Title:
Verfahren und Anlage zur herstellung eines konfektionierten Kabels vorbestimmter Länge sowie hierfür geeignetes Kontaktbauteil
Kind Code:
A1


Abstract:

Um bei konfektionierten Kabeln zu verhindern, dass an der Befestigungsstelle zwischen Kontaktbauteil und Leiter ein hoher Übergangswiderstand aufgrund von Verunreinigungen und/oder Feuchtigkeit entsteht, wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, das Isolationsmaterial erst nach dem Anbringen der Kontaktbauteile aufzubringen.




Inventors:
Kaindl, Michael (84061, Ergoldsbach, DE)
Application Number:
DE102014200874A
Publication Date:
07/23/2015
Filing Date:
01/20/2014
Assignee:
Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft, 80809 (DE)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE1963307A1N/A1970-07-09



Foreign References:
61767162001-01-23
WO1981000329A11981-02-05
Claims:
1. Verfahren zur Herstellung eines konfektionierten Kabels vorbestimmter Länge mit mindestens einem elektrisch leitenden Leiter, der von einem Isolationsmaterial ummantelt ist und an mindestens einem Ende ein Kontaktbauteil trägt, dadurch gekennzeichnet, dass das Kontaktbauteil auf einen unisolierten Endlosleiter an einer vorbestimmten Stelle befestigt wird und dann anschließend das Isolationsmaterial auf den Leiter und das Kontaktbauteil aufgebracht wird.

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Aufbringen des Isolationsmaterials das Kabel an dem Kontaktbauteil abgelängt wird.

3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der unisolierte Endlosleiter durch hülsenförmige Kontaktbauteile geführt wird, die paarweise mit ihren freien Kontaktzonen einander gegenüberliegen, dass die Kontaktbauteile anschließend an den vorbestimmten Stellen auf dem Endlosleiter befestigt werden und dann der so bestückte Endlosleiter kontinuierlich mit dem Isolationsmaterial überzogen und anschließend zwischen jeweils zwei gegenüberliegenden Kontaktbauteilen abgelängt wird.

4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Aufbringen der Kontaktbauteile der Endlosleiter auf die gewünschte Länge abgelängt wird und dass die beiden einander zugewandten Kontaktzonen der beiden Kontaktbauteilen miteinander verbunden sind, bevor der Endlosleiter und die Kontaktbauteile mit dem Isolationsmaterial ummantelt werden.

5. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass die beiden einander zugewandten Kontaktzonen der Kontaktbauteile vor dem Ummanteln mit dem Isolationsmaterial durch eine Schutzhülle geschützt werden.

6. Anlage zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorangegangenen Ansprüche bestehend aus einer Vorratstrommel (10, 10') mit unisolierten Endlosleiter (2), insbesondere aus einer Kabeltrommel mit aufgewickeltem unisolierten Endlosleiter, einer Beschichtungsanlage (15) zum Aufbringen eines Isolationsmaterials auf den Endlosleiter und einer Aufwickelstation, dadurch gekennzeichnet, dass vor der Beschichtungsstation (15) eine Befestigungsstation (13) für die Kontaktbauteile (3) auf den unisolierten Endlosleiter (2) vorgesehen ist.

7. Anlage nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass vor der Befestigungsstation (13) ein Magazin (11) vorgesehen ist, in dem die einzelnen Kontaktbauteile (3), jeweils abwechselnd mit ihrer Kontaktzone und mit ihrer Dichtzone einander gegenüberliegend, bereitgehalten sind.

8. Anlage nach einem der Ansprüche 6 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils zwei einander zugewandte Kontaktbauteile (3) über ihre Kontaktzonen (7) miteinander verbunden sind.

9. Anlage nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass vor der Beschichtungsstation (15) und nach der Befestigungsstation (13) eine Station zum Anbringen von Schutzhüllen vorgesehen ist.

10. Kontaktbauteil zur Verwendung im Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5 und zur Verwendung in der Anlage nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Kontaktbauteil (3) aus einer Kontaktzone (7) und einer Dichtzone (8) besteht.

