Ebene aus in einer der zweiten Ebene abgewandten Richtung mit einem Schwenkwinkel 24 der zweiten Axialkolbenmaschine 4 abgewinkelt. In einem nicht dargestellten Ausführungsbeispiel kann die zweite Axialkolbenmaschine 4 in einer 180°-Lage von der ersten Ebene aus in einer der zweiten Ebene zugewandten Richtung mit einem Schwenkwinkel 24 der zweiten Axialkolbenmaschine 4 abgewinkelt sein.

Der Hauptgehäuseteil 20 hat im mittleren Bereich eine Spülventilbohrung 26, deren Mittelachse im Wesentlichen parallel zu einer Geraden ausgerichtet ist, die durch die Mitten der beiden Steuernieren 64 der Steuerplatte 14 der zweiten Axialkolbenmaschine 4 geht. Dabei ist der Abstand der Mittelachse der Spülventilbohrung 26 zur gemeinsamen Drehachse 10 etwa gleich groß wie ein Abstand der Geraden zu der Drehachse 10. Damit ist die Mittelachse der Spülventilbohrung auch parallel zu der Längsachse 18 des Stellzylinders 16 ausgerichtet ist. Die Längsachse 18 steht gemäß 4 senkrecht zur Zeichenebene. Die Beziehung zwischen den Abständen gilt vorzugsweise nicht nur für das dargestellte Ausführungsbeispiel mit der Schrägachsenmaschine in 0°-Lage, sondern auch für andere nicht dargestellte Ausführungsbeispiele mit der Schrägachsenmaschine in einer beliebigen Winkellage, beispielsweise in einer 90°-Lage, einer 180°-Lage, oder einer 270°-Lage (siehe 6).

Weiter ist an dem Hauptgehäuseteil 20 ein nicht dargestellter Speisedruckanschluss vorgesehen. Ein in der Spülventilbohrung 26 vorgesehenes Spülventil ist fluidisch verbunden mit den Druckmittelkanälen 46, 48, wobei an diese Fluidverbindungen Drucksensoren angeschlossen werden können. Die Spülventilbohrung 26 und der Speisedruckanschluss sind bezogen auf die Drehachse 10 einander gegenüberliegend angeordnet und weisen etwa in die gleiche Richtung.

Der oben erwähnte Verbindungskanal 50, über den die Druckbegrenzungsventile 56, 58 fluidisch miteinander verbunden sind, ist mit dem Speisedruckanschluss und mit einem Anschluss zur Stelldruckversorgung der Schwenkwiegenverstellung fluidisch verbunden.

Wie in 5 dargestellt, schließt sich nach außen an die Topföffnungen 42, 44 jeweils ein Anbaugehäuseteil 72, 74 an, deren Mittelachsen auf der Drehachse 10 liegen. In dem ersten Anbaugehäuseteil 72 sind die Schwenkwiege 22 und ein Abschnitt der ersten Triebwelle 6 der ersten Axialkolbenmaschine 2 gelagert und in dem zweiten Anbaugehäuseteil 74 ist ein Triebflansch 30 der zweiten Axialkolbenmaschine 4 gelagert. Ein an der zweiten Stirnseite 34, insbesondere an der zweiten Topföffnung 44, vorgesehener Zentrierbund zentriert den zweiten Anbaugehäuseteil 74 und sichert die Lagerung des Triebflansches 30 in axialer Richtung.

Am ersten Anbaugehäuseteil 72 sind Befestigungsmöglichkeiten vorgesehen, an denen eine Abstützung des Drehmoments erfolgt.

Offenbart ist ein hydrostatisches Getriebe mit einer Schrägscheibenmaschine und einer fluidisch damit gekoppelten Schrägachsenmaschine, wobei die beiden Axialkolbenmaschinen derart angeordnet sind, dass die erste Triebwelle der Schrägscheibenmaschine und die zweite Triebwelle der Schrägachsenmaschine einander entgegengesetzt ausgerichtet sind und eine gemeinsame Drehachse haben. Vorteilhafterweise sind die beiden Axialkolbenmaschinen in einem gemeinsamen Gehäuse untergebracht, das einen Hauptgehäuseteil und an einander entgegengesetzten Stirnflächen des Hauptgehäuseteils angeordnete Gehäusekammern zur zumindest abschnittsweisen Aufnahme der jeweiligen Axialkolbenmaschine enthält. Mit dieser erfindungsgemäßen Anordnung kann ein vorhandener Bauraum optimal ausgenutzt werden bei erhöhter übertragbarer Leistung des Getriebes.

Bezugszeichenliste

1
Getriebe
2
erste Axialkolbenmaschine
4
zweite Axialkolbenmaschine
6
erste Triebwelle
8
zweite Triebwelle
10
Drehachse
12
erste Steuerplatte
14
zweite Steuerplatte
16
Stellzylinder
18
Längsachse
20
Hauptgehäuseteil
22
Schwenkwiege
24
Schwenkwinkel
26
Spülventilbohrung
30
Triebflansch
32
erste Stirnseite
34
zweite Stirnseite
36
Abstand Mittelachse der Spülventilbohrung zur Drehachse
38
Abstand Mitte der zweiten Steuerplatte zur Drehachse
42
erste Topföffnung
44
zweite Topföffnung
46
erster Druckmittelkanal
48
zweiter Druckmittelkanal
50
Verbindungskanal
52
erste Gehäusekammer
54
zweite Gehäusekammer
56
erstes Druckbegrenzungsventil
58
zweites Druckbegrenzungsventil
60
erster Anbindungskanal
62
Steuernieren der ersten Axialkolbenmaschine
64
Steuernieren der zweiten Axialkolbenmaschine
66
erster Umsteuerbereich
68
zweiter Umsteuerbereich
70
zweiter Anbindungskanal
72
erster Anbaugehäuseteil
74
zweiter Anbaugehäuseteil