Title:
Kraftfahrzeug und Verfahren zum Betrieb eines Kraftfahrzeugs
Kind Code:
B4


Abstract:

Kraftfahrzeug, umfassend ein Fahrwerk und eine Karosserie, die in ihrer Position relativ zum Fahrwerk mittels fahrwerkseitiger Stellmittel veränderbar ist, sowie umfassend wenigstens eine Erfassungseinrichtung zum Erfassen von Gegenständen in der unmittelbaren Umgebung des Fahrzeugs, wobei bei Erfassung eines Gegenstands (8) im Schwenkbereich einer Tür (9) oder Klappe des stehenden Fahrzeugs (1) die Position der Karosserie (3) zur Vermeidung einer Kollision durch automatisches Anheben oder Absenken veränderbar ist, wobei die oder eine weitere Erfassungseinrichtung (4) dazu ausgebildet ist, die Umgebung des Fahrzeugs (1) während der Verstellbewegung der Karosserie (3) zu erfassen, wobei bei Erfassung einer drohenden Kollision der Karosserie (3) mit einem Drittgegenstand die Verstellbewegung automatisch gestoppt wird.




Inventors:
Khlifi, Rachid, Dr. (85748, Garching, DE)
Application Number:
DE102014016030A
Publication Date:
05/04/2016
Filing Date:
10/29/2014
Assignee:
AUDI AG, 85045 (DE)
Domestic Patent References:
DE102010038967A1N/A2012-02-09
DE10053316A1N/A2002-05-16
DE19729274A1N/A1999-01-14



Claims:
1. Kraftfahrzeug, umfassend ein Fahrwerk und eine Karosserie, die in ihrer Position relativ zum Fahrwerk mittels fahrwerkseitiger Stellmittel veränderbar ist, sowie umfassend wenigstens eine Erfassungseinrichtung zum Erfassen von Gegenständen in der unmittelbaren Umgebung des Fahrzeugs, wobei bei Erfassung eines Gegenstands (8) im Schwenkbereich einer Tür (9) oder Klappe des stehenden Fahrzeugs (1) die Position der Karosserie (3) zur Vermeidung einer Kollision durch automatisches Anheben oder Absenken veränderbar ist, wobei die oder eine weitere Erfassungseinrichtung (4) dazu ausgebildet ist, die Umgebung des Fahrzeugs (1) während der Verstellbewegung der Karosserie (3) zu erfassen, wobei bei Erfassung einer drohenden Kollision der Karosserie (3) mit einem Drittgegenstand die Verstellbewegung automatisch gestoppt wird.

2. Kraftfahrzeug nach Anspruch 1, wobei die Erfassungseinrichtung (4) ausgebildet ist, die Höhenposition des Gegenstands (8) zu ermitteln, wobei eine Veränderung der Karosserieposition nur erfolgt, wenn hierdurch eine Tür (9) über den bodenseitigen Gegenstand (8) schwenkbar oder eine Klappe unterhalb eines oberseitig befindlichen Gegenstands schwenkbar ist.

3. Kraftfahrzeug nach Anspruch 2, wobei die Erfassungseinrichtung (4) zur Gabe eines Warnsignals über eine Signalgabeeinrichtung ausgebildet ist, wenn ein kollisionsfreies Aufschwenken trotz Veränderung der Karosserieposition nicht möglich ist.

4. Kraftfahrzeug nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei im Rahmen der Verstellung die Karosserie (3) nur einseitig oder komplett anheb- oder absenkbar ist.

5. Kraftfahrzeug nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Erfassungseinrichtung (4) zur Gabe eines Warnsignals über eine Signalgabeeinrichtung bei Erfassung einer drohenden Kollision ausgebildet ist.

6. Kraftfahrzeug nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Erfassungseinrichtung (4) eine Kamera (5) oder einen oder mehrere Sensoren (7) umfasst.

