Title:
Anlage und Verfahren zum Behandeln von Gegenständen
Kind Code:
A1


Abstract:

Eine Anlage zur Oberflächenbehandlung, insbesondere zum Lackieren, von Gegenständen (12), insbesondere von Karosserieteilen, umfasst eine Behandlungskabine (14), die einen Behandlungsraum (16) vorgibt, in welchem eine Kabinenatmosphäre herrscht. Mittels eines Transportsystems (26) sind die Gegenstände (12) in den Behandlungsraum (16) hinein und wieder aus diesem heraus transportierbar. Eine Behandlung der Gegenstände (12) in dem Behandlungsraum (16) ist mittels wenigstens einer Behandlungseinheit (32) durchführbar, welche für den Betrieb ein Arbeitsgas erfordert. Der wenigstens einen Behandlungseinheit (32) ist das Arbeitsgas mittels einer Versorgungseinrichtung (36) zuführbar, wobei das Arbeitsgas beim Behandlungsvorgang in den Behandlungsraum (16) gelangt und so zur Kabinenatmosphäre beiträgt. Es ist ein Trennsystem (42) vorgesehen, welchem Kabinenatmosphäre zuführbar ist und durch welches Arbeitsgas aus der Kabinenatmosphäre abtrennbar ist. Außerdem ist ein entsprechendes Verfahren angegeben.




Inventors:
Juhas, Stefan (71134, Aidlingen, DE)
Rau, Thomas (71032, Böblingen, DE)
Application Number:
DE102014008052A
Publication Date:
12/17/2015
Filing Date:
05/28/2014
Assignee:
Eisenmann AG, 71032 (DE)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE102011103117A1N/A2012-12-06
DE3106605A1N/A1982-09-02



Attorney, Agent or Firm:
Ostertag & Partner, Patentanwälte mbB, 70597, Stuttgart, DE
Claims:
1. Anlage zur Oberflächenbehandlung, insbesondere zum Lackieren, von Gegenständen (12), insbesondere von Karosserieteilen, mit
a) einer Behandlungskabine (14), die einen Behandlungsraum (16) vorgibt, in welchem eine Kabinenatmosphäre herrscht;
b) einem Transportsystem (26), mittels welchem die Gegenstände (12) in den Behandlungsraum (16) hinein und wieder aus diesem heraus transportierbar sind;
c) wenigstens einer Behandlungseinheit (32), mittels welcher eine Behandlung der Gegenstände (12) in dem Behandlungsraum (16) durchführbar ist und welche für den Betrieb ein Arbeitsgas erfordert,
d) einer Versorgungseinrichtung (36), mittels welcher der wenigstens einen Behandlungseinheit (32) das Arbeitsgas zuführbar ist, wobei das Arbeitsgas beim Behandlungsvorgang in den Behandlungsraum (16) gelangt und so zur Kabinenatmosphäre beiträgt,
dadurch gekennzeichnet, dass
e) ein Trennsystem (42) vorgesehen ist, welchem Kabinenatmosphäre zuführbar ist und durch welches Arbeitsgas aus der Kabinenatmosphäre abtrennbar ist.

2. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Versorgungssystem (36) derart mit dem Trennsystem (42) verbunden ist, dass abgetrenntes Arbeitsgas der Behandlungseinheit (32) zuführbar ist.

3. Anlage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Trennsystem (42) einen Gasspeicher (66) umfasst, in den abgetrenntes Arbeitsgas leitbar ist.

4. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Trennsystem (42) eine mehrstufige Trenneinrichtung (48) umfasst.

5. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Trennsystem (42) einen Verdichter (52) umfasst, in welchem Kabinenatmosphäre komprimierbar ist.

6. Anlage nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Trenneinrichtung (48) einen Druckgas-Kältetrockner (56) umfasst, welchem die komprimierte Kabinenatmosphäre zuführbar ist in welchem von der Kabinenatmosphäre mitgeführtes Fluid auskondensierbar ist.

7. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass ein Kabinengas-System (24) vorhanden ist, mittels welchem dem Behandlungsraum (16) ein Kabinengas zuführbar ist.

