Title:
Mobiles Messsystem für Bodenuntersuchungen und Verfahren zur Messung mindestens eines Parameters des Bodens mittels eines mobilen Messsystems
Kind Code:
A1
Abstract:

Die Erfindung betrifft ein mobiles Messsystem (1) für Bodenuntersuchungen, umfassend mindestens einen Sensor, der derart ausgestaltet ist, dass dieser zur Erfassung von Messwerten mit dem zu untersuchenden Boden (2) in Kontakt bringbar ist, wobei der Sensor an einer Tragstruktur (3) angeordnet ist, wobei die Tragstruktur (3) mittels eines ersten Antriebs (5) vertikal mindestens zwischen einer ersten angehobenen und einer zweiten abgesenkten Position verfahrbar ist und horizontal entlang einer Führung (6) beweglich gelagert ist, wobei Mittel zur Erfassung einer Position der Tragstruktur (3) innerhalb der Führung (6) vorgesehen sind, wobei eine Steuereinheit des ersten Antriebs (5) derart ausgebildet ist, dass bei Erfassung einer ersten horizontalen Position die Tragstruktur (3) mittels des ersten Antriebs (5) abgesenkt und bei Erfassen einer zweiten Position angehoben wird, wobei der Tragstruktur (3) ein zweiter Antrieb (7) zugeordnet ist, mittels dessen die Tragstruktur (3) entlang der Führung (6) verfahrbar ist, wobei mittels des zweiten Antriebs (7) die Tragstruktur (3) mindestens in die erste horizontale Position verfahrbar ist, sowie ein Verfahren zur Messung mindestens eines Parameters des Bodens (2).



Inventors:
Rühlmann, Jörg (Schwielowsee, DE)
Application Number:
DE102013218567A
Publication Date:
03/19/2015
Filing Date:
09/17/2013
Assignee:
Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau, 14979 (DE)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE102007035214A1N/A2009-02-05
DE102005038481B3N/A2007-01-04
Attorney, Agent or Firm:
Patentanwälte Bressel und Partner mbB, 10785, Berlin, DE
Claims:
1. Mobiles Messsystem (1) für Bodenuntersuchungen, umfassend mindestens einen Sensor, der derart ausgestaltet ist, dass dieser zur Erfassung von Messwerten mit dem zu untersuchenden Boden (2) in Kontakt bringbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor an einer Tragstruktur (3) angeordnet ist, wobei die Tragstruktur (3) mittels eines ersten Antriebs (5) vertikal mindestens zwischen einer ersten angehobenen und einer zweiten abgesenkten Position verfahrbar ist und horizontal entlang einer Führung (6) beweglich gelagert ist, wobei Mittel zur Erfassung einer Position der Tragstruktur (3) innerhalb der Führung (6) vorgesehen sind, wobei eine Steuereinheit des ersten Antriebs (5) derart ausgebildet ist, dass bei Erfassung einer ersten horizontalen Position die Tragstruktur (3) mittels des ersten Antriebs (5) abgesenkt und bei Erfassen einer zweiten Position angehoben wird, wobei der Tragstruktur (3) ein zweiter Antrieb (7) zugeordnet ist, mittels dessen die Tragstruktur (3) entlang der Führung (6) verfahrbar ist, wobei mittels des zweiten Antriebs (7) die Tragstruktur (3) mindestens in die erste horizontale Position verfahrbar ist.

2. Mobiles Messsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Messsystem (1) mindestens einen Geschwindigkeitssensor aufweist, wobei die zweite Antriebseinheit (7) derart ausgebildet ist, dass diese beim Absenken der Tragstruktur (3) in die zweite Position und/oder beim Anheben aus der zweiten Position die Tragstruktur (3) horizontal entgegen der Fahrtrichtung mit der Geschwindigkeit (V) des mobilen Messsystem (1) verfährt.

3. Mobiles Messsystem nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Sensor als Einstich-Elektrode (4) ausgebildet ist.

4. Mobiles Messsystem nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Sensor federnd gelagert ist.

5. Mobiles Messsystem nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Tragstruktur (3) einen Rahmen (11) und einen Träger (12) aufweist, wobei der Rahmen (11) zur horizontalen Bewegung in der Führung (6) gelagert ist und der Träger (12) über mindestens ein Element des ersten Antriebes (5) mit dem Rahmen (11) verbunden ist, wobei der oder die Sensoren am Träger (12) angeordnet sind.

