Title:
Kabelummantelung für ein Datenkabel eines Computersystems
Kind Code:
A1


Abstract:

Die Erfindung betrifft eine Kabelummantelung (3) für ein Datenkabel (2) eines Computersystems, aufweisend eine erste Materialschicht (5) zum Geringhalten einer Transmission von elektromagnetischer Strahlung eines für eine Datenübertragung vorbestimmten Frequenzbands, wobei die elektromagnetische Strahlung einen Ursprung innerhalb des Datenkabels (2) hat und wobei die Kabelummantelung (3) wieder abnehmbar an das Datenkabel (2) anbringbar ist.
Die Erfindung betrifft eine weitere Kabelummantelung (3) für ein Datenkabel eines Computersystems.




Inventors:
Höhnke, Thorsten (86343, Königsbrunn, DE)
Application Number:
DE102014104091A
Publication Date:
10/01/2015
Filing Date:
03/25/2014
Assignee:
Fujitsu Technology Solutions Intellectual Property GmbH, 80807 (DE)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE102004010113B4N/A2011-10-06
DE19907675A1N/A2000-09-14



Foreign References:
29605611960-11-15
48145461989-03-21
WO2013154871A12013-10-17
Attorney, Agent or Firm:
Epping Hermann Fischer, Patentanwaltsgesellschaft mbH, 80639, München, DE
Claims:
1. Kabelummantelung (3) für ein Datenkabel (2) eines Computersystems, aufweisend eine erste Materialschicht (5) zum Geringhalten einer Transmission von elektromagnetischer Strahlung eines für eine Datenübertragung vorbestimmten Frequenzbands, wobei die elektromagnetische Strahlung einen Ursprung innerhalb des Datenkabels (2) hat und wobei die Kabelummantelung (3) wieder abnehmbar an das Datenkabel (2) anbringbar ist.

2. Kabelummantelung (3) nach Anspruch 1, wobei die erste Materialschicht (5) die elektromagnetische Strahlung dämpft und/oder absorbiert.

3. Kabelummantelung (3) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die erste Materialschicht (5) die elektromagnetische Strahlung um einen Faktor λ/4 bricht.

4. Kabelummantelung (3) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die erste Materialschicht (5) ein Drahtgeflecht oder eine Folie aufweist.

5. Kabelummantelung (3) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die erste Materialschicht (5) im Wesentlichen einen Faradayschen Käfig ausbildet.

6. Kabelummantelung (3) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, weiter aufweisend eine zweite Materialschicht (6) zum Geringhalten einer Transmission von Radarstrahlung eines Radarfrequenzbands, wobei die Radarstrahlung einen Ursprung außerhalb des Datenkabels (2) hat.

7. Kabelummantelung (3) nach Anspruch 6, wobei die zweite Materialschicht (6) die Radarstrahlung dämpft und/oder absorbiert.

8. Kabelummantelung (3) nach einem der Ansprüche 6 oder 7, wobei die zweite Materialschicht (6) die Radarstrahlung um einen Faktor λ/4 bricht.

9. Kabelummantelung (3) nach einem der Ansprüche 6 bis 8, wobei die zweite Materialschicht (6) ein Drahtgeflecht oder eine Folie aufweist.

10. Kabelummantelung (3) nach einem der Ansprüche 6 bis 9, wobei die zweite Materialschicht (6) im Wesentlichen einen Faradayschen Käfig ausbildet.

11. Kabelummantelung (3) nach einem der Ansprüche 6 bis 10, wobei die zweite Materialschicht (6) wenigstens eines der folgenden radarabsorbierenden Materialien oder Materialzusammensetzungen umfasst:
– Carbonyleisen;
– Ferrit;
– Kunststoffschaumstoff mit elektrisch leitenden Partikeln; oder
– Neoprenkunststoff mit elektrisch leitenden Partikeln.

12. Kabelummantelung (3) für ein Datenkabel eines Computersystems, aufweisend eine zweite Materialschicht zum Geringhalten einer Transmission von Radarstrahlung eines Radarfrequenzbands, wobei die Radarstrahlung einen Ursprung außerhalb des Datenkabels (2) hat und die Kabelummantelung (3) wieder abnehmbar an das Datenkabel (2) anbringbar ist.