11. Kontaktbauteil nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Kontaktzone (7) als Zwischenstück zur Aufnahme eines Kontaktteils ausgestaltet ist.

12. Kontaktbauteil nach einem der Ansprüche 10 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Kontaktbauteile (3) hülsenförmig gestaltet sind.

13. Kontaktbauteil nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass auf die Kontaktzonen (7) zweier benachbarter Kontaktbauteile (3) eine Schutzhülle aufgebracht ist.

Description:

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung eines konfektionierten Kabels vorbestimmter Länge, welches aus einem elektrisch leitenden Leiter besteht, an dessen Enden ein Kontaktbauteil angebracht ist und wobei das konfektionierten Kabels von einem Isolationsmaterial ummantelt ist. Weiterhin bezieht sich die Erfindung auf eine Anlage zur Herstellung eines derartigen Kabels und auf ein geeignetes Kontaktbauteil

Heute ist es üblich, konfektionierte elektrische Kabel dadurch herzustellen, dass bei einem ersten Hersteller der elektrisch leitende Leiter als Endloskabel meist aus Kupfer, seltener aus Aluminium, hergestellt wird, anschließend mit einem Isolationsmaterial ummantelt und dann auf so genannten Kabelrollen aufgewickelt wird.

Die Ummantelung mit einem Isolationsmaterial wird entweder durch Extrusion des Isolationsmaterials oder durch ein Tauchverfahren hergestellt. Als Isolationsmaterialien kommen hauptsächlich thermoplastische Werkstoffe wie PVC, Polyäthylen, Polypropylen bzw. Polyurethan oder vernetzende Werkstoffe auf Silikonbasis zum Einsatz.

Der elektrische Leiter derartiger Leitungen ist in der Regel kein massives Material, sondern setzt sich aus einzelnen feinen Litzen zusammen. Diese Litzen werden aus einem Rohmaterial, den so genannten Coils, durch zwei Kaltziehprozesse hergestellt. Durch dieses Herstellungsverfahren ändert sich das kristalline Gefüge der einzelnen Litzen, so dass es durch einen thermischen Prozess wieder normalisiert werden muss. Auch oxidieren hierbei die Oberflächen der einzelnen Litzen, was gerade bei Aluminium ein großes Problem darstellt.

Anschließend werden die so hergestellten Kabelrollen zu einem zweiten Hersteller, dem Konfektionsbetrieb, geliefert, der die Kabel entsprechend der gewünschten Länge des Kunden abgelängt und auf den beiden freien Enden dann die benötigten Kontaktbauteile aufbringt, nachdem zuvor die Isolationsschicht entfernt wurde.

Die Kontaktbauteile für Leitungen in der Kraftfahrzeugindustrie werden entweder durch Crimpen, durch Löten oder Schweißen befestigt, wobei letztere Verfahren üblicherweise für Kabel, die für hohe Ströme und/oder Spannungen ausgelegt sind, angewendet wird. Als Abdichtung gegenüber Umwelteinflüssen wird dann vielfach noch ein Schrumpfschlauch auf den Übergangsbereich vom Isolationsmaterial zum Kontaktbauteil aufgebracht.

Hierbei ist nicht sichergestellt, dass die Verbindungsstelle des Leiters mit dem Kontaktbauteil zum Einen vom Isolationsmaterial vollständig befreit ist und zum Anderen gegen Umwelteinflüsse vollständig abgedichtet ist. Tritt hier Korrosion im späteren Betrieb auf, so ändert sich der Übergangswiderstand, was zu Fehlsteuerungen des angeschlossenen elektrischen Verbrauchers und/oder zu einer unerwünscht starken Erwärmung der Kontaktstelle führen kann.

Darüber hinaus wird beim Löten oder Schweißen wieder Wärme in das Leitungsmaterial eingebracht, was dessen kristallines Gefüge verändert und damit seinen elektrischen Widerstand.