8. Anlage nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Kabinengas ein Inertgas, insbesondere Kohlendioxid, ist.

9. Anlage nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Kabinengas und das Arbeitsgas Gas von derselben Art sind.

10. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Arbeitsgas ein Inertgas, insbesondere Kohlendioxid, ist.

11. Verfahren zur Oberflächenbehandlung, insbesondere zum Lackieren, von Gegenständen (12), insbesondere von Karosserieteilen, bei welchem
a) eine Behandlungskabine (14) einen Behandlungsraum (16) vorgibt, in welchem eine Kabinenatmosphäre herrscht;
b) die Gegenstände (12) mittels eines Transportsystems (26) in den Behandlungsraum (16) hinein und wieder aus diesem heraus transportiert werden;
c) die Gegenstände (12) mittels wenigstens einer Behandlungseinheit (32) in dem Behandlungsraum (16) behandelt werden, welche für den Betrieb ein Arbeitsgas erfordert,
d) der wenigstens einen Behandlungseinheit (32) das Arbeitsgas mittels einer Versorgungseinrichtung (36) zugeführt wird, wobei das Arbeitsgas beim Behandlungsvorgang in den Behandlungsraum (16) gelangt und so zur Kabinenatmosphäre beiträgt,
dadurch gekennzeichnet, dass
e) Kabinenatmosphäre einem Trennsystem (42) zugeführt wird, durch welches Arbeitsgas aus der Kabinenatmosphäre abgetrennt wird.

12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass abgetrenntes Arbeitsgas der Behandlungseinheit (32) zugeführt wird.

13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass abgetrenntes Arbeitsgas in einen Gasspeicher (66) geleitet wird.

14. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Trennung in mehreren Stufen (50, 54) durchgeführt wird.

15. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass Kabinenatmosphäre in einem Verdichter (52) komprimiert wird.

16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die komprimierte Kabinenatmosphäre einem Druckgas-Kältetrockner (56) zugeführt wird, in welchem von der Kabinenatmosphäre mitgeführtes Fluid auskondensiert wird.

17. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass dem Behandlungsraum (16) ein Kabinengas zugeführt wird.

18. Verfahren nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass als Kabinengas ein Inertgas, insbesondere Kohlendioxid, verwendet wird.

19. Verfahren nach Anspruch 17 oder 18, dadurch gekennzeichnet, dass als Kabinengas und Arbeitsgas Gas von derselben Art verwendet wird.

20. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass als Arbeitsgas ein Inertgas, insbesondere Kohlendioxid, verwendet wird.

Description:

Die Erfindung betrifft eine Anlage zur Oberflächenbehandlung, insbesondere zum Lackieren, von Gegenständen, insbesondere von Karosserieteilen, mit

  • a) einer Behandlungskabine, die einen Behandlungsraum vorgibt, in welchem eine Kabinenatmosphäre herrscht;
  • b) einem Transportsystem, mittels welchem die Gegenstände in den Behandlungsraum hinein und wieder aus diesem heraus transportierbar sind;
  • c) wenigstens einer Behandlungseinheit, mittels welcher eine Behandlung der Gegenstände in dem Behandlungsraum durchführbar ist und welche für den Betrieb ein Arbeitsgas erfordert,
  • d) einer Versorgungseinrichtung, mittels welcher der wenigstens einen Behandlungseinheit das Arbeitsgas zuführbar ist, wobei das Arbeitsgas beim Behandlungsvorgang in den Behandlungsraum gelangt und so zur Kabinenatmosphäre beiträgt.

Außerdem betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Oberflächenbehandlung, insbesondere zum Lackieren, von Gegenständen, insbesondere von Karosserieteilen, bei welchem

  • a) eine Behandlungskabine einen Behandlungsraum vorgibt, in welchem eine Kabinenatmosphäre herrscht;
  • b) die Gegenstände mittels eines Transportsystems in den Behandlungsraum hinein und wieder aus diesem heraus transportiert werden;
  • c) die Gegenstände mittels wenigstens einer Behandlungseinheit in dem Behandlungsraum behandelt werden, welche für den Betrieb ein Arbeitsgas erfordert,
  • d) der wenigstens einen Behandlungseinheit das Arbeitsgas mittels einer Versorgungseinrichtung zugeführt wird, wobei das Arbeitsgas beim Behandlungsvorgang in den Behandlungsraum gelangt und so zur Kabinenatmosphäre beiträgt.