6. Mobiles Messsystem nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoren über einen drehbar gelagerten Arm (18) mit dem Träger (12) verbunden sind, wobei der Arm (18) über einen Dämpfer (19) an den Träger (12) angebunden ist.

7. Mobiles Messsystem nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Arm (18) einen mäanderförmigen Abschnitt (18a) aufweist.

8. Mobiles Messsystem nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoren mit einem Feuchtigkeitsreservoir ausgebildet sind.

9. Verfahren zur Messung mindestens eines Parameters des Bodens mittels eines mobilen Messsystems (1) nach Anspruch 1, umfassend folgende Verfahrensschritte:
a) Absenken der Tragstruktur (3) von einer ersten angehobenen zu einer zweiten abgesenkten Position, wenn die Tragstruktur (3) in einer ersten horizontalen Position sich befindet, wobei in der zweiten abgesenkten Position der mindestens eine Sensor in Kontakt zum Boden (2) ist,
b) Messen des mindestens einen Parameters des Bodens (2) während der Bewegung des mobilen Messsystems solange, bis sich die Tragstruktur (3) in einer zweiten horizontalen Position befindet,
c) Anheben der Tragstruktur (3) in die erste angehobene Position,
d) Verfahren der Tragstruktur (3) in die erste horizontale Position und Wiederholen der Verfahrensschritte a) bis d).

10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Geschwindigkeit (V) des mobilen Messsystems (1) erfasst wird, wobei beim Absenken der Tragstruktur (3) in die zweite Position und/oder beim Anheben aus der zweiten Position die Tragstruktur (3) horizontal entgegen der Fahrtrichtung mit der Geschwindigkeit (V) des mobilen Messsystems (1) durch die zweite Antriebseinheit (7) verfahren wird.

Description:

Die Erfindung betrifft ein mobiles Messsystem für Bodenuntersuchungen sowie ein Verfahren zur Messung mindestens eines Parameters des Bodens mittels eines mobilen Messsystems.

Aus der DE 10 2007 035 214 A1 ist ein mobiles Messsystem für eine elektrische Bodenuntersuchung bekannt, mit einem Einspeiseelektrodenpaar, das konfiguriert ist, einen elektrischen Messstrom in einen zu untersuchenden Boden einzuspeisen, und mehreren paarweise gebildeten Messelektroden, die konfiguriert sind, zum Erfassen von elektrischen Messwerten an dem zu untersuchenden Boden. Dabei sind das Einspeiseelektrodenpaar und die mehreren Messelektroden drehbar und so über den zu untersuchenden Boden rollbar angeordnet. Weiter weist das mobile Messsystem eine Zugkupplungseinrichtung und eine Anhängerkupplungseinrichtung auf.

Aufgrund der sich bewegenden Elektroden ändert sich der Übergangswiderstand zwischen Elektroden und Boden kontinuierlich, sodass es zu ungenauen Ergebnissen kommt.

Zur Lösung dieses Problems ist aus der DE 10 2005 038 481 B3 eine Vorrichtung zur Durchführung von geoelektrischen Kartierungen bekannt, bestehend aus Einspeise- und Potentialelektroden, einer Stromquelle und einem Spannungsmessgerät, wobei die Elektroden in definiertem Abstand zueinander auf dem Untersuchungsgrund angeordnet sind, wobei durch die Einspeiseelektroden Strom in den Untersuchungsgrund fließt und durch die Potentialelektroden mittels des Spannungsmessgeräts Spannungspotentiale gemessen werden. Dabei sind die Elektroden an der Außenseite einer Endlosschleife angeordnet, die über zwei Umlenkrollen geführt ist, welche gemeinsam so auf einer horizontalen Gerade angeordnet sind, dass die Endlosschleife aus einem horizontal ausgerichteten Ober- und Untertrum besteht, wobei die Endlosschleife beim Umlaufen über die Umlenkrollen derart kontinuierlich während der Kartierung über den Untersuchungsgrund bewegt wird, dass die Einspeise- und Potentialelektroden während jeder einzelnen Messung auf dem Untersuchungsgrund ruhen. Die Kontaktierung der Elektroden erfolgt durch Schleifkontakte, da eine feste Verkabelung aufgrund der sich drehenden Endlosschleife nicht möglich ist. Schleifkontakte sind jedoch aufgrund des Verschleißes, der Verschmutzungsgefahr sowie eines erhöhten Rauschens nachteilig.