Durch die oben erwähnte Oxidation ist bei Aluminiumleitern kein sicheres Crimpen mehr möglich. Wird Löten oder Schweißen zum Befestigen der Kontaktbauteile verwendet, so muss zuvor die Oxidationsschicht aufgebrochen werden.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, hier Abhilfe zu schaffen und ein Verfahren und eine Anlage zur Herstellung von elektrischen Kabeln, insbesondere zum Einsatz bei Elektroantrieben in Kraftfahrzeugen, vorzuschlagen, bei dem die oben genannten Nachteile vermieden werden.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des ersten bzw. sechsten Patentanspruchs gelöst. Die Patentansprüche 10 bis 13 beschreiben besonders geeignete Kontaktbauteile für das erfindungsgemäße Herstellverfahren bzw. für die Verwendung in der erfindungsgemäßen Anlage. Die Unteransprüche beschreiben vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung.

Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, dass die Kontaktbauteile zuerst auf die Leitung aufgebracht werden und dann erst die Isolationsschicht. Dadurch wird sichergestellt, dass die Verbindungsstelle der Kontaktbauteile mit der Leitung gegen Umwelteinflüsse, insbesondere auch Feuchtigkeit oder Wasser, geschützt ist. Weiterhin werden die genannten Verunreinigungen durch nicht vollständig entferntes Isolationsmaterial an der Verbindungsstelle vermieden.

Damit wird der Vorteil erreicht, dass der Übergangswiderstand und auch die Erwärmung an der Verbindungsstelle verhindert werden.

Werden die Kontaktbauteile durch Löten oder Schweißen befestigt, kann der thermische Prozess zur Normalisierung des Gefüges der Litzen erst nach dem Befestigen der Kontaktbauteile erfolgen, so dass das Anlöten oder Anschweißen der Kontaktbauteile keinen negativen Einfluss auf das Gefüge der Litzen hat.

Das so hergestellte Kabel braucht dann nur noch im Bereich des Kontaktbauteiles abgelängt zu werden, wie Anspruch 2 vorschlägt.

Eine besonders einfache Fertigung des erfindungsgemäßen Kabels ergibt sich durch die Weiterbildung nach Anspruch 3.

Die Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 4 beschreibt ein zu dem Herstellungsverfahren nach Anspruch 3 alternatives Herstellungsverfahren.

Eine aufwändige Reinigung der ummantelten Kontaktbauteile wird durch die Weiterbildung nach Anspruch 5 vermieden. Hierbei kann die Schutzhülle so ausgestaltet werden, dass sie einfach aufgeschnitten oder aufgerissen werden kann.

Unter Kontaktbauteil im Sinne der Erfindung muss kein anschlussfertiges Kontaktbauteil verstanden werden. Vielmehr kann es sich hierbei auch um ein metallisches Zwischenstück handeln, an dem das eigentliche Kontaktbauteil, zum Beispiel ein Kabelschuh oder eine Kabelöse, nach dem Ablängen und Freilegen des an der Leitung befestigten Teils des Kontaktbauteils befestigt wird.

Anspruch 6 beschreibt eine zur Durchführung des Verfahrens geeignete Anlage.

Die Weiterbildung nach Anspruch 7 beschreibt eine vorteilhafte Anordnung der Kontaktbauteile in der Anlage. Dadurch wird das spätere Ablängen des Kabels wesentlich vereinfacht.

Die Verbindung einander zugewandter Kontaktbauteile, wie Anspruch 8 vorschlägt, erleichtert den kontinuierlichen Durchlauf des Kabels bei der Aufbringung des Isolationsmaterials, sei es durch Extrusion oder durch Tauchbäder.

Die Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 9 vereinfacht die spätere Freilegung der Kontaktbauteile. Hierbei kann die Schutzhülle als eine Art Schrumpfschlauch aufgebracht und durch Wärmeeinwirkung fixiert werden oder sie wird durch Extrusion aufgebracht.

Durch das erfindungsgemäße Herstellverfahren können bekannte Kontaktbauteile, die sich eigentlich nur für starre Leiter eignen, auch bei flexiblen Leitern eingesetzt werden.