Beispielsweise werden zum Lackieren von Gegenständen als Behandlungseinheiten Rotationszerstäuber mit einem Glockenteller eingesetzt, der mit hohen Drehzahlen rotiert. Der Glockenteller wird mit Hilfe eine Turbine angetrieben, welche mit dem Arbeitsgas beaufschlagt wird. Üblicherweise wird als Arbeitsgas Luft verwendet. Zugleich kann Arbeitsgas bei einem Rotationszerstäuber dazu genutzt werden, den abgegebenen Sprühstrahl zu formen, indem das Arbeitsgas als sogenanntes Lenkgas, im Falle von Luft also Lenkluft, zum Glockenteller geleitet wird und die abgegebenen Lackpartikel gleichsam einhüllt. Hierzu kann Arbeitsgas von der Turbine über innere Kanäle im Rotationszerstäuber oder über eine davon unabhängige Leitung zum Glockenteller geleitet werden. In jedem Fall gelangt das Arbeitsgas im laufenden Betrieb in den Behandlungsraum, welcher beim Behandlungsvorgang mit weiteren Komponenten beladen wird. Beim Lackieren umfasst die Kabinenatmosphäre beispielsweise unter anderem noch Lack-Overspray, also Lack, der nicht auf den zu lackierenden Gegenstand gelangt ist, sowie Lösemittel.

In jüngerer Zeit haben sich Behandlungsverfahren etabliert, welche nicht mehr in einer Luftatmosphäre durchgeführt werden können, sondern eine Sonderatmosphäre benötigen. Beispielsweise kommen beim Lackieren UV-Lacke zum Einsatz, welche unter der Einwirkung von UV-Strahlung ausgehärtet werden können. Häufig wird als Sonderatmosphäre zum Beispiel eine Kohlendioxid-Atmosphäre in dem Behandlungsraum aufgebaut, wozu dem Behandlungsraum Kohlendioxid als Kabinengas zugeführt wird.

Damit die Kabinenatmosphäre in solchen Fällen nicht verunreinigt wird, wird dann als Arbeitsgas für die Behandlungseinheit Gas von derselben Art verwendet, das auch als Kabinengas in den Behandlungsraum geleitet wird.

Grundsätzlich stellt das Arbeitsgas eine Ressource dar, die zuvor hergestellt und gegebenenfalls aufbereitet und konditioniert werden muss. Dies gilt besonders für andere Arbeitsgase als Luft, wie beispielsweise Kohlendioxid oder Stickstoff, aber auch für Luft selbst.

Es ist daher Aufgabe der Erfindung, eine Anlage und ein Verfahren der eingangs genannten Art zu schaffen, welche im Hinblick auf das Arbeitsgas ressourcenschonend betrieben werden können.

Diese Aufgabe wird bei einer Anlage der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass

  • e) ein Trennsystem vorgesehen ist, welchem Kabinenatmosphäre zuführbar ist und durch welches Arbeitsgas aus der Kabinenatmosphäre abtrennbar ist.

Erfindungsgemäß wurde erkannt, dass es möglich und sinnvoll ist, das Arbeitsgas aus der Kabinenatmosphäre abzutrennen, so dass es eine weiteren Verwertung und gegebenenfalls einer Wiederverwertung innerhalb der Anlage zugeführt werden kann.

Hierbei ist es besonders günstig, wenn das Versorgungssystem derart mit dem Trennsystem verbunden ist, dass abgetrenntes Arbeitsgas der Behandlungseinheit zuführbar ist. Das Arbeitsgas wird somit in einem Kreislauf geführt. Auf diese Weise kann der Anteil an frisch zugeführtem Arbeitsgas für die Behandlungseinheit verringert und im optimalen Fall auf Null reduziert werden.

Insbesondere, wenn mehr Arbeitsgas aus der Kabinenatmosphäre abgetrennt wird, als für den Betrieb der Behandlungseinheiten erforderlich ist, beispielsweise in Pausezeiten, ist es vorteilhaft, wenn das Trennsystem einen Gasspeicher umfasst, in den abgetrenntes Arbeitsgas leitbar ist.