13. Kabelummantelung (3) nach Anspruch 12, wobei die zweite Materialschicht (6) die Radarstrahlung dämpft und/oder absorbiert.

14. Kabelummantelung (3) nach einem der Anspruch 12 oder 13, wobei die zweite Materialschicht (6) die Radarstrahlung um einen Faktor λ/4 bricht.

15. Kabelummantelung (3) nach einem der Ansprüche 12 bis 14, wobei die zweite Materialschicht (6) ein Drahtgeflecht oder eine Folie aufweist.

16. Kabelummantelung (3) nach einem der Ansprüche 12 bis 15, wobei die zweite Materialschicht (6) im Wesentlichen einen Faradayschen Käfig ausbildet.

17. Kabelummantelung (3) nach einem der Ansprüche 12 bis 16, wobei die zweite Materialschicht (6) wenigstens eines der folgenden radarabsorbierenden Materialien umfasst:
– Carbonyleisen;
– Ferit;
– Kunststoffschaumstoff mit elektrisch leitenden Partikeln; oder
– Neoprenkunststoff mit elektrisch leitenden Partikeln.

18. Kabelummantelung (3) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, welche verschließbar ausgeführt ist, insbesondere mittels eines Reißverschlusses oder Klettverschlusses.

Description:

Die Erfindung betrifft eine Kabelummantelung für ein Datenkabel eines Computersystems, welches eine erste Materialschicht aufweist. Die Erfindung betrifft des Weiteren eine Kabelummantelung für ein Datenkabel eines Computersystems, welche eine zweite Materialschicht aufweist.

Allgemein wird dem Datenschutz und der Datensicherheit zunehmend eine größere Bedeutung zugemessen, insbesondere im Zuge vermehrt bekannt werdender Skandale im Umgang mit digitalen Daten. Nicht zuletzt wegen der Abhörskandale der National Security Agency (kurz: NSA, deutsch: Nationale Sicherheitsbehörde) besteht vielfach der Bedarf, persönliche oder vertrauliche Daten vor dem Zugriff unberechtigter Dritter zu schützen.

Zum Auslesen von Daten, beispielsweise von Bildschirmdaten oder Tastatureingaben, werden unter anderem radaranregbare Elektronikeinrichtungen verwendet, welche in Datenkabeln entsprechender Computerkomponenten, wie beispielsweise einem Bildschirm-Datenkabel, verbaut sind. Diese Elektronikeinrichtungen können über eine große Distanz durch Radarstrahlung angeregt werden und nach Anregung die Daten, welche mittels des entsprechenden Datenkabels übertragen werden, an einen Empfänger kabellos über gewissen Distanzen (abhängig von einer Übertragungsart) senden. Durch die derartig beschriebene Methode können somit über größere Distanzen unbemerkt persönliche oder vertrauliche Daten ausgelesen werden.

Eine Aufgabe, welche der Erfindung zugrunde liegt, ist es, das Auslesen von Daten mittels radaranregbarer Abhöreinrichtungen wirksam einzuschränken und/oder zu unterbinden.

Gemäß einem ersten Aspekt der Erfindung wird eine Kabelummantelung für ein Datenkabel eines Computersystems offenbart, welche eine erste Materialschicht zum Geringhalten einer Transmission von elektromagnetischer Strahlung eines für eine Datenübertragung vorbestimmten Frequenzbands aufweist, wobei die elektromagnetische Strahlung einen Ursprung innerhalb des Datenkabels hat und wobei die Kabelummantelung wieder abnehmbar an das Datenkabel anbringbar ist.

Bei dem Datenkabel handelt es sich um ein standardmäßiges, herkömmliches Datenkabel eines Computersystems. Beispielsweise ist das Datenkabel ein Bildschirmkabel zum Verbinden eines Rechners mit einem Bildschirm. Allgemein handelt es sich bei dem Datenkabel um ein Kabel, mittels welchem digitale Daten übertragen werden.