Die Ansprüche 10 bis 13 beschreiben geeignet Ausgestaltungen der Kontaktbauteile zur Verwendung bei dem erfindungsgemäßen Herstellverfahren. Hierbei dient die Dichtzone zur Verbindung mit dem elektrischen Leiter, während über die Kontaktzone entweder zur Verbindung mit einem Kontaktteil, sei es Kabelschuh, Kabelöse oder ähnliches, oder direkt mit einer elektrischen Kupplung oder einem elektrischen Bauteil dient.

Durch die Ausgestaltung nach Anspruch 12 wird die Fertigung des erfindungsgemäßen Kabels wesentlich erleichtert.

Die Ausgestaltung der Kontaktbauteile nach Anspruch 13, insbesondere wenn es sich um Zwischenstücke handelt, vereinfacht die Anbringung auf einem Endlosleiter während der Herstellung.

Im Folgenden wird die Erfindung anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels näher erläutert.

Es stellen dar

1: eine schematisierte Ansicht des Kabels mit Kontaktbauteilen nach der Erfindung;

2a, b zwei Ausführungsbeispiele der Kontaktbauteile;

3 ein Kontaktbauteil mit einem Formgegenstück;

4 eine schematisierte Anordnung einer erfindungsgemäßen Anlage;

5 ein schematisierter Aufbau eines Magazins für Kontaktbauteile;

6 eine schematisierte Anordnung zum Aufbringen der Isolationsschicht mittels Extrusion.

In 1 ist eine schematisierte Ansicht eines fertigen Kabels 1 dargestellt. Es besteht aus einem elektrischen Leiter 2, der massiv oder aus Litzen aufgebaut sein kann. An seinen beiden Enden ist jeweils ein Kontaktbauteil 3 angebracht. Bereiche 4 der Kontaktbauteile 3 sowie der zwischen den Kontaktbauteilen 3 liegende Leiter 2 sind mit einer Isolationsschicht 5 ummantelt.

Zwei bevorzugte Ausführungen besonders vorteilhafter Kontaktbauteile 3 zeigen die 2a und 2b.

In beiden Ausführungsformen sind die Kontaktbauteile 3 hülsenförmig aufgebaut mit einer zentralen Durchgangsöffnung 6. Dadurch kann der Leiter 2 als Endlosleiter durch die einzelnen Kontaktbauteile 3 durchgeschoben werden, wie weiter unten noch erläutert wird.

Die Kontaktbauteile 3 bestehen aus einer Kontaktzone 7 und einer Dichtzone 8.

In 2a ist die Kontaktzone 7 unprofiliert und kann beispielsweise zur Aufnahme einer nicht näher dargestellten Kontaktbuchse dienen. Sie kann jedoch auch direkt in eine Steckkupplung oder in ein Gehäuse eingebracht werden, um dann in eine Aufnahme gesteckt zu werden. Auch können mehrere derartige Kabel in einem Gehäuse nebeneinander angebracht werden.

Die Dichtzone 8 ist konisch ausgestaltet und weist eine Ringnut 9 auf. Sie dient zum dichten Abschluss der Isolationsschicht 5, die bis zu dieser Ringnut 9 den Bereich 4 der Dichtzone 8 umschließt.

In 2b ist die Kontaktzone 7 direkt als Kontakt zu einem Stecker, Bauteil oder einer Steckkupplung ausgestaltet.

In 3 wird die Kontaktzone 7 aus 2b verwendet, jedoch ist hier ein Verbindungsstück 10 aufgesetzt, das zum Anschluss eines weiteren Kontaktteils dient. Als Kontaktteil kann ein bekannter Kabelschuh oder eine Kabelöse dienen, wie sie gerade im Automobilbau allgemein Verwendung finden. Diese Ausgestaltung hat den Vorteil, dass man nur ein Kontaktbauteil verwenden muss, unabhängig von der später gewünschten Kontaktart. Hiergegen muss bei Verwendung der Ausführung nach 2a schon beim Bestücken des Leiters 2 feststehen, wie der endgültige Kontakt auszusehen hat.

Das Ausführungsbeispiel nach 4 bis 6 zeigt den möglichen Aufbau einer Anlage zur Herstellung des erfindungsgemäßen Kabels 1.