7. Verfahren zum Betrieb eines Kraftfahrzeugs umfassend ein Fahrwerk und eine Karosserie, die in ihrer Position relativ zum Fahrwerk mittels fahrwerkseitiger Stellmittel veränderbar ist, sowie umfassend wenigstens eine Erfassungseinrichtung zum Erfassen von Gegenständen in der unmittelbaren Umgebung des Fahrzeugs, wobei über die Erfassungseinrichtung (4) zumindest dann, wenn das Fahrzeug in eine Parkposition einfährt, laufend die Umgebung des Fahrzeugs erfasst und etwaige fahrzeugnahe Gegenstände ermittelt werden, und dass bei stehendem Fahrzeug bei Erfassung eines Gegenstands (8) im Schwenkbereich einer Tür oder Klappe des stehenden Fahrzeugs die Position der Karosserie (3) zur Vermeidung einer Kollision automatisch angehoben oder abgesenkt wird, wobei über die oder eine weitere Erfassungseinrichtung (4) die Umgebung des Fahrzeug während der Verstellbewegung der Karosserie (3) erfasst wird, wobei bei Erfassung einer drohenden Kollision der Karosserie (3) mit einem Drittgegenstand die Verstellbewegung automatisch gestoppt wird.

8. Verfahren nach Anspruch 7, wobei die Erfassungseinrichtung (4) die Höhenposition des Gegenstands (8) ermittelt, wobei eine Veränderung der Karosserieposition nur erfolgt, wenn hierdurch eine Tür über den bodenseitigen Gegenstand (8) schwenkbar oder eine Klappe unterhalb eines oberseitig befindlichen Gegenstand schwenkbar ist.

9. Verfahren nach Anspruch 8, wobei ein Warnsignal über eine Signalgabeeinrichtung gegeben wird, wenn ein kollisionsfreies Aufschwenken trotz Veränderung der Karosserieposition nicht möglich ist.

10. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9, wobei im Rahmen der Verstellung die Karosserie (3) nur einseitig oder komplett angehoben oder abgesenkt wird.

11. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 10, wobei ein Warnsignal über eine Signalgabeeinrichtung bei Erfassung einer drohenden Kollision gegeben wird.

Description:

Die Erfindung betrifft ein Kraftfahrzeug sowie ein Verfahren zum Betrieb eines Kraftfahrzeugs, umfassend ein Fahrwerk und eine Karosserie, die in ihrer Position relativ zum Fahrwerk mittels fahrwerkseitiger Stellmittel veränderbar ist, sowie umfassend wenigstens eine Erfassungseinrichtung zum Erfassen von Gegenständen in der unmittelbaren Umgebung des Fahrzeugs.

Kraftfahrzeuge mit einem sogenannten adaptiven Fahrwerk, das es ermöglicht, die Karosserie anzuheben respektive abzusenken, sind hinlänglich bekannt. Durch die Fahrwerkverstellung kann die Überfahrbarkeit respektive die Unterfahrbarkeit des Fahrzeugs verändert werden, so dass beispielsweise eine sehr unebene Strecke durch Anheben der Karosserie ohne Probleme überfahren werden kann und dergleichen. Hierbei bewegt sich das Kraftfahrzeug, kann also Hindernisse über- respektive unterfahren.

Aus der DE 100 53 316 A1 ist ein Kraftfahrzeug mit einer Karosserie mit Bugschürze und mit einer Niveau-Stellvorrichtung zum einstellbaren Heben und Senken der Karosserie auf ein bestimmtes Niveau gegenüber einer Fahrbahn sowie mit einer Niveau-Steuereinrichtung zur Steuerung der Niveau-Stellvorrichtung bekannt. Im Frontbereich des Kraftfahrzeugs ist eine Hindernis-Sensoreinrichtung angeordnet, die beim Heranfahren an ein Hindernis ein Hindernis-Steuersignal abgibt. Die Hindernis-Sensoreinrichtung ist mit der Niveau-Steuereinrichtung verbunden, wobei beim Vorliegen eines Hindernis-Steuersignals die Karosserie und damit die daran befestigte Bugschürze mittels der Niveau-Stellvorrichtung auf ein gegenüber einem aktuellen Niveau höheres Niveau selbsttätig anhebbar ist.