Abhängig von der Art des Arbeitsgases kann es günstig sein, wenn das Trennsystem eine mehrstufige Trenneinrichtung umfasst.

Eine effektive Trennung kann herbeigeführt werden, indem das Trennsystem einen Verdichter umfasst, in welchem Kabinenatmosphäre komprimierbar ist.

Um in der Kabinenatmosphäre aufgenommenen Fluide, z. B. Lösemittel, von dem Arbeitsgas zu trennen, ist es günstig, wenn die Trenneinrichtung einen Druckgas-Kältetrockner umfasst, welchem die komprimierte Kabinenatmosphäre zuführbar ist und in welchem von der Kabinenatmosphäre mitgeführtes Fluid auskondensierbar ist.

Eine an die Art der Behandlung angepasste Atmosphäre in dem Behandlungsraum kann durch ein Kabinengas-System erzeugt werden, mittels welchem dem Behandlungsraum ein Kabinengas zuführbar ist.

Wie oben angesprochen ist das Kabinengas vorzugsweise ein Inertgas, insbesondere Kohlendioxid.

Bevorzugt sind das Kabinengas und das Arbeitsgas Gas von derselben Art, wobei auch das Arbeitsgas vorzugsweise ein Inertgas, insbesondere Kohlendioxid, ist.

Die oben genannte Aufgabe wird bei dem Verfahren der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass

  • e) Kabinenatmosphäre einem Trennsystem zugeführt wird, durch welches Arbeitsgas aus der Kabinenatmosphäre abgetrennt wird.

Die Vorteile dieser und der nachfolgend erläuterten erfindungsgemäßen Maßnahme entsprechen den oben zur Anlage erörterten Vorteilen.

Dementsprechend ist es günstig, wenn abgetrenntes Arbeitsgas der Behandlungseinheit zugeführt wird.

Bevorzugt wird abgetrenntes Arbeitsgas in einen Gasspeicher geleitet.

Es ist vorteilhaft, wenn die Trennung in mehreren Stufen durchgeführt wird, wobei Kabinenatmosphäre vorzugsweise in einem Verdichter komprimiert wird und die komprimierte Kabinenatmosphäre einem Druckgas-Kältetrockner zugeführt wird, in welchem von der Kabinenatmosphäre mitgeführtes Fluid auskondensiert wird.

Vorzugsweise wird dem Behandlungsraum ein Kabinengas zugeführt, wobei als Kabinengas besonders bevorzugt ein Inertgas, insbesondere Kohlendioxid, verwendet wird.

Vorteilhaft kann als Kabinengas und Arbeitsgas Gas von derselben Art verwendet werden.

Bevorzugt wird als Arbeitsgas ein Inertgas, insbesondere Kohlendioxid, verwendet.

Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der einzigen Figur näher erläutert.

Dort ist mit 10 insgesamt eine Anlage zur Oberflächenbehandlung von Gegenständen 12 bezeichnet, welche eine Behandlungskabine 14 umfasst, die einen Behandlungsraum 16 begrenzt. Die Gegenstände 12 sind beim vorliegenden Ausführungsbeispiel nur stark schematisch gezeigt. In dem Behandlungsraum 16 herrscht eine Kabinenatmosphäre, deren Zusammensetzung sich im laufenden Betrieb der Anlage ändern kann, insbesondere auf Grund von Komponenten, die durch den Behandlungsvorgang in den Behandlungsraum 16 freigesetzt werden.

Als Beispiel für eine solche Anlage 10 zur Oberflächenbehandlung ist eine Lackieranlage 18 gezeigt, in welcher die Gegenstände 12 lackiert werden. Zu lackierende Gegenstände 12 sind beispielsweise Fahrzeugkarosserien oder insbesondere Karosserieteile oder Anbauteile von Fahrzeugkarosserien, wie z. B. Stoßfänger. Die zu lackierenden Gegenstände 12 werden in nicht eigens gezeigten Vorbehandlungsstationen z. B. gereinigt und entfettet, die der Lackieranlage 18 vorgelagert sind.

