Title:
Display für Auswahl und Kennzeichnung
Kind Code:
A1


Abstract:

Die Erfindung betrifft eine Inspektionsvorrichtung zur visuellen Erkennung von Fehlern in Produkten mit einer Produkttransportstrecke zum Transport der Produkte vom Produkteinlauf bis zur Produktausschleusung, wobei ein Ausschleus-System zum Ausschleusen von fehlerhaften Produkten vorgesehen ist. Erfindungsgemäß ist parallel zur Produkttransportstrecke ein Display angeordnet, das die Zuordnung einer Markierung zu einem ausgewählten Produkt ermöglicht und/oder die zugeordnete Markierung mit dem ausgewählten Produkt mitlaufen lässt.




Inventors:
Federsel, Till (81541, München, DE)
Schindler, Hans-Georg (83607, Holzkirchen, DE)
Meier, Harald (83565, Ast, DE)
Application Number:
DE102014006652A
Publication Date:
11/12/2015
Filing Date:
05/07/2014
Assignee:
Seidenader Maschinenbau GmbH, 85570 (DE)
International Classes:



Attorney, Agent or Firm:
Lorenz Seidler Gossel Rechtsanwälte Patentanwälte Partnerschaft mbB, 80538, München, DE
Claims:
1. Inspektionsvorrichtung zur visuellen Erkennung von Fehlern in Produkten mit einer Produkttransportstrecke zum Transport der Produkte vom Produkteinlauf bis zur Produktausschleusung, wobei ein Ausschleus-System zum Ausschleusen von fehlerhaften Produkten vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass parallel zur Produkttransportstrecke ein Display angeordnet ist, das eine einem ausgewählten Produkt zugeordnete Markierung mit dem ausgewählten Produkt mitlaufen lässt.

2. Inspektionsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie einen Bildschirm aufweist, wobei über ein Zeigeinstrument auf dem Bildschirm auf ein ausgewähltes Produkt gezeigt werden kann, wobei dieses ausgewählt werden kann und wobei es schließlich dadurch gekennzeichnet werden kann, dass dem ausgewählten Produkt auf der Produkttransportstrecke eine benachbarte Markierung auf dem Display derart zugeordnet wird, dass diese sich parallel zu dem auf der Produkttransportstrecke transportierten ausgewählten Produkt bewegt.

3. Inspektionsvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Zeigeinstrument ein Joystick, eine Computermouse, ein Lichtvorhang oder ein Handrad ist.

4. Inspektionsvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Markierung auf dem Display aus aktivierbaren Lichtpunkten besteht.

5. Inspektionsvorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass Lichtpunkte durch Farb-, Form- oder Helligkeitsänderung aktivierbar sind.

6. Inspektionsvorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflösung der Lichtpunkte auf dem Display größer ist als der minimale Abstand zwischen den Produkten.

7. Inspektionsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Diplay eine LED-Leiste oder ein LC-Diplay ist.

8. Inspektionsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kennzeichnung und Auswahl eines Produktes wieder löschbar ist.

9. Inspektionsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Produkte auf der Produkttransportstrecke auswählbar und gegebenenfalls unterschiedlich auf dem Display anzeigbar sind.

10. Inspektionsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Display mit der Maschinensteuerung derart verbunden ist, dass ausgewählte Produkte im Ausschleus-System automatisch ausschleusbar sind.

Description:

Die Erfindung betrifft eine Inspektionsvorrichtung zur visuellen Erkennung von Fehlern in Produkten. Bei derartig zu erkennenden Fehlern handelt es sich häufig um Partikel bzw. kosmetische Defekte in Ampullen, Vials, Infusionsflaschen, Diagnostikaröhrchen oder Fertigspritzen.

Früher wurde die Partikelkontrolle bei entsprechenden Produkten von Hand durchgeführt. Sie stellte eine sehr hohe Anforderung an die Seh- und Muskelkraft der Kontrollperson. So muss jede zu untersuchende Ampulle bzw. Infusionsflasche in die Hand genommen, geschüttelt und von der Kontrollperson visuell kontrolliert werden. Anstelle dieser manuellen Arbeit, werden alle diese Arbeitsschritte inzwischen entweder mit vollautomatischen Maschinen oder, bei kleineren Losgrößen, wird ein Großteil dieser Arbeitsschritte mit halbautomatischen Inspektionsmaschinen maschinell durchgeführt. So werden in der in den zu inspizierenden Ampullen, Vials, Infusionsflaschen, Diagnostikröhrchen oder Fertigspritzen vorhandene Partikel durch eine stufenlos einstellbare schnelle Drehung der jeweiligen Flaschen, Vials oder Ampullen etc. aufgewirbelt und durch ein Durchleuchtungssystem mit stark gebündelten Licht- und Farbbildern zum Aufblitzen gebracht. Dieses Aufblitführt dazu, dass die Partikel so hell und deutlich wie Staubteilchen in der Luft vor einem Filmprojektor zu sehen sind. Haarrisse und Grobfehler können auch im Boden, Hals- und Verschlussbereich der Flaschen, Vials, Ampullen etc. deutlich und mühelos erkannt werden. Hierdurch kann das Anfassen, Drehen und Schwenken der Flaschen, Vials oder Ampullen, also da manuelle Handling entfallen.