Der Erfindung liegt daher das technische Problem zugrunde, ein alternatives mobiles Messsystem für Bodenuntersuchungen zu schaffen sowie ein Verfahren zur Messung mindestens eines Parameters des Bodens mittels eines mobilen Messsystems zur Verfügung zu stellen, bei denen der mindestens eine Sensor zur Erfassung von Messwerten während der Messung ruht.

Die Lösung des technischen Problems ergibt sich durch die Gegenstände mit den Merkmalen der Ansprüche 1 und 9. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Das mobile Messsystem für Bodenuntersuchungen umfasst mindestens einen Sensor, der derart ausgestaltet ist, dass dieser zur Erfassung von Messwerten mit dem zu untersuchenden Boden in Kontakt bringbar ist, wobei der Sensor an einer Tragstruktur angeordnet ist. Die Tragstruktur ist dabei mittels eines ersten Antriebs vertikal mindestens zwischen einer ersten angehobenen und einer zweiten abgesenkten Position verfahrbar. In der ersten angehobenen Position ist der Sensor vom Boden abgehoben und in der zweiten abgesenkten Position ist der Sensor mit dem Boden in Kontakt. Weiter ist die Tragstruktur horizontal entlang einer Führung beweglich gelagert, wobei Mittel zur Erfassung einer Position der Tragstruktur innerhalb der Führung vorgesehen sind. Die Mittel zur Erfassung einer Position der Tragstruktur innerhalb der Führung können dabei die Position direkt erfassende Mittel wie beispielsweise Positionssensoren oder Anschläge sein. Es ist aber auch denkbar, die Position aus der Geschwindigkeit des mobilen Messsystems und der Zeit zu ermitteln. Eine Steuereinheit des ersten Antriebs ist derart ausgebildet, dass bei Erfassung einer ersten horizontalen Position die Tragstruktur mittels des ersten Antriebs abgesenkt und bei Erfassung einer zweiten Position angehoben wird, wobei der Tragstruktur ein zweiter Antrieb zugeordnet ist, mittels dessen die Tragstruktur entlang der Führung verfahrbar ist, wobei mittels des zweiten Antriebs die Tragstruktur mindestens in die erste horizontale Position verfahrbar ist. Die Bewegung von der ersten in die zweite Position kann hingegen rein passiv durch die Bewegung des mobilen Messsystems erfolgen. Es ist aber auch möglich, dass der zweite Antrieb diese Bewegung aktiv unterstützt. Durch das mobile Messsystem ist es somit möglich, Messungen vorzunehmen, bei denen der Sensor auf dem Boden ruht, während das mobile Messsystem sich kontinuierlich weiterbewegt. Aufgrund der Tatsache, dass der Sensor definiert horizontal und vertikal bewegt wird, kann der Sensor auf Schleifkontakte verzichten und kann beispielsweise fest verdrahtet sein. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Messsystem mit Rädern ausgebildet sein kann, die vorzugsweise als Einradaufhängung an dem mobilen Messsystem befestigt sind. Die Verwendung von Rädern vereinfacht das Manövrieren des mobilen Messsystems gegenüber der Verwendung einer Endlosschleife.

In einer weiteren Ausführungsform weist das mobile Messsystem mindestens einen Geschwindigkeitssensor auf, wobei die zweite Antriebseinheit derart ausgebildet ist, dass diese beim Absenken der Tragstruktur in die zweite Position und/oder beim Anheben aus der zweiten Position die Tragstruktur horizontal entgegen der Fahrtrichtung mit der Geschwindigkeit des mobilen Messsystems verfährt. Hierdurch wird sowohl beim Absenken als auch beim Anheben die relative Geschwindigkeit zwischen Sensor und Boden auf Null gesteuert, sodass die Messungen früher beginnen bzw. länger fortgesetzt werden können.

In einer weiteren Ausführungsform ist mindestens ein Sensor als Einstich-Elektrode ausgebildet. Vorzugsweise sind alle Sensoren als Einstich-Elektroden ausgebildet. Hinsichtlich der Anordnung der Endstück-Elektroden kann dabei auf den Stand der Technik verwiesen werden, beispielsweise auf die DE 10 2007 035 214 A1. Alternativ oder ergänzend können auch kontaktlose Sensoren wie z. B. IR-Thermometer oder kapazitiv ankoppelnde Elektroden zur Anwendung kommen.