Im Wesentlichen besteht die Fertigungsanlage aus zwei oder mehreren Kabeltrommeln 10, 10', die mit einem endlosen elektrisch leitenden Leiter 2 bestückt sind.

Von einer Kabeltrommel wird der Leiter 2 abgezogen und zu einem Magazin 11 geführt. In dem Magazin 11 befinden sich Kontaktbauteile 3, wie zu 5 noch näher erläutert wird.

Nach dem Magazin 11 wird der mit den Kontaktbauteilen 3 bestückte Endlosleiter 2 zu einer Spleissstation 12 geführt. Diese dient dazu, das Ende des Leiters 2 von der Kabeltrommel 10 mit dem Anfang eines von der Kabeltrommel 10' abgezogenen neuen Leiters 2 zu verbinden, wenn die Kabeltrommel 10 abgewickelt ist.

Hierbei kann es sinnvoll sein, jeder Kabeltrommel 10, 10' ein eigenes Magazin 11, 11' zuzuordnen und Kabeltrommel 10, 10' mit zugehörigem Magazin 11, 11' wechselbar vor der Spleissstation 12 anzuordnen.

Nach der Spleissstation 12 wird der Leiter 2 zu einer Befestigungsstation 13, hier im Beispiel eine Crimpstation geführt, in der die bisher nur lose aufgesteckten Kontaktbauteile 3 auf dem Umfang des Leiters 2 an vordefinierten Stellen befestigt werden. Anstelle der Crimpstation kann auch eine Löt- oder Schweißstation vorgesehen werden, wenn die Kontaktbauteile 3 auf dem Leiter 2 angelötet oder angeschweißt werden sollen.

Anschließend wird der mit den Kontaktbauteilen bestückte Leiter 2 über eine Ausgleichsstrecke 14 zu einer Beschichtungsstation 15 geführt, in der er vollständig mit Isolationsmaterial ummantelt wird. Die Ausgleichsstrecke 14 garantiert einen kontinuierlichen Durchlauf des Leiters 2 durch die Beschichtungsstation 15, auch wenn in den vorhergehenden Stationen ein Taktbetrieb erforderlich sein sollte. Die Beschichtungsstation 15 besteht in diesem Beispiel aus einem Extruder.

Nach Verlassen der Beschichtungsstation 15 läuft der isolierte Leiter 2 durch eine Kühl- und Heizstrecke 16 zum Verfestigen der Isolierung.

In 4 nicht mehr dargestellt, kommt dann noch eine Trennstation, in der der Endlosleiter 2 zwischen zwei Kontaktbauteilen 3 abgelängt wird, so dass das fertig konfektionierte Kabel entsteht. Dazu muss dann noch das Isoliermaterial auf der Kontaktzone 7 des Kontaktbauteils 3 entfernt werden.

In 5 ist das Magazin 11 ausschnittsweise dargestellt. In ihm sind die Kontaktbauteile 3 mit ihren freien Enden abwechselnd einander gegenüberliegend angeordnet, d. h. einer Kontaktzone 7 eines ersten Kontaktbauteils 3 liegt die Kontaktzone 7 des zweiten Kontaktbauteils 3 gegenüber. An der freien Dichtzone 8 des zweiten Kontaktbauteils 3 schließt sich die Dichtzone 8 des dritten Kontaktbauteils 3 an etc..

Die Kontaktbauteile 3 sind hülsenförmig aufgebaut, so dass sie auf den Leiter 2 aufgefädelt werden können. Auch können die einzelnen Kontaktbauteile 3, zwischen denen später das fertige Kabel getrennt wird, durch Verbindungsstege (nicht dargestellt) miteinander verbunden sein. Diese Verbindungsstege werden dann später beim Ablängen des Leiters 2 ebenfalls entfernt.

Weiterhin können die Kontaktzonen 7 der einzelnen Kontaktbauteile 3 mit einer Schutzhülle überzogen sein, um diese im folgenden Fertigungsprozess zu schützen. Diese Schutzhülle muss dann später am fertigen Kabel entfernt werden.