Unter dem vorbestimmten Frequenzband für eine Datenübertragung wird beispielsweise ein Frequenzbereich elektromagnetischer Wellen gemäß einer bestimmten Übertragungstechnologie oder einem Datenübertragungsstandard zum Übertragen digitaler Daten verstanden. Dabei kann es sich beispielsweise um ein Frequenzband der Near Field Communication (kurz: NFC, deutsch: Nahfeldkommunikation) oder andere Datenübertragungsstandards wie Bluetooth, WLAN oder dergleichen handeln.

Die elektromagnetische Strahlung hat ihren Ursprung innerhalb des Datenkabels. In anderen Worten ausgedrückt handelt es sich um elektromagnetische Strahlung ausgehend von dem Datenkabel. Die elektromagnetische Strahlung wird beispielsweise von der eingangs erwähnten Elektronikeinheit, welche innerhalb des Datenkabels verbaut ist, ausgesandt. Die Elektronikeinheit kann dabei beispielsweise durch das Datenkabel selbst mit Strom versorgt werden oder mittels Radarstrahlung von außerhalb des Datenkabels angeregt werden.

Die Erfindung sieht eine wieder abnehmbare Kabelummantelung vor, welche außen und über einen vollen Umfang des Datenkabels an diesem anbringbar ist. Die Kabelummantelung ist somit eine zusätzliche Hülle, welche um das Datenkabel angeordnet ist. Die Kabelummantelung weist eine erste Materialschicht auf, welche dazu eingerichtet ist, eine Transmission der elektromagnetischen Strahlung ausgehend von dem Datenkabel durch die Kabelummantelung gering zu halten. Somit reduziert oder verhindert die Kabelummantelung nahezu, dass elektromagnetische Strahlung aus dem Datenkabel in die Umgebung abgestrahlt wird. Somit kann mittels der Kabelummantelung auf einfache Art und Weise verhindert werden, dass persönliche oder vertrauliche Daten über eine Distanz über einen Empfänger ausgelesen werden können. Die erste Materialschicht kann dabei auch mehrere Einzelschichten oder Materialkompositionen aufweisen, welche dazu geeignet sind, die Transmission der elektromagnetischen Strahlung gering zu halten.

Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung dämpft und/oder absorbiert die erste Materialschicht die elektromagnetische Strahlung. Mit anderen Worten ist die erste Materialschicht derart ausgebildet, dass diese die elektromagnetische Strahlung des für eine Datenübertragung vorbestimmten Frequenzbands dämpft und/oder absorbiert.

Unter dem Dämpfen der elektromagnetischen Strahlung wird beispielsweise eine Dämpfung um bis zu 15 oder 20 Dezibel verstanden. Bei einer derartigen Dämpfung kann nur noch wenig elektromagnetische Strahlung die erste Materialschicht durchdringen und mittels des Datenkabels transferierte Daten aussenden.

Dadurch kann nur ein geringer Teil der elektromagnetischen Strahlung, beispielsweise elektromagnetische Strahlung mit geringer Intensität, oder sogar gar nahezu keine elektromagnetische Strahlung die Kabelummantelung durchdringen und in die Umgebung abstrahlen. Durch das Dämpfen oder Absorbieren wird die elektromagnetische Strahlung zumindest teilweise in Wärme umgewandelt.

Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung bricht die erste Materialschicht elektromagnetische Wellen der elektromagnetischen Strahlung um einen Faktor λ/4. Somit ist die erste Materialschicht derart ausgebildet, dass elektromagnetische Wellen der elektromagnetischen Strahlung um den Faktor λ/4 gebrochen werden. Beispielsweise können somit elektromagnetische Wellen der elektromagnetische Strahlung des vorbestimmten Frequenzbands mittels destruktiver Interferenz zumindest teilweise ausgelöscht werden, wobei die elektromagnetischen Wellen des vorbestimmten Frequenzbands zumindest teilweise durch die erste Materialschicht derart phasenverschoben werden, dass es zu der destruktiven Interferenz kommt. Insbesondere werden diese zweimal um λ/4 phasenverschoben, so dass sich Wellenberge und Wellentäler der elektromagnetischen Wellen auslöschen.