In einer weiteren Ausführungsform ist mindestens ein Sensor federnd gelagert, wobei vorzugsweise alle Sensoren, insbesondere in der Ausführungsform als Einstich-Elektrode, federn gelagert sind. Durch die federnde Lagerung können Bodenunebenheiten besser ausgeglichen werden, sodass alle Einstich-Elektroden nahezu die gleiche Einstichtiefe aufweisen.

In einer weiteren Ausführungsform weist die Tragstruktur einen Rahmen und einen Träger auf, wobei der Rahmen zur horizontalen Bewegung in der Führung gelagert ist und der Träger über mindestens ein Element des ersten Antriebs mit dem Rahmen verbunden ist, wobei der oder die Sensoren am Träger angeordnet sind. Das Element des ersten Antriebs ist beispielsweise eine Spindel eines Spindelantriebs.

In einer weiteren Ausführungsform sind die Sensoren über einen drehbar gelagerten Arm mit dem Träger verbunden, wobei der Arm über einen Dämpfer an dem Träger angebunden ist. Hierdurch wird sichergestellt, dass das Absenken der Sensoren nicht gegen einen zu großen Widerstand erfolgt, der zu einer Zerstörung der Sensoren führen würde. Liegt beispielsweise ein Stein auf dem Boden, so würde dessen Widerstand zu einem Schwenken des Armes führen, der die Sensoren hochheben würde. Alternativ oder zusätzlich kann das mobile Messsystem mit optischen Sensoren ausgebildet sein, die den Boden untersuchen, bevor die Sensoren abgesetzt werden.

In einer weiteren Ausführungsform weist der Arm einen mäanderförmigen Abschnitt auf, mittels dessen Stöße in Vorwärts- und/oder Rückwärtsrichtung auf die Sensoren ausgeglichen werden.

In einer weiteren Ausführungsform ist mindestens ein Sensor mit einem Feuchtigkeitsreservoir ausgebildet. Die Flüssigkeit kann dabei beispielsweise Wasser oder eine Ionen-Lösung wie Kupfer-Sulfat sein. Durch die Feuchtigkeit wie insbesondere bei trockenen Böden wird der Übergangswiderstand am Sensor reduziert. Beispielsweise weist hierzu der Sensor einen Behälter auf, in dem die Flüssigkeit sich befindet. Der Boden des Behälters besteht dann beispielsweise mindestens teilweise aus einem porösen Material, was die Flüssigkeit aufsaugt und langsam an eine darunter angeordnete Elektrode abgibt. Alternativ kann der Behälter mit einem Ventil ausgebildet sein, wobei durch den Druck auf den Sensor beim Absetzen das Ventil kurz geöffnet wird. Die Ausbildung des Sensors, insbesondere in der Ausführungsform als Einstich-Elektrode mit einem Feuchtigkeitsreservoir, stellt unabhängig von dem mobilen Messsystem eine selbstständige Erfindung dar. Dabei ist weiter vorzugsweise die Einstich-Elektrode mit einer Feder ausgebildet.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Die Fig. zeigen:

1a1e einen schematischen Ablauf eines Verfahrens zur Messung mindestens eines Parameters des Bodens,

2 eine perspektivische Darstellung eines Teils eines mobilen Messsystems,

3 eine Vorderansicht eines Teils des mobilen Messsystems,

4 eine perspektivische Darstellung des mobilen Messsystems,

5 eine perspektivische Draufsicht auf einen Teil des mobilen Messsystems und

6 eine perspektivische Darstellung einer Einstich-Elektrode.

Anhand der 1a bis 1e soll zunächst der grundsätzliche Aufbau des mobilen Messsystems 1 bzw. der Ablauf des Verfahrens zur Messung mindestens eines Parameters des Bodens 2 erläutert werden.