Die Oberflächenbehandlungsanlage 10 umfasst als Behandlungskabine 14 eine Lackierkabine 20, die als Behandlungsraum 16 einen Lackiertunnel 22 begrenzt. Die Behandlungskabine 14 umfasst eine Kabinendecke 14a und einen Kabinenboden 14b sowie nicht eigens mit einem Bezugszeichen versehene Seitenwände.

Mittels eines nur stark schematisch angedeuteten Kabinengas-Systems 24 kann dem Behandlungsraum 16, d. h. hier dem Lackiertunnel 22, in an und für sich bekannter Weise ein Kabinengas zugeführt werden. Mit einem Kabinengas abweichend von Luft kann eine Sonderatmosphäre erzeugt und aufrechterhalten werden. Als Sonderatmosphäre soll jede Atmosphäre verstanden werden, die sich von der den Behandlungsraum 16 umgebenden Außenatmosphäre unterscheidet. Eine Sonderatmosphäre kann insbesondere eine Inertgasatmosphäre sein, aber auch eine Reinraumatmosphäre oder sonstige Arbeitsatmosphären zählen dazu.

Bei einer nicht eigens gezeigten Abwandlung umfasst das Kabinengas-System 24 unter anderem die Kabinendecke 14a, die dann in üblicher Weise als untere Begrenzung eines Luftzuführraumes mit Filterdecke ausgebildet ist. Aus dem Luftzuführraum gelangt konditionierte Luft als Kabinengas in den Lackiertunnel 22 und durchströmt diesen von oben nach unten, wobei die Luft beim Lackieren entstehenden Overspray aufnimmt. Die mit Overspray beladene Luft gelangt dann in einen Bereich unterhalb des Lackiertunnels 22, wozu der Kabinenboden 14b durchlässig, beispielsweise durch ein Gitterrost, ausgebildet ist. In diesem unteren Bereich kann sich dann eine Abscheideeinrichtung befinden, mittels welcher die Luft von dem Overspray befreit werden kann. Diese Vorgehensweise ist aus dem Stand der Technik bekannt. In diesem Fall ist die Kabinenatmosphäre also durch die lösemittelhaltige und mit Overspray beladene Tunnelluft gebildet.

Es ist ein an und für sich bekanntes Transportsystem 26 vorhanden, mit dem zu lackierende Gegenstände 12 von einer Eingangsseite mit einem Eingangsbereich 28 des Lackiertunnels 22 zu einer Ausgangsseite mit einem Ausgangsbereich 30 des Lackiertunnels 22 transportiert werden, von denen einer oder beide als Schleuse ausgebildet sein können. Wenn in Bereichen, die an den Eingangsbereich 28 oder den Ausgangsbereich 30 der Anlage 10 angrenzen, die gleiche Kabinenatmosphäre herrscht wie in dem Behandlungsraum 16, kann auf eine Schleuse verzichtet werden. In der Figur ist das Transportsystem 26 beispielhaft als Hängebahnsystem veranschaulicht. Ein bodengeführtes Transportsystem oder ein Transportsystem sonstiger Bauart ist jedoch ebenso möglich.

In jedem Fall können die zu lackierenden Gegenstände 12 mit dem Transportsystem 26 durch den Eingangsbereich 28 in den Lackiertunnel 22 eingebracht und durch den Ausgangsbereich 30 wieder aus diesen heraus bewegt werden, wobei die Kabinenatmosphäre im Behandlungsraum 16 aufrecht erhalten bleibt.

Im Inneren des Behandlungsraumes 16 befinden sich eine oder mehrere Behandlungseinheiten 32, wobei in der Figur nur eine einzige Behandlungseinheit 32 gezeigt ist. Die Behandlungseinheit 32 kann von einem mehrachsigen Roboter geführt sein, insbesondere durch einen Gelenkarmroboter. Auch ein solcher Roboter ist an und für sich bekannt, weshalb sich eine nähere Erläuterung dazu erübrigt.

Beim vorliegenden Ausführungsbeispiel ist die Lackieranlage 18 für die Applikation von UV-Lacken konzipiert, was insbesondere mit Blick auf eine rasch nach der Applikation erfolgende Durchhärtung durch UV-Strahlung in einer Inertgasatmosphäre erfolgen muss. Üblicherweise wird eine Beschichtung mit UV-Lacken in einer Kohlendioxid-Atmosphäre durchgeführt. Daher wird durch das System 24 eine Kohlendioxid-Atmosphäre in dem Lackiertunnel 22 erzeugt. Bei anderen Anwendungen können auch andere Sonderatmosphären als Kohlendioxid vorgesehen sein, z. B. Stickstoff.