In der DE 197 29 274 A1 ist ein Verfahren zum Ändern einer Höhenlage für ein Fahrzeug beschrieben, welches zwischen dem Fahrzeugaufbau und den Achsen angeordnete Luftfederbälge besitzt, über welche der Fahrzeugaufbau an den Achsen abgestützt ist. Auf Anforderung kann die Höhenlage des Fahrzeugaufbaues durch Ablassen von Druckluft aus den Luftfederbälgen und durch Einsteuern von Druckluft in die Luftfederbälge verändert werden. Um zu verhindern, daß beim Ändern der Höhenlage, insbesondere beim einseitigen Absenken des Fahrzeugaufbaues, der Fahrzeugaufbau hart auf ein Hindernis aufsetzt, wird beim Erkennen eines Hindernisses das Ändern der Höhenlage des Fahrzeugaufbaues selbsttätig beendet.

Wird ein Kraftfahrzeug abgestellt, so kann es mitunter vorkommen, dass beispielsweise eine Fahrzeugtür nicht oder nicht vollständig geöffnet werden kann, da ein benachbarter Bordstein im Weg ist, oder dass eine Heckklappe nicht vollständig geöffnet werden kann, da die Garagendecke zu niedrig ist. Wird dies zu spät bemerkt, so schrammt beispielsweise die Türunterkante gegen den Bordstein oder die Heckklappenkante gegen die Garagendecke.

Der Erfindung liegt damit das Problem zugrunde, ein Kraftfahrzeug anzugeben, das hier Abhilfe schafft.

Zur Lösung dieses Problems ist bei einem Kraftfahrzeug der eingangs genannten Art erfindungsgemäß vorgesehen, dass bei Erfassung eines Gegenstands im Schwenkbereich einer Tür oder Klappe des stehenden Fahrzeugs die Position der Karosserie zur Vermeidung einer Kollision durch automatisches Anheben oder Absenken veränderbar ist, wobei die oder eine weitere Erfassungseinrichtung dazu ausgebildet ist, die Umgebung des Fahrzeugs während der Verstellbewegung der Karosserie zu erfassen, wobei bei Erfassung einer drohenden Kollision der Karosserie mit einem Drittgegenstand die Verstellbewegung automatisch gestoppt wird.

Die Erfindung schlägt vor, das adaptive Fahrwerk, das sonst nur bei sich bewegendem Fahrzeug zur Niveauanpassung zum Einsatz kommt, auch bei einem stehenden Fahrzeug zur Niveauregulierung zu nutzen. Wird über eine entsprechend Erfassungseinrichtung, beispielsweise während des Einparkvorgangs, erfasst, dass das Kraftfahrzeug benachbart zu einem Bordstein steht, so kann beispielsweise mit Einnehmen der Parkposition, wenn also beispielsweise der Wählhebel in die P-Position geschoben wird, oder der Motor abgestellt wird, automatisch über das adaptive Fahrwerk die Karosserie entsprechend angehoben werden, so dass die Türunterkante höher liegt und beim Öffnen der Tür über den Bordstein geschwenkt werden kann. Alternativ ist auch ein automatisches Absenken möglich, um zu vermeiden, dass die Heckklappenkante gegen die Garagendecke stößt. Häufig ist ein Anheben oder Absenken nur um wenige Zentimeter ausreichend, die Kollisionsgefahr zu vermeiden, was mit bekannten adaptiven Fahrwerken ohne weiteres möglich ist.

Des Weiteren ist die oder eine weitere Erfassungseinrichtung dazu ausgebildet, die Umgebung des Fahrzeugs während der Verstellbewegung der Karosserie zu erfassen, wobei bei Erfassung einer drohenden Kollision der Karosserie mit einem Gegenstand die Verstellbewegung automatisch gestoppt wird. Es erfolgt also nicht nur beispielsweise beim Einfahren in die Parkposition eine Umgebungserfassung, die zur Erfassung einer möglichen Kollision mit einem Umgebungsgegenstand ausgewertet wird, sondern auch wenn die Karosserie zur Vermeidung einer zuvor festgestellten Kollisionsmöglichkeit angehoben oder abgesenkt wird. Denn auch während dieser Anhebe- oder Absenkbewegung kann eine Kollision mit einem Drittgegenstand drohen. Denn es ist nicht ausgeschlossen, dass sich während der Anhebebewegung der Karosserie um wenige Zentimeter die Karosserie einem anderen Hindernis nähert, als dem, zu dem eine Kollision vermieden werden soll.