Das mobile Messsystem 1 umfasst eine Tragstruktur 3, an der Einstich-Elektroden 4 angeordnet sind. Die Tragstruktur 3 ist dabei mittels eines ersten Antriebs 5 in Vertikalrichtung VR verfahrbar. Dabei ist die Tragstruktur 3 zwischen einer ersten angehobenen Position (siehe auch 1a) und einer zweiten abgesenkten Position (siehe auch 1b) vertikal verfahrbar. Im dargestellten Beispiel wird dabei nur ein Teil 3a der Tragstruktur 3 vertikal verfahren, wohingegen ein anderer Teil 3b horizontal beweglich in einer Führung 6 gelagert ist, seine vertikale Position jedoch nicht verändert. Die Führung 6 ist dabei Bestandteil einer starren Tragkonstruktion am mobilen Messsystem 1. Über einen zweiten Antrieb 7 ist die Tragstruktur 3 in Horizontalrichtung HR verfahrbar. Weiter umfasst das mobile Messsystem 1 einen ersten Positionssensor 8 zur Erfassung einer ersten horizontalen Position und einen zweiten Positionssensor 9 zur Erfassung einer zweiten Position. Des Weiteren umfasst das mobile Messsystem 1 eine Auswerte- und Steuereinheit 10. die Auswerte- und Steuereinheit 10 steuert in Abhängigkeit der Signale des ersten und zweiten Positionssensors 8, 9 den ersten und zweiten Antrieb 5, 7 an. Weiter wird der Auswerte- und Steuereinheit 10 die Geschwindigkeit V des mobilen Messsystems 1 mit den Einstich-Elektroden 4 verbunden. Beispielsweise versorgt die Auswerte- und Steuereinheit 10 einzelne Einstich-Elektroden 4 mit Strom und misst an anderen Einstich-Elektroden 4 die resultierende Spannung. Die Messwerte werden von der Auswerte- und Steuereinheit 10 abgespeichert. Neben den Messwerten speichert die Auswerte- und Steuereinheit 10 vorzugsweise auch die Position des mobilen Messsystems 1 und/oder die Zeit. Die Position wird dann vorzugsweise mittels eines satellitengestützten Positionssensors ermittelt. Dabei sei angemerkt, dass die Funktionalität der zentralen Auswerte- und Steuereinheit 10 auch auf mehrere einzelne Auswerte- und Steuereinheiten aufgeteilt werden kann.

In der 1a befindet sich die Tragstruktur 3 in der ersten horizontalen Position sowie in der ersten angehobenen Vertikalposition. Dies wird von der Auswerte- und Steuereinheit 10 erfasst und der erste Antrieb angesteuert, um die Tragstruktur 3 bzw. den Teil 3a in eine zweite abgesenkte Vertikalposition zu verfahren (siehe 1b). Dabei ist in den 1a und 1b dargestellt, dass sich die Position x0 zum Boden 2 nicht geändert hat. In Wirklichkeit geht das Absenken nur mit einer endlichen Geschwindigkeit, sodass sich aufgrund der Bewegung des mobilen Messsystems 1 mit der Geschwindigkeit V die Tragstruktur 3 relativ zum Punkt x0 bewegt hat. Dies soll aber zunächst vernachlässigt werden. In der dargestellten zweiten abgesenkten vertikalen Position dringen die Einstich-Elektroden 4 in den Boden 2 ein. Dabei wird vorzugsweise kurz vor dem Beginn des Eintauchens der Einstich-Elektroden 4 mittels des zweiten Antriebs 7 die Tragstruktur 3 mit einer Geschwindigkeit –V entgegen der Fahrtrichtung des mobilen Messsystems horizontal verfahren, sodass die horizontale Relativgeschwindigkeit der Tragstruktur 3 zum Boden 2 null ist. Nachdem die Einstich-Elektroden 4 eingedrungen sind, kann mit der Messung begonnen werden.

Während der Messung bewegt sich das mobile Messsystem 1 und damit die Führung 6 mit der Geschwindigkeit V weiter. Die Tragstruktur 3 hingegen bleibt relativ zum Boden 2 ortsfest, wobei hierzu die Tragstruktur 3 bzw. der Teil 3b in der Führung 6 verfährt (siehe auch 1c). Dabei sei angemerkt, dass in den 1c bis 1e auf die Darstellung der Auswerte- und Steuereinheit 10 sowie der Antriebe 5, 7 verzichtet wurde. Erreicht dann die Tragstruktur 3 die zweite horizontale Position, so wird dies durch den zweiten Positionssensor 9 erfasst (siehe auch 1d) und der erste Antrieb 5 angesteuert, um die Tragstruktur 3 wieder in die erste angehobene vertikale Position zu verfahren (siehe auch 1e). Dabei wird vorzugsweise beim Hochfahren der Einstich-Elektroden 4 die Tragstruktur 3 horizontal durch den zweiten Antrieb 7 entgegen der Fahrtrichtung des mobilen Messsystems 1 verfahren. Anschließend wird über den zweiten Antrieb 7 die Tragstruktur 3 wieder in die erste horizontale Position (siehe 1a) verfahren und der nächste Messzyklus kann beginnen.