Nachdem die Kontaktbauteile 3 im Magazin 11 auf den Leiter 2 aufgefädelt wurden, werden sie in der Crimpstation 13 an ihrer vordefinierten Stelle auf dem Umfang des Leiters 2 befestigt.

In 6 wird der Auftrag der Isolierung in der Beschichtungsstation 15 mit Hilfe eines Extruders näher erläutert.

Da aufgrund der bereits vorhandenen Kontaktbauteile 3 der Extruderkopf 15' das Isolationsmaterial nicht kontinuierlich auftragen kann, muss dafür gesorgt werden, dass kein Isolationsmaterial bei den notwendigen Extrusionsdrücken an den nicht zu beschichtenden Zonen austreten kann.

Bei geringen Extrusionsdrücken kann der Einlauf des Leiters 2 in die Beschichtungsstation 15 von oben und der Auslauf nach unten ausgeführt werden. Die Zugbewegung und die Schwerkraft können dann den Austritt des Isolationsmaterials auf der Einlaufseite der Beschichtungsstation 15 verhindern.

Da in der Regel aber solch geringe Extrusionsdrücke bei dickeren Leitern 2 nicht ausreichen, muss ein Druckausgleich und/oder eine Abdichtung zwischen der Einspritzstelle 17 des Extrusionskopfes 15' und dem Einlauf des Leiters 2 in die Beschichtungsstation 15 erfolgen.

Hierzu weist die Beschichtungsstation 15 eine Zuführleitung 18 auf, deren Innendurchmesser auf den Außendurchmesser der Kontaktbauteile 3 abgestimmt ist. Damit ist auch die Dicke der Isolationsschicht bestimmt.

Um zu verhindern, dass Isolationsmaterial entgegen der Förderrichtung 19 des Leiters 2 aus dem Extrusionskopf 15' austritt, wird zumindest ein Druckausgleichssystem vorgesehen, das aus einem Druckbehälter/Druckerzeuger 20, der Druckverteilleitung 21 und den Verbindungsleitungen 21a, 21b, 21c besteht. Die Verbindungsleitungen 21a und 21b münden in dem Hohlraum 22, der von der Zuführleitung 18 und dem noch nicht umspritzten Leiterabschnitt gebildet wird, der sich unmittelbar vor dem Extrusionskopf 15' befindet. Die Verbindungsleitung 21c mündet unmittelbar vor der Einspritzstelle 17 des Extrusionskopfes 15'. Damit herrscht in diesem Bereich überall der gleiche Druck. Eine nicht dargestellte Druckregelung sorgt für das gewünschte Druckniveau.

Da die Länge der fertigen Kabel unterschiedlich sein kann, muss der Abstand der Verbindungsleitungen 21a und 21b auf die kleinste Kabellänge eingestellt sein oder einstellbar ausgeführt werden.

Sollte dieser Druckausgleich nicht ausreichen, kann zusätzlich ein System aus mindestens zweischaligen Abdichthülsen 23 vorgesehen werden, wie zusätzlich in 6 dargestellt ist. Hierzu wird ein zweigeteiltes Fördersystem 24, 25 vorgesehen, das mit den einzelnen Schalenhälften der Abdichthülsen 23 gefüllt ist.

Zugesteuert werden die Schalenhälften am Anfang des Hohlraumes 22, wo auch die Verbindungsleitung 21a mündet. Hier werden die beiden Schalenhälften zu einer Abdichthülse 23 zusammengesetzt

Abgezogen und aufgeteilt werden die Abdichthülsen 23 vor dem Extrusionskopf 15'. Nach dem Abzug werden die Schalenhälften wieder zurück im Kreis befördert.

Alternativ kann unmittelbar vor dem Extrusionskopf 15' eine Lamellenkonstruktion, ähnlich einem Blendenverschluss einer Fotokamera, mit einer kreisrunden Öffnung vorgesehen werden, die sich beim Passieren der Kontaktbauteile 3 öffnet und dann anschließend wieder auf den Durchmesser des Leiters 2 schließt.