Verbunden mit dem Kollisionsschutz ist darüber hinaus beispielsweise auch ein leichteres Aussteigen aus dem Fahrzeug, das nahe am Bordstein geparkt ist, wenn der Bordstein relativ hoch ist. Denn durch das Anheben kann bequemer direkt auf den Bordstein ausgestiegen werden. Auch ist das Laden und das Beladen des Kofferraums infolge einer Absenkung bei zu niedriger Garagendecke vorteilhaft.

In Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die Erfassungseinrichtung ausgebildet ist, die Höhenposition des Gegenstands zu ermitteln, wobei eine Veränderung der Karosserieposition nur erfolgt, wenn hierdurch eine Tür über den bodenseitigen Gegenstand schwenkbar oder eine Klappe unterhalb eines oberseitig befindlichen Gegenstands schwenkbar ist. Das heißt, dass die Erfassungseinrichtung letztlich die Umgebung vermisst und ermittelt, wie hoch beispielsweise der Bordstein ist, bezogen auf die Fahrbahnebene, oder wie der Abstand der Fahrbahnebene zur Deckenebene ist. Da aufgrund der Ist-Fahrwerkeinstellung die Höhe der Türunterkante respektive der Aufschwenkvorgang und damit die Endhöhe der Heckklappenkante bekannt ist, kann anhand der ermittelten Höheninformationen zu den Kollisionsgegenständen ermittelt werden, ob eine Kollisionsgefahr droht oder nicht. Nur dann, wenn mit einer Kollision zu rechnen ist, kann die adaptive Verstellung erfolgen. In die Auswertung respektive Ermittlung, ob ein Kollisionspotential gegeben ist, gehen natürlich auch Informationen über den Beladungszustand des Kraftfahrzeugs ein. Sitzt nur eine Person im Kraftfahrzeug, so ist das Ist-Niveau beispielsweise der Türunterkante ein anderes, als wenn das Fahrzeug mit vier Personen und gegebenenfalls Gepäck voll beladen ist.

Ferner kann die Erfassungseinrichtung zur Gabe eines Warnsignals über eine Signalgabeeinrichtung ausgebildet sein, wenn ein kollisionsfreies Aufschwenken trotz Veränderung der Karosserieposition nicht möglich ist. Wird erfasst, dass ein Aufschwenken einer Tür oder Klappe nicht möglich ist, selbst wenn die Karosserieposition verändert werden würde, so wird ein Warnsignal an den Fahrer beispielsweise über ein fahrzeugseitig verbautes Infotainmentsystem ausgegeben, das ihn über die drohende Kollisionsgefahr und gegebenenfalls den potentiellen Kollisionsort informiert, so dass er beispielsweise seine Parkposition verändern kann etc. Eine Veränderung der Karosserieposition erfolgt in diesem Fall nicht zwingend, da sie letztlich die Kollision nicht vermeiden kann.

Im Rahmen der Verstellung der Karosserie kann entweder die Karosserie komplett angehoben oder abgesenkt werden, oder auch nur im Bereich einer Seite, so dass letztlich die Karosserie leicht schräg gestellt wird. Droht also beispielsweise eine Kollision der Beifahrertür mit einem Bordstein, wenn die Beifahrertür geöffnet wird, so kann die Karosserie beispielsweise nur rechtsseitig hochgehoben werden und gegebenenfalls linksseitig sogar abgesenkt werden, um die Karosserie schräg zu stellen. Im Falle einer Heckklappe ist es denkbar, die Karosserie nur heckseitig abzusenken.

Wird aber eine drohende Karosseriekollision ermittelt, so wird die Verstellbewegung wie zuvor beschrieben automatisch gestoppt und bevorzugt ein Warnsignal an den Fahrer ausgegeben.