Die Behandlungseinheit 32 ist vorliegend ein Rotationszerstäuber 34. Die Behandlungseinheiten 32 können auch für andere Zwecke als zur Applikation eingerichtet sein. Beispielsweise können die Behandlungseinheiten 30 auch durch Greifeinheiten gebildet sein, mittels welchen die Gegenstände 12 im Behandlungsraum 16 bewegt und gehandhabt werden können.

Die Behandlungseinheit 32 erfordert für ihren Betrieb ein Arbeitsgas. Im Falle eines Rotationszerstäubers 34 dient ein solches Arbeitsgas dazu, einen Glockenteller mittels einer Turbine anzutreiben, welche mit dem Arbeitsgas beaufschlagt wird. Zugleich kann Arbeitsgas bei einem Rotationszerstäuber dazu genutzt werden, den abgegebenen Sprühstrahl zu formen, indem das Arbeitsgas als sogenannte Lenkluft zum Glockenteller geleitet wird und die abgegebenen Lackpartikel gleichsam einhüllt. Hierzu kann Arbeitsgas von der Turbine über innere Kanäle im Rotationszerstäuber oder über eine davon unabhängige Leitung zum Glockenteller geleitet werden.

Zum Betrieb der Behandlungseinheit 32 umfasst die Anlage 10 daher eine Versorgungseinrichtung 36 mit einer Arbeitsgas-Quelle 38, aus welcher der Behandlungseinheit 32 das Arbeitsgas über eine Versorgungsleitung 40 zuführbar ist. Im Falle des Rotationszerstäubers 34 wird diesem über eine weitere Leitung 41 Lack zugeführt, der dann auf die Gegenstände 12 appliziert wird.

Im laufenden Betrieb, d. h. vorliegend beim Lackiervorgang mit dem Rotationszerstäuber 34, gelangt das Arbeitsgas für die Behandlungseinheit 32 jedenfalls in den Behandlungsraum 16 und trägt so zur dortigen Kabinenatmosphäre bei. Darüber hinaus gelangen Lack-Overspray und Lösemittel in die Kabinenatmosphäre. Die Kabinenatmosphäre ist somit stets eine Mischung aus verschiedenen Komponenten, die auch das zugehörige Kabinengas aus dem System 24 umfasst.

Das durch das System 24 bereitgestellte Kabinengas und das Arbeitsgas für die Behandlungseinheit 32 können Gas von derselben Art sein. Im oben erläuterten Fall einer Inertgas-Atmosphäre wird das eingesetzte Inertgas auch als Arbeitsgas für die Behandlungseinheit 32 verwendet. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass die Inertgasatmosphäre nicht durch ein, möglicherweise noch weiter verunreinigtes, Fremdgas kontaminiert wird.

Wenn als Inertgas Kohlendioxid eingesetzt wird, wird die Behandlungseinheit 32, d. h. vorliegend der Rotationszerstäuber 34, also mittels der Versorgungseinrichtung 36 mit Kohlendioxid als Arbeitsgas versorgt.

Um nun den Verbrauch von Arbeitsgas so gering wie möglich zu halten, umfasst die Behandlungsanlage 10 ein Trennsystem 42, welchem Kabinenatmosphäre zuführbar ist und durch welches Arbeitsgas aus der Kabinenatmosphäre abgetrennt werden kann. Auf diese Weise ist die Möglichkeit eröffnet, dass abgetrennte Arbeitsgas weiter- oder wiederzuverwenden.

Hierzu umfasst das Trennsystem 42 eine Ausgangsleitung 44, die über einen Ausgangsanschluss 46 mit dem Behandlungsraum 16 verbunden ist und zu einer Trenneinrichtung 48 führt. Beim vorliegenden Ausführungsbeispiel ist die Trenneinrichtung 48 dazu eingerichtet, Kohlendioxid als Arbeitsgas aus der Kabinenatmosphäre zu trennen, wobei das nachfolgend erläuterte Trennprinzip auch auf andere hierfür geeignete Arbeitsgase angewendet werden kann.