Bevorzugt weist die erste Materialschicht eine Folie oder ein Drahtgeflecht auf. Das Drahtgeflecht oder die Folie weisen dabei bevorzugt eine Wandstärke von mehreren Zehntelmillimetern bis hin zu mehreren Zentimetern auf. Die Wandstärke ist dabei abhängig von dem jeweiligen Frequenzband und kann daher unterschiedliche Dicken aufweisen.

In einer weiteren, vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung bildet die erste Materialschicht im Wesentlichen einen Faradayschen Käfig aus. Somit wird erreicht, dass die elektromagnetische Strahlung durch die erste Materialschicht nicht beziehungsweise nur abgeschwächt in die Umgebung dringen kann.

Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist die Kabelummantelung weiter eine zweite Materialschicht zum Geringhalten einer Transmission von Radarstrahlung eines Radarfrequenzbandes auf, wobei die Radarstrahlung einen Ursprung außerhalb des Datenkabels hat.

Mittels der zweiten Materialschicht, welche wiederum analog zu der ersten Materialschicht mehrere Einzelschichten oder Materialkompositionen aufweisen kann, wird verhindert, dass Radarstrahlung in das Datenkabel eindringen kann. Wie eingangs erwähnt, kann mittels der Radarstrahlung eine in dem Datenkabel verbaute Elektronikeinheit angeregt werden, wobei die Elektronikeinheit eine Antenne zum Empfang der Radarstrahlung aufweist. Durch das Anregen mittels der Radarstrahlung würde ein Strom innerhalb der Elektronikeinheit erzeugt werden, sodass die Elektronikeinheit betrieben und die elektromagnetische Strahlung eines für die Datenübertragung vorbestimmten Frequenzbandes ausgesendet würde. Mittels der zweiten Materialschicht wird wirksam die Transmission der Radarstrahlung in das Datenkabel gering gehalten, also nahezu vollständig verhindert oder zumindest derart reduziert, dass die Elektronikeinheit nicht angeregt werden kann. Somit bietet die Kabelummantelung neben der ersten Materialschicht mittels der zweiten Materialschicht einen weiteren Schutz gegen das Auslesen von persönlichen oder vertraulichen Daten.

In weiteren, vorteilhaften Ausgestaltungen kann die zweite Materialschicht analog zu der ersten Materialschicht ausgestaltet sein.

Beispielsweise ist die zweite Materialschicht eingerichtet, die Radarstrahlung zu dämpfen und/oder zu absorbieren. Unter dem Dämpfen der Radarstrahlung wird beispielsweise eine Dämpfung um bis zu 15 oder 20 Dezibel verstanden. Bei einer derartigen Dämpfung kann nur noch wenig Radarstrahlung die zweite Materialschicht durchdringen und zum Anregen der in dem Datenkabel verbauten Elektronikeinheit beitragen. Dies hat zur Folge, dass die Elektronikeinheit nicht mehr vollständig oder gar nicht mehr angeregt werden kann, sodass diese keine Daten mehr aussenden kann.

Weiter kann die zweite Materialschicht analog zu der der ersten Materialschicht ausgebildet sein, die Radarstrahlung um einen Faktor λ/4 brechen. Zusätzlich oder optional kann die zweite Materialschicht analog zu der ersten Materialschicht ein Drahtgeflecht oder eine Folie aufweisen. Zusätzlich oder optional kann die zweite Materialschicht analog zu der ersten Materialschicht im Wesentlichen einen Faradayschen Käfig ausbilden.

Die zweite Materialschicht kann beispielsweise eines der folgenden radarabsorbierenden Materialien beziehungsweise Materialzusammensetzungen umfassen:

  • – Carbonyleisen;
  • – Ferrit;
  • – Kunststoffschaumstoff mit elektrisch leitenden Partikeln; oder
  • – Neoprenkunststoff mit elektrisch leitenden Partikeln.

Die obenstehenden radarabsorbierenden Materialien beziehungsweise Materialzusammensetzungen sind nicht abschließend, vielmehr können auch weitere Schichtzusammensetzungen und Materialien verwendet werden, welche geeignet sind, Radarstrahlung wirksam zu dämpfen oder absorbieren.