Die oder eine Erfassungseinrichtung ist bevorzugt eine Kamera, über die das Fahrzeugumfeld aufgenommen wird. Aus den Kamerabildern sind ohne weiteres entsprechende Informationen zu einem potentiellen Hindernis ermittelbar, insbesondere Höhen- oder Lageinformationen respektive Abstandsinformationen. Auch können die Erfassungseinrichtungen einen oder mehrere Sensoren, beispielsweise Radarsensoren oder dergleichen umfassen. Die Auswertung der Kamerabilder respektive der Sensorsignale erfolgt in einer geeigneten Steuerungseinrichtung, die in der Lage ist, die benötigten Informationen hieraus zu ermitteln und gegebenenfalls auch das adaptive System anzusteuern.

Neben dem Kraftfahrzeug betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Betrieb eines Kraftfahrzeugs umfassend ein Fahrwerk und eine Karosserie, die in ihrer Position relativ zum Fahrwerk mittels fahrwerkseitiger Stellmittel veränderbar ist, sowie umfassend wenigstens eine Erfassungseinrichtung zum Erfassen von Gegenständen in der unmittelbaren Umgebung des Fahrzeugs. Dieses Verfahren zeichnet sich erfindungsgemäß dadurch aus, dass über die Erfassungseinrichtung zumindest dann, wenn das Fahrzeug in eine Parkposition einfährt, insbesondere wenn dies unterhalb einer definierten Geschwindigkeit erfolgt, laufend die Umgebung des Fahrzeugs erfasst und etwaige fahrzeugnahe Gegenstände ermittelt werden, und dass bei stehendem Fahrzeug bei Erfassung eines Gegenstands im Schwenkbereich einer Tür oder Klappe des stehenden Fahrzeugs die Position der Karosserie zur Vermeidung einer Kollision automatisch angehoben oder abgesenkt wird, wobei über die oder eine weitere Erfassungseinrichtung die Umgebung des Fahrzeugs während der Verstellbewegung der Karosserie erfasst wird, wobei bei Erfassung einer drohenden Kollision der Karosserie mit einem Drittgegenstand die Verstellbewegung automatisch gestoppt wird.

Wie beschrieben wird bevorzugt die Umgebungserfassung, am zweckmäßigsten automatisch initiiert, durchgeführt, wenn das Fahrzeug in eine Parkposition fährt. Bevorzugt wird die Umgebungserfassung automatisch dann initiiert, wenn das Fahrzeug eine Grenzgeschwindigkeit unterschreitet, mithin also relativ langsam fährt. Diese Grenzgeschwindigkeit kann beispielsweise 15 km/h oder weniger sein. Fährt das Fahrzeug derart langsam, wird beispielsweise automatisch die Hinderniserfassung zugeschaltet. Das heißt, dass der Fahrer nicht für jeden Parkvorgang das System automatisch zuschalten muss, vielmehr ist es ausreichend, wenn das System einmal beispielsweise bei Fahrantritt aktiviert wird, wonach sich das System selbsttätig zu- oder abschaltet, was geschwindigkeitsgesteuert erfolgt. Das System ist dabei in der Lage, normale Verkehrssituationen wie z. B. einen Ampelhalt oder einen Stau zu erkennen, in welchen Fällen es sich natürlich nicht automatisch zuschaltet.

Weitere zweckmäßige Erfindungsausgestaltungen des Verfahrens ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den im Folgenden beschriebenen Ausführungsbeispielen sowie anhand der Zeichnungen. Dabei zeigen:

1 eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Kraftfahrzeugs unter Darstellung funktionsrelevanter Komponenten,

2 eine Rückseitenansicht des Kraftfahrzeugs aus 1,

3 eine vergrößerte Detailansicht des Fahrzeugs aus 2 im Bereich des rechten hinteren Fahrzeugabschnitts vor der Veränderung der Karosserieposition, und

4 die Darstellung aus 3 nach Verändern der Karosserieposition.

1 zeigt ein erfindungsgemäßes Kraftfahrzeug 1, umfassend ein Fahrwerk 2 sowie eine Karosserie 3. Das Fahrwerk 2 ist ein adaptives Fahrwerk, das Mittel umfasst, um die Höhenposition der Karosserie 3 relativ zum Fahrwerk 2 verändern zu können. Üblicherweise sind hierzu entsprechende Stellelemente verbaut, die das Anheben und Absenken ermöglichen. Diese Stellelemente können pneumatisch oder mechanisch arbeiten.