Die Trenneinrichtung 48 ist mehrstufig ausgebildet. Beim vorliegenden Ausführungsbeispiel ist sie zweistufig und umfasst als erste Trennstufe 50 einen Verdichter 52 und als zweite Trennstufe 54 einen Druckgas-Kältetrockner 56, welche über eine Verbindungsleitung 58 miteinander verbunden sind, so dass dem Druckgas-Kältetrockner 56 komprimierte Kabinenatmosphäre zugeführt werden kann.

Sowohl Verdichter als auch Kältetrockner sind an und für sich bekannt und müssen daher nicht näher erläutert werden. Als Verdichter 52 kommt z. B. insbesondere ein Schraubenverdichter in Betracht; der Kältetrockner 56 kann beispielsweise als Lamellenwärmetauscher oder Plattenwärmetauscher ausgebildet sein.

Von dem Druckgas-Kältetrockner 56 führt eine Ablassleitung 60 zu einem Sammelbehälter 62 und eine Abgabeleitung 64 zu einem Gasspeicher 66.

Die Kabinenatmosphäre, welche nun im laufenden Betrieb der Anlage 10 Arbeitsgas von der Behandlungseinheit 32 aufgenommen hat und zudem Lack-Overspray und Lösemittel enthält, wird über die Ausgangsleitung 44 zu dem Verdichter 52 gefördert und dort komprimiert. Hiernach gelangt die verdichtete Kabinenatmosphäre über die Verbindungsleitung 58 zum Druckgas-Kältetrockner 56, in welchem das von der Kabinenatmosphäre mitgeführte Lösemittel auskondensiert und über die Ablassleitung 60 in den Sammelbehälter 62 geleitet wird. Mit dem Lösemittel werden auch Lack-Overspray und sonstige Verunreinigungen aus der Kabinenatmosphäre entfernt, so dass nach Durchströmen des Druckgas-Kältetrockners 56 reines Inertgas in den Gasspeicher 66 strömt. Allgemein ausgedrückt kondensiert in dem Druckgas-Kältetrockner 56 von der Kabinenatmosphäre mitgeführtes Fluid aus.

Bei anderen Anwendungen kann in dieser Weise Wasser aus der Kabinenatmosphäre auskondensiert und die Kabinenatmosphäre so gereinigt und entfeuchtet werden.

Wenn das Arbeitsgas für den Betrieb der Behandlungseinheit 32 sich von dem Kabinengas aus dem System 24 unterscheidet, kann die Trenneinrichtung 46 noch eine oder mehrere weitere Trennstufen umfassen, um auch diese Komponenten zu trennen. Die erforderlichen Trennstufen hängen dann von der Zusammensetzung des Gemisches ab.

Das Versorgungssystem 36 ist nun derart mit dem Trennsystem 42 verbunden ist, dass das abgetrennte Arbeitsgas der Behandlungseinheit 32 zugeführt werden kann. Hierzu ist beim vorliegenden Ausführungsbeispiel der Gasspeicher 66 über eine Leitung 68 und ein Ventil 70 mit der Versorgungsleitung 40 verbunden. Mittels des Ventils 70 kann eingestellt werden, ob die Behandlungseinheit 32 mit Arbeitsgas aus der Arbeitsgas-Quelle 38 oder mit Arbeitsgas aus dem Gasspeicher 66 oder einer Mischung von Arbeitsgas aus der Arbeitsgas-Quelle 38 und dem Gasspeicher 66 versorgt wird.

Durch die Trenneinrichtung 48 ist insgesamt ein Kreislauf des Arbeitsgases gebildet, so dass die Behandlungseinheit 32 im laufenden Betrieb grundsätzlich ressourcenschonend mit wiedergewonnenem Arbeitsgas aus dem Gasspeicher 66 betrieben werden kann. Die Arbeitsgas-Quelle 38 kann jedoch insbesondere beim Anfahren der Anlage 10 und des Trennsystems 42 notwendig sein, um die Behandlungseinheit 32 mit Arbeitsgas zu versorgen.