Gemäß einem zweiten Aspekt der Erfindung wird eine Kabelummantelung für ein Datenkabel eines Computersystems offenbart, welche eine zweite Materialschicht zum Geringhalten einer Transmission von Radarstrahlung eines Radarfrequenzbandes aufweist, wobei die Radarstrahlung einen Ursprung außerhalb des Datenkabels hat und die Kabelummantelung wieder abnehmbar an das Datenkabel anbringbar ist.

Die Kabelummantelung gemäß dem zweiten Aspekt weist im Wesentlichen die vorgenannten Vorteile auf. Dabei ist jedoch auf die erste Materialschicht zum Geringhalten der elektromagnetischen Strahlung gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung verzichtet.

Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen und in der nachfolgenden ausführlichen Beschreibung eines Ausführungsbeispiels offenbart.

Das Ausführungsbeispiel wird unter Zuhilfenahme der angehängten Figur nachfolgend detailliert beschrieben.

1 zeigt eine Anordnung mit einer Kabelummantelung und einem Datenkabel eines Computersystems gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung.

1 zeigt eine Anordnung 1 mit einem Datenkabel 2 für ein Computersystem sowie eine an dem Datenkabel 2 wieder abnehmbar angebrachte Kabelummantelung 3. Die Anordnung 1, also sowohl das Datenkabel 2 als auch die Kabelummantelung 3, ist in 1 schematisch in einem Querschnitt gezeigt.

Das Datenkabel 2 ist im Ausführungsbeispiel ein Bildschirm- oder Monitorkabel, über welches Bildschirmdaten eines Rechners an einen Bildschirm übertragen werden. Das Datenkabel 2 kann alternativ ein herkömmliches, standardmäßiges Datenkabel zum Übertragen von digitalen Daten eines Computersystems sein, beispielsweise ein Tastaturkabel, über welches Tastatureingaben übermittelt werden.

In dem Datenkabel 2 ist eine Elektronikeinheit 4 verbaut, welche wie eingangs beschrieben über Radarstrahlung von außerhalb des Datenkabels 2 angeregt werden kann. Durch diese Anregung mittels Radarstrahlung wird innerhalb der Elektronikeinheit 4 ein Strom zum Betreiben der Elektronikeinheit 4 induziert. Im Betrieb ist die Elektronikeinheit 4 nach Anregung dazu eingerichtet, die digitalen Daten, welche über das Datenkabel 2 übertragen werden, auszulesen und mittels elektromagnetischer Strahlung an einen Empfänger zu senden. Somit wäre es einem unberechtigten Dritten ermöglicht, vertrauliche und/oder persönliche Daten, welche über das Datenkabel 2 transferiert werden, mithilfe der Elektronikeinheit 4 auszulesen und gegebenenfalls missbräuchlich zu verwenden.

Um einen derartigen Datenmissbrauch zu verhindern, ist wie in 1 gezeigt um das Datenkabel 2 die wieder abnehmbare Kabelummantelung 3 angebracht.

Die Kabelummantelung 3 ist dabei vollumfänglich um das Datenkabel 2 gewunden, insbesondere in einem Bereich des Datenkabels 2, innerhalb dessen die Elektronikeinheit 4 angeordnet ist. Die Kabelummantelung 3 ist verschließbar ausgeführt, und weist hierzu einen Klettverschluss auf (nicht gezeigt). Alternativ kann die Kabelummantelung auch mittels eines Reißverschlusses oder dergleichen verschließbar ausgeführt sein. Die Kabelummantelung 3 besteht im Wesentlichen aus einem Trägermaterial, welches einen Kunststoffwerkstoff aufweist.

Die Kabelummantelung 3 weist innerhalb des Trägermaterials eine erste Materialschicht 5 und eine zweite Materialschicht 6 auf, wobei beide Materialschichten 5 und 6 jeweils vollumfänglich innerhalb der Kabelummantelung 3 angeordnet sind.