Vorgesehen ist eine Erfassungseinrichtung 4, die es ermöglicht, das Umfeld des Kraftfahrzeugs erfassen zu können und etwaige Hindernisse, die im Umfeld des stehenden Fahrzeugs sind, zu erkennen. Diese Erfassungseinrichtung 4 umfasst im gezeigten Beispiel eine Kamera 5 nebst zugeordneter Steuerungseinrichtung 6, sowie exemplarisch front- oder heckseitig verbaute Sensoren 7, beispielsweise Radarsensoren. Die Erfassungseinrichtung 4 wird beispielsweise automatisch aktiviert, wenn das Fahrzeug langsamer als eine bestimmte Grenzgeschwindigkeit, beispielsweise 20 km/h oder 15 km/h, fährt. Denn üblicherweise bewegt sich ein Fahrzeug nur mit relativ langsamer Geschwindigkeit in eine Parkposition, so dass mit Erreichen oder Unterschreiten der Grenzposition davon ausgegangen werden kann, dass ein Parkvorgang ansteht. Die Kamera 5 respektive die Sensoren 7 erfassen nun Informationen aus dem Fahrzeugumfeld und ermöglichen so die Detektion etwaiger im Umfeld befindlicher Gegenstände, hier beispielsweise eines Bordsteins 8. Die Steuerungseinrichtung 6 ist dabei in der Lage, das Höhenniveau der Bordsteinkante zu erfassen, also den Abstand der Bordsteinkante relativ zur Fahrbahn. Hieraus kann ermittelt werden, ob z. B. beim Aufschwenken einer Tür, hier der Beifahrertür, diese gegen die Bordsteinkante schlägt, oder ob sie gefahrlos darüber hinausgeschwenkt werden kann. Wird ein solches Hindernis, hier exemplarisch der Bordstein 8, erfasst, so wird über die Steuerungseinrichtung 6 nach Erfassender Höhenposition ein Vergleich angestellt, ob die Bordsteinhöhe kritisch ist in Bezug auf die Ist-Höhe der Türunterkante. Die Ist-Höhe der Türunterkante ist bekannt, da der Steuerungseinrichtung 6 entsprechende Informationen des adaptiven Fahrwerks 2 vorliegen respektive abfragbar sind, aus denen sich die Ist-Position der Karosserie 3 relativ zum Fahrwerk 2 respektive zur Fahrbahn ergibt. In diese Ermittlung kann auch ein etwaiger Beladezustand eingehen, mithin also die Anzahl oder das Gewicht der im Fahrzeug befindlichen Personen oder eine etwaige Zuladung etc., was ebenfalls durch entsprechende Sensoren erfasst werden kann.

Ergibt sich, dass ein Kollisionspotential beim Aufschwenken der Beifahrertür gegeben ist, so steuert die Steuerungseinrichtung 6 automatisch das adaptive Fahrwerksystem an, um dieses zum Anheben der Karosserie 3 relativ zum Fahrwerk 2 respektive zur Fahrbahn zu veranlassen. Es wird also die Karosserie im zulässigen Verstellbereich angehoben, mit dem Ziel, sie so weit zu heben, bis die Unterkante der Beifahrertür oberhalb des Niveaus des Bordsteins 8 ist. Ist dies der Fall, kann die Tür gefahrlos aufgeschwenkt werden. Eine erfolgte Verstellung bleibt so lange gegeben, bis erfasst wird, dass das Kraftfahrzeug 1 die Parkposition wieder verlässt. Das heißt, dass ein späterer Wiedereinstieg, verbunden mit einem Öffnen der Beifahrertür, gefahrlos möglich ist, da die Karosserie nach wie vor angehoben ist. Erst wenn sich das Fahrzeug wieder in Bewegung setzt ist davon auszugehen, dass die Beifahrertür nicht mehr geöffnet wird und letztlich auch der Kollisionsgegenstand, hier der Bordstein 8, nicht mehr im Umgebungsbereich ist. Gegebenenfalls kann dies natürlich über die Kamera respektive die Sensoren erfasst werden.