Somit wird erreicht, dass die Einstich-Elektroden 4 während der Messung sich nicht relativ zum Boden 2 bewegen, was die Messgüte erheblich verbessert.

In den 2 und 3 ist ein beispielhafter Aufbau einer Tragstruktur 3 dargestellt. Die Tragstruktur 3 umfasst einen Rahmen 11, der dem Teil 3b gemäß den 1a bis 1e entspricht. Weiter umfasst die Tragstruktur einen Träger 12, der dem Teil 3a gemäß den 1a bis 1e entspricht. Auf dem Rahmen 11 ist der erste Antrieb 5 angeordnet, der als Spindeltrieb ausgebildet ist. Durch eine Spindel 13 des Spindeltriebs sind der Rahmen 11 und der Träger 12 verbunden. Unterhalb des Trägers 12 ist eine Stützstruktur 14 angeordnet, die als Gegenlager für die Spindel 13 dient. Dabei ist die Stützstruktur 14 mit dem Rahmen 11 über Stangen 15 verbunden, sodass der Rahmen 11 die Stützstruktur 14 trägt. Die Anbindung an den Rahmen 11 erfolgt dabei über ein Verbindungselement 16. Der Rahmen 11 ist mit Rollen 17 ausgebildet, mittels derer dieser in der nicht dargestellten Führung 6 gleiten kann.

An dem Träger 12 sind im dargestellten Ausführungsbeispiel neun Paare von Einstich-Elektroden 4 über jeweils einen drehbar gelagerten Arm 18 angeordnet. Der Arm 18 weist dabei einen gefalteten bzw. mäanderförmigen Abschnitt 18a auf. Des Weiteren ist der Arm 18 über einen Dämpfer 19 mit dem Träger 12 verbunden. Bei Absenken der Einstich-Elektroden 4 in Richtung Boden 2 bewirkt die drehbare Lagerung in Verbindung mit dem Dämpfer 19, dass bei einem zu großen Widerstand (z.B. aufgrund eines Steines) die Arme oder der Arm 18 nach oben geschwenkt wird, sodass eine Beschädigung der Einstich-Elektrode 4 vermieden wird. Die Einstich-Elektrode 4 weist einen Elektrodenstab 20 auf, der in einer Elektrodenhülse 21 gelagert ist. Die Unterseite der Elektrodenhülse 21 ist durch eine Hülsenkappe 22 geschlossen. Auf der Oberseite weist die Einstich-Elektrode 4 eine weitere Hülse 23 auf, durch die Verbindungsleitungen zum Elektrodenstab 20 geführt werden. Innerhalb der Elektrodenhülse 21 ist eine Feder 24 angeordnet (siehe 6), wobei in 2 und 6 ein Teil der Elektrodenhülse 21 entfernt wurde, um die Feder 24 darzustellen.

In 4 ist das komplette mobile Messsystem 1 als passiver Anhänger dargestellt. Das mobile Messsystem 1 weist dabei eine starre Tragkonstruktion 25 auf, deren Bestandteil die Führung 6 ist. Das mobile Messsystem 1 weist weiter zwei einzeln aufgehängte Räder 26 sowie einen Kasten 27 auf, in dem die Elektronik, insbesondere die Auswerte- und Steuereinheit 10, untergebracht ist. Weiter verläuft jeweils oberhalb der Führung ein Riemen 28 eines Riementriebs des zweiten Antriebs 7. Der Riemen 28 ist über ein Koppelelement 29 mit dem Rahmen 11 verbunden, sodass bei einer Bewegung des Riemens 28 der Rahmen 11 horizontal entlang der Führung verfahren wird.

Wie insbesondere in 5 dargestellt, treibt der Antrieb 7 einen Riemen 30 an, über den eine Achse 31 angetrieben wird, die wiederum die Riemen 28 antreibt.

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

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Zitierte Patentliteratur

  • DE 102007035214 A1 [0002, 0009]
  • DE 102005038481 B3 [0004]