Die erste Materialschicht ist als Folie mit einer Dicke von wenigen Zehntel Millimetern ausgebildet, so dass diese eine Transmission der elektromagnetischen Strahlung der Elektronikeinheit 4 durch die Kabelummantelung 3 in die Umgebung gering hält. Alternativ kann die zweite Materialschicht 6 anstelle der Folie auch ein Drahtgeflecht sein. Die elektromagnetische Strahlung umfasst dabei ein Frequenzband für eine Datenübertragung. Dieses Frequenzband kann je nach Datenübertragungstechnik oder -standard, beispielsweise WLAN, NFC oder anderen, unterschiedlich sein. Die erste Materialschicht 5 ist dazu eingerichtet, diese elektromagnetische Strahlung zu dämpfen und/oder zu absorbieren, was wie eingangs beschrieben beispielsweise durch teilweise Brechung elektromagnetischer Wellen der elektromagnetischen Strahlung um einen Faktor λ/4 geschehen kann. Die erste Materialschicht kann dabei mehrere Einzelschichten und/oder mehrere unterschiedliche Materialzusammensetzungen aufweisen, welche geeignet sind, die Transmission der elektromagnetischen Strahlung gering zu halten.

Die erste Materialschicht 5 ist somit im Wesentlichen als Faradayscher Käfig ausgebildet und verhindert somit, dass die elektromagnetische Strahlung von außerhalb der Kabelummantelung 3 beziehungsweise des Datenkabels 2 von einem Empfänger empfangen werden kann. Darunter wird auch verstanden, dass die elektromagnetische Strahlung insoweit gedämpft oder absorbiert wird durch die erste Materialschicht, dass der durch die Kabelummantelung 3 durchdringende Teil der elektromagnetischen Strahlung nicht ausreicht, um von dem Empfänger in ausreichender Intensität empfangen zu werden.

Die Kabelummantelung 3 weist wie beschrieben zusätzlich die zweite Materialschicht 6 auf, welche eine Transmission von Radarstrahlung eines Radarfrequenzbands von außerhalb der Kabelummantelung hin zu der Elektronikeinheit 4 gering hält.

Analog zu der ersten Materialschicht dämpft und/oder absorbiert diese die Radarstrahlung zumindest teilweise. Die dennoch durch die Kabelummantelung ins Innere eindringende Radarstrahlung reicht dabei nicht mehr aus, um die Elektronikeinheit 4 wirksam anzuregen. Analog zu der ersten Materialschicht werden beispielsweise elektromagnetische Wellen der Radarstrahlung wie eingangs beschrieben um einen Faktor λ/4 zumindest teilweise gebrochen. Die zweite Materialschicht weist wiederum eine Folie mit einer Dicke von mehreren Millimetern auf. Alternativ kann die zweite Materialschicht 6 auch ein Drahtgeflecht sein.

Somit bildet die zweite Materialschicht im Wesentlichen einen Faradayschen Käfig aus und verhindert, dass von außerhalb des Datenkabels 2 beziehungsweise der Kabelummantelung 3 mittels Radarstrahlung die Elektronikeinheit 4 angeregt werden kann. Die zweite Materialschicht 6 kann die eingangs genannten Materialien, aber auch weitere Materialien oder Materialzusammensetzungen, aufweisen.

Mittels der Kabelummantelung 3 wird also wirksam verhindert, dass mittels der Elektronikeinheit 4 persönliche und/oder vertrauliche Daten über eine größere Distanz drahtlos ausgelesen werden können.

In alternativen, nicht gezeigten Ausführungsbeispielen kann die Kabelummantelung 3 auch nur eine der beiden Materialschichten 5 und 6 aufweisen. Mittels einer solchen Kabelummantelung 3 kann gezielt entweder die elektromagnetische Strahlung aus dem Inneren des Datenkabels 2 oder die Radarstrahlung von außerhalb des Datenkabels 2 zum Anregen der Elektronikeinheit 4 gedämpft und/oder absorbiert werden.

In einer weiteren, nicht gezeigten Ausführungsform kann die Kabelummantelung 3 alternativ kein Trägermaterial aufweisen und leidlich eine der beiden Materialschichten 5 und 6 oder beide Materialschichten 5 und 6 aufweisen.

Bezugszeichenliste

1
Anordnung
2
Datenkabel
3
Kabelummantelung
4
Elektronikeinheit
5
erste Materialschicht
6
zweite Materialschicht