Die 3 und 4 zeigen in Form einer Prinzipdarstellung zwei Situationen, nämlich in 3 eine Kollisionssituation, und in 4 die durch Anheben der Karosserie ausgeräumte Kollisionssituation.

3 zeigt ausschnittsweise die Karosserie 3 mit der Beifahrertür 9, wobei die Türunterkante 10 hier gestrichelt dargestellt ist. Gezeigt ist der Bordstein 8 sowie lediglich exemplarisch ein Stellelement 11 als Teil des Fahrwerks 2. Ersichtlich liegt hier die Unterkante der Karosserie 3 relativ niedrig, der Abstand zur Fahrbahn ist mit dem Doppelpfeil h1 angegeben.

Wie durch den Pfeil P1 dargestellt ist, würde die Tür 9, wenn sie in dieser Situation geöffnet werden würde, gegen den Bordstein 8 schlagen, da die Türunterkante 10 unterhalb des Bordsteinniveaus ist.

Die Steuerungseinrichtung 6 hat nun diesen Zustand erfasst und steuert das Fahrwerk 2 entsprechend an, so dass über die Stellelemente 11 (üblicherweise ist im Bereich jedes Rades respektive jeder Radaufhängung ein entsprechendes Stellelement vorgesehen) die Karosserie 3 entsprechend angehoben werden kann. Diese Situation ist in 4 gezeigt. Die Karosserie 3 wurde hier auf den Abstandswert dargestellt durch den Doppelpfeil h2 angehoben. Ersichtlich befindet sich die Türunterkante 10 nun deutlich oberhalb des Bordsteinniveaus des Bordsteins 8, so dass, wie durch den Pfeil P2 dargestellt ist, die Tür gefahrlos geöffnet werden kann.

Über die Stellelemente 11 kann die Kraftfahrzeugkarosserie 3 nur einseitig angehoben werden, das heißt, dass beispielsweise nur die beiden Stellelemente 11, die an der Beifahrerseite vorgesehen sind, angesteuert werden und die Karosserie 3 anheben, während die an der gegenüberliegenden Fahrerseite befindlichen Stellelemente 11 in Ruhe bleiben oder sogar die Karosserie an dieser Seite leicht absenken, so dass mithin eine Verkippung in etwas stärkerem Maß erfolgt.

Während dieser Verstellbewegung kann über die Erfassungseinrichtung 4 oder eine andere, die Fahrzeugumgebung erfassende Einrichtung nach wie vor überprüft werden, ob sich nicht in der Umgebung etwaige Hindernisse befinden, gegen die die anzuhebende Karosserie 3 läuft. Ist dies der Fall, so würde die automatische Verstellbewegung unmittelbar beendet werden. Verbunden damit wäre eine Signalgabe an den Fahrer, dass einerseits die Anhebebewegung gestoppt wurde, und dass andererseits ein Kollisionspotential beim Öffnen der Beifahrertür gegeben ist. Letzteres Warnsignal kann im Übrigen auch dann gegeben werden, wenn die Ermittlung der Steuerungseinrichtung 6 zeigt, dass die Beifahrertür trotz Anheben der Karosserie in die maximale Position nicht kollisionsfrei geöffnet werden kann. Dies kann ohne weiteres anhand der Informationen über die Bordsteinhöhe respektive die Ist-Position der Karosserie respektive der Fahrzeugtürunterkante ermittelt werden.

Wenngleich das Ausführungsbeispiel die Kollisionssituation einer Tür mit einem Bordstein zeigt, bestünde eine ähnliche Kollisionssituation, wenn das Kraftfahrzeug in eine Tiefgarage eingefahren ist und die Heckklappe geöffnet werden soll. Denn mitunter kann die Garagendecke so niedrig sein, dass die Heckklappe am Ende der Schwenkbewegung gegen die Decke stößt. Wird eine solche Situation erfasst, so kann die Steuerungseinrichtung 6 die entsprechenden Stellelemente 11 im Bereich des Fahrzeughecks ansteuern, um dieses gezielt abzusenken, so dass die Heckklappe gefahrlos und ohne Anschlagen an die Garagendecke geöffnet werden kann.