Bei den halbautomatischen Inspektionsmaschinen war bislang die Auswahl von zurückzuweisenden Produkten und deren Kenntlichmachung nicht zufriedenstellend gelöst.

Aufgabe der Erfindung ist es die Auswahl und Kenntlichmachung der fehlerbehafteten Produkte im halbautomatischen Inspektionsablauf zu verbessern.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch eine Inspektionsvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Hierzu weist eine Inspektionsvorrichtung zur visuellen Erkennung von Fehlern in Produkten mit einer Produkttransportstrecke zum Transport der Produkte vom Produkteinlauf bis zur Produktausschleusung, bei dem ein Ausschleussystem zum Ausschleusen von fehlerhaften Produkten vorgesehen ist, parallel zur Produkttransportstrecke zumindest im Inspektionsbereich ein Display auf, das eine einem ausgewählten Produkt zugeordnete Markierung mit dem ausgewählten Produkt weiter laufen lässt.

Hierdurch kann ein bei der Inspektion als fehlerhaft erkanntes Produkt auch auf der Transportstrecke oder einen Teil davon in der Inspektionsvorrichtung kenntlich gemacht werden. Damit kann die Kontrollperson im weiteren Verlauf nachvollziehen, ob das fehlerhafte Produkt in dem Ausschleussystem ausgeschleust wird.

Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den sich an den Hauptanspruch anschließenden Unteransprüchen.

Vorteilhaft weist die Inspektionsvorrichtung einen Bildschirm zur Anzeige der zu prüfenden Produkte auf, wobei über ein Zeigeinstrument auf dem Bildschirm auf ein ausgewähltes Produkt gezeigt werden kann. Das Produkt kann dann ausgewählt werden und kann dadurch gekennzeichnet werden, dass dem ausgewählten Produkt auf der Produkttransportstrecke eine benachbarte Markierung auf dem Display zugeordnet wird, wobei diese sich parallel zu dem auf der Produkttransportstrecke transportierten ausgewählten Produkt bewegt.

Das von der Kontrollperson verwendete Zeigeinstrument kann beispielsweise ein Joystick, eine Computermaus, ein Handrad oder auch ein Lichtvorhang sein. Zum Auswählen kann die Kontrollperson die entsprechende Zeigemarkierung auf dem Inspektionsdisplay so in Position bringen, dass sie dem zurückzuweisenden bzw. zu beanstandenden Produkt entspricht. Durch eine weitere Aktion kann die Kontrollperson nun das Produkt auswählen. Diese weitere Aktion kann beispielsweise in einem Mausklick, der Betätigung einer Taste am Joystick, ein Zurückziehen des Fingers bei Vorhandensein eines Lichtvorhangs oder bei Betätigung eines Fußpedals bei Vorhandensein eines Handrads sein. Die Auswahl des Produkts führt dazu, dass beim weiteren Produkttransport dieses Produkt gekennzeichnet wird, indem das entsprechende Produkt auf dem benachbarten Display eine Markierung erhält. Die Markierung auf dem Display kann beispielsweise aus aktivierbaren Lichtpunkten bestehen.

Die Lichtpunkte sind durch Farb-, Form- oder Helligkeitsänderung aktivierbar. So können hier beispielsweise die Farbe des Lichtpunkts rot, gelb oder in einer anderen Farbe bzw. Form oder auch Helligkeit ausgewählt werden.

Vorteilhaft ist die Auflösung der Lichtpunkte auf dem Display größer als der minimale Abstand zwischen den Produkten. Hierdurch kann durch jeweilige Aktivierung der Lichtpunkte der Transportweg des gekennzeichneten Produktes auf dem Display sehr genau nachgebildet werden.

Das Display ist vorteilhaft eine LED-Leiste oder ein LC-Display.

Vorteilhaft kann die Kennzeichnung und die Auswahl eines Produktes auch wieder gelöscht werden, wenn beispielsweise bekannt wird, dass es doch nicht auszuschleusen ist. Vorteilhaft können auch mehrere Produkte auf der Produkttransportstrecke ausgewählt werden und gegebenenfalls unterschiedlich, d. h. beispielsweise mit unterschiedlichen Farben auf dem Display angezeigt werden, z. B. wenn ihnen unterschiedliche Fehlerkriterien zugeordnet werden.

Schließlich kann das Display vorteilhaft mit der Maschinensteuerung derart verbunden sein, dass ausgewählte Produkte im Ausschleussystem automatisch ausschleusbar sind. Bei mehreren Produkten mit unterschiedlichen Fehlern, kann hier auch eine fehlerabhängige Zuordnung und Ausschleusung erfolgen.

Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen:

Die 1 bis 3: Eine schematische Darstellung einer Produkttransportstrecke mit zugeordnetem Display nach einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung in unterschiedlichen Zuständen.

1 zeigt eine Reihe von nebeneinander angeordneten zu untersuchenden Produkten, die im vorliegenden Fall mit 1 bis 7 bezeichnete Vials sind. Nicht dargestellt ist die Ausführung der Produkttransportstrecke, auf der sie von links nach rechts transportiert werden. Den auf der hier nicht mehr dargestellten Produkttransportstrecke einer Inspektionsvorrichtung transportierten Vials 10 ist jeweils ein LED-Display 12 zugeordnet, das eine Reihe von LEDs aufweist, wobei die Auflösung des Displays und damit die Anzahl der LEDs so gewählt ist, dass diese deutlich dichter ist als der Abstand von einem Vial 10 zum nächsten.

In der nur schematischen Darstellung gemäß der 1 bis 3 ist nicht dargestellt, dass die zu kontrollierenden Produkte über eine Zuführeinheit auf die Produkttransportstrecke zugeführt werden. Der Durchlauf der Produkte durch die Inspektionsvorrichtung läuft entweder kontinuierlich oder taktweise.

Üblicherweise erfolgt die Inspektion der gesamten Produktoberfläche des Produktes nach kosmetischen Defekten in einer Kontrollkabine unter langsamer Drehbewegung der Produkte bei einer Produktneigung von beispielsweise 30°, 45°, 60° oder 75°.

Durch eine hohe Rotationsgeschwindigkeit werden eventuell in der innerhalb des Produkts vorliegenden Flüssigkeit Partikel aufgewirbelt und schnell erkennbar. Die Bedienperson kann während des Durchlaufs oder Taktes die gesamte Oberfläche der Vials einschließlich des Bodens und Halsbereichs sowie die Oberfläche der Verschlüsse kontrollieren. Die Entnahme der Ausschussprodukte erfolgt berührungslos über eine elektronische Auswerfeinheit.

Entsprechend der Erfindung werden die fehlerhaften Produkte ausgewählt und auf dem Display 12 gekennzeichnet.

So wird entsprechend der Darstellung gemäß 1 beispielsweise das mit 3 bezeichnete Vial 10 ausgewählt. Die diesem Vial am zentralsten zugeordnete LED wird gekennzeichnet. Dies wird durch eine entsprechende Farbgebung markiert.

Gemäß der 2 und 3 wird das selektierte Vial 10 mit der Nummer 3, das währenddessen auf der Produkttransportstrecke weiterbefördert wurde, auf dem Display 12 mit einer anderen Farbe gekennzeichnet. Hier leuchten jeweils die LEDs auf dem Display in der entsprechend anders gekennzeichneten Farbe auf, denen das Vial 10 mit der Nummer 3 am nächsten kommt. In 2 ist dies die LED mit dem Bezugszeichen 15 und in 3 die LED mit Bezugszeichen 16. Somit wird also die Kennzeichnung mit dem durchlaufenden, auszuschleusenden Produkt mitgeführt. Zur Mitführung der Kennzeichnung sind verschiedene Varianten denkbar. Einerseits kann das Display 12 einen Drehgeber oder einen äquivalenten Signalgeber enthalten, der die Kennzeichnung selbstständig mit dem Produkttransport von LED zu LED weiterschaltet.

Alternativ kann die Maschinensteuerung dem Display 12 mitteilen, welche Position/Positionen jeweils zu kennzeichnen ist/sind. Das bedeutet, dass die Maschinensteuerung laufend das komplette Erscheinungsbild des Displays errechnet und mit entsprechend hoher Taktfrequenz die jeweilig zu kennzeichnenden LEDs schaltet.

Die Steuerung des Displays soll so erfolgen, dass die Mitführung der Kennzeichnung schlupf- und ruckfrei erfolgt. D. h. die Auflösung bzw. die Taktung der aufleuchtenden LEDs auf dem Display 12 soll derart gesteuert sein, dass bei maximaler Geschwindigkeit die Anzeige für das Auge als kontinuierlich und eindeutig zugeordnet werden kann.

Im zuvor beschriebenen Ausführungsbeispiel wurde dem jeweils auszuschleusenden Produkt eine bestimmte Farbe auf dem Display zugeordnet. Zusätzlich zu der entsprechenden Farbgebung kann eine unterschiedliche Helligkeitseinstellung der LEDs auf dem Display erfolgen. Zur Kennzeichnung leuchtet die Displayposition, die der Produktmittelposition entspricht, mit bestimmter Helligkeit in einer beliebigen Farbe auf. Die entsprechenden Nachbarpositionen rechts und links von dieser LED leuchten entsprechend schwächer. Insgesamt ergibt sich ein besseres Erscheinungsbild des „Lauflichts”. Bei der Einstellung der Helligkeit der Kennzeichnung muss berücksichtigt werden, dass man einen Kompromiss zwischen ausreichender Signalwirkung und minimaler Störung der Inspektion findet.